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Völkerrecht? Ist ihm schlecht! Kanzler Merz schweigt tödlich zum Iran

Erstellt von Redaktion am 14. März 2026

Autor:Uli Gellermann von der Rationalgalerie, Datum:

Der Krieg im Iran dauert an. Zwar haben die USA und Israel bisher keine weitere Mädchenschule mit ihren Bomben erwischt, aber es gab ja noch das Motahari Krankenhaus in Teheran – das wurde von den tapferen Völkerrechts-Verbrechern prompt zerbombt. Und während der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez den Krieg der USA kritisiert und von Kaiser Trump prompt mit der Einstellung der Handelsbeziehungen bedroht wird, schleicht Merz schweigend durch die Gänge des Weißen Haus.

Lüge der atomaren Waffen

Während Trump munter bomben lässt, empfängt er den Besuch des deutschen Kanzlers. Ergeben strickt Merz weiter an der Lüge der atomaren Waffen im iranischen Besitz und beschädigt das Völkerrecht gern auch verbal: „Dann werden wir nämlich eines Tages nicht mehr danach gefragt, habt ihr alles nach dem Recht des Völkerrechts gemacht, sondern dann werden wir danach gefragt, warum habt ihr das nicht früher verhindert?“

Merz ist gelernter Jurist

Merz ist gelernter Jurist, aber sein Studium hat ihn maximal dazu gebracht, das Recht zu verdrehen, nicht es zu schützen. Deshalb schleimt ihn Donald Trump während des USA-Besuchs an, nennt ihn einen „Freund“ und attestiert dem Kanzler, ein „ausgezeichneter Anführer“ zu sein. Wie gut, dass Trumps Redenschreiber noch ein „An“ vor den Führer gesetzt hat.

Ohne Ramstein kein Militärschlag in den Iran

Das Pfälzische Lokalblatt die „Rheinpfalz“ meldet: „Ohne Ramstein kein Militärschlag in Iran“ und bestätigt so, was alle Welt weiß: Der Völkerrechtsbruch der USA wurde von deutschem Boden, von der Ramstein Air Base, dem Hauptquartier der United States Air Forces in Europe gestartet. Die deutsche Regierung hat zwar öffentlich nichts zu sagen, ist aber durch die Duldung der Flüge von Ramstein aus in den Krieg gegen den Iran verwickelt. So wird der „Anführer“ zum Mittäter.

Quelle: https://www.rationalgalerie.de/home/voelkerrecht-ist-ihm-schlecht

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Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon?

Erstellt von Redaktion am 12. März 2026

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Die jüngsten Schläge unter „Brüllen des Löwen“ (Israel) und „Operation Epic Fury“ (USA) sind direkte, koordinierte Großangriffe auf den Iran. In der bemerkenswerten Eröffnungssalve wurden bereits Ayatollah Ali Chamenei – der seit 1989 den Iran als Oberster Führer des Regimes regiert und dem die „Islamische Revolutionsgarde“ (IRGC, persisch Pasdaran) untersteht – und wichtige iranische Militärführer, darunter IRGC-Kommandeur General Mohammad Pakpour getötet, während sie sich in einem Teheraner Gelände trafen. Das zeugt von einer erstaunlichen Aufklärungsarbeit seitens der USA und Israels. Der Märtyrertod von Chamenei und den anderen islamischen Führern wird einen heftigen Gegenschlag auslösen – war das beabsichtigt? Davon ist in jedem Fall auszugehen.

Neben den iranischen Persönlichkeiten wurden Atom- und Raketenanlagen sowie Anlagen der IRGC-Einrichtungen – Militärbasen, Raketenstützpunkte (Shahab- und Zolfaghar), Atomzentren, Geheimdienststellen, Basij-Milizenlager sowie wirtschaftliche Holdings (Öl, Bau, Medien) angegriffen. 

Die USA greifen am ersten Angriffstag mehr als 1.000 Ziele im Iran an (1)

US- und israelische Streitkräfte griffen laut U.S. Central Command (CENTCOM) innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der „Operation Epic Fury“ am 28. Februar mehr als 1.000 Ziele an.

Die getroffenen Ziele umfassen Führungs- und Kontrollzentren, das Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarde, Luftabwehrsysteme, ballistische Raketenstartplätze, Kriegsschiffe – einschließlich U-Boote – sowie iranische „militärische Kommunikationsfähigkeiten“.

CENTCOM veröffentlichte eine Grafik, die die US-Mittel dokumentierte, die für die Angriffe eingesetzt wurden: B-2-Tarnkappenbomber; Patriot Interceptor-Raketensysteme; Terminal High Altitude Area Defense THAAD-Antiballistische Raketensysteme (derzeit das strategisch wichtigste Hochleistungssystem); F-18, F-16, F-22 Kampfjets; A-10 Angriffsjets; F-35 Tarnkappenjäger (2) Weiter gab CENTCOM an, iranische ballistische Raketenstellungen mit B-2 Bombern zu treffen. Am 1. März teilte CENTCOM gegen Mittag mit, dass in der Nacht US-amerikanische B-2-Tarnkappenbomber, bewaffnet mit 2.000-Pfund-Bomben, Irans gehärtete ballistische Raketenanlagen angegriffen haben.

Laut „Nuclear Threat Initiative“ (NTI), einem „internationalen Atomwaffenbeobachter“, wurden mehr als 30 „bekannte Nuklearstandorte“ und 17 Raketenstellungen im Iran innerhalb der ersten 24 Stunden des Konflikts von Raketen oder Drohnen getroffen oder von US-amerikanischen und israelischen Luftstreitkräften angegriffen. Hinter dieser Initiative stehen vor allem ihr Mitgründer Ted Turner (CNN‑Gründer) und der frühere US-Senator Sam Nunn, die die gemeinnützige und überparteiliche Sicherheitsorganisation mit Sitz in Washington 2001 ins Leben gerufen haben. Sie wird von großen Stiftungen und privaten Geldgebern (z. B. Ted Turner, Warren Buffett) finanziert. Von ihr ist also kein neutralen Blicke auf die Geschehnisse zu erwarten.

Laut dieser Initiative umfassen die ins Visier genommenen Ziele Isfahan-Forschungs- und Umwandlungsanlagen, „tief vergrabene Urananreicherungsinfrastruktur“ in der Provinz Qom, Gebiete in Kermanshah und Tabriz, die „mit Raketenlager- oder Startanlagen verbunden sind“, sowie Standorte in Teheran, die „mit Führungs-, Nachrichten- und Logistikoperationen verbunden sind“. 

Teheraner lokale Medien berichteten von Raketen- und Drohnenangriffen auf das iranische Geheimdienstministerium, das Verteidigungsministerium, die iranische Atomenergieorganisation und den Militärkomplex Parchin.

Präsident Donald Trump gab am 1. März bekannt, dass die US-Marine plant, Irans Marine vollständig zu zerstören:

Mir wurde gerade mitgeteilt, dass wir neun iranische Kriegsschiffe zerstört und versenkt haben, einige davon relativ groß und wichtig“, sagte er in einem Beitrag und Video auf „Sunday Truth Social“. „Wir verfolgen den Rest. Bald werden sie auch auf dem Meeresgrund treiben! Bei einem anderen Angriff haben wir größtenteils ihr Marinehauptquartier zerstört. Abgesehen davon läuft ihre Marine sehr gut!“

CENTCOM bestätigte, dass eine iranische Korvette der Jamaran-Klasse zu den iranischen Schiffen gehört, die am Kai von Chabahar am Golf von Oman angegriffen und versenkt wurden.

Die israelischen Streitkräfte teilten am 1. März mit, dass die Angriffe am ersten Tag darauf abzielten, „einen Weg nach Teheran zu ebnen“, wobei Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, dass Raketen- und Luftangriffe auf die iranische Hauptstadt am Sonntag und in den kommenden Tagen eskaliert würden. 

Iranische Gegenangriffe zielen auf US- und israelische Militärziele

Iran startete Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel (z. B. Militärflugplätze wie Nevatim) sowie US-Stützpunkte in Katar, Bahrain, VAE, Irak, Jordanien und Kuwait. (3) Zusätzlich trafen Drohnen zivile Infrastruktur im Oman; die Revolutionsgarden (IRGC) sprechen von „Antwort auf Aggression“.

ZDF-Heute meldete am 2. März 2026 Eskalation mit Explosionen in Golfstaaten, viele abgefangen, aber Schäden an Basen. (4) Einen Tag zuvor hatte das Verteidigungsministerium der Emirate erklärt, man habe seit Beginn der iranischen Angriffe dank des THAAD-Raketensystems der emiratischen Raketenabwehr bislang 165 ballistische Raketen, 541 Drohnen und zwei Cruise-Missiles abgefangen. Diese Zahlen bezeugen eine immerhin beachtliche Feuerkraft des Irans, wobei iranische Treffer in der Bilanz nicht auftauchen, was den eigenen Erfolg erhöht.

Das Auswärtige Amt wandte sich am 1. August an die in den Golfstaaten gestrandeten „lieben Landsleute“ mit der nüchternen Prognose, man habe mit einer längeren Dauer der Kampfhandlungen und weiteren sicherheitsrelevanten Vorfällen in der Region zu rechnen. Der Luftraum über Israel, Iran, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und dem Irak bleibe gesperrt. Unterstützungsmöglichkeiten seien deshalb eingeschränkt.

Vergleich 2025 zu 2026

Im Vergleich zum aktuellen Angriff war die israelische Mossad-Operation (Rising Lion) gegen Atomprogramm/Kernphysiker, ergänzt durch US-Luftschläge (Midnight Hammer) 2025 noch verhältnismäßig moderat: sie zielte nicht auf Regimechange und es gab auch keine US-Führung. (5) Nun eine erste vollständige US-Israel-Partnerschaft mit der Ankündigung von Trump, den Obersten Führer Ali Chamenei zu töten und zum Regime-Sturz aufzurufen. Der umfassende Angriff auf ein weitaus breiteres Zielspektrum (Luftabwehr, Milizen) hat das Potential zum offenen Krieg. (6)

Vor diesem Hintergrund hat die UN nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats einberufen. (7) Generalsekretär Guterres verurteilte die Eskalation als Bedrohung des Weltfriedens und rief zu sofortigen Waffenstillstandsverhandlungen auf. (8) Ungeachtet dessen kündigt der Iran Gegenangriffe an, während die UNO Deeskalation und Einhaltung des Völkerrechts fordert. Der UN-Sicherheitsrat hat nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran keine Resolution gegen USA oder Israel verabschiedet, (9) da die USA jeden kritischen Entwurf mit ihrem Veto blockierten, wie bereits in früheren Nahost-Konflikten üblich.

Russland, China und andere Staaten forderten Verurteilung, doch das Gremium blieb handlungsunfähig; es gab nur Deeskalationsaufrufe von Guterres. (10)

Bis zum Angriff direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat

 

Seit Anfang Februar 2026 liefen durch Oman vermittelte indirekte Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat. Diese Gespräche endeten – von einer ultimativen Forderung Trumps gewürzt – ohne signifikanten Fortschritt, trotz einiger „konstruktiver“ Momente. (11)

Die Verhandlungen drehten sich um eine Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms, darunter Urananreicherung und Inspektionen durch die IAEA. Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen an, forderte aber im Gegenzug Sanktionserleichterungen und Öl-Exportfreiheit. US-Präsident Trump stellte ein Ultimatum von 10–15 Tagen, das auslief, ohne dass Iran die Kernforderung akzeptierte: Nie Atomwaffen zu bauen.

Trump begründete nun die Angriffe (Codename „Operation Epic Fury“) mit der anhaltenden Bedrohung durch Irans Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen wie Hisbollah und Hamas. Israel sah darin eine „existenzielle Bedrohung“ und drängte auf Militärschläge, da angeblich Diplomatie scheiterte. Die Militär-Ziele umfassten Nuklearanlagen, Raketeninfrastruktur, Kommandeure und Regime-Führer, um einen Regimewechsel zu fördern. 

Die US- und israelischen Angriffe auf den Iran unterschieden sich 2025 und 2026 in Umfang, Zielen und politischem Kontext. (12)

2025 („Midnight Hammer“): Einzelner US-Schlag im Juni auf Nuklearanlagen wie Natanz und Fordow; begrenzter Umfang, Fokus auf Sabotage des Atomprogramms ohne Regimewechsel. (13)

2026 („Epic Fury“): Gemeinsamer US-Israel-Angriff ab 28. Februar; massiver, multi-phasiger Einsatz mit Hunderten Zielen (Nuklear-, Raketenstandorte, Kommandeure, Führer). (14)

 

2025 diente der Angriff als Warnschuss nach gescheiterten Verhandlungen nach der Biden-Ära:

Ablauf der Operation

Sie startete in der Nacht auf den 22. Juni 2025 mit 125 Flugzeugen, darunter 7 B-2 Spirit Tarnkappenbomber von der Whiteman Air Force Base (Missouri). Diese flogen 37 Stunden (inkl. Luftbetankung) über Atlantik, Mittelmeer, Israel, Jordanien und Irak. Ein US-U-Boot feuerte zuvor über 24 Tomahawk-Marschflugkörper auf Isfahan ab. Die Bomber warfen 14 GBU-57 Massive Ordnance Penetrators (30.000-Pfund-Bunkerbrecher) auf die unterirdischen Anlagen in Fordo (primäres Ziel, 60m tief im Berg) und Natanz. Der gesamte Schlag dauerte 25 Minuten. (15)

Taktische Highlights

Täuschungsmanöver: Attrappenflugzeuge im Pazifik, hohe Jets als Vorhut gegen Luftabwehr. (16)

Erstmaliger Kampfeinsatz der GBU-57 – größte konventionelle US-Bombe.

Ziel: Zerstörung der Urananreicherungskapazitäten; keine Angriffe auf Truppen oder Zivilisten.

Hintergrund und Konsequenzen

Präsident Trump befahl den Strike als Teil des israelisch-iranischen Kriegs, um Irans „nukleare Bedrohung“ zu neutralisieren. Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte es einen „überwältigenden Erfolg“.

Er folgte direkt auf Trumps auslaufendes Ultimatum und gescheiterte Genf-Talks, mit dem Ziel eines Regimewechsels. (17)

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Februar 2026 waren indirekte Atomgespräche in Genf und Maskat, vermittelt durch Oman. Sie zielten auf ein neues Abkommen ab, das Irans Urananreicherung und Raketenprogramm einschränkt, im Tausch gegen Sanktionserleichterungen. (18)

Die USA verlangten einen vollständigen Stopp der Anreicherung, Raketenbegrenzung und das Ende der Unterstützung für Hisbollah/Hamas.

Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen, lehnte aber Raketen-Themen ab und forderte Öl-Exportfreiheit.

Am 17. Februar 2025 gab es nach Runde 2 „Leitprinzipien“, doch Differenzen blieben; Trump stellte ein 10–15-tägiges Ultimatum (ab 20. Feb.). (19) Die USA drohten explizit mit Militärschlägen, falls kein Deal käme – unterstützt durch US-Militärpräsenz (z. B. USS Abraham Lincoln). Dies folgte gescheiterten Runden am 6., 17. und 26. Februar verhängten die USA parallel dazu Sanktionen. (20)

Vergleich zu Versailles 1919

Ähnlich wie das Versailler Diktat (harte Bedingungen ohne Verhandlungsspielraum, Ultimaten unter militärischem Druck) wirken Trumps Forderungen einseitig und bedrohend. Allerdings sind es hier bilaterale Gespräche mit teilweiser Annäherung, keine Nachkriegsdiktatur – der Iran behielt Gegenforderungen, scheiterte aber an Kernpunkten wie Raketen. Versailles führte zu Demütigung und Revanchismus; hier eskalierten Drohungen zum Angriff am 28. Februar 2026. (21)

Der israelisch-US-amerikanische Angriff auf den Iran im Februar 2026 ist völkerrechtlich hoch umstritten und wird von Experten unterschiedlich bewertet.

US- und israelische Position

Die USA und Israel berufen sich auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta. Sie argumentieren, der Iran habe durch sein Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen (Hisbollah, Hamas) eine unmittelbare Bedrohung dargestellt – inklusive angeblicher Attentatspläne gegen Trump. Präventive Schläge seien notwendig gewesen, da Verhandlungen scheiterten und Diplomatie erschöpft war. (22)

Viele Experten halten die Angriffe für rechtswidrig, da sie das Gewaltverbot (Art. 2 Abs. 4 UN-Charta) verletzen. Es fehle an einem „bewaffneten Angriff“ des Iran als Voraussetzung für Selbstverteidigung; präventive Schläge gegen hypothetische Bedrohungen (z. B. Atomprogramm) sind unzulässig. Der Iran warf den USA und Israel Kriegsverbrechen und Aggression vor; UN-Generalsekretär Guterres warnte vor Eskalation.

 

Der Iran fühlt sich durch Israels nukleares und raketenbasiertes Arsenal bedroht und macht dies regelmäßig völkerrechtlich geltend. (23)

Messen mit zweierlei Maß 

Iranische Führer wie Chamenei und der UN-Sicherheitsrat bezeichnen Israels Atomwaffen (geschätzt 80–400 Sprengköpfe, undeklariert) sowie Raketen wie Jericho III als „existenzielle Bedrohung“. Teheran drohte im Fall eines Angriffs wiederholt mit Vergeltung gegen „geheime israelische Atomanlagen“, falls angegriffen – ähnlich wie Israel Irans Programm sieht. Dies wird mit Israels Angriffen (z. B. 2025/2026) und Rhetorik (z. B. Netanjahus Forderung nach „Zerschlagung“) verknüpft. (24)

Israels Atomprogramm

Israel verfolgt eine Politik der „nuklearen Ambiguität“ – weder Bestätigung noch Verleugnung –, besitzt aber seit den 1960er Jahren Atomwaffen via Dimona-Reaktor. Raketen (Reichweite bis 6500 km) bedrohen Teheran direkt. Im Gegensatz zu Iran (IAEA-Inspektionen) gibt es in Israel keine internationalen Kontrollen. (25)

Beide Seiten nutzen symmetrische Narrative für präventive Maßnahmen; Völkerrechtler kritisieren Doppelmoral, da Israels Arsenal keine Sanktionen auslöst. (26)

Völkerrechtlich lassen sie sich – unabhängig von politischer Bewertung – anhand derselben Maßstäbe prüfen: Vereinte Nationen, UN-Charta, Gewaltverbot und Selbstverteidigungsrecht.

Maßstab des Völkerrechts

Zentral ist Art. 2 Abs. 4 UN-Charta:

  • Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates.

Zulässige Ausnahmen:

  • Selbstverteidigung (Art. 51 UN-Charta) – bei einem bewaffneten Angriff (inkl. ggf. umstrittener „präventiver“/„präemptiver“ Selbstverteidigung).
  • Mandat des Sicherheitsrats nach Kapitel VII.

Zusätzlich gelten:

  • Souveränitätsprinzip
  • Verhältnismäßigkeit
  • Notwendigkeit
  • Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen
  • Schutzregeln nach dem humanitären Völkerrecht (Genfer Konventionen).

Faustrecht“ vs. Völkerrecht und UN-Charta

Wenn militärische Gewalt ohne Mandat und ohne klare Selbstverteidigungslage eingesetzt wird, spricht man politisch oft von:

Erosion des Gewaltverbots

  • Schwächung der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen
  • Rückkehr zu machtpolitischer Durchsetzung („Faustrecht“)

Allerdings ist wichtig: Ob ein konkreter Einsatz tatsächlich völkerrechtswidrig ist, hängt stark von den konkreten Umständen ab (Geheimdienstlage, Bedrohungsgrad, vorherige Angriffe etc.).

Erosion der Weltordnung?

Wenn Staaten beginnen, Sicherheitsbedrohungen eigenständig militärisch „vorwegzunehmen“, entstehen:

  • Aufweichung des Gewaltverbots
  • Präzedenzfälle
  • Normverschiebung zugunsten militärischer Machtprojektion

Das wäre tatsächlich eine Bewegung weg von der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen hin zu machtpolitischer Durchsetzung.

Wenige Stunden vorher schloss US-Außenminister Rubio einen Angriff völlig aus 

Rubio deeskalierte öffentlich, um Verhandlungsraum (z. B. Genf/Oman) zu wahren und Verbündete zu beruhigen. Eine typische „good cop“-Taktik vor Trumps „entscheidendem Schlag“? (27)

Später widerlegte Interne Geheimdienstberichte (z. B. DIA) über angebliche iranische ICBM-/Atomfortschritte und Druck aus dem Weißen Haus (Trump/Witkoff) sollen zur Meinungsäußerung von Rubio beigetragen haben. (24) Kurz: Die Rhetorik diente der Täuschung, reale Bedrohungen und interne Hardliner-Hawkishness siegten – Rubio wurde überrollt

Wirklichkeitsnahe Prognose des ehemaligen NSC-Direktors Nate Swanson

Am 24. Februar 2026 erschien in Foreign Affairs der wegweisende Artikel „Why Iran Will Escalate“ (29) des ehemaligen NSC-Direktor für Iran und heute Fellow am Atlantic Council, Nate Swanson. Er schreibt, dass ein neuer US-Angriff auf Iran unter Präsident Donald Trump anders verlaufen wird als frühere Aktionen – diesmal mit erheblicher Eskalationsgefahr.

Swanson argumentiert, dass ein weiterer US‑Angriff auf Iran diesmal sehr wahrscheinlich zu einer Eskalation führen wird – anders als bei früheren Aktionen Trumps, die ohne große Folgen geblieben sind. Er begründet das vor allem mit der Mischung aus innerer Schwäche des iranischen Regimes und dessen Überzeugung, dass die USA und Israel seine Raketenfähigkeit dauerhaft zerstören wollen.

Kernaussagen in gekürzter, sinngemäßer Form:

Trump habe sich daran gewöhnt, Warnungen von Experten zu ignorieren und dennoch ohne größeren Schaden davonzukommen (Jerusalem‑Botschaft, Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, Sturz Maduros).

Daraus folge ein gefährliches Selbstvertrauen: Trump glaube, er könne auch diesmal Iran angreifen und anschließend „sauber aussteigen“, ohne in einen längeren Konflikt gezogen zu werden.

Swanson, langjähriger Iran‑Spezialist der US‑Regierung, betont, dass Irans Schwäche nicht zu mehr Kompromissbereitschaft, sondern zu geringeren Verhandlungsspielräumen führt; das Regime fürchte um sein Überleben und könne symbolische „Siege“ Trumps innenpolitisch kaum verkaufen.

Die US‑Verhandlungsführung unter Trump sei oberflächlich und stark symbolorientiert (großer Deal, totale Aufgabe von Nuklearprogramm und Raketen), während Iran traditionell auf detaillierte, schrittweise Gegenleistungen setze; diese Diskrepanz blockiere jede Einigung.

Chamenei und die Führung hätte das Raketenprogramm als Fundament der eigenen Sicherheit und Macht gesehen; seine Aufgabe sei für sie faktisch nicht infrage gekommen, selbst unter massivem Druck.

Weil Israel und die USA das iranische Militär (Luftabwehr, Nuklearprogramm, Milizen) stark geschwächt haben und nun auch die Raketen bedrohen, glaubt Teheran, es müsse härter und sichtbarer zurückschlagen, um weitere regelmäßige Angriffe abzuschrecken.

Trump verfolge gleichzeitig mehrere Ziele (MachtDemonstration, innenpolitische Profilierung, Abgrenzung von Obama, angeblicher Schutz der iranischen Protestbewegung), ohne klare Priorität – das erhöhe das Risiko, im Fall einer Fehleinschätzung keinen Plan für die Eskalation zu haben.

Iran könne, statt einen großen Krieg zu suchen, gezielt eskalieren: etwa US‑Soldaten in der Region töten, Israel mit mehr Raketen beschießen oder die Energieversorgung und Schifffahrt im Nahen Osten stören (Straße von Hormus, Angriffe über Huthi‑Verbündete, Infrastruktur der Golfstaaten).

Solche Schritte würden die USA innenpolitisch unter Druck setzen, da die Mehrheit der Amerikaner einen Iran‑Krieg ablehnt und steigende Ölpreise sowie US‑Opfer Trump geschadet hätten.

Insgesamt sieht der Autor Trump in einer selbstgebauten Falle: Er hat viele „Auswege“ ausgeschlagen, lässt sich von Falken antreiben und könnte, entgegen seinem Versprechen, „endlose Kriege“ zu beenden, tiefer in einen teuren Konflikt mit Iran hineingezogen werden, als er beabsichtigt.

Der Angriff auf Irans Nuklearanlagen 2025 und die Entführung Maduros hätten im Weißen Haus das irrige Vertrauen geschaffen, dass der Präsident Krisen riskieren könne, ohne Konsequenzen zu befürchten. Doch nun befände sich der Iran in einer Lage, in der Schwäche nicht zu Nachgiebigkeit, sondern zu Aggression führt. 

Die Kernthesen Swansons: 

Der Iran interpretiert wiederholte israelische und US-Angriffe (auf Nuklearanlagen und Raketenprogramm) nicht als „Warnung“, sondern als Plan zum systematischen Entwaffnen des Regimes.

Da glaubt Teheran laut Swanson, nur durch Eskalation abschrecken zu können, etwa durch Angriffe auf US-Basen, israelische Zivilziele oder Energieinfrastruktur im Persischen Golf.

Diese iranische Logik hätte Trump missverstanden, indem er glauben würde, dass nur maximaler Druck oder Punktangriffe zu von den USA erwünschten Verhandlungsergebnissen führen würde. Doch im Gegensatz zu den USA stehe für Teheran die eigene Existenz auf dem Spiel – es wird eher kämpfen als kapitulieren.

Das US-Verhandlungsteam war in den Augen von Swanson technisch schwach besetzt, während Iran mit Experten detailorientiert verhandelte – ein weiteres Zeichen, dass Washington das Gegenüber unterschätzt.

Swanson warnt: Jede US-Aktion könnte diesmal heftige Vergeltung nach sich ziehen, etwa Angriffe auf US-Truppen, Ölanlagen oder Schifffahrtsrouten, die weltweite Märkte destabilisieren würden.

Die Analyse spiegelt ein klassisches Sicherheitsdilemma wider: Beide Seiten glauben, sie agierten defensiv, provozieren dadurch aber die Gegenseite.

Während Trump „Druck und Stärke“ als Weg zum Frieden sieht, erkennt Iran dieselben Handlungen als Versuch zur Vernichtung, was zwangsläufig Gegenwehr legitimiert.

Darin sieh Swanson eine Abschreckungsfalle, die Politologen wie Robert Jervis oder Glenn Snyder beschrieben haben: Falsche Wahrnehmung von „Stärke“ führt zu Eskalation.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist für Swanson die Psychologisierung der Entscheidungsträger. Sowohl Trump als auch Khamenei legen Wert auf symbolische Siege, nationale Ehre und innenpolitische Glaubwürdigkeit – wodurch Verhandlungen kaum mehr rational verlaufen können.

Swanson impliziert, dass Washington nun keine realistische Exit-Strategie hat. Selbst begrenzte Schläge würden entweder, Irans Überlebensinstinkt verstärken, oder Trump in innenpolitische Erklärungsnot bringen, sollte es amerikanische Opfer geben.

Damit könnte der Konflikt zu einer unkontrollierbaren Spirale führen, ähnlich wie 1983 der Abzug der USA aus dem Libanon nach dem Bombenanschlag auf die Marines oder wie bei den Eskalationsmustern 2019 nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen 

Geopolitischer Kontext

Iranische Perspektive:

Nach Jahren von Sanktionen, inneren Protesten und Territorialverlusten seiner Stellvertreter (Hisbollah, Huthi-Milizen, schiitische Milizen im Irak) betrachtet das Regime das Raketenprogramm als letzte militärische Versicherung gegen Regimewechsel.

Studien des „International Institute for Strategic Studies“ (IISS) und „Carnegie Endowment“ (2025) bestätigen, dass das iranische Abschreckungskonzept (Mehrfachebenen-Widerstand) heute fragiler, aber zugleich reaktiver ist.

US-Perspektive:

Die Forschung von „Brookings Institution“ (2025) zeigt, dass Trumps außenpolitische Muster (maximaler Druck, minimale Diplomatie) kurzfristig Schlagzeilen, aber langfristig Instabilität erzeugen: weg von Kontrolle und Verhandelbarkeit hin zu Zwangsdiplomatie ohne glaubwürdige „Offramps“ – ein Begriff aus der Kryptowelt und bedeutet vereinfacht die „Ausfahrt“ zurück ins normale Geldsystem.

Trumps Angriffskrieg greift auf die Golfstaaten über, wirkt sich auf die maritimen Handelsrouten aus und betrifft nicht die Energiepreise, sondern auch die geopolitische Stabilität Asiens und Europas direkt.

Trotz Rubios Aussage Stunden vor dem US/Israel-Angriff auf den Iran, der einen Angriff völlig ausschloss, und Nates Swansons Kritik an einer „realitätsfernen Aktion“, nahm die Eskalationsdynamik weiter zu. Am 3. März 2026 zeichnete sich folgendes Bild: 

USA und Israel greifen unvermindert konzentriert militärische Ziele im Iran an iranische Militärinfrastruktur, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Teile des Atomprogramms. (30)

Gegenwehr des Iran

Der Iran reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US- und mit den USA verbündete Ziele in der Region, etwa Stützpunkte am Golf (z.B. Bahrain) und versucht, mit asymmetrischen Mitteln wie Angriffen über verbündete Milizen Druck aufzubauen. Außerdem setzt Teheran auf die Drohung, zentrale Seewege wie die Straße von Hormus zu stören oder zu sperren, um politischen und wirtschaftlichen Druck auf die USA und ihre Partner auszuüben. (31)

Sperrung der Straße von Hormus

Durch die Straße von Hormus laufen rund ein Fünftel bis knapp ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Erdöl sowie große Mengen Flüssiggas; sie ist eine der wichtigsten Energiearterien der Weltwirtschaft. (32) Eine längerfristige Blockade würde die Ölexporte fast aller Golfstaaten (Iran, Irak, Kuwait, Katar, Teile Saudi-Arabiens und der VAE) massiv einschränken, nur begrenzt gibt es Ausweichpipelines. Folgen wären sprunghaft steigende Öl- und Gaspreise, hohe Belastungen für die Weltkonjunktur und Inflation, insbesondere in importabhängigen Regionen wie Europa und Asien. (33)

Auch der Iran selbst würde wirtschaftlich schwer getroffen, da er seine eigenen Öl- und Gasexporte nicht mehr normal abwickeln könnte und wichtige Abnehmer wie China verärgern würde. (34)

Welche Rolle spielt Russland im Konflikt mit dem Iran?

Russland ist als strategischer Partner des Iran eng verbunden, unterstützt Teheran aber primär diplomatisch und rhetorisch, ohne direkte militärische Hilfe zu leisten. Präsident Putin verurteilt die US- und israelischen Angriffe scharf als „gefährliches Abenteuer“ und positioniert sich als Vermittler. (35)

Putin führte Telefonate mit Irans Präsident Peseschkian und Israels Präsident Netanjahu, um einen „konstruktiven Dialog“ zu fördern. Das russische Außenministerium kritisiert den Westen und pocht auf das Völkerrecht, ohne jedoch Sanktionen zu verhängen oder Truppen zu mobilisieren. (36)

Militärische Unterstützung

Militärisch bleibt Moskau passiv – keine Truppenentsendung oder direkte Intervention, trotz gegenseitiger Waffenlieferungen (Iran lieferte Drohnen und Raketen für die Ukraine). Experten sehen Russlands Prioritäten in der Ukraine; ein Eingreifen gegen USA/Israel würde Ressourcen binden und Beziehungen zu Israel (z. B. Syrien-Koordination) gefährden. (37)

Wirtschaftliche Bindung

Die Partnerschaft umfasst Energiekooperationen und Sanktionsumgehung; Russland profitiert von iranischen Waffen, stellt aber keine „Rettung“ in Aussicht. Eine Eskalation könnte Russland indirekt nutzen, z. B. durch höhere Energiepreise, belastet aber die Achse langfristig. (38)

US-Präsident Donald Trump hat Bodentruppen im Iran am 2. März 2026 explizit angedroht. In Interviews mit CNN und der „New York Post“ erklärte er, ein Einsatz sei „falls nötig“ möglich, im Kontext der laufenden Luftangriffe gegen iranische Ziele und zur Unterstützung eines möglichen Regimewechsels. (39) Im Januar 2026 hatte er Bodentruppen im Kontext von Protesten im Iran angedroht, falls das Regime Demonstranten niederschießt. Diese Eskalation erfolgt nach gescheiterten Atomverhandlungen und iranischen Gegenangriffen. (40) 

Wie reagieren die Golfstaaten auf die Hormuz-Sperrung

Die Golfstaaten reagieren auf die aktuelle Sperrung der Straße von Hormus mit einer Mischung aus wirtschaftlicher Panik, diplomatischem Druck und militärischer Vorsicht.

Wirtschaftliche Maßnahmen

Saudi-Arabien und die VAE maximieren ihre Pipeline-Kapazitäten (ca. 2,6 Millionen Barrel/Tag), um Ölexporte nach Oman oder zum Roten Meer umzuleiten, während Katar und Kuwait Schiffe in Häfen stauen und Lager füllen – ein Rückstau von über 150 Tankschiffen droht. Alle Staaten melden steigende Versicherungskosten für verbliebene Schiffe und rufen internationale Hilfe für Konvois an. (41)

Militärische/wirtschaftliche Reaktion

Erhöhte Alarmbereitschaft in Häfen und Golfgewässern: Saudi-Arabien und Bahrain mobilisieren Marinekräfte mit US-Unterstützung, um Konvois zu schützen; keine offensive Aktion, aber Drohnenabwehrsysteme laufen auf Hochtouren. Langfristig schadet die Sperrung allen Beteiligten, da nur Saudi-Arabien und VAE Alternativen haben – Kuwait, Irak und Katar sind voll abhängig. (42)

Das Pentagon hat keine offiziell bestätigten Pläne für den nächsten Schritt im Iran-Konflikt. Berichte deuten auf Vorbereitungen für eine „große Angriffswelle“ hin, wie Trump sie ankündigte, mit Fokus auf weitere Zerstörung iranischer Raketen-, Drohnen- und Atomkapazitäten.

Das Militär bremst Trump teilweise, da Ressourcen durch Ukraine und andere Konflikte gebunden sind; ein voller Bodenkrieg würde Wochen Vorbereitung erfordern. Aktuell dominieren defensive Maßnahmen gegen Hormus-Bedrohungen und Milizangriffe. (43)

Die Sperrung der Straße von Hormus wird die Ölpreise in Europa massiv in die Höhe treiben, da rund 20-30% des globalen Öls und ein Viertel des LNG-Handels durch diese Engpässe fließen. Brent-Öl ist seit der Blockade Anfang März 2026 von ca. 70-73 USD pro Barrel zeitweise auf über 80-82 USD gestiegen, mit Prognosen bis 100-120 USD bei längerer Dauer. (44)

Höhere Energiekosten belasten Industrie, Landwirtschaft und Mittelstand, treiben Inflation und dämpfen Wachstum. (45) 

Das US-Imperium jenseits des Anstands und der Vernunft

Nach dem Tag, als USA und Israel den Iran mit einem beispiellosen Bombardement überzogen, bezeichnete

Mike Waltz, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats die iranischen Vergeltungsschläge als „unprovoziert“. (46)

Die Sitzung folgte auf die US- und israelischen Militärschläge gegen den Iran und fand inmitten esklierender Spannungen statt. Waltz verteidigte die US-Aktionen als völkerrechtskonform unter Artikel 51 der UN-Charta (Selbstverteidigung) und wies iranische Vorwürfe zurück. (47)

Der Trump-Administration scheint es darum zu gehen, die Fähigkeit des Iran, als souveräner Staat zu funktionieren, zu zerstören und eine Botschaft an alle nach strategischer Unabhängigkeit und nach Multipolarität strebenden Nationen zu senden: Die Welt befindet sich im Kampf Unipolarität versus Multipolarität – geführt von zwei Atommächten gegen ein Land, das keine Atomwaffen besitzt und das am Abend vor Beginn der Bombardierungen über den Außenminister Omans im amerikanischen Fernsehen angeboten hatte, „die von Washington geforderten Kernbedingungen für den Atomausstieg zu akzeptieren – keine Wiederaufbereitung, Beseitigung der Lagerbestände –, wobei Langstreckenraketen und regionale Stellvertreter auf dem Tisch blieben“. (48)

„Der Weg in den Dritten Weltkrieg“

Unter diesem Titel veröffentlichte am 3. März 2026 Paul Craig Roberts einen aufrüttelnden Artikel, in dem er der iranischen Regierung gemeinsam mit Russland, China, Israel und Trump Verantwortung für den Angriff auf Iran zuschreibt. Laut Roberts ließ sich die leichtgläubige iranische Regierung erneut täuschen, indem sie glaubte, sich in Friedensverhandlungen mit Trump zu befinden, während Trump und Israel einen Angriff auf den Iran vorbereiteten. Die iranische Regierung verfügte nicht einmal über die nachrichtendienstlichen Fähigkeiten, die Führung des Landes vor der Ermordung durch israelische Raketen zu schützen.

Die iranische Regierung versuchte, den bevorstehenden Angriff zu ignorieren, und überließ ihren Feinden die strategische Initiative. Den gleichen Vorwurf macht Roberts auch Putin, der sich selbst – wie Iran – lange Zeit und damit das russische Volk getäuscht habe, indem er an ukrainischen „Friedensverhandlungen“ teilnahm, obwohl er wiederholt gesagt hat, dass man den Amerikanern nicht trauen könne. Dennoch hat Putin sich erneut auf eine Täuschung wie das Minsker Abkommen eingelassen. Chinas einzige Waffen sind Worte, die in Washington keinerlei Bedeutung haben.

Das seien die falschen Signale an Trump und Israel. Vor diesem Hintergrund ist Roberts der Meinung, „dass die Unfähigkeit Irans, Russlands und Chinas, intelligent zu handeln, uns in die Anfangsphase des Dritten Weltkriegs geführt hat.“ (49) Roberts Schlussfolgerung ist, „dass Israel und seine amerikanische Marionette den Weg in den Dritten Weltkrieg weitergehen werden.“ (50) Paul Craig Roberts ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans bekannt. Er war Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist von Business Week und des Scripps Howard News Service. Er wurde bei 30 Anlässen über Themen der Wirtschaftspolitik im Kongress um seine Expertise gebeten. (51)

Soweit Paul Craig Roberts weltliches Szenario. Es gibt aber auch noch eine religiöse Dimension:

In der Offenbarung des Johannes ist Armageddon der Ort der finalen Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse.

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Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete „atomare Gefechtsfeld“ in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie „Die unterschätzte Macht“ (2022)

+++

1) https://www.theepochtimes.com/world/us-strikes-more-than-1000-targets-in-iran-on-first-day-of-operation-5992526?utm_source=morningbriefnoe&src_src=morningbriefnoe&utm_campaign=mb-2026-03-02&src_cmp=mb-2026-03-02&utm_medium=email&est=qSjrUOVnLxdBpnG%2BWVTHmNLkIK9UbAOGdsyILZ0S31%2BrufvA7SYRZwP8

2) Ebda.

3) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

4) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-israel-usa-angriff-liveblog-100.html

5) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

6) https://www.tagesschau.de/eilmeldung/israel-angriffe-iran-100.html

7) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

8) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

9) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

10) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

11) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-iran-atomprogramm-verhandlungen-israel-militaer-100.html

12) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

13) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-usa-atomanlagen-trump-israel-nahost-100.html

14) https://www.axios.com/2026/02/28/iran-us-israel-strikes-operation-epic-fury

15) https://www.sueddeutsche.de/politik/news-aktuell-usa-angriff-iran-oelpreis-trump-li.3272797

16) https://breakingdefense.com/2025/06/operation-midnight-hammer-how-the-us-conducted-surprise-strikes-on-iran/

17) https://www.foxnews.com/politics/trumps-iran-ultimatum-enters-decisive-stretch-after-state-union

18) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

19) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/usa-iran-atomgespraeche-102.html

20) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

21) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-gespraeche-genf-100.html

22) https://www.dw.com/de/israels-iran-angriff-und-us-bomben-legitim-praeventiv-verteidigung-oder-voelkerrechtswidrig/a-72997958

23) https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/iranisches-atomprogramm-israels-kalkuel-fuer-den-krieg-a-815188.html

24) https://www.welt.de/politik/ausland/article256230046/massive-vergeltung-iran-droht-israel-mit-angriff-auf-atomanlagen.html

25) https://www.dw.com/de/atomprogramm-des-iran-wie-fortgeschritten-war-es-nuklearprogramm-israel-angriff-atombombe-uran-v3/a-72916820

26) https://verfassungsblog.de/warum-der-erneute-angriff-der-usa-und-israels-auf-den-iran-offenkundig-volkerrechtswidrig-ist/

27) https://www.juedische-allgemeine.de/politik/rubio-warnt-iran-vor-angriff-und-schliesst-praeventivschlag-nicht-aus/

28) https://www.spiegel.de/ausland/iran-will-laut-marco-rubio-interkontinentalraketen-entwickeln-a-36951405-df2d-40fa-b7a6-713619d0394e

29) https://www.foreignaffairs.com/middle-east/why-iran-will-escalate?utm_medium=newsletters&utm_source=twofa&utm_campaign=Why%20Iran%20Will%20Escalate&utm_content=20260227&utm_term=N

30) https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/eskalation-in-nahost-israel-und-usa-angriff-auf-iran-alle-news-im-ticker,VChg7Mc

31) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-israel-usa-angriffe-iran-100.html

32) https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/angriff-auf-iran-strasse-von-hormus-und-ihre-bedeutung-fuer-die-oelexporte-accg-110845813.html

33) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/israel-nahost-iran-hormus-blockade-folgen-100.html

34) https://www.deutschlandfunk.de/strasse-von-hormus-iran-schiffsverkehr-welthandel-oel-100.html

35) https://www.blick.ch/ausland/putin-als-friedensbringer-kreml-chef-bietet-vermittlung-im-iran-israel-konflikt-an-id21603547.html

36) https://www.spiegel.de/ausland/iran-china-und-russland-verurteilen-angriff-von-israel-und-den-usa-a-ee89f6f0-c477-472c-b3ff-66fdc9ecbd81

37) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-putin-schaut-der-eskalation-im-nahen-osten-ohnmaechtig-zu/100204529.html

38) https://de.euronews.com/2026/01/15/iran-russland-strategische-allianz

39) https://www.n-tv.de/politik/Trump-kuendigt-Bodentruppen-falls-noetig-und-grosse-Angriffswelle-im-Iran-an-id30423138.html

40) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_Iran_2026

41) https://www.capital.de/wirtschaft-politik/iran-warnt-schiffe-in-der-strasse-von-hormus—gefahr-fuer-den-oelhandel-37179988.html

42) https://www.n-tv.de/politik/Diese-Folgen-haette-eine-Blockade-der-Strasse-von-Hormus-id30416480.html

43) https://esut.de/2026/01/meldungen/67057/iran-konflikt-2026-warum-der-us-angriff-vorerst-abgebrochen-wurde/

44) https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101148702/strasse-von-hormus-von-iran-gesperrt-benzin-diesel-und-heizoel-teurer.html

45) https://www.br.de/nachrichten/bayern/iran-sperrt-strasse-von-hormus-folgen-fuer-oel-benzin-und-gaspreise,VChrpZA

46) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

47) https://news.un.org/en/story/2026/02/1167062

48) Rundmail vom Schiller-Institut vom 3. März 2026

49) https://paulcraigroberts.org/the-road-to-world-war-iii/

50) Ebda.

51) https://paulcraigroberts.org/netanyahu-and-trump-the-new-hitler-mussolini-pact/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Illustration: postapokalyptische Wüstenlandschaft
Bildquelle: Milos Stojiljkovic / shutterstock


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Quelle: https://apolut.net/per-faustrecht-zur-unipolaren-weltordnung-oder-direkt-ins-armageddon-von-wolfgang-effenberger/

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Der Kommentar #12: Faustrecht oder Völkerrecht? – Gewalt ist keine Lösung? Seien wir ehrlich: offenbar doch.

Erstellt von Redaktion am 6. März 2026

Der Kommentar #12: Faustrecht oder Völkerrecht?

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Gewalt ist keine Lösung? Seien wir ehrlich: offenbar doch.

Das UN-Völkerrecht, eingeführt nach dem Zweiten Weltkrieg und seit dem 24. Oktober 1945 verbindlich, wurde geschaffen, um das ewige Abschlachten unterschiedlicher Interessengruppen zu verhindern. Doch in Wahrheit wurde es nur in Ausnahmefällen eingehalten – und wenn, dann in der Regel von den kleinen, besiegten Nationen, während die großen Player nach wie vor mit der Faust regieren.

Das Völkerrecht ist eine Regel der Herrschenden an die Beherrschten, an die sich vor allem die Beherrschten zu halten haben – sonst wird Gewalt angewendet.

Ein Widerspruch, der vieles von dem beschreibt, was wir aktuell erleben. Erneut griffen am 28. Februar 2026 die USA und Israel im Nahen Osten den Iran an – ohne UN-Mandat. Die Täter wie auch ihre westlichen Zuschauer argumentieren mit den absurdesten Begründungen, nur um nicht einräumen zu müssen, was offensichtlich ist. Von Gewaltverzicht kann keine Rede sein.

Krieg ist und bleibt ein Mittel realer Politik. Wenn es dabei im Nahen Osten zum Flächenbrand kommt und der Iran als Staat ins totale Chaos gerät, scheint das entweder keine Rolle zu spielen oder Teil der eigenen Kriegslogik zu sein.


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Quelle: https://apolut.net/der-kommentar-12-faustrecht-oder-volkerrecht/

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Pressemitteilung des FriedensNetz Saar: Angriffe der USA und Israel auf Iran stoppen! Völkerrecht verteidigen! Nein zu Sanktionen und Bomben!

Erstellt von Redaktion am 28. Februar 2026

Pressemitteilung des FriedensNetz Saar:

Angriffe der USA und Israel auf Iran stoppen! Völkerrecht verteidigen! Nein zu Sanktionen und Bomben!

Kundgebung am Mo., 02.03.2026 | 18.30 Uhr | Ecke Trierer Str./Reichsstr. Saarbrücken (vor Europagalerie)

Es rufen auf: FriedensNetz Saar, Bündnis solidarische Linke Saar und DFG-VK Trier

Am 28.02.26 haben die USA und Israel völkerrechtswidrig mit Militärschlägen gegen den Iran begonnen. Sie wollen von außen einen gewaltsamen Sturz des iranischen Regimes herbeiführen und legen erneut die Lunte an ein regionales Pulverfass. Der Iran antwortet mit Raketen auf israelisches Staatsgebiet und auf US-Basen. Wieder werden Menschen für die globale Vormachtstellung der USA und die Angriffspolitik Israels getötet.

Wir fordern ein sofortiges Ende dieses imperialistischen Angriffskrieges, Deeskalation und Abrüstung in ganz Westasien! Die Verantwortlichen für den Überfall auf den Iran müssen völkerrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Für ein atomwaffenfreies Westasien!

Wir sind solidarisch mit der demokratischen Opposition im Iran und allen friedliebenden Kräften in der Region. Wir unterstützen den Kampf für einen unabhängigen und demokratischen Iran. Befreiung kann nur von unten und von den Menschen im Iran, niemals von imperialistischen Mächten erreicht werden.

Die ständigen internationalen Erpressungen der US-Regierung müssen gestoppt werden! Hände weg von Venezuela, Cuba, Panama, Kanada und Grönland! Wir brauchen eine sofortige Deeskalation der internationalen Beziehungen, eine neue Entspannungs- und Abrüstungspolitik. Mit dem Aufbau eines weltweiten Systems gemeinsamer Sicherheit unter Führung der UN muss begonnen werden. Der UN-Atomwaffen-Verbotsvertrag muss weltweit umgesetzt werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, jegliche Unterstützung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges auf den Iran wie die moralische Unterstützung sowie die Weiternutzung der US-Basen einzustellen.

Kontakt: FriedensNetz Saar, Bilsdorfer Straße 28, 66793 Saarwellingen, friedensnetzsaar@gmx.de, www.friedensnetzsaar.com (V.i.S.d.M.: W. Andruet)

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Das BSW hat offiziell Wahlprüfungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht!

Erstellt von Redaktion am 19. Februar 2026

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DAS BUCH! – DEUTSCHLAND WIRD NEUTRAL

Erstellt von Redaktion am 18. Februar 2026

Autor: Uli Gellermann von der Rationalgalerie, Datum:
.

Es sind mehr als 30 Autoren, die in einen Buch zur staatlichen Neutralität Deutschlands versammelt sind. Die Herausgeber Uli Gellermann, Arnulf Rating und Jens Fischer Rodrian können ab dem 23. März kluge Leute im ersten Band des Buchs präsentieren Unter ihnen sind die Kabarettistin Lisa Fitz, der Schriftsteller Wolfgang Bittner, der Regisseur Dietrich Brüggemann, der Kulturmanager Diether Dehm, der Poet Tino Eisbrenner, die Professorin Ulrike Guerot und der Offizier Wolfgang Effenberger, um nur einige stellvertretend zu nennen.

Kräfte für die Neutralität

Sie alle werden von der Sorge um ihr Land umgetrieben, von der Sorge, dieses Deutschland könnte über seine Mitgliedschaft im US-Militärbündnis NATO weiterhin in Kriege verwickelt werden. Sie wissen, das Buch kann nur ein Anfang sein. Im Land gibt es mit der alten und der neuen Friedensbewegung schon lange Kräfte, die mit Mahnwachen und Demonstrationen, an Info-Ständen, mit Texten und mit Videos die Kriegsgefahr bannen wollen. Mit staatlicher Neutralität, so schreiben die Autoren des Buches, ist dieses Ziel zu erreichen.

Freiheit zur Selbstbestimmung

Die Autoren von DEUTSCHLAND NEUTRAL beschreiben die vielen unterschiedlichen Positionen, von denen man zu einem zentralen Gedanken gelangen kann: Dem Begreifen, dass unser Land – noch im Griff von Rüstungsinteressen und in seinen Medien vom Feindbild Russland beherrscht – sich frei machen kann. Denn Neutralität wird die Freiheit bringen. Die Freiheit über sich selbst zu bestimmen. Die Freiheit, sich von den Fesseln der übermächtigen USA zu lösen. Die Freiheit, zum Krieg NEIN zu sagen.

Hoffnung auf die Kraft der Vielen

Das Buch atmet Hoffnung: Die Hoffnung auf die Kraft der Vielen, die sich den Wenigen in Politik, Industrie und dem Finanz-Komplex widersetzen. Das Buch setzt auf den Widerstand, der zum Aufstehen führt. Das Buch ist Beginn und Teil eines Netzes, das sich über das ganze Land spannt und dessen Fäden soziale und ideologische Unterschiede überwindet und sie zu einem großen Seil knüpft, dessen Zugkraft die Gegner des Friedens zum Fallen bringen wird.

Das Buch ist hier zu bestellen:
https://www.buchkomplizen.de/deutschland-neutral.html

Quelle: https://www.rationalgalerie.de/home/das-buch

 

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Andrang in der Naxoshalle in Frankfurt am Main am 9.2.2026 zur 25-jährigen „Hallenbesetzung“. – Loblied auf Willy Praml

Erstellt von Redaktion am 18. Februar 2026

Naxoshalle: 25 Jahre Hallenbesetzung

Loblied auf Willy Praml

Andrang in der Naxoshalle in Frankfurt am Main am 9.2.2026 zur 25-jährigen „Hallenbesetzung“.

Fast alle, die sich zur alternativen Kulturszene Frankfurts zählen, strömten zu Willy Praml, dem Urgestein des freien Theaters, von der Theaterstadt München importiert. Eigentlich über den Umweg Berlin.
Es war eine Lesung des Ensemble-Theaters Willy Praml mit anschließendem Podium. Die Halle war proppenvoll, Karten gab es bereits Tage vorher nicht mehr.

Die erste Stunde der Veranstaltung galt der erratischen Politik der ersten 10 Jahre, von 1990 bis 2000, dem Gerangel um die Naxoshalle, mittendrin damals: Willy Praml.

Eine Vorlesung aus Zeitungsausschnitten, abwechselnd von 5 Schauspielern vorgetragen, dokumentierte minutiös, Jahr für Jahr, den Werdegang der Naxoshalle für das Willy Praml Theater, eine gähnende Zumutung für das Publikum, das wohl hautnah erfahren sollte, wie sich damals die Jahre genauso chaotisch wie bleiern dahinschleppten. Das darauffolgende Podiumsgespräch mit Willy Praml, dem Publikumsliebling, war nachgerade eine Erlösung.

Der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schneider aus Hildesheim moderierte die Runde, die da auf dem Podium saß: Willy Praml, weiterhin der frühere Rundschau-Journalist Claus-Jürgen Göpfert, Simon Möllendorf vom Leitungsteam Produktionshaus Naxos, die frühere Kulturdezernentin Linda Reisch (1990-1998), Alfred Gangel (Liegenschaftsamt 1998-2012) und Ruth Schrödel (Dramaturgie Burgfestspiele Bad Vilbel).

Da saß er nun, der Willy, auf dem Podium, in seinen eisbärfarbenen Plüschmantel gehüllt, dem frostigen Durchzug der hohen Fabrikhallen trotzend, gemütlich in seiner menschenliebenden, herzlichen Art, dennoch den Schalk in den Augen, zusammen mit den ehemaligen Stadtpolitikern, und meinte, die Politik zur Kunst erheben zu müssen.

Und das war sie auch damals, zwischen 1989 und 2000. So lange dauerte es, bis die Naxoshalle zum kühnsten Theater Frankfurts werden durfte. Ein Gemisch aus Professionellem und Unprofessionellem, freies Theater also, das in den 90iger Jahren mit Einbindung der Arbeiterjugend startete, mit den am meisten minderprevilegierten Kindern, bevorzugt Kinder von Gastarbeitern.

Dazwischen die Politik, ein Kasperle-Theater von Kauf- und Verkauf der ehemaligen Naxos-Union, die ihren Standort nach Butzbach verlegte und die Naxoshalle zuletzt an den Milliardär Josef Buchmann verkaufte.
Denkmalgeschützt oder nicht. Es war ein wildes Hin und Her. Letztlich siegte Ersteres.
Buchmann vermietete die alte Fabrik für Schleiftechnik an die Stadt Frankfurt für horrendes Geld, bis diese deswegen beinahe aufgab.

Es sei, so Göpfert, in den 90iger Jahren „eine Realsatire, ein Trauerspiel vom Versagen der Politik“ gewesen, politische Gegensätze, Hilmar Hoffmann, Paradigmenwechsel, Rot-Grün, nur die Kultur hätte keine Rolle gespielt. Frau Reisch hätte aufopferungsvoll gekämpft, jedoch ohne Rückendeckung, auch in der eigenen Partei.

Da kam Praml und besetzte mit seiner Truppe kurzerhand die Räume.
Es sei aber auch, so Gangel, ein Spiel der Ämter gewesen. „Bei dem Leerstand kam Praml gut zu pass mit den Jugendlichen“, die auch noch Instandsetzungsarbeiten geleistet hätten.

Inmitten dieses Getöses kämpften Linda Reisch und Alfred Gangel damals für das alternative Theaterprojekt und durften nun freudig neben dem lieben Willy auf der Bühne sitzen, selbst bereits angegraut. Es war tatsächlich ein politisches Kunststück, sich zwischen den Fronten der damals stadtregierenden Parteien, SPD, CDU, Grüne, Petra Roth, Tom Königs durchlaviert zu haben, ein Feilschen, Sehnen und Klagen, bis es endlich im Jahre 2000 gelang, Buchmann die Hallen abzuluchsen, zu einem fairen Preis, wie Gangel feixend konstatierte. Ein echtes Glück für Frankfurt! Und erst recht, Willy Praml eine künstlerische Heimat gegeben zu haben, der Frankfurt zur beinahe zweiten Kulturstadt nach München noch machen könnte.

Immerhin ist Praml in München aufgewachsen, Vater Metzger, Mutter Gastronomin, hat dort studiert, Kunst, Theaterwissenschaften und die Aufnahmeprüfung an der elitären Schauspielschule Falkenstein bestanden. Seine Eltern wollten nicht, dass er Schaulspieler wird. So, jetzt erst recht! „Einem Praml kann man nichts verbieten, ihn auch nicht räumen“, wie Gangel breit lächelnd konstatierte.

Ja, den Dickkopf und die Art, wie ein Metzger draufzuhauen, sich durchzusetzen, hat er wohl von seinem Vater geerbt . Aber immer nur für die anderen, wie bereits erwähnt, bevorzugt für die Kinder von Gastarbeitern, die er als Laienschauspieler in das Ensemble seines Freien Theaters holte.

Zur 1200Jahr-Feier Frankfurts im Jahre 1994 führte Praml sogar Faust I und II in der Paulskirche auf mit einem Ensemble aus 8-20 Schauspielern, eben mit der interessanten und neuartigen Mischung aus professionellen und nichtprofessionellen Darstellern. Praml betonte dazu explizit: „Die Halle hat sich der Stromlinienförmigkeit der Stadt nie angepasst“

Deswegen ist es ein riesengroßer Gewinn für Frankfurt, die widerständige Kultur des freien Theaters zu erhalten und zu pflegen.

Ein solches Urgestein künstlerischer Avantgarde, wie Willy Praml eines ist, zu feiern, ihn als Korrektiv zu sehen gegenüber Vorurteilen, die sozialen Randgruppen allzu schnell zuteil werden, ziehmt sich einer Stadt wie Frankfurt am Main mehr als genug, einer Stadt, die bundesweit als die kapitalistischste gilt, wo die Spaltung zwischen Arm und Reich jedem eklatant ins Auge schlagen müsste!

Charlotte Ullmann am 16.2.2026

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Neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei | Von Rainer Rupp

Erstellt von Redaktion am 14. Februar 2026

Neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei | Von Rainer Rupp

 

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Es war mehr als nur Real-Satire als die amerikanische Delegation vor wenigen Tagen bei dem Treffen in Oman Iran beschuldigt,

bei der Niederschlagung der von Israel und Washington angefeuerten Demonstranten, die den iranischen Ordnungskräfte nach Kiewer Maidan-Vorbild stundenlange Feuergefechte lieferten, die Menschenrechte missachtet zu haben. Das muss man sich vor Augen halten, ausgerechnet die Amerikaner, die den israelischen Genozid in Gaza mit Waffen, Geld und politischem Wohlwollen unterstützen, machen den Iranern Vorhaltungen, weil sie bei der Unterdrückung der laut Westmedien „friedlichen Demonstranten“ deren Menschenrechte verletzt hätten.

Diese Real-Satire wird noch irrer, wenn man bedenkt, dass es israelische, amerikanische und andere westliche Geheimdienste waren, die für die Organisation, die Finanzierung und für die mediale Choreografie der Aufstände der gewalt – extremistischen, „Revolutionäre“ verantwortlich waren. Deren Friedfertigkeit kann an den hunderten Toten, namentlich genannten Ordnungskräften gemessen werden. 

Diese jüngsten amerikanischen Menschenrechtsvorwürfe, die von Washington auch als weiterer Grund für den Aufbau der militärischen Drohkulisse gegen Iran genannt wird, ist zweifellos ein neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei.

Der wird nur noch übertroffen durch die Tatsache, dass sich Mitglieder der Trump-Regierung in aller Öffentlichkeit rühmen, auch noch die Ursachen der Krise in Iran absichtlich herbeigeführt zu haben, um durch Chaos einen gewaltsamen Umsturz und einen Regimewechsel in Teheran herbeizuführen.

Vor dem Bankenausschuss des US-Senats erklärte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag letzte Woche ausdrücklich, dass die USA gezielt eine Finanzkrise im Iran verursacht hätten, um Unruhen im Land zu schüren.

Auf die Frage von Senatorin Katie Britt, was die USA noch tun könnten, um Druck auf den Ayatollah und den Iran auszuüben, erklärte Bessent, dass das Finanzministerium eine „Strategie“ umgesetzt habe, die darauf abzielte, die iranische Währung zu untergraben, die die Wirtschaft zum Absturz brachte und die gewalttätigen Proteste auslöste, die wir im ganzen Land gesehen haben.“ 

Weiter führte Bessent aus, dass er bei einer Rede im Wirtschaftsclub im März letzten Jahres „die Strategie bereits skizziert“ habe.

Es kam zu einem schnellen und ich würde sagen großartigem Höhepunkt im Dezember 2025, als eine der größten Banken im Iran unterging. Es gab einen Run auf die Bank, die Zentralbank musste Geld drucken, die iranische Währung ging in den freien Fall,

die Inflation explodierte, und daher haben wir das iranische Volk auf der Straße gesehen.”

Es ist nicht das erste Mal, dass Bessent solche Aussagen machte. Bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im vergangenen Monat sagte der US-Finanzminister folgendes: Präsident Trump hat das Finanzministerium und unsere OFAC-Abteilung, das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte, angewiesen, maximalen Druck auf den Iran auszuüben. Und das hat funktioniert, denn im Dezember ist deren Wirtschaft zusammengebrochen.

Es herrscht Dollarmangel. Sie sind nicht in der Lage, Importe zu tätigen, und deshalb sind die Menschen auf die Straße gegangen. …. Das ist unsere wirtschaftliche Staatskunst. Ohne dass ein (amerikanischer) Schuss gefallen ist, und die Dinge entwickeln sich dort sehr positiv.“

Nach diesen Äußerungen schrieb Professor Jeffrey Sachs auf common dreams unter dem Titel: „Wirtschaftsstaatskunst entlarvt: Eine wichtige Säule der hybriden Kriegsführung der USA, jetzt für alle sichtbar“. Im Untertitel heißt es: Es ist sicherlich keine Diplomatie und es ist kein Zwang.

Es ist ein Krieg, der mit wirtschaftlichen Mitteln geführt wird, um eine Wirtschaftskrise und soziale Unruhen hervorzurufen, die zum Sturz der Regierung führen.“

Weiter führt Sachs aus:

Die Vereinigten Staaten beherrschten diese Kunst der Zerstörung, indem sie den Dollar, ihre Wirtschaftssanktionen und Finanzpolitik als Kriegswaffe einsetzten, um die Währungen der Zielländer zum Zusammenbruch zu bringen. Diese hybriden Kriege seien entwickelt worden, um die Währungen von Ländern wie Iran und Venezuela zu zerstören, um interne Unruhen und letztendlich einen Regimewechsel zu provozieren.

Das menschliche Leid, das durch offenen Krieg oder durch zerstörerische Wirtschaftssanktionen verursacht wird, ist im Endresultat nicht so unterschiedlich.

Der wirtschaftliche Zusammenbruch führt zu einem Mangel an Nahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff und zerstört gleichzeitig Ersparnisse, Renten, Löhne und öffentliche Dienstleistungen. Ein von außen bewusst herbeigeführter, wirtschaftlicher Zusammenbruch „treibt die Menschen in Armut, Unterernährung und vorzeitigen Tod, genau wie ein offener Krieg“, so Prof. Sachs. Und das werde stolz als wirtschaftliche Staatskunst gefeiert.

Die USA orchestrieren seit Jahren Pläne, um im Iran Unruhen zu schüren, indem sie wirtschaftliche Konflikte verursachen.

2019 räumte Trumps früherer Außenminister Mike Pompeo offen ein, dass das Ziel von Washingtons Wirtschaftskrieg gegen den Iran darin bestehe, die Bevölkerung so unglücklich zu machen, dass sie „die Regierung wechselt“. Fröhlich zitierte er die „wirtschaftliche Notlage“, in die Iran durch die US-Sanktionen geraten war. 

Als die Unruhen letzten Monat wie geplant im Iran ausbrachen, stachelte Trump die Demonstranten an und ermutigte sie zur Eskalation. Er sagte: 

„An alle iranischen Patrioten, protestiert weiter, übernehmt was Ihr könnt, wenn möglich, eure Institutionen“.

Zugleich versprach er den für den Westen arbeitenden Gewaltextremisten schnelle Hilfe: „Alles, was ich ihnen sage, ist, dass Hilfe auf dem Weg ist.“

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Ein Demonstrant trägt die Fahne „Löwe und Sonne“ des Iran. St Peters Square, Manchester, UK 10. Januar 2026.

Bildquelle: Watto Photos / Shutterstock.com 

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Rainer Rupp Iran Regimewechsel Scott Bessent Finanzkrise Ayatollah Inflation Jeffrey Sachs Wirtschaftssanktionen

Aktualisiert am Feb. 13, 2026

Quelle: https://apolut.net/neuer-gipfelrekord-westlicher-heuchelei-von-rainer-rupp/

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Das im Grundgesetz verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung wird schon seit einigen Jahren mit Füßen getreten.

Erstellt von Redaktion am 12. Februar 2026

Aktualisiert am Feb. 12, 2026 9 Min. Lesezeit

Das offizielle Ende der Meinungsfreiheit | Von Hermann Ploppa

Das im Grundgesetz verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung wird schon seit einigen Jahren mit Füßen getreten. Jetzt soll diese illegale Praxis ganz offiziell legalisiert werden.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Vor kurzem reiste die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Meinungsfreiheit, Frau Irene Khan, für etwa zwei Wochen durch Deutschland. Bei ihrer Winterreise sprach sie zunächst mit Vertretern der Bundesregierung, der Bundesländer und mit den obersten Verfassungsrichtern in Karlsruhe. Denn Frau Khan war von der Bundesregierung eingeladen worden. Vermutlich in der Hoffnung, dass Irene Khan der Bundesregierung gute Noten erteilen würde. Doch Frau Khan sprach auch mit einfachen Bürgern und Vertretern von deutschen Menschenrechtsorganisationen.

Und den erhofften Persilschein für makellose Menschenrechtspolitik liefert Irene Khan der deutschen Bundesregierung keineswegs. Die ehemalige Direktorin von Amnesty International berichtet vielmehr von einem Klima der Einschüchterung und Angst in Deutschland.

Die weitreichende Einschränkung der Meinungsfreiheit begründete die Bundesregierung gegenüber der UNO-Gesandten mit der zunehmenden Brutalisierung und Polarisierung, die durch die sogenannten sozialen Medien in der Bevölkerung um sich greife. Das ist zweifelsfrei ein großes Problem, das uns alle mit großer Sorge erfüllen sollte. Das Netz macht es möglich, einem Mitmenschen im Schutz der Anonymität Sachen an den Kopf zu werfen, die man sich in der direkten Begegnung von Auge zu Auge niemals trauen würde. Allerdings sind die Bundesregierung und die ihr unterstellten Behörden sehr selektiv in der Wahrnehmung dessen, was den sozialen Frieden untergraben könnte. Die Bundesregierung verbindet den Kampf gegen Hassrede mehr oder weniger geschickt immer wieder mit ihrer eigenen geopolitischen Agenda. Um es klar zu sagen: wer bei dem moralisch-mentalen Feldzug der Bundesregierung gegen Russland, China und die Palästinenser nicht mitmacht, wird bevorzugt Opfer des offiziellen Kampfes gegen Hassrede.

Frau Khan muss diesen Tatbestand verständlicherweise in diplomatische Zurückhaltung kleiden, wenn sie ausführt:

Die Regierung hat diese Bedrohungen zwar zu Recht ernst genommen, aber sie hat sich bei der Bekämpfung der Gefahren zunehmend auf Sicherheitsmaßnahmen verlassen. Viele dieser Maßnahmen – von der verstärkten Absicherung von Beamten, die öffentlicher Kritik ausgesetzt sind, bis hin zu pauschalen Verboten von Slogans, die mit pro-palästinensischen Protesten in Verbindung stehen, und der Überwachung von Organisationen aus vagen, nicht näher definierten Gründen des ‚Extremismus‘ – sind nicht mit den internationalen Menschenrechtsstandards vereinbar. Sie führen zu Unsicherheiten, was den Unterschied zwischen zulässiger und unzulässiger Meinungsäußerung betrifft, und fördern Stigmatisierung und Selbstzensur.“ (1)

Die Maßnahmen, so der UN-Bericht weiter, verschlimmern genau jene Misere, gegen die die Bundesregierung angeblich zu Felde zieht. Irene Khan nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie sagt:

Es birgt die Gefahr, den Raum für vielfältige und sinnvolle demokratische Debatten einzuengen, die Polarisierung zu beschleunigen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Öffentlichkeit das Vertrauen in eben jene demokratischen Werte und Institutionen verliert, die die Regierung zu schützen sucht.“

Und an anderer Stelle noch deutlicher:

Meine Kollegen im Sonderberichterstatterteam und ich haben viele dieser Bedenken bereits gegenüber der deutschen Regierung geäußert, darunter Einschränkungen und Verbote friedlicher Proteste, willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen, übermäßige Gewaltanwendung, Drohungen mit Abschiebung einzelner Personen und Razzien in den Wohnungen von Aktivisten und Menschenrechtsverteidigern … All dies hat zu einer Abschwächung der öffentlichen Beteiligung, einem Rückgang des Diskurses in Wissenschaft und Kunst sowie zu einem allgemeinen Klima des Misstrauens, der Unsicherheit und der Spannungen geführt.“

Und Frau Khan zieht hier eine Untersuchung der Freien Universität Berlin heran, die eine Umfrage bei 2.000 Akademikern durchgeführt hat. Diese Umfrage liefert konkrete Zahlen zum erschreckenden Ausmaß an Einschüchterung bei den Intellektuellen (2). Das ist besonders stark wahrnehmbar seit dem 7. Oktober 2023 – jenem Tag, an dem der Gaza-Krieg begann. Hier nun einige Zitate aus der Umfrage der Freien Universität Berlin im Wortlaut, ausführlich präsentiert wegen ihrer erschreckenden Deutlichkeit:

Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit: Knapp 85 Prozent der Befragten nehmen seit dem 7. Oktober eine zunehmende oder stark zunehmende Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit wahr. Unter Postdocs [wissenschaftliche Mitarbeiter mit Doktortitel] ist die Sorge mit 90,5 Prozent am höchsten.

Selbstzensur als verbreitete Praxis: 25,9 Prozent berichten, oft das Gefühl zu haben, sich nicht frei äußern zu können. 76 Prozent geben an, sich insbesondere bei Israel-bezogenen Themen zurückzuhalten. Am häufigsten betrifft dies öffentliche Veranstaltungen (81 Prozent), Medienbeiträge (54 Prozent) und das eigene Kollegium (42 Prozent).

Betroffenheit und Angriffe: Nur 47 Prozent geben an, seit dem 7. Oktober keine Bedrohungen oder Einschränkungen erlebt zu haben. Andere berichten von Hassrede und Drohungen im Netz (19 Prozent), Antisemitismusvorwürfen (19 Prozent), medialer Diffamierung (16 Prozent), Ausladungen (16 Prozent) und institutioneller Ausgrenzung (14 Prozent).“

So weit die Umfrage der Freien Universität Berlin. Erschütternd. Das zeigt eine Wirklichkeit, die man eigentlich in Fachkreisen mit totalitären Diktaturen in Verbindung zu bringen pflegt, aber nicht mit offenen Gesellschaften, die einen produktivem Pluralismus der Meinungen fördern. Eine solche Erstarrung und Sklerotisierung raubt der Gesellschaft ihre Dynamik. Ein solches System beraubt zudem die Menschen einer realistischen Zukunftsperspektive. Es bleibt allerdings nicht bei dem Klima der Einschüchterung. Vielmehr geht die herrschende Kaste zu offener Gewalt gegen ihre Kritiker vor, wie wir jetzt sehen werden.

Die „soziale Todesstrafe“ für Hüseyin Dogru

Soziale Todesstrafe“: so hat es Sahra Wagenknecht in einer Video-Botschaft formuliert (3).

Was ist passiert? In den alternativen Medien wird viel über die skandalöse Enteignung und Entrechtung des Schweizer Militärs Jacques Baud gesprochen und geschrieben. Was absolut notwendig ist.

Warum der noch viel skandalösere Fall des Berliner Journalisten Hüseyin Dogru bislang in diesen Medien keinerlei Beachtung findet, ist mir unerfindlich. Seit dem Frühsommer des letzten Jahres ist Dogru Opfer besonders brutaler Sanktionen durch die Europäische Union. Dogru darf kein Konto unterhalten; er darf keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Sogar das Konto seiner Frau wurde eingefroren (4). Wer Dogru mit Geld oder Sachleistungen unterstützt, macht sich strafbar und kann bis zu fünf Jahre Haft auferlegt bekommen. Dogru muss aber seine Frau und drei Kleinkinder ernähren. Nicht einmal Medikamente kann sich Familie Dogru kaufen. Das klingt vollkommen bizarr. Wie aus einem Kafka-Roman. Ist aber in nachlesbare Verordnungen gegossen.

Grundlage dieser unfasslichen Grausamkeiten ist die so genannte Council Regulation der Europäischen Union mit der Laufnummer 2024/2642 vom 8. Oktober 2024 (5). Es handelt sich nicht um ein Gesetz, sondern um eine nicht-juristische Bestrafung von Personen und Institutionen, die die Europäische Union außerhalb geltenden Rechts verhängt hat. Deswegen können Dogru und Baud und alle anderen Opfer dieser Sanktionen nicht auf dem Rechtsweg dagegen vorgehen. Es gibt keine rechtlichen Mittel gegen diese quasi-feudalen Dekrete.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Europäische Union durch kein demokratisch legitimiertes Prozedere ermächtigt ist, aber trotzdem den nationalen Regierungen, die demokratisch legitimiert sind, immer mehr Vorschriften auferlegen darf. Das Motto heißt in immer mehr Bereichen: EU-Recht bricht Nationenrecht. Und so zwingt die Europäische Kommission den Nationalstaaten ihre Sicht der Dinge auf. Dem Sanktionsdekret liegt die Wahrnehmung zugrunde, dass feindliche Netzwerke, gesteuert von der russischen Regierung, die öffentliche Meinung im Bereich der Europäischen Union entweder in eine Kreml-genehme Richtung lenken wollen. Oder, wenn die russische Regierung das nicht schafft, zumindest Zwietracht in den westlichen Nationen züchten will. Um dann vermutlich ein gespaltenes Westeuropa lachend im Spaziergang zu übernehmen.

Um es noch einmal klar zu machen: die Europäische Kommission wirft Hüseyin Dogru nicht vor, konspirativ gegen die westlichen Regierungen zu arbeiten. Der Vorwurf ist auch nicht, dass Dogru Fake News verbreitet hätte. Der Grund für die sadistischen Maßnahmen ist einfach, vollkommen unverhüllt, dass Dogrus Meinungen der EU nicht passen. In einer Liste führt die EU die sanktionierten Personen und Organisationen auf. Neben Thomas Röper und Alina Lipp ist hier eben auch Hüseyin Dogru aufgeführt (6).

Und man kann nur staunen über die nachlässige Recherche der EU-Sachbearbeiter. Da wird Dogru die türkische Nationalität zugesprochen – Dogru besitzt jedoch in Wirklichkeit nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Die EU hat Hüseyin Dogru offenkundig mit einem Namensvetter mit türkischer Staatsbürgerschaft verwechselt, der in London lebt und arbeitet.

Aber wo ist die Verbindung von Dogru zur heraufbeschworenen prorussischen Wühlarbeit? Nun, Dogru hatte ein Redaktionsnetzwerk mit Namen „Red“ gegründet. In diesem Netzwerk waren auch Personen tätig, die zuvor bei dem dem russischen Sender RT nahestehenden Recherche-Unternehmen Ruptly gearbeitet hatten. Nun waren allerdings bei Dogrus Red-Netzwerk auch Journalisten zu Wort gekommen, die die russische Militäroperation gegen die Ukraine klar verurteilt hatten. Dogru hat auch selber ein Interview durchgeführt mit einem Vertreter der weltlich eingestellten palästinensischen Befreiungsorganisation PFLP, die als säkularer Antipode der radikalislamischen Hamas erkennbar ist (7). Die PFLP wird trotz alledem vom Westen als „terroristisch“ eingestuft (8).

Aufgrund der harten Sanktionen der EU stellte das Redaktionsnetzwerk Red seine Arbeit im Sommer 2025 ein. Es bleibt aber bei den lebensbedrohlichen Sanktionen gegen Dogru. Die fadenscheinigen Begründungen für Dogrus existentielle Vernichtung stammen indes nicht von der Europäischen Kommission selber. Zunächst hatte nämlich kein Geringerer als der frühere US-Außenminister Antony Blinken die Ausschaltung von Dogru und seinem Redaktionsnetzwerk gefordert (9). Blinken stellte an jenem 13. September 2024 als Erster eine Verbindung zwischen Russlands Auslandssender RT und Hüseyin Dogrus Redaktionsnetzwerk her.

Die mühsam fabulierten Verbindungen von Red und Dogru zu den bösen Russen fanden sodann ihr Echo im Berliner Tagesspiegel (10) und sodann in der Taz (11). Exponiert hat sich in dieser Sache der Autor Nicolas Potter, der die Solidaritätsbewegung der Berliner Studenten als eine verkappte Einflussoperation der Russen gedeutet hat. Potter beklagte sich sodann in einer nachfolgenden Kolumne darüber, dass Leute seinem Narrativ zu widersprechen wagten (12). Die Sanktions-Exekutoren der EU wiederum berufen sich in der Begründung ihrer „sozialen Todesstrafe“ gegen Dogru nunmehr eins zu eins auf Potters Narrative.

Mittlerweile hat die Bundesregierung das Sanktionsregime der EU für das nationale Recht der Bundesrepublik Deutschland fest verankert. Das Raumschiff Berlin hat nämlich das so genannte „Gesetz zu Sanktionen bei Verstößen gegen restriktive EU-Maßnahmen“ am 5. Februar durch Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft gesetzt (13). Personen, die die EU-Sanktionen unterlaufen, ob absichtlich oder aus Versehen, sollen mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren bestraft werden. Unternehmen, die gegen Sanktionen verstoßen, können mit bis zu 40 Millionen Euro Strafe belegt werden.

Am 30. Januar dieses Jahres wurde wiederum die erste Lesung des Entwurfs eines „Gesetzes zur Durchführung der Verordnung (EU) 2024/900 über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung (Politische-Werbung-Transparenz-Gesetz – PWTG)“ im Bundestag absolviert.

Was für ein Ding, bitte?

Hinter diesem Wort-Monstrum verbirgt sich die im Ursprung sicher ehrenwerte Absicht, den finanzkräftigen Sponsoren von politischen Parteien in Wahlkämpfen genauer auf die Finger zu schauen. Geld regiert die Welt. Und es ist nicht in Ordnung, dass reiche Oligarchen durch ihre selektive Spendenpraxis Wahlen indirekt aber wirkungsvoll beeinflussen. Unter dem Anglizismus „Targeting“ verbirgt sich die Beobachtung, dass Google und andere Suchmaschinen Profile potentieller Wähler in höchster Feinauflösung erstellen, um die Wähler im Wahlkampf ganz gezielt ansprechen und beeinflussen zu können. So wie Steve Bannon mit seiner Wahlmaschine Cambridge Analytica Trumps Wahlerfolg im Jahre 2016 möglich gemacht hatte.

Der Haken an der Sache ist natürlich, dass sich die halbstaatliche Machtmaschine der EU durch dieses Gesetzesmonster erneut erweiterte Eingriffsrechte aneignen will (14). Und die Bundesregierung wittert die Gelegenheit, im Huckepack-Verfahren mit ihrer nationalen Umsetzung der EU-Verordnung auf nationaler Ebene gleich noch einige neue Machtbefugnisse einzuheimsen, die im ursprünglichen EU-Paket noch gar nicht enthalten sind. Das jedenfalls vermutet der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger. Er sieht

keine objektiv nachvollziehbare Notwendigkeit, die bestehenden staatlichen Eingriffsbefugnisse gegenüber der Presse, Verlagen und Medienhäusern sowie Redaktionen zu verschärfen. Insbesondere jede neue Befugnis staatlicher Stellen, in Verlage, Medienhäuser und Redaktionen einzudringen, diese zu durchsuchen und Gegenstände oder Informationen sicherzustellen oder zu beschlagnahmen, erscheint durch keines der gesetzgeberischen Anliegen … gerechtfertigt.“ (15)

Nun, das Politische-Werbung-Transparenz-Gesetz ist noch nicht rechtskräftig. Die erste Lesung fand im Januar statt. Nichts ist in Stein gemeißelt. Zwei weitere Lesungen müssen durchgeführt werden. Dann geht das Paket an die Länderkammer des Bundesrates. Von dort weiter auf den Schreibtisch des Bundespräsidenten. Um dann schließlich im Bundesgesetzblatt zu landen und Rechtskraft zu erlangen. Wir haben noch eine kleine Galgenfrist.

Wenn die demokratische Öffentlichkeit endlich aufwacht, könnte da noch was zu wuppen sein. Aber wenn die von der UNO-Sonderberichterstatterin Irene Khan festgestellte Angst und Einschüchterung in Lethargie umschlägt, dann versinken wir in langandauernder Stagnation, dem dann die Implosion folgt. Wir haben doch die plötzliche Implosion der DDR noch in frischer Erinnerung, oder etwa nicht?

Quellen und Anmerkungen

Hermann Ploppa ist einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden durch seine Geschichtssendung „HiStory“, die auf Apolut veröffentlicht wird. Dort vermittelt Ploppa ganz ungewohnte Einblicke in geschichtliche Abläufe. Regelmäßig publiziert Ploppa bei unterschiedlichsten Medien Artikel zu Geopolitik, Sozialpolitik und Wirtschaft. Ploppa hat bereits vier Bücher als alleiniger Autor veröffentlicht: „Hitlers amerikanische Lehrer“, „Die Macher hinter den Kulissen“, „Der Griff nach Eurasien“, sowie zur Entspannung den satirischen Familienroman „Bakterienstraße 51“.

Das Buch „Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus“ ist vor kurzem erschienen. An zehn weiteren Büchern hat Ploppa als Ko-Autor mitgewirkt

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(1) https://www.ohchr.org/sites/default/files/statements/20260206-eom-stm-europe-central-asia-region-sr-protection-right-en.pdf

(2) https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2025/fup_25_147-interact-studie-wissenschaftsfreiheit-nahostkonflikt/index.html

(3) https://www.youtube.com/watch?v=Rbs-NkWq9kE

(4) https://www.youtube.com/watch?v=7LeNcOJz6J4&t=2557s

(5) https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/2642/oj/eng?utm_source=chatgpt.com

(6) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=OJ%3AL_202500965

(7) https://thered.stream/one-year-after-october-7-interview-with-pflp/

(8) https://libmod.de/till-schmidt-warum-ein-verbot-der-antizionistischen-pflp-gefordert-wird/

(9) https://www.youtube.com/watch?v=O3QvuYHtj7E&t=105s (ab Minute 39:00)

(10) https://www.tagesspiegel.de/politik/verbindungen-nach-moskau-wer-hinter-den-videos-von-den-protesten-gegen-israel-steckt-11771174.html

(11) https://taz.de/RT-nahes-Medium-Red/!6039623/

(12) https://taz.de/Angriffe-auf-Journalisten/!6072709/#:~:text=Die%20Kampagne%20ist%20koordiniert,%20sie%20wurde%20von%20dem%20russlandnahen%20Portal%20Red%20lanciert

(13) https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/27/VO.html

(14) https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/900/oj/eng

(15) https://www.bdzv.de/service/presse/branchennachrichten/2026/politische-werbung-gesetzentwurf-darf-pressefreiheit-nicht-gefaehrden

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: Irene Khan, Sonderberichterstatterin für Meinungs- und Meinungsfreiheit

Bildquelle: lev radin / shutterstock

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Hermann Ploppa Freie Meinungsäußerung Irene Khan Sahra Wagenknecht Einschüchterung Meinungsfreiheit Soziale Medien Hassrede antisemitismus

Aktualisiert am Feb. 12, 2026

Quelle: https://apolut.net/das-offizielle-ende-der-meinungsfreiheit-von-hermann-ploppa/

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Pressemitteilung des FriedensNetz Saar in Kooperation mit pax christi saar

Erstellt von Redaktion am 10. Februar 2026

Pressemitteilung des FriedensNetz Saar in Kooperation mit pax christi saar

Am 24. Februar 2026 jährt sich der russische Angriff auf die Ukraine zum vierten Mal. Er verursacht weiter Leid, Tod und Verwüstung. Mit jedem Tag kommen immer mehr Menschen ums Leben, werden körperlich verletzt oder psychisch traumatisiert. Wir wollen anlässlich des Jahrestages die andauernde Tragödie des Krieges und die Opfer auf beiden Seiten in den Vordergrund stellen.

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat zu unzähligen Toten und Verletzten sowie zu Millionen Geflüchteten geführt. Infolge des Krieges sind die Beziehungen zwischen NATO und Russland an einem besorgniserregenden Tiefpunkt angelangt, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit eines Atomkriegs zugenommen hat. Zusätzlich zu den riesigen Rüstungsetats planen Deutschland und andere Staaten weitere Milliarden Euro in Aufrüstungsprojekte zu stecken. Wir warnen: Die ungehemmte Aufrüstung, immer mehr Krieg, zunehmende soziale Ungleichheit sowie Umweltzerstörung und Klimakrise führen die Menschheit in den Abgrund!

Wir fordern die Staaten und Regierungen weltweit zum Umdenken auf. In Kooperation, nicht in Konfrontation liegt die Lösung der globalen Probleme. Nur durch internationale Zusammenarbeit werden Abrüstung, eine atomwaffenfreie Welt und die Bewältigung der Klimakrise möglich! Von Russland fordern wir das Ende des Krieges gegen die Ukraine! Die Bundesregierung fordern wir auf, endlich wieder Friedensinitiativen zur Beendigung des Krieges zu starten und die Verhandlungsbereitschaft aller involvierten Parteien zu fördern. Die Menschen in der Ukraine brauchen dringend Friedensperspektiven. Immer mehr WaffenlieferunVorschau (öffnet in neuem Tab)gen schaffen keinen Frieden und werden die Spirale der Gewalt nicht durchbrechen. Dies ist nur durch einen Waffenstillstand, Verhandlungen und langfristig durch Versöhnung möglich – in der Ukraine und den Konflikten weltweit!

Wir zeigen uns solidarisch mit allen von Kriegen und Konflikten betroffenen Menschen, wie etwa in Afghanistan, Äthiopien, Irak, Jemen, Mali, Myanmar, Syrien oder der Ukraine. Daher fordern wir die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, sowie Asyl und Schutz für alle Menschen, die vor Kriegen fliehen, den Kriegsdienst verweigern oder desertieren.

Für Frieden, Abrüstung und Gerechtigkeit !

c/o Waltraud Andruet, FriedensNetz Saar und pax christi Saar
Infos: www.friedensnetzsaar.com
Bilsdorferstraße 28, 66793 Saarwellingen. Handy.: 01748257433

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„Unsere Demokratie“ wird zur autoritären Waffe | Von Janine Beicht

Erstellt von Redaktion am 8. Februar 2026

Unsere Demokratie“ wird zur autoritären Waffe | Von Janine Beicht

 

Der besitzanzeigende Betrug:

Wie „unsere Demokratie“ zur autoritären Waffe der Macht wird

Manchmal reicht ein Wort, um echte Auseinandersetzung zu verhindern. Hinter lauten Appellen versteckt sich oft ein System, das Freiheit nur vortäuscht und Mitbestimmung nur simuliert.

Ein Kommentar von Janine Beicht. 

In den Reden der politischen Klasse Deutschlands taucht eine bestimmte Formulierung mit einer mantraartigen Hartnäckigkeit auf, die jeden, der noch zuhört, sofort alarmieren muss. Die „Unsere Demokratie“ wird so feierlich beschworen, als wäre sie ein unantastbares Heiligtum, das man gegen jede Berührung schützt. Sie zieht eine scharfe Grenze zwischen dem erwünschten Wir und dem unerwünschten Ihr, verwandelt eine offene Ordnung in das Privateigentum derer, die gerade an den Hebeln sitzen. Der Begriff „unsere Demokratie“ gehört zu den gefährlichsten politischen Formeln der Gegenwart, nicht weil er offen autoritär klingt, sondern weil er sich als Selbstverständlichkeit tarnt. Er schiebt sich weich und unauffällig in Reden, Leitartikel und Verlautbarungen, während er im Kern eine fundamentale Verrückung vornimmt. Wer diesen Ausdruck heute hört, darf ihn nicht länger als harmlose Redewendung abtun. Er ist ein Warnsignal, ein schleichendes Gift, dessen Wurzeln tief in einer Diktatur liegen, die viele nur zu gerne für überwunden erklären. 

Die historische Last: „Unsere Demokratie“ in der DDR

Historisch ist diese Denkfigur vorbelastet und zugleich verdrängt: Systeme, die sich selbst als demokratisch bezeichneten, haben oft genau nach diesem Muster funktioniert. Der Begriff klingt für viele zunächst warm und verbindend, wie ein Ausdruck geteilter Identität und gemeinsamer Werte, so als sei jeder eingeschlossen, jeder dürfe mitmachen, alles folge einem fairen, offenen Prozess. Er vermittelt Vertrautheit, fast Beruhigung und natürlich könnte niemand ernsthaft etwas dagegen haben. Genau diese scheinbare Unschuld macht ihn so tückisch. Aber: Er ist kein neutrales Wort für eine Regierungsform, sondern ein politisches Werkzeug, das schon früher autoritäre Strukturen kaschierte und Kritiker von vornherein als illegitim brandmarkte. Die Geschichte hat gezeigt, wie dieser Begriff ein System als alternativlos darstellte, und genau diese Logik wirkt bis heute fort, nur in neuem Gewand.

In der Deutschen Demokratischen Republik war „unsere Demokratie“ eine der zentralen Parolen, mit der das Regime seine Herrschaft bestätigte, wie Dr. Stefan Weber auf seinem Blog „Plagiatsgutachten“ aufzeigt. (1) Dort schreibt er:

Die Pointe ist nun, dass ich denke, mit ziemlicher Sicherheit zeigen zu können, dass es sich um eine Kampfvokabel der DDR handelte, die unter anderem von Erich Honecker verwendet wurde. Zunächst weist der Google Books Ngram Viewer (2) darauf hin, dass der Begriff fast passgenau im Zeitraum des Bestehens der DDR – zwischen 1949 und 1990 – am häufigsten auftrat. Ein Kapitel „Unsere Demokratie“ findet sich in der Biografie „Aus meinem Leben“ (3) von Erich Honecker aus dem Jahr 1980.“ Dr. Stefan Weber (1)

Es ging auch in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik nie um ein offenes, lebendiges Verfahren, das Konkurrenz der Ideen, offene Kritik und regelmäßigen Machtwechsel ermöglichte und förderte. Der Begriff stand für ein starres, abgeschlossenes System, das sich selbst als endgültig und vollendet betrachtete. Jede Beanstandung wurde nicht als notwendiger Bestandteil einer lebendigen Gesellschaft gesehen, sondern als direkter Angriff auf das Ganze. Wer widersprach, stand sofort außerhalb des zugelassenen Rahmens und wurde ausgegrenzt oder verfolgt. So entstand eine Atmosphäre, in der echte Auseinandersetzung erstickt wurde und die Macht der Herrschenden unangetastet blieb. 

Die toxische Logik des Besitzens

Das eigentlich Zersetzende ist hierbei nicht das Wort „Demokratie“, sondern das possessive, besitzanzeigende Fürwort „unsere“. Das ist kein harmloser Zusatz. Es ist das eigentliche Gift. Es schafft ein klares Innen und Außen, ein „Wir“ der Konformen und ein „Ihr“ der Abweichler. Ein „unsere“ suggeriert Zugehörigkeit, Teilhabe und enthält zugleich stillschweigend ein „euer“, das ausschließt. Es behauptet, Demokratie sei kein allen gleichermaßen zustehendes Gut, sondern das Eigentum derer, die sie „richtig“ verstehen. Die entscheidende Frage, die sich hier stellt, ist jedoch: Wer entscheidet, was richtig ist? Es sind natürlich immer diejenigen, die gerade die Macht haben. Sobald Demokratie besitzergreifend wird, verliert sie jede Neutralität und wird zum moralischen Knüppel gegen Andersdenkende.

Die echte Demokratie braucht aber keine Eigentümer, im Gegenteil. Sie lebt vom Streit, vom Widerspruch, von der Bereitschaft, auch unangenehme Meinungen als zulässig anzuerkennen. Schon der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt stellte fest:

Eine Demokratie, in der nicht gestritten wird, ist keine.“ Helmut Schmidt (4)

Wird der Begriff jedoch von einer bestimmten politischen „Gruppe“ vereinnahmt, kippt alles: Kritik gilt plötzlich nicht mehr als integraler Teil des demokratischen Systems, sondern als existenzielle Bedrohung. Genau dieser Mechanismus prägte auch die Ära Erich Honeckers, und genau deshalb trägt diese Bezeichnung eine schwere historische Bürde, die niemand ignorieren darf.

Die Simulation der Demokratie

Auch heute, in einem scheinbar anderen Kontext, entfaltet diese Sprache ihre Wirkung. Wer „unsere Demokratie“ sagt, verschiebt die Grenzen der Debatte schleichend, aber wirksam. Es geht nicht mehr darum, ob eine politische Ansicht oder eine Meinung tatsächlich demokratisch ist, sondern darum, wer überhaupt noch mitreden darf. Das ist der Einstieg in ein illiberales Denken, das die Freiheit untergräbt, egal von welcher Seite es kommt.

Die ständige, fast hysterische Betonung des Ausdrucks durch bestimmte politische Kräfte offenbart vor allem eines: Tiefe Unsicherheit. Je lauter sie die ihre „unsereDemokratie“ preisen, desto deutlicher zeigt sich eigentlich, dass es weniger um die Verteidigung eines funktionierenden Systems geht, als um die Selbstinszenierung. Es wirkt, als lebten wir bereits in einer Simulation: Die äußeren Formen, die Rituale und Parolen sind noch sichtbar, doch der eigentliche Inhalt, das, was die echte Demokratie wirklich ausmacht, nämlich die Auseinandersetzung, der Respekt vor Andersdenkenden, die Freiheit zu kritisieren, ist längst verschwunden.

Eine demokratische Wirklichkeit hingegen muss sich auch nicht ständig selbst benennen, verteidigen oder vermarkten. Wahre Demokratie lebt von ihrer Substanz, nicht von Lautstärke. Sie braucht keine Propaganda, keine markigen Slogans und keinen ständigen Appell an das „unsere“. Die Wahrheit einer Demokratie zeigt sich vor allem in der Praxis und ganz sicher nicht in der ritualisierten, sich automatisch wiederholenden Rhetorik. Wer sich wirklich sicher wäre, muss nicht schreien, sondern kann einfach wirken lassen. 

Die Heuchelei der selbsternannten „Unsere Demokraten“

Die „unsere Politik“, die diesen Begriff so inflationär missbraucht, ist durch und durch opportunistisch und demagogisch. Ihr einziges Ziel ist es, die Realität zu verdrehen und den Bürgern eine intakte Demokratie vorzugaukeln, obwohl diese längst dem Parteienpopulismus zum Opfer gefallen ist. Die echte Demokratie wurde von denen ausgehöhlt, die aus purer Gier nach Einfluss an der Macht kleben. Die Souveränität des Volkes wird dabei vollständig ignoriert. Dabei bedeutet Demokratie, aus dem Griechischen hergeleitet, „Herrschaft des Volkes“. Der Deutsche Bundestag beschreibt dies wie folgt:

In dieser Regierungsform übt das Volk die Herrschaftsgewalt aus. Demokratien zeichnen sich unter anderem durch Achtung der Menschenrechte, Gewaltenteilung, Verantwortlichkeit der Regierung, Unabhängigkeit der Gerichte, Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, ein Mehrparteiensystem sowie freie, gleiche und geheime Wahlen aus. Die Bundesrepublik ist eine repräsentative Demokratie, in der das Volk durch gewählte Volksvertreter „herrscht“. Diese Volksvertreter bilden den Bundestag, der das einzige unmittelbar demokratisch gewählte Verfassungsorgan ist.“ Deutscher Bundestag (5)

Der Staat hat sich jedoch vom Auftrag der Bürger entkoppelt und handelt nach eigenem Gutdünken, ohne die Interessen der Wähler des Landes auch nur zu berücksichtigen.

Wenn Bürger gegen dieses Verhalten aufbegehren, versucht man sofort, ihre Gegenwehr mit dem Vorwurf des Rechtsextremismus zu ersticken. Stattdessen wird weiter Druck ausgeübt, unter dem Banner großer Wehrhaftigkeit, angeblich zum Schutz der Demokratie und dieser Republik, die als der beste Staat dargestellt wird, den Deutschland je hatte.

Es ist nicht mehr „eure Demokratie“, sondern eine sogenannte Demokratie der Herrschenden.

Die Machthabenden machen kein Geheimnis daraus, dass Deutschland sich längst vom Willen der Bürger und von den Grundsätzen einer offenen, selbstbestimmten Gesellschaft verabschiedet hat. Sie beanspruchen den Begriff als ihr Eigentum, überladen ihn mit Ideologie, verdrehen und umdefinieren ihn, bis er nur noch das Etikett für ein autoritär durchregiertes Meinungskartell ist. „Ihre Demokratie“ ist maximal so echt wie das mittlere „D“ in der DDR: Auch zu dieser Zeit wurden Oppositionelle pathologisiert, Bürger gegängelt, abweichende Stimmen mit moralischem Furor verfolgt. Heute funktioniert das gleiche Spiel über Meldestellen (6), aufdringliche Hausdurchsuchungen wegen Meinungsdelikten (7), NGO’s (8), und undurchdringliche politische Brandmauern (9), die jeden kritischen Gedanken im Keim ersticken.

Die selbsternannten Verteidiger dieser „neuen Demokratie“ legen mit jedem Auftritt deutlicher offen, dass sie in Wahrheit für das genaue Gegenteil stehen. Was hier weht, ist schon lange kein Wind der Freiheit mehr, sondern der stinkende Atem der einstigen Deutschen Demokratischen Republik, ein Hauch von Totalitarismus, getragen von einer autoritären Geisteshaltung, die in diesen Politikern längst heimisch geworden ist.

Die selbsternannte Kaste, die über „unsere Demokratie“, Vielfalt und Toleranz schwadroniert, hat längst alles davon beseitigt. Sie missbrauchen diese Begriffe als Tarnung, um das Gegenteil zu betreiben: Ausgrenzung im Namen der Offenheit, Zensur im Namen der Freiheit, moralische Erpressung im Namen der Toleranz. Sie schmieden Werte zu Waffen und richten sie gegen jeden, der die Fassade durchschaut.

Die Bundesregierung und das Possessivpronomen

Die Bundesregierung selbst gibt dieser Debatte einen nüchternen, fast bürokratischen Unterton, der im direkten Widerspruch zu der selbstinszenierten Dringlichkeit mancher Reden steht. Auf eine kleine Anfrage der AfD von Anfang Dezember 2025, warum Vertreter der Exekutive zunehmend den Ausdruck „‚unsere Demokratie‘ als Parole“ verwenden, heißt es schlicht:

Es gibt keine gesonderte Definition der Bundesregierung zum Begriff ‚unsere Demokratie‘. Die Verwendung des Terminus der ‚Demokratie‘ in unterschiedlichen Kontexten erfolgt im Kontext der Werte und Normen der verfassungsmäßigen Ordnung des Grundgesetzes.“ Bundesregierung (11)

Mit anderen Worten: Hinter dem markigen, besitzanzeigenden „Slogan“ steckt nach offizieller Darstellung keinerlei eigentlicher Anspruch auf Definition oder Besitz, sondern allein ein Verweis auf die abstrakten Normen der Verfassung. Gleichzeitig betont die Bundesregierung, dass alle Fördermaßnahmen zur sogenannten Demokratieförderung auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehen würden und eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit gewährleisten müssten. Auch wenn diese Worte formal korrekt sind, wirken sie in ihrem bürokratischen Ton wie ein dünner Schleier über der Realität:

Die Possessivform „unsere“ bleibt im Alltag wirksam, grenzt aus und signalisiert Eigentum der Regierenden. Die Diskrepanz zwischen dem Pathos der öffentlichen Rhetorik und der nüchternen Regierungsantwort verdeutlicht einmal mehr, wie Sprache als Werkzeug zur Machtprojektion eingesetzt wird, selbst wenn sich die Exekutive formal darauf beruft, neutral zu handeln.

Die letzte Warnung

Wahre Freiheit wird dort beschnitten, wo Macht sie für sich beansprucht. Sprache kann subtil trennen, ausgrenzen und legitime Kritik zu einem Angriff erklären. Wer Demokratie als Privatbesitz behandelt, verwandelt Teilhabe in Kontrolle, Diskussion in Gehorsam und Pluralität in Einfalt. Ein System, das sich ständig benennen muss, lebt längst nicht mehr von der Überzeugung seiner Bürger, sondern von deren Einschüchterung.

Der Appell ist klar: Unabhängigkeit darf nicht delegiert werden. Verantwortung für gesellschaftliche Ordnung liegt bei jedem Einzelnen, und echte politische Teilhabe verlangt Mut, Wachsamkeit und die Bereitschaft, Autorität zu hinterfragen. Freiheit muss aktiv beansprucht und verteidigt werden. Wer sie nur konsumiert, überlässt sie automatisch den Besitzansprüchen anderer.

Wer noch Augen hat zu sehen, erkennt die Warnung: Diese „unsere Demokratie“ ist kein Schutzschild der Freiheit, sondern das perfekte Instrument, sie endgültig zu ersticken. Die Zeit, sich das gefallen zu lassen, ist vorbei.

Quellen und Anmerkungen


(1) https://plagiatsgutachten.com/blog/unsere-demokratie-war-eine-kampfvokabel-der-ddr/

(2) https://books.google.com/ngrams/graph?content=Unsere+Demokratie&year_start=1800&year_end=2022&corpus=de&smoothing=3&case_insensitive=false

(3) https://www.amazon.es/Aus-meinem-Leben-Erich-Honecker/dp/3320007440

(4) https://www.helmut-schmidt.de/aktuelles/detail/demokratie-braucht-streit

(5)https://www.bundestag.de/services/glossar/glossar/D/demokratie-245374

(6) https://www.bild.de/politik/inland/der-staat-unterstuetzt-sie-mit-mio-die-unheimliche-macht-der-meldeportale-68fc980159e2e0975070b43e

(7) https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/ein-erschreckender-trend-hausdurchsuchungen-wegen-unliebsamer-meinungsaeusserungen.html#topPosition

(8) https://www.demokratie-leben.de/

(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Brandmauer_(Politik)

(10) https://dserver.bundestag.de/btd/21/030/2103006.pdf

(11) https://dserver.bundestag.de/btd/21/032/2103287.pdf

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Berlin Deutschland – 05 12, 2025: Bundestag stimmt über Rentenpaket der Bundesregierung ab

Bildquelle: EUS-Nachrichten / shutterstock

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„Die Politik folgt dem Geld!“ Von der römischen zur amerikanischen Republik unter dem neuen ’Imperator’ Donald Trump

Erstellt von Redaktion am 7. Februar 2026

„Die Politik folgt dem Geld!“ Von der römischen zur amerikanischen Republik unter dem neuen ’Imperator’ Donald Trump

Von Dr. Nikolaus Götz

Es war der amerikanische Filmschauspieler Denzel Washington, der unlängst im Film Gladiator II den Kinobesuchern die aufschlussreichen Worte entgegenschleuderte: „Die Politik folgt dem Geld!“ (1) Es galt nämlich den anwesenden Kinobesuchern des Filmspektales über das ’Roman Empire’, die Strukturen der antiken römischen Republik in kurzen Worten schnell zu erklären. Das politische System in der sogenannten römischen ’Res publica’ hatte sich nämlich längst in eine Oligarchie oder eher gar in ein autoritäres System mit Alleinherrschern verwandelt, gestützt auf ’Geld’ und ’Militär’. Die einstigen Volksmassen von Rom, bekanntermaßen mit „Brot und Spielen“ abgespeist, waren ebenso nur Zuschauer ’der Politik’, so wie es heute auch die manipulierten TV-dauerberieselten Wählermassen in den westeuropäischen Demokratien sind. Kann ein aufgeklärter ’Einzelner’ im komplexen industriellen Gesellschaftssystem von heute ’politisch’ noch etwas bewirken? Tatsache ist, dass ein engagierter Bürger eher wie ein verlorenes Schaf auf der Weide wirkt und sich in seiner politischen Verzweiflung sogar aus Protest gegen das System auf der Straße festklebt.

Befindet sich doch das ’zoon politicon’ (Aristoteles) oder der Mensch als soziales und politisches Wesen mit seiner Einzelmeinung oder seiner „volonté particulière“, um mit Jean Jacques Rousseau zu sprechen, stets einer unartikulierten Massenmeinung des breiten Volkes gegenüber, mit der dominierenden oder ihn majorisierenden „volonté générale“ (2). Was also tun? „Demonstrieren“, wäre frei nach Immanuel Kant, „der Ausgang des Einzelnen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit!“

Vielerorts meinten bis vor kurzem noch gewisse Staatsbürger gegenüben den langhaarigen Hippies in Deutschland, die Defizite der modernen Demokratie erklärend: „Wenn das der Führer wüßte!“ Derweil legten im benachbarten Frankreich die alsbald europaweit bekannten ’Gelbwesten’ im Jahr 2019 eine dezidierte politische Systemkritik vor. Jedoch die Forderungen der landesweit revoltierenden ’Gilets jaunes’ waren der deutschen Journalisten-kanaille keine deutsche Übersetzung wert und wurden alsbald von der französischen Politikerkaste zerredet. Der clevere französische Staatspräsident Emmanuel Macron, innerfranzösisch auch als ’Roi’ bezeichnet, erklärte kurzerhand seinen aufmüpfigen ’Citoyen’ per Fernsehbotschaft einen ’Krieg gegen Corona’ und das den etabierten Politikbetrieb störende ’Bürgertheater’ war über Nacht vorbei (3). Denn alle brave (deutsche) Staatsuntertanen wissen seit 1806: „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!“

Die Führungsschicht der Römischen Republik stand im Spannungsfeld zwischen den Senatoren und dem imperialen ’Präsidenten’, ein Wort zur Bezeichnung des Herrschers, das eigentlich der ’Vorsitzende’ bedeutet. Doch das bekannte Triumpherat von Julius Cäsar als dem talentierten politschen Redner, zusammen mit Pompeus dem Oberkommandierenden der römischen Truppen und dann dem Multimilliadär Gracchus als dem reichsten Mann Roms, kippte kurzerhand um, in eine zentralistische Autokratie mit einem als ’Cäsar’ benannten ’Führer’. Und so ist bis in die aktuelle Gegenwart die politische Idee der antiken griechischen Demokratie und besonders der römischen Republik der Kontrollvergleich für gegenwärtige politsche Systeme und Maßstab für die systemischen Handlungen ihrer Führungseliten.

Die aktuelle Führungsschicht der US-amerikanischen Republik mit ihren rund 340 Millionen Einwohnern hat jetzt nach dem unbestrittenen Wahlerfolg von Donald Trump einen neuen Cäsar ’intra portas’(4). Das lügenreiche Redetalent des Volkstribunen oder Populisten Donald Trump wird gestützt vom unermesslichen Reichtum eines Multimillardärs Elon Musk und anderen Tycoons. Die Macht dieses Präsidenten und seine Funktion als Oberbefehlshaber ruht damit auch auf dem amerikanische Militär, das nun die Interessen der USA nach innen wie außen angeblich ’schützt’. Die antiken Römer folgten ihrem Tribun, die alte ’Deutsche Mehrmacht’ wurde auf den ’Führer’ vereidigt und die heutigen US-Soldiers ziehen auf Befehl ihres Präsidenten im „Bündnis der Willigen“ in die Schlacht. Und der amerikanische Plebs stürmt auf indirekt präsidial insinuierten Wunsch das Kapitol, um den Willen des Präsidenten mit geballter Volksmacht durchzusetzen. Die Kulisse der Drohungen des neuen Imperators (5) zerdrückt jedoch nicht nur die Meinung der amerikanischen Intellektuellen sondern wendet sich auch ’klassisch’ gegen die definierten ’Feinde’ von außen: Die ’Grenzsicherung bei Mexiko’, der ’Panamakanal’ oder ’Kanada als ein 51ter US-Bundesstaat’ sowie ein amerikanisches ’Grönland’ sind Stichworte Trumpscher US-Expansionsziele. Innerameri-kanische Interessen und Bedürfnisse der Volksmassen spielen bei solch außenpolitischen Zielvorstellungen kaum noch eine Rolle.

Der Aufmarsch der US-Flotte vor Venezuela, die Kaperung von Öltankern und die Entführung des Präsidenten Nicolas Maduro zeigen nur die Fortsetzung imperialen Handelns auch dieses amerikanischen Präsidenten auf. „But that ‘wars’ make America great again! Der aktuelle Präsident Donald Trump schreibt damit jedoch nur die bisherige amerikanische Außenpolitik fort, voll in der Tradition seiner friedlichen (?) Vorgänger im Amt stehend. Jedoch sein vollmundiger Ton macht die abschreckende Musik!

„L’état c’est moi!“, soll einst der französische König Louis XIV bei seinem Regierungsantritt gesagt haben und: „Frankreich, das bin ich!“ Der monarchische Autokrat Ludwig führte so den politischen Absolutismus ein und besorgte sich das fehlende Geld für seine Staatspolitik ebenfalls mit seiner ihm ergebenen Armee. In der aktuellen Gegenwart könnte/sollte/ müsste eigentlich von allen Politikbeobachtern verstanden werden, wie nach Bush I. und Bush II. und dem verlogenen Krieg gegen den Terrorismus und dem Irakkrieg auch Donald Trump mit dem US-Militär und seiner arroganten Kanonenbootpolitik ’seine’ USA regiert. Ob sich bei solch autoritärem Verhalten republikanische oder demokratische Senatoren groß widersetzen können oder sich eher ducken, sei dahingestellt. Die ’adligen Klassen’ der US-Republik, in Senat wie Repräsentantenhaus sitzend, scheinen scheinbar ihrem ’Elefanten im Porzellanladen’ noch mehrheitlich zu folgen.

Im alten Rom gab es den bekannten Philosophen und Wortführer Seneca, jedoch verstarb dieser Kritiker alsbald ‚klassisch’ an der bekannten Cäsareneitelkeit. Amerikanischer Widerstand gegen solche unsolidarisch-antidemokratische Politik eines ’King’ (König) Trump wird im deutschen TV im Moment nur auf der Straße gezeigt. Der inneramerikanische Protest nach der willkürlichen Ermordung amerikanischer Bürger durch Trumps willfähige Schlägertuppe ICE wird immer lauter. Die Großdemo gegen staatliche Willkür trieb so Millionen US-Demonstranten auf die ’Streets of Minneapolis’ (Straßen von Minneapolis), wobei der bekannte amerikanische Rockstar Bruce Springsteen die Begleitmusik intonierte (6).

Der amerikanische nationale Weckruf ’America first’ (Amerika zuerst) hat auch die Staatenlenker der EU erreicht, doch deren Präsidenten oder Staatsvorsitzende haben außer vollmündigen Absichtserklärungen nach Jahren der Diskussion immer noch keinen gemeinsamen ’richtigen’ europäischen Präsidenten (7) oder Verteidigungsminister bestimmt, um so die Interessen der ’Friedensmacht Europa’ zu bündeln. Ob die aktuellen 27 Chefs eine solche Reform des EU-Regierungssystems noch vor dem Ende des Krieges in der Ukraine schaffen oder ob das EU-Parlament solch dringend notwendigen Reformen beschließt, wird jedoch nicht angenommen. Dem Beispiel der römischen Republik folgend, sollte deshalb auch heute den heutigen ’Imperatoren’ in Ost wie West ein ’Hofnarr’ zugeordnet sein, dessen damalige stetige und einzige Aufgabe es im antiken Rom war, dem Herrscher immer wieder ins Ohr zu flüstern: „Memento mori!“ „Denke daran, dass auch Du stirbst!“ (8)

Anmerkungen:

1 Siehe den Film bei: wikipedia.org/wiki/Gladiator_II; vergleiche auch die Rezension durch Nikolaus Götz bei: demokratisch-links.de vom 27. 11. 2024: Gladiator II:“Die Politik folgt dem Geld!“, schon seit der römischen Republik

2 Das Spannungverhältnis zwischen dem generellen politischen ’Volkswillen’ und dem ’Einzelwillen’ hat der französische Aufkärer und Philosoph Jean Jacques Rousseau in seinem berühmten Werk ’Contrat social’ zu erklären versucht. Siehe beispielsweise die deutsche Werksausgabe durch Kurt Weigand: Jean Jacques Rousseau: Staat und Gesellschaft ’Contrat social’, München 1968, S 94.

Hans Maier faßt die Reflexionen Rousseaus gelungen zusammen, wenn er schreibt: „Um zur volonté genérale zu gelangen, ist es nötig, nicht einfach die volontés particulères zu addieren, sondern in einem dialektischen Klärungsvorgang das Allemeine aus ihnen herauszufiltern und sie solchermaßen zur volonté générale zu integieren. Dies geschieht im Wege der Abstimmung.“ (Siehe Hans Maier: Rousseau, in: ders. (herausgegeben von..: Klassiker des politischen Denkens, Bd.2, München, 1974, S. 130f) Doch das ’Volksplebiszit’ gibt es in den aktuellen modernen Demokratien westlicher Provenienz nicht oder kaum. Diese Klärungsaufgabe wurde den politischen Parteien im Parlament überlassen.

3 Siehe auch: Schneider, Fabian: Friedenstüchtig. Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen, Wien 2025, S. 67; zu den politischen Forderungen der Gelbwesten siehe: Nikolaus Götz: Die französischen ’Gelbwesten’. Eine Bürgerbewegung mit ihren politischen Forderungen, Saarbrücken 2019, S. 8-10

4 Der alte Weck- und Warnruf, der auf Cicero zurückgeht, war: Der Feind (Hannibal) steht vor den Toren Roms: ’ante portas’ siehe: wikipedia.org/wiki/Hannibal_ante_portas. Das Wort ’vor’ wurde hier mit ’innerhalb’ der Tore also ’intra portas’ ’ausgetauscht.

5 Latein: imperator, oris: deutsche Bedeutungen: 1. Gebieter 2. Feldherr, Befehlshaber 3. Ehrentitel des siegreichen Feldherren 4a Beinahme Jupiters 4b seit Cäsar Titel der römischen Herrscher c. der römischen Kaiser, in: Langenscheidts Taschenwörterbuch der lateinischen und der deutschen Sprache (Hermann Menge/ Erich Pertsch), Berlin1979, 261f

6 Siehe die aktuelle Großdemonstation in Minneapolis mit dem Rockstar Bruce Springsteen: tagesschau.de/ausland/ proteste-minnesota-102.html. Der Rockstar sang…„citizens stoot for justice (Bürger standen auf für Recht)…siehe: youTube Bruce Springsteen: Streets of Minneapolis

7 Auf den regelmäßigen halbjährlichen Gipfeltreffen der nationalen Regierungschefs, dem Europäischen Rat, könnte schon längst ein gemeinsamer, wirklicher ’Präsident’ als ein Vertreter aller EU-Staaten, ein „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen) mit siebenjähriger Amtszeit und wegweisenden Verhandlungsrechten bestimmt worden sein. Doch die innereuropäischen Rivalitäten verhindern eine solche Festlegung. Die Rechte des aktuellen ’Präsidenten’ reduzieren sich weitgehend auf ’Repräsentation’ und Leitungskompetenz des EU-Rates und werden in der großen Welt der Politik fast kaum wahrgenommen. Siehe auch: wikipedia.org/wiki/ Euro-päischer_Rat. Derweil dominiert in der Außendarstellung der EU die aktuelle ’Präsidentin der Europäischen Kommission’ das Politikgeschäft.

7 Siehe: .wikipedia.org/wiki/Memento_mori

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Deutsches Gold – Raus aus den Trump-USA

Erstellt von Redaktion am 1. Februar 2026

eutsches Gold   –   Raus aus den Trump-USA
Autor: Uli Gellermann von der Rationalgalerie, Datum:
.

Die Deutsche Bundesbank lagert Milliarden in Gold in den USA. Es ist Gold, das als Reserve für den Notfall gehortet wird. Zur Zeit lagern 37 Prozent bei der US-Notenbank in New York. Schon Ende März 2023 machte sich Michael Jäger, Präsident des Europäischen Steuerzahlerbundes, für eine Rückholaktion stark. „Unsere Forderung: Holt unser Gold nach Hause“, sagte Jäger damals gegenüber dem ZDF. Er dürfte die Meinung der meisten Deutschen artikuliert haben.

Rückholung der Goldreserven

Seit Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gekidnappt hat und versuchte, Grönland zur US-Kolonie zu machen, ist deutlich, dass Trump ein Verbrecher ist, der vor nichts zurückschreckt. Wer oder was soll ihn also davon abhalten, sich das deutsche Gold unter den Nagel zu reißen? Ganz sicher nicht die untertänige Bundesregierung. Eine Regierung, die auf die Lieferung der preiswerten und sicheren Energie aus Russland verzichtet und sich dem umweltschädlichen und teuren Fracking-Gas aus den USA ausgeliefert hat, wird sich kaum ernsthaft dem imperialen Trump widersetzen. Das Nachbarland Österreich hatte schon im Sommer 2018 ahnungsvoll eine teilweise Rückholung seiner Goldreserven veranlasst. Diese Aktion war eine deutliche Antwort auf eine Trump-Regierung, der man nicht trauen darf.

Erpressung durch die USA

Es ist schon lange an der Zeit, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre staatliche Souveränität gegenüber den USA durchsetzt. Die Rückführung ihrer Goldreserven aus den USA wäre ein erster Schritt, um der staatlichen deutschen Neutralität näher zu kommen. Mit diesem Schritt würde man die Möglichkeiten zur Erpressung durch die USA verringern. Obwohl die 37.000 US-Soldaten in Deutschland nach wie vor ein beträchtlicher Knüppel in den Händen der USA ist, um deren Willen in Deutschland durchzusetzen. Ein Knüppel, der die Deutschen jährlich mindestens 100 Millionen Euro kostet.

Einerseits, andererseits

Die Tagesschau läßt in der Gold-Debatte die Ökonomin Ulrike Neyer von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität zu Wort kommen, und die Dame ist einerseits für die Rückholaktion: „Meiner Meinung nach sollte man dieses Gold mittelfristig nach Deutschland holen. Die USA agieren zunehmend unberechenbar und scheinen kein verlässlicher Partner mehr zu sein.“ Aber andererseits: „Wenn man das Gold jetzt abziehen würde, dann würde man signalisieren, dass man überhaupt kein Vertrauen mehr in die US-Regierung und die dortige Zentralbank hat. Und das würde das Verhältnis zwischen Europa und den USA weiter verschlechtern.“ Frau Neyer kann den Knüppel sehen.

Gruppe anonymer Freiwilliger

Eine ultimative Antwort auf die nicht gestellte Goldfrage lieferte die Website „Der Postillon“: „Eine Gruppe anonymer Freiwilliger aus Gelsenkirchen hat sich bei der Bundesregierung gemeldet: „Wir sind Profis auf dem Gebiet der unbürokratischen Umlagerung von Finanzmitteln“, erklärten zwei vermummte Männer bei einer Pressekonferenz. „Wir konnten da schon in unserer Heimatstadt wichtige Erfahrungen sammeln. Wer Referenzen braucht, muss nur ‚Gelsenkirchen Sparkasse‘ googeln.“ – Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann!

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Ein Blick – 9 Monate – zurück: BSW – Quo vadis?

Erstellt von Redaktion am 26. Januar 2026

15.04.2025  von Andreas Wehr, https://www.andreas-wehr.eu/artikel-reader/bsw-quo-vadis.html

BSW – Quo vadis?
Vortrag auf der Veranstaltung „Reden im Raum“ am 4. April 2025
Eine Vorbemerkung: Die folgende Bewertung des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW)
beruht auf insgesamt fünf Artikeln von mir, die im Onlinemagazin Telepolis, der Zeitschrift
Hintergrund sowie auf meiner Website veröffentlicht wurden. Der erste Artikel erschien
bereits im Oktober 2023, die anderen im Herbst 2024 sowie Anfang 2025.
Meine Kritik am BSW habe ich also bereits lange vor der Bundestagswahl am 23. Februar
2025 vorgebracht. Und sie hätte auch nicht ihre Gültigkeit verloren, wäre das BSW
erfolgreich gewesen.

BSW als Kraft gegen Aufrüstung und Krieg
Gerade in der heutigen Zeit fehlt eine Fraktion des BSW im Deutschen Bundestag, gibt es
doch dort keine Partei, die sich konsequent gegen den massiven Aufrüstungskurs
ausspricht. Die Partei Die Linke lehnt die Aufrüstung zwar gleichfalls ab, doch wo sie
Einfluss auf das Gesehen nehmen kann, in den Landesregierungen an denen sie beteiligt ist,
duckt sie sich weg. So hat sie nicht verlangt, dass sich Bremen sowie Mecklenburg-
Vorpommern im Bundesrat bei der Abstimmung über die Grundgesetzänderung, mit der
eine unbegrenzte Aufrüstung möglich wird, enthalten. Anders aber haben die Regierungen
von Thüringen und Brandenburg an denen das BSW beteiligt ist gestimmt. Sie enthielten
sich. Das Scheitern des BSW bei den Wahlen ist daher auch eine Niederlage der
Friedensbewegung. Sie hat mit ihm eine wichtige Stimme im Bundestag verloren.
Das BSW als Partei ohne Mitglieder
In meinen Artikeln habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass das BSW eine Partei
fast ohne Mitglieder ist. Nach eigenen Angaben sind es gegenwärtig bundesweit nicht mehr
als 1.300. Selbst dort, wo es Landesregierungen angehört, sind es nur wenige: In Thüringen
knapp über 100 und in Brandenburg sogar nur 46. Mit seiner restriktiven
Aufnahmeregelung und der Selbstbeschränkung auf verschwindend wenige Mitglieder
verpasste das BSW das Momentum, um den Aufschwung der Friedensbewegung für sich zu
nutzen. Man verzichtete darauf, jene an sich zu binden, die von einer kriegsbereiten SPD
enttäuscht sind bzw. sich von einer grünlibertär gewendeten Partei Die Linke abwenden.
Und hier geht es um viele. Etwa um jene, die zu den Kundgebungen der Friedensbewegung
am 25. Februar und am 4. November 2023 sowie am 3. Oktober 2024 in Berlin
zusammenkamen. Sie setzten ihre ganze Hoffnung auf Sahra Wagenknecht und auf die von
ihr gegründete Partei. Schließlich war sie es doch, die mit dem „Manifest für den Frieden“
den Raum für eine Debatte über den Ukrainekrieg geöffnet hatte. Viele der knapp eine
Million Unterzeichner des Aufrufs wollten aber die neue Partei nicht nur wählen können,
sondern am Gelingen des Projekts als Mitglieder aktiv mitwirken. Sie vor den Kopf zu
stoßen, indem man die Türen der Partei verschlossen hält, war der sicherste Garant für das
Misslingen des Projekts „Bündnis Sahra Wagenknecht“.
Besonders im Bundestagswahlkampf machte sich das Fehlen einer Mitgliederbasis
schmerzlich bemerkbar. Notwendig gewesen wäre die personelle Präsenz vor Ort, und hier
nicht alleine in den großen Städten, sondern auch und gerade in den vielen Kleinstädten
und auf dem flachen Land. Doch mangels Mitglieder kandidierte das BSW nur in wenigen,
großstädtischen Wahlkreisen mit Direktkandidaten. Wahlkampf findet aber in erster Linie
mit Kandidaten vor Ort statt, in den vielen Diskussionsrunden die etwa Sozialverbände,
Sportvereine, Kirchengemeinden, Mieterorganisationen, Schulklassen und andere mit den
Vertretern der Parteien organisieren. Hier aber blieb der Platz des BSW regelmäßig leer.
Mangels Direktkandidaten führte das BSW auch keinen Haustürwahlkampf, ein
Wahlkampfmitttel, das diesmal vor allem Die Linke erfolgreich einsetzte. Dieses Versäumnis
dürfte sich erheblich auf das Ergebnis ausgewirkt haben, machen doch viele Wähler ihre
Entscheidung davon abhängig, dass die Parteien auch mit einem sichtbaren Kandidaten vor
Ort präsent sind. So gingen Stimmen verloren, die am Ende fehlten.
Doch auch nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag scheint man in der Führung des BSW
nichts daraus gelernt zu haben. Noch immer hält man die Türen für Interessierte nahezu
verschlossen. Auch jene, die sich als Unterstützer im Wahlkampf für das Bündnis engagiert
hatten, müssen –von wenigen Ausnahmen abgesehen – weiterhin draußen bleiben.
Das BSW als zentralistische Partei
Die geringen Mitgliederzahlen sind Ergebnis einer extrem zentralistischen zur
Aufnahmepraxis. In der Satzung des BSW ist festgelegt, dass über Mitgliedsanträge
„grundsätzlich der Bundesvorstand“ entscheidet. Er „kann hierbei dem zuständigen
Landesverband sowohl für den Einzelfall als auch generell schriftlich Vollmacht erteilen.
Diese Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden. Der Parteivorstand bleibt stets
entscheidungsbefugt.“ Dies ist eine extrem zentralistische Regelung, die keine andere
deutsche Partei kennt! In der SPD und auch in der CDU/CSU entscheiden etwa allein die 
unteren Parteigliederungen über Aufnahmeanträge.
Als offizieller Grund für diese restriktive Praxis wird die Sorge vor Unterwanderung und
lähmenden Fraktionskämpfen genannt. Diese Ängste sind durchaus nicht unberechtigt,
blickt man etwa auf das Schicksal der Partei Die Piraten, die nach kurzer Zeit vor allem an
internen Machtkämpfen scheiterte. Doch auch seine rigide Aufnahmepraxis konnte das BSW
nicht vor parteiinternem Streit bewahren. Friedrich Pürner, der als Kandidat des BSW in
das Europäische Parlament gewählt wurde, kritisierte bereits kurz darauf seine Partei
scharf und verließ das BSW nach nur wenigen Monaten. Erinnert sei auch an die
Gegengründung eines Hamburger Landesverbandes. Sie ging von Personen aus, denen
ausdrücklich bei Gründung des BSW die Mitgliedschaft angetragen wurde.
Doch die Angst vor Unterwanderung und Machtkämpfen ist das Eine. Nicht übersehen
werden darf daneben, dass eine geringe Mitgliederzahl für die wenigen Auserwählten einen
entscheidenden Vorteil bietet: Man bleibt unter sich und kann so über Kandidaturen für
lukrative Abgeordnetenmandate und Regierungsämter in kleinen Kreisen entscheiden.
Wenige Mitglieder und damit das Heraushalten kritischer Stimmen ermöglicht auch die
reibungslose Durchsetzung der ausschließlich ganz oben formulierten Programmatik. Eine
offene Diskussion oder gar Widerspruch gibt es nicht. Die beiden Parteitage des BSW waren
denn auch bloße Akklamationsveranstaltungen und Personality Shows der Parteigründerin.
Die Delegierten fungierten lediglich als Statisten.

BSW als „Catch-all-Party“ (Otto Kirchheimer): Das Bundestagswahlprogramm des BSW
besteht aus einer Sammlung von Forderungen, mit denen man möglichst vielen Menschen
nach dem Munde reden wollte. Eine durchgängige Linie ist nicht erkennbar. Im Gegenteil:
Man versteht sich ausdrücklich als weder rechts noch links und bezeichnet den eigenen
Standort als „links-konservativ“, was auch immer damit konkret gemeint ist.
Entstanden ist so das Bild einer „Staubsaugerpartei“ bzw. Catch-all-Party, deren
vorrangiges Ziel ist, möglichst viele Wählergruppen für sich zu gewinnen. Und so stehen
neben traditionellen linken Positionen etwa zu Frieden, Aussagen in der Migrationspolitik,
die man nur als islamophob bezeichnen kann. Selbst die populistische Forderung nach einer
Technokratenregierung auf Bundesebene fand Aufnahme in das Wahlprogramm – eine
klassisch neoliberale Position. Unübersehbar ist die Orientierung auf Wutbürger, dazu passt
die Kennzeichnung von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen unisono als „Altparteien“, eine
Bezeichnung, die auch die AfD verwendet.
BSW als Regierungspartei: Nach Erfolgen bei drei ostdeutschen Landtagswahlen im
September 2024 beteiligt sich das BSW an Regierungen in Thüringen und Brandenburg. In
Sachsen unterstützt es von Fall zu Fall die von CDU und SPD gestellte Regierung. Das BSW
erlangte so Einfluss auf die friedenspolitischen Haltungen dieser Länder und machte davon
auch bei der Abstimmung über die Grundgesetzänderung zur Ermöglichung weiterer
Aufrüstung Gebrauch. Ansonsten konnte das BSW als Regierungspartei aber kaum eigene
Akzente setzen. Kürzungen im Sozialbereich trug man in beiden Ländern klaglos mit.
Angestrebt wird ein möglichst geräuschloses Mitregieren des BSW unter Führung von CDU
bzw. SPD, Parteien, die man gleichzeitig auf Bundesebene als „Altparteien“ bekämpft.
Diese weitgehend widerspruchslose Unterordnung des BSW unter CDU und SPD musste zu
Enttäuschungen unter den Wählern in Thüringen, Sachsen und Brandenburg führen. In
Ergebnis schnitt das BSW bei den Bundestagswahlen dort deutlich schlechter ab als bei den
Landtagswahlen im September 2024. In Thüringen betrug der Stimmenverlust 41 Prozent,
in Sachsen 24 Prozent und in Brandenburg 21 Prozent. Dieser Widerspruch zwischen
verbaler Systemopposition auf Bundesebene und handzahmer Regierungspolitik auf
Länderebene dürfte der wichtigste Grund für das Scheitern bei der Bundestagswahl
gewesen sein.
BSW als Partei ohne Tradition, ohne Seele: Das BSW richtet seine Politik ausdrücklich
nicht am Klassenkonflikt aus. Stattdessen wählte man als Parteislogan die nichtssagenden
Worte „Vernunft und Gerechtigkeit“. Dies ist Ausdruck des allgemeinen Verlustes an
sozialistischer Tradition in der Gesellschaft, das BSW folgt damit dem Weg der SPD und der
Partei Die Linke.
Was wäre aber die Aufgabe einer Partei der Emanzipation, der Überwindung der vielfältigen
Diskriminierungen der Unterdrückten? Parteien sind vor allem für die Durchsetzung der
Rechte der Besitzlosen von existenzieller Bedeutung. Für den italienischen Philosophen und
Historiker Domenico Losurdo entsteht „die organisierte politische Partei auf der Woge einer
Forderung nach Emanzipation seitens der unteren Klassen. Sie sind es, die eine soweit wie
möglich verzweigte und kapillar verästelte Organisation benötigen, nicht etwa die Klassen,
die den Staats- und Regierungsapparat und den Reichtum zur Verfügung haben und dazu
auch noch den gesellschaftlichen Einfluss, der aus all dem sich unmittelbar ergibt. Deshalb
stellt sich während einer ganzen historischen Periode der bourgeoisen Meinungspartei die
organisierte Arbeiter- oder Volkspartei entgegen.“ Losurdo bezieht sich dabei auf Antonio
Gramsci: „Es sind die unteren Klassen, die zu organisierten und langanhaltenden
Anstrengungen greifen müssen, um eine autonome Kultur und eine autonome politische
Anschauung zu erarbeiten, um ‚ihre eigene Gruppe von unabhängigen Intellektuellen‘ zu
bilden und dies im Zuge eines Prozesses, der oft unterbrochen wird von der politischen und
ideologischen Initiative der herrschenden Gruppen’“.
Das BSW unterstützt aber einen solchen Selbstorganisations- und Lernprozess der unteren
Klassen nicht. An seine Stelle setzt es als Partei ohne Mitglieder ausschließlich auf
Stellvertreterpolitik durch Parlamentsfraktionen und Regierungsmitglieder. Dort, wo sie 
fehlen, ist das Bündnis nahezu unsichtbar.
BSW – Quo vadis?
Der weitere Weg des BSW bleibt für den Kampf gegen Militarisierung und Aufrüstung von
großer Bedeutung, gehört das Bündnis doch zu den wenigen verbliebenen Stimmen, die sich
gegen diesen verhängnisvollen Kurs in Deutschland aussprechen.
Um sich aber als Partei verankern zu können, bedarf es grundlegender Veränderungen:
Das BSW ist vor allem aufgerufen, seine Stellung im politischen System der Bundesrepublik
zu klären. Gegenwärtig zeigt es hier ein zutiefst widersprüchliches Bild: Auf der einen Seite
koaliert es in Ländern mit Parteien wie CDU und SPD. Andererseits steht es auf
Bundesebene in einem scharfen Gegensatz zu diesen Kräften, die sie als „Altparteien“
verurteilt.
Das BSW muss von einer Organisation, die von einer selbsternannten kleinen Gruppe
beherrscht wird, zu einer Mitgliederpartei werden. Nur dann kann es – wie von Sahra
Wagenknecht angestrebt – auch zu einer Volkspartei bei Wahlen werden.
Das BSW darf sich nicht einer offenen innerparteilichen Debatte über seine
programmatischen Ziele entziehen. Die Ausrichtung der Partei kann nicht länger allein von
nur einer Person, der Parteigründerin und Namensgeberin, bestimmt werden.
Das BSW bleibt als eine nach einer Person benannten Partei in ihrer Existenz immer
abhängig von ihr. Zu einer Reform des BSW gehört daher auch seine Umbenennung.
Quelle: https://www.andreas-wehr.eu/artikel-reader/bsw-quo-vadis.html

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Diskussionspapier, Zur Strategie der Friedensbewegung in Deutschland 2026‘ // Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar 2026

Erstellt von Redaktion am 22. Januar 2026

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Steigende Kriegsdienstverweigerungen zeigen wachsende Ablehnung von Zwangsdiensten – Neuer Höchststand !

Erstellt von Redaktion am 21. Januar 2026

15.01.2026   –   Neuer Höchststand!   –   Steigende Kriegsdienstverweigerungen zeigen wachsende Ablehnung von Zwangsdiensten

Hinweis:

Eine Nachfrage beim Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr ergab,

dass bis November 2025 sogar 6.739 KDV-Anträge bei ihnen eingegangen sind –

noch nicht alle wurden an das zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weitergeleitet.

In unserer folgenden Pressemeldung werden nur die Zahlen der KDV-Anträge genannt, die nach einer absolvierten Musterung bereits beim BAFzA zur Entscheidung vorliegen.

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) sieht sich durch aktuelle Medienberichte deutlich bestätigt:

Laut einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ ist die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung innerhalb kurzer Zeit um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Für die DFG-VK ist dies ein klares gesellschaftliches Signal gegen die politische Debatte um die Wiedereinführung oder Ausweitung von Wehr- und Zwangsdiensten.

Diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, erklärt Marius Pletsch, Bundessprecher der DFG-VK. „Immer mehr Menschen – insbesondere junge –

wollen nicht Teil militärischer Strukturen werden und lehnen es ab, zum Dienst an der Waffe gezwungen zu werden.“

Die steigenden Verweigerungszahlen seien keine Randerscheinung,

sondern Ausdruck einer tiefen Verunsicherung und eines wachsenden Unbehagens angesichts zunehmender Militarisierung.

Die Zahlen bilden zudem nur einen Teil der Realität ab, da viele Anträge bei der Bundeswehr hängen,

da sie ungediente Antragsstellende mustert und erst nach dem Musterungsergebnis die Anträge

an das eigentlich zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben weiterleitet.

Die DFG-VK kritisiert, dass die Bundesregierung trotz dieser Entwicklung weiter an Konzepten festhält, die faktisch auf eine neue Wehrpflicht hinauslaufen..

Statt die steigende Zahl von Verweigerungen ernst zu nehmen, werde versucht,

junge Menschen frühzeitig an die Bundeswehr zu binden und gesellschaftlichen Druck aufzubauen.

Das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung ist ein hohes Gut“, betont Ralf Buchterkirchen, ebenfalls Bundessprecher der DFG-VK.

Es darf weder ausgehöhlt noch bürokratisch erschwert werden.“

Die DFG-VK weist darauf hin, dass viele Betroffene aktuell unsicher seien, welche Rechte sie haben und wie ein Verweigerungsantrag gestellt werden kann.

Genau hier setzt die DFG-VK mit Beratungsangeboten und Informationsportalen,

wie www.verweigern.info, an.

Die Website verzeichnete im Jahr 2025 über 850.000 Zugriffe.

Aus Sicht der DFG-VK zeigt der starke Anstieg der Verweigerungsanträge vor allem eines: Sicherheit lässt sich nicht durch Zwang, Aufrüstung und Militarisierung schaffen.

Was wir brauchen, sind Investitionen in zivile Konfliktbearbeitung, soziale Sicherheit und eine aktive Friedenspolitik – nicht neue Formen der Wehrpflicht“, so Marius Pletsch.

Die DFG-VK fordert die Politik auf, die Signale aus der Gesellschaft ernst zu nehmen,

auf weitere Schritte in Richtung Zwangsdienste zu verzichten und stattdessen das Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu stärken.

Pressekontakt:
Michael Schulze von Glaßer
E-Mail: office@dfg-vk.de
+49176 23575236

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart 15. Januar 2026

Kategorie: Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemitteilung Stichworte: Bundeswehr, KDV, Kriegsdienst, Kriegsdienstverweigerung

Quelle: https://dfg-vk.de/neuer-hoechststand-steigende-kriegsdienstverweigerungen-zeigen-wachsende-ablehnung-von-zwangsdiensten/

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Zusammenfassung der (online) „Aktionsberatung Ostermarsch 2026“ am 11.01.2026 – 14 Uhr (bis 15:35 Uhr)

Erstellt von Redaktion am 20. Januar 2026

Zusammenfassung der (online) „Aktionsberatung Ostermarsch 2026“
am 11.01.2026 – 14 Uhr (bis 15:35 Uhr)

 

Zu der Aktionsberatung hatte das Netzwerk Friedenskooperative und die Friedens- und Zukunftswerkstatt / Ostermarschbüro Frankfurt eingeladen.

Über 120 Aktive aus der Friedensbewegung haben sich dazu angemeldet und ca. 100 davon nahmen aktiv an der Beratung teil.

Nach der Begrüßung durch Philipp Ingenleuf und einem Input von Willi van Ooyen (s. Anlage)

wurden die inhaltlichen Schwerpunkte der kommenden Ostermärsche diskutiert.

Kristian Golla übernahm die Moderation.

Im ersten Teil der Beratung wurde betont,

wie wichtig die inhaltliche Verständigung bei den Ostermarschaufrufen durch die örtlichen und regionalen Ostermarsch-Initiativen sei.

Die Verständigung vor Ort über Inhalte und Aktionsformen der Ostermärsche ist ein Merkmal der erfolgreichen Arbeit der Friedensbewegung

in den verschiedenen Städten und Regionen des Landes.

In der Diskussion wurde betont, dass in diesem Jahr klare Alternativen zur Militarisierung aller gesellschaftlichen Bereiche und eine klare Absage

gegen die Rechtsentwicklung und die zunehmende Repression gegen die Friedensbewegung gefordert werden sollte.

Im Mittelpunkt sollte die Forderung nach Abrüstung statt der Fortsetzung des Sozialabbau Politik stehen.

Stärker sollen auch historische Orte (antifaschistische Gedenkorte, Militäreinrichtungen, …) in die Aktionsplanungen einbezogen werden.

Mit der einsetzenden Wehrpflicht sollen besonders junge Mitstreiter*innen für die Aktionen zu Ostern – im Zusammenhang mit dem Aktionstag am 5. März –

angesprochen und gewonnen werden.

Nach einer Einschätzung der bisherigen Aktionen der Friedensbewegung informierte Philipp Ingenleuf über die in den letzten Jahren

gesteigerte quantitative Beteiligung an den Ostermärschen. Diese Tendenz solle in diesem Jahr verstärkt werden.

Die Anregung eine zentrale Losung und gemeinsame Forderungen für die bundesweite Ostermarschbewegung zu entwickeln,

wurde im zweiten Teil der Beratung angesprochen.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass die dezentralen Aufrufe und inhaltlichen Schwerpunkte

größere Mobilisierung ermöglichen.

Dies soll auch in diesem Jahr, so informierte Kristian Golla, durch die Übersicht der Ostermarschaktivitäten,

die die Friedenskooperative wieder zur Verfügung stellt, ermöglicht werden.

Dabei sollen die eingestellten Aufrufe und Aktionsmaterialien als Anregung für andere genutzt werden können. Wichtig ist dabei,

dass die regionalen Initiativen möglichst schnell den Stand der Vorbereitung der Aktionen mitteilen.

Die Friedenskooperative will entsprechendes Material (Eindruckplakate, Schilder, Aktionspakete) anbieten.

Auch die „Zeitung gegen den Krieg“ wird wieder als Massenmaterial zur Verfügung stehen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass das Treffen hilfreich für die Vorbereitung der Ostermärsche war.

Der Austausch der Ostermarschinitiativen soll bei größerer Nachfrage

(neue Initiativen, aktuelle Zuspitzungen, Repression gegen Ostermärsche) durch Einberufung einer weiteren Aktionsberatung möglich sein.

(WvO, Ph.I, KG)

 

Einleitungsbeitrag Willi van Ooyen zur Ostermarschberatung

Ich wünsche Euch allen alles Gute für das neue Jahr. Und dass, obwohl 2026 bereits mit der völlig illegalen US‑Militäroperation

gegen Venezuela und der Entführung des dortigen Präsidenten auf erschreckende Weise begonnen hat.

Hinzu kommen die zahlreichen fast täglichen Gewaltandrohungen von Präsident Trump, dem selbsternannten „Friedenspräsidenten“,

gegen eine ganze Reihe weiterer Staaten – darunter Iran, Cuba, Kolumbien, Mexiko, Grönland, Afrika und zuletzt sogar Kanada.

Das Völkerrecht wird faktisch beiseitegeschoben; es gilt nur noch das Recht des Stärkeren.

Und diese Stärkeren verfügen heute über Waffensysteme, die alles Leben auf der Erde innerhalb von Minuten auslöschen können –

in einer Welt, in der es weder Rüstungsbegrenzungen noch vertrauensbildende Maßnahmen oder eine Institution gibt,

die im Ernstfall deeskalierend einwirken könnte.

Wir leben zudem in einem Europa, dessen politische Führungen – trotz ihrer begrenzten Handlungsfähigkeit –

fast ausschließlich in Kategorien von Waffen und Krieg zu denken scheint.

Sie ist unfähig oder unwillig, sich für Frieden einzusetzen und die Prinzipien der UN‑Charta zu verteidigen.

Selbst angesichts eines Genozids unmittelbar vor unserer Haustür schweigen sie – und liefern zugleich die Waffen dafür.

Zum völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela fällt Bundeskanzler Merz nichts weiter ein, als ihn „komplex“ zu nennen.

Aber auch zu diesem Thema gibt es aktuell sehr viele Aktionen, die Mut machen.

Das zunehmend aggressive Vorgehen nach außen wie auch zunehmend nach innen –

geht einher mit einer erschütternden Doppelmoral.

Wenn die Regierenden von Hochrüstung und Kriegsbereitschaft reden, dürfen wir den Frieden nicht aufgeben.

Das sollten wir mit den diesjährigen Ostermärschen uns vornehmen.

Die Ostermarsch-Aktionen zeigen die breiteste und präsenteste Infrastruktur der Friedensbewegung in unserem Land.

Diese „Infrastruktur“ sollten wir weiter ausbauen. Denn damit erreichen wir in vielen Regionen des Landes Aktive,

um inhaltlich und organisatorisch die Gegenpositionen zur Militarisierung der gesamten Gesellschaft

mit deren Kampfbegriff „Friedenstüchtig“ angehen zu können. 

Wir müssen alles daransetzen, dass 2026 wieder zu einem Jahr wird, in dem die Weichen auf Frieden gestellt und die Kriegstreiber zurückgedrängt werden.

Bei den Ostermärschen und in den ersten Aufrufen dazu wird das Thema Hochrüstung (unsinniges 5%-Ziel) thematisiert.

Das Thema Kanonen statt Butter wird angesichts der Krisenbetroffenheit, die im Land spürbar ist, zentrales Thema sein.

Dazu sollten auch die Gewerkschaften bei den örtlichen Aktionen stärker eingebunden werden.

Die Atomwaffen und die für dieses Jahr avisierte Installation neuer Mittelstreckenwaffen sind sicherlich ein wichtiges zentrales Thema.

Erste Aktionen zum Atomwaffenverbotsvertrag am 22. Januar stehen an.

Zu den Mittelstreckenwaffen und den Einsatzplanungen (mit Wiesbaden und Grafenwöhr) wird es weitere Initiativen geben –

Auch ein Aufruf zur Unterstützung des Berliner Appels wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Wichtiger wird das Thema Wehrpflicht. Nach den Aktionen am 5. Dezember,

die in aller Regel von neuen Schüler-Aktionsinitiativen mit der Losung „Nein zur Wehrpflicht“ organisiert wurden,

steht der weitere Aktionstag am 5. März – also kurz vor den Ostermärschen an.

Wir sollten die Initiativen unterstützen und helfen, dass das Anliegen in vielen Orten durch Beratung und Aktionsunterstützung sichtbar wird

und viele Menschen – vor allem betroffene Jugendliche – erreicht.

Das Thema wird in den Ostermarschaktionen bereits eingeplant.

Auch die Umweltfragen und –Katastrophen sollen zu Ostern thematisiert und der Zusammenhang von Frieden und gesunder Lebensweise thematisiert werden.

Sicherlich werden die Ostermärsche auch ein Zeichen der internationalen Solidarität mit den kriegsbetroffenen Menschen und

den Friedenskräften in den verschiedenen Ländern setzen.

Wir brauchen Vertreter der Friedensbewegung aus den USA, aus Israel, aus Palästina, Lateinamerika, Afrika.

Auch internationale Organisationen wie die Welthungerhilfe, kirchliche Hilfsorganisationen, Flüchtlingshilfen, Medico,

die wegen der Militärpräferenz an den Rand gedrängt werden.

Besonders eines scheint, mir wichtig: wir sollen die Initiativen, die erstmalig sich zutrauen Ostern 2026 Aktionen zu planen, unterstützen.

Dabei gilt es die vielfältigen Aktionsformen zu Ostern (wie Friedensgottesdienste, Mahnwachen, Proteste gegen Rüstungsindustrie und Militäranlagen,

Fahrradaktionen, Kundgebungen, …) weiter zu beleben. Auch die Anreise zu regionalen Ostermärschen können vor Ort mit kleineren Aktionen begleitet werden.

 

Friedliche Grüße

Willi van Ooyen

 

Friedens- und Zukunftswerkstatt e. V.

c/o Frankfurter Gewerkschaftshaus

Wilhelm-Leuschner-Str. 69 – 77

60329 Frankfurt am Main

Tel.: 069 24 24 99.50

Fax: 069 24 24 99.51

frieden-und-zukunft@t-online.de

www.frieden-und-zukunft.de

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ENTWEDER FRIEDEN UND SOLIDARITÄT oder Hochrüstung und Kriegsvorbereitung – 2026 – DAS JAHR DER ENTSCHEIDUNG

Erstellt von Redaktion am 19. Januar 2026

Appell zum Handeln

2026 – DAS JAHR DER ENTSCHEIDUNG:

 

ENTWEDER FRIEDEN UND SOLIDARITÄT oder Hochrüstung und Kriegsvorbereitung

2026 ist ein Jahr existenzieller Entscheidungen für die Zukunft unseres Landes, die uns alle angehen. 2026 sollen US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationiert werden, nur in Deutschland. Es geht um die Grundentscheidung: Entweder wir setzen uns für ein friedliches, soziales und nachhaltiges Deutschland ein oder wir rutschen ab in eine lähmende und selbstzerstörende „Kriegstüchtigkeit.

Wenn es um den Frieden geht, haben wir alle ein Recht uns einzumischen. Wir rufen deshalb auf zur großen Weigerung unserer Gesellschaft gegen die neuen Mittelstreckenwaffen in unserem Land!

Wir sagen Nein zur Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Süddeutschland.

 

Sie sind Erstschlagwaffen. Sie machen Deutschland zu einem vorrangigen Kriegsziel und setzten einen neuen Rüstungswettlauf in Gang. Die geplanten Hyperschallraketen Dark Eagle steigern die Spannungen und sind insbesondere für Deutschland eine Gefahr, zum Ziel eines Präventivangriffs zu werden. Überdies fördern die geringen Vorwarnzeiten das Risiko von Fehlreaktionen.

Die Stationierung wurde ohne jede öffentliche und parlamentarische Diskussion entschieden. Abrüstungsverhandlungen sind nicht vorgesehen

 

„Wir müssen uns entscheiden – unterzeichnen Sie wie bereits über 90.000 weitere Bürgerinnen und Bürger – den Berliner Appell: Gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt. Unterstützen Sie die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig: Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ Beteiligen Sie sich an den Protestaktionen gegen die Mittelstreckenwaffen in Grafenwöhr und Wiesbaden. Frieden braucht Bewegung,

 

Wir stehen mit unserem Nein zu den Mittelstreckenwaffen auf der Seite von Frieden, Nachhaltigkeit und Solidarität. Das ist die Entscheidung, vor der wir in diesem Jahr stehen. Machen Sie mit.

 

Initiiert von Peter Brandt (Historiker, Initiative „Neue Entspannungspolitik jetzt!“), Reiner Braun (Vorstand der Naturwissenschaftler Friedensinitiative Verantwortung für den Frieden und des Internationalen Friedensbüros), Michael Müller (ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär, Vorsitzender der Naturfreunde), Willi van Ooyen (Bundesausschuss Friedensratschlag, Friedens- und Zukunftswerkstatt)

 

Unterstützerinnen und Unterstützer des Appells:

Yusuf As (Föderation demokratischer Arbeitervereine DIDF- Bundesvorstand), Dietmar Bartsch (MdB, Die Linke), Desiree Becker (MdB, Die Linke), Karl-Hans Bläsius (Prof. für Informatik), Lothar Binding (ehe. MdB und Bundesvorsitzender AG SPD 60plus), Britta Brandau (Gewerkschaft Ver.di), Christoph Butterwegge (Armutsforscher, Die Linke), Klaus Causemann (ehe. MdL SPD, Friedenspolitischer AK Ostalb), Sevim Dagdelen (Publizistin und Bundesvorstand BSW), Daniela Dahn (Schriftstellerin), Özlem Demirel (MdEP Die Linke), Barbara Dieckmann (Ehem. OB Bonn, Präsidentin Welthungerhilfe, Ehem. Stellv. Parteivorsitzende SPD), Wiebke Diehl (Journalistin und Autorin), Holger Egger (DGB-Kreisvorsitzender), Ulrike Eifler (Gewerkschaftssekretärin), Michael Erhardt (IG Metall Bevollmächtigter Frankfurt), Axel Fersen (Koordinator Erhard-Eppler-Friedenskreis), Stephan Gorol (Kulturmanager, Producer), Andreas Grünwald (Hamburger Forum), Reiner Hammelrath (ehem. Direktor des Landesverbands der Volkshochschulen NRW), Rita-Sybille Heinrich (Karl-Liebknecht-Kreis Brandenburg), Lühr Henken Bundesausschuss Friedensratschlag), Peter Hennicke (Umwelt- und Energieforscher), Friedhelm Hilgers (stellv. Bundesvorsitzender der AG SPD 60plus), Andrea Hornung (Initiative gegen die Wehrpflicht, SDAJ), Margot Käßmann (Theologin), Jutta Kausch-Henken (Schauspielerin, Berliner Friedenskoordination), Patrick Köbele (DKP), Ralf Krämer (Gewerkschafts-sekretär), Gesine Lötzsch (ehem. MdB Die Linke), Wolfgang Lieb (Staats-sekretär a.D. und Regierungssprecher von Johannes Rau), Rainer Mausfeld (Psychologe, Dozent, Buchautor), Pablo Miro (argentinisch-deutscher Komponist und Songwriter), Hans Misselwitz (Staatssekretär a. D. (Verhandlungsführer 2+4-Verhandlungen), Jule Neigel (Sängerin), Christof Ostheimer (Friedensforum Neumünster), Jürgen Peters (ehem. Vorsitzender der IG Metall), George Rashmawi (Palästinensische Gemeinde), Tommy Rödel (Trägerkreis gegen die Mittelstrecken-waffen in Grafenwöhr, DFG-VK), Wiltrud Rösch-Metzler (pax christi), Georg Stein (Palmyra Verlag), Christa Schmaus (Vorstand der Friedens- und Begegnungsstätte Mutlangen), Michael von der Schulenburg (MdEP für BSW), Joachim Schuster (ehem. MdEP SPD), Marina Spilner (ehem. stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD Düsseldorf), Heinz Stapf-Finé (Prof. für Sozialpolitik), Eva Stassek (ehem. IGM Bevollmächtigte Braunschweig), Helga Schwitzer (ehem. IGM-Vorstand), Reinhard Schwitzer (ehem. Gewerkschaftssekretär), Gerhard Strauch (Wiesbadener Bündnisses gegen Raketenstationierung), Peter Wahl (Publizist, Mitbegründer von Attac), Sahra Wagenknecht (ehem. MdB, BSW), Dr. Theodor Ziegler (Lehrbeauftragter für Religionspädagogik)

Funktionsangeben dienen nur der Information

 

Weitere Informationen und Rückmeldungen:

Michael Müller michael-hans-mueller@web.de

Reiner Braun Hr.braun@gmx.net

Willi van Ooyen willi.van_ooyen@t-online.de

 

 

Friedens- und Zukunftswerkstatt e. V.

c/o Frankfurter Gewerkschaftshaus

Wilhelm-Leuschner-Str. 69 – 77

60329 Frankfurt am Main

Tel.: 069 24 24 99.50

Fax: 069 24 24 99.51

frieden-und-zukunft@t-online.de

www.frieden-und-zukunft.de

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Hessische Kommunalwahl am 15.03.2026 – Bürger für Dreieich tritt zur Kommunalwahl an – Wahlkampfprogramm ist online

Erstellt von Redaktion am 18. Januar 2026

PRESSEMITTEILUNG

Bürger für Dreieich tritt zur Kommunalwahl an – Wahlkampfprogramm ist online

Dreieich, 15.01.2026 Fraktion Bürger für Dreieich ist seit 2017 in der Stadtverordnetenversammlung aktiv, schaffte 2021 den Wiedereinzug in das Stadtparlament und tritt zur anstehenden Kommunalwahl an. Die Spitzenplätze haben Natascha Bingenheimer und Tino Schumann inne, gefolgt von Henry Schmidt, Platz drei, und Albert Veillet, Platz vier. Es folgen Diana Grimm, Dorothea Afzal und Rainer Grimm.

Die Listenaufstellung erfolgte im Oktober 2025 einstimmig und umfasst insgesamt 15 Personen, allesamt alt eingesessene Dreieicher, die ganz unterschiedliche Fachkompetenzen und Perspektiven einbringen. Sie sind unabhängig, parteifrei und verstehen sich als Zusammenschluss für eine konstruktive Oppositionsarbeit in der STVV. „Wir hoffen, dass die verkrusteten politischen Strukturen mit März 2026 aufgebrochen werden können“, formulieren Bingenheimer und Schumann. „Wir kämpfen um einen weiteren Sitz in der städtischen Vertretung.“

Das Wahlprogramm setzt an erster Stelle die Aufforderung, städtische Entscheidungsprozesse transparenter zu gestalten und den Bürgern ein höheres Maß an echter Mitbestimmung zugänglich zu machen. BfD fordert: Größere und große Bauprojekte, Grundsatzentscheidungen und weit reichende, die Lebenswelt der Bürger betreffenden Inhalte müssen konsequent rückgekoppelt werden.

Dies betrifft aktuell insbesondere Planungen zur Bebauung der Rostadt oder die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17. „Wir lehnen es ab, dass bei Projekten wie z.Bsp. der Erweiterung der Ricarda-Huch-Schule oder ehemals Neue Mitte eine nicht genügende Prüfung von Baualternativen und -standorten stattfindet, ein Muster, das sich durch viele Entscheidungen und Zustimmungen des Stadtparlamentes zieht.“

Fraktion Bürger für Dreieich legt das Augenmerk aktiv auf die Verbesserung der Defizite bei der bestehenden Infrastruktur in den Bereichen Planung, Bau und Verwaltung. Fraktion Bürger für Dreieich stellt die Frage nach einem qualitativen, nicht quantitativen Wachstum, das sich am Interesse der bereits hier lebenden Menschen orientiert und den Naturschutz im Blick hat. Der Erhalt der Heimat ist ein zentrales Anliegen.

Bürger für Dreieich orientiert sich konsequent an Sachthemen und Argumenten, nicht einer Parteizugehörigkeit“, schließt Natascha Bingenheimer.

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Natascha Bingenheimer M.A. (Redaktion)
Tino Schumann
Stadtverordnete Dreieich
Henry Schmidt
Social Media

Fraktion Bürger für Dreieich
Rathaus Stadt Dreieich
Hauptstr.45
63303 Dreieich
———————————-
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Ein gutes, hoffentlich besseres neues Jahr 2026 wünscht allen Leserinnen und Lesern die gesamte Redaktion von DEMOKRATISCH-LINKS

Erstellt von Redaktion am 1. Januar 2026

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Kanzler Merz und seine Bielefeld-Verschwörung – Das Schicksal der Ukraine ist untrennbar mit der Beutegier der transatlantischen Eliten verbunden

Erstellt von Redaktion am 21. Dezember 2025

Kanzler Merz und seine Bielefeld-Verschwörung

Das Schicksal der Ukraine ist untrennbar mit der Beutegier der transatlantischen Eliten verbunden

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Bundeskanzler Merz, Regierungsklärung: „Die Sicherheit Europas ist untrennbar mit dem Schicksal und der Sicherheit der Ukraine verbunden. Untrennbar. Donnerknack, der Fritze! Hat es mal wieder drauf. Die Tagesschau fragte gleich gar nicht mehr, wie er denn seine schaumige „These“ begründe. Sie gab bloß etwas Speichel bei: „Es ist eine Rede mit historischer Schwere“.1 Mamma mia! Als ob es dem Fritz ums Überleben der europäischen Menschheit ginge und nicht bloß ums Schachern mit ukrainischem und russischem Eigentum. Und als ob Russland nicht zu Europa gehörte.

Wenn Merz plötzlich behauptete, „Bielefeld gibt es nicht“, dann würden diese Tagesschau-Genies es ihrem TV-Publikum garantiert genauso fromm verklickern. Glauben Sie nicht? Auch nicht, wenn Merz es tagtäglich und selbstbewusst wiederholte? Auf eine Art, die andere Zeitgenossen ebenfalls draufhaben und denen Sie bereits vertrauen? Pistorius? Steinmeier?

Bielefeld gibt es nicht. Bielefeld gibt es nicht. Bielefeld …“

Und was, wenn die Tagesschau den Quatsch nicht nur als beständig wiederholte O-Töne brächte, sondern überdies aus eigenen Stücken meldete? Tagein tagaus? So aber, genau so wird Massenhysterie erzeugt:

Morgen kommt der Russe! Morgen kommt der Russe. Morgen kommt der Russe. Morgen…

Merz ist Kanzler. Der sagt das, der weiß das. Huhuhu, wir müssen alle störben!

Wer folgt schon noch der Logik und bedenkt, dass Putin objektiv nicht das geringste Interesse an der Eroberung feindseliger mitteleuropäischer Länder hat? Welche Ressourcen könnten diese Kaputten ihm dann noch bieten, die sein Russland nicht in vielmals größerer Menge selber hat?

Schauen wir sie an, unsere illustre Korona von Kriegshetzern: Merz, Macron, Starmer, von der Leyen, Kallas, Wadephul, Klingbeil & Co.KG; scharwenzelnd umkreist vom meterweit nach Korruption stinkenden Bettelkönig Selenskyj. 76 Milliarden Euro hat die Bundesregierung nach eigenem Bekunden diesem Clown seit Frühjahr 2022 schon in den Hals geschoben. Doch der plärrt weiter „mehr, mehr, mehr!“

Vor der westeuropäischen Öffentlichkeit spielt sich diese EU-Truppe als Crème de la Crème aller Friedliebenden auf – und ist doch nur ein Verein politischer Pleitiers. Großmäulig, rücksichtlos, geschichtsblind, unbeliebt. „Koalition der Willigen“ nennt sie sich und übernahm damit (absichtsvoll?) die Selbstbetitelung der Völkermörder um US-Präsident George „Dabbeljuh“ Bush; jener abstoßend verlogenen Clique, die 2003 den weit unterlegenen Irak überfiel und ihn auf Jahre hinaus verwüstete. Bis zu einer Million Menschen, zumeist Zivilisten, starben in jenem Krieg und an seinen terroristischen Folgen.

Heute wissen wir, dass es den „Willigen“ von damals nicht um den Schutz vor Saddam Husseins angeblichen Massenvernichtungswaffen ging, sondern dass der irakische Ölreichtum sie reizte. Eine lohnende Beute: Obwohl der Irak seither zu den 5 wichtigsten ölfördernden Ländern der Welt aufstieg, blieb sein Nationaleinkommen pro Einwohner und Jahr im Armutsbereich: Gerade einmal 5600 Dollar (Platz 116) fielen voriges Jahr für die Iraker vom Tische der US-Besatzer ab.

Koalition der Willigen“. Damals wie heute von gleicher Amoral. Nicht nur die Namensgleichheit legt die Frage nahe, wieviel Verlogenheit in der Merz-Behauptung steckt, die Sicherheit Europas ist untrennbar mit der Sicherheit der Ukraine verbunden.“ Ach ja? Und wieviel Sicherheit genießen die Ukrainer vor dem Ausbeuterinteresse, das die europäische und transatlantische Kapitalisten-Elite an den reichhaltigen Bodenschätzen des Donbass hat?

Begehren ist des Menschen höchster Trieb

Der umkämpfte Donbass ist ein äußerst rohstoffreiches Gebiet. Es endgültig und restlos an Russland verloren geben zu müssen, wäre ein herber Schlag für die rohstoffarme EU. Der Marktwert des ukrainischen Rohstofflagers (Titan, Eisen, Neon, Nickel und Lithium) wird auf rund 11 Billionen Euro geschätzt. Damit ließe sich nicht nur Deutschlands Aufwand für seine Ukraine-„Hilfe“ locker kompensieren. 11 Billionen Euro! Solcher Reichtum an Ressourcen lässt jeden Profitgeier sabbern.

Fällt Ihnen auf, dass das Thema „Bodenschätze der Ukraine“ in unserer veröffentlichten Meinung recht sorgfältig umgangen wird? Stattdessen wird auf der ollen Kamelle

Die Ukraine verteidigt Europas Freiheit und Demokratie“

herumgelutscht. Das angejahrte Sozi-Bonbon wurde aus einer Regierungserklärung zum Afghanistankrieg von anno dunnemals (2004) herausgekratzt:

Deutschlands Demokratie wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt

Erklärung für das Stuss-Revival: Unsere Vorturner wollen vor dem gemeinen Volk nicht als raffgierige Ukraine-Ausbeuter dastehen. Sie gefallen sich als schauspielernde Freiheitshelden, Urdemokraten und Lordsiegelbewahrer wertewestlicher Moral: Wir sind die Edlen, Hilfreichen und Guten! Dumm nur, dass in manchen Schriftstücken regierungsnaher Thinktanks und Beraterfirmen immer mal wieder die tatsächlichen Motive aufscheinen:

Die derzeit von Russland besetzten Gebiete … bergen fast alle Zutaten, die für das Management der Wertschöpfungsketten und damit für den Übergang von Rohstoffen (Bergbau) zur verarbeitenden Industrie unter Verwendung von grüner Energie erforderlich sind. Sie könnten, vor allem aus dem Ausland, große Investitionen in Logistik und Produktion anlocken und nachhaltige Innovationsschübe auslösen … Bedingung für den Erfolg ist allerdings die Beseitigung der Korruption, ein großes Hindernis für Wachstum und Integration in die EU, und selbstverständlich zunächst das vollständige Vertreiben der russischen Invasoren.

Es gibt viele ähnliche Belege. 

Trump grätscht dazwischen

Die „Koalition der Willigen“ hat sich bisher nicht über ihre wirtschaftlichen Absichten und Motive verbreitet, ist aber ersichtlich sauer auf die Amis. Mit einem unverschämten Coup war US-Präsident Trump seinen EU-Vasallen bei deren Plänen zur Ausplünderung der Ukraine zuvorgekommen. Vertraglich und unter mächtig viel Getöse hatte er mit Selenskyj „vereinbart“, dass die Ukraine den USA ihre wichtigsten Rohstoffvorkommen für 50 Jahre zugänglich macht. 

Der berüchtigte US-Senator Lindsay Graham sprach dazu Klartext:  

Diese zehn bis zwölf Billionen Dollar an wichtigen Bodenschätzen könnten von der Ukraine und dem Westen genutzt werden, anstatt sie an Putin und China zu verschenken. … Helfen wir ihnen, einen Krieg zu gewinnen, den zu verlieren wir uns nicht leisten können.“

Nein sowas aber auch! Wieder nix über Freiheit und Demokratie. Das deutsche politmediale Funktionspersonal log obendrein über diesen „Deal“ noch ärger als die „Vertragsparteien“ selbst: Die Ukraine behalte alle Eigentumsrechte und die volle Kontrolle über ihre Rohstoffvorkommen. Die Süddeutsche Zeitung verstieg sich gar zu der Behauptung, das Trump-Selenskyj-Abkommen sei von Vorteil für die Ukraine. Noch schöner:

Und so wie es aussieht, können die Europäer daran mitverdienen.“ 

Das Handelsblatt hingegen weinte vertanen Profitchancen nach: 

Die EU hätte seit Jahren von ukrainischen Rohstoffen profitieren können – und hatte dafür sogar bereits einen Rahmen geschaffen. Im Juli 2021, Monate vor Russlands großem Überfall, beschlossen Kiew und Brüssel bereits eine ,strategische Partnerschaft‘. Man hatte sich auf die Gewinnung und Verarbeitung von kritischen Rohstoffen verständigt.“ 

Die EU-„Koalition der Willigen“ samt Sonnenkönigin von der Leyen („die EU bin ich“) schaute tatsächlich dumm aus der Wäsche, schluckte aber runter, dass Trump sie mit seinem schnellen Zugriff gefoppt hatte. Kurz darauf ließ von der Leyen sich von ihm auch noch höhere Zölle auf alle EU-Exporte aufbrummen. Madame erklärte außerdem großzügig die Bereitschaft der EU, den USA für 750 Milliarden US-Dollar umweltschädliches und minderwertiges (Fracking-)Flüssiggas abzukaufen. Als „Geschenk der EU“ sollen überdies 600 Milliarden Dollar Investitionen ins Amiland fließen.

Was denn, was denn? Die kommen nicht aus von der Leyens Privatschatulle, sie sind Kunstgeld aus dem Steuersäckel! Die Selbstherrlichkeit der EU-Kommissionspräsidentin sorgte zwar kurzfristig für Entsetzen, geriet aber schnell wieder in Vergessenheit; die pflichtvergessene Journaille machte ‘s möglich.  

Im selben Zeitraum lieferte Trump eine kaum beachtete weitere Kostprobe seiner kriminellen Energie. Leidtragende waren diesmal die Aktionäre der australischen Firma European Lithium. Der Börsenkurs ihrer Anteilsscheine stürzte Mitte des Jahres plötzlich ab. Eine Tochterfirma des Unternehmens hatte zwar die Bewilligung erwirkt, bei der Ortschaft Dobra, (Oblast Tscherkassy) Lithium abzubauen. Sie musste aber erleben, dass ihr Objekt von der Selenskyj-Truppe nach deren „Rohstoff-Deal“ mit Trump erneut ausgeschrieben worden war. Jetzt liegt die irische Firma TechMet favorisiert im Rennen; an TechMet ist – Überraschung! – die US-Regierung beteiligt.

Charakterköpfe

Die „Koalition der Willigen“ traut sich natürlich nicht, Trump entschieden entgegenzutreten. Zum Stellenprofil karrierebewusster EU-Politiker gehört eben auch die Bereitschaft, dem Ami hinten hineinzukriechen.

Unverdrossen versucht die Bagage aber weiterhin, zu retten, was sie in der Ukraine noch für sich retten zu können glaubt: mindestens einen partiellen Zugriff auf Bodenschätze im Donbass. Doch was für ‘n Pech: Russische Truppen eroberten jüngst in der Volksrepublik Donezk das Dorf Welyka Nowosilka. In dessen Umgebung lagern laut geologischen Studien rund 13,8 Millionen Tonnen lithiumhaltiges Erz (ungefähr das Zehnfache des von Trump gekaperten Dobra-Volumens). Das Vorkommen gilt als das größte seiner Art in Europa. Russlands Erfolg ist zugleich ein arger Rückschlag für die gierende „Koalition der Willigen“ und ihr krampfhaftes Bemühen, von China als Hauptlieferant von Lithium und Seltenen Erden unabhängig zu werden (hier auf Kosten der Ukraine).

Zur Fundamentierung ihrer „hehren“ Absichten hat die EU der Ukraine schließlich schon viele Milliarden Euro rübergeschoben: seit dem Jahr 2022 mehr als 94 Milliarden Euro, zwecks Haushaltssicherung, als Militärhilfe und als humanitäre Hilfe sowie zum Wiederaufbau. Großenteils in Form von Zuschüssen, der Rest in Form zinsloser beziehungsweise zinsgünstiger Kredite. Darüber hinaus, im Rahmen des Ukraine-Fazilität-Programms des Europäischen Rates: 6,97 Milliarden Euro Investitionszulage für den kommerziellen Bergbausektor (z.B. Lithium-Projekte). Als EU-Beitrittshilfe zur Anpassung an EU-Normen 4,76 Milliarden Euro. Seit März 2024 wurden im Rahmen dieses Programms bereits rund 25 Milliarden Euro ausgezahlt. Die Zuschüsse und Kredite sollen private Investoren anlocken und ihnen Sicherheiten für ihre Geldanlagen bieten. Anzeichen dafür, dass die Ukrainer selbst an den erhofften späteren Profiten beteiligt werden, fehlen. 

Nicht sein kann, was nicht sein darf: Diese bereits lockergemachten Abermilliarden sowie die damit verbundene Profiterwartung können sich die „Willigen“ und ihre EU-Blondinen von der Leyen / Kallas abschminken, wenn es Putin gelingt, seine wiederholt erklärten Absichten mit der Ukraine dauerhaft durchzusetzen (Entnazifizierung und De-Militarisierung, Eingliederung der vier vormaligen Oblaste Lugansk, Donezk, Zaporischja und Cherson in die Russische Föderation). Das ist – wegen Westeuropas Rohstoffarmut – der wahre Gau, den unsere westeuropäische Gurkentruppe fürchtet.

Und nun auch noch Trump! Der Ekelbrocken rempelte mit seinem 28-Punkte-Planunterm Arm unsere Polit-Elite am Ukraine-Buffett beiseite. Ihr stilles Internatsschüler-Gebet („Lieber Gott, gib, dass bei Tische / ich das größte Trumm erwische“) erfüllte sich bisher nicht. Die „Willigen“ hoffen trotzdem weiter, am Ende doch noch was abzukriegen.

Trumps Ukraine-Friedensgesäusel ist schließlich reiner Bluff. Er unterstützt Kiew fortlaufend mit Satellitendaten der militärischen Aufklärung gegen Russland. Er liefert Unmengen Waffen zur Fortsetzung des Krieges (und lässt seine westeuropäischen Dienstboten dafür blechen). Er verhängt sogar ungeniert neue Sanktionen gegen seinen „großartigen Freund“ Putin.

Merz ist abgeschminkt

Noch ist ungewiss, ob und wie Trump sich für Merz‘ vergeblichen Versuch revanchiert, sich am eingefrorenen russischen Staatsvermögen von rund 210 Milliarden Dollar zu vergreifen, die der Gerichtsbarkeit von EU-Mitgliedsstaaten unterfallen, hauptsächlich Belgien. Unser lieber Donald hatte damit bekanntlich eigene Pläne. Nicht, wie Merz, zur Verlängerung des Ukraine-Krieges, sondern zugunsten US-amerikanischer Oligarchen. Des Kanzlers EU-Kumpane fürchteten wohl Trumps Zorn und folgten Merz auf der Zielgeraden vorsichtshalber nicht mehr.

Der russische Geldberg in der EU bleibt vorerst unangetastet. Der vorlaute Merz ist mit seinem abenteuerlichen Beschlagnahmeplan krachend gescheitert. Jetzt wird die verbrecherische EU-Schuldenpolitik zur Finanzierung des Massensterbens in der Ukraine vorangetrieben. Den Herrschaften in Kiew wird nichts geschenkt; nur weitere Kredite werden ihnen gewährt. Ihre Bürger sollen, sofern sie überleben, das alles mal zurückzahlen – Milliarden und Abermilliarden, bis zum Weißbluten.

Das Einzige, was den Donald zum Kurswechsel bewegen könnte, wäre ein noch größerer Deal mit Putin als alle bisherigen Versuche: die Übernahme und Reparatur der nur teilweise zerbombten Nord Stream Gasleitung durch einen Ami-Konzern. Dann könnte Trump Mittel- und Westeuropäer zwingen, US-amerikanische Rechnungen für Gas aus Russland zu begleichen. Es wäre ein Treppenwitz der Weltgeschichte. Für die EU-Pappnasen der politische Bankrott.

Unserer „Koalition der Willigen“ bleibt folglich nur der (zusehends bröckelnde) Glaube, vielleicht doch noch um einen gigantischen Milliarden-Verlust herumzukommen, indem Selenskyjs Truppen das Blatt im Krieg gegen Russland wenden. Deshalb die deutschen Ministerappelle ans eigene Volk, endlich „kriegstüchtig“ zu werden. Deshalb das Getue der Bundesregierung, Baerbocks Milchmädchenrechnung „Das wird Russland ruinieren“ gehe tatsächlich demnächst noch auf. Deshalb ihr fortwährendes Bestreben, den russischen „Machthaber“ Putin zu dämonisieren. Kanzler Merz: 

Wenn die Ukraine fällt, hört er nicht auf.“

Die höchst aggressiv tönenden baltischen Staaten inszenieren sich schon mal als nächste Opfer, die dringend EU-Geld und NATO-Militärhilfe bräuchten: 

Wenn die Ukraine fällt, ist jedem klar, dass wir die nächsten sind. Putin hört nicht auf. Er kann nicht aufhören.“

Selbstredend hält sich unsere Tagesschau strikt an das Drehbuch der „Willigen“ und verliest deren Text. Gehorsam ist des Christen Schmuck! Mögen auch noch so viele Sachkundige gegen das verlogene Geschrei aufstehen, die Steißtrommelei mit kriegswütigen Parolen geht weiter. Putins beständige Versicherung, keinerlei Absichten mit Westeuropa zu hegen, verhallt.

Wir wollen keinen Krieg gegen Europa führen, das habe ich schon hundertmal gesagt. Aber wenn Europa plötzlich gegen uns Krieg führen will und damit anfängt, sind wir genau jetzt bereit… In der Ukraine gehen wir chirurgisch, vorsichtig vor. Das ist verständlich, oder? … (Aber) wenn Europa plötzlich einen Krieg gegen uns beginnen will und ihn beginnt, könnte sehr schnell eine Situation entstehen, in der es niemanden mehr gibt, mit dem wir verhandeln können.“

Putins Zusicherung und zugleich Warnung schaffte es nicht mal in eine 20-Uhr-Tagesschau. Obwohl er klar macht: Ein Krieg gegen die Atommacht Russland wäre der Untergang Deutschlands und seiner EU-Gefolgschaft.

Nabelschau

Liebevoll“ widmet sich unsere EU-Kampfgrinse vorerst den eigenen Kritikern und versucht, sie per Sanktion fertigzumachen. Wegen „Freiheit und Democracy“, gelle?

Halten wir noch ein bisschen Nabelschau. Seit 2021 habe das Vertrauen der Deutschen in Politik und Justiz kontinuierlich abgenommen, berichtete die FAZ unter Berufung auf eine Allensbach-Umfrage. Der Bundesregierung vertrauen demnach nur mehr 28 Prozent; vor vier Jahren waren es noch 48 Prozent. Auch das Vertrauen in die Medien sei von damals 39 auf heute 22 Prozent abgestürzt.

Deshalb zu guter Letzt unsere Frage: Freuen Sie sich auch schon ganz doll auf das Christenfest? Mit 20-Uhr-Tagesschau und Steinmeiers Weihnachtsansprache? Nach dieser Doppelportion staatstragende Sülze müssen Sie sich vielleicht Ihr Abendessen nochmal durch den Kopf gehen lassen. Aber Sie sehen einen gesellschaftlichen Kontext des schwäbischen Fluchs: „Heilig’s Blechle!“

 

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

 

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Wann gehen Roboter eigentlich in Rente? Nachdenken über die ’Schöne neue Welt’ der modernen menschlichen Produktionsgesellschaft!

Erstellt von Redaktion am 21. Dezember 2025

Wann gehen Roboter eigentlich in Rente? Nachdenken über die ’Schöne neue Welt’

der modernen menschlichen Produktionsgesellschaft!

Von Dr. Nikolaus Götz

In den großen Industrienationen der Welt sichern im 21. Jahrhundert überwiegend Roboter (1) die benötigte Produktion, während der Mensch, die sogenannte ’human resource’ als kostenintensiver Rechnungsfaktor der bisher noch menschlichen ’Industrie’, mehr und mehr entfernt wird. Doch weder die das Volk beherrschenden politischen Parteien noch deren delegierte, demokratisch(?) bestimmte Staatslenker diskutieren öffentlich dieses Problem der ’Verabschiedung des Menschen’ aus der modernen Produktions- und Dienstleisungs-gesellschaft. Die klassische ’Arbeit’, definiert nach dem Ökonom Karl Marx, gibt es nämlich nicht mehr. Nur negative Schlagzeilen von „Arbeitslosen“ beherrschen die Medienlandschaft, die dargestellt „als auf dem Säckel des Staates liegend“ und oft typisiert als ’Faulenzer’ abgestempelt werden. So wird von den herrschenden Machern des politischen Systems das lang bekannte strukturelle Problem der modernen Industriegesellschaft, nämlich, dass die auf Broterwerb angewiesenen Menschen „keine Arbeit finden“, auf individuelles Versagen abgeschoben. Komplett ignoriert oder völlig ausgeblendet wird die Tatsache: Arbeitsroboter mit dem vielfachen Leisungsniveau eines Menschen bestimmen die Produktionsrealität im 21. Jahrhundert!

Grundsätzlich ist die Entlastung des Menschen durch die ’Automatisierung der Produktion’ eigentlich positiv zu betrachten, da diese einerseits zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und andererseits generell zur Steigerung der menschlichen Lebensqualität führt, durch eine kontinuierliche, ganzjährig mögliche, ausreichende Produktversorgung. Welcher Mensch würde sich logischerweise gegen die hier angeführten Ziele der Automatisierung aussprechen, die für den Arbeitgeber, die Arbeitnehmer, den Konsumenten und für die Umwelt Vorteile bieten:

Für das Produkt:

Steigerung der Qualität

Verringerung der Fertigungszeit

Erhöhung der Stückzahlherstellung

Senkung der Produktionskosten

Optimierung des Preises am Markt

Für den Menschen:

Erleichterung der menschlichen Arbeit

Flexibilisierung des Arbeitsprozesses bei der Produktfertigung

Anhebung der Entlohnung der Arbeitnehmer

Gewinnsteigerung für den Produzenten

Für die Umwelt:

Verringerung des Ressourcenverbrauches und des sogenannten ’Abfalles’

Umweltschutz und Renaturierung

Für die globale Konsumgesellschaft:

Herstellung wie globaler Vertrieb des Produktes zu einem kostengünstigeren Preis

Steigerung der Lebensqualität aller Menschen (2)

Der amerikansche Großindustrielle Henry Ford hat die erfolgreiche Anwendung einer ’Automatisierung von Arbeitsabläufen’ schon um 1900 beim Vertrieb seines Produktes ’Auto’ erfolgreich aufgezeigt (3). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts blieben die Konsequenzen des Industriezeitalters jedoch mit den sich abzeichnenden Interessenskonflikten zwischen den ausgebeuteten Industriearbeitern, den Machern der Industrie wie auch der Verseuchung des Planeten Erde unberücksichtigt. So ist das Verhalten der ’Macher’, auch gegenüber den sozialen Konsequenzen für den Menschen aus heutiger Sicht, eher unverständlich. Warnende Stimmen gab es damals und gibt es heute mehr als genug.

Über die festzustellende Ausbeutung des Menschen durch fortschreitende Technisierung verfasste der berühmte deutsche Schriftsteller Gerhard Hauptmann schon 1892 sein soziales Drama ’Die Weber’(4), wobei der deutsche Autor so auch in die Geschichte zurückblickend ’den Aufstand’ von 1844 aufarbeitete (5) und die sozialen Unruhen von 1848 thematisierte. Während in jener Zeit die ’Zensur’ solche ’Querdenker’ belangte und der drohende Tod ihre offene Kritik unterdrückte, schaffen das heute die Mainstreammedien mit offener Meinungsmanipulaton und TV-Angstkampagnen. Hierbei spielen die systemkonformen alle Probleme wegdiskutierenden ’Influenzer’ eine bedeutende Rolle, wobei die 2020 durchlebte „schreckliche Coronapandemie“ die mediale Volksverdummung mehr als nur belegt (6). Die Fernsehkritik an der ’Macht um acht’ war und ist nicht mehr zu überhören (7)!

Warum aber über die strukturelle Veränderung der industriellen Produktionsweisen nachdenken, die gerade mit der ’Künstlichen Intelligenz’ einen neuen Innovationsschub erfahren hat? Leben wir Menschen doch alle bekanntermaßen mit der jeweils aktuellen Gegenwart in „der besten aller Welten“(8). So lautet nämlich etwa seit 1710 mit dem deutschen Philosophen Gottfried Wilhem Leibniz die dreiste Problemverdrängungslüge der Herrschenden, die sogar den französischen Systemkritiker und Philosophen Voltaire auf den Plan rief und 1759 zu seinem Bestseller inspirierte: „Candide oder der Optimismus“ (9) Andere heutige sogenannte ’linke’ Denker fokussieren sich bei ihren Wirtschaftsanalysen auf die schändliche Politik des sogenannten ’Neoliberalismus’ ohne dabei über die fortschreitende Robotisierung der notwendigen Primär-, Sekundär- und Tertiärproduktion mit ihren zwangsläufigen Konsequenzen für jeden einzelnen Menschen nachzudenken. Während der grüne Joschka Fischer für seine Partei DIE GRÜNEN einen ökologischen ’Umbau der Industriegesellschaft’ vorwegdachte (10), hat die sogenannte politische ’Linke’ bisher kein Konzept für einen Strukturaufbau einer zukünftigen für den Menschen’arbeitsfreien’ Konsumgesellschaft entwickelt. Wo also bleibt das angedachte „Schlaraffenland für ALLE“?

Schon lange ist die Diskussion um das ’Bedingungslose Grundeinkommen’ für alle Menschen aus dem öffentlichen Diskus verschwunden und deren Befürworter einer besseren „postindustriellen Zukunft“ sind vergessen (11). Eher jammervoll sind auch die Erklärungen von Linken, wenn es um die Einordnung des ’Bedingslosen Einkommens’ zur Philosophie einer ’sozialistischen’ oder ’kommunistischen’ Gesellschaft’ geht. So fällt auch den staatstragenden Medien und ihren vielredenden ’Nachdenkern’ nichts ein, außer ihrem TV-Publikum beispielsweise einen ’Krimi’ zu präsentieren, in dem die veralterten menschlichen Sexarbeiterinnen durch neue Sexroboterinnen aus China ersetzt sind. Welch ein bewundernswerter Fortschritt für die Menschheit!

Doch ’Hollywood’ zeichnet die inzwischen technisch mögliche Produktionswelt von Morgen im Science fiction Film ’I Robot’ viel realistischer auf (12). Auch im Film ’Elysium’ (13) sind die Roboter allgegenwärtig, doch hollywoodtypisch: ein ’auserwählter Messias/Krieger’ überwindet halt alle Probleme. Bedingt durch die vordergründige’action’ der jeweiligen Filmhandlung wird die eigentlich zu stellende Frage marginalisert oder kompett verdrängt: „Wann hat der nicht arbeitende Mensch das Recht auf Zugriff auf die durch Roboter erstellte Produktion erlangt?“ Diese noch bevorstehende ’Revolution’ in der Menschheitsgeschichte wird im Film wie in der gegenwärtigen politischen Realität ausgeblendet.

Heute konzentriert sich der ’unpolitische’ Dialog gewisser total konservativer Herrschaftseliten viel lieber ablenkend auf die Zeitfrage: „Wann geht der Mensch in Rente?“ Eine weitere beliebte Frage dieser Studienanfänger der Betriebswirtschaft in Amt und Würde, die der Glaubensrichtung einer ’Schwarzen Null’ im Etat des Staates folgen, lautet: „Wer soll das alles bezahlen?“ Und die Kombination der beiden Fragen bringt logischerweise die phantasielose simple Lösung: Alle Menschen müssen weiter, länger arbeiten… „…bis dass der Tod uns scheidet“. Und die Führer der Nationen investieren die Arbeitskraft ihrer Völker wie im Altertum, wie beim Adolf, wie auch heute erneut in die Rüstungspoduktion! Seit Jahrhunderten eben ’nix Neues’ in den Köpfen wie in den Parteiprogrammen für die Welt der Arbeit!

Derweil übernehmen alsbald die Roboter dank ihrer KI die Produktionsherrschaft auf der Erde. Endlich wird von resoucenverschleißender unnützer Kriegsproduktion auf rein zivile Warenproduktion umgestellt und bei Bestellung nach ’Bedarf’ sofort geliefert. Während bei dem Philosophen Voltaire der Mensch im 18. Jahrhundert zumindest noch „…seinen Garten bestellen“ musste, um sich ernähren zu können, schließt sich nun der Reflexionskreis um die ’Verrentung der Roboter’ in der Utopie, der vielleicht finalen ’schönen neuen Welt’ eines Aldous Huxley „im Jahr der Beständigkeit,… 632 n(ach) F(ord)“ (14).

Anmerkungen:

1 Im Deutschen hat der Begriff ’Roboter’ drei Bedeutungsebenen. „1) (umganssprachlich) Schwerstarbeiter, 2. a) äußerlich wie ein Mensch gestaltete Apparatur, die manuelle Funktionen eines Menschen ausführen kann; Maschinenmensch, b) elektronisch gesteuertes Gerät“ siehe: DUDEN Das Fremdwörterbuch (Band 5), Mannheim 1974, S.640. „Der Einsatz von Robotern hat die Produktion grundlegend verändert. Roboter in der Industrie übernehmen monotone, gefährliche oder physisch anstrengende Aufgaben und ermöglichen es, Prozesse rund um die Uhr am Laufen zu halten. Sie sind zentral für das Konzept der Industrie 4.0, in dem Maschinen und Systeme intelligent miteinander vernetzt sind.“ Siehe: werkstattstadt.de/roboter-in-der-industrie/

2 Die hier angeführten Argumente sind bestimmt inkomplett und können gerne ergänzt werden.

3 Vgl.: wikipedia.org/wiki/Henry_Ford; dieser Amerikaner dient zugleich als Namensgeber einer neuen gesellschaftlichen Zeitenrechnung im utopischen Roman von Aldrous Huxley: Schöne neue Welt, München 1932.

4 Vgl: wikipedia.org/wiki/Die_Weber

5 Nach den Arbeiteraufständen von 1830 erschütterten insbesondere erneut 1848 “soziale Unruhen“ nicht nur Frankreich sondern auch Deutschland, wobei diese Arbeitskämpfe von der Obrigkeit niedergeschlagen und durch die ’Restauration’ der politischen Systeme unterdrückt wurden. Der Historiker Paul Sethe kommentiert dabei: „Diese und andere Hungerrevolten hatten kein anderes Ziel, als halbwegs erträglich Lebensbedingungen für notleidende Menschen zu schaffen.“ Siehe: Paul Sethe: Deutsche Geschichte im letzten Jahrhundert von 1848 bis 1960, München 1977, S. 10

6 Die größten Manipulatoren saßen in den TV-Anstalten ARD/ZDF bis RTL, deren permanente Angstkampagnen erst den Massenwahn mit „Maske, Abstandsregeln und Corona-Kontrollmännchen“ ermöglichten. Siehe: Jens Berger: Schwarzbuch Corona. Zwischenbilanz der vermeidbaren Schäden und tolerierbaren Opfer, Frankfurt am Main, 2021

7 Vgl. beispielsweise: Richard David Precht/Harald Welzer: Die Vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist, Frankfurt am Main, 2022

8 Vgl.: wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz

9 Der große französische Schriftsteller der Aufklärung Voltaire greift die philosophischen Überlegungen von Leibniz auf und parodiert sie mehrfach in seinem Erfolgsroman ’Candide oder der Optimismus’ aus dem Jahr 1759. Schon die antagonistische Wortwahl des Buchtitels kündigt dem damaligen Lesepublikum seine scharfe Gesellschaftskritik an. Der ’Held’ der Novelle ’Candide’ wird präsentiert mit einem eher naiv aber aufrichtigen Urteilsvermögen, kombiniert mit einem eher einfachen Verstand. Candide ist eben ein ’grüner’ Jüngling, der ob seiner Unerfahrenheit seine Umwelt wie seine ihn umgebenden Mitmenschen gerade deshalb eben optimistisch und gar stets positiv aufnimmt.

10 „Der Kapitalismus hat jetzt die ganze und alleinige Verantwortung für die Gattung Mensch und die Erhaltung des Ökosystems der Erde.“Siehe: Joschka Fischer: Der Umbau der Industriegesellschaft. Plädoyer wider die herrschende Umweltlüge, Frankfurt 1989

11 Vgl. beispielsweise die Publikation des Gründers der dm-Drogeriemärkte aus dem Jahr 2016: Götz Werner/Adrienne Goehler: 1000 Euro für jeden. Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen, Berlin 2010. Grundlage seiner Überlegungen sind dabei die offen konstatierte strukturelle Arbeitslosigkeit, die prekäre Bezahlung der Arbeitnehmenden und die Vielzahl von befristenen Arbeitsverträgen, alles Begleitphänomene der gegenwärtigen Industriegesellschaft, auf die deren Macher keine Lösungen anstreben, um Armut abzuschaffen und den Menschen eine Existenz in Würde zu ermöglichen. Und die Position der Partei Die Linke: „Grundeinkommen: Supergau auf dem Linken-Bundesparteitag in Halle“, siehe: Demokratisch-links.de vom 9. November 2024; von Charlotte Ullmann, ehemaliges LaVo-Mitglied der Partei Die Linke, LV Hessen: „Der Supergau ist eingetreten. Für die Befürworter eines linken, emanzipatorischen Grundeinkommens (BGE)! Das linke Konzept, abgeschmettert auf dem Parteitag in Halle am 20. 10. 2024 nach kurzer kontroverser Debatte um ca.10:00 vormittags…“

12 Im Film ’I Robot’ wird jedem Menschen ein ’Roboter neuen Tpys’ ausgeliefert, der die Standartfrage artikuliert: „Was kann ich für Sie tun?“ Siehe auch: wikipedia.org/wiki/ I,_Ro-bot_(Film)

13 Das hier verwendete Wort des Filmtitels ’Elysium’ ist die latinisierte Form des griechischen Wortes ’Elysion’, was so viel wie „Land der Seeligen“ oder Insel der Seeligen bedeutet: siehe auch: wikipedia.org/wiki/Unterwelt_der_griechischen_Mythologie;

14 Der berühmte Schlusssatz im Werk ’Candide’ des französischen Philosophen Voltaire lautet: „…mais il faut cultiver le jardin“ (..aber, man muss den Garten bestellen!). Aldous Huxley hat seinen Roman im Jahr 1932 veröffentlicht. In dieser Fiktion einer zukünftigen Gesellschaft leben zwar alle Menschen im Luxus einer absoluten Wohlstandsgesellschaft, jedoch ….mit ’genormten Glück’…und die ’Katastrophe’ in der sarkastisch so bezeichneten sozialen Utopie einer ’Schönen neuen Welt’ entwickelt sich in spannend-faszinierender Weise vor dem geistigen Auge der Leserschaft… Siehe: Aldous Huxley: Schöne neue Welt, Hamburg 1953, S. 19https://www.stern.de/wirtschaft/grundeinkommen–erster-staat-zahlt-seinen-buergern-regelmaessig-geld-36970772.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

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Die Pflege vor dem Kollaps, eine Reform unter Kürzungsdruck und die Wirtschaft in der Krise – Gesundheitspolitik – Sozial finanzieren geht nicht –

Erstellt von Redaktion am 28. November 2025

Gesundheitspolitik

Sozial finanzieren geht nicht

Die Pflege vor dem Kollaps, eine Reform unter Kürzungsdruck und die Wirtschaft in der Krise

Von David Maiwald

Die Pflege ist drastisch unterfinanziert, belastet Fachkräfte, zu pflegende Personen und ihre Angehörigen

Krankenversorgung wird teurer, die Pflege für die meisten unbezahlbar. Und die Bundesregierung? Plant Kürzungen. Auch die Chefin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, sieht in der Pflege mittlerweile eine »Armutsfalle« für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Die von ihnen zu zahlende Eigenbeteiligung sei zu »fixieren«, erklärte sie im Gespräch mit den Funke-Medien (Montagausgabe). Wie hoch ein solcher Selbstbetrag ausfallen sollte, dazu wollte sich Hasselfeldt entsprechenden Vorabmeldungen zufolge nicht festlegen. Nur soviel: Alle übrigen Kosten seien von der Pflegeversicherung und vom Staat zu bezahlen, erklärte sie.

Erst vergangene Woche hatte eine Datenauswertung des Verbands der Ersatzkassen (Vdek) ergeben, dass der Eigenanteil für die stationäre Pflege auf mittlerweile über 3.000 Euro monatlich angehoben worden ist. Mit 3.108 Euro bitten Einrichtungen zu pflegende Personen und ihre Angehörigen im Schnitt zur Kasse – ein Plus von rund 4,5 Prozent gegenüber den durchschnittlichen 2.871 Euro zuvor. »In manchen Regionen zahlen pflegebedürftige Menschen mehr als 4.000 Euro zu«, wusste auch DRK-Präsidentin Hasselfeldt zu berichten. Betroffene Familien können das verständlicherweise längst nicht mehr bezahlen. Und der Bund ist von einer auskömmlichen Finanzierung der Pflege weiterhin weit entfernt.

Mehr noch: Er hält aktiv Finanzmittel aus Beitragszahlungen zurück, die während der Coronapandemie für gesamtgesellschaftliche Ausgaben abgerechnet wurden, kritisiert der Sozialverband VdK, der daher eine Musterklage gegen die Regierung erwägt. Da sich der Bund einer Rückzahlung der offenen 5,2 Milliarden Euro verweigere, müsse sich die Situation der Pflegekassen durch den Haushaltsentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) weiter verschärfen, teilte der VdK vergangene Woche mit: Der vom Minister ausgerufene »Sparkurs« in allen Ressorts lege der geplanten »Reformkommission« der Sozialversicherungen »bereits vor Arbeitsaufnahme Fesseln an«. Es sei überdies »längst überfällig, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen«, hieß es weiter.

Mit seinen Forderungen steht der VdK nicht alleine da. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat solchen Vorstellungen jedoch bereits eine Absage erteilt. Heißt: Auf die gesetzlich Versicherten hierzulande kommen höhere Beiträge zu. Denn ein sogenanntes Pflegegeld für mit der Sorge ihrer Angehörigen beschäftigte Familienmitglieder soll es laut Koalitionsvertrag von »Schwarz-Rot« erst bei volkswirtschaftlich besseren Gesamtbedingungen geben. Wann das sein soll, steht bei der aktuellen Lage völlig in den Sternen. Verschiedene Forschungsinstitute rechnen zwar mit einem Ende der Krise ab 2026 und einer spürbaren Erholung. Doch hat die Bundesregierung dies von den vergangenen Frühjahres- und Herbstprojektionen regelmäßig vorausgesagt und wieder revidiert.

Schon jetzt ist die Erwerbslosigkeit auf einem neuen Höchststand. Wie bei knapper Kasse und steigenden Kosten die Wirtschaft angekurbelt werden soll, bleibt vorerst unklar. Überhaupt: Mit dem sprunghaften Zollgebaren der aktuellen US-Regierung ist überhaupt nicht absehbar, wie sich das Geschäftsumfeld in BRD und EU in den kommenden Monaten entwickelt. Hinsichtlich der Krise der Industrie und teils drastischer Gewinneinbrüche, etwa in der Autoindustrie, dürfte für die Bosse erst einmal »Rosskur« statt Erholung anstehen. Und das heißt in der Praxis: Stellen kürzen, Beschäftigte entlassen, Produktion verlagern, Rendite erhöhen.

Machen die Pflegeeinrichtungen übrigens genauso: »Eine Kombination aus Arbeitskräftemangel und Finanzierungsproblemen der Pflege führt dazu, dass manche Häuser Betten abbauen, Abteilungen schließen und ganze Häuser insolvent gehen«, erklärte Hasselfeldt den Funke-Medien. Kommt eine jährlich steigende Zahl an Pflegebedürftigen hinzu. Warum dann keine Vollversicherung, aus Beiträgen aller finanziert, ohne Eigenanteil? »Nicht finanzierbar«, wurde die langjährige CSU-Abgeordnete zitiert. Als würde »Armutsfalle« nicht ein und dasselbe bedeuten.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/505366.gesundheitspolitik-sozial-finanzieren-geht-nicht.html

Aus: Ausgabe vom 04.08.2025, Seite 5 / Inland

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Pistorius für Rheinmetall – NATO europäisch kostümiert

Erstellt von Redaktion am 28. November 2025

Autor:Uli Gellermann, Datum:

Boris Pistorius ist der typische sozialdemokratische Apparatschik: Von Pöstchen zu Pöstchen hangelte er sich vom Aktentaschenträger des niedersächsischen Innenministers zum Besitzer einer eignen Aktentasche als Verteidigungsminister. Solche Karrieristen wissen meist, woher der Wind weht und halten ihr Profil schön flach. Aber das gelang ihm nicht immer. Bei einem Besuch des Rüstungskonzerns Rheinmetall lobte er dessen „Große Tradition“. Dass Rheinmetall lange Zeit als „Reichswerke Herman Göring“ firmierte und traditionell Zwangsarbeiter einsetzte, um den Nazikrieg zum Endsieg zu bringen, war ihm anscheinend entfallen.

Die Parole heißt „Vorne!“

In dieser Tradition sieht sich Rheinmetall auch heute: Tapfer liefert der Rüstungskonzern seine 13 Millionen Euro teure Mordmaschine „Skyranger 35“ in den Ukrainekrieg: Der Hitlerkrieg gegen Russland ging verloren; man liefert heute für die Revanche, irgendwann möchte man doch mal den Krieg an der Ostfront gewinnen. Natürlich nicht im Braun der Naziuniform, man kostümiert sich heute europäisch; das ist der neue Tarnanzug, in dem man die alten Interessen besser vertreten kann. Zumal die atlantische NATO wackelt: Die Trump-USA reden ja sogar mit den Russen! Da weiß der Ostkrieger nicht mehr, wo vorne und hinten ist, und die neue Parole heißt deshalb „Vorne!“.

Rüstungshaushalt liegt bei 108,2 Milliarden Euro

Ganz vorne ist Pistorius dabei, wenn er in diesen Tagen verlangt: „Die NATO muß europäisch werden!“. Klar, ohne das deutsche Wesen im EU-Gewand kann der Krieg in der Ukraine nicht gewonnen werden. Der aktuelle deutsche „Verteidigungshaushalt“ liegt bei 108,2 Milliarden Euro. Diese Unsumme muß gerechtfertigt werden; das geht nur, wenn die Lüge von der russischen Bedrohung weiter verbreitet wird. Zudem unterliegen die Waffen, die im Ukrainekrieg eingesetzt werden, einem gewissen Verschleiß, das steigert Umsatz und Profit von Rheinmetall.

Zyankalipreis wird steigen

Das weltweite „geopolitische Schachbrett verändert sich gerade rasant“, sagte der SPD-Politiker bei der Aussprache zum sogenannten Verteidigungshaushalt. Die Sprache ist verräterisch: Pistorius versucht, den Krieg als ein Spiel zu verkaufen und tut so, als sei dieses „Spiel“ von der EU und den Deutschen zu gewinnen. Hermann Göring ist dem Tod durch den Strang nur durch Selbstmord mit einer Zyankali-Pille entgangen. Der Zyankalipreis wird steigen, wenn das „Schachbrett“ dank deutscher Hilfe gekippt ist.

Pistorius warnt vor „Kapitulationsfrieden“

Es ist die „schöne neue Welt“, in der Krieg Frieden heißt, aus deren Wörterbuch sich Pistorius bedient: Für ihn ist man besiegt, wenn man in der Ukraine einen Frieden anstrebt. Es ist die perverse Rheinmetallwelt, die aus dem deutschen Rüstungsminister spricht. Nach dem Sieg der Russen werden die Aktien von Rheinmetall fallen und mit ihnen auch Pistorius.

 

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Kurze Geschichte der modernen ’Deutschen Friedensbewegung’

Erstellt von Redaktion am 27. November 2025

Kurze Geschichte der modernen ’Deutschen Friedensbewegung’

Von Dr. Nikolaus Götz

Am Karfreitag des Jahres 1960 starteten in Hamburg-Harburg Gegner der deutschen Wiederbewaffnung und der atomaren Aufrüstung West-Deutschlands ihren ersten sogenannten ’Ostermarsch’ in der Bundesrepublik Deutschland. Diese Aktivisten marschierten dabei zu einem Truppenübungsplatz des neu gegründeten deutschen Militärs, der sogenannten ’Bundeswehr’, im niedersächsischen Bergen-Hohne bei Celle. Dieser Friedensmarsch nach englischem Vorbild gilt heute als die Geburtsstunde der modernen ’Deutschen Friedensbewegung’, deren Unterstützer sich bundesweit unterschiedlich präsentieren: regional, thematisch wie politisch-konfessionell. Die Kubakrise von 1962 und der Ost-West-Konflikt zwischen der SU und den USA sorgten zunächst für immer stärkeren Zustrom zu dieser Protestbewegung, zumal die Mehrzahl aller Deutschen nach dem zeitlich erst kurz zurückliegenden Zweiten Weltkrieg, ’Nie wieder Krieg’ erleben wollte.

Nach einer Phase der Stagnation erhielt in den 1970er-Jahren die Friedensbewegung wieder stärkere mediale Beachtung und zu Beginn der 1980er-Jahre mit der ’Pershing II’ Nachrüstungsdebatte und der damit verbundenen atomaren Bedrohnung neuen starken Zulauf. Hunderttausende eher jüngere Menschen protestierten damals gegen die politische Entscheidung der Stationierung atomarer Mittelstreckenwaffen durch die deutsche Regierung unter dem regierenden Kanzler Helmut Schmidt (SPD). Während die SPD mit Altkanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt als Redner von den Protestanten in Bonn 1983 nur noch toleriert wurde, ging erstmals eine neue Partei aus den jährlichen Demonstrationen ’Für Frieden und Abrüstung’ hervor: DIE GRÜNEN. Diese zu jenem Zeitpunkt sich politisch noch ’gewaltfrei’ nennende Partei ist heute als BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN jedoch mit ihrer aktuellen Führungsriege neben der CDU, der SPD wie der AfD eine der treibenden Kräfte bei der neuen deutschen Militarisierung genannt ’Zeitenwende’ und bei den sich steigernden Waffenlieferungen an die Ukraine.

Zu einer der bekanntesten Friedensdemos in der Geschichte der Bundesrepublik gehört jene vom 10. Juni 1982 in Bonn. Fast eine halbe Million Menschen gingen an diesem Tag gegen den Nato-Doppelbeschluss friedlich auf die Straße. Auch in der damaligen DDR stießen die Forderungen der Demonstranten auf große Resonanz, zumal das demokratische Engagement der westdeutschen Friedensmarschierer nachweislich den schon drohenden Atomkrieg zwischen den USA und der SU verhinderte! Diese bundesdeutsche Großdemo lieferte ungewollt zudem den Ostdeutschen in der DDR die Aktionsvorlage, mit der diesen 1989 eine friedliche politische ’Wende’ gelang.

1989 nach dem Ende des ’Kalten Krieges’ und dem ’Fall der Mauer’ wurden, durch den Wegfall des Ost-West-Konfliktes und durch die damit verbundene abnehmende Bedrohungslage, die jährlichen Ostermärsche für ’Frieden und Abrüstung’ kontinuierlich kleiner. Lediglich in besonderen Krisenjahren, wie etwa im Jahr 1991 während des ’Ersten Golfkrieges’, erlebte die ’Deutsche Friedensbewegung’ wieder stärkeren Zulauf. Heute ist trotz der aktuellen Kriege um die Ukraine und um Israel der Protestzulauf zur ’Deutschen Friedensbewegung’ eher gering. Ursache dafür ist nicht nur das scheinbare Desinteresse der Bundesbürger, sondern besonders auch das seit 2022 unentwegte mediale Getrommle für Krieg und Aufrüstung in den Leitmedien der BRD. Die Viel-SchwätzerInnen in den ARD- ZDF- bis RTL-Shows erschraken so förmlich, als gegen die ’von oben’ angeschobene „Kriegstüchtigkeitsdebatte“ und ihre geplante ’Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht’ in der BRD urplötzlich ’von unten’ politischer Gegenwind’ aufkam. Es war Ole Nymoen, der exemplarisch auch für die vielen anderen ungenannten jungen deutschen ’Kriegsverweigerer’, im April 2025 öffentlich den Kriegstreibern in der BundesRepublik sein Plazit entgegenhielt: „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde!“ (1) Sein publizistisch-literatischer ’Gegenwind’ stellte nicht nur die im Grundgesetz der BRD verankerte deutsche Meinungsfreiheit auf die Probe, sondern auch das darin enthaltenen Recht der Kriegsdienstverweigerung.

Die aktuelle Generation heranwachsender Bürger bescherte so der alten ’Deutschen Friedensbewegung’ urplötzlich eine neue ’Renaissance’. Diese jetzt betroffene Jugend will sich nämlich nicht wie einst die ’Schüler von Langemarck’ (2) „hurra“ singend auf die Schlachtbank des Krieges als Kanonenfutter treiben lassen. Aus der deutschen Geschichte lernend und durch das unentwegte Engagement der ’Deutschen Friedensbewegung’ informiert, (3) haben diese Jungbürger längst das ’deutsche Heldentum’ mit dem ’Dritten Reich’ und seinen Militärverbrechen ad acta gelegt.

Anmerkungen:

1 Oly Nymoen: Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit, Hamburg 2025 (rororo)

2 „Die daran beteiligten Regimenter bestanden großenteils aus jungen Kriegsfreiwilligen. … Der Tod der Soldaten wurde propagandistisch zum Mythos von Langemarck überhöht.“ Siehe: WIKIPEDIA: Langemarck

3 Siehe beispielsweise die aktuelle Infobroschüre von ’Ohne Rüstung leben’ „Mythen der Militarisierung“, Juni 2025: siehe: orl.org@gaia.de

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Multimillionär Merz, Kriegskanzler der Geldaristokratie …und nützlicher Idiot des US-Imperiums

Erstellt von Redaktion am 3. November 2025

Multimillionär Merz, Kriegskanzler der Geldaristokratie

und nützlicher Idiot des US-Imperiums / „Man kann einen Menschen zum Kongress führen, aber man kann ihn nicht zum Denken zwingen.“i

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Geschätzte Leserinnen und Leser, bitte aufgemerkt: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“. Doch doch, das steht immer noch im Grundgesetz.ii Sogar zweimal.iii Der Fachbegriff dazu: „Sozialstaatsklausel.“ Sie verpflichtet den Staat, seinen Bürgern eine sichere Lebensgrundlage zu bieten. Haben wir das drauf? Schön, und jetzt die Musik dazu: Den reichsten 5 Prozent der Deutschen, 256 (Multi-)Milliardäreniv und knapp 3 Millionen (Multi-)Millionären, gehören 48 Prozent des gesamten Volksvermögens.v, vi Andererseits fristen im Land der Dichter und Denker 13 Millionen Menschen ihr Dasein unterhalb der Armutsgrenzevii. 15,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wir haben dreimal mehr arme Schlucker als reiche Schnösel. Was fällt uns dazu ein? Ach ja: Das Privatvermögen unseres Kanzlers wird vorsichtig auf 12 Millionen Euro geschätzt.viii Nix Genaues weiß man nicht. Eine Offenlegungspflicht für Regierungspolitiker gibt es sogar in den USA, aber nicht in Deutschland.

Bei seinem Amtsantritt legte der Bundeskanzler den im Grundgesetz vorformulierten Eid ab:  

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ix

Bedauerlicherweise ist „Amtsmeineid“ nicht strafbar. Dass Merz, anstatt dem Wohle des deutschen Volks zu dienen, eher dessen wirtschaftlichen und sozialen Niedergang organisiert und nur den Nutzen von Seinesgleichen mehrt, bleibt für ihn juristisch folgenlos. Gewählt ist gewählt; warum sollten deutsche Formaldemokratie-Opfer klüger sein als US-amerikanische, die sich einen Milliardär Trump an die Backe holten?

Für Unsereinen muss es Ehrensache sein, ein gegebenes Versprechen zu halten. Für Politiker und deren Wahlversprechen gilt das nur sehr bedingt. Für Merz und seine Regierungskumpanei gar nicht. Er verstößt mit seinem krankhaften aber zugkräftigen Russenhass („Putinklatsche“) und blinden Philo-Zionismus gegen die grundgesetzliche Pflicht, dem Frieden und der Völkerverständigung zu dienen.x Für ihn gilt offenkundig: „Krieg ist kein Fehler. Er ist ein Geschäftsmodell.“xi Drum können er und seine mitregierende Sippschaft auch Milliarden Euro Steuergelder dafür ausgeben, dass ukrainische und russische Städte in Schutt und Asche bombardiert werden, während seine Leute hierzulande dabei versagen, die kaputten Schulklos reparieren zu lassen. Dass sie fähig und willens wären, die Kinder- und Altersarmut in Deutschland zu beseitigen, wagt man eh nicht mal zu träumen.

Schauen wir uns das an: Kaum im Amt, sicherte Merz dem autoritären und korrupten Regimexii der Ukraine fünf weitere Milliarden Euro für Militärhilfe zu.xiii Zugleich kassierte er sein Wahlversprechen, die hohe Stromsteuer für Privathaushalte zu senken. Die ebenfalls versprochene Erhöhung der Mütterrente schob er auf die lange Bank. Er nahm lieber den Kampf gegen die Armen auf statt gegen die Armut. Erwartungsgemäß unter dem Beifall der Systemmedien.xiv  

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Theoretisch, laut Grundgesetz.xv In der Praxis führt das Berliner Regime nicht etwa eine Vermögensabgabe ein, sondern tauft lieber das Bürgergeld in „Grundsicherung“ um und stellt die Bedürftigen unter Kuratel: Mitleidlos wird sanktioniert, Kleinstersparnisse werden abgepresst und Mindestansprüche an menschengerechtes Wohnen abgesenkt.xvi Statt einer Anpassung an die inflationäre Preissteigerung bei den Lebenshaltungskosten gibt es in der Grundsicherung eine Nullrunde.xvii Die SPD-Koalitionsminister Bärbel Bas und Lars Klingbeil tarnen diese asoziale Politik unter Selbstgerechtigkeitsschleim:

 Wir helfen auf dem Weg in Arbeit, aber dafür muss man mitmachen. Alles andere ist unfair gegenüber denjenigen, die jeden Morgen aufstehen.xviii

Hoch mit euch, ihr faulen Säcke! Madame Bas weiß schließlich, womit man hierzulande Karrierepunkte macht. Sie steht ja auch jeden Morgen auf und bezieht jährlich 265 000 Euroxix, aus Steuermitteln. Ob auskömmliche Arbeitsangebote überhaupt verfügbar sind, muss sie keinen Jobcenter-Bürokraten mehr fragen. Anders als die von ihr so verächtlich kujonierten Bedürftigen. Die nämlich dürfen zuschauen, wo sie angesichts des seit drei Jahren abnehmenden Brutto-Inlandprodukts (zuletzt minus 0,3 und 0,5 Prozent)xx sowie zunehmender Arbeitslosigkeit (offiziell zugegebene Quote 6,3 Prozent) bleiben.

Den Zusammenhang zwischen kostspielig kriegstüchtiger Außenpolitik, russenfeindlicher, uns selbst schädigender Sanktionspolitik und den angeblich unvermeidlichen sozialen Kürzungen berücksichtigt Madame Bas sowieso nicht. Sie behauptet lieber frech, die Sanktionierung der Bedürftigen sei ein erprobtes Mittel, Menschen in Arbeit zu bringen. Blödsinn: Im Jahr 2011 gab es 1,99 Millionen erwerbsfähige arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, 3 Prozent davon wurden sanktioniert. Im vorigen Jahr hatten wir 1,8 Millionen Bürgergeldbezieher, davon 0,8 Prozent unter Sanktionen.xxi Strafmaßnahmen gegen Betroffene senken die Arbeitslosigkeit um keinen Deut. Jeder halbwegs Nachdenkliche kann das begreifen.

Die Politiker-Lügen über Notwendigkeit und Sinn der Zwangsmaßnahmen gegen Arbeitslose dienen vielmehr dem Systemerhalt und blocken die Frage ab, wie es nur dazu kommen konnte, dass das reichste 1 Prozent der Deutschen über 35 Prozent des privaten Geldvermögens verfügt, über 3,1 Billionen (3 100 000 000 000!) Euro. Diese Zahl basiert auf dem jüngsten Bundesbankbericht über das private Geldvermögen: 9,001 Billionen Euroxxii (ohne Immobilien, Anlagen und Pretiosen).

Kriechtiere und Regenwürmer

Zumindest im Groben müssten diese Fakten im Bewusstsein der Bundesbürger verankert sein. Sind sie natürlich nicht. Dafür sorgen die regierungsfrommen und ansonsten meist belanglosen „Informationsangebote“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, voran die der Tagesschau. Immerhin aber mal eine gute Nachricht: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verliert an Vertrauen.xxiii Jetzt die schlechte: Den dortigen Kriechtier-Journalismus hält auch das nicht auf.

Sanktionen und der Ruf nach ihnen, beide sind Herrschaftsmittel. Die Prügel und die Drohung mit dem Prügel. Sie bedienen das widerliche Bedürfnis, die Unterprivilegierten auszugrenzen, zu diskriminieren und zu den Sündenböcken der Nation zu machen. Das zeigt sich an Umfragen, wonach Restriktionen gegen „die da unten“ von 85 Prozent der Befragten begrüßt werden.xxiv Für die tatsächlichen Umstände und Motive der „Arbeitsverweigerer“ interessiert sich kein Schwein.

Ungerührt wird andererseits hingenommen, dass mittels „Staatsknete“ ein flächendeckendes Lohndumping stattfindet und aus Steuermitteln finanziert wird: 800 000 Arbeitnehmer bekommen so geringe Löhne, dass sie mit Bürgergeld unterstützt werden müssen. Das kostet 7 Milliarden Euro, Tendenz steigend, mit denen der Staat anstelle der Arbeitgeber die Löhne aufstockt.xxv Eine deutliche Mindestlohnerhöhung ist für das Merz-Regime kein Thema. Es würde die Produktionsmittelbesitzer und die arbeitgebernahen Thinktanks verärgern.

Vergleichende Werbung ist in Deutschland verboten. Der Vergleich von Persönlichkeiten anhand ihrer politischen Aussagen hingegen nicht. Stellen wir also gegenüber: Die Ansicht des Sympathieträgers und TV-„Kommissars“ Walter Sittler, vorgebracht auf dem „Roten Sofa“ des NDR,

Wir haben nicht zu hohe [Sozial-]Ausgaben, sondern zu niedrige Einnahmen. Bei [Bundeskanzler] Kohl betrug der Spitzensatz der Einkommensteuer noch 56 Prozent, und niemand hat gejammert. Heute haben wir 44 Prozent“.xxvi 1

Und die Behauptung eines Bundeskanzlers, dessen politischer Instinkt und soziales Bewusstsein dem der meisten Regenwürmer in nichts nachstehen:

Wir können uns dieses System, das wir heute so haben, einfach nicht mehr leisten.“xxvii

Er meinte natürlich nicht unser kapitalistisches Wirtschafts- und Finanzsystem, sondern unsere Sozialversicherung.

Dass Merz nach diesem Satz, gesprochen auf dem Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen, dort nicht ausgelacht wurde und keine faulen Eier auf ihn flogen, ist noch begreiflich. Dass ihn die Tagesschau wörtlich zitierte, ohne seine Behauptung als unverschämt verlogen kenntlich zu machen, darf uns aber auch nicht mehr überraschen. Auf einen Schlag fast eine Billion Euro neue Staatsschulden machen, vorzugsweise zugunsten der Rüstungsindustrie, privatim ein Flugzeug, zwei Villen (in Brilon und am Tegernsee) sowie etliche Millionen Euronen gebunkert haben und dann behaupten, für den rest of the world sei nix mehr übrig: Das erklärt, warum des Kanzlers Sympathiewerte mit der Anziehungskraft eines acht Tage alten Pfannkuchens konkurrieren. Und es erklärt, warum Exkanzlerin Merkel sich den Typen stets vom Leibe hielt.xxviii 

Alle Statistiken widerlegen den Bundeskanzler: Es gibt keine Explosion der Sozialausgaben. Sie trotzdem zu behaupten, ist propagandistisches Gelaber des Geldadels und seiner Auftragnehmer in Politik und Medien. Die Sozialleistungsquote, das Verhältnis von Sozialausgaben zur Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) ist, abgesehen von krisenbedingten Schwankungen, nur geringfügig gestiegen. Deutschland liegt mit 30 Prozent im Mittelfeld der 18 reichsten OECD-Länder.xxix

Die Ausgaben für Arbeitslosengeld und Grundsicherung von Erwerbslosen (Bürgergeld) sind sogar, gemessen am BIP, in den letzten 20 Jahren von 2,8 Prozent auf 1,7 Prozent gesunken. Die Ausgaben für die Renten bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie in den letzten Jahren. So sieht die Wirklichkeit aus! Aber es gilt: „Wer Panzer finanziert, braucht Sündenböcke.“xxx Was scheren einen Kanzler der Millionäre schon die sozialen Fakten.

Der Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith hat vor 250 Jahren ein bis heute gültiges Gerechtigkeitsprinzip für die Staatsfinanzierung entwickelt. Es sieht vor allem eine (prozentual) gleiche Besteuerung und Abgabenbelastung nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit vor.xxxi

Portion Sozialneid gefällig?

Herbert Diess, abgehalfterter VW-Spitzenmanager, bezog zuletzt ein Jahresgehalt von 11,2 Millionen Euro.xxxii Das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland liegt bei rund 50 000 Euro. Na klar, an dieser Summe haben auch unsere angestellten Einkommensmillionäre mitgewirkt. Jetzt aber kommt es: Allein die durchschnittlichen Sozialabgaben betragen für Arbeitnehmer 19,7 Prozent ihres Einkommens.xxxiii Otto Normalverdiener legt dafür also schlappe 10 200 Euro hin. Herbert Diess müsste demnach 2,2 Millionen Euro zahlen – wenn, ja wenn unsere Besser- und Bestverdiener nicht mit schicken Beitragsbemessungs-Obergrenzen geschützt würden, auf dass diese Reichen immer reicher werden können. Herbert Diess hatte füglich nicht mal 11 000 Euro Sozialabgaben zu zahlen. 0,5 Prozent seines Bruttogehalts als Sozialabgabe. Das macht andächtig, gelle?

Übrigens: Kanzler Merz, Vizekanzler Klingbeil, Arbeitsministerin Bas und das restliche regierende Funktionspersonal müssen weder Renten- noch Arbeitslosenversicherungsbeiträge bezahlen. Bundesminister haben schon nach einer Amtszeit von vier Jahren einen Pensionsanspruch von 4990 Euro.xxxiv Nur für Kranken- und Pflegeversicherung müssen sie bis zur Beitragsobergrenze abdrücken. Ein Klacks für die Damen und Herren. Und diese Leute stellen sich hin und verordnen dem Volk Entbehrungen. Solche Charakterlosigkeit besang Heinrich Heine schon vor 180 Jahren:

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text / ich kenn‘ auch die Herren Verfasser / Ich weiß, sie tranken heimlich Wein / und predigten öffentlich Wasser.“xxxv

Zu den Sozialversicherungsbeiträgen kommen fürs gemeine Volk saftige Steuern. Sie treiben die Abgaben-Gesamtlast bei einem tatsächlich durchschnittlichen Arbeitslohn von monatlich brutto 4100 Euroxxxvi auf circa 42,3 Prozent.xxxvii Vom verbleibenden Netto muss der Arbeitnehmer dann Mehrwertsteuer entrichten auf Waren und Dienstleistungen, die er zur Sicherung seines Lebensunterhalts braucht, schätzungsweise einen weiteren Anteil von 10 Prozent seines Einkommens.

Obendrauf kommen Verluste durch die Inflation. Seit 2021 sind beispielsweise die Lebensmittelpreise um rund 30 Prozent gestiegen.xxxviii Hauptsächlicher Preistreiber war und ist der hysterische Russenhass der europäischen Eliten. Deren saudumme Sanktionspolitik schadet zwar Russland kaum, dem deutschen Arbeitnehmer dafür aber umso mehr. 

Reich und privilegiert

Wie bei den Sozialabgaben werden die Reichen auch bei der Einkommensteuer privilegiert: Von ihren Millionengehältern aufgrund der Beschäftigungsverhältnisse (Beispiel VW-Diess) zahlen sie natürlich Einkommensteuer, allerdings nur bis zu einem Spitzensatz von 45 Prozent (ab 277 000 Euro Jahreseinkommen). Ihre Einkommen aus Vermögen, Dividenden und Zinsen werden nur mit 25 Prozent besteuert. Die Vermögen selbst bleiben gänzlich steuerfrei. Die Vermögenssteuer wurde 1997 abgeschafft.xxxix

Laut einer Oxfam-Studie zahlen Multimillionäre in Deutschland effektiv bloß etwa 28 Prozent Einkommensteuer, Milliardäre 26 Prozent.xl  Es stimmt schon: „Der Staat hat kein Ausgabenproblem, sondern ein Gerechtigkeitsproblem.“xli Die Tagesschau berichtet:

Allerdings spricht sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) strikt gegen Steuererhöhungen aus und verweist auf den Koalitionsvertrag, der derartige Maßnahmen ausschließe.“xlii

Dass Merz soziale Anwandlungen habe, kann man ihm wahrlich nicht nachsagen.

Ein historisches, vorbildliches Gegenstück zu unserem stinkreichen Ellenbogen-Kanzler: US-Präsident Franklin D. Roosevelt. In einer Zeit „schwerer nationaler Gefahr“, erklärte er im April 1942 vor dem Kongress, „sollte kein amerikanischer Bürger nach Abzug der Steuern ein Nettoeinkommen von mehr als 25.000 Dollar pro Jahr haben.“ (Heute wären das ungefähr 350.000 Dollar, immer noch ein Haufen Geld). Es dauerte, bis Roosevelt sich durchsetzte. Aber zum Ende des Zweiten Weltkrieges hin mussten Amerikas Reiche auf alle Einkommen über 200.000 Dollar sage und schreibe 94 Prozent Steuern zahlen.xliii Durch die Bank, alle, ausnahmslos.

Für den vormaligen Chef des Aufsichtsrats der BlackRock Asset Management Deutschland AG, Kanzler Friedrich Merz, ein Ding der Unmöglichkeit. Der weigert sich nicht nur, dem Allgemeinwohl zu dienen, indem er den immens Reichen ein paar zusätzliche Euro abknöpft. Er beantwortet die Probleme im Inland lieber mit Bomben fürs Ausland. Seine Regierung will insgesamt 377 Milliarden Euro für Rüstungsgüter verschleudern.xliv Ein wahrer „Master of War“ (Meister des Krieges), wie Bob Dylan diese abstoßende Sorte Mensch in einem seiner Songs beschrieb:  

Ihr befestigt die Abzugshähne / Die andere drücken sollen / Dann lehnt ihr euch zurück und seht zu / wie die Gefallenenliste länger wird / Ihr versteckt euch in euren Villen / Während das Blut der jungen Leute / Aus ihren Leibern fließt / Und im Dreck versickert.“xlv

Russland muss diesen Krieg verlieren.“xlvi Merz hat es häufig genug verkündet. Kein Täuschungsmittel, keine perfide Erfindungxlvii ist ihm zu primitiv, um der Öffentlichkeit Angst vor einer „russischen“ Bedrohung einzureden. Mit massiver Agitation versucht er, den Krieg in der Ukraine als im Interesse Deutschlands, seiner Demokratie und Freiheit liegend zu verklären. Der Sauerländer reizt zu einer gedanklichen Anleihe beim Satiriker Georg Schramm: Wenn Deutschlands Demokratie von der Ukraine verteidigt wird, dann muss das Sauerland auch die Freiheit der Ukraine verteidigen. Logo.

Die deutschen Militärausgaben stiegen von 2014 bis 2024 nach NATO-Kriterien von jährlichen 34,7 Milliarden auf 86.6 Milliarden Euro. 2029 (spätestens dann greift ja angeblich der Russe an) sollen es schließlich 152 Milliarden sein.xlviii

Friedrich Merz zeigt mit seiner polarisierenden Rhetorik, wie sehr er den Interessen der herrschenden Militaristen- und Millionärsclique verbunden ist. Er spaltet unsere Gesellschaft. Seine Angriffe auf Bürgergeldempfänger sind mitleidlos. Seine Sozialstaatskritik ist stockreaktionär. Zur Abrundung dieses Kanzler-Bildes: Der Mann verprasste schon in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit 12 501,30 Euro aus der Staatskasse für seinen Friseur und für Kosmetik.xlix

Ein wahrer Diener des Volkes.

Die Tagesschau verweigert auftragswidrig umfassende Informationen über das asoziale Sein und Treiben unserer politischen Vorturner. Warum? Auch darauf findet sich in Heines Lyrik eine schlüssige Antwort:

Und die Moral? Der Journalist / Verschweigt sie heute mit klugem Zagen / Denn mächtig verbündet in unseren Tagen / Das reiche Ungeziefer ist. / Es sitzt mit dem Geldsack unter dem Arsch / Und trommelt siegreich den Dessauer Marsch.“l

(Anm.: In Heinrich Heines Lied „Es saß ein brauner Wanzerich“ wird zwar kein „Journalist“ besungen, sondern der „Fabulist“. Aber das kommt bei der Tagesschau ja aufs Gleiche raus).

1 Aus privater Mitschrift zitiert. In der NDR-Mediathek ist nur eine um ca. 12 Minuten gekürzte Fassung der Sendung (s. Link) zu sehen, die fragliche Passage mit Sittlers Bemerkung fehlt.

iQuellen:

https://klugwort.de/zitat/man-kann-einen-menschen-zum-milton-berle

ii https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html

iii https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_28.html

iv https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ihnen-gehoren-116-billionen-euro-zahl-der-milliardare-in-deutschland-steigt-offenbar-auf-rekordhoch-14509952.html

v https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=YfJwgq7ZrFg&t=24s

vi https://www.sparkasse.de/pk/ratgeber/finanzplanung/finanzen-und-haushalt/millionaere-in-deutschland.html

vii https://www.upday.com/de/news/5-millionen-deutsche-konnen-sich-grundlegendes-nicht-leisten/32g1cwv

viii https://faktastisch.de/finanzen/friedrich-merz-privatvermoegen

ix https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_56.html

x https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/den-friedensauftrag-aus-art-26-gg-endlich

xi https://x.com/nxt888/status/1937017090386641027

xii https://www.deutschlandfunk.de/ukraine-korruption-selenskyi-100.html

xiii https://www.youtube.com/watch?v=vdjMar4eDjc

xiv https://www.sueddeutsche.de/meinung/buergergeld-baerbel-bas-reform-quadratmeterdeckel-kommentar-li.3324762?reduced=true

xv https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html

xvi https://www.jacobin.de/artikel/grundsicherung-buergergeld-hartz-iv-koalitionsausschuss-baerbel-bas-friedrich-merz

xvii https://www.deutschlandfunk.de/bas-kuendigt-nullrunde-beim-buergergeld-und-haertere-sanktionen-an-100.html

xviii https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bas-buergergeld-nullrunde-100.html

xix https://www.baerbelbas.de/images/downloadfiles/steuerbescheide/steuerbescheid_2023.pdf

xx https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164923/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-deutschland/

xxi https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1396/umfrage/leistungsempfaenger-von-arbeitslosengeld-ii-jahresdurchschnittswerte/

xxii https://www.bundesbank.de/de/presse/pressenotizen/geldvermoegensbildung-und-aussenfinanzierung-in-deutschland-im-dritten-quartal-2024-945458

xxiii https://deutsch.news-pravda.com/world/2025/09/24/477589.html

xxiv https://presse.wdr.de/plounge/tv/das_erste/2025/09/20250903_deutschlandtrend_sozialpolitik.html

xxv https://www.buerger-geld.org/news/buergergeld/gehalt-plus-buergergeld-immer-mehr-arbeitnehmer-auf-staatliche-zahlungen-angewiesen/

xxvi https://www.ardmediathek.de/video/das-rote-sofa/schauspieler-walter-sittler-auf-dem-roten-sofa/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2NzcyNl9nYW56ZVNlbmR1bmc

xxvii https://www.tagesschau.de/inland/merz-fordert-einsparungen-sozialsystem-100.html

xxviii https://www.n-tv.de/politik/Merkels-Kritik-an-Merz-im-Wortlaut-article25526531.html

xxix https://wipo.verdi.de/publikationen/++co++6271e2aa-8f22-11f0-a1a1-79ef581b5312

xxx https://widerdenken.de/der-sozialstaat-auf-dem-sperrmuell/

xxxi https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/155703/gerechtigkeits-prinzipien-des-deutschen-steuersystems/

xxxii https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/717436/bestbezahlter-vw-manager-herbert-diess-verlaesst-vw-endgueltig

xxxiii https://www.lohn-info.de/sozialversicherungsbeitraege2025.html

xxxiv https://steuerzahler.de/aktion-position/politikfinanzierung/bundesminister/

xxxv https://gutezitate.com/zitat/154724

xxxvi https://studyflix.de/jobs/karriere-tipps/durchschnittsgehalt-deutschland-6112

xxxvii https://www.nwb-experten-blog.de/abgabenlast-auf-arbeitseinkommen-auf-rekordhoehe-woran-liegt-das-und-was-muesste-sich-aendern/

xxxviii https://studyflix.de/jobs/karriere-tipps/durchschnittsgehalt-deutschland-6112

xxxix https://www.deutschlandfunk.de/vermoegenssteuer-soziale-gerechtigkeit-100.html#Abschaffung

xlhttps://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam_u.a._2024_superreiche_wieder_gerecht_besteuern_online.pdf

xli https://www.moment.at/story/der-staat-hat-kein-ausgabenproblem-sondern-ein-gerechtigkeitsproblem/

xlii https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3488.html

xliii https://flaglerlive.com/gc-fdr-and-taxes/

xliv https://deutsch.news-pravda.com/world/2025/10/27/501076.html

xlv https://www.songtexte.com/uebersetzung/bob-dylan/masters-of-war-deutsch-7bd68adc.html

xlvi https://www.welt.de/politik/deutschland/video250970224/Zwei-Jahre-Zeitenwende-Friedrich-Merz-Russland-muss-diesen-Krieg-verlieren.html

xlvii https://dert.online/inland/260167-wagenknecht-wirft-merz-fake-news-ueber-russland-drohnen-vor/

xlviii https://www.hintergrund.de/soziales/sozialabbau/kanonen-statt-butter-2/

l https://www.lieder.net/lieder/get_text.html?TextId=38019

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

 

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Begrünte Vorgärten für ein besseres Mikroklima DIE LINKE – Hans Kiechle – (Saarwellingen) informiert

Erstellt von Redaktion am 2. Oktober 2025

GRÜN statt GRAU
Begrünte Vorgärten für ein besseres Mikroklima DIE LINKE – Hans Kiechle – informiert
In Zeiten des Klimawandels wird das Mikroklima in Städten und Gemeinden immer wichtiger. Vorgärten spielen dabei eine ganz zentrale Rolle. Sie beeinflussen Temperatur, Luftfeuchte und Trockenheit in unserem direkten Lebensumfeld. Auch in unserer/Ihrer Gemeinde wird es künftig mehr heiße Tage und mehr Starkregen geben. Mit naturnahen Gärten können Sie mit geringem Aufwand viel bewirken und sich gegen die Folgen des Klimawandels wappnen. Bepflanzter Boden speichert Regenwasser, das über die Pflanzen verdunstet. Die Folge: Ein klimatischer Ausgleich, bessere Luft und angenehme Kühle im Sommer. Ein natürlich bewachsener Vorgarten schafft nicht nur ein Paradies für Insekten und Vögel, sondern schützt auch das Haus vor Überschwemmungen. Anders bei Kies und Schotter. Das Gestein heizt sich unter Sonneneinstrahlung auf, Tiere finden keine Nahrung, Regenwasser kann nicht versickern.
Schottergärten – vielfach überschätzt
Heute muss alles schnell gehen und soll nur wenig Arbeit machen. Auch im Vorgarten. Daher entscheiden sich viele Eigentümer für eine Lösung aus Gestein. Dabei wird oft Mutterboden abgetragen und wasserundurchlässiges Vlies oder Folie verlegt. Das soll verhindern, dass im Vorgarten Unkraut wächst. Auf dem Vlies werden dann meist Kies, Steine oder Schotter verteilt. Formgehölze sollen die graue Fläche verschönern. Was viele nicht wissen : Schottergärten machen auf lange Sicht sogar mehr Arbeit ! Denn Unkraut, Algen, Flechten und Moose siedeln sich auch auf Steinen an. Kies und Schotter davon zu befreien, ist viel aufwendiger, als ein mit Stauden besetztes Beet zu säubern. Weil der Boden abgedeckt ist, kann im Schottergarten außerdem kein Regenwasser versickern. Das Wasser fließt direkt in die Kanalisation oder staut sich an der Hauswand. Bei lang anhaltenden Niederschlag oder Starkregen kann das zu Überflutungen führen. Im schlimmsten Fall dringt das Wasser ins Gemäuer ein !!!

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Psychosoziale Impressionen einer Zeit, welche die ganze Welt, mehr oder weniger, in den Wahnsinn trieb: CORONA !!!

Erstellt von Redaktion am 25. September 2025

von Charlotte Ullmann, Frankfurt am Main, im Sep. 2025

 

Psychosoziale Impressionen einer Zeit, welche die ganze Welt, mehr oder weniger, in den Wahnsinn trieb: CORONA !!! (1)

Mit Beginn des Jahres 2020 fühlte ich mich wie in eine andere Welt versetzt, mit Aliens um mich herum. Diese Welt erschien mir wie ein Traum, zunehmend ein Albtraum. Abwarten, sagte ich mir: Ein ominöses Virus rollt auf uns Menschen zu, aus China, sehr bedrohlich! Der Entstehungsherd sei der Viehmarkt von Wuhan, wo mit Wildtieren gehandelt wird. Die Zoonose-These war geboren: Fledermäuse hätten das Virus auf den Menschen übertragen. Ich rieb mir die Augen. War da nicht in der Nähe das amerikanisch-chinesische Labor, das Corona-Viren erforscht und mit ihnen experimentiert hat und immer noch? Die Vermutung, dass da ein mutiertes oder künstlich verändertes Virus entschlüpft sein könnte, hatte nicht nur ich. Vehement wurde dieser Verdacht in aller Öffentlichkeit zurückgewiesen.

Die Laborthese, das Corona-Virus sei im Labor in Wuhan entstanden, das zu Corona-Viren forscht, wurde erstmals vom BND (Bundesnachrichtendienst) erhoben, jedoch zu Beginn der Corona-Krise noch unter Merkel und Spahn unter Verschluss gehalten. Diejenigen, die ebenfalls diesen Verdacht hatten, wurden ganz schnell als Schwurbler oder Verschwörungstheoretiker verunglimpft.

Mittlerweile (2025) halten viele namhafte Wissenschaftler die Laborthese von Covid 19 (Virus im Labor entstanden) für wahrscheinlicher als die Zoonose-These (von Wildtieren wie bsw. von Fledermäusen auf den Menschen übertragen) (2)

Ich machte mir Gedanken über Viren im Allgemeinen und Viren im Besonderen : Sind Viren und Bakterien von Anbeginn der Menschheit nicht schon immer deren Begleiter gewesen? Ja, sie sind sogar Konstituens der Menschheit. Ohne jene gäbe es diese nicht.

 

Experimentiert man mit Viren, um eventuelle Pandemien zu verhindern, provoziert man unter Umständen diese: SELFFULLFILLING PROPHECY !!! (3)

Wirft sich der Mensch als Gott, als Schöpfer der Natur auf, indem er über Genmanipulation Viren verändert, ganze Menschen erschaffen will, drohen Wissenschaft und Aufklärung umzuschlagen in Hybris, in einen Mythos, der nicht dem Fortschritt dient, sondern dem Untergang der Menschheit.

Horkheimer und Adorno haben mit ihrer Dialektik der Aufklärung recht: Wendet sich der Mensch im Zuge wissenschaftlichen Fortschritts gegen die Natur, fällt Aufklärung in Mythos zurück, wird Wissenschaft zur Religion, die zu überwinden sie trachtet (4) .

Dies ging mir damals, im Jahre 2020, pausenlos durch den Kopf, war doch in den zweiwöchigen Quarantänen und Lockdowns Zeit genug dafür vorhanden.

Also Viren und Bakterien: Ohne diese hätten wir kein Immunsystem, keinen Stoffwechsel, kurzum, wir wären nicht lebensfähig.

Ganz schnell jedoch wurde in den Medien an die „spanische Grippe“ erinnert, gar an die Pest, welche die Menschen im Mittelalter scharenweise dahinraffte:

 

MASSENPSYCHOSE !!! (5)

Chirurgische und Alltagsmasken wurden als „Lebensretter“ nicht nur verordnet, sondern zum Gesetz gemacht. Wehe, die Maske war beim Einkaufen oder sogar auf dem Fahrrad nur einen Millimeter unter die Nasenspitze gerutscht, schon wurde man vom nächsten Kunden, Angestellten oder Radfahrer angeherrscht: „Maske rauf!“ Dabei schadet diese mehr als sie nutzt, weil der Maskenträger sein eigenes CO2 wieder einatmen muss, ganz zu schweigen von der Maske als Bakterienschleuder, wenn der Schnupfen seinen Tribut fordert:

 

MASKE rauf !!! (6)

Die Kinder an meinem Arbeitsplatz waren total verängstigt. Es wurde ihnen eingetrichtert, sie seien am Tod der geliebten Oma oder des geliebten Opas schuld, wenn sie die Maske nicht trügen. Welch ein Missbrauch von Kindern! Das Jugendamt hätte hier einschreiten müssen, auch wegen der Schulschließungen und davon abhängig die Hort- und Kita-Schließungen. Sogar Sandkästen wurden mit Bauarbeiterband abgeriegelt: „Betreten verboten!“ Unvorstellbar, auf welche Ideen man damals kam.

Man verstand die Kinder kaum hinter ihrer Maske und das in einem internationalen Hort, wo viele Migrantenkinder oder Flüchtlinge erst die deutsche Sprache lernen mussten. Trotzdem trugen sie die Maske mit größter Ernsthaftigkeit. Ja, sie ermahnten die Erwachsenen sogar, wenn diese nur mal einen Schluck Wasser trinken wollten und dafür die Maske abnehmen mussten, „Maske!„. Auch sah man die Mimik des Menschen, mit dem man sprach, kaum, ob er lächelte oder wütend war. Das sah man nur den Augen oder Stirnfalten an. Und das bei Kindern, der deutschen Sprache kaum mächtig!

Die Kinder waren darüber hinaus derart eingeschüchtert, dass sie sich kaum trauten, sich zu bewegen, zur Entlastung der Erzieherinnen, die mithin weniger Arbeit und mehr Ruhe hatten. Denn gestresst waren alle, zumal jeder Arbeitsbeginn mit einer Verlesung der neuesten Corona-Maßnahmen begann. Die Kinder wurden zur Nebensache, die sich, so verängstigt wie sie waren, kaum aufzumucken wagten, besonders die Mädchen. Im Gegenteil, wie bereits erwähnt, hatten sie sich der übergeordneten Autorität der Maßnahmen derart unterworfen, dass sie durch die Maske hindurch kaum wagten, zu reden, geschweige denn zum Trinken die Maske abzunehmen.

Lieber nicht trinken!

Nur beim gemeinsamen Essen zur Mittagszeit nahmen sie die Maske ab, weil es zu dem Zeitpunkt alle taten.

Getestet wurden sie in der Schule, zweimal in der Woche. Das schien für sie ein kleineres Problem gewesen zu sein gegenüber der allgemeinen psychischen Überforderung, der sie ausgesetzt waren.

Ja, wenn man damit die geliebte Oma oder den geliebten Opa retten konnte, erschien die Welt wieder in Ordnung. Wenn nicht, und das ist bei alten oder sehr alten Menschen sehr wahrscheinlich, dass sie jeden Augenblick zu sterben drohen. Und wenn sie zudem der allgemein weitverbreiteten Unfähigkeit des Umgangs mit den Beatmungsmasken auf der Intensivstation ausgesetzt waren, trat ihr Tod noch schneller ein. Beschuldigt fühlten sich dann Kinder, die sich nicht an die unsinnigen und total unverhältnismäßigen Corona-Maẞnahmen gehalten hatten .

Wehe aber, wenn wieder mal ein Lockdown angeordnet war und die Kinder nicht kommen durften, zuhause von überforderten Eltern oder sonstigen Verwandten versorgt werden mussten, die häufig nebenher im Home-Office arbeiteten.

Zusätzlich zu den Lock-Downs musste die Schülereinrichtung für die meisten Kinder relativ oft wegen Personalmangel schließen. Nur die wenigen, die Eltern in systemrelevanten Berufen hatten wie Alexanders Vater zum Beispiel, der bei der Stadt als Kanalarbeiter arbeitete und seinen Sohn alleinerziehend betreute, durften kommen.

Zu solchen Zeiten hatten wir oft nicht mehr als 5 Kinder zu betreuen, was endlich einmal eine intensive Beschäftigung mit dem einzelnen Kind erlaubte. Mit Kindern so intensiv arbeiten zu können, vermittelte uns die Erfahrung, wie man Erziehung in Kinder-Einrichtungen besser machen kann, nämlich einen Betreuungsschlüssel 1:5 zu haben, der allen mehr Spaß macht, Kindern wie Erziehern. Doch all die Kinder, die in gestressten Situationen zuhause bleiben mussten, blieben außen vor.

Schüler konnten dann keine Hausaufgaben machen, besonders die Migrantenkinder, deren Eltern u. U. überhaupt kein Deutsch sprachen. So blieben viele Kinder schulisch auf der Strecke. Denn die Hausaufgaben wurden unverhältnismäßig streng bewertet. War sie gemacht, oder sogar gut gemacht, bestimmte das die Note, und zwar erheblich.

Im Umkehrschluss war man schnell durchgefallen, musste die Klasse oder gar das Abitur wiederholen.

Man bekam also die besten Noten, wenn die Hausaufgaben gut gemacht waren, wobei die Migrantenkinder verständlicherweise entsetzlich abgehängt wurden.

Und das alles im Namen eines Virus, das den Untergang der Menschheit heraufbeschworen hatte:

 

MASSENHYSTERIE !!! (7)

Für mich selbst erinnerte ich mich daran, dass ich früher, als ich noch Sprossen züchtete, keine Infektionskrankheiten hatte. Das war die Rettung: Stärkung der Abwehr! Also warf ich meine Sprossenzucht wieder an.

So kam ich ungeimpft soweit gesund durch die Corona-Zeit, bis auf eine Ausnahme, über die ich noch berichten werde, die jedoch in meinen Augen ein Kollateralschaden des Corona-Maßnahmen-Wahnsinns war.

Ja, gleich zu Anfang der Corona-Zeit, 2020, wurde ich in Quarantäne geschickt, obwohl negativ getestet. Sie sei nötig, entschied das Gesundheitsamt, weil ich am Arbeitsplatz Kontakt mit einer Mitarbeiterin hatte, die positiv getestet war, bei der sich Wochen danach aber herausstellte, falsch-positiv.

Zum Testen musste ich mich laut Gesundheitsamt ins Krankenhaus begeben. Bürgerhospital war meine Wahl, mit einer Teststation um die Ecke des Hauptgebäudes, wohl eine angemietete gröẞere Garage, in der medizinisches Personal die Menschen wie gefahrenträchtiges Material durchschleuste.

Als ich dran war, stand der Tester, groß und breit wie ein Schrank, vor mir, bewaffnet mit einem Teststab an einem längeren Stiel, der aussah wie ein Rückenkratzer, und führte diesen durch meinen geöffneten Mund, tief in den Hals hinein, wütete damit um die Stimmbänder herum, ich hätte vor Schmerzen aufschreien können, was aber nicht ging, weil er offensichtlich meine Stimmbänder beschädigt hatte. Dann wühlte er mit einem kürzeren Stab in meiner Nase, so weit wie möglich nach oben. Dass er damit mein Gehirn nicht durchbohrt hatte, lag wohl an meinem Zurückzucken.

Aufgrund meines Falles und der drohenden Beschädigung von Stimmbändern wurde, denke ich, anschließend angeordnet, nur noch durch die Nase zu testen.

Ich nahm wortlos mein Testergebnis entgegen, setzte mich auf mein Fahrrad und fuhr an diesem gleisenden Frühsommertag des Jahres 2020 in den Günthersburg-Park, um mich in der Sonne zu erholen.

Dann wählte ich die Nummer einer Freundin, brachte aber keinen Ton heraus. Also hatte dieser Metzger von Tester meine Stimmbänder auf dem Gewissen.

Nach einer Stunde der Ungewissheit und wütenden Gedanken der Rache konnte ich wenigstens wieder krächzen. Das Krächzen eines Raben klang dagegen wie das Jubilieren einer Amsel.

Aus Angst um meine Sprechfähigkeit rief ich meinen HNO-Arzt an und erhielt, obwohl Kassenpatientin, sofort einen Notarzt-Termin. Wahrscheinlich hörte sich mein Krächzen sehr beängstigend an.

Eine Passantin kam des Weges daher, setzte sich zu mir auf die Bank. Sie war eine Touristin. Small-Talk hin und her. Als ich aber gekrächzt hatte, ich käme gerade vom Testen auf Corona hin, floh sie blitzschnell, ohne Gruß und ohne gefragt zu haben, ob das Testergebnis negativ oder positiv war. Ich erfuhr von einigen Freunden und Bekannten, dass sie aufgrund dieser übertriebenen unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen ins Ausland ausgewandert waren, nach Schweden, Spanien oder Costa-Rica:

Flucht!!!  (8)

Das Gesundheitsamt rief während meiner Quarantäne täglich an, um mich zu kontrollieren. Ich erzählte von der Testsituation, von der Verletzung meiner Stimmbänder und dass ich einen Notarzt-Termin bei meinem HNO-Arzt bekommen hätte. Die Frau vom Gesundheitsamt, anzunehmen eine Ärztin, stieß schrille Schreie aus: „Was, sie hätten in‘s Krankenhaus gehen sollen, sagen, dass Ihre Stimmbänder nicht mehr funktionieren!“ „Wie denn, wenn ich nichts mehr sagen konnte?“ Außerdem sei ich schon im Park gewesen , als ich bemerkte, dass ich nicht mehr sprechen konnte. Die schrille Stimme überschlug sich geradezu: „Was? Im Park?“ „Ja, auf einer Parkbank! „. „Wissen Sie nicht, dass es strengstens verboten ist, sich in Ihrer Situation in der Öffentlichkeit aufzuhalten? Sie dürfen auch nicht einkaufen gehen, Sie müssen jemanden darum bitten!“

Wohlgemerkt, ich war negativ getestet!

„Wie heißt der HNO-Arzt?“ Ich gab bereitwillig den Namen her, nicht ohne Neugier der Dinge harrend, die noch kommen würden:

 

TOTALE Kontrolle !!!  (9)

Nach einer 1/4 Stunde rief mich mein HNO-Arzt an und cancelte den Termin mit dem Argument, das Gesundheitsamt hätte ihn angerufen und verboten, dass ich während meiner Quarantäne-Zeit zu ihm käme.

Wir machten daraufhin nolens volens einen Termin im Anschluss an die 2 Wochen aus. Tja, meine Stimmbänder mussten warten. Es gab Schlimmeres: Ein ominöses Virus hatte sich in die meisten Köpfe der Menschen gefressen.

Als ich nach der Quarantäne bei ihm antanzte, sah ich seiner Miene an, dass er ob dieser hysterischen Übertriebenheit innerlich den Kopf schüttelte:

 

ABERKENNUNG VON GRUNDRECHTEN !!! (10)

Was sind schon lädierte Stimmbänder gegenüber einem Virus, das die ganze Menschheit auszulöschen droht? Die Welt war aus den Fugen geraten!

 

MASSENPSYCHOSE !!! (10)

Als es bereits die Impfungen gab und ich täglich am Arbeitsplatz gefragt wurde, ob ich nun endlich geimpft sei, ging ich zu meiner Hausärztin, um sie um einen Impfunfähigkeitsausweis zu bitten. Da hätte man diese stets sachliche, coole und schulmedizinisch zugerichtete Ärztin erleben sollen. Sie starrte mich an, als hätte ich einen Mordanschlag auf sie verübt: „Frau U. , Sie sind ein Risikofall, in ihrem Alter! Sie müssen sich impfen lassen!“ Ihre Stimme war so laut, dass es jeder in der Praxis hören konnte. Auch noch Altersdiskriminierung, dachte ich mir und zog gekränkt von dannen.

Ja, und die Desinfiziererei: Dass manche gegen diese Gifte allergisch sind, daran dachte keiner. Am Arbeitsplatz sprühte man sich gegenseitig an, verwechselte das mit einer Wasserschlacht. Dass die Abwehr dadurch herabgesetzt wird, war immerhin MEINE Meinung.

Ende 2021 bekam ich einen Abszess am Daumen, das ging ziemlich schnell. Es war noch Pandemie-Zeit. Offenbar war durch das dauernde Händewaschen mit Seife und dem Herumsprühen mit Desinfektionsmitteln meine Hautbarriere herabgesetzt. Zudem war eine neue Mitarbeiterin gekommen, die kurz vor mir das gleiche Symptom hatte, jedoch offensichtlich eine bessere medizinische Behandlung. Denn ihr Abszess wurde sofort herausgeschnitten, schon bei ihrem ersten Arztbesuch. (Wahrscheinlich hatte ich mich bei ihr über die Türklinke angesteckt.)

Nicht aber bei mir. Ich ging zu meiner Hausärztin, obwohl ich mit ihr eigentlich schon abgeschlossen hatte, wegen der Anschreierei zwei Monate zuvor. Aber sie hatte ihre Praxis bei mir um die Ecke und ich war wegen der durchwachten Nacht und der Schmerzen total entkräftet. Das sagte ich auch der Arzthelferin, dass ich nachts bereits in der Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses gewesen sei, man mich dort jedoch wieder weggeschickt habe, weil man mir nur mit Schmerzmitteln hätte helfen wollen. „Ja, die Dinger nehme ich nicht, weil ich dann gar nicht merke, wenn ich sterbe!“ Diese Worte hatte ich den sechs Krankenschwestern, die mich in der Notaufnahme eine nach der anderen umringt hatten, entgegengeschleudert. „Dafür wecken wir keinen Arzt“ , tönten die Pflegerinnen wie aus einem Munde, ich sollte am nächsten Morgen zum Hausarzt gehen.

Da war ich also: Die Hausärztin rauschte herein, offensichtlich informiert durch ihre Helferin, blickte flüchtig auf meinen Daumen und meinte, eine oberflächliche Entzündung der Hornhaut. Sie gab einen Klecks Betaisodona-Salbe drauf, stülpte ein Pflaster darüber und rauschte wieder hinaus, mir ein schönes neues Jahr wünschend, und bot mir dabei keine Gelegenheit, überhaupt nur einen Ton zu sagen.

Das „schöne“ neue Jahr von 2021 auf 2022 folgte auf dem Fuße. Ich landete mit Blutvergiftung im Krankenhaus, Operation und 2 Wochen dort stationär am Antibiotika-Tropf.

Wenn ich mich mit Schmerzmitteln zugedröhnt hätte, wie von den Krankenschwestern empfohlen, wäre ich mit Sicherheit gestorben. Stattdessen hatte ich mich mit letzter Kraft, da ich die Schmerzen nicht mehr aushalten konnte, aufs Fahrrad gesetzt und fuhr, den Erlkönig singend, durch die kalte Winterluft, die Hand mit dem Abszess, vielmehr den dazugehörigen Arm, der bereits wie im Feuer auf der kalten Lenkstange lag, als mein Kind betrachtend, das ich vor dem Erlkönig, sprich vor der Blutvergiftung, retten wollte.

Im Unterschied zu der Ballade vom Erlkönig ist mein Kind dann nicht gestorben, was in der Corona-Zeit kaum dem Gesundheitssystem zu verdanken war.

 

RETTE SICH, WER KANN !!! (11)

Während der 1968iger Studentenbewegung stellten wir uns die Frage, ob es auch Gesellschaften gibt, die krank sind und nicht die Menschen, die sich gegen kranke Gesellschaften auflehnen. Jetzt habe ich die Antwort!

Nur mit dem Unterschied, dass heute Menschen, die sich auflehnen, die Querdenker zum Beispiel, als antisemitisch, als rechtsextrem verurteilt werden. Früher hatte man diese Menschen, die als wenige gesunde Menschen in einer kranken Gesellschaft lebten, als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wie von der katholischen Kirche im Mittelalter, oder in späteren Zeiten in die Irrenanstalt gesteckt.

Im Dritten Reich gar wurden sie gleich abgeknallt, medizinischen Versuchen unterzogen mit tödlicher Folge oder wenigstens ins Konzentrationslager abgeschoben, wo die Überlebenschancen kaum besser waren.

 

Die „Umwertung aller Werte“ (12) (Nietzsche) , um Anpassung an die kranke Gesellschaft zu erzwingen, zementiert die dadurch entstandenen tiefen Gräben in unserer Gesellschaft.

 

Charlotte Ullmann, im September 2025

 

(1) https://de.m.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie

„Es handelt sich um die bisher umfangreichste Pandemie des 21. Jahrhunderts.“

Am „11. März 2020 erklärte die WHO die bisherige Epidemie offiziell zu einer weltweiten Pandemie. Verursacht wird die Erkrankung durch eine Infektion mit dem bis dahin unbekannten Coronavirus SARS-CoV-2. In zahlreichen Ländern der Welt gab es im Verlauf der Pandemie massive Einschnitte in das Alltagsleben. Zu den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gehörte auch die Wirtschaftskrise 2020–2021. „

(2) https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/corona-das-coronavirus-stammt-laut-bnd-aus-einem-chinesischen-labor-a-d559ee9d-6674-433f-aa71-772003845a51

https://www.nzz.ch/wissenschaft/ursprung-des-coronavirus-neue-analyse-haelt-laborunfall-fuer-wahrscheinlicher-ld.1821872

(3) Selffullfilling prophecy geht auf Robert K. Merton zurück, welche besagt, dass das, was man befürchtet, genau deswegen in Erfüllung gehen kann. Denn die Einstellung der Psyche ist dermaßen auf die Katastrophe fokussiert, dass nichts daneben Platz haben darf.

Schon der Volksmund wusste seit jeher: „Mal den Teufel nicht an die Wand!“

(4) siehe: „Dialektik der Aufklärung“, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno

(5) Massenpsychose: Plötzlich drehen alle durch.

“ Verhaltensweisen von Menschen in einer Massensituation, wobei vernunftgesteuertes Verhalten durch induziertes irrationales, möglicherweise wahnhaftes Verhalten („Massenwahn“) ersetzt wird und realitätsgerechte Ich-Funktionen aufgegeben werden.“

https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/massenpsychose/7445

(6) https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/corona-masken-gesundheit-todesfaelle-atemnot-1.5050598

(7) Massenhysterie:

“ Massenhysterie bezeichnet eine starke emotionale Erregung in großen Menschenmengen, etwa (euphorisch) aus Anlass von Rock- und Popkonzerten, großen Sportereignissen oder (trauernd) nach dem Tod von berühmten Personen. Der Begriff ist von dem der moralischen Panik abzugrenzen, der gezielt der sozialen Kontrolle gilt. „

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Massenhysterie

(8) Rette sich, wer kann! In Krisensituationen ist der Mensch seit jeher evolutionär darauf getrimmt, entweder zu kämpfen oder zu fliehen. Meistens greift der Reflex zur Flucht, weil Kampf meistens bedeutet, dass das bedrohliche Gegenüber nicht stärker ist als man selbst. Und bei einem unsichtbaren feindlichen Gegenüber ist Flucht ohnehin Mittel erster Wahl.

(9) Totalitarismus war bereits eingekehrt. Es kam mir vor, als wenn die Corona-Zeit als Experimentierfeld galt für kommende dispotische Zeiten totaler Kontrolle durch die Staatsmacht.

(10) Aberkennung von Grundrechten: Das individuelle Grundrecht auf Unversehrtheit des eigenen Leibes, auf sein eigenes Leben, darf in sogenannten Not­situa­tionen ebenfalls nicht verletzt werden:

Art 2 Grundgesetz: „2. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“

(11) Rette sich, wer kann!

Wer sich in der Corona Zeit kritiklos der Willkür und Kontrolle staatlicher Gewalt unterworfen hatte, ohne sich mit gesundem Menschenverstand zur Wehr zu setzen und für sich selbst zu erkennen, was am Sinnvollsten ist, welche anderen Maßnahmen als die Dir von oben verhängten sinnvoller sein könnten, sich selbst zu schützen: Zum Beispiel die eigene Immunität stärken durch gesunde Ernährung, Bewegung in frischer Luft usw..

(12)“ Die Umwertung aller Wert“. Nietzsche, in „Also sprach Zarathustra“

 

Charlotte Ullmann, im September 2025

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F R I E D E N S G E F L Ü S T E R    in  F R A N K F U R T   AM MAIN

Erstellt von Redaktion am 25. September 2025

F R I E D E N S G E F L Ü S T E R    in  F R A N K F U R T   AM MAIN    von Charlotte Ullmann

Friedensgespräch am 9. September 2025 im Frankfurter Stadthaus zum 80ig-jährigen Gedenken

der atomaren Zerbombung von Hiroshima und Nagasaki,  mit  Flöten- und Okarina-Spiel von Künstlerinnen aus Hiroshima, ausgerichtet von der Volkshochschule Frankfurt am Main unter dem Thema: Wenn Staaten versagen: Sind Städte unsere beste Chance auf Frieden?

Der Konflikt und Friedensforscher Dr. Hendrik Simon leitete das Podiumsgespräch  mit einem Power-Point-Referat zur Lage des weltweiten Kriegsgeschehens ein.

Auf dem Podium versammelte sich die Crème de la Crème, mit einem abwesenden und entschuldigten Oberbürgermeister Mike Josef, der Stadträtin Eileen O’Sullivan (Volt), der deutsch-amerikanischen Politologin Cathryn Clüver Ashbrook , dem Referenten für Friedensbildung bei der evangelischen Kirche, Daniel M. Untch, sowie Tina Cramer, Referentin für Wissenstransfer.

Ja, da waren auf dem Podium die Verfechter eines Friedens von unten zusammengekommen,

die enthusiastisch und kleinteilig sich in der Darstellung ergingen, wie internationale Städtepartnerschaften via Schüler- und Jugendaustausch Freundschaften stiften können

unter den verschiedensten Menschen, und somit weltweiten Frieden schaffen von der Basis her.

Bei aller Euphorie, wer mag sich dem nicht verschließen? Friede, Freude, Eierkuchen!

Dieses Friedens-Geflüster auf dem Podium ging über mehr als eine Stunde, begleitet von einer säuselnden technischen Störung der Mikrofone, die wie ein lautes Flüstern aus dem All anmutete. „Friedensgeflüster“, rief eine Bürgerin dem Podium zu.

Und das war es, ein Friedensgeflüster,  mächtig aufgebauscht von unten her, gespeist aus dem hehren Bewusstsein demokratischer Gewissheiten, die umso bestimmter beansprucht werden,

je gewisser jedem die real existierende Scheindemokratie sich vor Augen führt.

Eklatant im Widerspruch stand dazu der eingangs gehaltene Vortrag von Dr. Simon, der die zunehmenden weltweiten Krisen, Konfliktherde und Kriege beschrieb.

Keine Frage auf dem Podium, woran das liegen könnte. Keine Frage zum Auseinanderklaffen der Bemühungen an der Basis um Frieden, die vorgeblich immer vernetzter und besser würden, und dem tatsächlich  zunehmendem Kriegsgeschehen, weltweit.

Diese Frage kam ganz  zum Schluss aus dem Publikum, gerade mal, um Anregung zu geben für eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema, um möglicherweise und endlich mal den Versuch einer Antwort zu erhalten , warum es immer mehr  kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Staaten gibt, obwohl die Mehrheit der Staatsbürger Krieg nicht nur ablehnt, und das weltweit, sondern vielmehr die größte Angst davor hat.

Dabei war der Titel der Veranstaltung bereits spannend gewählt: „Das Versagen der Staaten“!

Dafür hätte ich wenigstens in einem Nebensatz den Ansatz einer Analyse erwartet.

Immerhin, eine substantiierte Antwort der Frankfurter Stadtregierung lässt in einer möglichen Folgeveranstaltung auf sich warten.

„Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.“ (Jean Jaurès).

Charlotte Ullmann, Bürgerin Frankfurts seit 60 Jahren, am 10.09.2025

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Der Friedensaktivist Dr. Nikolaus Götz aus Saarbrücken referiert über die aktuelle Kriegspropaganda der Bundesregierung und die der deutschen Massenmedien. Termin: Am Donnerstag, den 18. Sep. 2025

Erstellt von Redaktion am 14. September 2025

Der Friedensaktivist Dr. Nikolaus Götz aus Saarbrücken referiert über die aktuelle Kriegspropaganda der Bundesregierung und die der deutschen Massenmedien.

Am Donnerstag, den 18. September 2025 informiert und referiert der Philosoph und langjährige saarländische Friedensaktivist Dr. Nikolaus Götz über die aktuelle Kriegspropaganda der Bundesregierung und die scheinbar kriegslüsternden deutschen Massenmedien. Da die Jugend wie 1914 und wie im Dritten Reich wieder „zu den Waffen“ gerufen werden soll, um alsbald an der ’Ostfront’ zu dienen, ist es erneut an der Zeit, sich diesem ’Call of duty’, diesem ’Ruf der Pflicht’, zu verweigern. Wie auch die rüstigen RentnerInnen bei diesem kommenden ’Endkampf’ eingesetzt werden könnten, wird ebenfalls schon vielerorts unter der Hand diskutiert.

Die Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigter KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) stemmt sich mit vielen anderen Intellektuellen und Friedensaktivisten erneut gegen diesen Wahn einer falschen Politik und setzt sich mit der Deutschen Friedensbewegung für eine friedliche, demokratische Ausgleichspolitik im Sinne des Friedensnobelpreisträgers und Altkanzlers Willy Brandt ein.

Deshalb erfolgt an alle Interessierte eine Einladung zum 18. 9. 2025 um 18:00 Uhr in die Geschäftsstelle der Peter Imandt-Gesellschaft, 66111 Saarbrücken, Futterstraße 17-19

(Erste Etage). In einem offenen Diskussionsforum verteilt Dr. Götz die aktuellsten Flyer aus der Friedensbewegung wie beispielsweise die „Mythen der Militarisierung“, „So geht’s: den Kriegsdienst verweigern“ und referiert kurz, aber kritisch über den Bestseller von Ole Nymodem: „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde.“

Thema: Für Frieden

Veranstaltungsort: Saarbrücken, Imandt Gesellschaft, Futterstraße 17-19

Zeitpunkt: Donnerstag den 18. 9. 2025: 18-20 Uhr

Mentor: Dr. Nikolaus Götz, Politikwissenschaftler, Romanist

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GRÜN statt GRAU – Begrünte Vorgärten für ein besseres Mikroklima – Von Hans Kiechle, DIE LINKE – Saarwellingen

Erstellt von Redaktion am 14. September 2025

 

GRÜN statt GRAU

Begrünte Vorgärten für ein besseres Mikroklima

DIE LINKE – Hans Kiechle – informiert

In Zeiten des Klimawandels wird das Mikroklima in Städten und Gemeinden immer wichtiger. Vorgärten spielen dabei eine ganz zentrale Rolle. Sie beeinflussen Temperatur, Luftfeuchte und Trockenheit in unserem direkten Lebensumfeld.

Auch in unserer/Ihrer Gemeinde wird es künftig mehr heiße Tage und mehr Starkregen geben. Mit naturnahen Gärten können Sie mit geringem Aufwand viel bewirken und sich gegen die Folgen des Klimawandels wappnen.

Bepflanzter Boden speichert Regenwasser, das über die Pflanzen verdunstet. Die Folge: Ein klimatischer Ausgleich, bessere Luft und angenehme Kühle im Sommer. Ein natürlich bewachsener Vorgarten schafft nicht nur ein Paradies für Insekten und Vögel sondern schützt auch das Haus vor Überschwemmungen.

Anders bei Kies und Schotter. Das Gestein heizt sich unter Sonneneinstrahlung auf, Tiere finden keine Nahrung, Regenwasser kann nicht versickern.

1.Teil, wird fortgesetzt.

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Gerade auch in den Schüler Sommerferien ein wichtiges Thema : Dumm macht arm – Von Hans Kiechle, Die Linke, Saarwellingen

Erstellt von Redaktion am 14. September 2025

 

Gerade auch in den Schüler Sommerferien ein wichtiges Thema : Dumm macht arm

Von Hans Kiechle – Vorsitzender Partei DIE LINKE OV Saarwellingen

Wer das soziale Gefälle verkleinern will, muss in Bildung investieren.
Deutschland wird ungerechter. An diesem Urteil führt nach den neuesten Zahlen des
Armutsberichtes der Bundesregierung kein Weg vorbei.
Denn der Bericht dokumentiert: Die Reichen werden auch in der Krise reicher, die Armen ärmer.
Bei den einen wächst das private Vermögen. Die anderen können mitunter sogar durch einen
Vollzeitjob ihre Familie nicht mehr ohne staatliche Hilfe ernähren. Kurz: Deutschland verteilt um,
und zwar von unten nach oben. Das ist politischer Sprengstoff. Zumal in diesem Land ja sowieso
das Gefühl zunimmt, für die Finanzkrisen bluteten immer die Falschen.
Trotzdem würde man es sich mit der puren Wiederbelebung klassischer Umverteilungspolitik zu
leicht machen. Höhere Einkommens- und Erbschaftssteuern für die Wohlhabenden, endlich eine
Transaktionssteuer gegen die Spekulation und deutlich höhere Mindestlöhne zur Unterstützung von
Geringverdienern wären ja nicht falsch. Aber sie änderten nichts an einer Entscheidenden Ursache
des Problems: der mangelnden Bildung der Armen.
Der Bericht der Bundesregierung wie auch eine Reihe von Studien belegen: Ob jemand arm bleibt
oder reich wird, liegt ganz entscheidend an seiner Ausbildung. Wer sich bildet, dem geht es in
diesem Land ganz gut. Wer aber als Kind nichts gelernt hat, der holt das später nur schwer auf und
bleibt arm bis ins Rentenalter. Die Ungelernten mit den einfachen Jobs leiden unter der globalen
Konkurrenz, ihre Löhne stagnieren. Dieses Schicksal trifft überproportional Kinder aus armen
Familien, die sich schon die Kitakosten nicht leisten können, aber oft sind es auch Schulabbrecher,
Migranten und Mütter, die lange nicht gearbeitet haben.
In diese Richtung geht auch richtigerweise die Kampagne des linken Parteichefs Hans Kiechle mit
seiner Forderung:
– Gebührenfreie Kitas, handeln für mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung. –
Wer das ändern will, wer Chancen gerechter verteilen und mehr Menschen in diesem Land ein gutes
Leben ermöglichen will, der muss in Ausbildung investieren, und zwar großzügig. Er muss Geld in
die Kitas stecken, die Sprachausbildung für Migranten-kinder ausbauen, die Weiterbildung im Job
erleichtern, den Wiedereinstieg der Mütter fördern. Es gibt viel zu tun, fangen wir an !

Hans Kiechle
DIE LINKE OV Saarwellingen

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Proteste in Ukraine – Kiew will Protest besänftigen – Ukraine: Wütende Reaktionen nach Entmachtung von Antikorruptionsbüro

Erstellt von Redaktion am 24. Juli 2025

Von Arnold Schölzel von der Jungen Welt

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Stanislav Kozliuk/REUTERS

Demonstration gegen Angriffe auf die Antikorruptionsbehörden am Dienstagabend in Kiew

Flucht nach vorn: Am Mittwoch vormittag lud der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij Vertreter des von ihm am Vortag entmachteten Antikorruptionsbüros (Nabu) und der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) zusammen mit Angehörigen des Sicherheitsapparats, die er beiden am Montag ins Haus geschickt hatte, zu einem Gespräch. Selenskij erklärte danach auf Telegram, es sei die Ausarbeitung eines Aktionsplans gegen Korruption beschlossen worden, der innerhalb von zwei Wochen vorliegen solle. Dazu stellte er ein Familienfoto des »Team Ukraine«, wie er seine Gesprächspartner nannte, und der Beschwörungsformel: »Wir alle haben einen gemeinsamen Feind – die russischen Besatzer.« Dem ließ er folgen. »Wir alle hören, was die Gesellschaft sagt.«

Zu den Demonstrationen Tausender Ukrainer in Kiew, Charkiw, Odessa und weiteren Städten am Dienstag abend äußerte der Präsident vorsichtshalber nichts, zumal für Mittwoch abend weitere Kundgebungen angekündigt waren. Am Dienstag hatte das Parlament in Kiew die Kompetenzen von Nabu und SAP per Gesetz stark eingeschränkt, indem es sie der Generalstaatsanwaltschaft unterstellte. Selenskij unterzeichnete diese Aufhebung der Unabhängigkeit sofort, daraufhin gingen die Protestierenden auf die Straßen. Zuvor hatten Geheimdienst und Polizei am Montag Dutzende Razzien bei Nabu- und SAP-Mitarbeitern mit zum Teil physischer Gewalt durchgeführt. Parallel hatten Regierung und Medien eine Kampagne gegen beide Behörden entfacht, wobei von Kollaboration mit Russland gemunkelt wurde. Belege dafür gab es nicht.

Ungeachtet der in Selenskijs Büro gezeigten Eintracht ließ allerdings Nabu nicht locker. Das Amt veröffentlichte nach dem Treffen auf seinem Telegram-Kanal einen Aufruf, das Gesetz zu seiner Entmachtung zurückzunehmen. Die Behörde arbeite rein im Interesse des ukrainischen Volkes.

Rostocker Friedensbündnis

Berlin, Paris, Brüssel und andere EU-Hauptstädte reagierten auf Selenskijs Anschlag gegen die von ihnen als Beweis für Demokratie in Kiew gepäppelten Ämter mit beachtlichem Stirnrunzeln. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos kritisierte das neue Gesetz als »ernsthaften Rückschritt« auf dem Weg der Ukraine in die EU. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) zürnte, es belaste »den Weg der Ukraine in die EU«. Er veröffentlichte auf X ein Foto, das ihn mit den Chefs von Nabu und SAP zeigt, und griff laut Bild sogar zum Telefon, um seinen Amtskollegen in Kiew, Andrij Sibiga, zur Ordnung zu rufen. Laut Financial Times hatten der französische Präsident Emmanuel Macron und EU-Ratspräsident António Costa in Telefonaten mit Selenskij versucht, ihn von dem Entmachtungsgesetz abzubringen.

Ebenfalls am Mittwoch sollten in Istanbul (nach jW-Redaktionsschluss) die am 16. Mai und 2. Juni begonnenen Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Delegationen fortgesetzt werden. Laut TASS sollte es dabei vor allem um die am 2. Juni wechselseitig überreichten Memoranden gehen.

Siehe auch

Arnold Schölzel: Durchlöcherte Heimatfront

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/504650.proteste-in-ukraine-kiew-will-protest-bes%C3%A4nftigen.html Aus: Ausgabe vom 24.07.2025, Seite 2 / Ausland

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Alles so schön bunt! Wo es den Krieg nie und nimmer gibt

Erstellt von Redaktion am 23. Juli 2025

Von Uli Gellermann von der Rationalgalerie

Rund die Hälfte der deutschen Wahlberechtigten teilt einer DPA-Umfrage zufolge die Einschätzung der Bundesregierung, dass Russland eine Gefahr für Deutschland darstellt. 13 Prozent sehen demnach eine sehr große militärische Bedrohung durch Moskau, 36 Prozent eine erhebliche Bedrohung, wie eine YouGov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur ergab. Aus Sicht von 30 Prozent der Befragten stellt Moskau nur eine geringe Bedrohung dar, 14 Prozent sehen keine Bedrohung.

Ängste für Kriegsvorbereitung dienlich

Die historische Wahrheit sieht anders aus. Es waren die Deutschen, die Russland als es noch UdSSR hieß, brutal überfallen hatten. Doch was zählt schon die historische Wahrheit, wenn die Rüstungsindustrie viel Geld verdienen will und die Eliten in der EU gern mit dem Feuer spielen? Von Wenig bis Nichts. Um die Wahrheit und die Wirklichkeit in den Köpfen in eine nützliche Hysterie zu wandeln, müssen die öffentlich-rechtlichen wie auch die privaten Medien eine eigene Realität herstellen, mit der eine Bedrohung fabriziert wird, die jene Ängste auslöst, die der Kriegsvorbereitung dienlich ist.

Meinung durch Medien herstellen lassen

Es gehört ein gerüttelt Maß an devoter Idiotie dazu, sich eine Meinung durch die Medien herstellen zu lassen und im Ergebnis des Medienkonsums diese Meinung auch noch für die eigene zu halten. Noch vor und neben den ausdrücklich politischen Medien existieren jene Blätter und Sendungen, die das allgemeine Gefühl im Lande herstellen. Zu diesem Gefühl gehört unbedingt der Glaube, dass es jenseits der eigenen vier Wände eine bessere Welt gibt, zu der man aufschauen kann und die zugleich die Hoffnung verbreitet, dass diese ideale Welt der „Eliten“ noch zu Lebzeiten zu erreichen ist.

Himmelblaue Welt

Klar, der Russe steht beinahe vor der deutschen Haustür, glaubt man den Mehrheitsmedien. Aber es gibt sie noch – die schönen Inseln in der deutschen Medienlandschaft. Die Magazine und die Sendungen, die ihre Leser bis zur Blödheit beruhigen. Da wo die Welt immer noch schön bunt ist und der Himmel immer himmelblau ist.

Von der BUNTEN siegen lernen

An der Spitze dieser Medien steht die Illustrierte BUNTE, die geradezu eine normative Kraft für diesen Sektor entwickelt. Im TV sind es Formate wie „Klatsch TV“ oder „Brisant“ oder „taff“, die von der BUNTEN gelernt haben, wie man in diesem Format siegen kann. Zwar beträgt die verkaufte Auflage nur 308.230 Exemplare, aber da die BUNTE in jedem Wartezimmer und in den meisten Cafés ausliegt, ist ihre meinungsbildende Kraft um vieles höher, als es die Auflage ahnen läßt.

Burda-Medien-Konzern: 2,7 Milliarden Umsatz

Der Burda-Medien-Konzern machte im Jahr 2024 2,7 Euro Milliarden Umsatz, zu dem auch die SPIEGEL-Konkurrenz FOCUS gehört. Während mit der BUNTEN jene grauen Zellen formiert werden, die das Vertrauen in die Herrschaftsverhältnisse festigen, kann der FOCUS den Verhältnissen journalistische Akzente setzen.

Bedrohliche Putin-Übung

So kommt das Magazin in seiner Ausgabe vom 20. 07. 2025 zu dieser Behauptung „Letzter Sommer in Frieden? – Bald beginnt bedrohliche Putin-Übung“. Das Fragezeichen täuscht journalistische Objektivität nur vor, hängenbleiben wird die „bedrohliche Putin-Übung“. Flankierend wird in der BUNTEN von der Hochzeit des Multimilliardärs Jeff Bezos berichtet. Dort dominiert ein „weißer Traum aus Spitze“.

Schlechtester Chef der Welt

Dass der Inhaber des AMAZON-Konzern Bezos beim Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes zum „Schlechtesten Chef der Welt“ gewählt wurde, darf in der BUNTEN ebenso keine Rolle spielen, wie die Unterstützung des US-Militärs durch Jeff Bezos. Burda will mit der Bezos-Hochzeit in Venedig den schönen Schein glänzen lassen. Das soll über die unschöne Wirklichkeit hinwegtäuschen. Natürlich treibt es die Champagner-Elite längst zu bunt.

Brautkleid für 300.000 Dollar

Aus der BUNTEN kann man erfahren, dass der Milliardär Bezos eine Dame namens Lauren Wendy Sánchez geehelicht hat. Ihr Brautkleid kostet 300.000 Dollar. Natürlich waren Bürgergeld-Empfänger nicht eingeladen: Deren Neid könnte sie doch glatt auf Ideen bringen. Das will BURDA auf keinen Fall.

Quelle: Rationalgalerie, Uli Gellermann, https://www.rationalgalerie.de/home/alles-so-schoen-bunt

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Sollte die Bundesregierung Ihrer Meinung nach trotz knapper Kassen die Stromsteuer für alle senken?

Erstellt von Redaktion am 20. Juli 2025

Ja, auf jeden Fall

78,7%

Eher ja

7,6%

Unentschieden

3,8%

Eher nein

4,5%

Nein, auf keinen Fall

5,4%

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Petition an das EU-Parlament und an die Regierungen der EU-Länder (https://bargeldverbot.info/petition)

Erstellt von Redaktion am 17. Juli 2025

Bargeld als Zahlungsmittel braucht den gleichen Schutz wie der digitale Euro. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Bargeld-Verordnung (COM/2023/364) muss verbessert werden.

1. Sorgen Sie dafür, dass an allen physischen Verkaufs- und Bezahlorten und auch bei staatlichen Stellen mit Bargeld bezahlt werden kann. Wer bar bezahlt, darf nicht von Preisnachlässen und anderen Vorteilsaktionen ausgeschlossen sein.
2. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr (Bus, Bahn) muss problemfrei mit Bargeld genutzt werden können.
3. Bargeld abheben sollte kein Hindernis sein. Wir brauchen eine klare Regelung:

  • In jeder Gemeinde ab 1000 Einwohnern muss eine Möglichkeit bestehen, an Banknoten zu kommen.
  • 90 Prozent der Bevölkerung sollten innerhalb von zwei Kilometern eine Bargeldquelle erreichen, in Städten innerhalb von einem Kilometer.
4. Einzelhändler brauchen Orte in ihrer Nähe, Wechselgeld zu beziehen und Einnahmen auf das Firmenkonto einzuzahlen.

Petition unterzeichnen

 

 

 

 

 

 

https://bargeldverbot.info/petition

Bislang 195.478+ Unterschriften. Nächstes Etappenziel: 200.000 zum 20. Juli

Ziel: 1.000.000 Unterschriften bis Oktober 2025.
Mit dieser Zahl repräsentieren wir den Willen der Bevölkerung und können höchstmöglichen Druck in der Politik erzeugen.

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Friedenskampf – Lügen entlarven – Ökonom und Friedensforscher entkräften die Erzählungen vom Wirtschaftswachstum durch Rüstung und der Bedrohung durch Russland

Erstellt von Redaktion am 13. Juli 2025

Online Extra

12.07.2025, 14:32:25 / Betrieb & Gewerkschaft

Friedenskampf

Lügen entlarven

Dritte Gewerkschaftskonferenz für Frieden: Ökonom und Friedensforscher entkräften die Erzählungen vom Wirtschaftswachstum durch Rüstung und der Bedrohung durch Russland
Von Susanne Knütter, Salzgitter
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Militärübungen auf dem Gelände der TU München. Das Klinikum Köln-Merheim plant eine Intensivstation in einer zwölfstöckigen Tiefgarage für den Kriegsfall, Bundeswehrferienprogramm im bayrischen Kellmünz. Ganz offen wird Kriegstüchtigkeit gefordert. Ein Schulfach »Verteidigung« nach lettischem Vorbild ist Gegenstand von Überlegungen. Man redet darüber, ob für das »Vaterland« zu sterben nicht wieder einen Sinn habe. Der Militärhistoriker Sönke Neitzel lässt wissen, dieser Sommer könnte der vorerst letzte in Frieden sein. Die Beispiele zeigen: Die mentale Kriegsvorbereitung ist schon in vollem Gange. Wer dem etwas entgegensetzen will, muss erstens mit ein paar Lügen aufräumen, die den Menschen tagtäglich aufgetischt werden und zweitens aus der Defensive herauskommen. Das waren zwei der Botschaften des ersten Tages der dritten Gewerkschaftskonferenz für den Frieden, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) zusammen mit der IG-Metall-Geschäftsstelle Salzgitter-Peine am Freitag und am Sonnabend ausgerichtet hat.

Zu den großen Lügen, die derzeit vehement wiederholt werden, gehört die: Investitionen in die Rüstung würden für Wachstum sorgen. Eine andere lautet: Eine Milliarden Euro starke Aufrüstung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Sozialstaates sei möglich. Dierk Hirschel, Chefökonom von Verdi, verneinte beides in seinem Vortrag. In der Kanonen-UND-Butter-Erzählung, die derzeit insbesondere von der SPD vertreten werde, sieht er ein Mittel, um harte Verteilungskämpfe nicht aufkommen zu lassen. Aus dem gleichen Grund würden die Militärausgaben derzeit über Schulden und nicht über kurzfristige Steuern finanziert. Die Wachstumserzählung werde insbesondere von jenen Ökonomen vorgetragen, die bislang die größten Verfechter der Schuldenbremse waren. Tatsächlich, so Hirschel, sind Militärausgaben aus ökonomischer Sicht keine Investitionen. Sie sind »totes Kapital, staatlicher Konsum, sie werfen keine Erträge ab«. Das ist der Unterschied zu einer Investition in den Straßenbau oder in eine Kita. Die werfen perspektivisch Erträge ab. In einer Kita werden Leute ausgebildet und Menschen herangezogen, die später zu Fachkräften werden können, die zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitragen können. Rüstungsausgaben dagegen sind unproduktive Ausgaben und sie ziehen Ressourcen aus produktiven Bereichen ab, z.B. Fachkräfte und Kapital.

Von wegen Wachstum

Ökonomisch ausgedrückt, heiß das, jeder Euro ins Militär hat einen geringeren Effekt, als jeder Euro in Infrastruktur oder Bildung. Der Multiplikator bei Rüstungsausgaben beträgt etwa 0,5 Prozent. Das heißt, ein Euro in Rüstung bedeutet 50 Cent Wachstum. Bei Infrastrukturinvestitionen beträgt der Multiplikator 1,5 und bei Bildung läge er bei drei d.h. für jeden Euro in Bildung kommen drei Euro heraus.

Ein weiteres Argument ordoliberaler Ökonomen: Investitionen ins Militär würden die Produktivität erhöhen. Internet und Iphone seien ja auch Nebenprodukte von Militärischer Forschung gewesen. Das Problem: Das Geld, das in USA seit Jahrzehnten in militärische Forschung fließt, ist ein Vielfaches der europäischen Investitionen. Eine Alternativrechnung erfolge nie, kritisiert Hirschel. Was würde passieren, wenn man das Geld in zivile Forschung gepackt hätte?

Hinzukommt die Besonderheit, dass es in der hiesigen Rüstungsindustrie im Allgemeinen und im Bereich der großen Waffensysteme im Besonderen keinen Wettbewerb gibt. Auf einen Auftrag kommen im Schnitt zwei Bewerber, erläuterte Hirschel. »Daraus folgt, dass problemlos Mondpreise aufgerufen werden können.«

Der Schuldendienst infolge von Militärausgaben wird höher ausfallen als bei Investitionen in Infrastruktur, Bildung usw,, weil Militärinvestitionen sich letztlich nicht selbst finanzieren. Theoretisch brauche ein Staat keine Schulden tilgen, so Hirschel, sondern nur die Zinsen (siehe USA und Japan). Die Union bestehe aber auf Schuldentilgung. Das bedeutet an die 100 Milliarden Euro Schulden- und Zinstilgung allein bis 2029. Aktuell beträgt der Bundeshaushalt 470 Milliarden Euro. Das heißt die Verteilungskämpfe, die es bereits gibt (siehe Pflegekasse), werden härter. Dabei wächst der Finanzierungsbedarf des Sozialstaats, was wiederum ein Resultat der prekären Arbeits- und Lebensbedingungen, der Niedrigstlöhne und der der wachsenden Altersarmut ist. Also: Der Finanzierungsbedarf der Sozialsysteme wird größer, der Finanzierungsspielraum aber kleiner.

Bedrohungslüge entlarven

Selbst wenn es gelingt, den Beschäftigten und Kollegen zu erklären, was die grenzenlose Aufrüstung allein sozialpolitisch bedeutet, kommt nicht selten der Einwand: Aber was, wenn wir wirklich angegriffen werden. Müssen wir dann nicht verteidigungsfähig sein? Hier greift die zweite Lüge: Russland greife als nächstes die baltischen Staaten, dann Deutschland an. Ingar Solty, Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik der RLS, äußerte sich in seinem Referat und der anschließenden Diskussion dazu ganz deutlich: »Es droht kein Angriff Russlands auf die NATO-Staaten. Selbst wenn Russland das wollen würde, könnte es das nicht.« Faktisch wolle Russland das auch nicht. Das könne man ablesen an den Kriegszielen in der Ukraine. Es gehe Russland nicht darum, wie das grüne Narrativ suggeriere, die Ukraine gänzlich auszulöschen, sondern eine Landverbindung zur Krim herzustellen und um einen Regime-Change in der Ukraine, um das Land bündnispolitisch nicht dem Westen bzw. der NATO zu überlassen. »Das ist, was man tatsächlich aus dem militärstrategischen Vorgehen Russlands in der Ukraine schließen kann«, so Solty.

Wenn die Bedrohungslüge ausgeräumt ist, kann man klären, welchem Ziel die Aufrüstung wirklich dient? Welche Waffen werden angeschafft? Sind es Waffen für eine konventionelle Kriegsführung zur Landesverteidigung oder dienen U-Boote, Korvetten und Fregatten, die gekauft werden, womöglich einem ganz anderen Ziel, nämlich der Präsenz im Westpazifik im Bündnis mit den USA, um letzten Endes die neue Blockkonfrontation auch militärisch zu unterfüttern? Ihre Zwecke wird man an den Waffensystemen ziemlich deutlich festmachen können, so Solty.

Jetzt schon über Taiwan-Konflikt aufklären

Wenn alles friedlich bleibt – zumindest zwischen den großen Blöcken – ist Chinas Aufstieg unaufhaltsam, erläuterte Solty. Der Militarismus sei das Mittel, um genau das zu verhindern. Das Ziel der USA dahinter: Einerseits den globalen Süden von China abzukoppeln, zweitens die Europäer von China und dem globalen Süden abzukoppeln. Der Ukraine-Krieg sei dafür ein Katalysator gewesen, ebenso der Iran-Krieg. Denn der Iran ist ein wesentliches Transitland für die neuen Seidenstraße und damit für die fortschreitende wirtschaftliche Integration von Afrika, Asien und Europa bedeutsam. In Taiwan spitze sich dieser Konflikt nun dramatisch zu. Die USA versuchen alles, um Taiwan in die Unabhängigkeit zu führen. Aber China hat bereits ganz klar gesagt, das es das nicht zulassen wird. Das heißt China wird unter Umständen in die Situation gebracht, militärisch in Taiwan einzugreifen. Wenn es dazu kommt, meint Solty, wird es heißen, ein Aggressor ist in Taiwan einmarschiert. »Das heißt wir müssen jetzt schon über die Vorgeschichte eines möglichen Konfliktes sprechen, der sich in Taiwan abspielen wird.«

Für die Frage von Krieg und Frieden ist im übrigen auch unerheblich, ob etwa das Gesellschaftssystem in China besser ist oder nicht. Wer die Blockkonfrontation verinnerliche und Angst habe, dass seine Lebensweise möglicherweise bedroht sei, »soll entspannen«, sagte Solty. »Frieden ist in unserem Interesse.« Und mit Krieg »zieht ihr Euch selber den Boden unter allem weg, das ihr in diesem System noch für einigermaßen lebenswert haltet.«

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/504452.friedenskampf-l%C3%BCgen-entlarven.html

 

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Krieg gegen das Bargeld – Warum wir Münzen und Geldscheine für unsere Freiheit benötigen

Erstellt von Redaktion am 13. Juli 2025

Hakon von Holst

Krieg gegen das Bargeld

Warum wir Münzen und Geldscheine für unsere Freiheit benötigen

  • Softcover
  • 80 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 30.06.2025
  • Artikelnummer 978-3-910568-21-1

Softcover

lieferbar innerhalb von 3-4 Werktagen

Man sieht es an so ziemlich jeder Ladenkasse: Immer öfter zücken die Kunden Karte oder Handy, um ihren Einkauf zu bezahlen. Ist das Zeitgeist, Fortschritt, der Weg in die Zukunft? Die vermeintliche Annehmlichkeit hat jedoch einen Haken: Wer mit Karte bezahlt, bezahlt mit seinen Daten. Nicht nur Zeitpunkt und Ort des Einkaufs sind nachvollziehbar, auch der Warenkorb bekommt ein Gesicht. Die elektronischen Abbuchungen vom Bankkonto werden so zu einem „detaillierten Logbuch unseres Lebens“, wie es der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring treffend formulierte. Das Zahlen mit Bargeld schützt nicht nur unsere Privatsphäre. Wir behalten auch viel eher den Überblick über unsere Finanzen. Und selbst bei einem Blackout können wir uns das Nötigste beschaffen.

Wer hat ein Interesse an der schleichenden Abschaffung des Bargelds? Geht es tatsächlich um die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus, oder steckt viel mehr dahinter? Wer sind die Akteure in Politik und Finanzwirtschaft, und welche Methoden benutzen sie? Was würde die weltweit geplante Einführung staatlicher Digitalwährungen bedeuten? Und: Was können wir gegen die Einschränkung unserer Freiheit tun? Auch wenn es uns privatwirtschaftliche, staatliche und kommunale Einrichtungen immer schwerer machen: Wir haben es vielleicht selbst in der Hand, indem wir weiterhin mit Bargeld bezahlen!

»Freiheit beginnt in der Hosentasche – und sie kann dort enden. Dieses unterhaltsame und gleichzeitig sachkundige Buch räumt auf mit dem Mythos vom überholten Bargeld. Eine Pflichtlektüre für alle mündigen Bürger.«
Prof. Dr. habil. Dirk Löhr, Ökonom

»›Krieg gegen das Bargeld‹ ist ein hervorragend recherchiertes, augenöffnendes Buch, das trotz des ernsten Themas angenehm zu lesen ist. Dafür sorgt die positiv-optimistische Grundhaltung von Hakon von Holst, ebenso wie die vielen anschau­lichen Beispiele.«
Dr. Norbert Häring, Wirtschaftsjournalist

»Hakon von Holst hat eine ebenso engagierte wie sachkundige Untersuchung zum ›War on Cash‹ vorgelegt, die vorgeschobene Argumente und reale Gründe präzise durchleuchtet: ein Aufklärungsbuch im besten Sinne.«
Paul Schreyer, Journalist

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IST DAS BSW RASSISTISCH, WEIL ES FÜR BEGRENZUNG VON MIGRATION EINTRITT?

Erstellt von Redaktion am 10. Juli 2025

Weil das BSW vorgeblich rassistisch sei, will man es beim Palästina-Bündnis nicht dabei haben.

Was für ein Kindergarten: Da wird wild und willkürlich definiert, was man für rassistisch hält und Ausschließeritis betrieben, ein Spiegelbild unserer sich immer mehr spaltenden Gesellschaft!

Ob Antisemitismus, Rassismus, Faschismus, Rechtsextremismus oder dergleichen: Diese Begriffe sind zu Kampfbegriffen mutiert, ihres ursprünglichen Inhalts entleert, gewissermaßen verwässert, und wer nicht bei Drei auf dem Baum ist, wird mit diesen Begriffen behämmert und belämmert.

Wenn das BSW sich für eine Begrenzung von Migration einsetzt, dann in Rücksicht auf die gesellschaftliche und politische Gesamtsituation, um Migrationspolitik sozialverträglicher zu machen. Nämlich auch in Rücksicht auf die bereits hier in Deutschland lebenden Migranten, ebenso in Rücksicht auf die Geflüchteten, die menschenwürdig behandelt werden müssen gemäß der für jeden Menschen geltenden Menschenrechte, und das vorzugsweise in Deutschland mit einer Geschichte, die ihresgleichen sucht.

Geflüchtete in Massenlagern unterzubringen, traumatisiert von den Kriegen, meist ohne Möglichkeit zur Therapie, meist ohne kulturelle Integration, das ist vergleichbar mit Massentierhaltung in Käfigen, wo sich, aus Platzmangel, die Tiere gegenseitig verletzen.

Oder unbegleitete Geflüchtete, also Kinder und Jugendliche, die noch mehr traumatisiert sind, weil Wunden, seelische wie körperliche, sich umso tiefer eingraben, je jünger ein Mensch ist. Und diese jungen Menschen erhalten sehr oft keine entsprechende Behandlung, weil alle sozialen Systeme hierzulande, insbesondere das Gesundheitssystem, unter ihrer Last zusammenbrechen.

All diese Zustände erzeugen mitunter tickende Zeitbomben!

Es muss auch politisch eingegriffen werden!

Verhinderung von Kriegsursachen in den Herkunftsländern, Abschaffung von kapitalistischer Ausplünderung armer Länder, die reich an Bodenschätzen sind (= Neokolonialismus), gerechtere Verteilung von Geflüchteten auf Länder, die sich an Kriegen beteiligen, an Kriegen verdienen oder diese völkerrechtswidrig sogar anzetteln.

Wie viele Kriege sind von den USA spätestens seit 9/11 völkerrechtswidrig ausgegangen oder provoziert worden (siehe Ukrainekrieg) und wieviele Menschen wurden aus diesen Kriegsgebieten auch nach Europa, insbesondere nach Deutschland getrieben?

Von daher gesehen müssten die USA sich verantwortlicher zeigen, ebenso diese Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, statt die europäischen Nato-Länder zu knechten für mehr Aufrüstung (5% vom Haushaltseinkommen statt bisher 2%), ein Skandal angesichts der in Deutschland wütenden Rezession, nicht zuletzt wegen der Sprengung der russisch-deutschen Pipeline, die billiges russisches Öl hierher gespült hatte und nun hauptsächlich durch teures US-Fracking-Gas ersetzt werden muss, zur großen ökonomischen Freude der USA.

Und das, obwohl allem Anschein nach die USA hinter der Sprengung der Pipeline stehen. Nachtigall, ich hör Dir trapsen!

Unsere Regierungen dagegen, erst die Ampel und jetzt die große Koalition mit Merz als Kanzler wollten und wollen die Sprengung der Pipeline nicht aufklären, wohlwissend, dass der Nato-Bündnispartner, nämlich die USA, dahintersteckt, weil sie immer noch hoffen, Hilfe zu bekommen vom großen Freund über dem Teich gegen den russischen „Erzfeind“, der in Gestalt von Putin vor noch nicht allzu langer Zeit (2001) Standing-Ovations im deutschen Bundestag bekommen hat.

In dieser machtpolitisch zugerichteten Gemengelage noch Hoffnung zu haben auf eine angemessene Migrationspolitik, die allen Menschen gerecht wird, die der „Menschheitsfamilie“ dient, wie Daniele Ganser sich immer so schön ausdrückt, grenzt an extreme Gutgläubigkeit, die der Überzeugung Rousseaus vom Guten im Menschen den absoluten Rang abläuft.

Aber das BSW hat sich aufgemacht, diesen Spagat hinzukriegen!

Fazit: Das BSW als rassistisch zu diffamieren und es deshalb aus Teilen der Friedensbewegung herauszuhalten, wie hier aus dem Palästina-Bündnis, halte ich für einen Treppenwitz der Geschichte.
Denn das Herz des BSW gehört allen geschundenen Kriegsopfern, insbesondere auch den Palästinensern und nicht diesem kriegsgeilen Netanyahu und seinen Anhängern.

Zudem: Das Bündnis Sahra Wagenknecht ist die einzige Partei, die sich konsequent gegen Krieg einsetzt, diesem Hauptverursacher von Migration.

Krieg als „Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln“ (Clausewitz, Militärethiker Beginn 19. Jhdt) ist ein Beweis für das Versagen von Politik.
Die Politik für Diplomatie und Verhandlungen hingegen, wofür sich das BSW stark macht, ist der einzige humane Weg, Krieg zu vermeiden.

Dagegen Frieden schaffen mit Waffen, wie Europa es sich vorstellt, mit Deutschland, England und Frankreich voran, bis an die Zähne bewaffnet, ist ein Widerspruch in sich selbst. Genau das wird das schaffen, wovor wir am meisten Angst haben: nämlich Angst vor dem 3. Weltkrieg. Selffullfilling Prophecy!!!

Die Frage der Migration hat sich dann für uns Europäer, insbesondere für uns Deutsche, die wir mitten im Herzen Europas leben, noch leben, erübrigt! Aus die Maus!!!

Charlotte Ullmann, Diplomsoziologin aus Frankfurt am Main am 9. Juli 2025

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Hunderte Milliarden Euro für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung – kein Problem für die Regierung um Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Stromsteuer für alle Menschen in diesem Land senken? Sorry, kein Geld.

Erstellt von Redaktion am 1. Juli 2025

Aus: Ausgabe vom 02.07.2025, Seite 1 / Inland

Stromsteuersenkung – Merz manövriert – Nach Kritik unter Druck:

Kanzler zieht eine Ausweitung der Stromsteuersenkung in Erwägung

Von Philip Tassev

Michael Kappeler/DPA via AP

Hunderte Milliarden Euro für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung – kein Problem für die Regierung um Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Stromsteuer für alle Menschen in diesem Land senken? Sorry, kein Geld. Nach der Ankündigung von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), jene Abgabe nur für Industrie und Landwirtschaft auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde zu senken, empörten sich Handels- und Handwerksverbände, Verbraucherzentralen, Bild, die Grünen sowie diverse CDU- und SPD-Politiker.

Sie monierten, die Senkung der Stromsteuer sei im Koalitionsvertrag »versprochen« worden. Dpa zitierte am Dienstag aus einem Brief mehrerer Wirtschaftsverbände an Reiche, Klingbeil und die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden, in dem eine Senkung der Steuer für alle Verbraucher und damit auch alle Betriebe gefordert wird. Die Senkung der Stromkosten sei ein »wichtiger Baustein« für die »Energiewende« und den Umstieg auf »klimaschonende« Technologien wie E-Fahrzeuge und Wärmepumpen, heißt es in dem Schreiben. Die Koalition müsse ein klares Signal für den »Wirtschaftsstandort« und die »Energiewende« in Deutschland setzen.

Angesichts dieser vereinten Front sieht sich Merz offenbar genötigt, sich für die Idee einer Ausweitung der Stromsteuersenkung zumindest offen zu zeigen – wenn die Gegenfinanzierung gesichert ist. »Alles, was unsere Haushaltsmittel möglich machen, ist denkbar, aber wir müssen eben auch den Haushalt ausgleichen«, sagte Merz am Dienstag in Berlin. Es seien bereits für die privaten Haushalte und für eine große Zahl von Unternehmen »Entlastungen« beschlossen worden. Ob weitere Entlastungen möglich seien, werde man am Mittwoch abend im Koalitionsausschuss besprechen.

Nach Angaben des Finanzministeriums würde eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher im kommenden Jahr mit rund 5,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen und für einen durchschnittlichen vierköpfigen Haushalt eine Entlastung von etwa 80 bis 100 Euro im Jahr bedeuten.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/503134.stromsteuersenkung-merz-man%C3%B6vriert.html

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Krankenkassen warnen vor neuen Beitragserhöhungen

Erstellt von Redaktion am 1. Juli 2025

01.07.2025, 19:08:28 / Kapital & Arbeit

Krankenkassen warnen vor neuen Beitragserhöhungen

Fabian Sommer/dpa

Berlin. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) warnen vor Druck zu neuen Beitragserhöhungen ohne eine rasche Bremse für steigende Kosten. »Die Ausgabendynamik ist ungebrochen. Wenn sie so hoch bleibt, dann steigen die Zusatzbeiträge zum Jahreswechsel erstmals auf drei Prozent«, sagte der neue Vorstandschef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Dienstag. Dies gelte trotz eines angekündigten Bundes-Darlehens.

Nach einer Welle kräftiger Beitragserhöhungen zu Jahresbeginn hoben zum 1. Juli neun Kassen ihren Zusatzbeitrag an, wie ein Verbandssprecher in Berlin sagte. Bis Mai hatte es zuvor schon acht weitere Erhöhungen gegeben. Anfang 2025 waren die Zusatzbeiträge, die die Kassen jeweils für ihre Versicherten festlegen, im Schnitt auf 2,9 Prozent gestiegen. Das war mehr als die erwartete Zunahme um 0,8 Punkte auf einen amtlichen Orientierungswert von 2,5 Prozent. Zum Gesamtbeitrag gehört daneben der allgemeine Satz von 14,6 Prozent.

Die Bundesregierung plant, die Kassen über den regulären Jahreszuschuss von 14,5 Milliarden Euro hinaus zu stützen. Das Kabinett verständigte sich in den Eckpunkten für den Haushalt 2025 auf zwei neue Darlehen und die spätere Rückzahlung eines alten Darlehens. Das soll die Lücke für 2026 reduzieren. Laut Gesundheitsministerium reicht es aber noch nicht, um Beitragssteigerungen zu verhindern. GKV-Chef Blatt nannte die Darlehen »politische Augenwischerei«.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bekräftigte das Ziel, in den Haushaltsberatungen noch mehr Geld zu mobilisieren. Sie wandte sich jedoch gegen Überlegungen der mitregierenden SPD, die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung anzuheben. Aktuell liegt die Grenze bei 5.512,50 Euro monatlich – Einkommen oberhalb dieser Grenze bleiben für die Beitragsberechnung unberücksichtigt. (dpa/jW)

Quelle:https://www.jungewelt.de/artikel/503512.krankenkassen-warnen-vor-neuen-beitragserh%C3%B6hungen.html

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Kritische Gedanken zum Israel-Iran-Krieg

Erstellt von Redaktion am 28. Juni 2025

von Charlotte Ullmann, Frankfurt am Main, 27.06.2025

Zunächst dachte ich, es sei eine bloße Doppelmoral, ein Messen mit zweierlei Maßstäben, bei diesem völkerrechtswidrigen Angriff Israels auf den Iran am 13. Juni 2025. Denn angesichts der Tatsache, selber Atombomben zu besitzen und anderen Ländern sogar die Nutzung ziviler Atomenergie zu verbieten, allein aus dem Grunde, diese könnte umgerüstet werden zur Herstellung von Atombomben, versetzte mich in kopfschüttelndes Nachdenken. Dabei hat Israel, im Gegensatz zum Iran, noch nie das Atomabkommen unterschrieben. Wegen solch eklatanter Widersprüchlichkeit wollte ich es genauer wissen:

LÜGEN FÜR DEN KRIEG

Also recherchierte ich weiter:

Bei dem Historiker Dr. Daniele Ganser habe ich eine für mich plausible Antwort gefunden: Er meint auch, dass das ein vorgeschobener Grund sei, nämlich die Bedrohung Israels durch den Iran, weil dieses Land an einer Atombombe baue.

Vielmehr ginge es Israel um einen Regime-Change, so Ganser. Als Argumente dienen ihm der Sturz von Gaddafi in Lybien, von Hussein im Irak, von dem ebenso völkerrechtswidrigen Einmarsch der USA in Afghanistan usw., allesamt mit der Absicht, einen Regime-Change herbeizuführen, und dies, ohne dass diese Länder Atomwaffen besessen hätten. Schlimmer noch: Der Kriegsgrund, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen, eine dicke Lüge, für die sich später Colin Powell entschuldigt hatte, aber erst, nachdem bereits Hunderttausende von Menschen gestorben waren: eine Verachtung von Menschenleben, die sich nicht mehr toppen lässt.

Es geht also um reine Machtpolitik, hier wie dort, um den Kampf um wichtige Ressourcen wie Bodenschätze, und dafür ist, im machiavelistischen Sinne, jedes Mittel recht, ob Lügen, Unterstellungen oder sonstwas. Und der Leitsatz von Clausewitz aus dem frühen 19. Jahrhundert, der Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, erklärt die vielen Lügen, wenn die Kriegspropaganda die Köpfe der Menschen gehirnwaschen soll. Das erklärt auch, weshalb immer mehr Menschen in Europa der Kriegstreiberei frönen, sogar und insbesondere diejenigen, die früher Kriegsdienstverweigerer waren.

Charlotte Ullmann

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6000 Soldatenleichen werden antirussische Propaganda – Russenhass ist deutsche Staatsräson – und Abort-Journalismus ist Tagesschau-Normalität

Erstellt von Redaktion am 18. Juni 2025

6000 Soldatenleichen werden antirussische Propaganda

Russenhass ist deutsche Staatsräson – und Abort-Journalismus ist Tagesschau-Normalität

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Welch eine Niedertracht: Das neonazistische Regime in Kiew hat es (zunächst) abgelehnt, 6000 Leichen gefallener ukrainischer Soldaten von Russland zurückzunehmen.i Doch unser leibhaftiger öffentlich-rechtlicher Skandal, die Tagesschau, versuchte, die Schuld dafür den Russen in die Schuhe zu schieben. Die fiesen Kostenüberlegungen der Ukraine unterschlug sie.ii– Ebenso erbärmlich: Die Leitung der KZ-Gedenkstätte Dachau ließ von den Kränzen, die zu Ehren der von den Nazis dort ermordeten 4000 russischen Kriegsgefangenen niedergelegt worden waren, die Schleifen in den russischen Nationalfarben abschneiden.iii Darüber verlor die Tagesschau erst gleich kein Wort. Es ist ihr Beitrag zur medialen Massenverblödung: Nachrichten verfälschen oder unterdrücken. Nichts, auch nicht der Respekt vor dem schrecklichen Tod junger Soldaten hindert sie daran, ihre russenfeindliche AgitProp an fanatisierte deutsche Einzeller zu liefern. Unsere Gesellschaft nimmt es hin. Wir verlieren den letzten Rest Anstand.

Die niederländische Journalistin Sonja van den Endeiv, näher am aktuellen Frontgeschehen und der politischen Realität als irgendein ARD-Korrespondent:

Das ist wirklich schrecklich, das ist ein Verbrechen, denn diese Soldaten haben für ihr Land gekämpft … jetzt sieht es so aus, als wolle die ukrainische Regierung sie nicht zurückholen. Wir wussten, dass in Kiew ein kriminelles Regime herrscht, und diese Situation beweist es.“v

Doch solche Stimmen können im regierungsamtlich zensierten deutschen Diskurs nicht gehört werden. Wer sich über Ursachen, Hintergründe und Verlauf (nicht nur) des ukrainisch-russischen Krieges vollständiger und objektiver informieren will, ist auf ausländische Quellen ebenso angewiesen wie auf kritisch-alternative deutsche: auf Russia Todayvi, Sputnik internationalvii, Strategic Cultureviii, Consortium Newsix, Globalbridgex, Moon of Alabamaxi, Schweizer Standpunktxii und Sonar21xiii einerseits und NachDenkSeitenxiv, Overtonxv, Anti-Spiegelxvi, Hintergrundxvii und Berliner Zeitungxviii andererseits. Denn selbst humanitäre Projekte wie den am 2. Juni in Istanbul vereinbarten Gefangenen- und Leichenaustausch zwischen Russland und der Ukraine nutzen unsere Mainstreammedien – vom Spiegel bis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk – um primitiven deutschen Russenhass zu fördern.  

Die Verhandlungskommission der Ukraine unter ihrem Kriegsminister Umjerow hatte am 2. Juni mit Russlands Präsidenten-Berater Medinskij und dessen Kommission in Istanbul vereinbart: Diesmal werden alle Kriegsgefangenen im Alter unter 25 Jahren ausgetauscht, alle schwer verwundeten oder schwer kranken Gefangenen und je 6000 Leichen ukrainischer und russischer Soldaten.xix Aber schon ein paar Stunden nach dem Vertragsschluss stänkerte der ukrainische Kriegsherr und Machthaber Selenskyj, wie üblich ohne glaubhaften Beleg,

dass von den 6.000 Leichen von Soldaten, die Russland in die Ukraine zurückgeben will, nur 15 Prozent identifiziert wurden.“xx

Ob er bei dieser abscheulichen Äußerung unter Drogen stand, wie ihm oft von den Russen unterstellt wirdxxi, bleibt dahingestellt; Selenskyjs westliche Unterstützer andererseits versuchen schließlich mit allerlei „Faktenchecks“xxii, seine Nase als kokainfrei auszugeben. (Auf derlei interessengebundene „Faktenfinderei“ ist allerdings kein Verlass, wie die Tagesschau nicht nur im Biden-Fall zeigtxxiii).

Keine Frage: Die hohe Anzahl ukrainischer Gefallenen passt Selenskyj nicht. Woher er schon zu diesem frühen Zeitpunkt und ohne Möglichkeit einer Prüfung gewusst haben will, wieviele Leichen identifiziert sind, fragte ihn jedoch niemand. Gleichviel, ARD-aktuell (nomen est omen) reagierte ohnehin erst fünf Tage später, am 7. Juni in der Tagesschau um 20 Uhr und danach in den Tagesthemen. Ukraine-Korrespondent Tobias Dammers im üblichen Propaganda-Jargon:

„…Russland behauptet heute – ohne Belege vorzulegen ­– die ukrainischen Unterhändler seien nicht am Treffpunkt erschienen, wo zunächst die Leichen gefallener Soldaten übergeben werden sollten. Die Ukraine weist diese Darstellung zurück. Moskau habe den Zeitpunkt eigenmächtig festgelegt … Für die Ukrainer ist es auch gar nicht von Interesse, einen Austausch künstlich scheitern zu lassen oder in die Länge zu ziehen, weil eben sehr sehr viele Familien auf ihre Angehörigen warten und auch innenpolitisch die ukrainische Regierung immer wieder unter Druck steht, die Gefangenen zurückzubringen. Für die Ukraine ist es auch nicht von Interesse, dass die Ergebnisse von diplomatischen Verhandlungen in Istanbul scheitern, um nicht den Druck des US-Präsidenten auf sich zu ziehen, der besonders auf diese Verhandlungen gedrängt hatte.“xxiv 

An dieser Darstellung stimmt so gut wie nichts: Die ukrainischen Behörden räumten selber ein, dass sie nicht bereit waren, die Leichen an der Grenze in Empfang zu nehmen. Zur (angeblich russisch-„eigenmächtigen“) Terminierung hatte TT-Moderator Zamperoni erklärt, sie sei „…für dieses Pfingstwochenende vorgesehen“ gewesen.xxv

Am 8. Juni um 15.29 Uhr erschien dann in der Kiewer „Pravda“ die Mittelung des ukrainischen Geheimdienstchefs Budanov:

Der Beginn des Austauschs der Leichen der Toten zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation ist für nächste Woche geplant.“xxvi

Ein konkretes Datum nannte er nicht. Auch die offizielle ukrainische Behauptung, die Videoclips von den Kühltransportern mit den Leichen seien irgendwo in Russland aufgenommen worden, war erlogen. Augenzeugen bestätigten die Anwesenheit der parkenden Lkw-Schlange an der Grenze der Region Brjansk mit der Ukraine.xxvii

Zur dreisten Selenskyj-Behauptung, nur 15 Prozent der Leichen seien identifiziert, gehört jedoch ein Kontext, der sie erhellt und über den zu berichten die ARD-aktuell-Journaille entweder nicht fähig oder nicht willens war: Nach derzeitigem ukrainischem Recht sind Selenskyj und sein Regime verpflichtet, für jeden im Kampf getöteten Soldaten an die Angehörigen 316.000 Euro Entschädigung zu zahlen, davon circa 50 000 Euro sofort, den Rest über drei Jahre und drei Monate verteilt. xxviii Insgesamt kämen für 6000 Gefallene mindestens 2,2 Milliarden Euro an Rentenleistungen für die Hinterbliebenen auf das Kiewer Pleite-Regime zu. Eine Sozialleistung, auf die kein Anspruch besteht, solange Leichen nicht identifiziert und tote Soldaten noch als „vermisst“ geführt werden können. Dieser Hintergrund war spätestens seit der Veröffentlichung des Magazin Overton vom 4. Juni bekannt. xxix Auch die Redaktion ARD-aktuell musste ihn kennen, schließlich verfügt sie über eine online-Redaktion mit eigener Chefredakteurin.xxx

Für die widerliche Vermeidungsstrategie Selenskyjs und seiner Spießgesellen gibt es ebenfalls ein naheliegendes Motiv: Staatliche Einnahmen, anteilig auch deutsche Euro-Milliarden, fallen häufig korrupter Zweckentfremdung anheim.xxxi Aber auch das ist kein Gegenstand redaktioneller Aufmerksamkeit seitens der Tagesschau.

Gerecht wäre es, wenn die westeuropäischen Kriegstreiber – voran das Trio infernale: Merz, Starmer, Macron – tatsächlich „Verantwortung übernehmen“ und für den korrupten Pleite-Staat Ukrainexxxii zugunsten der Kriegsopfer-Familien in die Bresche springen müssten. Das wäre ein kleines Zeichen von Mitleid, noch längst keine Saulus-Paulus-Wandlung der drei Kriegsgeilinge. Aber allemal besser, als für Milliarden Euro weitere Waffen zur Fortsetzung des Massenmordens zu liefern. Leider gilt jedoch auch hier:

Am Krieg verdienen die Reichen, die Armen liefern die Leichen“.xxxiii

Fazit: Die ARD-Berichterstattung bleibt bei ihrer Falschmünzerei. Desinformation und platte Propaganda plus Kaltschnäuzigkeit gegenüber den Opfern der Kriege, ideelles Konkubinat mit den Herrschenden kennzeichnen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Treffliche Bezeichnung der deutschen Verhältnisse: Kakistokratie.xxxiv Die Herrschaft der Schlechtesten. Sie wirkt im politischen und im medialen Raum. Frei nach Montesquieu:

Unbedingter Gehorsam setzt Unwissenheit bei den Gehorchenden voraus.“xxxv

Der aktuelle Meinungsterror hat schwerwiegende Folgen: 

Für eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten sprechen sich 40 Prozent der Befragten aus, für 30 Prozent soll das so bleiben wie bisher, und 26 Prozent wollen, dass die Ukraine weniger Militärhilfe erhält.xxxvi

Zwei von drei Deutschen sind demnach wieder auf militärische Lösungen fixiert. Die Überflutung mit Informationsmüll, Agitation und Propaganda aus allen medialen Rohren wirkt. Der bornierte Militarismus wird schwere wirtschaftliche und soziale Folgen haben. Selbst der Dümmste müsste begreifen, dass er dafür zahlen muss; dennoch zieht nur eine Minderheit die Konsequenzen daraus. Die Mehrheit pflegt ihren neudeutschen Russenhass und verharrt in klagloser Lethargie (wissen Sie noch?: „Gorbi, Gorbi, Gorbi“ riefen die russlandbegeisterten Deutschen 1989, und Putin erhielt bei seiner Ansprache vor dem Bundestag im Jahr 2001 „standing ovations“xxxvii).

Nie hat Russland Deutschland angegriffen, immer waren wir die Angreifer. Die Sowjetunion ermöglichte uns die „Wiedervereinigung“, die dann zum Anschluss der Ex-DDR an die BRD und zur hemmungslosen westdeutschen Privatisierung des DDR-Volksvermögens verkam. Günstig und jahrzehntelang zuverlässig von Russland geliefertes Erdgas ist eines der Fundamente für die Spitzenstellung der deutschen Wirtschaft bis heute. Doch seit drei Jahren meinen wir, wieder gegen Russland militärisch (mit Geld, mit Waffen und mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten daran) vorgehen zu dürfen. Wir sind, folgt man dem im Jahr 2022 vorgelegten Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages („Rechtsfragen der militärischen Unterstützung der Ukraine durch NATO-Staaten zwischen Neutralität und Konfliktteilnahme“) längst Kriegspartei gegen Russland:

Erst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei bzw. Ausbildung an solchen Waffen in Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung verlassen.“xxxviii

Mit massiven Mitteln wird die Ukraine gegen Russland unterstützt (Merz: „…solange wie nötig“xxxix) Der – vorgeschobene – Grund wird dem deutschen Michel tagtäglich ins Hirn gedengelt: Die Ukrainer verteidigen auch „unsere“ Freiheit gegen den völkerrechtswidrigen Angreifer Russland. Was für ein Schmarren, angelehnt an den Dummspruch des einstigen Verteidigungsministers Peter Struck, SPD:

Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.“xl

Der Krieg gegen Afghanistan (erst nachträglich mit UN-Mandat gerechtfertigt) endete mit 240 000 Toten.xli Am Hindukusch liegen nun auch 60 Bundeswehr-Soldaten begrabenxlii, geopfert für deutsche Großmannssucht im Mix mit Vasallengehorsam gegenüber den imperialen USA. Vergeblich geopfert, denn vor den afghanischen Barfuß-Kriegern mussten die westlichen Besatzer schließlich Reißaus nehmen, ohne dass Deutschlands Sicherheit davon angekratzt wurde. Ein Abenteuer war’s, in Euro-Milliarden zu betrachten.xliii

Abgesehen davon, dass völkerrechtswidrige Kriege keine Ausnahme, sondern seit Geburt der UN-Charta die Regel und speziell US-amerikanische Praxis sind, (Vorbilder dafür lieferte bisher fast ausschließlich der Westen): Vietnam 3,2 Millionen Totexliv; Irak 500 000 Tote (mindestens)xlv; zu schweigen von den ungezählten Opfern der Umsturzaktionen in Iran, Syrien, Somalia, Kongo, Libyen, Chile, Ecuador, Peru, Honduras, Guatemala, Venezuela, Nicaragua, Brasilien, Argentinien, Kuba.

Dass nun gerade der NATO-Westen Russland der Verletzung des Völkerrechts bezichtigt und den Ukraine-Krieg zur Rechtfertigung der militärischen Eskalation und gigantischen Hochrüstungen missbraucht, ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte. Zumal dieser Krieg von den USA, Frankreich und Deutschland mittels (von Merkelund Hollande geplantenxlvi)Unterlaufens des Minsk-2-Abkommensxlvii, mit NATO-Insurgenten und massiver Aufrüstung der Ukraine provoziert worden ist.

Das von der aggressiven transatlantischen Politik angestrebte Ziel: Zugriff auf die unerschöpflichen Bodenschätze Russlands.xlviii Die Ukraine liefert dafür die Soldaten und insbesondere die USA und Großbritannien schicken die Steuerungsmittel des Krieges, geben die entscheidenden Befehle und Initiativen, sind Kriegspartei.xlix Obszönes Drumherumgerede täuscht nicht drüber weg: Deutschland ist es auch. Wir haben uns Russland wieder zum Feind gemacht, für Jahrzehnte.l Eine der Konsequenzen des deutschen Kadavergehorsams gegenüber den westlichen Kriegsherren: Mehr als 1,2 Millionen ukrainische Flüchtlinge mussten wir bereits aufnehmenli, ein Ende des Zustroms ist vorerst nicht absehbar. Unser Kostenanteil am Ukraine-Krieg beläuft sich schon auf 200 Milliarden Euro. Der fällige Schuldendienst werde besonders Menschen mit geringen Einkommen treffen, und zwar hart, „denn diese erfahren eine zwei- bis dreimal höhere Inflation als Menschen mit hohen Einkommen“, warnte DIW-Chef Fratzscher. lii

Für unsere „Kriegstüchtigkeit“ (Pistorius)liii werden wir uns um hunderte Milliarden Euro mehr verschulden, obwohl wir schon bald bei 3 Billionen Euro aufgetürmt haben.liv Üble Perspektive:  

Auf jeden Fall droht nach der Rezession in den Jahren 2023 und 2024 auch für 2025 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung. Drei Jahre Rezession in Folge hätte es in der Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben.“ lv

Aber das stört unser politisches Funktionsmobiliar in Berlin ersichtlich nicht. Geld wäre ja zur Genüge greifbar. In Deutschland gibt es jetzt schon 249 Milliardärelvi, Tendenz: weiter steigend. Und überhaupt:  

„… aufschlussreich sind die Zahlen zum privaten Vermögen: So betrug das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland Ende des vierten Quartals 2024 rund 9,05 Billionen Euro. Eine Studie des WZB belegt, dass zehn Prozent der Haushalte über 56 Prozent des Gesamtvermögens verfügen. In fast keinem anderen Land in Europa sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland.“lvii

Aber eine Vermögenssteuer gibt es in Deutschland nicht mehr. Wird es in absehbarer Zeit auch nicht geben, Bundeskanzler Merz ist auch Multimillionär.lviii So einer rückt nicht selbst was raus, sondern knappst es von sozial Schwächeren ab. Vor ein paar Tagen kündigte er an, auch die Leistungen für Menschen mit Behinderung einzuschränken. Auf dem Kommunalkongress des Deutschen Städte- und Gemeindebundes in Berlin sagte er, dass jährliche Steigerungsraten von bis zu zehn Prozent bei der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe „nicht länger akzeptabel“lix seien. Immer feste druff aufs niedere Volk, Herr Bundeskanzler! Was denn, was denn? Den Typ haben wir schließlich formaldemokratisch sauber gewählt!

Und den hier auch: Vizefuzzi Klingbeil und seine SPD-Kamarilla. Unisono mit den Vorturnern der Christenunion tönen sie, die Deutschen sollten mehr arbeiten – und greifen damit wesentliche Kompetenzbereiche der Gewerkschaften an. Es sind Änderungen am Arbeitszeitgesetz geplant, die die Bevölkerung zu mehr und längerem Arbeiten zwingen sollen. Die 40-Stunden-Woche soll abgeschafft werden.lx Arbeitnehmer würden somit noch mehr zur Verfügungsmasse des Kapitals degradiert. Statt angemessene Renten wie in den meisten unserer europäischen Nachbarn zu zahlenlxi (Österreich, Schweiz, Frankreich, Ungarn, Griechenland, skandinavische Länder), mutet die Berliner Truppe den noch arbeitsfähigen alten Menschen in Deutschland zu, auch als Rentner weiter zu arbeiten, Anreiz: 2000 Euro sollen steuerfrei bleiben. Klingbeils Umfeld (SPD) fordert darüber hinaus eine Änderung des Kündigungsschutzes für ältere Beschäftigte.lxii

Der kleine Mann soll also für die Arschrettungsversuche unserer politischen und journalistischen Endsieg-Beschwörer zahlen. Denn die wissen, was sie tun. Wahrlich, wir sehen herrlichen Zeiten entgegen.

 

iQuellen:

hhttps://anti-spiegel.ru/2025/warum-die-ukraine-ihre-toten-soldaten-nicht-zuruecknehmen-will/

ii https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau_20_uhr/ts-71572.html

iii https://www.barth-engelbart.de/?p=260980

iv https://jayniti.org/sonja-van-den-ende/

v https://sputnikglobe.com/20250608/dutch-journalist-calls-ukraines-refusal-to-accept-bodies-of-its-troops-crime-1122214715.html

vi https://dert.online

vii https://sputnikglobe.com

viii https://strategic-culture.su

ix https://consortiumnews.com

x https://globalbridge.ch

xi https://www.moonofalabama.org

xii https://www.schweizer-standpunkt.ch

xiii https://sonar21.com

xiv https://www.nachdenkseiten.de

xv https://overton-magazin.de

xvi https://anti-spiegel.ru

xvii https://www.hintergrund.de

xviii https://www.berliner-zeitung.de

xix https://www.tagesschau.de/ausland/asien/ukraine-verhandlungen-istanbul-106.html

xx https://www.pravda.com.ua/eng/news/2025/06/2/7515273/

xxi https://tass.com/world/1053607

xxii https://www.mimikama.org/selenskyj-kokain-schreibtisch/

xxiii https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/usa-biden-152.html

xxiv https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau_20_uhr/ts-71572.html

xxv https://www.ardmediathek.de/tv-programm/680f2b9c82e61b206b66438c

xxvi https://www.pravda.com.ua/eng/news/2025/06/8/7516193/

xxvii https://rumble.com/v6uh09h-kiew-verschiebt-leichenaustausch-schrecklicher-verwesungsgeruch-journalist-.html

xxviii https://southfront.press/ukraine-agrees-to-take-bodies-of-6000-slain-troops-but-not-really/

xxix https://overton-magazin.de/top-story/austausch-von-6000-leichen-gefallener-soldaten-stellt-die-ukraine-vor-finanzielle-probleme/

xxx https://www.ard.de/die-ard/wie-sie-uns-erreichen/ard-pressemeldungen/2019/06-26-neue-Chefredaktion-von-ARD-aktuell-100/

xxxi https://nichtohneuns-freiburg.de/was-machen-100-us-buchpruefer-in-der-ukraine/

xxxii https://de.statista.com/statistik/daten/studie/593948/umfrage/wahrgenommene-korruption-in-der-ukraine/

xxxiii https://dkpflensburg.wordpress.com/2023/09/18/am-krieg-verdienen-die-reichen-die-armen-dienen-als-leichen/

xxxiv https://www.kettner-edelmetalle.de/news/kakistokratie-in-deutschland-wenn-die-dummsten-regieren-und-der-wahler-schweigt-16-05-2025

xxxv https://beruhmte-zitate.de/zitate/130175-charles-de-montesquieu-unbedingter-gehorsam-setzt-unwissenheit-bei-den-ge/

xxxvi https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-politbarometer-juni-i-2025

xxxvii https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/putin/putin_wort-244966

xxxviii https://www.bundestag.de/resource/blob/892384/d9b4c174ae0e0af275b8f42b143b2308/WD-2-019-22-pdf-data.pdf

xxxix https://www.ukrinform.de/rubric-ato/3998068-merz-nach-gesprachen-mit-selenskyj-deutschland-wird-der-ukraine-so-lange-helfen-wie-notig.html

xl https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/rede-des-bundesministers-der-verteidigung-dr-peter-struck–784328

xli https://www.nzz.ch/international/der-krieg-in-afghanistan-forderte-240000-tote-ld.1640684

xlii https://www.bundeswehr.de/de/ueber-die-bundeswehr/gedenken-tote-bundeswehr/todesfaelle-bundeswehr

xliii https://www.mitwelt.org/kosten-opfer-afghanistan-krieg

xliv https://meinstein.ch/geschichte/vietnamkrieg-die-bilanz-die-verluste/

xlv https://www.sueddeutsche.de/politik/us-studie-500-000-iraker-starben-im-irak-krieg-1.1795930

xlvi https://www.wsws.org/de/articles/2022/12/20/merk-d20.html

xlvii https://www.sicht-vom-hochblauen.de/die-minsker-abkommen-und-warum-sie-gescheitert-sind/

xlviii https://muetter-gegen-den-krieg-berlin.de/NATO-Zielvorstellungen.htm

xlix https://www.watson.ch/international/ukraine/760963623-die-us-beteiligungen-in-der-ukraine

l https://www.handelsblatt.com/politik/international/russische-studie-russen-sehen-deutschland-als-feindliches-land/100077570.html

li https://mediendienst-integration.de/artikel/ukrainische-fluechtlinge-zahlen-fuer-deutschland-europa.html

lii https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2024-02/61462999-oekonomen-ukraine-krieg-kostet-deutschland-ueber-200-milliarden-euro-003.htm

liii https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw23-de-regierungsbefragung-1002264

liv https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/

lv https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview

lvi https://www.manager-magazin.de/unternehmen/milliardaere-das-sind-die-500-reichsten-deutschen-2024-exklusive-auswertung-a-801d1d75-143a-4204-900e-8d95db52e433

lvii https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/#folgen

lviii https://www.focus.de/politik/top-verdiener-der-cdu-vermoegen-von-friedrich-merz-ist-der-politiker-millionaer_id_259664932.html

lix https://eu-schwerbehinderung.eu/index.php/33-aktuelles/29532-empoerung-ueber-merz-debatte-um-einsparungen-bei-eingliederungshilfe

lx https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/arbeitszeitgesetz-reform-deutschland-100.html

lxi https://www.kettner-edelmetalle.de/wissen/rentenvergleich-europa

lxii https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/lars-klingbeils-berater-jens-suedekum-fordert-gelockerten-kuendigungsschutz-fuer-aeltere-a-b7250065-6752-4a2e-9ef3-c9f5c5692900

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

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Der ver.di Ortsverein Saar-Blies lädt recht herzlich zur öffentlichen Diskussionsveranstaltung: US-Militär: Chance für Arbeitsplätze?

Erstellt von Redaktion am 28. Mai 2025

28. Mai 2024
Der ver.di Ortsverein Saar-Blies lädt recht herzlich zur öffentlichen Diskussionsveranstaltung:

US-Militär: Chance für Arbeitsplätze?

In der Pfalz arbeiten allein 12.000 Zivilbeschäftigte für die US-Streitkräfte. Viele davon sind
auch in ver.di organisiert. Dort kämpft man nicht nur für ein höheres Gehalt und gegen
Sparprogramme, man befürchtet auch einen Truppenabbau. Auch in den Kommunen und
der regionalen Wirtschaft rund um Ramstein und Spangdalem herrscht Sorge. Welche
Bedeutung hat das Militär als Wirtschaftsfaktor? Mit unserer öffentlichen Veranstaltung
am Donnerstag, 12. Juni 2025 um 18:00 Uhr ver.di-Haus, St. Johannerstr. 49 in Saarbrücken
wollen wir uns mit dieser Problematik befassen und haben den Friedensfreund Karl-Heinz
Peil eingeladen.

Kollege Peil hat sich mit der Wirtschaftskraft des US-Militärs auseinandergesetzt und
kommt zum Ergebnis, dass Konversion nötig sei. Karl-Heinz Peil vertritt die These, dass
das Militär für die Region und seine Wirtschaft kein Segen, sondern Fluch sei. Hören wir
uns seine Argumente an und diskutieren wir unsere Schlussfolgerungen.

Freundliche Grüße
gez. Rainer Tobae
Vorsitzender ver.di OV Saar-Blies

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CDU-Generalsekretär Linnemann hat die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgefordert, mehr Einsatz zum Erhalt des Wohlstands zu zeigen.

Erstellt von Redaktion am 25. Mai 2025

Linnemann fordert mehr Einsatz
CDUGeneralsekretär Linnemann hat diBürgerinnen und Bürger dazu aufgefordert, mehr Einsatz zum Erhalt deWohlstands zu zeigen.
Unser Wohlstandunsere sozialen Sicherungssysteme, abeauch die Funktionsfähigkeit unsereLandes beruhen darauf,
dass wir produktiv sind, sagte Linnemann dem RND.
WorkLifeBalance sei nichts Verwerfliches. Aber man hat manchmal den Eindruck, dass es nicht mehr uWorkLifeBalance geht,
sondern uLifeLifeBalance, sagte der CDUPolitiker weiter.
Quelle: 106 ntv text So 25.5.2025

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Milliardendefizit der Krankenkassen – Trickserei bei gesetzlichen Krankenkassen – Strukturelles Problem der GKV bleibt

Erstellt von Redaktion am 25. Mai 2025

Milliardendefizit der Krankenkassen  (von der Jungen Welt)

Trickserei bei gesetzlichen Krankenkassen

Bund zieht Millionenspritze für Krankenversicherungen vor. Strukturelles Problem der GKV bleibt
 
Von Susanne Knütter  
Krankenkassen_Chefin_74454344.jpg
Kreißsaal vorübergehend geschlossen? Zu Beginn der neuen Legislatur steht das Gesundheitssystem vor der Pleite …

Hat es das schon gegeben? Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich so verschlechtert, dass der Bund eine Millionenspritze vorziehen muss. 800 Millionen Euro Bundeszuschuss, um die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds aufzufüllen – darauf einigten sich Gesundheits- und Finanzministerium, wie das Handelsblatt am Dienstag abend berichtete. Die Reserve des Fonds war demnach unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindestgrenze von 20 Prozent der durchschnittlichen Monatsausgaben gefallen.

In den Fonds fließen die Beiträge gesetzlich Versicherter und ihrer »Arbeitgeber« ein. Um die Beiträge stabil zu halten, erhält der Fonds Steuermittel in Form eines jährlichen Bundeszuschusses. Der Gesundheitsfonds verteilt die Mittel anschließend an die Krankenkassen.

Für das Jahr 2024 rechnet die GKV mit einem Defizit von sechs Milliarden Euro. Die Ursache dafür seien gestiegene Ausgaben. Krankenhausaufenthalte und Arzneimittel verteuerten sich laut der Unternehmensberatung McKinsey um rund neun bis zehn Prozent. Eine Folge: Allein im vergangenen Jahr haben 96 Prozent der Krankenkassen insgesamt 124mal ihre Zusatzbeiträge erhöht. Rücklagen, die jetzt eventuell hilfreich sein könnten, hatten die Krankenkassen in den letzten Jahren – politisch gewollt (Stichwort: Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz) – vielerorts aufgebraucht.

Sie übernehme ein System in »tiefroten Zahlen«, erklärte die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gegenüber Handelsblatt. Dass die vorgeschriebene Liquiditätsreserve bereits unterschritten sei, sei ein »erster Warnschuss«. Warken hat das Gesundheitsministerium von Karl Lauterbach (SPD) übernommen. Die neue schwarz-rote Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, die Finanzlage der GKV zu stabilisieren. Vorschläge dazu soll eine Kommission bis zum Frühjahr 2027 unterbreiten.

»Es rächt sich, dass die beiden Vorgängerminister von Union und SPD immer wieder in den Gesundheitsfonds gegriffen, sich aber nicht um eine seriöse Gegenfinanzierung gekümmert haben«, erklärte Ateș Gürpınar, Gesundheitsexperte und Mitglied der Fraktion Die Linke im Bundestag am Mittwoch. Die neue Ministerin müsse noch dieses Jahr Finanzierungsreformen durchsetzen. Bis 2027 könne es schon zu spät sein. »Wenn die Koalition sich tatsächlich an dieses ›Deutschlandtempo‹ hält, dann werden noch viele Beitragssatzerhöhungen erfolgen oder noch schlimmer: Kassen und Gesundheitsfonds sind bis dahin pleite«, so Gürpınar. Das betreffe auch die Pflegeversicherung, denn dort ist das Insolvenzrisiko noch höher, »da es diesen gesetzlichen Notfallmechanismus dort nicht gibt und die Pflegekassen ihren Beitragssatz nicht selbstständig erhöhen können«.

Der Gesundheitswissenschaftler Heinz Rothgang sieht in den jüngsten Maßnahmen nur eine kurzfristige Lösung. Das strukturelle Finanzierungsproblem der GKV werde damit nicht behoben, sagte er laut Handelsblatt. Dabei liegen Lösungsvorschläge längst auf der Hand: Die Beitragsbemessungsgrenze, die derzeit bei 5.512,50 Euro Einkommen im Monat liegt, muss mindestens angehoben werden. Auch auf Kapitaleinkünfte müssen Beiträge fällig werden. Die kleinen und mittleren Gehälter und Renten reichten als Finanzierungsbasis nicht aus, konstatierte Gürpınar. »Dann gehen die Beitragssätze durch die Decke.« Die Union war immer dagegen. »Dass die Ministerin es schafft, diesen ideologischen Ballast abzuwerfen«, bezweifelte der Linke-Politiker.

Quelle: Aus: Ausgabe vom 15.05.2025, Seite 5 / Inland

https://www.jungewelt.de/artikel/500054.milliardendefizit-der-krankenkassen-trickserei-bei-gesetzlichen-krankenkassen.html

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Die Wirtschaftsweise Grimm hat der Mindestlohn-Kommission geraten, den Mindestlohn 2026 stabil zu halten und keinesfalls anzuheben.

Erstellt von Redaktion am 24. Mai 2025

Grimm gegen höheren Mindestlohn

Die Wirtschaftsweise Grimm hat der Mindestlohn-Kommission geraten,

den Mindestlohn 2026 stabil zu halten und keinesfalls anzuheben.

Eine Erhöhung würde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen

in einer ohnehin angespannten Konjunkturlage verschlechtern, sagte Grimm der „Bild“ – Zeitung.

„Wenn wir jetzt das Lohngefüge da nochmal nach oben verschieben

in einer Situation, in der die Arbeitsproduktivität ohnehin niedrig ist,

haben wir perspektivisch eben in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein Problem.“

Quelle: ntv text Do 22.5.2025

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Lidl plant eigenen Angaben zufolge die größte Preissenkung der Unternehmensgeschichte.

Erstellt von Redaktion am 24. Mai 2025

Lidl senkt viele Preise
Lidl plant eigenen Angaben zufolge digrößte Preissenkung der Unternehmensgeschichte.
Wie die BildZeitung unteBerufung auf den Discounter berichtet,
wird dieser für mehr als 500 Artikel in nahezu allen Warengruppen dauerhaft diPreise senken.
Regional würden einzelnArtikel bis zu 35 Prozent günstigewerden, heißt es.
Demzufolge handelt es sich bei dePreissenkung nicht um eine kurzfristigWerbeaktion:
Lidl wolle seine Kundedauerhaft entlasten und die Kaufkrafin der Bevölkerung erhöhen.
Quelle:  ntv text Sa 24.5.2025

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Der Pflegeversicherung droht eine »Abwärtsspirale«, sollte nicht bald eine Erhöhung der Pflegebeiträge erfolgen:

Erstellt von Redaktion am 22. Mai 2025

Krankenkassen

Pflegekassen vor »Pleite«

BKK-Vorständin warnt vor Engpass von Krankenkassen und Ausgleichsfonds

Von David Maiwald für die Junge Welt

imago/Steinach

BKK-Vorständin Anne-Kathrin Klemm warnt vor einer »Abwärtsspirale« der Pflegekassen

Der Pflegeversicherung droht eine »Abwärtsspirale«, sollte nicht bald eine Erhöhung der Pflegebeiträge erfolgen:

Gegenüber dem Springer-Portal Politico erklärte die Vorständin des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK),

Anne-Kathrin Klemm, am Mittwoch, eine solche Anhebung sei sogar »unausweichlich (…) und müsste dann bereits im Sommer erfolgen«.

 

Ohne unmittelbare Maßnahmen der Bundesregierung müssten »weitere Pflegekassen finanzielle Hilfe beantragen,

um nicht zahlungsunfähig zu werden«.

Die »Verbesserung der Situation in der Pflege« sollte neben der Krankenhausreform

am Mittwoch auch auf der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin besprochen werden, allerdings als nachrangiger Tagesordnungspunkt.

Eine CSU-Landesgruppensitzung lieferte dagegen am selben Tag, zumindest hinter verschlossenen Türen,

schon einen konkreten Fehlbetrag in der Finanzierung.

Ein »Soforthilfeprogramm für die Pflegekassen«, wie Bild mit durchgestochenen Zitaten zu belegen suchte,

brauche demnach »allein drei Milliarden (Euro) bis zum Jahresende, sonst sind die Pflegekassen pleite«.

Am Sonntag war bekanntgeworden, dass erstmals eine gesetzliche Krankenkasse bei der Pflegeversicherung auf Finanzhilfen des Bundes zurückgreifen muss.

Am Dienstag hatte dann die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) auf jW-Anfrage mitgeteilt,

es gebe einen »aktuell konkreten Hilfebedarf« von 8,5 Millionen Euro.

Ohne die Finanzspritze aus dem Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) »könnten Zahlungsstockungen nicht sicher ausgeschlossen werden«,

hatte ein SVLFG-Sprecher erklärt. Besagte »Abwärtsspirale« könnte BKK-Vorständin Klemm zufolge eintreten,

sollten »viele große Pflegekassen auch in Schieflage geraten und damit dann auch der Ausgleichsfonds«.

Die Lage sei bereits »alarmierend«, so Klemm.

Übernehme der Bund etwa Kosten für pflegende Angehörige und für milliardenschwere Coronaausgaben,

könne eine Beitragsanhebung bei den Krankenkassen womöglich abgewendet werden.

Der Chef der Krankenkasse DAK Gesundheit, Andreas Storm, hatte vergangene Woche gegenüber dpa eine Sondertagung des Schätzerkreises vorgeschlagen,

um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Pflegeversicherung zu klären.

Quelle:Aus: Ausgabe vom 13.03.2025, Seite 2 / Inland

https://www.jungewelt.de/artikel/495836.krankenkassen-pflegekassen-vor-pleite.html

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Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) warnt vor hohen Beiträgen

Erstellt von Redaktion am 19. Mai 2025

GKV warnt vor hohen Beiträgen

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) fordert wegen der kritischen Finanzlage der Krankenkassen

Sofortmaßnahmen durch die neue Bundesgesundheitsministerin Warken.

„Es braucht jetzt eine Akuttherapie, denn sonst gehen zum nächsten Jahreswechsel die Krankenkassenbeiträge durch die Decke“,

warnte die GKV-Vorstandsvorsitzende Pfeiffer in der „Rheinischen Post“.

Kurzfristig hält Pfeiffer noch vor der Sommerpause ein Vorschaltgesetz für notwendig mit einem Ausgabenmoratorium für sämtliche Leistungsbereiche.

Quelle: ntv text Mo 19.5.2025

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Zeitloser Spruch

Erstellt von Redaktion am 18. Mai 2025

Spruch des Tages:

Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln,

als eine Minute zu schießen“

– Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler –

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Hilfe! Frieden droht! Antwort des Westens: Sanktionen!

Erstellt von Redaktion am 15. Mai 2025

Autor: Uli Gellermann von der Rationalgalerie,  Datum:

Da schlägt Wladimir Putin direkte Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine vor, und der Westen ist echt erschrocken: Aus den Gesprächen könnte ein Frieden resultieren, das findet die Rüstungsindustrie geradezu bedrohlich; und was die Rüstungsindustrie bedrohlich findet, dass finden der Westen und seine Horror-Medien noch schlimmer. Statt den ernsthaften Vorschlag Putins ebenso ernsthaft anzunehmen, wird dem russischen Präsidenten ein Trick unterstellt. Und die Handpuppe der EU, Volodymyr Zelenskyj, stellt Bedingungen: Putin müsse selbst zu den Gesprächen in die Türkei kommen, sonst wäre er aber echt beleidigt.

Lautsprecher von BlackRock

Friedrich Merz, der Lautsprecher von BlackRock in Deutschland, droht sogar Sanktionen an: „Wir sind uns einig, dass für den Fall, dass es in dieser Woche nicht zu einem wirklichen Fortschritt kommt, wir dann gemeinsam auch auf europäischer Ebene für eine deutliche Verschärfung der Sanktionen eintreten wollen“. Woher er das majestätische „Wir“ nimmt, ist unklar. Klar ist, dass die Russen nicht zittern, wenn ein Würstchen aus dem Sauerland sich meldet.

Protzmittel wird Kriegsmittel

Die Sanktionen haben auch ihre skurrile Seite: Einem Gastronom aus Hannover droht ein Verfahren vor Gericht, weil er gegen EU-Sanktionen verstoßen habe. Er verkaufte seinen Mercedes-AMG G 63 für 170.000 Euro an einen Georgier. Wenig später wurde der Wagen in Russland angemeldet. Jetzt wird dem Gastronomen vorgeworfen, er habe gegen EU-Sanktionen verstoßen. Der Mercedes-AMG G 63 ist geländetauglich und gilt der Schickeria als Protzmittel, mit dem man über den Berliner Ku-Damm fährt und die Armen erschreckt. Dank Merz & Co. wird die Karre nun zum Kriegsmittel und fällt unter die Sanktionen: Putin darf das Potemkinsche Fahrzeug auf keinen Fall in die Finger bekommen. Das Amtsgericht Hannover bestrafte den Export ins feindliche Ausland umgehend:  Die 170.000 Euro aus dem Verkauf wurden eingezogen und der Gastronom bekommt noch 150 Tagessätze zu je 200 Euro aufgebrummt.

3. Weltkrieg verhindert

Wie Recht das Amtsgericht hat, wird deutlich, wenn man weiß, dass dieser Mercedes-Typ schon als Papamobil im Einsatz war: 1980 schenkte Mercedes-Benz dem damaligen Papst die Karre als Führungsfahrzeug. Weltweit gibt es 1,4 Milliarden Katholiken, das ist fraglos eine Macht, und wenn die sich auf die Seite Putins stellen und mit dem Mercedes-AMG G 63 ausgerüstet werden . . . ! Gott sei Dank war das Gericht in Hannover wachsam und hat die Aufrüstung der Russen bestraft. Diese Friedensaktion war natürlich nur möglich, weil Friedensfreunde wie Friedrich Merz total konsequent auf Sanktionen gegen Russland bestehen und damit einen 3. Weltkrieg verhindern.

Gottes Gerechtigkeit

Merz engagierte sich in seiner Jugend in der Katholischen Jungen Gemeinde und ist seit seiner Studienzeit Mitglied in einer katholischen Studentenverbindung. In der Bibel weist der Psalm 72 darauf hin, „dass Gottes Gerechtigkeit einer Kultur tatsächlich Frieden und Leben schenkt.“ Die Sanktionen des Merz sind in Wahrheit Teil eines unerklärten Krieges gegen Russland. Insofern sollte man Merz als „Euer Scheinheiligkeit“ anreden. Ein Titel, der ihm besser steht als „Kanzler“.

Quelle: https://www.rationalgalerie.de/home/hilfe-frieden-droht

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LINKE wählt BlackRock – Verkommen, verdorben, verfallen

Erstellt von Redaktion am 10. Mai 2025

Autor:Uli Gellermann von der Rationalgalerie, Datum:

Beinahe wäre Friedrich Merz auch im zweiten Durchgang der Kanzlerwahl durchgefallen. Das wäre ein demonstrativer Durchfall gewesen: Für einen kurzen, fast historischen Moment hatte das deutsche Parlament die Möglichkeit, NEIN zum Superkonzern BlackRock zu sagen, indem es dem BlackRock-Vertreter Friedrich Merz die Wahl verweigerte. Denn ohne die Stimmen der LINKEN wäre ein zweiter Wahlgang nicht möglich gewesen. Aber die LINKE machte den Weg frei für Merz und BlackRock.

Mit Merz den Kapitalismus stürzen?

Kurz zuvor hatte die linke Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek in einem Interview mit der Osnabrücker Zeitung gesagt: „In den heutigen Zeiten muss man radikal sein“, der Kapitalismus müsse gestürzt, die „Systemfrage“ gestellt werden. Jetzt hat sie erstmal radikal den Kurs der LINKEN gestürzt und wird anschließend ganz bestimmt mit Merz gemeinsam den Kapitalismus stürzen. Oder?

Schmierste meine Hand, schmier’ ich Deine Hand

Man muß Reichinnek & Co. keine subjektive, verräterische Absicht unterstellen. Sie ist da einfach so reingerutscht. Sie spielt das Spiel des Parlamentarismus mit seinen „Sachzwängen“. Flugs richtet sie sich auf die nächsten Deals ein: „Die CDU muss begreifen, dass sie an uns nicht vorbeikommt“. Schmierste meine Hand, schmier` ich Deine Hand; beide sind voller Korruptionsdreck.

Es funktioniert der Selbstbetrug

Die Korruption funktioniert sicher auch über Gehälter und Diäten. Vor allem funktioniert sie über Selbstbetrug: Die Reichinneks denken, sie hätten was zu sagen, sie wären echt wichtig. Aber wenn es dann zum Schwur kommt, quillt aus ihnen die servile Zustimmung zu den Interessen des Kapitals. Solche Figuren wie Reichinnek leisten der verbreiteten Verwechslung von rechts und links Vorschub, halten sich aber für „antifaschistisch“.

Unterwerfung unter ein Grippe-Virus

Seit dem Corona-Regime – in dessen Zeit sich die deutsche Linke aus Angst vor einem Grippe-Virus der Pharma-Industrie unterwarf – hat sich die Linke immer deutlicher nach rechts entwickelt. Sie hat sogar den geschickten und perversen Schlachtruf der Regierung übernommen, nach dem alle Kritiker des Regimes als „Nazis“ galten. Diese Panik-Reaktion der Linken war unbezahlbar für die Durchsetzung der Corona-Lüge. Die Freiwilligkeit dieser galoppierenden Blödheit wird in die Geschichte als „Hystero-Schwindel“ eingehen und noch Generationen von Historikern und Psychologen beschäftigen.

Recht auf russische Selbstverteidigung

In einer schrecklichen Logik hat sich die Linke von der Corona-Unterwerfung zur Ukraine-Kriegslüge bewegt. Sie nennt diesen NATO-Krieg einen „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“ Russlands, obwohl Russland nur dem § 51 der UN-Charta folgt und von seinem dort verankerten Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch macht.

Reichinnek-Mörtel

Auf dem linken Arm der Reichinnek ist eine kämpferische Parole tätowiert: „Eure Ordnung ist auf Sand gebaut“. Gemeint ist das kapitalistische System und dessen Ordnung. Aber die Wahrheit ist: Die linke Sorte Reichinnek ist der Mörtel, mit dem der Kapitalismus sein System verfugt und absichert. Aber so ein Tattoo ist natürlich schick. Merz wird sich darüber amüsieren.

 

Quelle: https://www.rationalgalerie.de/home/linke-waehlt-blackrock-2

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Treffen des Gesprächskreises der NachDenkSeiten in Frankfurt am Main im Mai 2025

Erstellt von Redaktion am 10. Mai 2025

Monatliches Treffen

📆 So., 18. Mai 2025
🕗 15:00 Uhr
📌 Vereinsheim Germania
Schwanheim
Schwanheimer Bahnstr. 98
60529 Frankfurt am Main
iCalgCal
Treffen des
Gesprächskreises der NachDenkSeiten
in Frankfurt am Main im Mai 2025

Hallo in die Runde,
liebe Nachdenkerinnen und Nachdenker,

ich lade Euch herzlich zu unserem nächsten Treffen des Gesprächskreises ein.

Tagesordnung:

  1. Die Herrschenden wollen einen technokratischen Kapitalismus installieren.
    TECHNOKRATIE: die Degradierung des Menschen zum willenlosen Subjekt, als Bedingung für die kapitalistische Totalverwertung, als vermeintliche Lösung des kapitalistischen Systems zu seiner Rettung.
    Die technokratische Entwicklung schreitet voran: im „Windschatten“ der gigantischen Aufrüstung und der hetzerischen Kriegspropaganda werden die Digitalen Kontroll-, Überwachungs- und Sanktionsmaßnahmen autoritär durchgesetzt.
    Hierzu  zwei „Links“ von Norbert Häring:
  1. „Die neue Regierung setzt auf Digitalzwang und totale Kontrolle“
    https://norberthaering.de/news/koalitionsvertrag-digitalzwang/
  2. Die kriminalisierung des Besitzes von Bargeld
    https://norberthaering.de/news/spanien-bargeld/Bitte lest diese Artikel. Wir wollen sachbezogen diskutieren.
  • Aktuelles

WIR SEHEN UNS!

Beste Grüße

Uli
(Koordination GK der NDS FFM.)


Parkplätze direkt vor dem Haus
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linie 12; Endhaltestelle Rheinlandstraße, von dort ca. 700 m Richtung Sport- und Tennisplätze

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Union debattiert über Linke

Erstellt von Redaktion am 7. Mai 2025

 

Die schwierige Kanzlerwahl hat in der Union eine Debatte zur Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgelöst.

Denn zur Ermöglichung eines zweiten Wahlgangs mussten CDU/CSU Gespräche mit der Linken führen –

zu dieser gilt bei der CDU aber eigentlich ein Unvereinbarkeitsbeschluss.

Für dessen Abschaffung zeigt sich nun Kanzleramtschef Thorsten Frei offen.

„Wir werden gemeinsam darüber zu sprechen haben“, sagte der CDU-Politiker im Frühstart von ntv.

Man müsse die eine oder andere Frage neu bewerten.

 

Quelle: 113.00 113 ntv text Mi 7.5. 22:40:41 – ntv Nachrichten

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Kapital fordert Sozialabbau – Boss der Bosse ohne Gnade – Unternehmerverbandschef Dulger für mehr Sozialraub, dem Kapital zu Diensten. Kanzler und Kabinett ganz nach seinem Geschmack

Erstellt von Redaktion am 5. Mai 2025

Aus: Ausgabe vom 06.05.2025, Seite 5 / Inland  –  Junge Welt

Kapital fordert Sozialabbau

Boss der Bosse ohne Gnade

Unternehmerverbandschef Dulger für mehr Sozialraub, dem Kapital zu Diensten.

Kanzler und Kabinett ganz nach seinem Geschmack

Von Ralf Wurzbacher von der Jungen Welt

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Smith/imago

Sozialer Kahlschlag als Programm, Unternehmer fordern zum »Wirtschaftswarntag« in München mehr davon

Harte Eingriffe in den Sozialstaat und die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht – Rainer Dulger duldet kein Zaudern beim Umbau Deutschlands nach neofeudaler Gutsherrenart. Angesichts der am Dienstag anstehenden Vereidigung von Friedrich Merz (CDU) zum Bundeskanzler hat der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die Gangart der neuen Regierung proklamiert: gnadenlos gegen Arme, Schwache, Bedürftige und dem Kapital zu Diensten. »Wenn wir bei den Steuern für die Reichsten noch etwas draufschlagen, kommt verschwindend wenig heraus. Aber es schwächt den Standort weiter«, sagte der Verbandschef der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom Montag zu Forderungen nach einer höheren Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. »Warum lassen wir nicht diese Sozialneiddebatte und sprechen darüber, dass der Staat endlich lernen muss, seine Gier zu zähmen?«

Er sei »zufrieden mit vielem, was diese neue Koalition geplant hat«, äußerte Dulger, aber eben nicht mit allem. Thema gesetzliche Altersvorsorge: »Das Rentenniveau zu halten, ist nicht generationengerecht – hier dürfen die Ausgaben nicht weiter in diesem Maße steigen.« Die private und die betriebliche Altersvorsorge müssten »verbessert« und die Sozialabgaben »bei 40 Prozent gedeckelt« werden. »Das sollte man ins Grundgesetz schreiben«, meint der sogenannte Arbeitgeberpräsident. Denn »wer da nur einen falschen Satz sagt, gilt als unwählbar. Das darf doch nicht sein.« Aber Leistungskürzungen und ein Lebensabend im Elend – das geht schon. Thema Mindestlohn: Falls der per Gesetz geändert werde, »wäre das eine Kampfansage an die Sozialpartner – und zwar an Arbeitgeber und Gewerkschaften gleichermaßen«. Der scheidende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte jüngst darauf gepocht, die Lohnuntergrenze auf 15 Euro anzuheben, notfalls auch per Gesetz.

Für dessen Bilanz gibt es vom Boss der Bosse eine Fünf: »Keine erfolgreiche Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik«, der »Jobturbo ist gestolpert«, und beim Bürgergeld »gibt es eine erhebliche Gerechtigkeitslücke«, so Dulger. Dagegen biete der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD »einige Ansatzpunkte für einen frischen Wind und eine treffsichere Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik«. Tatsächlich wurde Heil nicht versetzt, seine Nachfolge im Arbeits- und Sozialressort wird Bärbel Bas antreten, die bisherige Bundestagspräsidentin. Sie gilt wie der Geschasste als der »SPD-Linken« zugehörig. Aber was heißt das heute noch? Zumal Bas vom rechtskonservativen Parteichef Lars Klingbeil ins Amt komplimentiert wird. Überhaupt ist das neue Kabinett nach Dulgers Geschmack. Wenn er sich die Mannschaft der Union ansehe, »gefällt mir alles recht gut. Und ich habe auch Vertrauen in die Sozialdemokratie.« Pluspunkte gibt es von ihm für die Berufung von Quereinsteigern, wie die des Media-Markt-Chefs Karsten Wildberger zum Digitalminister. »So jemand« aus der Wirtschaft sehe »mögliche Lösungen schneller«.

Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag der DAK-Krankenkasse sieht eine Mehrheit der Befragten den Zusammenhalt in der Gesellschaft bröckeln. Nach der am Montag vorgestellten Forsa-Studie empfinden 61 Prozent das Miteinander im Land als »eher schlecht« oder »sehr schlecht«. Vielleicht bietet ja der Vorschlag des BDA-Chefs für ein »Pflichtjahr für alle« Abhilfe. »Das kann beim Militär stattfinden, beim Technischen Hilfswerk, bei der Feuerwehr, im Krankenhaus, egal.« Ach ja: »Auch unsere sozialen Sicherungssysteme können diese Hilfe gebrauchen.« Und wie hält es Dulger mit dem neuen Bundeskanzler? »Wir haben viele Gespräche mit Merz geführt. Er hat die Dinge verstanden, er weiß, was dieses Land braucht.«

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/499436.kapital-fordert-sozialabbau-boss-der-bosse-ohne-gnade.html

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Ostermarsch 2025 Lühr Henken, Ko-Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag (www.Friedensratschlag.de) Rede Berlin-Kreuzberg Mariannenplatz 19.4.25 und Marburg (Lahn) 21.4.2025

Erstellt von Redaktion am 24. April 2025

Ostermarsch 2025
Lühr Henken
Rede Berlin-Kreuzberg Mariannenplatz 19.4.25 und Marburg (Lahn) 21.4.2025, Deserteurdenkmal Frankfurter Str.

Liebe Ostermarschiererinnen, liebe Ostermarschierer,
Die wirren Ereignisse seit Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps zeigen zumindest eine Konstante:
Sein Bestreben, den Ukrainekrieg durch Verhandlungen zu einem Ende zu führen. Ich werte das nach drei
Jahren Krieg als einen Lichtblick und kann dem Verhandlungsweg nur vollen Erfolg wünschen!
Die Umsetzung eines Waffenstillstands erweist sich jedoch als schwierig. Geht es doch darum zu vermeiden,
dass beide Seiten die Zeit zur Aufrüstung nutzen, nur um dann den Krieg wieder aufzunehmen.
Auf dem Weg zu einem Verhandlungsfrieden erweist sich das Verhalten bestimmter europäischer Staaten
als kontraproduktiv. Dazu zählt zum einen das Bestreben Frankreichs und Großbritanniens, Truppen aus
NATO-Ländern in der Ukraine zur Absicherung einer Waffenstillstandsvereinbarung unterzubringen. Das
lehnt Russland kategorisch ab. Und zum andern, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu verstärken.
Entsetzen löste bei mir das Bestreben des wohl nächsten Kanzlers Friedrich Merz aus, TAURUS-
Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern, um damit die Kertsch-Brücke, die Landverbindung zwischen
Krim und Russland, zerstören zu können. Die Ukraine solle damit aus der Defensive kommen, meinte er.
Mir fiel dazu das neue Buch von Erich Vad ein. Es trägt den Titel: „Ernstfall für Deutschland – Ein Handbuch
gegen Krieg.“ Erich Vad ist Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr, war von 2006 bis 2013 Sekretär des
Bundessicherheitsrats und militärpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Merkel. Was mich an seinem
Buch erschütterte: Vad entwirft ein Kriegsszenario für Deutschland. Die Bundesregierung beliefert die
Ukraine mit TAURUS-Marschflugkörpern. Die ukrainischen Truppen zerstören – womöglich mit deutscher
Unterstützung – die Kertsch-Brücke, dann das russische Verteidigungsministerium, dann den Kreml. Im
Gegenzug zertrümmern russische Raketenangriffe die Fehmarn-Brücke bei Lübeck, die TAURUS-Fabrik in
Schrobenhausen und das Bundeskanzleramt in Berlin. Die Bundesregierung ruft die NATO zu Hilfe.
Der Aufmarsch von einer Million NATO-Soldaten an die russische Grenze führt zwangsläufig quer durch
Deutschland. Vad schreibt: „Wie befinden uns immer mittendrin – egal, was passiert.“ Russland beschießt
die Bewegungsachsen der NATO durch Deutschland, vor allem die Autobahnkreuze.
Die USA bringen schon in diesem Jahr ihre Mittelstreckenraketen nach Deutschland und nicht erst 2026 wie
geplant. Russland nimmt die 40 US-Stützpunkte unter Feuer, insbesondere die Oberkommandos von
Wiesbaden, Stuttgart und Ramstein. Und so weiter….
Deutschland befindet sich mitten im Krieg. Die entsetzlichen Auswirkungen erspare ich uns.
Vad plädiert mit großem Nachdruck für eine Verhandlungslösung im Ukrainekrieg. Dem kann ich nur
zustimmen.
Das Szenario zeigt mir: Der Krieg ist so nah. Viel näher als man glaubt. Erich Vad, ein erfahrener
hochrangiger Militär, früher in verantwortungsvoller Position, öffnet uns die Augen: Wir sind dem Abgrund
näher als wir glauben.
Das heißt für mich: Waffenlieferungen mit oder ohne TAURUS führen zu keiner Änderung der strategischen
Lage der Ukraine, sondern nur zur unnötigen Verlängerung des Krieges und bergen zudem die Gefahr eines
Atomkrieges. Gegen die Atommacht Russland ist im Zermürbungskrieg keine Eskalationsdominanz zu
erreichen. Merz darf keine Taurus liefern!
Was mich erzürnt, ist die Angstmacherei, mit der die deutsche Regierung, die EU und ihre
Parlamentsmehrheit die Militärausgaben in ungeahnte Höhen treiben will. Das deutsche Ziel, bis 2029
„kriegstüchtig“ zu werden, und auf europäischer Ebene in den nächsten fünf Jahren 800 Milliarden für die
Aufrüstung auszugeben, fußt auf zwei falschen Annahmen, nämlich, dass Russland Europa angreift, und,
dass die USA Europa gen China verlassen und uns mit Russland allein lässt.
Das sind zwei Annahmen, für die es keine Indizien und schon gar keine Belege gibt. Zur Annahme, die USA
verlassen Europa: Mal im ernst, weshalb sollten die USA den Schutz ihrer Billionen schweren Investitionen
in Europa, die viermal größer sind als jene im indo-pazifischen Raum, aus freien Stücken allein den
Europäern überlassen? Zudem: Warum sollten sie ihre Stützpunkte und Kommandozentralen, mit denen
sie sich ungebeten eine militärische Zuständigkeit für 104 Länder Europas, Afrikas und Asiens anmaßen,
freiwillig aufgeben? Nein, die USA werden Europa nicht aus freien Stücken räumen. Aber mit dem Gerücht,
sie täten es, wird die Angst vor einem russischen Überfall geschürt.
So kommen wir zur zweiten Annahme: Russland überfällt Europa: Was mich befremdet, ist, dass diejenigen,
die die Angst vor Russland täglich schüren, regelmäßig vergessen zu erwähnen, dass der Angreifer, um im
Angriffskrieg zu siegen, das Dreifache an Kriegsmaterial und Soldaten aufwenden muss wie der Verteidiger.
Verfügt Russland über diese dreifache Überlegenheit? Nein! Im Gegenteil: Die europäischen NATO-Staaten
liegen bei Soldatenzahlen und in allen relevanten Waffenkategorien gegenüber Russland sogar vorn.
Diese Fakten versuchen die Aufrüstungsbefürworter zu verwischen. Sie sagen, mit einem Großangriff
Russlands auf Zentraleuropa sei ja auch gar nicht zu rechnen, wohl aber müsse man gewappnet sein, wenn
Russland die NATO testen wolle, zum Beispiel im Baltikum oder in der Arktis. Dazu dürfe man es gar nicht
erst kommen lassen. Deshalb die Aufrüstung.
Harald Kujat, ehemals höchster NATO-Militär, ging vor Kurzem auf diese Frage ein. Er sagte: „Ein Angriff auf
einen NATO-Staat würde bedeuten, dass sich Russland im Krieg mit der gesamten NATO befände. Ich habe
große Zweifel, dass Russland bereit ist, ein existenzielles Risiko für einen derartigen Test in Kauf zu
nehmen.“1 Das sehe ich auch so.
Das bedeutet doch, die europäische und deutsche Aufrüstungsorgie ist unbegründet. Weshalb wird
trotzdem gerüstet wie noch nie?
Deutsch-französische Kräfte verfolgen seit langem einen Plan der strategischen Autonomie von den USA. Sie
haben dafür Megaprojekte für Luftwaffe und Heer in Gang gesetzt. FCAS und MGCS sollen die militärische
Macht der EU weltweit begründen. Das sind Jahrhundertprojekte. Allein das Geld dafür fehlt. Greenpeace
errechnete dafür Kosten von bis zu 2.000 Milliarden Euro.
Die 800 Milliarden Kreditlinie für EU-Staaten bringt Rheinmetall-Chef Papperger noch mehr zum Frohlocken.
Er sieht die Ausgaben der europäischen NATO-Staaten 2030 bereits bei 1.000 Milliarden, was doppelt so viel
ist wie letztes Jahr. Der Bundesrechnungshof warnt: allein durch die nach oben offenen Militärausgaben
würde die deutsche Verschuldung 2035 ebenfalls bei einer Billion liegen. Die Gier kennt keine Grenzen.
Zu allem Überfluss: Die Bundesregierung steigt in den Kauf von Kamikazedrohnen ein. Die Idee: Ein
sogenannter Drohnenwall gegen Russland soll entlang der NATO-Ostgrenze errichtet werden. Schwärme aus
zehntausenden autonomer Kamikazedrohnen sollen Russland von einem Angriff auf Europa abhalten. Sie
sollen Panzer und Artillerie ergänzen und wirken wie ein Minengürtel. Das Perfide daran ist: Einen
Minengürtel können beide Seiten nicht durchdringen, ein „Drohnenwall“ jedoch hindert die NATO nicht
daran, auf russisches Gebiet vorzudringen. So wird, was propagandistisch als Verteidigung angepriesen
wird, zu einer Angriffsoption.
1 Zeitgeschehen im Fokus 12.4.25, https://zgif.ch/2025/04/11/ukraine-krieg-scherbenhaufen-der-europaeischen-politik/
Die sehr massive Aufrüstung der europäischen NATO-Staaten bedroht Russland existenziell und setzt eine
Eskalationsspirale in Gang, die Russland zu Gegenmaßnahmen provoziert. Die Kriegsgefahr steigt. Dem kann
nur durch Verhandlungen begegnet werden.
Deshalb müssen Verhandlungen um die Zukunft der Ukraine jetzt mit Abrüstungsverhandlungen in Europa
verbunden werden. Sie müssen zu Rüstungsobergrenzen auf möglichst niedrigen Niveau führen und Zonen
verminderter Militarisierung definieren, um damit Truppen- und Waffenkonzentrationen zu verhindern.
Erich Vad entwirft das Kriegsszenario aufgrund der TAURUS-Lieferung. Was geschieht erst, wenn die US-
Mittelstreckenwaffen kommen? Sie sind noch bedeutend gefährlicher als die TAURUS. Warum?
Sie werden verdeckt von Land aus gestartet. Sie fliegen wesentlich weiter als die 500 km der TAURUS und
treffen weit im russischen Hinterland. Die SM-6 Boden-Boden-Rakete schafft 1.600 km, der
Marschflugkörper Tomahawk fliegt 2.500 km weit und die Hyperschallrakete Dark Eagle schafft 3.700 km.
Dark Eagle könnte vom vermutlichen Stationierungsort Grafenwöhr in der Oberpfalz bis über den Ural
hinaus fliegen. Alle drei Waffentypen bedrohen acht von insgesamt 12 russischen Radarfrühwarnanlagen,
die anfliegende US-amerikanische Interkontinentalraketen aufspüren sollen. Sind diese Radarschirme
zerstört, ist Russland blind und erpressbar und könnte sich zu Atomschlägen provoziert fühlen. Die US-
Mittelstreckenwaffen aus Deutschland bedrohen auch etwa zwei Drittel der russischen
Interkontinentalraketen. Das untergräbt die russische nukleare Zweitschlagskapazität und damit das
strategische nukleare Gleichgewicht der Abschreckung.
Aber die gefährlichste der US-Waffen ist Dark Eagle. Sie ist konzipiert, um bewegliche Hochwertziele zu
treffen. Damit ist der russische Präsident gemeint. Von Bayern aus benötigt sie 10 Minuten bis Moskau. Ist
der Präsident mal eine Viertelstunde fest an einem Ort, wird Dark Eagle gestartet. Mit 17 facher
Schallgeschwindigkeit, nähert sich der hochpräzise Sprengkopf auf flacher Flugbahn in einem
unvorhersehbaren Schlingerkurs dem Ziel. Erst zwei bis drei Minuten vor dem Einschlag entdeckt ihn das
Radar. Ein Abschuss ist kaum mehr möglich. Eine Dark Eagle kostet 41 Millionen Dollar. Putin hat – wie auch
Xi Jinping – Dark Eagle als Enthauptungsschlagwaffe erkannt und daraufhin die Schwelle des
Atomwaffeneinsatzes gesenkt. Als Antwort verfügt Russland nun über Raketen wie Oreschnik, die nicht
abfangbar sind, und Deutschland direkt bedrohen.
Mit der Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland schaffen wir uns Magnete für russische
Präventiv – oder Gegenschläge. Aus dieser lebensgefährlichen Falle kommen wir nur raus, indem die
Stationierung hierzulande verhindert wird.
Die Unterschrift unter den Berliner Appell ist ein Bekenntnis dafür, dass man die Raketen ablehnt. Ich bitte
euch, helft mit, massenhaft dafür zu sammeln. Wir müssen die Bevölkerung aufrütteln! Das Kriegsszenario
von Erich Vad ist Mahnung und Weckruf für die akute Lebensgefahr, in der wir uns alle befinden. Danke.
————
*Lühr Henken, ist Ko-Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag (www.Friedensratschlag.de), Herausgeber
der Kasseler Schriften zur Friedenspolitik (https://jenior.de/produkt-kategorie/kasseler-schriften-zur-friedenspolitik/ ),
Mitglied des Personenbündnisses Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder (https://nie-wieder-krieg.org/) und arbeitet
mit in der Berliner Friedenskoordination (http://www.frikoberlin.de/ )

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Mit Veranstaltungen in Offenbach, Frankfurt, Witzenhausen und Marburg sind die traditionsreichen Ostermärsche am Montag zu Ende gegangen.

Erstellt von Redaktion am 21. April 2025

 Quelle:  124.01     hr-text Mo 21.04.25 21:18:47   NACHRICHTEN  Hessen 
                                        
 Höhepunkt und Ende der Ostermärsche    

 Mit Veranstaltungen in Offenbach, Frankfurt, Witzenhausen und Marburg sind die traditionsreichen Ostermärsche am Montag zu Ende gegangen.            

 Unter dem Motto "Friedensfähig statt kriegstüchtig" sind zum Mittag auf dem Frankfurter Römerberg rund 1.100 Demonstranten zusammengekommen. 
 Redner forderten Initiativen der Bundesregierung zur Ächtung und Abschaffung von Atomwaffen, Uranmunition und Landminen.

 Seit Karfreitag fanden in Hessen Ostermärsche statt. In Kassel kamen am Samstag rund 800 Menschen, in Wiesbaden beteiligten sich rund 400 Menschen.      

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Makabrer Wettstreit – Kampf um Führung in Europa – Artikel aus der JUNGEN WELT

Erstellt von Redaktion am 21. April 2025

Aus: Ausgabe vom 19.04.2025, Seite 8 / Ansichten

Makabrer Wettstreit

Kampf um Führung in Europa
Von Reinhard Lauterbach
8komm.JPG 8komm.JPG
Gespräche in Paris am 17. April:
US-Außenminister Marco Rubio (1. v. l.) mit seinen Amtskollegen Jean-Noël Barrot (Frankreich), David Lammy (Großbritannien) und mit Günter Sautter, Politischer Direktor des deutschen Auswärtigen Amtes

So, so. Laut SPD-Chef Lars Klingbeil »muss« Deutschland größter militärischer Unterstützer der Ukraine in Europa bleiben. Aber von welchem Zwang redet Klingbeil da eigentlich? Müssen muss Deutschland da überhaupt nichts; es geht um den Berliner Anspruch auf eine Führungsrolle bei der Einflussnahme auf das, was jetzt und nach einem eventuellen Friedensschluss in der Ukraine passiert, und nur von diesem Standpunkt lässt sich das »muss« erklären. Und wieder einmal ist es die SPD, die diesen makabren Unsinn verbreitet.

Denn hinter den Kulissen wird auch innerhalb der EU erkennbar mit harten Bandagen um die Hegemonie jetzt und später gekämpft. Die beiden kleineren Atommächte Frankreich und Großbritannien preschen mit ihren Plänen für eine Friedenstruppe vor – und werden nach allem, was man zwischen den Zeilen lesen kann, von ihren geschätzten Partnern dabei allenfalls verbal unterstützt. Schon Großbritannien will sich offenbar auf eine Überwachung des eventuellen Waffenstillstands aus der Luft und von See aus beschränken. Pardon: Es gibt ja noch die baltischen Staaten, die auch Truppen schicken wollen. Wie bedeutend ihr Beitrag sein kann, ergibt sich schon daraus, dass die Streitkräfte jedes dieser Länder Personalstärken im vier- oder allenfalls niedrigen fünfstelligen Bereich aufweisen. Nur für markige Sprüche sind sie immer gut; sie wissen, dass ihre politische Bedeutung ausschließlich davon abhängt, dass der Konflikt mit Russland am Kochen gehalten wird. Und wer hier Koch ist und wer Kellner, darum wird innerhalb »Europas« gerade gestritten. In die Pfanne gehauen wird, um im Bild zu bleiben, dabei die Ukraine.

8. Mai

Man kann sich billig darüber aufregen, dass Russland keinen Frieden wolle – jedenfalls keinen, der seine politischen Kriegsziele nicht berücksichtigt. Warum sollte es? Es ist, wie gerade erst wieder das jeder Russlandfreundlichkeit unverdächtige Wall Street Journal festgestellt hat, auf dem Schlachtfeld im Vorteil und kann sich somit leisten, auf seinen politischen Kriegszielen zu beharren. Und die bestehen nicht in einem bisschen ukrainischen Territorium mit überwiegend russischsprachiger Bevölkerung, zu deren Schutz es sich berufen fühlt. Es geht Russland darum, die Ostexpansion der NATO rückgängig zu machen, die ihm sein 1945 erkämpftes strategisches Vorfeld entzogen hat. Genau darin hat der Gewinn des Kalten Krieges durch den Westen materiell bestanden. Und genau diesen Kriegsgewinn will sich »Europa« nicht nehmen lassen. US-Außenminister Marco Rubio hat signalisiert, dass den USA das Thema bald egal werden könnte. Genau wie sie einst den Vietnamkrieg zuletzt ihren örtlichen Marionetten überlassen haben. Das immerhin ist eine kleine Hoffnung, dass es nicht mehr ewig dauern wird mit dem Krieg.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/498418.makabrer-wettstreit.html

 

 

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Gegen die Propaganda – Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen Aufrüstung und Militarisierung – Junge Welt

Erstellt von Redaktion am 21. April 2025

Aus: Ausgabe vom 19.04.2025, Seite 3 / Schwerpunkt
Ostermärsche
Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen Aufrüstung und Militarisierung. DGB will »Anstrengungen«, um »verteidigungsfähiger« zu werden
Von Henning von Stoltzenberg
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Teilnehmer des Ostermarsches am Donnerstag in Erfurt

Lebendige Bewegung

Der erste Ostermarsch startete in diesem Jahr am 12. April in Potsdam. Am Tag darauf wurde vor dem Bundeswehr-Standort Holzdorf an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt demonstriert. Laut Mitteilung der Informationsstelle der Ostermärsche im Frankfurter Gewerkschaftshaus beteiligten sich zahlreiche Friedensbewegte an den ersten Aktionen der Ostermarschbewegung. Gründonnerstag fanden Aktionen in Erfurt, Königs Wusterhausen, Regensburg und Freiburg statt. Karfreitag versammelte sich die Friedensbewegung unter anderem vor dem Luftwaffenstützpunkt im schleswig-holsteinischen Jagel. Nach Ansicht der Informationsstelle zeigten bereits die Vorbereitungen der diesjährigen Ostermarschaktionen eine lebendige Friedensbewegung in allen Regionen des Landes. Rund 120 Initiativen würden in den Ostertagen »um Beteiligung werben, um in diesen kriegerischen Zeiten ein Signal gegen Krieg, Aufrüstung und weitere Militarisierung zu setzen«. Am Freitag war die Rede von »gut besuchten« Aktionen unter anderem in Stralsund, Chemnitz, Jagel, Gütersloh, Gronau, Bieberach und Bruchköbel. Am Sonnabend beginnt auch der dreitägige Ruhrostermarsch mit Veranstaltungen in Köln, Duisburg, Düsseldorf, Düren und Wuppertal. Die Ostermärsche seien das »Rückgrat einer lebendigen Friedensbewegung«, erklärte Willi van Ooyen für die Informationsstelle. (hst)

Die Ostermärsche der Friedensbewegung haben schon am vergangenen Wochenende begonnen; am langen Osterwochenende nun finden in der ganzen Republik kleinere und größere Kundgebungen und Demonstrationen statt. Die Organisatoren hoffen auf eine regere Beteiligung als in den vergangenen Jahren. Denn die politischen Voraussetzungen werden von Jahr zu Jahr »günstiger«: Kaum noch jemand kann im Alltag die wachsende Kriegsgefahr und die auf offener Bühne stattfindende Aufrüstung und Militarisierung übersehen. Allerdings haben die vergangenen Jahre auch sehr deutlich gezeigt, dass es der lange schon kriselnden Friedensbewegung kaum gelingt, jenen Teil der Bevölkerung, der, wie Umfragen immer wieder zeigen, relativ stabil Waffenlieferungen an kriegführende Staaten und die Aufrüstung generell ablehnt, für sichtbare Aktionen auf der Straße zu mobilisieren. Noch viel schlechter gelingt es, jenen wachsenden Teil der Bevölkerung anzusprechen, der im Bann der umfassenden »Zeitenwende«-Propaganda steht.

Die Ostermarschinformationsstelle in Frankfurt am Main sieht in einer Mitteilung die Ostermarschierer im Gegensatz zur »übergroßen Mehrheit im Bundestag von Grünen, SPD, CDU/CSU und AfD«. Diese setzten ungeachtet eines wachsenden Friedenswunsches in der Bevölkerung auf militärische Lösungen und verschwendeten Milliarden für Rüstung und Krieg. Auch in diesem Jahr sei die Hauptforderung der Ostermärsche eine Kehrtwende in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik.

In diesem Jahr stehen die Ostermärsche unter dem Eindruck der jüngst noch vom alten Bundestag beschlossenen Grundgesetzänderungen, die den Weg zur Mobilisierung von Milliardensummen für die Aufrüstung und eine »Kriegstüchtigmachung« der Infrastruktur eröffnen. In vielen Städten wird die Forderung erhoben, die dafür vorgesehenen 500 Milliarden Euro in zivile soziale Bereiche zu investieren. Und mit Blick auf die laufenden Kriege in der Ukraine und Gaza fordern die Ostermärsche diplomatische Initiativen zur Beendigung der Kriegshandlungen. Unter Bezugnahme auf den 80. Jahrestag der Zerstörung der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch Atomwaffenabwürfe bleibt eine zentrale Losung die Forderung nach einer Welt ohne Atomwaffen und dem Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag. Das Netzwerk Friedenskooperative betrachtet auch die Ablehnung der für 2026 geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland als eine der Kernforderungen der Demonstrationen und Kundgebungen.

Saigon ist frei Mittwoch am Kiosk

Auffallend ist, dass die teilweise heftigen Diskussionen um die Bündnisarbeit der Friedensbewegung, die in den vergangenen Jahren zu Spaltungen wegen tatsächlicher oder vermeintlicher »Rechtsoffenheit« geführt haben, in diesem Jahr im Kontext der Ostermärsche kaum noch eine Rolle zu spielen scheinen.

In dem mit einer Friedenstaube versehenen obligatorische Statement des DGB-Bundesvorstandes zu den Ostermärschen ist dagegen die Rede von einer »Notwendigkeit, in Deutschland und Europa verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um gemeinsam verteidigungsfähiger zu werden«. Begründet wird das mit dem Krieg in der Ukraine und einer drohenden Neuaufteilung der Welt zwischen den USA, China und Russland. Ansonsten wünscht sich der DGB von der nächsten Bundesregierung ausreichende Mittel etwa für »Konflikt- und Krisenprävention«.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/498393.osterm%C3%A4rsche-gegen-die-propaganda.html

 

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Zeitloser Spruch und Spruch des Tages:

Erstellt von Redaktion am 17. April 2025

KEINE MASKE DER WELT

KANN DAS GESICHT VERBERGEN,

DAS BEI VIELEN ZUM VORSCHEIN GEKOMMEN IST

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Merz in der Zwickmühle

Erstellt von Redaktion am 13. April 2025

 

Kommentar von Stefan Siegert

Ich lese gerade Pioneers Morning Briefing.

Der Koalitionsvertrag steht. Warum, fragt man sich, erscheint die SPD mit ihren popeligen 15 Prozent wie der Sieger? Genau.

Die 24 Prozent der CDU sind auch nicht gerade supi.

Hätte die SPD den schwarz-roten Verhandlungstisch definitiv verlassen, wäre rein rechnerisch nur noch die Neuwahl geblieben;

nach Lage der Dinge bekämen wir die nun wirklich „große“ Koalition: Schwarz-Blau oder richtiger: Blau-Schwarz.

Denn die nächste Wahl gewinnt Alice Weidel, wir hätten wieder einmal eine Frau an der Spitze des Bundeskanzleramts;

Björn Höcke wird unser nächster Innenminister, Tino Chrupalla macht den Sicherheitsberater.

An der Spitze der Schwarzen würde vermutlich Markus Söder der bis dahin wahrscheinlich geplatzten Annalena Baerbock zeigen, wie Außenminister geht.

Zum Anfang zurückzukommen:

Alles mögliche ließe sich zum Thema Neuwahlen denken, nur eines stünde fest – Friedrich Merz würde auch im letzten Versuch die Latte reißen, 

für immer aus mit Bundeskanzler.

Lars Klingbeil gibt also getrost den Jung-Siegfried in brünett, alles läuft für die in jeder Hinsicht abgewirtschaftete SPD wie am Schnürchen.

SPD-Sahnehäubchen neben dem Verteidigungsressort: die Finanzen.

Mit Jörg Kukies wäre in der kommenden Bundesregierung die Wall Street gleich in zwei Schlüsselpositionen vertreten:

BlackRock auf dem Kanzlersessel, Goldman Sachs an der Kasse.

Was muss eigentlich in aller Öffentlichkeit noch alles passieren, bis die sogenannte „Masse“ begreift,

wie der liberal-demokratische Hase läuft und was er unter „Volksherrschaft“ versteht?

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Ein Mindestlohnanstieg und eine Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen seien nicht gewiss

Erstellt von Redaktion am 13. April 2025

Merz korrigiert Klingbeil

Vor dem Mitgliedervotum der SPD über den Koalitionsvertrag mit CDU und CSU zweifelt der designierte Bundeskanzler Merz Verabredungen an,

die Sozialdemokraten als gesetzt darstellen.

Ein Mindestlohnanstieg und eine Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen seien nicht gewiss, sagte der CDU-Chef der „Bild am Sonntag“.

Merz widersprach insbesondere Äußerungen von SPD-Chef Lars Klingbeil, wonach der Mindestlohn im kommenden Jahr auf 15 Euro steigen werde.

„Das haben wir so nicht verabredet“, sagte Merz.

Quellen: ntv text So 13.4. 11:44:56

 

 

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Friedensbewegung   –    »Wir müssen die Bedrohungslüge entlarven«   

Erstellt von Redaktion am 6. April 2025

Friedensbewegung   –   »Wir müssen die Bedrohungslüge entlarven«   Frankfurt am Main: Initiative will Berliner Appell der Friedensbewegung mit Leben füllen.

Ein Gespräch mit Willi van Ooyen

Interview: Henning von Stoltzenberg

Klaus Rose/imago- Andere Zeiten: Über 300.000 Menschen protestierten am 10. Oktober 1981 auf der Bonner Hofgartenwiese gegen atomare Aufrüstung

Am 30. März hat sich im Frankfurter Gewerkschaftshaus der »Berliner Kreis« gebildet. Was verbirgt sich hinter dem Namen?

Wir haben mit der Demonstration der Friedensbewegung am 29. März in Wiesbaden gegen die geplante Neuaufstellung von US-Mittelstreckenwaffen protestiert. Dabei haben wir den Artikel 69 der hessischen Verfassung zur Grundlage gemacht: »Hessen bekennt sich zu Frieden, Freiheit und Völkerverständigung. Der Krieg ist geächtet. Jede Handlung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen Krieg vorzubereiten, ist verfassungswidrig.« An der Demonstration nahmen Aktive der Friedensbewegung aus allen Teilen der BRD teil. Deshalb haben wir als Initiative »Nie wieder Krieg« zu einem Treffen unterschiedlicher Initiativen und Organisationen der Friedensbewegung für den nächsten Tag ins Frankfurter Gewerkschaftshaus eingeladen, um uns über den bisherigen Stand der Unterschriftensammlung zum Berliner Appell auszutauschen. Das Treffen ist offen für Aktive aus allen Teilen der Friedensbewegung und versteht sich als kritisches Beratungsgremium für den Berliner Appell. Der aktuelle Stand der Unterschriftensammlung ist noch nicht zufriedenstellend. Wir wollten deshalb mit möglichst vielen Aktivisten der Friedensbewegung in einen Erfahrungsaustausch kommen. Dies soll künftig regelmäßig erfolgen.

Es gab auch zwei Inputreferate von Lühr Henken und Reiner Braun. Was waren deren Kernthesen?

Reiner Braun stellte den bisherigen Stand der Sammlung unter dem Berliner Appell dar und dass wir die Bedrohungslüge entlarven müssten. Lühr Henken wies darauf hin, dass Nochkanzler Scholz und der damalige US-Präsident Biden behaupteten, mit der Stationierung der Mittelstreckenwaffen Russland von einem Angriff auf die NATO abzuschrecken, um dem Frieden näherzukommen. Das sei verlogen; in Wirklichkeit wird das Gegenteil erreicht. Sie schrauben die Rüstungsspirale weiter in die Höhe und eskalieren die Aufrüstung. Wir kommen aus dieser Falle nur heraus, wenn die Stationierung und der weitere Hochrüstungskurs verhindert werden.

Worauf wurde sich in der anschließenden Diskussion geeinigt?

Das Treffen des »Berliner Kreises« war ein Auftakt. Wir wollen weiter solidarisch Diskussionen miteinander führen zur Unterstützung des Berliner Appells und uns regelmäßig zu Beratungen zusammenfinden. Wir brauchen sowohl kleinere Aktionen als auch gemeinsame größere Höhepunkte. So sollen im Herbst wieder bundesweite Demonstrationen ins Auge gefasst werden.

Wie soll mit dem Berliner Appell konkret weitergearbeitet werden?

Wir wollen den Berliner Appell als Bauplan nutzen: Er dient dazu, die Friedensbewegung zu stärken. Deshalb werden wir weitere Aktionstage vorschlagen und dafür werben, zu allen Veranstaltungen, Gewerkschaftskonferenzen und Aktionen wie beim Ostermarsch, am 1. und 8. Mai Unterschriften unter dem Berliner Appell zu sammeln.

Wie könnten junge Menschen von der Friedensbewegung stärker angesprochen und eingebunden werden?

Der Ausweg aus den gegenwärtigen multiplen Krisen kann und wird nicht durch die Kriegsvorbereitungspolitik und die Planung weiterer Kriege erreicht. Die aktuelle Politik der Bundesregierung, von EU und NATO hat dramatische Folgen – nicht nur hierzulande, denn wir sehen schon jetzt die Auswirkungen in vielen Regionen der Welt. Hunger, Umweltzerstörung und Kriege prägen unsere Zeit. Das bedarf auch angesichts der historischen Erfahrungen einer klaren Antwort. Deshalb wollen wir den Berliner Appell mit weiteren Themen verbinden, etwa mit der Wehrpflicht und Hochrüstung. Natürlich müssen wir thematisieren, wer die Aufrüstung und auch die Mittelstreckenwaffen bezahlen wird. Wir müssen weiter über Vorschläge zur Entmilitarisierung und einer Politik der gemeinsamen Sicherheit, über Vertrauensbildung durch internationale Zusammenarbeit und konkrete Abrüstung aktiv mit Aktionen erkennbar sein.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/497512.friedensbewegung-wir-m%C3%BCssen-die-bedrohungsl%C3%BCge-entlarven.html

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Zeitloser Spruch und Spruch des Tages: DIE WAFFEN LIEFERN DIE REICHEN, DIE ARMEN LIEFERN DIE LEICHEN !

Erstellt von Redaktion am 6. April 2025

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Den Berechnungen der Nato zufolge sterben in einem möglichen Krieg an der Ostflanke 5000 Soldaten täglich.

Erstellt von Redaktion am 6. April 2025

Mehr Reservisten gefordert

Der Präsident des Reservistenverbands, Sensburg, appelliert an die Politik,

die Voraussetzungen für eine starke Reserve zu schaffen.

Um Deutschland in der Fläche zu verteidigen, bräuchte man 300.000 bis 350.000 Soldaten.

„Die Zahl der Reservisten müsste um das Dreifache sein, also rund knapp eine Million“, sagte Sensburg t-online.

Den Berechnungen der Nato zufolge sterben in einem möglichen Krieg an der Ostflanke 5000 Soldaten täglich.

„Danach kommen Reservisten, wenn es sie denn gibt“, so Sensburg.

Quelle: 109.00 109 ntv text Sa 5.4. 18:45:00

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Notstandsgesetze im Grundgesetz 📆 Mi., 9. April 2025 🕗 19:00 Uhr 📌 Vereinsheim Germania   Frankfurt am Main-Schwanheim

Erstellt von Redaktion am 5. April 2025

Notstandsgesetze im Grundgesetz

  ⬤ Linker Stammtisch

Notstandsgesetze im Grundgesetz

📆 Mi., 9. April 2025
🕗 19:00 Uhr
📌 Vereinsheim Germania
Schwanheim
Schwanheimer Bahnstr. 98
60529 Frankfurt am Main
iCalgCal

Linker Stammtisch in Schwanheim

Das Thema heißt:
„Notstandsgesetze im Grundgesetz“

Impulsreferat: Wolfgang Schürer
Moderation: Klaus Baumer
Referat: Notstandsgesetze im Grundgesetz

 

 

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Zeitloser Spruch

Erstellt von Redaktion am 2. April 2025

Spruch des Tages:

„ES IST LEICHTER DIE MENSCHEN ZU TÄUSCHEN

ALS SIE DAVON ZU ÜBERZEUGEN

DASS SIE GETÄUSCHT WORDEN SIND“

– Mark Twain –

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Bedrohungslügner, Kriegsgurgeln und Hirn-Tot-Schläger – Die Angstmacherei vorm „russischen Angriffskrieg“ ist ein fieses Ablenkmanöver von den westeuropäischen Kriegsplänen gegen Russland

Erstellt von Redaktion am 1. April 2025

 

Bedrohungslügner, Kriegsgurgeln und Hirn-Tot-Schläger

Die Angstmacherei vorm „russischen Angriffskrieg“ ist ein fieses Ablenkmanöver von den westeuropäischen Kriegsplänen gegen Russland

 

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Sigmar Gabriel, abgehalfterter Ex (-Vizekanzler, -Außenminister, -SPD-Vorsitzender), pisst von der Atlantik-Brücke (gegen den Wind): „Wäre ich Putin, würde ich schon 2028 kommen.“i Zu unserem und der Russen Glück ist er es nicht, sondern bloß ein Sozi aus deren Stahlhelm-Fraktion. Erschwerend kommt hinzu: Er sitzt für fettes Honorar in den Aufsichtsräten kriegswichtiger Unternehmen, zum Beispiel der Deutschen Bankii, der Siemens Energy Globaliii, der thyssenkrupp Steel Europeiv und der Daimler Truck Holdingv. Kriegsängste schüren liegt in deren Geschäftsinteresse. Krieg ist ihr Ersatzbegriff für immensen Profit. Sozis von Gabriels Schlage haben das längst verinnerlicht.

Weder lernwillig noch lernfähig – schlicht empathielos. Dass bereits zwei deutsche Russland-Feldzüge in neuerer Zeit in Katastrophen mit Millionen Toten endeten, stört sie nicht. Im Ersten Weltkrieg bramarbasierten die Vertreter des Geldadels vom „unausweichlichen Kampf zwischen Germanentum und Slawentum“.vi Bekanntlich stimmte die SPD damals den Kriegskrediten zu, mit denen das ersehnte Abschlachten finanziert wurde. 23 Jahre später machten die von den Konservativen an die Macht gehievten Nazis weiter. Mit der gleichen Propagandalüge, der „Gefahr aus dem Osten“: 

In diesem gemeinsamen Kampf um die gemeinsame Existenz müssen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft zurücktreten und muss die Pflicht lebendig werden, die gemeinsame Front zu bilden gegenüber dem roten Weltfeind“. (Das Nazi-Blatt Völkischer Beobachter am 16. Juni 1937. Quelle: „Die Bedrohungslüge“, G. Kade, 2. Auflage 1980, S.106).

Man ersetze „roter Weltfeind“ mit „Machthaber Putin“, schon ist man mittendrin in der Rhetorik unserer Gegenwart. Wir wollen keinen Zweifel lassen, wes Geistes Kind die Zeitgenossen sind, die den Schmarren „der Russe bedroht Europa“ neuerdings in Umlauf brachten – und welche bösen Hintergedanken sie dabei haben. Deshalb das Zitat eines der schlimmsten Demagogen der Zeitgeschichte: 

Es ist nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen ist, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen … dazu war es notwendig, nicht nur die Gewalt als solche zu propagieren, sondern dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Ereignisse so zu beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien beginnt …“ (Adolf Hitler vor der deutschen Presse am 10. November 1938. Quelle: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Heft 2/1958, S.182 ff)

Seit Jahrzehnten pinseln journalistische Agitatoren wie Udo Lielischkies, Sylvia Stöber, Ina Ruck, Sabine Adler, Golineh Atai, Thomas Roth und Demian van Osten das Feindbild Russland. Ihre Farbmischung: Unterstellungen, Lügengeschichten, (Heldenlegende Nawalny, Vergiftungssaga Skrypal, Räuberpistole „Cyberattacken“). Die deutschen Systemmedien, angeführt vom „Flaggschiff“ ARD-Tagesschau, waren sich für keine Falschmünzerei zu schade.

Wir sind wieder so weit

Wenn irgendein unbedarftes Hornvieh blökt, der „autoritäre“ Putin werde demnächst Krieg gegen Westeuropa und speziell gegen Deutschland führen, dann sind allemal genug hirnrissige Journalisten zur Stelle, um das abzumelken und zu Nachrichtenkäse zu verarbeiten.

Diesen von logischen Denkprozessen und politischer Sachkenntnis weit entfernten beruflichen Ausfallerscheinungen ist es egal, welchen niederträchtigen Interessen sie dienen: der planvollen Umstellung auf Kriegswirtschaft und Kriegsfinanzierung, der Ablenkung vom „notwendigen“ Sozialabbau und damit der Profitgier der Rüstungswirtschaft und ihrer Aktionäre.

Das ganze Elend wird manchmal schlaglichtartig sichtbar. Die bayerische Gesundheitsministerin Gerlach forderte kürzlich ein bundesweites Programm zur medizinischen Versorgung im Kriegsfall. Hintergrund sei

die militärische Bedrohung durch Russland und eine mögliche Abkehr der USA durch Donald Trump.“vii

Na bitte. Und niemand fragt zurück, wann die Frau selbst das letzte Mal beim Arzt war.

Dass deutsche Friedenspolitik erheblich preiswerter und sinnvoller sein könnte als der Bau von Lazaretten für Kriegsversehrte, kommt bei solchen Tönen niemandem mehr in den Sinn. Obwohl die gedanklichen Parallelen zur kriegsvorbereitenden AgitProp der Nazis kaum zu übersehen sind. Dass hierzulande schon viele neofaschistische Kulissen geschoben werden, stört die Journaille nicht. Sie schiebt selber mit.

Der erst wenige Monate alte Vorwurf, die Russen planten noch in diesem Jahrzehnt einen „Krieg gegen uns“, wurde planmäßig und skrupellos ins öffentliche Gedächtnis gedrückt. Das lässt sich vom ersten Auftauchen an nachvollziehen. 

Als Russlands „militärische Sonderoperation“ gegen die Ukraine begann, war nirgendwo von einer russischen Kriegsdrohung gegenüber Resteuropa die Rede. Im Gegenteil, es herrschte eine eher abwartende und distanzierte Haltung vor, wie ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages widerspiegelt: 

…die wichtigsten außen- und sicherheitspolitischen Ziele Russlands sind … internationales Prestige und eine internationale Führungsrolle … der Status einer globalen Wirtschaftsmacht mit einem der höchsten Bruttoinlandsprodukte der Welt. Diese Ziele will Russland unter anderem durch Mitarbeit und Kooperation in internationalen Organisationen erreichen“.viii

Auch die unsägliche frühere Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, SPD, sprach vor drei Jahren (mit Blick auf das damals gewünschte 100-Milliarden-Euro-„Sondervermögen“ zum Aufmotzen der Bundeswehr) noch nicht von der Gefahr eines russischen Angriffs, sondern betonte, dass die Schuldenmacherei nur der Verbesserung der deutschen Verteidigungsfähigkeit diene:  

Eine angemessene Ausstattung ist essenziell für unseren Schutz und den unserer Bündnispartner.“ix

Besen im Hosenanzug

Dass von russischen Kriegsdrohungen im Frühjahr 2023 noch keine Rede war und sie selbst nichts dergleichen wahrgenommen hatte, ließ auch EU-Präsidentin von der Leyen erkennen. Bis zum Kragen abgefüllt mit Russenhass, tönte sie: 

Diese Sanktionen, die treffen Präsident Putin ins Mark und nehmen ihm die Möglichkeit, diese brutalen Kriege, die er führt, weiterzufinanzieren.“x

Vier Monate später zeigte sie noch deutlicher, wer da wem mit Drohungen statt Diplomatie begegnete: Sie sei fest davon überzeugt, dass man den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Mut und Solidarität zum Scheitern bringen werde und Europa am Ende die Oberhand gewinne.

Ich möchte keinen Zweifel daran lassen, dass die Sanktionen von Dauer sein werden … die schärfsten Sanktionen, die die Welt je gesehen hat.xi

Vom Verdacht russischer Angriffspläne gegen das restliche Europa kein Wort. Prowestliche Siegesgewissheit erlaubte gar keine Aussage, Russland stelle eine Bedrohung dar. Überheblichkeit war vielmehr journalistischer Standard, sogar noch im Spätsommer vorigen Jahres:  

Während die Wirtschaft leidet, gehen Putin die Reserven und Soldaten aus. Der Kreml könnte gezwungen sein, im kommenden Jahr den Waffenstillstand zu suchen.“xii

Das war so realistisch wie die Behauptung, Schaukelpferdäpfel gäb’s auch beim Bio-Bauern. „Putin verliert“, wurde allen Ernstes behauptet – bis SPD-Minister Pistorius seinen inzwischen „historischen“ Furz im ZDF-Parfümladen „Berlin direkt“ fahren ließ. Ohne Vorwarnung, am 30. Oktober 23: 

Wir müssen uns wieder an den Gedanken gewöhnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen könnte. Und das heißt: Wir müssen kriegstüchtig werden. Wir müssen wehrhaft sein. Und die Bundeswehr und die Gesellschaft dafür aufstellen.“xiii

Aus dem hohlen Bauch

Ein Tabubruch, keine Frage. Doch erwähnte Pistorius Russland mit keinem Wort – dafür war er zu schlau. Er „lieferte“ unausgesprochen; er konnte sich darauf verlassen, dass schon genügend Redaktionsbleistifte schnallten, was „dabei gedacht“ war, und dass sie prompt die Russen der Kriegsbrunst bezichtigen würden. Beweise hätte er ja nicht beibringen können. Er schwadronierte nur im Kontext dieser westlichen Geheimdienstspekulationen: Es könnte sein / es wäre denkbar / man könne nicht ausschließen – dass Russland über das für seinen Kampf gegen die Ukraine notwendige Maß hinaus aufrüste und eine spätere Konfrontation mit der NATO suche.

Nichts als Kaffeesatzleserei im Stil der Geheimdienste, zu deren Handwerk das Erfinden von Gefahren gehört. Sie wickeln ihre parlamentarischen Auftraggeber ein. Bitte anschnallen:

Geheimdienste schulen Bundestagsabgeordnete. Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, Grünen und SPD … Als Gäste werden Bruno Kahl, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, und Sinan Selen, Vize-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, erwartet. … ‚Wir sind in Deutschland seit Langem mit andauernden Angriffen konfrontiert‘, sagte Grünen-Fraktionsmanagerin Irene Mihalic.“xiv 

Hochverehrte Volksvertreter! Es sollte Ihr Basiswissen sein, dass „Demokratie“ und „Geheimdienst“ sich im Prinzip gegenseitig ausschließen. Und dass es Ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, die diversen deutschen Geheimpolizeien genauestens zu kontrollieren, wenn Sie schon meinen, nicht auf sie verzichten zu dürfen. Sich von diesen finsteren Brüdern schulen zu lassen, ist ein Offenbarungseid. Besagte Geheimdienst-Experten konnten ja nicht mal Bundeskanzlerin Merkels Diensttelefon vor den Spionen der Amis schützen.xv Bis heute kriegen sie es nicht auf die Reihe, diese NSA- und CIA-Schnüffler abzuwehren …

Vom Frieden bedroht

Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, GDAP, machte im Sommer letzten Jahres den Zünder für die Entwicklung der Bedrohungslüge sichtbar. Den Grund dafür, Kriegsangst zu schüren und damit plötzlich irrsinnige Rüstungsanstrengungen durchsetzbar zu machen: der befürchtete Wahlsieg des US-Präsidenten Trump und dessen Ankündigung, den Ukraine-Krieg sofort beenden zu wollen. 

Entspannung mit Moskau? Der Albtraum für deutsche Kriegsgewinnler. Er rief die akademischen Gesinnungsfreunde von der DGAP auf den Plan. Deren Empfehlung:  

Im Fall eines Wahlsiegs von Trump sollten sie (die europäischen Regierungen) auf seinen transaktionalen Politikstil eingehen, aber deutlich machen, dass sie keine Verhandlungslösungen akzeptieren … Deutschland und die europäischen Regierungen müssen ihre Bemühungen zur Unterstützung der Ukraine verstärken, beschleunigen und verstetigen. … Zugleich ist es entscheidend, die europäische Bevölkerung weiterhin davon zu überzeugen, dass die langfristige Unterstützung einer freien und unabhängigen Ukraine im eigenen Interesse liegt.“xvi

Dass die „langfristige Unterstützung“ darauf hinausläuft, den täglichen qualvollen Tod und die Verstümmelung Abertausender Mitmenschen zu finanzieren, kümmert GDAP-Schreibtischkrieger nicht. Aber auch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ihrer „Expertise“ – 18. Juni 2024 – war von russischer Angriffsgefahr für Westeuropa förmlich noch keine Rede. Im Gegenteil: Es galt das Wort des damaligen NATO-Generalsekretärs Jens Stoltenberg:

Wir stellen keine direkten Drohungen (aus Russland) gegenüber einem der Bündnismitglieder fest … Nach dem Ende der Feindseligkeiten (in der Ukraine) kann Russland seine Stärke wiederherstellen, aber das bedeutet nicht, dass wir einer direkten Bedrohung… ausgesetzt sind.xvii

Der Zeitrahmen-Konstrukteur

Dem DGAP-„Experten“ Christian Möllingxviii blieb es vorbehalten, zu konkretisieren, was der „kriegstüchtig“-Pistorius gemeint haben könnte: Mölling nannte erstmals einen Zeitrahmen („sechs bis acht Jahre“) für den Beginn eines russischen Angriffskriegs und fantasierte die Notwendigkeit herbei, die Bevölkerung kriegsbereit zu machen.xix 

Mölling hatte sich nicht mal 2023 vom Milliarden-„Wumms“ für die Bundeswehr ruhigstellen lassen:  

Das, was an „Kriegsniveau, Kriegsfähigkeit oder Verteidigungsfähigkeit“ notwendig sei, um Russland von einem Angriff abzuhalten oder im Angriffsfall bereits an der Nato-Grenze stoppen zu können, sei zurzeit nicht gegeben. Es fehle an Material, Soldaten und vielen Kleinigkeiten“.xx

Der Mann weiß, dass er mit seinem Alarmismus Kohle machen kann, ob bei der staatlich finanzierten Stiftung für Wissenschaft und Politikxxi, beim German Marshall Fund of the United Statesxxii, bei der ebenfalls staatlich und überdies von der Rüstungsindustrie finanziertenxxiii Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik oder neuerdings bei der Bertelsmann Stiftung.xxiv

Auszug aus dem DGAP Policy Brief:

Das Fenster zu einem möglichen russischen Angriff öffnet sich, sobald Russland den Eindruck hat, ein Angriff, etwa im Baltikum, könnte erfolgreich sein … Experten und Geheimdienste schätzen, dass Russland sechs bis zehn Jahre brauchen wird, um seine Armee so weit wiederaufzubauen, dass es einen Angriff auf die NATO wagen könnte.“xxv

Reine Behauptungen. Nicht auf Fakten gestützt, sondern auf „opportune Zeugen“xxvi, „Experten“ und „Erkenntnisse“ der Geheimdienste. Keine Analyse, sondern eine Berufung auf die Schwarmdummheit. 

Angriff als beste Verteidigung

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, Kernstück des zensur-industriellen Komplexes, bot sich als der gegebene Tummelplatz für Hetzer und Kriegstreiber an. Ihr „Wir müssen kriegstüchtig werden, in ein paar Jahren kommt der Russe,“ wurde zum Ohrwurm. Der ranghöchste deutsche Soldat, Generalinspekteur Carsten Breuer, knapp 60 Jahre altxxvii, wäre vor seiner Pensionierung wohl gerne wenigstens kurz noch mit von der Partie; er zog daher den Beginn für Iwans Angriff ein wenig vor. „Fünf bis acht Jahre“.xxviii Und ließ keinen Zweifel dran aufkommen, dass er es krachen lassen möchte:

Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen, ist nicht mehr genug.“xxix 

Sondern? Selbst angreifen, um endlich nicht mehr nur über Verteidigungsbereitschaft quatschen zu dürfen? Jawoll, Herr General! Feuer! 

Der Mann ist bloß fleischgewordener Zeitenwende-Geist. Kanzlerkandidat Friedrich Merz:

Es ist nämlich ein Krieg gegen Europa und nicht nur ein Krieg gegen die territoriale Integrität der Ukraine“ … ein Krieg auch gegen unser Land, der täglich stattfindet: mit Angriffen auf unsere Datennetze, mit der Zerstörung von Versorgungsleitungen, mit Brandanschlägen, mit Auftragsmorden mitten in unserem Land, mit der Ausspähung von Kasernen, mit Desinformationskampagnen …“ xxx (s. dazu: David Goeßmann, „Was steckt hinter dem Vorwurf der hybriden Kriegsführung Russlands gegen Europa?“xxxi)

Erst im Oktober vorigen Jahres wollte Hassredner Merz Russlands Präsident Putin ein Ultimatum stellen:

Wenn das nicht aufhört mit den Bombardements, dann ist der erste Schritt der: Reichweiten-Begrenzung (für ukrainische Raketenangriffe auf Russland) aufheben. Und der zweite Schritt der, dass wir die ›Taurus‹ (deutsche Rakete mit großer Reichsweite und Sprengkraft) liefern … Und dann hat Putin es in der Hand, wie weit er diesen Krieg noch weiter eskalieren will.“xxxii

Ob er auch noch als Bundeskanzler den Maulhelden spielt wird, müssen wir leider abwarten. Vielleicht ermannt sich jemand aus seiner Umgebung und macht ihn darauf aufmerksam, dass Putin eine Taurus-Lieferung an Kiew als deutsche Kriegserklärung wertet und „entsprechend“ reagieren will – völkerrechtlich absolut korrekt. Vielleicht erinnert sich Merz auch daran, erst kürzlich von einer russischen Haselnussxxxiii gelesen zu haben, deren Wirksamkeit weltweit beeindruckt. Vielleicht.

Kriegsplaner

Russland droht der EU nicht mit Krieg. Das bestätigen zahlreiche hochrangige Experten, zum Beispiel US-Chefunterhändler Steve Wittkoff: „Ich habe das Gefühl, Putin will Frieden.“xxxiv Der deutsche Ex-Generalinspekteur Harald Kujat hält Behauptungen von einem bevorstehenden russischen Angriffskrieg für „Unsinn“. xxxv Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder: „absurd“.xxxvi Ex-Oberstleutnant Jochen Scholz: „Standardlüge“.xxxvii Ex-Oberst Wolfgang Richter:

Wenn Russland tatsächlich das Mittel Krieg wahrnimmt zum Erreichen politischer Ziele, warum soll es bis 2029 warten?xxxviii

Tja. Warum? Weil Russland an einem Krieg gegen Rest-Europa gar kein Interesse hat. Der italienische Ex-Ministerpräsident Conte nennt deshalb das europäische Hochrüstungsprogramm „eine totale Geldverschwendung“.xxxix

Deutschland und die EU haben für Russland keinen Reiz: gigantische Schuldenberge, schrottreif gesparte Infrastruktur, keine nennenswerten Ressourcen von irgendwas. Eine Region, deren politische Vorturner von ihrem wichtigsten „Verbündeten“, der US-Regierung, offen als antidemokratisch verachtet, als Schmarotzer bezeichnet und auf den Topf gesetzt werden.xl

Gute Frage an uns alle:

Wie weiter in einem Land, das dabei ist, zum Selbstbedienungsladen korrupter Regenten und Noch-nicht-Regenten zu verkommen?xli 

Unsere politischen, journalistischen, akademischen und militärischen Krawallbrüder und -schwestern sind nur Tonverstärker mit W-LAN zum Schattenreich der Geldelite. Der ist vollkommen gleichgültig, was aus den Westeuropäern wird. Sie ist sozial abgehoben, international abgesichert und rechtzeitig offshorexlii, bevor es kracht. Es würde ihr Stellvertreterkrieg. Sein Ziel und zugleich angelsächsischer Wunschtraum: Deutschland zerstört und Kontinentaleuropas Wirtschaft für lange Zeit am Boden.

Nicht Russland droht mit Krieg gegen Westeuropa. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Deutsche und einige andere Westeuropäer wollen und planen Krieg gegen Russland.

 

 

iQuellen:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/illner-gabriel-trump-ukraine-europa-verteidigung-100.html

ii https://investor-relations.db.com/corporate-governance/organizational-structure/supervisory-board?language_id=3&kid=ir-de-aufsichtsrat-htm.redirect-en.shortcut

iii https://www.siemens-energy.com/de/de/home/company/supervisory-board.html

iv https://www.thyssenkrupp-steel.com/de/newsroom/pressemitteilungen/neue-mitglieder-im-aufsichtsrat-der-thyssenkrupp-steel-europe-ag.html

v https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/der-ceo-podcast-mit-sigmar-gabriel-was-bringt-2024-fuer-europa-und-die-welt-52563660

vi https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-16439

vii https://www.welt.de/politik/deutschland/article255716104/Krankenhaeuser-sollen-sich-auf-Kriegsfall-vorbereiten-sagt-Bayerns-Gesundheitsministerin.html

viii https://www.bundestag.de/resource/blob/918488/30971c4459f7f97cf215b8a321dd5699/WD-2-071-22-pdf.pdf

ix https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/reden/2022/20221012-918976

x https://germany.representation.ec.europa.eu/news/von-der-leyen-im-deutschlandfunk-sanktionen-treffen-putin-ins-mark-2022-03-07_de

xi https://www.srf.ch/news/international/putins-spur-des-todes-von-der-leyen-eu-sanktionen-gegen-russland-werden-von-dauer-sein

xii https://www.fuw.ch/russland-die-tage-der-russischen-kriegswirtschaft-sind-gezaehlt-924927782940

xiii https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/boris-pistorius-krieg-europa-kommentar-100.html

xiv https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2025-03/64955863-geheimdienste-schulen-bundestagsabgeordnete-003.htm

xv https://www.n-tv.de/politik/Deshalb-hoert-die-NSA-Bundeskanzlerin-Angela-Merkel-und-andere-Politiker-ab-article11621676.html

xvi https://dgap.org/de/forschung/publikationen/die-zukunft-der-us-ukrainehilfe-ist-ungewiss

xvii https://de.euromore.eu/stoltenberg-nato-ne-vidit-voennyh-ugroz-so-storony-rossii/

xviii https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Mölling

xix https://www1.wdr.de/nachrichten/krieg-europa-pistorius-interview-moelling-100.html

xx https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/angriff-russland-putin-nato-verteidigung-100.html

xxi https://www.swp-berlin.org/die-swp/ueber-uns/grundlegendes/finanzierung

xxii https://www.gmfus.org/about

xxiii https://lobbypedia.de/wiki/Deutsche_Gesellschaft_für_auswärtige_Politik

xxiv https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/moelling-wechselt-in-die-bertelsmann-stiftung/

xxv https://dgap.org/system/files/article_pdfs/DGAP%20Policy%20Brief%20Nr-32_November-2023_11S_2.pdf

xxvi https://prezi.com/0vgko57bytuo/opportune-zeugen/

xxvii https://de.wikipedia.org/wiki/Carsten_Breuer

xxviii https://www.wsws.org/de/articles/2024/02/13/krie-f13.html

xxix https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/generalinspekteur-zur-zukunft-der-bundeswehr-5661520

xxx https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-zweidrittelmehrheit-fuer-schuldenpaket-von-union-und-spd-a-adf4947e-9284-4c32-8eeb-f347de411f09

xxxi https://www.telepolis.de/features/Was-steckt-hinter-dem-Vorwurf-der-hybriden-Kriegfuehrung-Russlands-in-Europa-10329036.html?seite=all

xxxii https://jacobin.de/artikel/merz-bundeswehr-aufruestung-russland-cdu-militaer-nato.sondervermoegen

xxxiii https://de.wikipedia.org/wiki/Oreschnik_(Rakete)

xxxiv https://archive.ph/dw9EB

xxxv https://www.noz.de/deutschland-welt/expertentalk/artikel/ukraine-krieg-expertenstreit-um-russlands-bedrohung-europas-48452892

xxxvi https://www.n-tv.de/politik/Schroeder-nennt-Bedrohung-durch-Russen-absurd-article24480672.html

xxxvii https://www.youtube.com/watch?v=K95jR2xHKVk

xxxviii https://www.telepolis.de/features/Ukraine-Krieg-Abschreckung-und-Sicherheit-Welche-Gefahr-ist-Russland-fuer-Europa-10317383.html?seite=all

xxxix https://de.euronews.com/my-europe/2025/03/23/totale-geldverschwendung-italiens-ex-ministerprasident-conte-wettert-gegen-eu-aufrustungsp

xl https://www.achgut.com/artikel/die_vollstaendige_muenchner_rede_von_jd_vance_auf_deutsch

xlii http://www.exploration-production-services.de/de/o-offshore.html

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

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Bist auch du dabei und setzt ein wichtiges Zeichen für Abrüstung und Frieden? – Ostermärsche 2025 vom 17.-21. April in rund 100 Städten

Erstellt von Redaktion am 30. März 2025

Bereits 1.400 Leute haben die Anzeige zu den Ostermärschen unterschrieben!

In drei Wochen starten die Ostermärsche und unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren! Auch mit unserer Ostermarschanzeige, die kurz vor Ostern veröffentlicht wird, wollen wir noch einmal kräftig Werbung machen und mobilisieren. Gemeinsam mit dir wollen wir das Ziel – 2.000 Unterschriften – erreichen, um ein starkes Signal für die Ostermärsche zu senden. Wenn wir das gesteckte Ziel der 2.000 Unterschriften erreichen, werden wir auf jeden Fall die Anzeige auch ins „Neue Deutschland“ und „der Freitag“ bringen. Dann hätten wir zum ersten Mal vier (!) Anzeigen, denn die Veröffentlichung der Anzeige in der „ZEIT“ sowie mit allen Unterzeichner*innen in der „taz“ steht bereits fest.

Du fehlst uns noch!

Um die 2.000 zu erreichen, fehlen uns noch 600 weitere Unterzeichner*innen. Wir sind uns sicher: Mit dir können wir das schaffen! Falls du noch nicht unterzeichnet hast, bitten wir auch dich, die Anzeige zu unterzeichnen und zu unterstützen. Besonders in der aktuellen Situation, in der das Grundgesetz für ungedeckelte Rüstungsausgaben geändert wurde und viele Kriege, wie in der Ukraine und Gaza weiter wüten, sind wir dringender denn je auf dein Engagement und starke Ostermärsche angewiesen.

[Link: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige]

Wenn du bereits unterschrieben hast, dann danken wir dir auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich für dein wichtiges Mitwirken!

Um die Anzeige zu finanzieren, bitten wir um eine Spende von 25 Euro für Einzelpersonen sowie 50 Euro für Organisationen und Gruppen. Höhere Spenden zur Finanzierung unserer Ostermarscharbeit sind herzlich willkommen! Auch können wir so Menschen eine Unterzeichnung ermöglichen, die sich 25 Euro nicht ohne Weiteres leisten können. Unterschrieben werden kann die Anzeige noch bis Sonntag, 6. April.

Den Text der Anzeige (auch nachfolgend) sowie die Möglichkeit zu unterschreiben, findest du auf unserer Webseite:

[Link: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige]

Hinweis: Neue Fördermitglieder können übrigens die Unterzeichnung der Anzeige als Willkommensgeschenk auswählen. Hier kannst du Fördermitglied werden und unsere Friedensarbeit regelmäßig unterstützen!
+++ Text der Zeitungsanzeige +++

Wir fordern: Kriege stoppen – Frieden und Abrüstung jetzt!

Die Welt rüstet auf, tausende Menschen sterben in Kriegen und die Gefahr eines Atomkrieges ist weiterhin nicht gebannt. Jetzt soll Deutschland kriegstüchtig gemacht werden. Abschreckung durch Stärke und Militär ist aktuell die einzige Lösung, die unsere Regierenden kennen. Doch Aufrüstung und Militarisierung werden uns dem Frieden nicht näherbringen.

Wo sind die friedenspolitischen Alternativen? Wo bleiben Diplomatie, Kooperation und Dialogbereitschaft?

Wir nehmen die neue Bundesregierung in die Pflicht und fordern von ihr:

  • Beenden Sie Kriege! Stärken Sie diplomatische Initiativen für Frieden in der Ukraine, in Israel und Palästina, im Sudan, in der DR Kongo und überall auf der Welt!
  • Stehen Sie für internationales Recht und Kooperation ein! Verurteilen Sie Verstöße gegen das Völkerrecht und setzen Sie sich für deren Aufarbeitung ein. Völkerrecht muss für alle gleichermaßen gelten. Erteilen Sie nationalen Egoismen eine klare Absage.
  • Entwickeln Sie einen Friedensplan für Europa! Wir brauchen eine neue Friedensordnung, die auf gemeinsamer Sicherheit basiert, der Ukraine Frieden garantiert und Russland langfristig miteinschließt.
  • Zeigen Sie sich solidarisch mit den Opfern von Kriegen! Gewähren Sie Menschen Schutz und Asyl, die vor Kriegen fliehen oder sich diesen entziehen wollen.
  • Rüsten Sie ab! Sozialabbau oder neue Schulden für militärische Aufrüstung auf Kosten von u. a. Bildung, Klimaschutz und dringend benötigten Investitionen, die unser Leben verbessern, sind inakzeptabel.
  • Verhindern Sie die Stationierung von Mittelstreckenwaffen! Setzen Sie sich stattdessen für neue internationale Abrüstungsverträge ein.
  • Setzen Sie sich für eine atomwaffenfreie Welt ein! Sorgen Sie für den Abzug der US-Atombomben aus Büchel und treten Sie dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag bei. Erteilen Sie Überlegungen für EU-Atombomben eine klare Absage.
  • Führen Sie die Wehrpflicht nicht wieder ein! Junge Menschen sollten Frieden lernen, nicht den Krieg üben.
  • Beschließen Sie ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz! Rüstungsexporte müssen massiv reduziert werden und strengsten Regeln unterliegen.

Gemeinsam setzen wir zu Ostern ein Zeichen für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung. „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ ist und bleibt für uns handlungsleitend. Dafür gehen wir auf die Straße. Mach auch du mit und beteilige dich an einem der über 100 Ostermärsche!

Infos und Termine findest du unter www.friedenskooperative.de

Ostermärsche finden u. a. in folgenden Städten statt:
[Hier erscheinen die Termine der Ostermärsche chronologisch und alphabetisch.]

Wir fordern Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit und setzen uns dafür ein:
[Hier erscheinen die Unterzeichner*innen in alphabetischer Reihenfolge]
+++ Ende Text Zeitungsanzeige +++

 

[Link: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige]

Ostermärsche 2025 vom 17.-21. April in rund 100 Städten

Rund drei Wochen vor den Ostermärschen heißt es nun noch einmal kräftig Werbung machen und mobilisieren. In unserem Terminkalender haben wir zu Ostern bereits jetzt über 90 Einträge und es werden hoffentlich noch viele weitere dazu kommen!

Im Folgenden haben wir dir noch einmal kurz und knapp die wichtigsten Infos aufgelistet:

  • Wo in deiner Nähe ein Ostermarsch stattfindet, das erfährst du hier in unserem Terminkalender.
  • Du brauchst noch Material zur Mobilisierung (Plakate, Aufkleber) oder für Aktionen (Schilder, Fahnen, Banner)? Dann schaue bei uns im Shop vorbei.
  • Alle Infos rund um die Ostermärsche findest du auf unserer Übersichtsseite.

Entsprechend der Weltlage und den Plänen der neuen Bundesregierung, hoffen wir, dass die Ostermärsche dieses Jahr ein starkes Signal und wichtige Impulse für einen Politikwechsel senden werden. Wir würden uns freuen, wenn auch du dabei bist und aktiv wirst!

Mit besten Grüßen

Philipp Ingenleuf
und das Team des Netzwerk Friedenskooperative

Logo
Netzwerk Friedenskooperative
Mackestr. 30, 53119 Bonn
Tel.: 0228-692904
Fax: 0228-692906
E-Mail: info@friedenskooperative.de
Web: www.friedenskooperative.de

Spendenkonto:
Förderverein Frieden e.V.
IBAN: DE89 4306 0967 4041 8604 00
bei der GLS Gemeinschaftsbank

Transparenz ist uns wichtig!
Deswegen sind wir der Initiative Transparente
Zivilgesellschaft beigetreten. Weitere Informationen
und unseren Transparenzbericht findest du hier
.

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Regionaler Ostermarsch 2025 Frankfurt am Main / Offenbach / Darmstadt am Montag den 21.4.2025

Erstellt von Redaktion am 30. März 2025

Teilstrecken und Auftakt-/Zwischenkundgebungen

  • Darmstadt Luisenplatz 10:30 Uhr (Fahrradstafette)

  • Offenbach Stadthof 10:00 Uhr

  • Frankfurt Diesterwegplatz (Südbahnhof) 11:00 Uhr – Zwischenkundgebung 11:30 Uhr Affentorplatz (Treffpunkt mit Offenbacher OM)

  • Frankfurt US-Konsulat, Gießener Straße 20 (Auftaktkundgebung mit VertreterIn von Cuba Si)

  • Oberursel Bahnhof, 10:00 Uhr (Fahrt nach Rödelheim)

  • Frankfurt-Rödelheim Bahnhof 10:30 Uhr (nach Bockenheim)

  • Frankfurt-Bockenheim, 11:30 Uhr Auftakt-/Zwischenkundgebung Bockenheimer Warte

(Detaillierter Streckenverlauf demnächst an dieser Stelle).

Abschlusskundgebung 13 Uhr auf dem Römerberg

Redebeiträge:

  • Norbert Birkwald (VVN-BdA)

  • Barbara Dieckmann, Welthungerhilfle

  • George Rashmawi, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinden in Deutschland

  • Saadet Sönmez, Bundesverband der MigrantInnen Frankfurt

  • N.N. Jugend gegen Wehrpflicht

Kulturbeiträge:

  • u.a. Playtime

Friedensfähig statt kriegstüchtig!

Wir leben weltweit im gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gefahr, in einen atomaren Abgrund zu taumeln oder durch einen konventionellen Krieg umzukommen, ist real.
Möglich ist auch die Chance einer friedlichen Entwicklung.
An dieser Weggabelung stehen wir für eine friedliche und solidarische Welt der gemeinsamen Sicherheit, Solidarität, Freiheit und Nachhaltigkeit für alle Menschen.
Wir nehmen den regionalen Ostermarsch Frankfurt am 21.4.2025 zum Anlass, unsere friedenspolitischen Ziele auf die Straße zu bringen:

Für sofortige Verhandlungen zur Abrüstung aller Mittelstreckenwaffen in Europa – statt zusätzlicher Stationierungen!

Es braucht keine neuen US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland mit der zugehörigen Kommandozentrale in Wiesbaden oder Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen, wenn diese Waffengattung – einschließlich der russischen Mittelstreckenwaffen – umfassend und kontrolliert abgerüstet wird. Dies ist in den 80er Jahren bereits einmal erreicht worden.
Unterzeichnen wir alle den Berliner Appell, um dieser existentiellen Forderung Nachdruck zu verleihen.

Für Waffenstillstand und Verhandlungen für nachhaltigen Frieden in der Ukraine, im Nahen Osten (Westasien) und im Sudan!

Wie wir sehen, lösen Kriege nicht die Konflikte. Sie bringen unermessliches Leid für die Menschen. Deshalb Diplomatie statt Waffenlieferungen, die Kriege verlängern und immer grausamer machen. Zudem fehlen die enormen Gelder dafür an anderer Stelle und unsere Wirtschaft wird ruiniert, während wenige daran enorm verdienen.

Für Entspannung und Kooperation zum allseitigen Nutzen – anstelle von zerstörerischen bewaffneten oder wirtschaftlichen Kriegen.

Die Rolle Deutschlands wollen wir in einer zivilen, menschenrechtlichen, fairen und ökologischen Verantwortung gestalten, statt den Ambitionen zu folgen, eine globale militärische Führungsmacht zu werden. Kein Zurück ins 19. Jahrhundert!

Für eine Sicherheitsarchitektur mit allen Ländern in Europa, also auch mit Russland!

Wer Frieden will, muss mit dem Gegner leben wollen“, hat Pastor Martin Niemöller auf früheren Ostermärschen gesagt. Wir sind überzeugt: Im Rahmen eines Europas als befriedeter Zone lassen sich die Gegensätze auf Dauer überwinden. Diese Perspektive stellen wir einer Politik endlos fortgesetzter Konfrontation, Aufrüstung, Geldverschwendung entgegen.

Für die Investitionen der Friedensdividende in unsere Zukunftssicherung!

Auf dem friedlichen Weg bekommen wir die enormen Ressourcen frei, die wir dringend brauchen für Bildung, Gesundheit, Soziales, Infrastruktur und den weltweiten Umwelt- und Klimaschutz. Wenn Europa diesen Weg geht, werden andere sich schnell anschließen.

Das Friedensgebot des Grundgesetzes und der Hessischen Verfassung
muss umgesetzt werden!

Wir wollen:

  • das Recht auf Kriegsdienstverweigerung schützen

  • Asyl für Menschen, die sich dem Krieg verweigern und von Krieg bedroht sind

  • die sogenannte Wehrpflicht abschaffen, statt sie zu reaktivieren

  • Friedenserziehung in den Schulen, statt Militärkunde

  • ausschließlich zivile Forschung und Lehre an den Universitäten

  • keine Feindbilder in den Medien.

Wir demonstrieren für eine friedensfähige statt kriegstüchtige Gesellschaft. Wir brauchen Politiker, die ihre ganze Kraft und Fähigkeit einsetzen, um ein friedliches Miteinander der Menschen zu erreichen. Das verlangt die Charta der Vereinten Nationen von allen, der Zivilgesellschaft, der Politik, den Staaten.

Art. 69 der Hessischen VerfassungHessen bekennt sich zu Frieden, Freiheit und Völkerverständigung. Der Krieg ist geächtet.
Jede Handlung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen Krieg vorzubereiten, ist verfassungswidrig.“

 

Wir stellen klar:

Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lehnen wir ab. Deshalb gibt es keine Zusammenarbeit mit der AfD und anderen rechts-extremen Kräften. Entsprechende Äußerungen oder das Zeigen einschlägiger Symbole haben auf unserem Ostermarsch keinen Platz.
Das Zeigen von Nationalfahnen ist unerwünscht. Ebenso bitten wir auf Parteifahnen zu verzichten. Willkommen sind Transparente, Fahnen und Schilder (auch mit Parteilogo), die Inhalt und Zielen des Ostermarsches entsprechen.

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2025 im deutschen Bundestag: „Geldputsch“ der Parteien mit Sonderwahrheiten und Sonderlügen zum Sonderkrieg

Erstellt von Redaktion am 26. März 2025

Von Dr. Nikolaus Götz, Saarbrücken, 25.03.2025

Mein Großvater fiel für Deutschland vor Verdun in Frankreich etwa im Jahr 1916. Mein Onkel fiel vor Stalingrad in Russland etwa im Jahr 1942. Und ’mein’ Sohn fiel als junger Bundeswehrsoldat bei Kandahar in Afghanistan etwa im Jahr 2011. Erwiesenermaßen schon seit drei Generationen tischen gewisse konservative Politiker gewisser Parteien ihren Staatsbürgern die selbe Mär auf von „Ehre“, von „Verteidigung der Freiheit des Vaterlandes“, von „für Gott und Kaiser“ oder auch „zum Ruhm des Deutschen Reiches“ oder „zum Schutz der Republik“. Stets wird der einfache Mann von jenen irren Strategen einer „Politik mit anderen Mitteln“ als Soldat in den Krieg geschickt. Mindestens schon seit drei Generationen überhäufen „diese lernunfähigen Eliten“ die Menschen mit ihren ewig gleichen Lügen der „Kriegsfähigkeit“! So wollen sie fahnenschwenkend die Gruppensolidarität ihrer ’Untertanen’ erreichen, wobei ein Krieg gegen einen „bösen Feind“ dem Ziel dient, die Geschlossenheit der Volksgenossen herzustellen.

Doch der kritische Blick in die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahren zeigt, dass der Herrschaftswille von Kaiser, Führer und Kanzler durch die ökonomische Ausbeutung der oft hungernden Volksmassen und die Verschleuderung der produzierten Güter für den militärisch-industriellen Komplex erreicht wurde. Auch der sinnlose Tod, der auf dem ’Feld der Ehre’ erschossenen Soldaten und die Ermordung der sogenannten ’Volksverräter’ und ’Widerstandskämpfer’ gegen die Regierung des jeweiligen Systems wurde von jenen Kriegstyrannen billigend hingenommen. Endlich, vor dem Hintergrund der totalen Zerstörung Deutschlands, des Hungers und der Not der Zivilbevölkerung folgte beim ’Erwachen’ dieser ideologisch verblendeten „Kriegswilligen“ in einer „Revolution“ der Umsturz des politischen Systems mit einem staalichen Neubeginn. Den aufbegehrenden Matrosen von Kiel im Jahr 1918 sei Dank (1) ebenso wie den amerikanischen GIs im Jahr 1945, die den Deutschen beim ’Reset’ halfen. Unterschiedliche politische Herrschaftssysteme lösten sich so im 20. Jahrundert in Deutschland ab: einst das drei Klassen-Kaiser-Reich bis 1918, dann kurzfristig die Weimarer Republik, das diktatorische 1000jähriges Reich bis 1945 und endlich ab 1949 diese, ach so demokratische BundesRepublik. Doch während des ’Zwanzigjährigen Krieges von Afghanistan’ (2) wurde der demokratisch gewählte Bundespräsident von „Deutschland“ zurückgetreten, als er meinte, im sogenannten „Land der Dichter und Denker“, frei sagen zu dürfen, dass der Krieg am Hindukusch vornehmlich wegen der deutschen Wirtschaftsinteressen geführt würde (3).

Und auch die heutigen konservativen militaristischen Politiker wissen, dass nach der dreimaligen Kriegstüchtigkeit der Deutschen diese von „Deutschland“ geführten Kriege (4) nicht gewonnen wurden. Bei Kriegende im Jahr 1918, dann 1945, nicht aber 2021, kam die obligatische ’Wende’. Zwischenzeitlich hatten die politisch Verantwortlichen für diese Kriege Deutschlands abgedankt, entzogen sich durch Selbstmord ihrer Verantwortung oder wuschen sich die Hände in Unschuld, wie einst der römische Stadthalter Pilatus (5). Ist es für den faktenabwägenden Beobachter nicht erstaunlich, dass für diese Militaristen im jährlich zustimmenden Deutschen Bundestag und bei den scheinbar kriegsgeilen ReporterInnen der Massenmedien der „Rückzug aus Afghanistian“ urplötzlich und total überraschend kam? „Huch, wir haben verloren!“ Doch das deutsche Volk lehnte und lehnt mehrheitlich auch aus der Erfahrung des Dritten Reiches „Krieg als Mittel der Politik“ ab (6). Bis heute! Dies ist ein konstanter Fakt trotz allen gegenteiligen Behauptungen von meinungsbezahlten Umfrageinstituten und dem durch die Leitmedien wie ARD, ZDF oder RTL aktuell ausgeübten politischen Meinungsdruck.

Gleichwohl gilt beim militärisch-industriellen Komplex: „Nach dem Krieg, ist vor dem Krieg“. Wie einst am 1. September 1939 „schießt“ seit März 2022 die gleichgeschaltete Medienmacht der Fernseh- und Rundfunkanstalten ihre tagtägliche Kriegsbotschaft unentwegt „wieder zurück“ (7). Die „Macht um Acht“(8) ist heute scheinbar so manipulierend wie einst der Göbbelsche Volksempfänger im Dritten Reich: Sonderwahrheiten mit Sonderlügen von Sonderberatern bereiten die breite Volksmasse auf den kommenden unausweichlichen (?) Sonderkrieg vor. Deshalb steigen seit 2022 die Aktien der Rüstungsfirma Rheinmetall. Um kriegstüchtig zu sein, soll in Deutschland wieder die „Allgemeine Wehrpflicht“ eingeführt werden. Statt wie früher die Heranwachsenden per Interrail auch kostenlos (9) während der Ferienzeit der Sommermonate die Monumente der europäsischen Kultur entdecken zu lassen, sollen diese wieder „das Töten“ lernen: „Flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie die Kriegspodukte von Rheinmetall!“ Diese bekannten Tugenden sind endlich wieder als Leitbild für die Erziehung eines Deutschen angesagt! Hurra!

Der großmaulige Schrei nach „Kriegstüchtigkeit’ wird immer lauter. Und erneut werden die warnenden „Querdenker“ als „Putin-Liebhaber“ niedergeschrien! Diese unbelehrbaren Kriegstreiber greifen zu einer Politik der Aufrüstung, die wenn ausgeführt, wohlmöglich das Deutsche Volk in die nächste Zivilkatastrophe führt. „Die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland ist eine weitere Seite der umfassenden Militarisierung und Kriegsvorbereitung. Diese Erstschlag- und Enthauptungswaffen sind gegen Russland gerichtet und dafür vorgesehen, Deutschland und Europa angriffsfähig zu machen“, ist im Aufruf der Berliner Initiative „Nie wieder Krieg!“ zu lesen (10). Das einst friedenstiftende Projekt der Europäischen Union wird im alsbald kommenden Gleichklang des Stechschrittes der europäischen Wehrmacht schon jetzt zu Grabe getragen. Neue Grenzkontrollen an den einst offen europäischen Binnengrenzen sollen endlich zur Abschaffung der unterschiedlichen 172 europäischen Waffensysteme führen: „All for one!” Doch die tollen Zeiten der Abenteuer der ruhmreichen ’Drei Musketiere’ (11) sind eigendlich vorbei. Das Versprechen von Altkanzler Willi Brandt „Von Deutschland soll nie wieder Krieg ausgehen!“ wurde von der SPD ebenso verraten wie das Leitmotiv der ’Gewaltlosigkeit’ bei der aktuell herrschenden Führungsschicht der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Welche Schande! Ja, sie haben uns verraten, diese sogenannten Demokraten! (12)

Anstatt 1 Billion Euro für verantwortungsvolle Politik für das repräsentierte Volk zum Aufbau einer zukunftsorientierten friedlichen europäischen Infrastruktur zu verwenden, investieren diese Undemokraten diese Geldsumme, um Zerstörung und Leid über Menschen in fremden Ländern zu bringen. „Wehe diesen Kriegstreibern vom ’alten’ längst abgewählten deutschen Bundestag!“ Die Repräsentanten des gerade neu gewählten Bundestages können und werden jede Verantwortung oder Schuld für das monetäre Desaster von sich weisen, denn sie werden richtig sagen: „ Das haben meine Vorgänger gemacht!“

Und gewisse linke ’Mitdenker’ warnen vor „den Rechten“. Doch der aktuelle „Geldputsch für Krieg“ hat den erneut frustierten deutschen Wählern gezeigt, dass die ’Rechten’ längst an der Regierung sind. So gärt im deutschen Volk der Unwille über den beschlossenen unsozialen Aderlass, dessen Politikziel von den zukünftigen Kriegwilligen hin zu den kommenden Kriegstoten reicht und der über ein neues Deutschland mit atomar verstrahlten Landschaften zwischen noch vereinzelt aufragenden Ruinen zwangsläufig in die nächste politsche Revolution führt. Wenn es denn dann ein zukünftiges Staatswesen auf diesen Teilkontinent der Erde noch geben wird…

Anmerkungen:

1 WIKIPEDIA erklärt: „Der Kieler Matrosenaufstand (auch Kieler Matrosen- und Arbeiteraufstand), der am 3. November 1918 begann, löste am Ende des Ersten Weltkrieges die Novemberrevolution aus, die zum Sturz der Monarchie und zur Ausrufung der Republik in Deutschland führte. Siehe: ikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand

2 Obgleich die deutsche Bevölkerung den von 2001-2021 geführten Krieg in Afghanistan mehrheitlich ablehnte, beschlossen die Bundestagsabgeordneten jahrjährlich die Verlängerung des Bundeswehreinsatzmandates. Die ’Deutsche Friedensbewegung’ protestierte unentwegt gegen diesen illegalen, völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz der Bundeswehr. Wie verlogen dieser Kampfeinsatz war, zeigt das Zitat der damaligen Bundesministerin der Verteidigung Frau Kramp-Karrenbauer (CDU), die meinte: „Ich kann heute feststellen, dass die Bundeswehr diuesen komplexen Auftrag gemeistert hat.“ Siehe: SEY, Cem: Bilanz zum Afghanistan-Untersuchungsausschuss. Von den Entwicklungen völlig überrascht, in: DAS Parlament, Nr. 6-7, vom 1. Februar 2025, S. 17. Zum Afghanistankrieg siehe auch: HÖRSTEL, Christoph R. Sprengsatz Afghanistan. Die Bundeswehr in tödlicher Mission, München 2007 oder: GANSER, Daniele: Der illegale Krieg gegen Afghanistan 2001, in: ders Illegale Kriege, Zürich 2019, S.187-205.

3 Horst Köhler, der neunte Bundespräsident der BRD, legte sein Amt am 31. Mai 2010 im Zusammenhang mit seinen Feststellungen zum Krieg in Afghanistan überraschend nieder. Siehe auch: wikipedia.org/wiki/Horst_Köhler. Größere politische Konsequenzen für das ’Politische System’ der BRD hatte dieser Krieg jedoch nicht.

4 Ein ’Land’, also ein geographisches Territorium, kann keinen Krieg führen. Kriege werden von Menschen geführt. Die Machtinhaber jedoch personalisieren das ’Land’ zu einem stilistischen Mittel ihrer Rhetorik, auch um ihre wahren politischen Absichten zu verschleiern und lassen so „den Berg rufen“.

5. Pontius Pilatus war von 26 bis 36 n. Chr. Präfekt unter Kaiser Tiberius in Judäa und somit römischer Statthalter in Jerusalem: Bekannt wurde er durch die christlichen Erzählungen der Bibel. Um seiner Unschuld am Urteil der Kreuzigung von Jesus symbolisch Ausdruck zu verleihen, soll er seine Hände „in klarem Wasser“ gewaschen haben.

6 Die aktuellsten Belegzahlen einer deutschen Gesamteinstellung zum ’Krieg’ waren ’im Netz’ nicht auffindbar…Sie lagen generell um 85% Ablehnung.

7 Adolf Hitler verkündete den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 im Deutschen Reichtag mit den Worten: „….Seit 5.45 Uhr morgens wird zurückgeschossen!“ Siehe auch: ZENTNER, Kurt: Illustrierte Geschichte des zweiten Weltkrieges, München 1965, S. 73.

8 Siehe die Medienkritik von Uli Gellermann/Volker Bräutigam/Friedhelm Klinghammer: Die Macht um acht: Der Faktor Tagesschau, Köln 2017 oder auch deren neuster Artikel: Zu den Waffen, Bürger, der Frieden greift an! Deutschlands polit-mediale Mafia kontra Aufklärung und „den Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen“; siehe: demokratisch-links.de vom 22. März 2025.

9 In einer freien, demokratisch-engagierten Republik könnte eine solche Bildungsreise für die Heranwachsenden durch die Kultusministerien der BRD durchaus auch kostenlos angeboten werden.

10 Siehe: newsletter Nr. 3 2025: nie-wieder-krieg.org/newsletter der Initiative „Nie wieder Krieg!“ c/o IPB, Marienstr. 19/20, 10117 Berlin Mail: mail@nie-wieder-krieg.org

11 Bekannter Roman des französischen Autors Alexandre Dumas. Bei der letzten Verfilmung der „Drei Musketiere“ sangen Bryan Adams, Rod Stewart und Sting zusammen das Lied „Alle für einen“ als Appell für ein solidarisches „Gemeinsam sind wir stark!“ Siehe auch: youtube.com/watch?v=ofA3URC1wyk

12 Und Gewerkschafter kommentieren: „…sie haben es getan, und sie werden es wieder tun. Die Steigbügelhalter*innen der Kriegsprofiteure des Militärisch Industriellen Komplexes im Deutschen Bundestag haben das Grundgesetz kriegstauglich verstümmelt und dafür die erforderlichen Kriegskredite bewilligt. So wie schon 1914 wieder unter aktiver Beteiligung der SPD. Eine Woche später haben fast alle Landesregierungen im Bundesrat für die weitere Militarisierung und Kriegsvorbereitung grünes Licht gegeben; besonders bitter: auch die Länder, an deren Landesregierungen die Partei Die LINKE beteiligt ist…“ siehe: Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfriedenauf: change.org

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Zu den Waffen, Bürger, der Frieden greift an! Deutschlands polit-mediale Mafia kontra Aufklärung und „den Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen“

Erstellt von Redaktion am 22. März 2025

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die Tagesschau referiert den „DeutschlandTrend“: „Angesichts der Bedrohungen unserer Freiheit und des Friedens auf unserem Kontinent … wollen CDU, CSU und SPD Ausnahmen bei der … Schuldenbremse durchsetzen. … 66 Prozent (finden) eine Erhöhung der Ausgaben für Verteidigung und Bundeswehr richtig.“i Das „ZDF-Politbarometer“ bietet mehr: „Rund drei Viertel der Befragten (76 Prozent) … befürworten eine Aufstockung der finanziellen Mittel für Verteidigung.“ii Obacht bitte: Die Rede ist von mehreren hundert Milliarden Euro neuen Staatsschulden, sprich: „Sondervermögen“. Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Da muss man hineingetreten sein!

Der weltweit geachtete Sprachwissenschaftler Noam Chomsky stellte schon vor 30 Jahren fest:

Die Mehrheit der gewöhnlichen Bevölkerung versteht nicht, was wirklich geschieht. Und sie versteht noch nicht einmal, dass sie es nicht versteht.“iii

Verantwortlich für diesen Zustand sind hierzulande die Redakteure der öffentlich-rechtlichen Zentralen für Massenverblödung: ARD-Tagesschau-Deutschlandfunk-ZDF-heute. Sie liefern gleichgeschalteten Ramsch, verpackt als Nachrichten. Leider bleiben sie dafür nicht nur straffrei. Sie beziehen fette Gehälter. Für widerspruchslose Weitergabe und Verstärkung politischer „Narrative“ wie

Morgen überfällt uns der Russe

Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Sie schützt unsere Freiheit

Unser Gemeinwesen ist indessen fundamental bedroht von wirtschaftlichem Niedergang, Firmenpleiten, Arbeitsplatzverlust, Kinder- und Altersarmut sowie vom allgemeinen Zerfall seiner Infrastruktur. Man fasst es nicht, doch konnte hier trotzdem ein Multimillionär Merz, mit BlackRock-Hintergrundiv, mit Immobilien in Spitzenlage („Haus Sauvigny“ im Sauerlandv und einer Villa im “Tal der Reichen“ am Tegernseevi) sowie zwei Privatflugzeugenvii Kanzlerkandidat der Elenden werden. Er durfte ungehindert und x-mal den obszön verlogenen Schwachsinn von der „russischen Bedrohung“ über Funk und Fernsehen verbreiten. Ohne beweispflichtig gemacht oder aufgefordert zu werden, sich gefälligst vom Hof zu trollen.

Soviel Mumm haben eben öffentlich-rechtlich tätige journalistische Schlappschwänze nicht.

Offiziöse Volksverhetzung

Unseren „Hoheitsmedien“viii und tonangebenden Polit-Eliten ist es gelungen, mit Lügen, Manipulation und Russenhass-Propaganda die deutsche Bevölkerung zu spalten. Wer im gekünstelten Kontext „Russland bedroht unsere Freiheit“ Umfragen veranstalten lässt, ob mehr Geld „für Verteidigung“ ausgegeben werden solle, der betreibt eine Variante von Volksverhetzung. Natürlich nicht zweckfrei: So lenkt die Bundesregierung von ihrem Rundum-Totalversagen ab. Mit dem Schüren von Kriegsangst wird zugleich versucht, jeden Widerspruch gegen den fortgesetzten sozialen Kahlschlag abzuwürgen. Schlagworte: Kanonen statt Butter. Hurra-Patriotismus.

Die gehässige Fantasterei „Russland bedroht uns“ mündet ins gesellschaftliche Einvernehmen mit der Pistorius-Idiotie „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“ix. Aus „kriegstüchtig“ wird dann „kriegswillig“. Von den Hoheitsmedien in Auftrag gegebene Meinungsumfragen führen traditionell zur erforderlichen / gewünschten Mehrheitsmeinung. Schillers poetisches Fragment „Die Bluthochzeit zu Moskau“x:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn.

Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.

Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen.

Der Staat muss untergeh‘n, früh oder spät,

wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.“ 

Als wichtigste Komponenten des allgegenwärtigen Propagandadrucks erwiesen sich folgende Vorgänge:

  • Kriminalisierung von unliebsamen, regierungskritischen Meinungsäußerungen zum Ukraine-Krieg („Billigung von Straftaten“xi),
  • Einseitige und irreführende politische Berichterstattung der Massenmedien in Kombination mit dem Verbot russischer Nachrichtenangebotexii und Gegeninformationen
  • Kritiklose Darstellung einer zutiefst korrupten und repressiven Ukrainexiii als „Verteidiger der westlichen Demokratie“
  • Hemmungslose Heroisierung des autoritärenxiv Schmierenkomödiantenxv und nunmehr korruptionsverdächtigenxvi Präsidenten Selenskyj
  • Eine ausschließlich auf Vermutungen und Bezichtigungen basierende Behauptung, Russland stelle eine imperialistische Gefahr darxvii.  

Realitätsverweigerung

Am 16./17 Februar 2022 (s. Tagesbulletin der OSZE-Beobachtermission in der Ukrainexviii) setzte die von den USA hochgepäppelte ukrainische Selenskyj-Armee zur Erstürmung der spärlichen Überreste der „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk an. Unsere medialen Leithammel blökten zwar mit der Regelmäßigkeit einer Schwarzwälder Kuckucksuhr, die beiden Entitäten seien „international nicht anerkannt“. Das Selbstbestimmungsrecht in Kapitel 1 der UN-Chartaxix fordert jedoch gar keine „Anerkennung“ durch Dritte, wenn sich eine Gemeinschaft zur Abspaltung und Eigenstaatlichkeit entschließt. Die Ausrufung steht für sich und genügt, wie das Beispiel Kosovo zeigt. Kiews Versuch, sich die „abtrünnigen“ Republiken gewaltsam wieder einzuverleiben, kann sehr wohl als Völkerrechtsbruch gewertet werden.

Nach dem von den USA unterstütztenxx Maidan-Putschxxi hatten die ukrainische Armee und vor allem deren integrierte neonazistische Freikorps im Donbass bereits 14000 russisch-stämmige vormalige Landsleute massakriertxxii – vom Westen weitgehend toleriert, wenn nicht gar aktiv unterstützt. Der Westen war es, der die Donbass-Republiken in Russlands Arme trieb.xxiii Davor verschlossen die meisten deutschen Politiker und ihre medialen Liebediener aber krampfhaft die Augen. Und was sie nicht erkennen wollten, sollte auch die deutsche Öffentlichkeit nicht erkennen dürfen.

Am 24. Februar 2022 folgte bekanntlich der Einmarsch der russischen Armee. Er wurde dem deutschen Publikum von den hiesigen Massenmedien als „brutaler völkerrechtswidriger russischer Angriffskrieg“ ins Bewusstsein gedengelt. Die von den Kanzlern Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl gesuchte und gepflegte Verständigungsbereitschaft mit Russland schlug in neuerlichen Russenhass um. Aggressive Russophobie ist wieder deutsche Staatsräson.

Die russische Regierung berief sich auf das Selbstverteidigungsrecht nach Art 51 der UN-Charta.xxiv Die UN-Generalversammlung widersprach am 2. März 2022 mit überwältigender Mehrheit und beschuldigte Russland (mit 141 von 193) Stimmen der „Aggression“. Unmissverständlich, jedoch nicht völkerrechtlich bindend. Nur Resolutionen des UN-Sicherheitsrates sind völkerrechtlich wirksam.

Putin zum Jelzin zurechtkneten

Die Europäische Union hatte ihre russlandfeindlichen Aktionen allerdings schon Ende Februar 2014 geplant und vorbereitet, in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Maidan-Putsch.xxv Die aggressiven Pläne und die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Russlandxxvi resultierten aus dem jahrelangen Misserfolg des Werte-Westens, den legitimen russischen Präsidenten Putin auf das Zwergformat seines versoffenen Amtsvorgängers Jelzin zurückzustutzen. Hasstiraden wie Baerbocks

Das wird Russland ruinieren“xxvii

und Joe Bidens

Um Gottes willen, dieser Putin darf nicht an der Macht bleiben“xxviii

unterstrichen die westliche Erfolglosigkeit.

Ob die „militärische Sonderoperation“xxix Russlands gegen die Ukraine völkerrechtswidrig war oder nicht, muss eine Streitfrage bleiben: Erst der dazu von Kiew angerufene Internationale Gerichtshof in Den Haag ist als letzte Instanz dazu berufen, darüber zu urteilen. Bis es dazu kommt, können noch Jahre vergehen.xxx Zuvor geäußerte Meinungen – auch die der Bundesregierung in Berlin – sind dem Wortsinne nach nichts anderes als Vor-Urteile. Wenn solche Vor-Urteile in strafbewehrte Gesetzexxxi gefasst werden und wenn auf dieser Grundlage jeder belangt wird, der öffentlich widersprichtxxxii, dann kennzeichnet das einen eklatanten Mangel an demokratisch-freiheitlicher Rechtsstaatlichkeit.

Es mag zutreffen, dass Russland mit dem Einmarsch gegen Grundsätze des Völkerrechts verstieß. In diesem Fall wird man neben der objektiven Tat aber auch das subjektive Motiv zu bewerten haben. Vor allem Russlands Beweggrund: kein imperiales Machtstreben, sondern die Weigerung, tatenlos dabei zuzusehen, wie das ukrainische Militär und seine darin integrierten Neonazi-Verbändexxxiii die russisch-stämmigen Ostukrainer abschlachteten (Asow“xxxiv, „Aidar“xxxv u.a.). Putin hat sich nicht von Ungefähr auch auf das UN-Konzept Internationale Schutzverantwortungxxxvi berufen. Aus dem Vorgehen besagter Milizen schlossen qualifizierte Zeitzeugen, dass das Selenskyj-Regime in Kiew den Krieg mit Russland herbeizwingen wollte.xxxvii

Und diesen Krieg wollten auch die USA, namhafte US-Autoren bezeugen es.xxxviii Ebenso der vormalige EU-Kommissar Verheugen:

Die der Ukraine zugedachte Rolle hatte ein US-Demokrat, Adam Schiff, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Kongresses, bereits 2020 … auf die Formel gebracht: ‚Die Vereinigten Staaten helfen der Ukraine und ihren Menschen, damit wir dort gegen Russland kämpfen können und nicht hier gegen Russland kämpfen müssen.“xxxix 

Kriegsprovokateur USA

Ein anno 2019 in Auftrag gegebener Bericht der regierungsfinanzierten RAND Corporation mit dem Titel „Ausdehnung nach Russland: Wettbewerb auf günstigem Terrain“ (Original: „Extending Russia: Competing on Favorable Ground“xl) stellte das strategische Konzept vor, Moskau zu provozieren, sich militärisch oder wirtschaftlich zu übernehmen und innen- und außenpolitisch an Einfluss zu verlieren:

Die Bereitstellung tödlicher Hilfe für die Ukraine würde Russlands größte externe Verwundbarkeit ausnutzen. Aber jede Aufstockung in US-Militärwaffen und Ratschlägen an die Ukraine müsste sorgfältig kalibriert werden, um die Kosten für Russland zu erhöhen.“xli

Als Tarnkappe für kriegsprovozierende Politik diente das Abkommen Minsk-2. Obwohl ein völkerrechtlich gültiger Vertragxlii, wurde es zur Täuschung Russlands missbraucht. Erst 2022 gaben sowohl Ex-Kanzlerin Angela Merkel xliii als auch Frankreichs Ex-Präsident François Hollandexliv zu, dass sie mit dem Abkommen keinen dauerhaften Frieden anstrebten, sondern der Ukraine Zeit zur militärischen Aufrüstung verschaffen wollten. Ähnlich Präsident Selenskyj: Er habe nie beabsichtigt, Minsk-2 umzusetzen.xlv

Inzwischen, das dürfte beim IGH in Den Haag noch eine erhebliche Rolle spielen, haben die USA die Bezichtigung „russischer Angriffskrieg“ selber zurückgenommen. Präsident Trump beschuldigte nun die ukrainische Regierung:

Ihr hättet ihn (den Krieg) nie beginnen sollen. Ihr hättet einen Deal machen können.“xlvi

Trumps Berater und Sondergesandter Steve Witkoff bündig:

Der Krieg hätte nicht stattfinden müssen. Er wurde provoziert.“xlvii

Endlich lässt sich nicht mehr kaschieren, wie bösartig menschenverachtend die polit-mediale Mafia der USA, der NATO, der EU und speziell Deutschlands das hunderttausendfache Schlachten und Sterben im Donbass und darum herum herbeiführten, mit Waffenlieferungen, logistischer, finanzieller und politisch-diplomatischer Unterstützung. Mit welcher Gewissen- und Schamlosigkeit sie sich dabei auch noch als Friedensapostel aufführten. Wobei US-Schmiergelder eine Extra-Rolle spielten.xlviii

Der hässliche Amerikaner

Dass ausgerechnet ein „rechtskonservativer“ US-Milliardär Trump das wertewestliche Lügengebäude zum Einsturz brachte und Russland bezüglich des Ukraine-Krieges rehabilitierte, ist zunächst großartig („great“). Man kann es aber auch als bösen Witz der Weltgeschichte betrachten. Vorbehaltloser Glaube an Trumps Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit ist nicht zu rechtfertigenxlix: Möglich, dass er seinen „Freund“ Putin zu bluffen versucht und nur auf den geeigneten Augenblick für einen vorteilhaften Sieger-Deal wartet. US-politiktypische Doppelzüngigkeit ist bereits belegbar.l

Trumps und Seinesgleichen (die globale, aber US-amerikanisch basierte Milliardärs-Clique) Interesse ist ersichtlich: Aneignung des restlichen, noch in den Händen der bürgerlichen Staaten verbliebenen Reichtums. Auch Trump ist in erster Linie Großkapitalist und will entsprechend Profit machen. Dass er beispielsweise beim Sozialabbau in den USA keine Skrupel kennt, demonstriert er derzeit mit seinem Kumpel und Milliardär Elon Musk. Bei der Vernichtung von zehntausenden Arbeitsplätzen zeigen sie keinerlei Hemmung.  

Zudem kann Trump sich auf seine europäischen Heloten in Berlin, Paris und London verlassen. Die bleiben auf Kriegskurs und lassen ihre Untertanen auch die Milliarden zahlen, die der Ami den US-Bürgern nicht mehr abnehmen will.li

Lügengestank

Gleichviel, die Behauptung vom „brutalen völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg“ ist aufgeflogen. Aufrichtiger Umgang mit der Kriegshistorie ist allerdings nicht der Stil führender deutscher Politiker – von ihrem journalistischen Gefolge gar nicht erst zu reden. Sie setzen ihre Kriegstreiberei gnadenlos fort. Ihre verbale Giftgas-Flatulenz ist gesellschaftsfähig, staatstragend. Ein Naserümpfen über den AgitProp-Gestank kann immer noch strafrechtlich verfolgt werden.

Erstaunlich ist das insofern, als das Etikett „Aggressor Russland“ nun auch aus dem Vokabular der UN-Ukraine-Resolutionen komplett verschwand.lii Im März 2022 hatten ja noch 141 der 193 UN-Mitglieder „die Aggression der Russischen Föderation auf die Ukraine aufs Schärfste missbilligt“.liii Aber in der jüngsten rechtsverbindlichen Resolution des Weltsicherheitsrates findet sich keine Verurteilung Russlands mehr.liv

Gefordert wird allerdings nach wie vor die unverzügliche Beendigung aller Kampfhandlungen. Es bleibt abzuwarten, wie die anvisierte Merz-CDU-SPD-Regierung darauf reagiert. Weitere Waffenlieferungen Deutschlands und der EU, wie derzeit beabsichtigt, wären wohl – wenn man die aktuelle Resolution des Weltsicherheitsrates berücksichtigt – als Völkerrechtsbruch zu betrachten.

Von Einsicht und Bereitschaft zur Umkehr der russophoben schwarz-rot-grün-gelben Berliner Fraktionsgemeinschaft ist allerdings keine Rede. Besonders die Grünen Noch-Minister, Habeck vorneweg, müssten eigentlich in Sack und Asche gehen. Erst recht dessen opportune „Experten“, die in russenfeindlichem Wahn mit ihren Konstruktionen und Berechnungen die Öffentlichkeit hereinzulegen halfen.

Laut einer Modellsimulation des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) und des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) hätte eine Entkoppelung der russischen Volkswirtschaft aus internationalen Handelsbeziehungen zu einem Einbruch des russischen Bruttoinlandproduktes um 8,7 Prozent führen müssen. Ein Handelskrieg, so hieß es, werde Russlands Wirtschaft langfristig empfindlich treffen, Deutschland hingegen immer noch ein 0,4-Prozent-Plus bescheren.lv

Tatsächlich kam es andersherum: Die russische Wirtschaft wuchs im vorigen Jahr um 4,1 Prozent.lvi Russlands Arbeitslosenquote ist mit 2,3 Prozentlvii historisch niedrig, der Lohnzuwachs mit 7,3 Prozentlviii hingegen beträchtlich. In Deutschland sank dagegen 2023 und 2024 die Wirtschaftsleistung um insgesamt 0,5 Prozent.lix Ekelhafte Beilage: Scholz, Baerbock und Habeck warfen mehr als 200 Milliarden Eurolx zu Fenster hinaus zu dem Zweck, den wahnwitzigen Krieg in der Ukraine in Gang zu halten; eine Schlachtprämie für den grausamen Tod hunderttausender Menschen, Preisgeld für die Verwüstung eines Landes. Die Verantwortlichen in Berlin haben unterdessen für ihre dreieinhalb Regierungsjahre 4990 Euro monatliche Minister-Altersversorgung erworben.

Einigen namhaften Ukrainern scheint derweil ein Licht aufzugehen, was es mit diesem Krieg auf sich hat. Gestützt auf eine sinngemäße Interview-Äußerung Bruno Kahls, des Chefs des Bundesnachrichtendienstes BND, für den Westen sei eine Kriegsdauer bis zum Jahr 2030 vorteilhaft, fragten Selenskyjs Hauptkonkurrenten Julia Timoschenko, Pedro Poroschenko, Vitali Klitschko und Walerij Saluschnyj:

Hat jemand beschlossen, die Existenz der Ukraine und das Leben Hunderttausender Ukrainer aufs Spiel zu setzen, um Russland im Interesse der Sicherheit in Europa zu ‚schwächen‘? Ich hätte nicht gedacht, dass sie es wagen würden, dies so offiziell und offen zu sagen…“lxi

Zugedröhnt

Selbstverständlich finden die positiven russischen Daten keinen Niederschlag in den deutschen Hoheitsmedien. Die verkünden ihrer unbedarften Kundschaft lieber die Mär vom bösen Machthaber Putin und dröhnen die Hirne mit dem Qualm „russische Bedrohung“ zu.  Sie hofierenlxii den gemeingefährlichen Hanswurst in Kiew, erst recht, seit der im Weißen Haus von Trump und Vance die hochverdiente und überfällige Abreibung bekam.lxiii

Zum Besseren hat sie leider nicht geführt. Selenskyj gab danach nur noch ein paar Stunden lang den dicken Maxe. Dann kroch er zu Kreuze: Er sei bereit, schrieb er auf X, „die Dinge wieder in Ordnung zu bringen“ und unter Trumps „starker Führung daran zu arbeiten, den Krieg schnell zu beenden.“lxiv

Was von dem Reuebekenntnis zu halten ist, wird sich zeigen. Einstweilen scheint er seine Spielchen bei seinen EU-Kumpanen v.d. Leyen, Starmer, Macron, Scholz, Merz, Tusk und den baltischen Zwergstaaten-Xanthippe Kalas fortsetzen zu wollen.lxv Diese üble Clique ist bereit zur EU-vertragswidrigen Kriegsfinanzierung – mit einer astronomischen Schuldaufnahme von fast 800 Milliarden Euro.lxvi Unter dem Beifall ihrer genasführten Wähler. Klar:

Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.lxvii

Kapiert?

iQuellen:

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3468.html

ii https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-sondervermoegen-bundeswehr-aufruestung-100.html

iii https://chomsky.info/prosperous01/

iv https://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl/gehalt-lebenslauf-und-politische-laufbahn-friedrich-merz-das-ist-deutschlands-mutmasslich-naechster-kanzler-/30204878.html

v https://www.wp.de/lokales/altkreis-brilon/article401529208/elternhaus-von-friedrich-merz-in-brilon-nun-vor-dem-verkauf.html

vi https://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen/ausverkauf-im-tal-der-reichen-46897998.bild.html

vii https://www.stern.de/politik/deutschland/hat-friedrich-merz-wirklich-zwei-flugzeuge–8467946.html

viii https://bachheimer.com/theorien-und-konzepte

ix https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw23-de-regierungsbefragung-1002264

x https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/friedrich-schillers-gedicht-was-ist-die-mehrheit-mehrheit-ist-der-unsinn/

xi https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__140.html

xii https://www.rtr.at/medien/aktuelles/neuigkeiten/2022/EU-Sanktionen_im_Medienbereich_verlaengert.de.html

xiii https://www.eca.europa.eu/Lists/ECADocuments/INSR21_23/INSR_fight-against-grand-corruption-in-Ukraine_DE.pdf

xiv https://www.welt.de/politik/ausland/plus249801824/Selenskyj-Wie-es-wirklich-um-die-ukrainische-Demokratie-bestellt-ist.html

xv https://www.youtube.com/watch?v=oua0Puihrkc

xvi https://www.newsweek.com/ukraine-zelensky-corruption-problem-1863644

xvii https://www.klassegegenklasse.org/ist-russland-imperialistisch/

xviii https://reliefweb.int/report/ukraine/osce-special-monitoring-mission-ukraine-smm-daily-report-372022-issued-17-february

xix https://unric.org/de/charta/#kapitel1

xx https://www.freitag.de/autoren/konrad-ege/fuck-the-eu-victoria-nuland-ist-zurueck

xxi https://archive.ph/GRvVg

xxii https://www.infosperber.ch/politik/welt/ukraine-chronik-der-westlichen-einmischung/

xxiii https://www.infosperber.ch/politik/welt/ein-genauer-blick-auf-die-annexion-des-donbas/

xxiv https://zeitschrift-osteuropa.de/blog/vladimir-putin-ansprache-am-fruehen-morgen-des-24.2.2022/

xxv https://www.consilium.europa.eu/de/policies/sanctions-against-russia/timeline-sanctions-against-russia/

xxvi https://www.smu.edu/dedman/research/institutes-and-centers/center-for-presidential-history/cmp/us-russian-relations-under-bush-and-putin

xxvii https://www.n-tv.de/politik/EU-friert-Vermoegen-von-Putin-und-Lawrow-ein-article23155552.html

xxviii https://www.kut.org/news/2022-03-26/biden-says-of-putin-for-gods-sake-this-man-cannot-remain-in-power

xxx https://www.tagesschau.de/ausland/europa/igh-zu-ukraine-101.html

xxxi https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__140.html

xxxii https://seniora.org/erziehung/schule-bildung/ich-habe-da-mal-eine-frage

xxxiii https://www.focus.de/politik/ausland/das-bataillon-asow-schmutziger-kampf-in-der-ukraine-neonazis-im-dienst-der-regierung_id_4058717.html

xxxiv https://www.oe24.at/welt/ukraine-krieg/regiment-asow-wer-sind-die-ukrainischen-neonazis/513150260

xxxv https://de.wikipedia.org/wiki/Bataillon_Ajdar

xxxvi https://dgvn.de/veroeffentlichungen/publikation/einzel/das-konzept-der-schutzverantwortung-responsibility-to-protect

xxxvii https://tkp.at/2025/02/05/die-ukraine-wollte-den-krieg-mit-russland/

xxxviii https://sputnikglobe.com/20250302/scott-ritter-us-had-its-fingers-in-every-aspect-of-ukrainian-pie-1121613955.html

xxxix https://braunschweig-spiegel.de/ex-eu-kommissar-verheugen-spd-der-lange-weg-zum-krieg-in-der-ukraine-buch-rezension/

xl https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html

xli http://www.linkesufer.de/PDF/20220618_RAND_RB10014_deutsch.pdf

xliihttps://www.ostinstitut.de/documents/Luchterhandt_Die_Vereinbarungen_von_Minsk_ber_den_Konflikt_in_der_Ostukraine_aus_vlkerrechtlicher_Sicht__OL_2_2019.pdf

xliii https://weltwoche.ch/daily/taeuschung-der-russen-merkels-luegen-in-minsk-haben-nicht-nur-das-vertrauen-wladimir-putins-zerstoert/

xliv https://tkp.at/2023/01/02/nach-merkel-auch-hollande-minsk-abkommen-sollte-ukraine-nur-zeit-verschaffen/

xlv https://strategic-culture.su/news/2025/03/03/were-minsk-agreements-peace-attempt-or-prelude-war/

xlvi https://www.handelsblatt.com/meinung/morningbriefing/morning-briefing-ihr-haettet-es-nie-anfangen-sollen-trump-beschuldigt-kiew/100108226.html

xlvii https://strategic-culture.su/news/2025/03/04/eating-crow/

xlviii https://uncutnews.ch/usaid-faelle-aufdeckung-eines-riesigen-netzwerks-von-us-finanzierten-unabhaengigen-medien/

xlix https://strategic-culture.su/news/2025/03/05/something-smelling-really-bad-among-the-peace-brokers-of-ukraine/

li https://www.youtube.com/live/pHOJ2ASlu80

lii https://www.un.org/depts/german/gv-notsondert/ar-es11-8.pdf

liii https://www.un.org/depts/german/gv-notsondert/a-es11-1.pdf

liv https://documents.un.org/doc/undoc/gen/n25/050/30/pdf/n2505030.pdf

lv https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/russland-hat-in-einem-handelskrieg-langfristig-deutlich-mehr-zu-verlieren-als-usa-und-alliierte/

lvi https://orf.at/stories/3384181/

lvii https://de.tradingeconomics.com/russia/unemployment-rate

lviii https://de.tradingeconomics.com/russia/wage-growth

lix https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2025/bip2024/statement-bip.pdf?__blob=publicationFile

lx https://www.spiegel.de/wirtschaft/ukraine-krieg-kostete-deutschland-bislang-mehr-als-200-milliarden-euro-a-84aaa384-66e7-4758-9492-2538b5b5c16f

lxi https://overton-magazin.de/top-story/bnd-chef-kahl-ein-fruehes-kriegsende-in-der-ukraine-befaehigt-die-russen-ihre-energie-gegen-europa-einzusetzen/

lxii https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/eklat-weisses-haus-reaktionen-100.html

lxiii https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-selenskyj-104.html

lxiv https://blogs.taz.de/lostineurope/selenskyj-macht-kotau-vor-trump/

lxv https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesthemen/video-1441732.html

lxvi https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-milliarden-plan-aufruestung-100.html

lxvii https://www.zitate7.de/autor/Charles+de+Montesquieu/40.html

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

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Die Regierung will über elf Milliarden Euro für zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine bereitstellen.

Erstellt von Redaktion am 19. März 2025

Mi 19.3. 2025 – Nachrichten

Milliardenpaket für die Ukraine

Die Regierung will über elf Milliarden Euro für zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine bereitstellen.

Darüber informierte Finanzminister Kukies den Haushaltsausschuss. Für das laufende Jahr stehen demnach drei Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung.

Zudem will Kukies außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigungen über 8,252 Milliarden Euro für die Militärhilfe für die Jahre 2026 bis 2029 bewilligen.

Begründet wird dies mit der „sich kontinuierlich verschlechternden militärischen Lage in der Ukraine“.

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Beschlüsse mit dem alten Bundestag: Die geballte Dreistigkeit

Erstellt von Redaktion am 18. März 2025

Ein Artikel von: Tobias Riegel  für die NachDenkSeiten

Sowohl das Verfassungsgericht als auch die LINKE hätten laut manchen Beobachtern gegen die geballte Dreistigkeit der abgewählten Mehrheit einschreiten können – aber erwartungsgemäß wurde das unterlassen. Auch wenn es legal ist: Dass der alte Bundestag noch schnell weitreichende Änderungen beschließen will, ist eine Verhöhnung und Entwertung des selber proklamierten „Kampfes für die Demokratie“. Aber die Verantwortlichen werden mit dem Winkelzug wohl durchkommen. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

 

Nachdem an diesem Sonntag der Haushaltsausschuss des alten Bundestages dem Parlament empfohlen hat, die nötigen Grundgesetzänderungen für zusätzliche Schuldenaufnahmen zu beschließen, ist dafür nun eine Sondersitzung am Dienstag geplant, wie Medien berichten. Dieses Vorgehen ist wie weitere Aspekte rund um das Thema Bundestagswahl meiner Meinung nach skandalös. Auch wenn das Vorgehen der abgewählten Mehrheit nicht als illegal zu bezeichnen sein sollte, so ist es doch empörend.

AfD und LINKE hatten sich laut Medienberichten – getrennt voneinander – bemüht, die Sondersitzung zu blockieren, und stellten Anfang letzter Woche Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht. Auch Sevim Dagdelen vom BSW reichte einen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht ein, um das Milliardenpaket für „Verteidigung und Infrastruktur“ zu stoppen. Aber das Gericht wies am Freitag mehrere Anträge gegen die einberufenen Sondersitzungen des alten Bundestags zurück. Die Anträge seien unbegründet, so die Richter in Karlsruhe. Der Professor für Öffentliches Recht, Medien- und Telekommunikationsrecht an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Volker Boehme-Neßler, schreibt in Cicero:

„Das Bundesverfassungsgericht hat gestern die Anträge mehrerer Abgeordneter von Linken und AfD gegen die Bundestags-Sondersitzungen verworfen. Die Entscheidungen aus Karlsruhe sind respektlos – gegenüber der Verfassung und gegenüber den Bürgern.“

Zum vom Verfassungsgericht nicht gestoppten Winkelzug des alten Bundestages schreibt sogar das Redaktionsnetzwerk Deutschland:

„Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz wird nicht nur auf einer veritablen Wählertäuschung basieren, sondern auch auf einer Abkehr von bisherigen politischen Gepflogenheiten. Diese bestanden darin, nach einer Wahl mit dem alten Bundestag keine weitreichenden Beschlüsse mehr zu fassen. Wie sinnvoll das ist, zeigt sich gerade im aktuellen Fall der geplanten Grundgesetzänderung. (…) Die Mütter und Väter des Grundgesetzes würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, wie heutzutage mit ihrer damals sehr sorgsam austarierten Verfassung umgegangen wird.“

Das Verfassungsgericht und das BSW

Das Verfassungsgericht hat zusätzlich zu den Anträgen zum Thema alter Bundestag Anträge des BSW und Anderer zur Klärung von umstrittenen Wahlergebnissen abgelehnt, wie das Gericht in einer Pressemitteilung erklärt:

„Mit Beschlüssen vom heutigen Tag hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts mehrere Anträge abgelehnt, die letztlich darauf zielen, eine Neuauszählung der abgegebenen Stimmen zum 21. Deutschen Bundestag wegen vermeintlicher Auszählungsfehler noch vor der Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses zu erreichen. Die Anträge, im Einzelnen der Antrag im Organstreitverfahren der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW), die Verfassungsbeschwerde von Parteimitgliedern und Wahlberechtigten sowie die isolierten Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Vorgriff auf eine Wahlprüfungsbeschwerde von Wahlberechtigten, sind unzulässig.“

Reaktionen auf diese Entscheidung des Verfassungsgerichts finden sich in der Frankfurter Rundschau oder auf X hier oder hier.

Könnte die LINKE die Kriegskredite noch verhindern?

Zurück zur Frage der Abstimmung durch den alten Bundestag. Nach Ansicht mancher Beobachter könnten LINKE und AfD gemeinsam auf das sofortige Zusammentreten des neu gewählten Bundestages bestehen und damit dem fortgesetzten Wirken des alten Bundestags einen Riegel vorschieben. Ob sich das von Gesetzestexten so ableiten lässt, zu dieser Frage gibt es allerdings eine juristische Diskussion.

Vonseiten des BSW und der AfD gibt es nun Aufrufe an die LINKE, die Kriegskredite durch eine Abstimmung mit der AfD zu verhindern. Die LINKE hat das erwartungsgemäß abgewehrt: „Wir als Linke arbeiten weder in dieser noch in einer anderen Frage mit der verfassungsfeindlichen AfD zusammen“, erklärte LINKEN-Parlamentsgeschäftsführer Christian Görke am Sonntag laut Medien. Zudem gebe es für das Vorgehen der AfD keine Rechtsgrundlage. Gregor Gysi von der LINKEN argumentiert auf der juristischen Ebene folgendermaßen, wie er auf X geschrieben hat:

„Die Auffassung der AfD und auch des Herrn Ulrich Vosgerau, dass die neuen Abgeordneten von AfD und Linken zusammen die unverzügliche Einberufung des neuen Bundestages verlangen und erreichen können, ist schlicht und einfach juristischer Unsinn. (…)Die künftigen Abgeordneten können überhaupt keinen zulässigen Antrag an die bisherige Bundestagspräsidentin stellen, weil sie noch keine Abgeordneten im Sinne des Grundgesetzes sind. Voraussetzung ist die Konstituierung des Bundestages. Erst dann beginnen die Rechte der Abgeordneten. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass auch die Abgeordneten des neuen Bundestages die Konstituierung beschließen können. Die Regelung von einem Drittel der Abgeordneten gilt in diesem Falle aber nicht. (…).“

Der von Gysi erwähnte Rechtsanwalt Ulrich Vosgerau schreibt dagegen zu der Frage in einem längeren Beitrag auf X unter anderem:

„Unser Versuch, den verfassungsändernden Staatsstreich der noch-Mehrheit im bereits abgewählten Bundestag doch zu unterbinden, ist im Kern gar nicht unsere eigene Idee, sondern folgt unmittelbar einer Anregung des BVerfG. Wir hatten gegenüber dem BVerfG sorgfältig dargelegt, daß eine Einberufung des alten Bundestages geraume Zeit nach Konstituierung der Fraktionen des neuen Bundestages und einen Tag vor Feststellung des amtlichen Endergebnisses der Bundestagswahl (ab dem wohl auf jeden Fall der neue und nicht der alte Bundestag einzuberufen gewesen wäre!) nicht in Frage kommt, sondern, wenn schon, durch die Bundestagspräsidentin der neue Bundestag zu konstituieren gewesen wäre und sich dann auch über Vorschläge zur Verfassungsänderung hätte unterhalten können. (…).“

Auch Sahra Wagenknecht vom BSW sagte zu der Frage laut Medien, dass das Bundesverfassungsgericht in seiner Ablehnung der oben erwähnten Eilanträge noch einmal darauf hingewiesen habe: „Der neue Bundestag muss zusammentreten, wenn ein Drittel der Abgeordneten das verlangt“. Wagenknecht rief die LINKE zur Abstimmung auf, um „das größte Schulden- und Aufrüstungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik“ zu verhindern. Dafür müsse die LINKE auch gar nicht mit der AfD zusammenarbeiten. „Sie müsste der Präsidentin des Bundestages einfach nur mitteilen, dass sie die sofortige Einberufung des neuen Bundestages verlangt“, sagte Wagenknecht dem RND.

In einem aktuell kursierenden Offenen Brief an die LINKE werden die Parlamentarier dringend gebeten „den Bundestag spätestens am 18.03.2025 um 8:00 Uhr zu konstituieren und die erste Sitzung einzuberufen, um eine geplante Verfassungsänderung zu verhindern“. Sevim Dagdelen vom BSW schreibt auf X:

„Die #Linke hat die historische Chance, die #Kriegskredite für unbegrenzte Aufrüstung zu verhindern. Sie müsste nur ein Mal über das unsinnige Brandmäuerchen springen, um mit den falschen das Richtige zu machen: den neu gewählten Bundestag einzuberufen und so den Kriegsbesoffenen die rote Karte zeigen.“

In dem relevanten Artikel 39 des Grundgesetzes heißt es laut Medien: „Der Bundestag wird vorbehaltlich der nachfolgenden Bestimmungen auf vier Jahre gewählt. Seine Wahlperiode endet mit dem Zusammentritt eines neuen Bundestages.“ In Absatz 3 sei zudem geregelt: „Der Bundestag bestimmt den Schluss und den Wiederbeginn seiner Sitzungen. Der Präsident des Bundestages kann ihn früher einberufen. Er ist hierzu verpflichtet, wenn ein Drittel der Mitglieder, der Bundespräsident oder der Bundeskanzler es verlangen.“ Von insgesamt 630 Sitzen im neuen, 21. Bundestages entfallen auf AfD und Linkspartei zusammen 216 Sitze, ein Drittel liegt bei 210 Sitzen.

Delegitimierung des Staates?

Die vergangenen Tage waren geprägt vom extrem fragwürdigen Vorgehen der abgewählten Mehrheit im Bundestag. Dazu kam am Wochenende der unverblümte Jubel zahlreicher Journalisten über den „Coup“ der Grünen, die sich in den Verhandlungen zu dem Schulden-Deal „teuer verkauft“ hätten.

Es mag legal sein, mit den alten Mehrheiten noch schnell über eine weitreichende Zukunft bestimmen zu wollen. Trotzdem ist der mit zielstrebiger Entschlossenheit begangene Schritt ein Schlag ins Gesicht der Wähler und eine Verhöhnung der eigenen Floskeln zum „Kampf für die Demokratie“. Angesichts des durch das Handeln der alten Mehrheit verursachten Vertrauensverlusts bei vielen Wählern könnte man ja fast von einer versuchten Delegitimierung des Staates sprechen.

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=130303

 

Titelbild: Ryan Nash Photography / shutterstock.com

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Zum neusten Film über Bob Dylan: Eine auch persönliche Begegnung mit seinen Liedern

Erstellt von Redaktion am 8. März 2025

Von Dr. Nikolaus Götz,   Saarbrücken, 08.03.2025

Im Moment läuft auch in den deutschen Kinos der Film, „Like A Complete Unknown“ (1), ein Film, der sich der Darstellung der Debutsjahre des berühmten amerikanischen Liedermachers und Popstars Bob Dylan (2) widmet. Dieser in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts urplötzlich auf den Bühnen New Yorks auftauchende 19-jährige mit seiner Gitarre stellte die damalige Musikszene, geprägt von Elvis Presley, den vielen Rock&Rollern und/oder auch weltweit von den Beatles und den Rolling Stones musikalisch dominiert, völlig auf den Kopf. Seine klangvolle Stimme, seine Mundharmonika wie sein typisches Gitarrenspiel trugen mit dazu bei, das konservativ-spießige politische Amerika zu verändern. „The Times They Are A-changing” (deutsch: Die Zeiten ändern sich) sang er vorweg (3) und gab der revoltierenden amerikanischen Menschenrechtsbewegung durch seine vorgetrage ’Folk-Musik’ ihren ganz eigenen Erkennungsklang. Er war der Sänger und Publikumsmagnet, der neben Martin Luther King und dessen „I have a dream“ am Fuße des Kapitols 1963 die friedliche Botschaft eines „Blowin’ in the Wind“ (deutsch: Sag mir, wo die Blumen sind) mit dem „We Shall Overcome“ (deutsch: Wir werden uns endlich durchsetzen) vortrug (4).

Diese Protestlieder, medial verstärkt und urchristliche Werte ansprechend, reisten in Windeseile um die Welt und erreichten die Herzen von so vielen Menschen. So wurde „Blowin’ in the Wind“ ab diesem Zeitpunkt nicht nur zu der Erkennungsmelodie der weltweiten Friedensbewegung, sondern dieses Lied wurde und ist auch heute noch ein ’Muss’ im Standartrepertoire der „klassisch“ Musikschaffenden. Welcher Deutscher erkennt heute nicht sofort den bekannten Refrain: „Die Antwort mein Freund, weiß ganz allein der Wind…“ Heute, zu Zeiten der aktuellen Kriegshetze, der geplanten unglaublichen europäischen wie deutschen Aufrüstungsprogramme in Höhe von 800 Mrd. Euro (5), scheint deshalb dieser biographische Film über Bob Dylan gerade zum richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein, um gegen die medientransportierte „kriegerische Zeitenwende“ erneut die Vernunft des „Frieden schaffen ohne Waffen!“ zu setzen. Dabei gilt die besondere Erinnerung an Bob Dylans ’Bewältigung’ der Kuba-Krise vom Jahr 1962 mit seinem Lied: „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ (6).

Zum damaligen Zeitpunkt des Musikdebuts von Bob Dylan Anfang der 60er verbrachte ich als jugendlicher ’Pfadfinder’ an Ostern, Pfingsten oder im Sommer während den ’Großen Ferien’ meine Freizeit in den kostengünstigen Ferienlager der katholischen Kirche. Und wie viele Jugendliche spielte ich am abendlichen Lagerfeuer recht und schlecht zur Erheiterung der übrigen Teilnehmer die Klampfe. Bei den vielen, im Singkreis meiner Kameraden zur Gitarre gesungenen Volksliedern, Gospels und Songs war mir eher unbekannt, wer bei den angestimmten aktuellen Protestliedern die Komponisten waren. Dass diese „amerikanische Negermusik“ von der deutschen Erwachsenenwelt eher als verpönt gesehen und abgelehnt wurde, scherte mich kaum. Eher trotzig erlag ich der Melodie- wie Rhythmusfaszination der sogenannten ’Folkmusic’ und dabei zugleich dem singend-spielerischen Erlernen der englischen Texte. Das Lied „Blowin’ in the Wind“, so ist es in der 4ten Auflage des Liederheftes der Organisation ’Student für Europa’ nachzulesen, sei zum Symbol einer „unruhig gewordenen Jugend geworden, die sich gegen das Establishment (Ostermarschbewegung, Vietnamdemonstartionen) auflehnte“, schreiben die Autoren dieser Liedertextsammlung. (7) Doch diese politischen Zusammenhänge erschlossen sich mir als ’Knirps’ noch nicht, ebensowenig wie die Tatsache, dass ich als ’a complete unknown’ fast ausschließlich Lieder von Bob Dylan auf meiner Gitarre nachspielte.

Auch im aktuellen Film legt der jugendliche Nonkonformist Bob Dylan auf die Autorenschaft seiner bildreichen lyrischen Liedtexte zunächst eher keinen besonderen Wert. So vermischt der Gang der Zeit, das menschliche Vergessen wie das permanente Covering die wirkliche Autorenschaft der Kulturschaffenden. Erst viel später erfuhr ich beipielsweise, dass das Lied „Tambourine Man“ aus dem Jahr 1963, das ein Welterfolg für die Rockband The Byrds wurde, aus der Feder von Bob Dylan stammte. Auch sein metaphorisches Lied „It’s All Over Now, Baby Blue“ aus dem Jahr 1965 war zunächst eher nur der Einmalerfolg der irischen Rockgruppe Them (8). Dieser Hit von Bob Dylan sollte in den folgenden Jahrzehnten noch 23-mal neu vertont werden, wobei sich im Jahr 1995 auch der Frontmann von BAP Wolfgang Niedecken in der deutschsprachigen Version mit „Jeder’s manchmohl einsam, nit nur du“ versuchte (9). Auch die Liedballade „Knocking on Heavens Door”, die von der Rockband ’Guns N’ Roses’ echt gekonnt 1990 neu realisiert wurde, ist eine gecoverte Liedversion, die Bob Dylan im Jahr 1973 veröffentlicht hatte (10).

Von “Blowin’ in the Wind” lieferte im Jahr 1964 Richard Anthony eine französische Textversion des ’Chansons’ als „Ecoute dans le vent“ (11) womit bei den zahlreichen deutsch-französischen Feriencamps entlang der Küste am französischen Atlantik dieses Protestlied in meinem Repertoire nicht mehr fehlte. Erst später gab auch der deutsche Friedensaktivist und bekannte Chansonnier Reinard Mey 2015 (?) eine weitere französische Version des Liedes heraus mit: „Que sont devenues les fleurs“ (12).

Doch zurück zum Film: Die Filmhandlung ist schnell erzählt, da der Film, wie schon erwähnt, nur die Anfangsjahre der Musikkarriere von Bob Dylan aufzeigt. Grund der Anreise von Bob Dylan nach New York im Jahr 1960 ist der Musiker Woody Guthrie, der amerikaweit bekannt war für sein „spirituelles“ Lied (13) „This Land Is Your land“ (Dieses Land ist Dein Land). Ihn besucht Bob Dylan im Krankenhaus, wobei es zur ersten, auch musikalischen Begegnung unseres Filmhelden mit Pete Seeger kommt.

Typisch für die aktuelle Hollywoodverfilmung erscheint, dass der Filmheld Bob, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, als Liebhaber von zumindest zwei Lebenspartnerinnen gezeigt wird. Während unser zunächst noch unbekannter Star ohne feste Bleibe in New York in der Wohnung bei seiner Zufallsbekanntschaft, der im Film so genannten Silvie Russo, ein Domizil findet, verliert er sein Herz alsbald an seine ihn umgarnende Gesangspartnerin Joan Baez. Sie ermöglicht Bob Dylan, wie auch durch Hilfe des ihm schon bekannten Folkmusikers Pete Seeger, zu dem Karrieresprung, der ihn zu den Managern der Plattenfirmen bringt und nach dem Tingeln durch die unterschiedlichen Musikkneipen von New York alsbald zu den ersten Popfestivals und dann Tourneen durch ganz Amerika mit überfüllten Konzertsälen. Doch auf ’Herz’ reimt sich ’Schmerz’. Deshalb werden zwischenmenschlichen Konflike im Leben des jungen Musikers und Popstars im Film nicht ausgespart und das Publikum applaudiert laut, als Bob Dylan und Joan Baez gemeinsam auf der Bühne von Newport 1964 musikalisch ihre Trennung mit dem Lied in den Worten zelebrieren:„ I’m not the one you want, babe, I’m not the one you need…No, no, no, it ain’t me, babe“ (14). Damit endet der Film, wobei sich Bob Dylan auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Folk-Musiker befindet und auch als Idol der amerikanischen Friedens- wie Menschrechtsbewegung gesehen wird.

Anmerkungen:

1 deutsch: Wie ein komplett Unbekannter; zum aktuellen Film siehe auch: wikipedia.org/wiki/Like_A_Complete_Unknown; wie mitgeteilt, wurde der Film auf der Grundlage des Buches von Elijah Wald: Dylan goes electric!“ (siehe: amazon.de/s?k=elijah+wald+dylan&adgrpid) verfilmt. Zu der schöpferischen Produktion von Bob Dylan siehe auch: wikipedia.org/wiki/Bob_Dylan_discography. Der Titel des aktuellen Filmes scheint eine Zeile des Refrains von „Like a rolling stone’ zu sein.

2 Bob Dylan hieß eigentlich Robert Allen Zimmermann.

3 Die Aufnahme dieses Liedes erfolgte 1963 Siehe auch : wikipedia.org/wiki/The_Times_ They_Are_a_Changin

4 Auf dem Höhepunkt der amerikanischen Freiheitsbewegung versammelten sich am 28. August 1963 friedlich am Fuße des Capitols in Waschington etwa 250 000 Menschen. Martin Luther King hielt dort seine berühmte Rede: „I have a dream“ (deutsch: Ich habe einen Traum); siehe auch: wikipedia.org/wiki/Marsch_auf_Washington_für_Arbeit_und_Freiheit; Bob Dylan sang dort gemeinsam mit Joan Baez und noch anderen Musikern neben „When the ship comes in“ wohl auch auch das Lied: „Blowing in the wind“ aus dem Jahr 1963; siehe: wikipedia.org/wiki/Blowin’_in_the_Wind. Zur Autorenschaft siehe: wikipedia.org/wiki/ The_Freewheelin’_Bob_Dylan

Max Colpet übertrug den Text unter dem Titel „Sag mir, wo die Blumen sind“ in die deutsche Sprache. 1962 sang Marlene Dietrich das Lied erstmals; siehe auch wikipedia.org/wiki/Where_Have_All_the_Flowers_Gone

5 Die Präsidentin der EU-Kommission Frau von der Lesyen verkündete stolz diese Höhe der Kriegsinvestionen: siehe ZDF vom 7. 3. 2025; siehe auch: tagesschau.de/ausland/europa/eu-finanzierung-aufruestung-perspektiven-100.html. Die ’Deutsche Friedensbewegung’ ruft zum Protest gegen diese Rüstungsprogramm am 29.3. 2025 nach Wiesbaden auf.

6 Siehe auch: wikipedia.org/wiki/A_Hard_Rain’s_a-Gonna_Fall

7 Siehe das Liederheft von ’Student für Europa’, Bad Soden 1977, S. 60.

8 wikipedia.org/wiki/It’s_All_Over_Now,_Baby_Blue

9 Wolfgang Niedecken hat mehrere der Liedtexte von Bob Dylan für seine eigenen Lieder verarbeitet: siehe:wikipedia.org/wiki/Liste_der_Lieder_von_Wolfgang_Niedecken_und_BAP

10 .wikipedia.org/wiki/Knockin’_on_Heaven’s_Door

11 Der englische Text von Bob Dylan wurde von Pierre Dorsey ins Französische übertragen. Siehe: bide-et-musique.com/song/18866.html; es folgte 1963 mit Dalida eine weitere Version; siehe: wikipedia.org/wiki/Dalida

12 Reinhard Mey veröffentlichte seine französische Liedversion im Jahr (2015????)

13 Siehe die Benennung des Liedes im frei kopierten ’Songbuch der Katholsch-Studierenden Jugend’: Neue geistliche Lieder im Teil : „Spirituals & Nordamerikanisches“

14 Siehe den gemeinsamen Auftritt von Bob Dylan und Joan Baez: It’aint me, babe, dt.: „Ich bin es nicht, Baby“ aus dem Jahr 1964.

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Söder fordert Zigtausende Waffen

Erstellt von Redaktion am 1. März 2025

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Als Reaktion auf die neue internationale Sicherheitslage fordert Markus Söder eine massive Aufrüstung der Bundeswehr.

„Die Bundeswehr braucht eine Vollausstattung. Dazu gehören

eine Drohnen-Armee mit 100.000 Drohnen, 800 neue Panzer sowie 2000 Patriots und 1000 Taurus nur für Deutschland als ein Schutzschild in der Art des „Iron Dome““,

sagte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef.

Die Taurus-Marschflugkörper seien die wichtigste Präzisionswaffe“, über die Deutschland verfüge, sagte Söder.

Quelle: ntv text Sa 1.3. 22:54:13

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Die Wahlschlappe des BSW – ein politisches Desaster

Erstellt von Redaktion am 24. Februar 2025

24. Februar 2025 um 11:40

Ein Artikel von Rainer Balcerowiak für die NachDenkSeiten

Das BSW hat den Einzug den Bundestag knapp verpasst. Wie konnte das passieren? Schließlich hatte die noch sehr junge Partei – die Gründung erfolgte am 8. Januar 2024 – einiges vorzuweisen. Mit der Gründerin und Namensgeberin Sahra Wagenknecht stand eine Politikerin an der Spitze, die weit über die klassischen linken Milieus hinaus Anerkennung und Unterstützung erfuhr, wie entsprechende Rankings in steter Regelmäßigkeit zeigten. Mit ihrem „Markenkern“ – der eindeutigen Positionierung gegen die weitere Befeuerung des Kriegs in der Ukraine und der Einforderung diplomatischer Initiativen sowie Ablehnung weiterer Aufrüstung – besetzte das BSW eine Repräsentationslücke im deutschen Parteiengefüge, da diese Positionen von relevanten Teilen der Bevölkerung unterstützt werden.

Von Rainer Balcerowiak.

Das gilt auch für die von Anfang an vertretene Forderung nach einer strengen Regulierung der Migration sowie die – anfangs recht schwammige – Formulierung sozialer Grundforderungen in Bereichen wie Rente, Bildung, Wohnen und Lohnniveau. Dazu kamen Festlegungen auf eine mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik, die Forderung nach umfangreicher Aufarbeitung der Corona-Politik und für eine Klimaschutzpolitik, die soziale und wirtschaftliche Fragen nicht ausklammert, sondern in den Mittelpunkt stellt.

Organisatorisch erfolgte der Aufbau des BSW nach dem Prinzip einer Kaderpartei. Die Mitgliederaufnahme erfolgte – aus guten Gründen – äußerst restriktiv und streng hierarchisch organisiert. Alle diesbezüglichen Entscheidungen lagen in der Hand des inneren Führungszirkels auf Bundesebene. Das erschwerte den möglichst schnellen Aufbau einer flächendeckenden Präsenz und entsprechender Strukturen stark. Etliche tausend beitrittswillige Unterstützer wurden in eine Art Warteschleife gesteckt, viele auch direkt abgelehnt.

Dennoch gelang es der neuen Partei recht schnell, sich im Bewusstsein vieler Menschen als neue, relevante politische Kraft zu etablieren. Auch die mediale Präsenz war enorm, wobei die Konstituierung der zehn aus der alten Linksfraktion ausgetretenen Bundestagsabgeordneten als parlamentarische Gruppe BSW im Bundestag eine wichtige Rolle spielte. Alles blieb allerdings, auch bei der medialen Rezeption, auf Sahra Wagenknecht fixiert, die in der Doppelfunktion als Fraktions- und Parteivorsitzende agierte. Außer ihr wurde lediglich die Ko-Vorsitzende Amira Mohammed Ali als „Gesicht“ der Partei in relevantem Umfang kenntlich.

Erfolgreiche Testläufe bei EU-Wahlen und in drei Bundesländern

Erster großer Testlauf der neuen Partei sollte die Wahl zum EU-Parlament am 8. Juni 2024 sein. Für die wurde mit Fabio de Masi ein weiteres Schwergewicht gewonnen und als Spitzenkandidat ins Rennen geschickt. Denn auch de Masi hatte sich in seiner Rolle als Korruptionsbekämpfer – vor allem in Sachen Cum-Ex-Betrug und Wirecard – Bekanntheit und Anerkennung weit über die üblichen „Blasen“ hinaus erarbeitet.

Der Testlauf wurde trotz erheblicher organisatorischer Defizite – zu diesem Zeitpunkt hatte die Partei nur 650 Mitglieder und vier Landesverbände – mit Bravour bewältigt. Quasi aus dem Stand erreichte das BSW bei den EU-Wahlen 6,2 Prozent der Stimmen und somit sechs Sitze im EU-Parlament. Die LINKE erreichte lediglich 2,7 Prozent und drei Sitze. Dabei hatte man sich dort mit der Spitzenkandidatin Carola Rackete als bekannter Seenotretterin und Klimaaktivistin die Erschließung ganz neuer Wählerschichten versprochen. Ein fataler Fehlgriff, denn wenig später positionierte sich Rackete bei einer ihrer ersten Abstimmungen im EU-Parlament als Unterstützerin der schnellen Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine.

Die nächste große Herausforderung für das BSW waren die für September 2024 angesetzten Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, die am 1. und am 22. September 2024 stattfanden. Unter hohem Zeitdruck mussten Landesverbände gegründet und Wahllisten aufgestellt werden. Trotz der weiterhin bestehenden Defizite – der Landesverband Brandenburg hatte gerade mal 36 Mitglieder – konnte die Partei den im Osten besonders stark verbreiteten Überdruss gegenüber den „Altparteien“ (inklusive der Linken) für einen äußerst erfolgreichen Wahlkampf nutzen, bei dem die Kriegsfrage eine zentrale Rolle spielte. In Thüringen erreichte sie 15,8 Prozent, in Brandenburg 13,5 Prozent und in Sachsen 11,8 Prozent.

In allen drei Ländern wurde das BSW die jeweils drittstärkste Partei, und in allen drei Ländern kam es schnell zu Sondierungen und später Verhandlungen über die Bildung von Koalitionsregierungen – mit unterschiedlichen Verläufen und Ergebnissen. In Brandenburg recht geräuschlos und erfolgreich mit der SPD, in Sachsen scheiterten die Verhandlungen vor allem aufgrund des vom BSW in allen Ländern eingeforderten Bekenntnisses künftiger Landesregierungen zu diplomatischen Lösungen im Ukraine-Krieg, und in Thüringen gab es erstmals einen handfesten Krach zwischen der BSW-Bundesspitze und einem Landesverband, dessen Frontfrau Katja Wolf offenbar bereit war, auf eine entsprechende Präambel in einem Koalitionsvertrag mit CDU und SPD zu verzichten, um eine gemeinsame Regierungsbildung zu ermöglichen. Zeitweilig wurde dem Landesverband sogar mit dessen Auflösung gedroht. Doch irgendwie hat man diese Kuh dann vom Eis bekommen und einen für alle beteiligten Seiten einigermaßen gesichtswahrenden Kompromiss gezimmert, und so ist auch diese Koalition inzwischen im Amt.

Nun wollte sich das BSW auf die eigentlich zentrale Herausforderung konzentrieren: die für September 2025 angesetzten Bundestagswahlen. Vom Scheitern der Ampel-Regierung und der Ansetzung vorgezogener Neuwahlen für den 23. Februar wurde die Partei dann kalt erwischt. Fast noch gravierender war allerdings, dass sich auch die politische Großwetterlage deutlich verschoben hatte. Der wichtigste Markenkern des BSW (Krieg und Aufrüstung) rückte medial und damit auch in der Prioritätenliste der meisten Wähler deutlich in den Hintergrund, während er bei den EU-Wahlen und den ostdeutschen Landtagswahlen noch eine große Rolle spielte. Man schaffte es nicht, dieses Thema vor allem außerparlamentarisch konsequent und über die eigene Blase hinaus öffentlich präsent zu halten.

Migration als beherrschendes Wahlkampfthema

Stattdessen sorgte eine ganze Kette von monströsen Gewalttaten, die von teilweise ausreisepflichtigen oder nur geduldeten Flüchtlingen begangen wurden, dafür, dass das Thema Migration bzw. deren deutliche Begrenzung zum alles beherrschenden Thema wurde. Befeuert wurde dieser Diskurs vor allem von der beständig stärker werdenden AfD, die die anderen Parteien dabei genüsslich vor sich hertreiben konnte, was dazu führte, dass diese zunehmend auf alte Forderungen der AfD, etwa Zurückweisungen an Grenzen, mehr und schnellere Abschiebungen auch in Länder wie Syrien und Afghanistan, Absenkung der Versorgungsleistungen für Flüchtlinge u.a.m., eingingen. Ein Kurs, den auch das BSW verfolgte.

Allerdings gibt es für das BSW beim Thema Migration wohl keinen Blumentopf zu gewinnen. Verfechter eines richtig harten Kurses wählen da erfahrungsgemäß eher das Original als die Kopie. Und das merkwürdige Agieren im Bundestag bei den Abstimmungen über zwei von der AfD unterstützte Entschließungsanträge und einen Gesetzesentwurf der CDU hat dem BSW extrem geschadet und war zudem vollkommen überflüssig. Wagenknecht selbst hatte ja in ihrer Debattenrede zu diesen Anträgen dargelegt, dass das Ganze eine Propagandashow sei, weil weder die vorgelegten Entschließungsanträge noch der Gesetzesentwurf absehbar in konkrete Politik umgesetzt werden könnten. Folgerichtig wäre dann gewesen, als BSW-Gruppe an der Abstimmung nicht teilzunehmen und dennoch deutlich zu machen, dass man für eine schärfere Regulierung der Migration eintritt. Stattdessen hat man dem Gesetzentwurf – zusammen mit der AfD – zugestimmt, und bei den beiden Entschließungen ein Mal mit Nein gestimmt und sich ein Mal enthalten. Was vermutlich niemand außer die Konstrukteure dieser „Strategie“ verstanden hat.

Es war erwartbar, dass dieses Bundestagsspektakel zu einem kräftigen Revival „antifaschistischer“ Großdemonstrationen führen wird, auf denen vor allem die Gefahr einer mit „Faschisten“ kooperierenden CDU beschworen und das BSW auch entsprechend angeschossen würde. Und genau auf dieser Welle des gefühligen, weitgehend unpolitischen „Antifaschismus“, konnte die LINKE in der Schlussphase des Wahlkampfes wunderbar mitreiten, der Schulterschluss mit Anhängern der Kriegstreiberparteien SPD und Grüne war dabei kein Problem, da die LINKE in der Kriegsfrage recht indifferent blieb. Darauf war das BSW offensichtlich nicht vorbereitet. Das verwundert, denn das hätte man aus der „Aufstehen“-Zeit und der riesigen „Unteilbar“-Demo samt danach einsetzenden Kampagnen gegen „Aufstehen“ eigentlich lernen können.

Schwacher Wahlkampf und Unmut bei der Basis

Doch die offensichtliche Schwäche des BSW in der letzten Phase des Wahlkampfes hat noch weitere Ursachen. Das BSW hat die ganze Gruppe der Erst- und Jungwähler überhaupt nicht erreicht und hatte offensichtlich auch keinen Plan, wie das gehen könnte. Die LINKE und ihre Pop-Ikone Heidi Reichinnek sind jetzt Rock’n’ Roll, und das BSW kommt da vergleichsweise rüber wie die mahnenden Onkel und Tanten, die irgendwann nur noch nerven. Bei Erstwählern ist die LINKE laut Nachwahlbefragungen mit 27 Prozent mit Abstand stärkste Partei. Und bei Sahra Wagenknechts groß plakatierter Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor verloren sich am Donnerstag ein paar hundert Leute, während sich einen Tag später riesige Schlangen vor dem Kosmos-Kino bildeten, um noch irgendeinen Platz bei der hippen Abschlusssause der Linken zu ergattern.

Auch in der Partei knirscht es. Die selektive „Kaderpolitik“ war sicherlich notwendig, hat sich aber auch in Bezug auf die Organisation eines Bundestagswahlkampfs als deutlicher Nachteil erwiesen. Zumal die Strahlkraft der Partei-Ikone Sahra Wagenknecht sich allmählich verbraucht und verblasst. Auch die Euphorie-Welle, die das BSW nach der Gründung erfolgreich durch den EU-Wahlkampf und die Landtagswahlen trug, ist längst abgeebbt. Außerdem konnte nicht verhindert werden, dass sich in einigen Landesverbänden schnell regelrechte Karrierenetzwerke bildeten (oftmals Ex-Linke), die überhaupt kein Interesse daran haben konnten, dass die Partei sich breiter aufstellt. Hinter den Kulissen wurde heftig um gute Listenplätze gerungen, aber selbst wenn man damit nicht erfolgreich war, hatte man als Mitglied sehr gute Aussichten, nach den Wahlen einen gut dotierten Job im Parlaments- oder Parteiapparat zu ergattern. Parallel dazu wuchs unter vielen Unterstützern der Frust über diesen „closed shop“, was dann auch entsprechend medial ausgeschlachtet wurde.

Absehbar ist, dass es jetzt Absetzbewegungen in Teilen der Mitgliedschaft geben wird, verbunden mit allerlei schmutziger Wäsche und wüster „Kritik“ am Agieren der Führung. Für die, die relativ offen auf schnelle Karriere nach der Wahl gesetzt hatten, ist da schließlich erst einmal nichts mehr zu holen, und so manch „geläutertes“ BSW-Mitglied wird wohl bald woanders anklopfen. Von Seiten der BSW-Führung wird man die Wahlschlappe nun auch auf den massiven, manipulativen Anti-BSW-Kurs der großen Medien schieben. Da ist sicherlich was dran, aber es ist viel zu kurz gegriffen, um das schlechte Ergebnis umfänglich zu erklären.

Ob das BSW noch eine Zukunft hat, ist nicht abschließend zu beurteilen. Man will weitermachen und 2029 in den Bundestag einziehen. Aber der bisherige Führungsapparat ist zu großen Teilen mit parlamentarischen und anderen institutionellen Strukturen politisch sozialisiert und fernab von Bewegungspolitik. Unklar ist auch, ob Wagenknecht weiterhin als Frontfigur des BSW agieren will. Politisch ist das alles ein Desaster. Der Versuch, die real existierende Repräsentationslücke im Parteiensystem mit einer spannenden Mischung aus konsequenter Friedens-, konservativ-liberaler Gesellschafts- und linkssozialdemokratischer Sozialpolitik zu besetzen, ist zunächst gescheitert. Das wird den Vormarsch der AfD weiter beschleunigen. Und vor allem wird im Bundestag eine Stimme fehlen, die sich ohne Wenn und Aber der Politik der „Kriegstüchtigkeit“ widersetzt. Keine erfreulichen Aussichten.

Titelbild: Shutterstock / Gorloff-KV

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BSW Wahlen

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=129254

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Ohne Tamtam Reaktionär – militaristischer Staatsumbau

Erstellt von Redaktion am 21. Februar 2025

 

Von Arnold Schölzel von der Jungen Welt

Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Bewaffnete Grenadiere im Ausrüstungszustand (Munster, 11.7.2022)

Populär war die Bundeswehr nie, hatte aber im Kalten Krieg keine besonderen Probleme, ein gewaltiges Kontingent zu rekrutieren – bis zu 500.000 Soldaten. Der Niederlagenschock von 1945 saß selbst in Westdeutschland tief, hinderte aber nicht, den nächsten Feldzug Richtung Osten munter zu planen. Schließlich sollte es um die Befreiung vom kommunistischen Joch gehen. Spiegel-Gründer Rudolf Augstein brachte die Dialektik von Schlottern vorm Russen und Mobilisierung gegen ihn in einem lichten Moment 1960 so auf den Punkt: »Die neue Armee wurde nicht gegründet, um den Bonner Staat zu schützen, sondern der neue Staat wurde gegründet, um eine Armee gegen die Sowjets ins Feld zu stellen – mag diese Ratio den Paten im In- und Ausland auch nicht voll bewusst gewesen sein.« Als die Sowjets verschwanden, blieb die Armee aber, und bereits am 30. Januar 1991 kündigte Bundeskanzler Helmut Kohl im Bundestag an: »Es gibt für uns Deutsche keine Nische in der Weltpolitik.« Er ließ das Stichwort »Verantwortung« folgen, mit dem 2013 in einem Strategiepapier der Bundesregierung eine »neue Macht« angekündigt wurde.

Die Dämonisierung Russlands war damit 100 Jahre lang Konstante deutscher imperialistischer Politik. 1914 kalkulierten mit ihr Generalstab und SPD-Führung, später Faschisten, nach 1945 wurde sie BRD-Staatsräson. Konrad Adenauer: »Asien steht an der Elbe.« Die Russenhasswelle, die erneut seit mehr als zehn Jahren durchs Land schwappt, ist ein Indikator für den dritten Anlaufversuch zur Weltmacht wie auch für den neuerlichen reaktionär-militaristischen Umbau von Staat und Armee.

Deren Kriegsertüchtigung geht im Vergleich zum Geblaff des Ministers Pistorius allerdings behutsam vor sich. So gibt es seit einem Jahr den »Operationsplan Deutschland« (Oplan Deu), der aber geheim blieb. Das am 30. Januar veröffentlichte »Grünbuch Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) 4.0« kann zwar nachgelesen werden, nur wurde außer in jW kaum darüber berichtet. Am 7. Februar meldet dpa, sonst fast niemand, die Ernennung von Generalmajor Andreas Henne zum Kommandeur der Division Heimatschutz, die als vierte Division des Heeres aus Reservisten und aktiven Soldaten Mitte März in Dienst gestellt werden soll. Die Devise lautet: kein großes Tamtam. Das Muster lieferte Hennes Vorgesetzter André Bodemann, zuständig für den Oplan Deu, am 17. Januar im Bayerischen Rundfunk ab: »Wir befinden uns formaljuristisch nicht im Krieg, aber nach meiner Auffassung auch schon lange nicht mehr im Frieden, weil ­wir jeden Tag hybriden Bedrohungen ausgesetzt sind.« Die militärische Ingriffnahme von Unternehmen, Gesundheits- und Verkehrswesen begleiten die Kommandeure vorläufig mit Raunen und Wispern. Friedrich Merz sprach dagegen mit seinem Festhalten an der »Taurus«-Lieferung nach Kiew fast Klartext: Das Geschoss bedeutet Angriff.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/493765.ohne-tamtam.html

Aus: Ausgabe vom 11.02.2025, Seite 8 / Ansichten Kommentar

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…. helft damit, das Bündnis Sahra Wagenknecht auch im Netz zu stärken und unsere Beiträge viral gehen zu lassen. .

Erstellt von Redaktion am 11. Februar 2025

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Linke meldet Mitgliederrekord

Erstellt von Redaktion am 11. Februar 2025

Die Linke verzeichnet nach einer beispiellosen Eintrittswelle in den vergangenen Wochen

81.200 Mitglieder nach Parteiangaben so viele wie nie zuvor seit ihrer Gründung 2007.

Allein seit der gemeinsamen Abstimmung von Union, FDP und AfD am 29. Januar

seien 17.470 neue Mitglieder dazu gekommen, sagte ein Parteisprecher.

Seit Jahresbeginn seien es knapp 23.500 gewesen.

Die Parteispitze sieht als Gründe für die Eintrittswelle die Mobilisierung der Linken im Wahlkampf, aber auch die Sorge vor einem Rechtsruck.

Quelle: 108.00 108 ntv text Di 11.2. 14:52:58

4:52:58

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Die BSW-Gruppe Tempelhof-Schöneberg hat in der Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag gegen Werbung für die Bundeswehr bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) eingebracht:

Erstellt von Redaktion am 10. Februar 2025

 

Dem Bezirksamt wird empfohlen,

sich nach dem Vorbild Zwickaus gegenüber der Berliner Senatsverwaltung

für ein Werbeverbot für die Bundeswehr an BVG-Haltestellen sowie

der BVG-Fahrzeugflotte einzusetzen.

Bestehende Werbeverträge

sollen nicht verlängert bzw. vorzeitig gekündigt werden.

Darüber hinaus soll es für die Bundeswehr nicht mehr erlaubt sein,

auf öffentlichen Veranstaltungen

des Landes Berlin und der Bezirksämter Werbung zu machen.

Auf Bundeswehr-Werbung

an öffentlichen Liegenschaften soll ebenso verzichtet werden.

Begründung:

In einer Zeit, in der die herrschende Politik die Gesellschaft auf Krieg einschwört und den Verteidigungsauftrag der Bundeswehr (Art. 87a GG)

in den Hintergrund drängt, dient Bundeswehr-Werbung nicht dem Friedenserhalt, sondern der Kriegsertüchtigung.

Die Menschen zum Krieg zu verführen,

ist aber nicht im Sinne einer friedlichen Gesellschaft, sondern

nur im Sinne derer, die den Frieden lediglich auf Friedhöfen suchen.

Berlin trägt den Titel »Stadt des Friedens« und Tempelhof-Schöneberg

gehört dem Netzwerk »Mayors for Peace« an.

Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung,

sich der werbewirksamen Rekrutierung insbesondere

junger Menschen für den Kriegsdienst entgegenzustellen.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/493767.offener-brief-an-ministerkomitee-des-europarats-f%C3%BCr-freiheit-von-abdullah-%C3%B6calan.html

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Zwickau will keine Straßenbahn in Tarnfarben – ein Schritt, der Respekt verdient

Erstellt von Redaktion am 5. Februar 2025

04. Februar 2025 um 13:00 Ein Artikel von Marcus Klöckner von den NachDenkSeiten

Auf Antrag von Wagenknecht-Partei: Erste Stadt beschließt Werbeverbot für Bundeswehr“ – so lautet eine aktuelle Schlagzeile der Bild-Zeitung.

Endlich! Mal eine positive Nachricht.

Während die Kriegstreiberei immer weiter geht, stellt die Stadt Zwickau ein unmissverständliches Stoppschild auf. Das gilt zumindest für Werbung auf städtischen Fahrzeugen. Das ist vorbildlich. Hoffentlich folgen dem viele weitere Städte, Gemeinden und Kommunen. Denn die Werbung der Bundeswehr, breit platziert im öffentlichen Raum, zielt auf die Söhne und Töchter der Stadt. Und was das in letzter Konsequenz bedeuten kann, sehen wir in der Ukraine. Tote, verstümmelte und schwer traumatisierte junge Menschen. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Wie lässt sich der allgemeinen Kriegstreiber entgegentreten? Die Stadt Zwickau macht es vor. Dort fährt seit Oktober eine Straßenbahn in Tarnfarben durch die Stadt. Darauf zu sehen: Die Nummer für das, was die Bundeswehr als „Karriereberatung“ verstanden wissen möchte. Mit anderen Worten: Die Bundeswehr ruft! Sie braucht Soldaten und Soldatinnen. Warum und wofür, das sollte mittlerweile jedem Bundesbürger klar sein. „Kriegstüchtigkeit“ – so lautet das politische Großvorhaben, das von höchster deutscher Stelle abgesegnet und umgesetzt werden soll. Immer wieder veröffentlichen Nutzer sozialer Medien Fotos von Bundeswehrwerbung in der Öffentlichkeit. Immer tiefer gräbt sich so das Militärische in das Bewusstsein der Bevölkerung.

Die Bundeswehrwerbung hat auf der einen Seite das Ziel, Nachwuchs zu rekrutieren, um den, wie es mittlerweile militärisch in den Medien verbreitet wird, „Aufwuchs“ der Truppe zu sichern. Aber auf der psychologischen Ebene schleift sich über diese Werbung, die oft in Tarnfarben gehalten ist und Soldaten in Kampfmontur oder Uniform zeigt, der „Moment des Militärischen“ in die öffentliche Aufmerksamkeit. Eine regelrechte Konditionierung hin auf das Soldatentum, das Militärische, den Krieg ist spürbar.

Wie lange wollen sich die Bürger noch gefallen lassen, dass sie mit einer Werbung konfrontiert werden, die im Zeichen der sogenannten „Zeitenwende“ steht? Wie lange will sich die Öffentlichkeit noch gefallen lassen, dass die Söhne und Töchter ihrer Stadt in ihrer kindlichen und jugendlichen Naivität von einer Politik belästigt wird, die Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit zum Ziel hat? Wie lange wollen die Bürger noch hinnehmen, dass die Bundeswehr eben nicht in die Mitte der Gesellschaft, sondern an den Rand gehört? Denn: Landesverteidigung – auch wenn man diese Aufgabe als Bürger sicherlich respektieren kann – hat unter einer verantwortungsvollen Politik am Rande und nicht im Zentrum zu stehen. Eine Politik, die die Landesverteidigung in die Mitte der Gesellschaft rückt, hat längst den Krieg im Kopf. Aber wer von Kriegstüchtigkeit spricht – auch wenn er noch 1000 Mal sagt, Kriegstüchtigkeit werde nur angestrebt, um keinen Krieg führen zu müssen –, hat längst die so dringend benötigte tragfähige Diplomatie aus den Augen verloren.

In Zwickau passiert nun etwas wirklich Bemerkenswertes. In einer Zeit, in der zu viele auf den Zug der Kriegstüchtigkeit aufgesprungen sind, in der die Politik der Gesellschaft längst vollendete Tatsachen vor die Füße wirft, sagt Zwickau: Es reicht! „Mit 24 Ja-Stimmen gegen 16 Mal Nein (vier Enthaltungen) hat der Stadtrat ein Werbeverbot für die Bundeswehr auf allen städtischen Liegenschaften, Veranstaltungen und Fahrzeugen von kommunalen Unternehmen untersagt“, berichtet wörtlich die Bildzeitung. So sieht eine Politik aus, die ich als Bürger respektieren kann. „In Zwickau ist der Wunsch nach Frieden fest verankert“, sagt Bernd Rudolph, Vorsitzender der BSW-Fraktion im Zwickauer Stadtrat, in einem aktuellen Interview mit dem Overton-Magazin. Darin verdeutlicht er, dass Deutschland nicht kriegstüchtig, sondern „friedenstüchtig“ werden müsse. Allerdings räumt er auch mit einem Missverständnis auf: Bundeswehrwerbung ist nicht im Allgemeinen in Zwickau verboten.

Wir wollen und können doch nicht die Werbung generell unterbinden“, sagt Rudolph und merkt an: „Die Armee braucht Nachwuchs und soll auch um Rekruten werben. Aber die Stadtverwaltung soll sich in der Frage heraushalten.“ Das wiederum ist eine für ein BSW-Mitglied verstörende Aussage. Die Politik würde der Gesellschaft schließlich einen großen Dienst erweisen, wenn zumindest in Zeiten, in denen Kriegstüchtigkeit die Marschrichtung ist, Bundeswehrwerbung generell in einer Stadtöffentlichkeit unterbunden wäre. Und: Wieso „braucht“ die Bundeswehr Nachwuchs? Wofür? Diese Einlassungen klingen wiederum im negativsten Sinne nach Politik: hüh und hott.

Aber noch etwas: Dass öffentliche Verkehrsmittel mit Bundeswehrwerbung versehen sind, kommt nicht nur in Zwickau vor. Auch in München ist eine „Bundeswehrtram“ zu sehen. Dort haben drei mutige Trambahnfahrer Zivilcourage unter Beweis gestellt. „Heute, am 31. Januar um 10 Uhr haben drei Trambahnfahrer der MVG ihrem Arbeitgeber ein Schreiben übergeben, in dem Sie mitteilen, dass sie das Fahren der ´Bundeswehrtram´ nicht länger mit ihrem Gewissen vereinbaren können“, heißt es auf der Seite Change.org.

Nachdem die innerbetriebliche Diskussion und der Versuch, die MVG durch Argumente zu überzeugen, mit ihrer Infrastruktur nicht länger Werbung für das ´Geschäft des Tötens´ zu machen, gescheitert sind, haben sich die drei Trambahnfahrer jetzt zu diesem Schritt entschieden”, ist auf der Internetseite zu lesen. „Wir verweigern das Fahren der Bundeswehrtram und wir hoffen, dass sich noch viele Trambahnfahrer*innen der MVG in München anschließen und das Beispiel Schule macht – auch über die Münchener Stadtgrenzen hinaus. Wir bleiben dabei: Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter, Transportarbeiter transportieren kein Militärgerät – und Trambahnfahrer fahren keine Bundeswehrtram“, lautet die Erklärung der Trambahnfahrer.

Sowohl das individuelle Verhalten dieser Trambahnfahrer, aber auch die Entscheidung der Stadt Zwickau zeigen: Es ist möglich, sich dem Geist der Zeitenwende entgegenzustellen. Sehr gut. Bitte mehr davon.

Titelbild: Lupus in Saxonia/wikimedia/CC0 1.0

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=128238

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BSW-Chefin: Wagenknecht knüpft Zukunft  an Wahl 

Erstellt von Redaktion am 5. Februar 2025

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht knüpft ihr politisches Schicksal an den Einzug ihrer Partei in den nächsten Bundestag. 

„Wer nicht im Bundestag ist, ist in der deutschen Politik kein relevanter Faktor mehr“, betonte sie.           

Die BSW-Spitze legte einen Fünf-Punkte Plan zur Senkung von Steuern, Abgaben,  Mieten und Lebenshaltungskosten vor 

mit dem Versprechen, Bürger im Fall eines Wahlerfolges durchschnittlich um 100  Euro monatlich zu entlasten. 

Damit will sie nach der Dauerdebatte über Migration ein anderes Thema setzen.   

Quelle: 134   ZDFtext   Mi 05.02.25   11:18:55  

https://teletext.zdf.de/teletext/zdf/ – 05.02.2025

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Recherchen für das Saarland – ab Februar beziehen die 51 Saar-Abgeordneten ein Grundeinkommen von 103.320 Euro im Jahr. www.saarlandinside.de –

Erstellt von Redaktion am 5. Februar 2025

www.saarlandinside.de

Recherchen für das Saarland

Liebe Leserin, lieber Leser,

ab Februar beziehen die 51 Saar-Abgeordneten ein Grundeinkommen von 103.320 Euro im Jahr. Die Erhöhung liegt auf dem Niveau der allgemeinen Gehaltsentwicklung der letzten Jahre. Für einen in Vollzeit arbeitenden Mandatsträger sind „Entschädigung“ und „Aufwandsentschädigung“ (so heißen Gehalt und Kostenpauschale) sicherlich angemessen.

Nur vier der 51 Landtagsmitglieder begnügen sich mit diesem Einkommen. Alle anderen kassieren teils beträchtliche Nebeneinkünfte aus
◆ Zweitberuf,
◆ Sonderzulagen, die als verfassungswidrig gelten,
◆ Aufsichtsräten und
◆ Kommunalpolitik.

Ich habe für alle Abgeordneten die Einkommen aus Nebenjobs recherchiert. Hier meine Auflistung, welcher Abgeordnete aus welcher Nebentätigkeit wie viel Einkommen bezieht. Dadurch werden auch finanzielle Abhängigkeiten transparent. Hier der Link zum Artikel

Was unsere Landtagsabgeordneten in Aufsichtsräten und Neben-Jobs einnehmen

Weiteres Ergebnis meiner Recherche: das Saarland-Ranking der TOP-29-Berufspolitiker nach ihrem Gesamteinkommen. Aufgeführt sind alle Abgeordneten, bei denen das Gesamteinkommen das Abgeordgneten-Gehalt um zehn Prozent übersteigt. Hier der Link zum Artikel

Einkommensranking der saarländischen Abgeordneten 2025

Damit nicht genug. Der Landtag hat im Saarländischen Abgeordnetengesetz auch den Ruhestand seiner Mitglieder geregelt. Die Großzügigkeit der dort getroffenen Pensionsregelungen scheint angesichts der allgemeinen rentenpolitischen Diskussion über das gefährdete Rentenniveau künftiger Generationen wie aus der Zeit gefallen. Hier der Link zum Artikel

Abgeordnete gehen früher mit exzellenter Pension in den Ruhestand

Saarlandinside berichtet in einem weiteren Beitrag über Sonderzahlungen an Landtagsabgeordnete von bis zu 40.000 Euro im Jahr, die vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig festgestellt wurden. Hier der Link zum Artikel

Saar-Abgeordnete genehmigen sich Zulagen in Millionenhöhe – offensichtlich verfassungswidrig

Soweit mein heutiges Informationsangebot für mehr Transparenz im Saarland. Ich wünsche erhellende Lektüre und

bleiben Sie kritisch.

Ihr

Roland Lattwein

 

Newsletter vom 2. Februar 2025

Saarlandinside berichtet über Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur, Ökologie und Gesundheit.

Saarlandinside erkennt die Entwicklungen, Zusammenhänge und Trends und liefert Orientierungshilfe.

Saarlandinside richtet sich an Menschen, die sich mit faktenbasierten und umfassend recherchierten Informationen ihre Meinung bilden, an Führungskräfte und Multiplikatoren in

– Wirtschaft und Politik,
– Bildung und Erziehung,
– Lehre und Forschung,
– Verwaltungen und Vereinen,
– Kammern und Verbänden.

Saarlandinside

Roland Lattwein
André-Caplet-Str. 13
66117 Saarbrücken
E-Mail: info@saarlandinside.de

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Das Bündnis Sahra Wagenknecht – war es das etwa schon?

Erstellt von Redaktion am 4. Februar 2025

Von Andreas Wehr am 17.01.2025

Der Start war glänzend: Das Anfang Januar 2024 aus der Taufe gehobene „Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)“ erreichte im Juni 2024 auf Anhieb 6,2 Prozent bei den Wahlen zum Europäischen Parlament. Es folgten spektakuläre 15,8 Prozent bei den Landtagswahlen in Thüringen und 11,8 in Sachsen am 1. September 2024. Kurze Zeit später trumpfte das BSW in Brandenburg mit 13,4 Prozent erneut auf. Umfragen auf Bundesebene ergaben im Herbst Zustimmungswerte zwischen acht und zwölf Prozent. Alles schien gut zu laufen für Wagenknechts Projekt.

Doch mit dem vorzeitigen Ende der Ampel-Koalition am 6. November 2024 scheint die Erfolgssträhne des BSW an ihr Ende gekommen zu sein. Die Umfragewerte fallen seitdem deutlich. Anfang Januar 2025 lagen sie nur noch zwischen vier und sechs Prozent. Das ist nicht viel mehr als für die Linkspartei gemessen wird. Selbst in den drei ostdeutschen Ländern in denen das BSW im September noch so erfolgreich war, sind die Werte jetzt rückläufig. Der Reiz des Neuen ist verbraucht. Und als Koalitionspartner der CDU in Thüringen und der SPD in Brandenburg hat sich das BSW als wenig spektakuläre Kraft gezeigt. Mit der Rolle der Antipartei, die das Bündnis auf Bundesebene zu spielen versucht, sind diese Bündnisse mit zwei „Altparteien“ jedenfalls kaum vereinbar.   

Auf der Suche nach den Gründen für diesen Absturz reicht es nicht aus allein darauf zu verweisen, dass die vorgezogene Bundestagswahl für die noch junge Partei zu früh komme, sie sich ungefestigt dem Wettkampf mit den eingespielten Apparaten der Altparteien stellen müsse, denn das galt noch mehr für die Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2024 und in den drei ostdeutschen Bundesländern im September 2024. Seinerzeit war das BSW erst wenige Monate alt. Und bei all diesen Abstimmungen stand die Parteigründerin, Namensgeberin und alles beherrschende Person noch nicht einmal zur Wahl. Doch ausgerechnet jetzt, wo Sahra Wagenknecht als Kanzlerkandidatin ausgerufen wurde, scheint dem BSW die Luft auszugehen.  

Die Gründe für den Niedergang müssen daher woanders gesucht werden. Sie finden sich vor allem im misslungenen Parteiaufbau. Das BSW verstand sich von Beginn an als ein elitäres Projekt einer kleinen Gruppe ehemaliger Politiker der Partei Die Linke, die sich geschworen hatte unter sich bleiben zu wollen. Und so hat das Bündnis ein Jahr nach seiner Gründung weiterhin nur knapp über 1.000 Mitglieder. Im Flächenland Bayern mit mehr als 13 Millionen Einwohner sind es etwa ganze 30! Selbst dort, wo das BSW inzwischen Regierungsverantwortung in Brandenburg und Thüringen trägt, sind es nur wenige Dutzend. Und in Hamburg, einer Stadt mit einer traditionell starken linken Kultur, wurde ein Landesverband erst ein Jahr nach dem Start der Bundespartei gegründet.  

Die parteioffizielle Begründung für diese Zurückhaltung lautet, dass man nur so Unterwanderungsversuchen, etwa aus den Reihen der AfD, und zerstörerische Fraktionskämpfe abwehren könne. Deshalb wurde in der Satzung des BSW festgelegt, dass über Aufnahmeanträge „grundsätzlich der Bundesvorstand“ entscheidet. Der Parteivorstand „kann hierbei dem zuständigen Landesverband sowohl für den Einzelfall als auch generell schriftlich Vollmacht erteilen. Diese Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden. Der Parteivorstand bleibt stets entscheidungsbefugt.“ Dies ist eine extrem zentralistische Regelung, die keine andere deutsche Partei kennt! In der SPD und auch in der CDU/CSU entscheiden allein die unteren Parteigliederungen über Aufnahmeanträge.

Mit dieser rigiden Praxis können zudem die von der Parteiführung so gefürchteten Unterwanderungsversuche gar nicht verhindert werden, denn wer kennt schon im Bundesvorstand jeden einzelnen Antragsteller? Über die politische Biografie und die persönliche Eignung eines Bewerbers kann in der Regel nur vor Ort, an der Basis, entschieden werden. Dort kennt man ihn noch am ehesten und kann ihn daher beurteilen.

Für die Closed-Shop – Politik der Führung des BSW sind andere Gründe verantwortlich, über die man dort aber nicht so gerne spricht. Schließlich hat diese Praxis den unschätzbaren Vorteil, dass man bei der Verteilung von Posten, ob es nun um Mandate für Abgeordnete oder gar Regierungsämter geht, unter sich bleiben kann. Und so werden nicht wenige politisch erfahrene und bekannte linke Persönlichkeiten aus dem BSW gezielt herausgehalten, da man sie als Konkurrenten um genau jene Posten fürchtet. Zahlreiche Mitstreiter Wagenknechts aus den Zeiten der Grabenkämpfe in der Linkspartei mussten deshalb vor der Tür bleiben. Viele haben sich inzwischen im „Was-Tun?! Netzwerk linker Gruppen“ außerhalb des BSW selbst organisiert. Dort finden jene Veranstaltungen und Online-Diskussionen statt, die man im Bündnis vermisst.

Mit seiner Selbstbeschränkung auf verschwindend wenige Mitglieder hat das BSW das Momentum verpasst, um den Aufschwung der Friedensbewegung auf seine Mühlen lenken zu können. Man hat jene nicht angesprochen, die sich von einer kriegsbereiten SPD enttäuscht zeigen oder sich von einer grünlibertär gewendeten Partei Die Linke nicht mehr vertreten fühlen. Und hierbei geht es um viele. Bereits wenige Tage nach Gründung des BSW sollen 8.000 Anträge auf Mitgliedschaft vorgelegen haben. Inzwischen wird die Zahl von 15.000 kolportiert. Die meisten der Antragsteller haben bis heute nicht einmal eine Absage auf ihr Begehren erhalten. Man kann sich leicht vorstellen, wie das bei ihnen ankommt. Sie werden sich angesichts dieser Ignoranz ganz von dem anfangs mit so viel Hoffnung versehenen Projekt abwenden, sind als Unterstützer und womöglich selbst als Wähler verloren.  

Jetzt, wo das BSW in einem Bundestagswahlkampf gefordert ist und der Reiz des Neuen verwelkt ist, macht sich das Fehlen einer Mitgliederbasis schmerzlich bemerkbar. Ein Wahlkampf in der Fläche kann eben nicht einfach so mit den Mitteln der vom BSW engagierten Münchner Design- und Werbeagentur Iconemy bestritten werden. Eine Agentur übrigens, die sonst Siemens, Cartier und BMW vermarktet. Erwartet wird die personelle Präsenz, und hier nicht alleine in den großen Städten, sondern auch und gerade in den vielen Kleinstädten und auf dem flachen Land. Doch mangels geeigneter Mitglieder kandidiert das BSW nur in wenigen, großstädtischen Wahlkreisen mit Direktkandidaten. Wahlkampf findet nun aber einmal in erster Linie vor Ort statt, etwa in den vielen Diskussionsrunden die Sozialverbände, Sportvereine, Kirchengemeinden, Mieterorganisationen, Schulklassen und andere mit den Vertretern der Parteien durchführen. Hier wird regelmäßig der Platz des BSW frei bleiben müssen.      

 

Das inzwischen nicht mehr auszuschließende Scheitern des Bündnisses bei den Wahlen zum Bundestag würde nicht nur das Ende eines weiteren linken Projekts in der Bundesrepublik bedeuten. Damit würde zugleich eine kritische Stimme gegen die verfehlte Ukraine-Politik, gegen die Erhöhung des Rüstungsetats zulasten von Ausgaben für Bildung und Soziales und gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen im Bundestag verstummen. Es würde in Deutschland noch finsterer werden.

Der Artikel erschien am 18.01.2025 unter der Überschrift

Wagenknechts Partei: Zu elitär zum Erfolg?“ auf dem Online-Portal Telepolis

Verwandte Beiträge:

18.12.2024 Den Volksparteien laufen die Mitglieder weg.

Und das Bündnis Sahra Wagenknecht will sogar ohne sie auskommen.

15.10.2024 Das Bündnis Sahra Wagenknecht: Partei ohne Mitglieder

01.11.2023 Von Wagenknecht und Brecht

31.10.2023 Bündnis Sahra Wagenknecht: Auf dem Weg zur Partei neuen Typus

Quelle: https://www.andreas-wehr.eu/das-buendnis-sahra-wagenknecht-war-es-das-etwa-schon.html

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TV-Kriegspropaganda stoppen und Friedenserziehung verbindlich einführen!

Erstellt von Redaktion am 3. Februar 2025

Von Dr. Nikolaus Götz, Saarbrücken den 02.01.2025

Nachdem der SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius den mittelalterlichen „Call of Duty“ (Der Ruf der Pflicht!) für die jugendlichen Bürger der BRD wieder eingeführt hat (1), bejubeln überwiegend die TV-Medien von ARD, ZDF, RTL bis NTV diesen politischen Rückgriff ins barbarische Mittelalter. Und dabei loben diese ewigen Fake-Newser (2) die neue allgemein-männliche Wehrpflicht und verschaukeln ihr deutsches Publikum erneut, so wie sie es 2020 bei der weltweit todbringenden, schrecklich tobenden Corona-Pandemie auch gemacht haben. Jetzt erklären selbsternannte ’Friedensexperten’ aus den Universitäten, Rüstungsschmieden, warum sich ’Deutschland’ auf Krieg einstellen muss. ’Deutschland’ will wieder ’Helden’ schaffen, so wie es die Führungselite im ’1000jährigen Reich’ vorexerzierte. Auch die alten Bunker aus der Nazizeit, in dem das damals zu schützende deutsche Volk im ’Endkampf’ erstickt oder verbrandt ist, sollen nachgerüstet und modernisiert werden. Wer jedoch von diesen TV-Irren, die das Phänomen der ’Nuklearen Nacht’ scheinbar nicht kennen, wird endlich wegen Volksverhetzung angeklagt und entlassen? Anstatt den politischen Eliten aller Couleur in der BRD den Erhalt von Frieden anzumahnen, scheinen diese öffentlich-rechtlich-bezahlten Nachrichtenreporter Lust am Atomkrieg zu empfinden! Und so bringen sie auch die Meldungen, dass die Bundeswehr zu schlapp, zu ungerüstet sei und neben den Sonderzahlungen der „Zeitenwende“ noch mehr Geld benötigt, um das „Volk“ vor den „bösen Russen“ zu schützen. Jedoch schon vor rund 2000 Jahren informierte ein gewisser ’Linker’ die Menschheit mit dem Spruch: „Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um!“ Diese einfache, fundamentale Erkenntnis sollte in einer aufgeklärten demokratischen Republik die festzustellende dümmlich medial betriebene Kriegshetze eigentlich stoppen! (3)

Die ewig ’alten’ Fragen stellen sich so im Jahr 2025 wieder neu: Warum soll eine Generation unserer jugendlichen Wehrpflichtigen in einem möglichen Krieg verheizt werden? Warum wird die Produktivkraft des deutschen Volkes in Milliardenhöhe erneut gewissenlos durch Kriegsproduktion vergeudet? Warum soll die wunderbare Natur des Planeten Erde durch Kriege zerstört, weite Landschaften radioaktiv verseucht und die doch endlichen Ressourcen der Erde vernichtet werden? Warum gibt es schon wieder ’Erbfeinde’ und erneut im deutschen Osten? Das Versagen der aktuellen politischen Eliten in den Parteien CDU/FDP/SPD/AfD wie Bündnis 90/DIE GRÜNEN ist offensichtlich und ihr politisches Handeln ist trotz ihres Amtseides gegen das deutsche Volk gerichtet!

Vergessen haben die nach 1945 geborenen Journalisten und Journalistinnen von heute anscheinend auch, wie das Ende des Zweiten Weltkrieges in der geliebten deutschen Heimat verlief. Sie wollen auch einfach nicht realisieren, dass eine moderne, pluralistische und wirklich demokratische Republik (res publica) kein Militär benötigt und sich auch nicht für einen Krieg wappnen muß. Alle Probleme der Menschen können auf dem Verhandlungsweg gelöst werden, zumal „das Militär“ nur Material verschwendet und ein Krieg nur weitere Probleme schafft! Die ewig ’Kalten Krieger’ und Kriegspropagandisten, auch die in den Medienanstalten, müssen endlich in Friedenserziehung geschult werden. Jetzt aber haben die Deutschen gerade wieder die Wahl und sollten deshalb ihre Stimme einer wirklichen Friedenspartei geben.

Die absolute Mehrzahl aller Deutschen wollte nach 1945 „Nie wieder Krieg!“ Auch deshalb sind die gegenwärtigen Deutschen der Bundesrepublik in ihrer Mehrzahl gegen Krieg und wissen, dass die aktuelle Losung „wieder kriegstüchtig zu werden, der absolut falsche Weg ist. Das freiwillig gleichgeschaltete Kriegsgetrommle durch die öffentlich-rechtlichen Medien ist eine Schande!

Anmerkungen:

1 6. November 2024: Das Bundeskabinett hat den gesetzlichen Änderungen für die Einführung eines neuen Wehrdienstes in Deutschland zugestimmt.

2 Siehe beispielsweise das Buch von: GELLERMANN, Uli/ KLINKHAMMER, Friedhelm/ BÄUTIGAM, Volker: Die Macht um acht, Köln 2017

3 Die Nachrichtensprecherin Frau Marietta Slomka vom ZDF ist beispielsweise ist nur die Spitze des TV-Eisberges.

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Frieden wählen – Frieden schaffen – Veranstaltung am 16. Februar 2025 um 10:30 Uhr (bis ca. 17:00 Uhr) im Frankfurter Gewerkschaftshaus

Erstellt von Redaktion am 1. Februar 2025

Veranstaltung am 16. Februar 2025 um 10:30 Uhr bis ca. 17:00 Uhr

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde: FRIEDEN Wählen!

Wir leben in dem gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Wir, die Initiatoren von „Frieden schaffen!“ wollen mit Euren und unseren Möglichkeiten dazu beitragen, dass es nicht ähnlich dramatisch endet. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine wurde zu einem Katalysator für einen Weltordnungskrieg, für die Zurückstellung der ökologischen Überlebensfragen und für die Verschärfung sozialer Ungleichheiten. Wir wenden uns gegen die zunehmende Militarisierung der gesamten Gesellschaft und die geradezu wahnwitzige Hochrüstung. Wir setzen uns ein für Waffenruhe und Friedensverhandlungen. Der Krieg darf kein Krieg bis zur Erschöpfung werden. Auch Deutschland muss mit allen Kräften mitwirken, die Eskalationsdynamik so schnell wie möglich zu brechen. Europa braucht eine nachhaltige Sicherheitsarchitektur.

Wir fordern ein Ende der Waffenlieferungen in die Ukraine. Die Taurus-Marschflugkörper dürfen nicht geliefert werden. Die geplante Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland muss rückgängig gemacht werden. Abrüstung muss wieder auf die Tagesordnung. Darüber zu reden wie auch über unsere Anforderungen an die neue Bundesregierung, über eine noch aktivere Rolle der Friedensbewegung laden wir Euch herzlich ein. Kommt bitte am 16. Februar 2025 nach Frankfurt, damit wir ein kräftiges Signal für eine neue Entspannungspolitik in Europa aussenden können.

 

Programmablauf: Frieden wählen – Frieden schaffen

Begrüßung und Eröffnung Willi van Ooyen (Friedens- und Zukunftswerkstatt)

Frieden wählen – Frieden schaffen mit einleitenden Beiträgen

  • Prof. Dr. Peter Brandt 
  • Thomas Faßbender (Berliner Zeitung, angefragt)
  • Daniela Dahn (Schriftstellerin)

Kernaspekt für Frieden schaffen – Frieden wählen

  • Soziales, Wirtschaftsschwäche und Krieg: Thilo Hartmann (GEW-Hessen)
  • Klima Energie, Ressourcenkrise und Krieg: Michael Müller (NaturFreunde)
  • Moderation: Helga Schwitzer

Nachfragen und Diskussion

 

12.30 -13.15 Uhr Mittagspause

 

13:15 – 15:00 Uhr Arbeitsgruppen

  • AG Kultur Stephan Gorol plus Julia Neigel (Sängerin)
  • Soziales: Ulrike Eifler und Horst Schmitthenner
  • Klima: Michael Müller und Jörg Sommer (angefragt)
  • Europa – Militarisierung oder gemeinsames Haus: Peter Wahl

 

15:15 – 17:00 Uhr Schlussrunde Podiumsdiskussion

Aktiv für Frieden und gegen Mittelstreckenwaffen – Abrüstung wählen

Mit Reiner Braun, Ulrike Eifler, Jörg Sommer, Bärbel Dieckmann, NN. Jugendbündnis Hessen, GEW Thilo Hartmann (Landesvorsitzender GEW Hessen)

Moderation: Claus-Jürgen Göpfert

Schlusswort Christof von Lieven (Abrüstungsexperte)

 

Frieden wählen gegen Mittelstreckenwaffen für Berliner Appell

 

Logistische Hinweise

Veranstaltungsort: Gewerkschaftshaus Frankfurt,
Wilhelm-Leuschner-Str. 69 – 77, 60329 Frankfurt, Nähe Hauptbahnhof

 

Bitte anmelden und ankreuzen ob Teilnahme online oder präsent:

https://frieden-und-zukunft.de/2025-02-16_friedenwaehlen/

Bei Anmeldung wird der Link zugeschickt.

 

Die Veranstaltungen werden durch Spenden finanziert.
Konto der Friedens- und Zukunftswerkstatt,
Frankfurter Sparkasse, IBAN DE20 5005 0201 0200 0813 90

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Jan van Aken: Kriegstreiber von links

Erstellt von Redaktion am 18. Januar 2025

 

Von Adreas Wehr vom 04.01.2025

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) führte kurz vor Ende des Jahres ein Interview mit Jan van Aken, Parteivorsitzender und Spitzenkandidat der Linken, in dem es vor allem um seine Haltung zum Krieg um die Ukraine ging. Van Aken forderte darin eine diplomatische Lösung des Konflikts. Hoffnungen setzt er insbesondere auf eine Vermittlerrolle Chinas. Aber das war nicht alles, was er zu sagen hatte. Er sprach sich auch für ein Vorgehen gegen den Transport russischen Öls auf „rostigen Tankern“ aus. Hier ein Auszug aus dem am 30. Dezember 2024 erschienenen Interview:   

Jan van Aken: Neben dem Druck aus China gibt es das Mittel der Sanktionen, die wir viel konsequenter anwenden müssen. Wann waren Sie zuletzt auf Fehmarn?

FAZ: Bitte?

Jan van Aken: Da können Sie am Strand beobachten, wie rostige Tanker unter Umgehung der Sanktionen russisches Öl in den Weltmarkt transportieren, und wir tun nichts dagegen.“

In dem FAZ-Interview erläutert er allerdings nicht, was gegen die russische Tankerflotte aus seiner Sicht getan werden müsste. Das hatte er hingegen vorher in einem Interview des Deutschlandfunks vom 19. November 2024 gesagt. Dort machte er einen Vorschlag, was jetzt zu tun sei: Man solle die „Tanker inspizieren und an die Kette legen“.  Auf die Bemerkung des Reporters, dass dies wohl einen Militäreinsatz erforderlich machen würde, bemerkte van Aken, dass dafür „die Küstenwache“ zuständig sei, was bedeute, dass nur „ein Polizeieinsatz nötig“ sei. [1]  

In derselben FAZ-Ausgabe vom 30.12.2024 in der das Interview mit van Aken erschien, wurde ein Artikel unter der Überschrift „Finnland schirmt verdächtigen Tanker ab“ veröffentlicht. Darin kommt Henrik Wachtmeister zu Wort, ein Wissenschaftler der an der Universität Uppsala und dem Schwedischen Institut für Internationale Beziehungen zu Energiefragen forscht, zuletzt vor allem zur Kriegsführung mittels Energie: „Sollte der Westen nun als Antwort Sanktionen strenger durchsetzen, beispielsweise durch Inspektionen von Versicherungsdokumenten, werde es weitere russische Gegenmaßnahmen geben. ‚Am Ende könnten wir sehen, wie Tanker von der russischen Marine in der Ostsee eskortiert werden‘, so Wachtmeister.“ Das Aufbringen von Schiffen wäre zudem illegal. Das sieht selbst die FAZ so: „Allerdings darf auch das Militärbündnis in internationalen Gewässern nicht einfach Schiffe stoppen, das verbietet das Seerecht.“ [2]

Die so harmlos daherkommende Forderung van Akens „rostige Öltanker“ mal so eben durch „Einsatz der Küstenwache an die Kette legen zu lassen“, birgt demnach das Potential eines massiven militärischen Konflikts mit der russischen Marine, und das mitten in der Ostsee. Mit anderen Worten: Van Aken betätigt sich hier als jemand, der einer unabsehbaren Eskalation des Konflikts der NATO mit Russland das Wort redet. Der Vorsitzende der Partei Die Linke ist daher ein Kriegstreiber! Das sollten alle wissen, die beabsichtigen, dieser Partei am 23. Februar 2025 die Stimme zu geben.

In dem FAZ-Interview vom 30. Dezember 2024 gibt Jan van Aken darüber hinaus die Absicht einer künftigen Bundestagsfraktion Die Linke bekannt: „In der kommenden Legislaturperiode wird die Linke im Bundestag für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu den explodierenden Energiepreisen sorgen. Diese Abhängigkeiten und persönlichen Verstrickungen von Politikern und Energieriesen müssen aufgeklärt werden. Wir müssen klären, welche Rolle Politiker und Politikerinnen wie Gerhard Schröder, Angela Merkel, Peter Altmaier oder Manuela Schwesig spielten. Wir müssen klären, wie Deutschland in diese dramatische Energieabhängigkeit von Russland gekommen ist.“

Das Bashing gegenüber Gerhard Schröder, Angela Merkel, Peter Altmaier, Manuela Schwesig und anderen wegen einer angeblich leichtfertig geschaffenen Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland war aber bislang das Privileg von Politikern vom Schlage eines Norbert Röttgen von der CDU oder einer Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP bzw. eines Grünen wie Reinhard Bütikofer. Nun also auch die Die Linke! Und da für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses die Zustimmung eines Viertels der Bundestagsabgeordneten nötig ist, müsste sich die Linke dann mit diesen Parteien zusammentun. Dazu wird es allerdings wohl kaum kommen, erreicht doch die Partei bei allen Wahlumfragen für die kommenden Bundestagswahlen nie mehr als gerade einmal drei Prozent der Stimmen. Mangels eigener Vertretung im Bundestag wird sie diese Initiative somit anderen überlassen müssen.     

 

[1] Linken-Vorsitzender: Öl-Sanktionen gegen Russland statt Taurus für die Ukraine, Interview im Deutschlandfunk am 19.11.2024 auf: https://www.deutschlandfunk.de/interview-jan-van-aken-co-parteichef-die-linke-zur-neu-entfachten-taurus-deba-dlf-491e4951-100.html

[2] Anker der Eagle S sichergestellt, in FAZ vom 08.01.2025

 

 

 

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Quelle: https://www.andreas-wehr.eu/jan-van-aken-kriegstreiber-von-links.html

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Sigmar Gabriel – An Deck der Kriegsbrücke

Erstellt von Redaktion am 5. Januar 2025

 

Autor: Uli Gellermann von der Rationalgalerie   –   Datum: 28.12.2024

Sigmar Gabriel, sagt die WebSite „StarsVermögen.de“, ist „1,80 Meter groß und wiegt etwa 85 kg. Sein geschätztes Nettovermögen beträgt 1,5 Millionen Euro.“ Echt? Der Ex-SPD-Parteichef hat ein Vermögen von 1,5 Millionen Euro? Er soll sein Vermögen unter anderem auch durch das Schreiben von Büchern verdient haben. Unter ihnen das Werk „Mehr Mut! Aufbruch in ein neues Jahrzehnt”. In welches Jahrzehnt auch immer.

Drecksarbeit aller Art

Dieser Herr Gabriel ist ein Ämter-Multi: Er war schon Mitglied des Kreistags, Ratsherr der Stadt Goslar, stellvertretender Vorsitzender einer SPD-Landtagsfraktion, gehörte mal dem SPD-Parteivorstand an und hatte das hohe Amt des SPD-„Pop-Beauftragten“ inne, eine Instanz, die er selbst geschaffen hatte. Dass so einer auch Vorsitzender der Atlantik-Brücke ist, eines Vereins der ebenso sklavisch wie effektiv die Interessen der USA in Deutschland vertritt, gibt dem fülligen Gabriel eine klare Kontur: Er scheut sich nicht vor Drecksarbeit aller Art. Dieser Gabriel ist jetzt auch noch im Rheinmetall-Aufsichtsrat. So einer bekommt im Jahr 90.000,00 EUR. Dafür stellt er sein beträchtliches Netzwerk dem Rheinmetall-Marketing zur Verfügung.

Rheinmetall produziert den Tod

Rheinmetall produziert den Tod: Munition, Panzer und Drohnen. Besonders profiliert in dieser Branche war das Unternehmen, als es noch „Reichswerke Hermann Göring“ hieß und sich die Zwangsarbeiter in den Werkshallen zu Tode arbeiteten. Die Nazivergangenheit des Waffenproduzenten hindert den Konzern nicht daran, erneut an Kriegstoten zu verdienen: Für das Jahr 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 13 und 14 Milliarden Euro. Daran wird auch eine Munitionsfabrik von Rheinmetall in der Ukraine beteiligt sein.

Festliches russisches Feuerwerk

Dmitrij Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates und Vertrauter von Russlands Präsidenten Wladimir Putin, hat für das Rheinmetallwerk in der Ukraine bereits ein „festliches russisches Feuerwerk“ zur Eröffnung versprochen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der deutsche Nachschub für den NATO-Krieg direkt an der Quelle gestoppt wird.

Mehr Geld für die NATO

Das Vermögen von Gabriel wird sich künftig mit Blutgeld anreichern. Der unverbesserliche Atlantiker ist so kriegsgeil, dass er das von der NATO geforderte Ziel von zwei Prozent bei den Rüstungsausgaben der jeweiligen nationalen Wirtschaft gern übertreffen würde: „Wir brauchen eher drei bis vier Prozent“. – Zu gerne würde man sehen, wie schnell sich die 85-Gabriel-Kilos im Schützengraben bewegen. Aber solche wie Gabriel hetzen nur andere in den Krieg. Er selbst verdient lieber daran.

Quelle: https://www.rationalgalerie.de/home/sigmar-gabriel

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Überwachung mit KI »Man wird zum gläsernen Menschen« Überwachung mit KI: In Hessen werden die Befugnisse der Polizei ausgeweitet.

Erstellt von Redaktion am 1. Januar 2025

 

Ein Gespräch mit Simone Ruf   (Juristin für die Gesellschaft für Freiheitsrechte)

Interview: Gitta Düperthal          (für die Junge Welt)

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Andreas Arnold/dpa    –    Alles im Blick: Anlage zur Videoüberwachung in Frankfurt am Main (15.1.2024)

Die CDU-SPD-Regierung in Hessen hat Mitte Dezember 2024 mit sogenannten Sicherheitsgesetzen die Befugnisse der Polizei ausgeweitet.

Was bedeutet es, wenn bei der Videoüberwachung demnächst künstliche Intelligenz, KI, zum Einsatz kommt?

Dazu gehört zum Beispiel eine Form der Videoanalyse, die aktuell schon in Hamburg und in Mannheim eingesetzt wird. Das System soll Bewegungsmuster erkennen und etwa bei Tritten oder Schlägen an die Polizei melden: Hier könnte etwas Gefährliches passieren. Problematisch ist, dass wir nicht wissen, welches konkrete Verhalten ein Signal auslöst. Das Gesetz macht dazu keine genauen Vorgaben. Es hängt also davon ab, wie die Software trainiert wurde. Gerade für Menschen, die sich vermeintlich atypisch im öffentlichen Raum verhalten, zum Beispiel obdachlose Menschen, ist das schwierig. Außerdem sollen in Hessen Muster in Bezug auf Waffen, Messer und gefährliche Gegenstände von der Software entdeckt werden. Das ist relativ unspezifisch und geht sehr weit. Darunter können auch Alltagsgegenstände fallen. Weiterhin gibt es erstmals in Deutschland eine Befugnis zur biometrischen Echtzeit-Fernidentifizierung im öffentlichen Raum, um Menschen auf Überwachungsvideos live zu identifizieren. Dazu gehört der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware.

Die Polizeiarbeit tendiert zu mehr biometrischer Gesichtserkennung. Im Jahr 2023 gab es dazu 117.894 Abfragen über die Landeskriminalämter, das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei; rund 26.000 mehr als noch 2022.

Dabei handelte es sich im Vergleich zur neuen Befugnis in Hessen um nachträgliche Abgleiche, also nicht Echtzeit. Beides schränkt Grundrechte erheblich ein. Wenn die Polizei weiß, wo ich mich mit wem getroffen habe, können Rückschlüsse auf meine politische Einstellung, meinen Gesundheitszustand oder auch meine sexuelle Orientierung gezogen werden. Anonymität im öffentlichen Raum wird unmöglich. Man wird zum gläsernen Menschen. Das hat auch Auswirkungen auf das Ausüben der Grundrechte: Wenn ich weiß, dass ich überall identifiziert werden kann, passe ich mein Verhalten natürlich an. Hinzu kommt, dass die Systeme fehleranfällig sind. Gerade nichtweiße Menschen werden oft falsch identifiziert.

Gibt es weitere Polizeibefugnisse in Hessen?

Ja. Polizisten dürfen zum Beispiel bei Einsätzen Bodycams tragen und sie auch in Wohnungen einschalten. Es gibt mehr Möglichkeiten, Menschen in Gewahrsam zu nehmen. Präventivhaft darf länger dauern. Elektronische Fußfesseln können häufiger eingesetzt werden. Verstöße gegen Aufenthaltsverbote werden unter Strafe gestellt. Die Polizeisoftware »Hessendata« des US-Konzerns Palantir soll nun explizit KI einsetzen dürfen, um unterschiedliche polizeiliche Datenbanken zu analysieren. Vieles davon bedeutet für marginalisierte Gruppen und Communitys mehr Überwachung und Grundrechtseingriffe.

Ist das nicht gerade in Frankfurt problematisch, wo die Polizei wegen rechter Netzwerke in den Schlagzeilen war?

Erweitert der Gesetzgeber polizeiliche Befugnisse, muss er sie klar formulieren, darf eben keine großen Spielräume lassen. Außerdem spielt Kontrolle eine wichtige Rolle, um Missbrauch vorzubeugen: Gerade bei heimlich ausgeführten Befugnissen können Betroffene in der Regel keinen Rechtsschutz erlangen, weil sie gar nicht wissen, dass sie betroffen sind. Datenschutzbeauftragte sollten regelmäßig Kontrollen durchführen. Das setzt ausreichende Dokumentation seitens der Polizei voraus.

Gegen wen sind die neuen Regelungen hauptsächlich gerichtet?

Betroffen davon können potenziell alle Menschen sein. Beispielsweise werden bei der Gesichtserkennung von allen mit Kameras aufgenommenen Menschen personenbezogene Daten verarbeitet. Mehr Überwachung wirkt aber einschüchternd auf Aktivismus. Für Aktivisten ist die Wahrscheinlichkeit, ins Visier zu geraten, deutlich höher. Diejenigen, die bereits in einer polizeilichen Datenbank gelandet sind, sind besonders betroffen.

Quelle: Aus: Ausgabe vom 02.01.2025, Seite 8 / Inland

https://www.jungewelt.de/artikel/490934.%C3%BCberwachung-mit-ki-man-wird-zum-gl%C3%A4sernen-menschen.html

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Ernstfall für Deutschland – Ein Handbuch gegen den Krieg

Erstellt von Redaktion am 31. Dezember 2024

 

Ernstfall für Deutschland

Datum: Mi., 29. Jan.. 25
Uhrzeit: 19:30
Ort: Hugenottenhalle, Neu Isenburg
GK Frankfurt

Die „Frankfurter Friedensgespräche“ unterstützen eine Veranstaltung unseres Kooperationspartners Westend Verlag

Thomas Carl Schwoerer, Verleger und Bundessprecher der traditionsreichen Deutschen Friedensgesellschaft, diskutiert mit Erich Vad über Abschreckung und die geplante Stationierung von amerikanischen Mittelstreckenwaffen, über eine enge europäische Zusammenarbeit und Alternativen zur Aufrüstung, eine mögliche Abnabelung von den USA und inwiefern sich gerade Deutschland für Frieden einsetzen kann und muss. (mehr …)

NDS Gesprächskreis Frankfurt
Jeden 3. Sonntag im Monat von 15:00 bis ca. 18:00 Uhr

Vereinsheim Germania, Schwanheim

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Never ending story – was das liberalste Deutschland, das es je gab, alles nicht aushält

Erstellt von Redaktion am 23. Dezember 2024

 

Ein Artikel von Renate Dillmann für die NachDenkSeiten- https://www.nachdenkseiten.de/?p=91673

Die öffentliche Meinung in Deutschland ist sich weitgehend einig, dass es in dieser Welt indiskutabel repressive und autoritäre „Regime“ gibt: Nordkorea und China zählen mit Sicherheit dazu; auch Putins Russland und die Mullahs im Iran. Und wenn man auch nicht so sehr viel weiß über diese Länder, ist man sich sicher: In diesen Ländern wird die Meinungs-und Pressefreiheit mit Füßen getreten; es herrschen Zensur und allgegenwärtige staatliche Überwachung; Proteste und Demonstrationen, so es sie überhaupt gibt, werden niedergeschlagen, Teilnehmer und Aktivisten mit übelsten Polizeistaat-Methoden behandelt. Warum ist das so? Die gängige Antwort lautet: Die dort regierenden Politiker haben keinen Respekt vor den Menschenrechten. Sie setzen den Machterhalt ihrer „Regime“, ob über Schein-Wahlen legitimiert oder nicht, über alles. Die deutsche Öffentlichkeit, ob Bürger oder Journalisten, verachten solche Staatswesen deshalb unisono. Von Renate Dillmann.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Diese Verachtung begründet man damit, dass es „bei uns“ ganz anders zugeht. Hier in Deutschland sind Meinungs- und Pressefreiheit grundgesetzlich garantiert. Unsere Verfassung erlaubt Versammlungen und Demonstrationen. Als Lehre aus dem „Bösen“ des Nazi-Staats werden hohe rechtliche Ansprüche angelegt, wenn staatliche Exekutiv-Organe in diese Rechte eingreifen wollen. Geheime Dienste, die „natürlich“ auch das liberale Deutschland unterhält, um nach eigener Darstellung all diese Freiheiten gegen Gefahren von außen und innen zu schützen, stehen unter der Kontrolle des Parlaments und machen ihre Resultate teilweise sogar öffentlich, in einem jährlichen „Verfassungsschutzbericht“ etwa.

So ungefähr sieht das populäre Bild von der heutigen Staatenwelt aus.

Seltsames im Land der Guten und Freien

Schaut man – als in diesem Sinne politisch gebildeter Bürger oder von Sowi-Lehrern mit dem eigenen Staatswesen vertraut gemachte Schülerin – auf einige Ereignisse und Gesetzesvorhaben der letzten Zeit, müsste man eigentlich ins Grübeln geraten:

  1. In einer Studie der NATO, die auch die EU veröffentlicht hat, wurde der Tatbestand der „Informationswäsche in Deutschland“ untersucht. Darunter verstehen die Autoren journalistische Positionen, die Zweifel an (außen)politischen Informationen bzw. Begründungen äußern. Untersucht werden zunächst die Themen COVID-19, EU-Sanktionen gegen Russland, Nord Stream 2 sowie die Vergiftung von Alexei Nawalny. Seit dem Februar 2022 tritt die Berichterstattung zum laufenden Ukraine-Krieg hinzu. Als Resultat wird der Tatbestand der „Desinformation“ festgehalten, als einer der „Hauptakteure“ wurde neben Sputnik und RT Deutsch Florian Rötzer, damals noch Telepolis, inzwischen Overton-Magazin, genannt. Rötzer hat im Fall Nawalny und zur Ukraine-Berichterstattung übrigens das getan, was guter Journalismus kann: Er lieferte gute Recherchen und fragte hartnäckig nach.[1]
  2. Die linke Tageszeitung „Junge Welt“ soll laut Bundesregierung gezielt finanziell in die Enge getrieben werden. Anfang Mai 2021 stellte sich die Bundesregierung nach einer Anfrage der Linkspartei explizit hinter die inzwischen gut fünfzehn Jahre andauernde Beobachtung der „Jungen Welt“ durch den Verfassungsschutz. Die dezidiert marxistische Position inklusive „Klassenbegriff“, Mobilisierung für linke Konferenzen und Demonstrationen sowie eine nicht genügende Distanzierung von Gewalt bei Befreiungsbewegungen der 3. Welt wurden als Gründe angeführt; finanzielle Schädigung für die Tageszeitung als explizit gewollte Folgen genannt.
  3. Am 25.6.21 wurde dem Verfassungsschutz per Gesetz erlaubt, auf die sogenannten Messenger-Dienste zuzugreifen und verschlüsselte Kommunikation der Bürger mitzulesen.
  4. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat im Dezember 2021 ein neues Versammlungsgesetz verabschiedet. Es erlaubt die (verdeckte) Überwachung und Aufzeichnung von Demonstrationen durch Drohnen und Hubschrauber; es verlangt (mehr) Daten über Anmelder und Ordner; es verbietet – außer der sogenannten „Vermummung“, mit der Protestierende einer Identifizierung vorbeugen wollen – einheitliche Kleidung, mit der ein inhaltliches Anliegen, aber auch „Militanz“ ausgedrückt wird.[2] Bayern will mit einem neuen Artikel im Polizeiaufgabengesetz nachziehen, das eine anlasslose Personenüberprüfung bereits vor dem Zutritt zu Veranstaltungen bzw. Demonstrationen gestattet.
  5. Eine Demonstration vor der Verabschiedung des neuen Polizeigesetzes (Düsseldorf, 26.6.21) wurde von einem „massiven Polizeieinsatz“ „begleitet“, der den Geist des neuen Gesetzes vorwegnahm. Die mediale Aufregung angesichts des behördlichen Einsatzes von „Reizgas und Einsatzmehrzweckstock“ (Presseerklärung der Polizei), stundenlanger Einkesselung von Hunderten Leuten, Abbruch der Demonstration und vielen Verletzten galt einem DPA-Fotografen, der zwischen die Fronten geraten war. Die Kommentare der Leser einer Düsseldorfer Zeitung bewegten sich zu einem nicht geringen Teil zwischen „der Fotograf wollte wieder mal nur die Polizeigewalt ablichten“ bis hin zu „geschieht der Antifa (wahlweise: den Kommunisten, den Chaoten, den Linken) sowieso recht“…

Im Jahr 2022 sind folgende Verschärfungen hinzugekommen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!):

  1. Der russische Sender RT wurde inzwischen in Deutschland de facto verboten; die vor dem Verbot produzierten Sendungen sind nicht mehr abrufbar – ein klarer Fall staatlicher Zensur.
  2. Seit Beginn des Ukraine-Krieges werden russische Künstler unter Druck gesetzt, sich öffentlich von ihrem Heimatstaat und „Putin“ zu distanzieren; wer dieser Aufforderung nicht nachkam oder sie nicht drastisch genug erledigte, musste mit Absagen oder gar Entlassungen (etwa der Dirigent der Münchner Philharmonie, Valery Gergiev) rechnen – Fälle von politischer Diskriminierung.
  3. Wissenschaftler, die sich kritisch zur deutschen Definition von der Alleinschuld Russlands wie der deutschen Außenpolitik (Lieferung schwerer Waffen) im Ukraine-Krieg äußern, werden angegriffen und mit Konsequenzen bedroht. Mit der „Zeitenwende“ steht nämlich auch im Fall der „freien Wissenschaft“ eine „Gesinnungswende“ an: Logik und Vernunft sind der Freiheit privater Meinungsäußerungen vorbehalten, die es weiterhin geben darf. Als Wissenschaftler allerdings haben sie sich an die Regierungslinie zu halten. Bisher beliebte pazifistische und europäische Idealismen genießen jedenfalls nicht den Schutz des Grundgesetzes, pardon: der NATO.
  4. Zum Jahresende soll den „NachDenkSeiten“ die Gemeinnützigkeit entzogen werden. Der Angriff verfolgt zwei Ziele: Der Seite, die eine wichtige Plattform neben den „Mainstream-Medien“ darstellt, soll die finanzielle Basis entzogen werden und man will Leser abschrecken. Zur Begründung dient der bemerkenswerte Vorwurf, es fehle dieser Internetseite an „Volksbildung“ – Kommentar überflüssig, irgendwann fällt einem auch nichts mehr ein zu derart dreisten Verdrehungen.
  5. Mit seiner Anerkennung des „Holodomor“ als Völkermord hat der deutsche Bundestag eine wissenschaftlich umstrittene Debatte „(geschichts)politisch“ entschieden. Die Stimmen der Regierungsparteien (plus Unionsfraktion) schreiben jetzt gesetzlich vor, wie man in dieser Frage zu denken hat.
  6. Auf der Basis des neuen Polizeigesetzes wurden in Bayern 19 Leute von der „Letzten Generation“ in Präventivhaft genommen, wochenlang festgesetzt und erst freigelassen, als sie versprachen, von weiteren Aktivitäten abzusehen. Die freie Presse diskutiert daran die Frage, warum sich die Bundesländer beim Mittel Präventivhaft bisher nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen können.
  7. Last but not least: Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock, die im September 2021 damit Wahlkampf gemacht hatte, sich für die Freilassung von Julian Assange einzusetzen (wegen „schwerwiegender Verstöße gegen grundlegende Freiheitsrechte der Europäischen Menschenrechtskonvention im Umgang mit Julian Assange – allen voran gegen das Verbot von Folter (Art. 3), gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit (Art. 5), gegen das Recht auf ein faires Verfahren (Art. 6) und gegen das Recht, keine Strafe ohne Gesetz zu erhalten (Art. 7)“) , lässt heute durch ihr wertebasiertes Ministerium erklären: “Die Bundesregierung hat keinen Anlass, an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens und des Vorgehens der britischen Justiz zu zweifeln.” (Auswärtiges Amt, 09.02.2022)

Zusammengefasst: Nach außen – Richtung China, Belarus, Russland oder andere übliche Verdächtige – laute Anklagen gegen mangelnde Presse- und Demonstrationsfreiheit. Im Innern ständig zunehmende Repression: geheimdienstliche Schikanen gegen eine linke Tageszeitung und einen unbequemen Journalisten; ein neues Polizei- und Versammlungsrecht, das deutlich auf Abschreckung, Unterordnung und Kriminalisierung von Demonstrationen zielt; eine Polizei, die das schon mal durchexerziert, und Bürger, die dabei applaudieren – ohne dass all das das Bild von der freiheitlichen Gesellschaft irgendwie ankratzen könnte.

Man kann jetzt natürlich abwinken – nach dem Motto: Was geht’s mich an? Oder sagen: In China und Nordkorea ist es sicher noch schlimmer. Das mag sein. Obwohl zumindest auffallen könnte, dass man dieses Argument in seiner ganzen Abstraktheit durchhalten kann, ohne das Geringste über Presse, Öffentlichkeit, Staat und Polizei hier wie dort zu wissen.

Man kann natürlich auch voll dafür sein, dass die Linken, die ewigen Nörgler und die Antifa „in die Fresse“ kriegen, weil man der Auffassung ist, dass damit alles besser wird in diesem schönen Land. Man kann sich genau umgekehrt in der trüben Meinung bestätigt sehen, dass Deutschland im Kern eben doch ein faschistisches Land ist, das jetzt wieder seinen wahren Charakter enthüllt.

Oder – und das ist die Alternative, die ich hier vorschlage – man kann sich der Frage widmen, wie das alles zusammengehört: Die Verankerung von Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit im Grundgesetz, das Selbstbewusstsein von der Güte der deutschen Demokratie im Wettstreit der Staaten – und die oben zitierte Realität.

Wen das interessiert, der sollte weiterlesen.

Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit

Die Gesellschaft, in der wir leben, beruht wesentlich darauf, dass ihre Mitglieder in wirtschaftlicher Konkurrenz zueinander versuchen, ihr „Glück zu schmieden“, also den für sie größtmöglichen Vorteil zu erlangen. Dabei brauchen sie sich einerseits: der Verkäufer den Kunden, der Mieter den Vermieter, der Unternehmer die Arbeitskräfte. Andererseits stehen sie mit ihren Interessen gegeneinander: Was zu zahlen ist und was dafür geliefert werden muss, ist und bleibt notwendigerweise strittig. Selbst wenn in Kauf-, Miet- oder Arbeitsverträgen zu einem bestimmten Zeitpunkt darüber Einigkeit erzielt wird, versuchen alle Seiten, mit ihrer eigenen Willenserklärung so kreativ umzugehen, dass im Vollzug dann doch der Vertragspartner schlechter und man selbst besser fährt – Rechtsanwälte und Zivilgerichte leben von diesem Dauerstreit.

Was hat das mit unserem Thema zu tun? Viel! Es macht deutlich, warum in dieser Gesellschaft kaum zu erwarten ist, dass sich ihre Mitglieder in irgendetwas einig sind oder werden. Schon die simple Beschreibung eines x-beliebigen Gegenstandes wird verschieden ausfallen, je nachdem, wer mit welchem Interesse auf ihn schaut. Wie laut wird wohl die Wohnung neben der Eisenbahn in den Ohren eines potenziellen Mieters klingen – und wie leise in denen des Vermieters, der die Bude anpreisen will? Wie gut sieht der angebotene Gebrauchtwagen aus, wie sehr ist den Auskünften von Handwerkern zu trauen, wie wirtschaftsverträglich erscheint eine Lohnforderung? Eine „Objektivität“ kann es unter diesen Bedingungen nicht geben. Das liegt nicht daran, dass es so schwer wäre, sie tatsächlich zu ermitteln, sondern daran, dass es in dieser Art Streit gar nicht um so etwas wie die Wahrheit der Sache geht. Auf das jeweilige „Objekt“ richten sich unterschiedliche bis gegensätzliche Interessen, die die „Meinung“ über es notwendig subjektiv ausfallen lassen – je nach „Perspektive“ eben, wie jeder weiß.

Insofern gehört der freie Streit der Meinungen zu einer Gesellschaft konkurrierender Interessen essentiell dazu. Er findet seine Fortsetzung in einer pluralistischen Presse, die über das Weltgeschehen berichtet und dieses kommentiert. Das Handeln der Regierenden, der Zustand der Wirtschaft, die außenpolitische Lage – sie sehen je nach Standpunkt der jeweiligen Redaktion sehr verschieden aus; je nachdem eben, ob aus christlicher, wirtschaftsliberaler oder arbeiterbewegter Sicht geschrieben wird. Die durchgesetzte „Mainstream-Presse“ sorgt sich tagtäglich vor allem um den Erfolg der Nation, für die sie berichtet. Deshalb enthalten ihre Artikel – entgegen der journalistischen Selbstdarstellung von „erst Information, dann Kommentar“ – bereits in der Darstellung der angeblich „puren Fakten“ einen eindeutigen Bezug auf die nationalen Anliegen: Sie berichten selektiv, haben klare Freund-Feind-Kriterien und ordnen damit die wirtschaftlichen Erfolge, staatlichen Gewaltakte und Kollateralschäden der Weltordnung zuverlässig zu. In ihren Kommentarspalten sind sie dann notorisch kritisch – gegenüber dem unbefriedigenden Durchsetzungsvermögen der Regierung wie den Erfolgen der Nation auf allen denkbaren Feldern, von den Schlagern über den Sport bis hin zum Kriegseinsatz.

Das alles kann man vom Standpunkt des Bedürfnisses, Bescheid wissen zu wollen über den Lauf der Welt, eher ungünstig finden; die Mitglieder dieser Gesellschaft finden es aber im Normalfall völlig selbstverständlich, ja geradezu natürlich (wie soll es anders gehen?), dass Aussagen nicht objektiv, sondern interessegeleitet sind. Gewohnheitsmäßig vermuten sie deshalb umgekehrt auch hinter jeder noch so nüchtern daherkommenden Sachaussage ein verborgenes Interesse und fragen, worauf ein Argument eigentlich „hinauslaufen“ soll, was der Sprechende also „eigentlich“ im Sinn hat mit seinem Gerede.

Die Garantie von Meinungs- und Pressefreiheit im Grundgesetz trägt dem Konstruktionsprinzip einer Konkurrenz-Gesellschaft Rechnung: Die freien und vor dem Recht gleichen Eigentümer, die nach ihrem Vorteil streben sollen, sind sich in nichts einig; sie formulieren ihre unterschiedlichen bis gegensätzlichen Anschauungen und Interessen in der Form von Meinungen und sie streiten in Form von Parteien – auch das ist ihnen erlaubt – um die jeweils aktuelle Fassung des „allgemeinen Wohls“, das durch die Regierung umgesetzt werden soll.

Für den Fall, dass Bürger mit politischen Entscheidungen nicht einverstanden sind, dürfen sie das öffentlich zum Ausdruck bringen. Die Verankerung des Demonstrationsrechts in der Verfassung zeigt, dass der demokratische Staat damit rechnet, dass sein Regierungshandeln permanent Unzufriedenheit erzeugt – kein Wunder angesichts der gegensätzlichen Interessen in seinem Volk. Im Umgang mit dieser Unzufriedenheit ist er so liberal, demonstrativen Protest gegen seine Entscheidungen grundsätzlich zuzulassen.

Dass Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit grundgesetzlich zugestanden werden, heißt allerdings auch, dass nur das erlaubt ist. Jeder Bürger, jede Bürgerin kann sich zu allen Tatbeständen dieser Welt denken, was er bzw. sie will. Zeitungen dürfen Unfug aller Art drucken und Demonstranten dürfen für oder gegen alles Mögliche protestieren.

Ein Recht auf praktische Umsetzung haben sie damit nicht. „Allen gesellschaftlichen Ansprüchen und Interessen wird ein ganz formelles ,verbales‘ Daseinsrecht zuerkannt und ihnen zugleich als Preis dafür die Anerkennung ihrer Unverbindlichkeit abverlangt, die den tatsächlich statt­ findenden Interessenabgleich, die Herstellung gesellschaftlicher Verbind­lichkeit, einer Macht außerhalb des Reiches der Privatinteressen überlässt: nämlich der höchsten Gewalt, die in diesem System alle Lizenzen vergibt. Anders ausgedrückt: Wenn alle divergierenden Meinungen gleichermaßen gelten sollen, dann gilt keine. Dann gilt eben das, was vom staatlichen Ge­waltmonopol erlaubt und geboten wird.“[3]

Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit

Gerade indem also Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit per Verfassung anerkannt werden, werden alle Gedanken, alle Kritik und alle daraus entspringenden Willensbekundungen zu praktischer Ohnmacht verurteilt. Zudem werden auch diesen Freiheiten, kaum dass sie in Kraft gesetzt sind, rote Linien gezogen.

Historisch gab und gibt es von Staats wegen mit jedem neuen Kommunikationsmittel ein Bedürfnis nach Aufsicht, Sortieren und Zensur – ob das der Buchdruck war, die ersten Zeitungen, der Rundfunk und das Fernsehen oder die heutigen „sozialen Medien“. Die neue Technik soll von den Bürgern genutzt werden können – was der demokratische Staat im Unterschied zu seinen vorbürgerlichen Kollegen explizit anerkennt. Gleichzeitig aber soll das zum Funktionieren dieser Gesellschaft beitragen und sie nicht etwa infrage stellen.

Artikel 18 Grundgesetz legt fest: „Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.“

Nicht jede Meinung, jede Presseäußerung, jede Versammlung genießt also den Schutz der freiheitlichen Ordnung des Grundgesetzes, sondern nur diejenigen, die keine prinzipielle Gegnerschaft gegen diese Ordnung formulieren und es damit auch noch ernst meinen („Kampf“). Wer seine Freiheit so versteht, „missbraucht“ per definitionem seine Rechte – und verliert sie.

Daran zeigt sich ein weiterer Pferdefuß der im Grundgesetz ausgesprochenen Freiheit zum Meinen, zum Schreiben und zum Demonstrieren: Mit der Erlaubnis dazu ist zugleich eine Instanz installiert, die darüber wacht und entscheidet, was erlaubt und was verboten ist. Wenn Unzufriedenheit zur Äußerung von Kritik führt, darf diese nicht zu weit gehen; „das System“ infrage zu stellen und dafür zu mobilisieren, wirft aus der Warte der staatlichen Aufsicht die Frage auf, ob das nicht weniger Gebrauch als Missbrauch der gewährten Freiheit ist. Kritik soll konstruktiv sein – sie soll sich schon beim Formulieren der Beschwerde fragen, wie es denn besser gehen könnte, und sich damit einbringen in den öffentlichen Diskurs. Alles andere ist auch in dieser Sphäre schnell an der Kippe zum Problemfall, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird und mit diversen Verboten belegt werden kann: Berufsverbot, Parteienverbot, Einschränkung der Demonstrations- und Versammlungsfreiheit usw. usf.

Das Bedürfnis nach permanenter Verschärfung ist notwendig

Es gibt also keineswegs nur in China oder Nordkorea, sondern mitten in der freiheitlichsten Demokratie ein elementares staatliches Bedürfnis, die Meinungsbildung der Bürger im Auge zu behalten und rechtzeitig festzustellen, ob Ge- oder Missbrauch der erlaubten Freiheiten vorliegt – was naturgemäß eine nicht leicht zu beantwortende Frage bzw. „Einschätzung“ darstellt. Konkreter formuliert: Das Bespitzeln von Bürgern, von Journalisten sowie Protestierenden aller Couleur und das Ausforschen ihrer weltanschaulichen Gesinnung und politischen Loyalität gehört zur freiheitlich-demokratischen Ordnung dazu und stellt keinen Widerspruch zu ihr dar – wie möglicherweise Leute denken, die zuviel Stasi-Filme gesehen haben (interessant übrigens, dass es davon erheblich mehr gibt als Filme über die Überwachungsmethoden der Nazis). Kein Wunder also, dass die Bundesrepublik sich 1950, kaum war das Grundgesetz verabschiedet, an den Aufbau eines solchen Dienstes machte – übrigens auf Vorschlag ihrer demokratischen Besatzungsmächte hin. Kein Wunder auch, dass sie dabei auf in der „Sache“ erfahrene Nazis zurückgegriffen hat – schließlich ging es sofort wieder gegen den alten wie neuen Feind: den „Bolschewismus“ im eigenen Land, der aller faschistischen Verfolgung zum Trotz noch nicht ganz ausgerottet war.

Für die entsprechenden Behörden, die mit dieser Aufgabe betraut werden, ist die verlangte Unterscheidung nicht ganz einfach; aus ihrer Sicht stellt sich die Welt ziemlich unübersichtlich dar. Überall scheint es potentiellen Missbrauch zu geben – neben den notorisch verdächtigen Linken, Autonomen, Verfolgten des Naziregimes, Antifas usw. inzwischen eine ganze Menge an Rechten, Identitären, Reichsbürgern, Preppern und Querdenkern; dazu Islamisten usw. usf. Man könnte fast sagen: Je weniger es eine große, geeinte Opposition gibt (wie die frühere Arbeiterbewegung), desto schwerer haben es die Dienste, all das mitzukriegen und fachkundig zu sortieren, was sie interessiert und was sie verdächtig finden. Die akribische Arbeit des deutschen Verfassungsschutzes, der noch kleinste Gruppierungen beobachtet und gewissenhaft auflistet, sollte in dieser Hinsicht vielleicht auch einmal gewürdigt werden.[4]

Da zudem dauernd neue Kommunikationsmittel erfunden werden, hinken die Möglichkeiten und Befugnisse der politischen Polizei immer mal wieder hinterher – wie ab und an bedauernd mitgeteilt wird. Das ist ein unschöner Zustand, der deshalb permanente Anpassungsleistungen, sprich: Verschärfungen erforderlich macht.

  • Dass sich beispielsweise eine linke Tageszeitung halten und ihre Auflage sogar steigern kann, ist eigentlich nicht vorgesehen. 20.000 Abos für ein linkes Blatt – das ist offenbar zuviel für die deutsche Demokratie. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz soll Abonnenten, Autoren und Geschäftspartner abschrecken, der „jungen Welt“ schlechtere Konditionen bescheren und sie so schädigen. Die vorgetragenen Rechtfertigungen dafür sind hanebüchen (kommt die FAZ unter Beobachtung, weil sie dogmatisch wirtschaftsliberal ist und keinen Marxisten zu Wort kommen lässt? Weil sie in Konferenzen für die „Zukunft Europas“ mobilisiert? Weil sich Jasper von Altenbockum nicht genügend von den Gewalttaten der deutschen Armee distanziert?)
  • Dass es mit den Online-Plattformen ein paar neue Medien geschafft haben, journalistische Produkte neben den etablierten Verlagen anzubieten und, weil kostenlos, nicht wenige Leser haben, ist eine weitere Neuerscheinung, die selbstverständlich kontrolliert werden muss. Auch hier sammeln sich vielleicht Autoren jenseits des Mainstreams und können glatt ein paar Gedanken und Fragen äußern, die nicht dem üblichen Standpunkt entspringen, sich um den Erfolg des deutschen Staatswesens Sorgen zu machen. So war es natürlich nicht gemeint mit der Meinungs- und Pressefreiheit – das ist „Desinformation“. (Liebe Leser, ist Ihnen eigentlich klar, wie offen damit der Zweck benannt wird, dem die nicht! zensierte! freie! Presse zu dienen hat? Journalismus, der den Verlautbarungen der deutschen bzw. NATO-Politik mit dummen Rückfragen kommt und ihre diplomatischen Konstrukte stört, wird mit regelrechten Kriegs-Terminologien belegt.) Konsequenz: Die russischen Medien in Deutschland, wie etwa RT Deutsch, werden madig gemacht, indem man sie als „vom Kreml finanziert“ ausweist, Online-Zeitungen und ihre Redakteure unter Beobachtung gestellt und damit eingeschüchtert.
  • Privatmenschen, darunter auch die Feinde der Freiheit, kommunizieren verschlüsselt, um das Mitlesen ihrer Botschaften und Verabredungen zu erschweren; da muss sich ein effektiver und moderner Staatsschutz selbstverständlich den Zugriff auf die gesamte angeblich private Kommunikation der Bürger gestatten lassen – Postgeheimnis hin oder her.
  • Und Demonstrationen stören zunehmend einfach nur noch. Zwar ist es nicht mehr viel und zunehmend hilfloser Protest. Aber gerade deswegen: Warum soll man als gewählter Politiker eigentlich noch hinnehmen, dass die so wichtigen und vor allem sowieso „alternativlosen“ Staatsgeschäfte von naiv-idealistischen und hartnäckig opferbereiten Jugendlichen behindert werden? Mit dem Vorgehen gegen die angeblich so unerträglich gewaltsamen G-20-Demonstranten von Hamburg hat man sich den Vorwand verschafft, Landes-Polizei-Gesetze und nun auch Landes-Versammlungs-Gesetze zu verschärfen. Die Wahrnehmung des Demonstrations-Rechts, das „wir“ gegen China und die anderen „autoritären“ Staaten jederzeit selbstzufrieden hochhalten, soll in der deutschen Heimat zu einem echten kleinen Harakiri-Erlebnis für jeden gemacht werden, der das glaubt.

Kein Fall für Streit

Halten wir das bisherige Resultat fest: Die staatlichen Ansprüche an das reibungslose und störungsfreie Funktionieren der Sphäre von Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit sind in der liberalsten Demokratie, die Deutschland je hatte, ziemlich hoch – um nicht zu sagen: totalitär. Man könnte fast meinen, es solle bewiesen werden, dass eine fortgeschrittene Demokratie ihre politische Stabilität effektiver gewährleisten kann als jede Diktatur. Gut, ein wenig profitiert die deutsche Republik sicher immer noch von dem disziplinierenden Effekt zweier Weltkriege und eines faschistischen Dritten Reiches, das die oppositionelle Arbeiterbewegung ziemlich komplett eliminiert hat. Aber daraus haben „wir“ ja auch „gelernt“ und operieren heute deutlich eleganter als damals: All die schönen, im Grundgesetz garantierten Freiheiten werden gar nicht angetastet. Ganz im Gegenteil: Um diese Freiheiten zu verteidigen, muss die „innere Sicherheit“ mit all ihren Behörden, Spitzeln und Methoden dauernd stärker bewacht werden – die „Feinde“ schlafen schließlich nicht.

Und so können „wir“ den Chinesen (wahlweise Russen, Weißrussen, Iranern, und überhaupt jedem, wo es nötig ist) zum Glück auch immer wieder ganz ungeniert mit dem großen Freiheitsbanner kommen, wenn die sich mit ihren inneren (von „uns“ protegierten und finanzierten) Feinden herumschlagen.

Mit dem Widerspruch, Freiheiten anderswo lauthals einzuklagen und gleichzeitig im Innern immer mehr einzuschränken, kommt die deutsche Öffentlichkeit, Mainstream-Redaktionen wie Publikum, bemerkenswert gut klar. Mit großer Anteilnahme verfolgt man das Schicksal drangsalierter Journalisten oder Aktivisten im hintersten Erdenwinkel – und schert sich nicht die Bohne darum, wenn in Hamburg oder Düsseldorf Demonstranten fertiggemacht werden. Man engagiert sich für tapfere Frauen im Iran und ist begeistert von unbeugsamen Künstlern in China; von der Einschüchterung kritischer Journalisten oder finanziellen Attacken auf linke Zeitungen bzw. antifaschistische Verbände im schönen Deutschland will man nichts wissen oder legt die entsprechenden Meldungen ungerührt beiseite.

Solcherart Schizophrenie ist nur durch einen sehr gesunden Patriotismus zu erklären. Hier, bei „uns“, ist es allemal besser als im Rest der Welt. Fakten über dort und hier können das nicht infrage stellen. Und für eine größere Aufregung um „unsere Werte“ ist in dieser Frage einfach kein Platz in der freien, unzensierten Öffentlichkeit unserer schönen Demokratie.

Titelbild: Paitoon Pornsuksomboon/shutterstock.com

[«1] stratcomcoe.org/publications/informationswsche-in-deutschland/22, euvsdisinfo.eu/de/ueber-uns/  Die Nawalny-Berichterstattung auf Telepolis ist zu finden über die Suchfunktion bei Telepolis. Hier ein Beispiel von mehreren: heise.de/tp/features/Nawalny-Ein-Spiegel-Bericht-ueber-das-Ergebnis-des-Bundeswehrlabors-und-offene-Fragen-4886082.html
In Großbritannien ist gleichfalls zu sehen, was passieren kann, wenn ein Journalist Regierungsinteressen in die Quere kommt: Craig Murray, früher britischer Diplomat und inzwischen Journalist, der beharrlich den Assange-Fall begleitet, ist unter Vorwänden zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seine Berichterstattung wird die Fortsetzung dieses Verfahrens nicht mehr stören. nachdenkseiten.de/?p=72388
overton-magazin.de/krass-konkret/graeueltaten-an-zivilisten-was-ist-in-bucha-geschehen/

Mehr zum Thema: nachdenkseiten.de/?p=89213

[«2] taz.de/Neues-Versammlungsgesetz-in-NRW/!5783048/; heise.de/tp/features/Die-Erlaubnis-sich-versammeln-zu-duerfen-6026276.html; labournet.de/interventionen/grundrechte/grundrechte-all/demonstrationsrecht/nrw-schwarz-gelbe-landesregierung-will-neues-versammlungs-bzw-versammlungsverhinderungsgesetz/

[«3] Albert Krölls, Das Grundgesetz – ein Grund zum Feiern? Eine Streitschrift gegen den Verfassungspatriotismus. Hamburg 2009, S. 180

[«4] bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/vsb-2020-gesamt.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Quelle: Ein Artikel von Renate Dillmann vom 16. Dezember 2022 für die NachDenkSeiten https://www.nachdenkseiten.de/?p=91673

Rubriken:

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Den Volksparteien laufen die Mitglieder weg. Und das Bündnis Sahra Wagenknecht will sogar ohne sie auskommen.

Erstellt von Redaktion am 20. Dezember 2024

18.12.2024  –  von Adreas Wehr

Den Volksparteien laufen die Mitglieder weg. Und das Bündnis Sahra Wagenknecht will sogar ohne sie auskommen.

Es ist verbreitete Mode geworden die bundesdeutsche Demokratie in Gefahr zu sehen und die Bevölkerung zu ihrer Verteidigung aufzurufen. Doch was ist überhaupt Demokratie? Der berühmte Verfassungsrechtler Hans Kelsen hat in der bereits 1929 erschienenen und bis heute in zahlreiche Sprachen übersetzten Schrift „Vom Wesen und Wert der Demokratie“ die zentrale Bedeutung der Partei als Basis der modernen Demokratie herausgearbeitet. Danach sei „die Demokratie notwendig und unvermeidlich ein Parteienstaat.“  Nur in diesem könne der Einzelne politisch zur Geltung kommen: „Dass  das isolierte Individuum politisch überhaupt keine reale Existenz hat, da es keinen wirklichen Einfluss auf die Staatswillensbildung gewinnen kann, dass also Demokratie ernstlich nur möglich ist, wenn sich die Individuen zum Zwecke der Beeinflussung des Gemeinschaftswillens unter dem Gesichtspunkt der verschiedenen politischen Ziele zu Gemeinschaften integrieren, so dass sich zwischen das Individuum und den Staat jene Kollektivgebilde einschieben, die als politische Parteien die gleich gerichteten Willen der Einzelnen zusammenfassen.“ Für Kelsen sind es daher die Parteien, die erst das Volk als politisches Subjekt konstituieren: „Die unaufhaltsame Entwicklung führt in allen Demokratien dazu, dass sich das Volk in politische Parteien gliedert (…). Die demokratische Entwicklung lässt die Masse der isolierten Einzelindividuen sich zu politischen Parteien integrieren und entfesselt dadurch allererst soziale Kräfte, die man einigermaßen als ‚Volk‘ bezeichnen kann.“ [1]

Diese Sicht Kelsens ist in das Grundgesetz eingegangen. In Artikel 21 heißt es: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung mit.“ Und über ihr Verbot kann nur das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Man spricht daher vom Parteienprivileg. Begünstigt werden Parteien auch im Steuerrecht: Spenden an diese werden bis zur Hälfte des zu zahlenden Steuerbetrags in Abzug gebracht.

Wie steht es heute um diese Parteiendemokratie? Seit langem wird darüber geklagt, dass die klassischen Volksparteien an Mitglieder und damit an Einfluss verlieren. Die SPD zählt nur noch ca. 365.000 Mitglieder. Unmittelbar nach der deutschen Einigung waren es noch eine Million. Eine Schrumpfung auf gut ein Drittel! Vergleichbar ist der Abstieg der CDU. Diese verlor seit 1990 ungefähr die Hälfte ihrer Mitglieder und zählt gegenwärtig etwa 363.000 in ihrer Kartei. Geschrumpft ist auch Die Linke. Hatte sie 2009 noch 78.046 zahlende Anhänger, so sind es heute 56.800. Deutliche Zuwächse gab es hingegen bei den Grünen. Nach Jahren starken Wachstums gehören ihnen 125.991 an. Rasant auch der Zuwachs bei der 2013 gegründeten AfD. Sie hat inzwischen etwa 50.000 Mitglieder. [2] Doch der Anstieg bei den Kleinen kann den Verlust bei den Großen nicht wettmachen. Und so gehören heute nicht einmal eine Million Deutsche einer Partei an, was bei einer Einwohnerschaft von 83 Millionen eine verschwindende Minderheit ist. Auf dieser Grundlage kann der Anspruch der Parteien das Volk repräsentieren zu wollen nur als vermessen bezeichnet werden.

Parteien sind aber vor allem für die Durchsetzung der Rechte der Besitzlosen von existenzieller Bedeutung. Für den italienischen Philosophen und Historiker Domenico Losurdo entsteht „die organisierte politische Partei auf der Woge einer Forderung nach Emanzipation seitens der unteren Klassen. Sie sind es, die eine soweit wie möglich verzweigte und kapillar verästelte Organisation benötigen, nicht etwa die Klassen, die den Staats- und Regierungsapparat und den Reichtum zur Verfügung haben und dazu auch noch den gesellschaftlichen Einfluss, der aus all dem sich unmittelbar ergibt. Deshalb stellt sich während einer ganzen historischen Periode der bourgeoisen Meinungspartei die organisierte Arbeiter- oder Volkspartei entgegen.“ Losurdo bezieht sich dabei auf Antonio Gramsci: „Es sind die unteren Klassen, die zu organisierten und langanhaltenden Anstrengungen greifen müssen, um eine autonome Kultur und eine autonome politische Anschauung zu erarbeiten, um ‚ihre eigene Gruppe von unabhängigen Intellektuellen‘ zu bilden und dies im Zuge eines Prozesses, der oft unterbrochen wird von der politischen und ideologischen Initiative der herrschenden Gruppen’“. [3]

Doch die unteren Klassen verfügen heute nicht mehr über „organisierte politische“ Parteien. Die Kommunistischen Parteien sind in Europa fast vollständig verschwunden und die Sozialdemokratien sind überall zu Parteien der Ämterpatronage degeneriert. Ihre einstigen Wurzeln in der Arbeiterklasse sind verdorrt. Nur noch ein verschwindend kleiner Teil ihrer Funktionäre und Mandatsträger gehört ihr an. Für den heutigen sozialdemokratischen Politiker gelten andere Lebensstationen: Kreissaal, Hörsaal, Plenarsaal. Arbeiter wählen heute vor allem die AfD. Dort, wo die SPD bei Wahlen noch nicht ins Bodenlose gestürzt ist, verdankt sie es den Resten sozialdemokratischer Ortsvereinsstrukturen, die sich als traditionelle Wahlvereine noch immer um das einzelne Mitglied kümmern und ihnen oft kulturell und sozial eine Heimat bieten.    

Das normale Mitglied einer Partei beteiligt sich aber gar nicht oder nur sehr selten am Parteileben. Es ist eine „Karteileiche“. Immer häufiger wird auch das Phänomen des „Geistermitglieds“. Es entscheidet sich aus einer Laune heraus am PC für die Mitgliedschaft, lässt seinen Beitrag online abbuchen und tritt nach einer gewissen Zeit per Mausklick wieder aus, ohne dass ein anderes Parteimitglied es jemals gesehen hat. Vor allem die Grünen und Die Linken bestehen zu einem Gutteil aus solchen Geistermitgliedschaften.

Die klassische Mitgliederpartei scheint daher ein Auslaufmodell zu sein. Und es stellt sich sogar die Frage: Warum soll eine Partei überhaupt noch eine Mitgliederbasis haben, stört sie doch nur durch gelegentliche Aufsässigkeit und Widerworte gegen Beschlüsse, die oben längst gefällt worden sind. Und Wahlkämpfe werden schon lange von professionellen Agenturen organisiert und geführt. Mitglieder, die Handzettel verteilen und Plakate aufhängen werden nicht länger gebraucht. An ihre Stelle sind Facebook, Instagram, X und nun auch Tiktok getreten.

Die neueste deutsche Parteigründung, das Bündnis Sahra Wagenknecht – BSW, hat denn auch eine radikale „moderne“ Antwort auf die Frage nach dem Sinn einer Mitgliederbasis gegeben: Sie verzichtet so gut wie ganz auf sie. Was das BSW hingegen sucht, sind Wähler, einflusslose Unterstützer und Spender!  Ein Jahr nach seiner Gründung hat es nur knapp über 1.000 Mitglieder. Selbst dort wo es in Regierungsverantwortung steht, wie in Brandenburg und Thüringen, sind es nur wenige Dutzend. Das alles hat natürlich den großen Vorteil, dass man bei der Verteilung lukrativer Posten, ob es um Mandate für Abgeordnete oder Regierungsmitglieder geht, unter sich bleibt. Und so will man auch in Zukunft gar nicht sehr viel größer werden.

Als Begründung dafür wird immer wieder das Argument angeführt, dass man nur mit einer restriktiven Aufnahmepraxis Unterwanderungsversuche und zerstörerische Fraktionskämpfe verhindern könne. Deshalb entscheidet über Aufnahmeanträge nach der Satzung des BSW auch „grundsätzlich der Bundesvorstand“. Der Parteivorstand „kann hierbei dem zuständigen Landesverband sowohl für den Einzelfall als auch generell schriftlich Vollmacht erteilen. Diese Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden. Der Parteivorstand bleibt stets entscheidungsbefugt“, heißt es im Statut. Dies ist eine extrem zentralistische Regelung, die keine andere deutsche Partei kennt! In der SPD entscheidet etwa der Vorstand des Ortsvereins über Aufnahmeanträge.

Die von der BSW-Führung so gefürchteten Unterwanderungsversuche können aber durch diese rigide Aufnahmepraxis gar nicht verhindert werden, denn über die politische Biografie und die persönliche Eignung eines Bewerbers kann am besten vor Ort, an der Basis, entschieden werden. Dort kennt man den Antragsteller am ehesten und kann ihn beurteilen.              

Mit seiner Aufnahmeregelung und der Selbstbeschränkung auf verschwindend wenige Mitglieder verpasst das BSW gegenwärtig das Momentum, um den Aufschwung der Friedensbewegung für sich nutzen zu können. Man verzichtet darauf diejenigen aufzunehmen, die von einer kriegsbereiten SPD enttäuscht sind bzw. sich von einer grünlibertär gewendeten Partei Die Linke abwenden. Und hier geht es um viele. Um jene, die zu den Kundgebungen der Friedensbewegung am 25. Februar und 4. November 2023 sowie am 3. Oktober 2024 in Berlin zusammenkamen. Diese und noch viel mehr setzten aber ihre ganze Hoffnung auf Sahra Wagenknecht und die von ihr gegründete Partei. Schließlich war sie es doch, die mit dem Anfang 2023 mitverfassten „Manifest für den Frieden“ überhaupt erst den Raum für eine Debatte über den Ukrainekrieg geöffnet hatte. Viele der knapp eine Million Unterzeichner des Aufrufs wollen heute die neue Partei nicht nur wählen können, sondern am Gelingen des Projekts als Mitglieder aktiv mitwirken. Sie vor den Kopf zu stoßen, indem man die Türen der Partei für sie verschlossen hält ist aber der sicherste Garant für das Misslingen des Projekts „Bündnis Sahra Wagenknecht“.

Das BSW sieht ganz offensichtlich nicht seine Aufgabe darin, eine „soweit wie möglich verzweigte und kapillar verästelte Organisation“ der Deklassierten aufzubauen, wie Losurdo es für notwendig ansah, um ihnen damit eine Stimme zu geben. Das Bündnis ist lediglich an deren Wahlunterstützung interessiert.    

Eine Partei schließlich, die nicht als Mitgliederpartei sondern als Projekt einer elitären Elite konzipiert ist kann nicht das von Hans Kelsen geforderte „Kollektivgebilde“ sein, das „als politische Partei“ die „gleich gerichteten Willen der Einzelnen“ zusammenfasst. Mit einer solchen Partei verschärft sich vielmehr das Legitimationsproblem der bundesdeutschen Demokratie. Denn warum sollten auch die Bürger den politischen Entscheidungen einer Partei folgen, in der sie selbst gar nicht willkommen sind?    

 

[1] Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie, 2.überarb. Aufl. Tübingen, 1929, S. 30

[2] Die Zahlenangaben sind dem FAZ-Artikel „Parteien wachsen seit dem Aus der Ampel“ vom 20.11.2014 entnommen.

[3] Domenico Losurdo, Demokratie oder Bonapartismus. Triumph und Niedergang des allgemeinen Wahlrechts, Köln 2008, S. 190

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Sachverständige in der Öffentlichen Anhörung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestags nehmen Stellung zum Artikelgesetz Zeitenwende.

Erstellt von Redaktion am 17. Dezember 2024

Gesendet: Dienstag, 17. Dezember 2024 um 13:36
Von: „Newsletter via Bundesausschuss_friedensratschlag“ <bundesausschuss_friedensratschlag@listi.jpberlin.de>
An: „Bundesverteiler, BAF“ <bundesausschuss_friedensratschlag@listi.jpberlin.de>
Betreff: Lühr Henken in Öffentl. Anhörung Verteidigungsausschuss am 16.12 – Protokoll

 

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

 

gestern Nachmittag (16.12.24) durfte ich als Sachverständiger in der Öffentlichen Anhörung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestags Stellung nehmen zum Artikelgesetz Zeitenwende. Eingeladen worden war ich als Co-Sprecher des Bundesauschusses Friedensratschlag von der Gruppe Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Bundestag.

 

Neben mir nahmen 6 weitere Sachverständige an der Anhörung teil:

 

Andreas Eggert, Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V.

Christoph Huber, Brigadegeneral, Panzerbrigade 45

Dr. Gerd Landsberg, Ehrengeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Mitglied im Beirat Innere Führung

Alfons Mais, Genreralleutnant, Inspekteur des Heeres,

Prof. Dr. Carlo Masala, Universität der Bundeswehr München

André Wüstner, Oberst, Vorsitzender des Bundeswehrverbands e.V.

 

Hier die schriftlichen Stellungnahmen von Landsberg, Henken, Mais, Huber und Wüstner

https://www.bundestag.de/ausschuesse/a12_verteidigung/anhoerungen/1030952-1030952

 

Im Anhang findet ihr zusätzlich zwei Skripte mit den Nachfragen der Abgeordneten Zaklin Nastic (BSW) und meine Antworten darauf.

 

Hier der offizielle gesamte Mitschnitt der Anhörung:

https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7619346#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NjE5MzQ2&mod=mediathek

 

Ihr könnt es gerne auch weiterleiten.

 

mit friedlichen Grüßen

Lühr Henken

 

 

Frage 1 Zaklin Nastic:
Wie inzwischen öffentlich berichtet, sollen ab 2030 94 Kampfpanzer Leopard 2 A8 in Litauen stationiert

werden.
Die Hälfte davon aus Deutschland. Diese sollen an der neuralgischen Stelle zwischen der NATO
und Russland stationiert werden: dem Suwalki-Korridor nach Kaliningrad (esut, 24.10.24).

Wie bewerten Sie die Stationierung von Leopard 2 Kampfpanzern an dieser militärisch sensiblen Stelle

und sehen Sie eine Perspektive aus diesem Aufrüstungswahnsinn herauszukommen?

Ich hatte in meinem Eingangsstatement dargelegt, dass aufgrund der herrschenden militärischen

Überlegenheit
allein der europäischen NATO-Saaten ohne die USA eine Stationierung der Brigade
grundsätzlich nicht notwendig ist.

Zusammen mit einem litauischen Panzerbataillon stellen die etwa 100 hochmodernen deutschen

Kampfpanzer nahe der weißrussischen Grenze für Russland eine erhebliche Bedrohung dar, die aus

russischer Sicht bi-direktional eingesetzt werden können, sowohl gegen Belarus als auch gegen die russische

Exklave Kaliningrad. Darüber hinausgehende NATO-Maßnahmen müssen die russischen Befürchtungen noch

verstärken:

– Die Aufnahme Schwedens und Finnlands in die NATO, der jeweils Abkommen über den Truppenaufenthalt

der USA in diesen Ländern folgte,

– die Präsenz ausländischer NATO-Verbände im Baltikum,

– der Aufbau einer polnischen Infanteriedivision mit vier Brigaden mit schweren Panzern aus den USA und

Südkorea an der litauisch-weißrussischen Grenze und

– die permanente Präsenz von US-Truppen in Polen.

Russland hat militärisch reagiert, den Militärbezirk West nach 2010 wieder aufgelöst und in Sankt-

Petersburg und Moskau unterteilt, taktische Atombomben an Flugzeugen in Weißrussland stationiert und

angedroht, in Weißrussland die neue Hyperschallrakete Oreschnik stationieren zu wollen. Der Oblast

Kaliningrad wird militärisch weiter aufgerüstet.

Dass heißt, die Präsenz deutscher und anderer NATO-Truppen mit schwerem Gerät entlang der NATO-

Ostgrenze führt nicht zur Entspannung, sondern im Gegenteil erhöht die Spannungen, versetzt eine

Aufrüstungsspirale in immer neue Umdrehungen. Wenn das nicht gestoppt wird, droht in Europa die

Katastrophe.

Sie fragten, wie man da herauskommt? Indem im Westen der Pfad der Kriegslogik verlassen und der Weg

der Friedenslogik beschritten wird. Konkret bedeutet es: auf erprobte Verfahren des Kalten Krieges

zurückkommen:
vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen, Rüstungskontrolle und Abrüstung
inklusive der diversen Verifikationsverfahren.

Anknüpfungspunkte für eine Lösung finden sich für mich im Papier der Stiftung Wissenschaft und Politik von

Oberst a.D. Wolfgang Richter
1, das er 2019 verfasste. Darin bricht Richter eine Lanze für das im adaptierten
KSE-Vertrag vorgesehene sub-regionale Stabilitätsregime. Dieser A-KSE-Vertrag ist leider nicht in Kraft. Dabei

geht es um Truppenbegrenzungen in festzulegenden Gebieten beiderseits der Grenze NATO-OVKS.

Richter steht mit diesem Vorschlag nicht allein. Auch der frühere Generalinspekteur Harald Kujat plädierte

zuletzt Anfang des Jahres für einen aktualisierten KSE-Vertrag über die Begrenzung
konventioneller
1
Wolfgang Richter, Erneuerung der konventionellen Rüstungskontrolle in Europa, SWP-Studie Juli 2019, 48 Seiten
https://www.swp-berlin.org/publications/products/studien/2019S17_rrw.pdf

Streitkräfte mit neuen Flankenregelungen, 2 die er insbesondere auf die baltischen Saaten anwenden
möchte.

 

Frage 2 Zaklin Nastic :
Bereits seit 2017 sind im Wechsel Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in Litauen im Einsatz. Das

Prinzip der Rotation wurde auch vor dem Hintergrund völkerrechtlicher Abkommen praktiziert.

Wie bewerten Sie die Errichtung einer deutschen Garnisonsstadt in Litauen vor dem Hintergrund

völkerrechtlicher Absichtserklärungen zwischen Russland und den Nato-Staaten?

Sie spielen auf die Zurückhaltungsverpflichtungen aus der NATO-Russland-Grundakte von 1997 und der KSE-

Schlussakte von 1999 an. Die Erklärung beinhaltete, dass die Vertragsseiten sich verpflichteten, keine

zusätzlichen „substanziellen Kampftruppen“
ständig zu stationieren. Die NATO hatte die vier neuen NATO-
Mitglieder Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn dabei im Auge. Russland bezog sich in der fast

gleichlautenden Istanbuler Erklärung auf die Exklave Kaliningrad und die Region Pskow, die an Estland und

Lettland grenzt. Die Verpflichtungen umfassten die fünf schweren Waffenkategorien von Heer und Luftwaffe

des KSE-Vertrages. Sie wurden in der Erwartung abgegeben, dass der Angepasste KSE-Vertrag (A-KSE) mit

territorialen Obergrenzen in Kraft trat. Das geschah leider nicht, aber an die Zurückhaltungserklärungen

hielten sich die Saaten trotzdem.

Ein Manko der Erklärung war jedoch, dass sich die Staaten nicht auf eine Definition der
Stärke von
„substanziellen Kampftruppen“ einigen konnten. Der schon erwähnte Oberst Wolfgang Richter vertrat

damals die deutsche Position und beschreibt, dass die Seiten sich in informellen Gesprächen in der

Gemeinsamen Beratungsgruppe der
Größenordnung einer Brigade als Obergrenze angenähert hatten.3
Die acht NATO-Battlegroups der multinationalen Kampfverbände hielten sich an diese informellen

Obergrenzen und ließen ihre Truppenteile routieren, um somit dem Vorwurf der
permanenten
Stationierung zu begegnen.

Mit dem Beschluss der Bundesregierung, die deutsche militärische Präsenz in Litauen auf Brigadestärke zu

erweitern, kratzt die Bundesregierung an der selbstgesteckten Obergrenze, bricht jedoch die

Zurückhaltungserklärungen der NATO-Russland-Grundakte, der Istanbuler Erklärung und der KSE-

Schlussakte in Wort und Tat, indem sie eine
dauerhafte Stationierung beschlossen hat.
Das ist der deutsche Sargnagel für dieses Vertragswerk, das einst einen Raum gemeinsamer und gleicher

Sicherheit ohne Trennlinien schaffen wollte. Kein Staat und kein Bündnis sollte eine Vorrangstellung für die

Gestaltung der Sicherheit Europas oder privilegierte Einflusszonen beanspruchen oder die eigene Sicherheit

zu Lasten von Partnern erhöhen. Vielmehr sollten die Staaten die Sicherheitskooperation stärken und

gegenseitig ihre Sicherheitsinteressen berücksichtigen.

Noch ist es nicht zu spät, zu diesen Prinzipien zurückzukehren. Der eingeschlagene Weg der militärisch

definierten Zeitenwende ist aus meiner Sicht der falsche.

2
Harald Kujat, „Der Westen sollte sich nicht länger Schuld am tragischen Schicksal des ukrainischen Volkes aufbürden“
Zeitgeschehen im Fokus Nr. 2/3, 14. 2. 2024, S. 4 bis 8, S. 6.
https://www.zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-2-3-
vom-14-februar-2024.html#article_1633

3
Richter S. 39

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Jeder Bank-Kunde bekommt die Informationen, kaum einer kümmert sich jedoch darum. Gedankenlosigkeit oder Gott-Vertrauen?

Erstellt von Redaktion am 14. Dezember 2024

x-BANK AG
(nachstehend: x-BANK)
x-straße 10 • x-Stadt

Informationsbogen für den Einleger


Einlagen bei der x-BANK AG sind geschützt durch:

Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (1)
Sicherungsobergrenze: 100.000,– EUR pro Einleger pro Kreditinstitut (2)
Falls Sie mehrere Einlagen bei demselben Kreditinstitut haben:
Alle Ihre Einlagen bei demselben Kreditinstitut werden „aufaddiert“ und

die Gesamtsumme unterliegt der Obergrenze von 100.000,– EUR. (2)
Falls Sie ein Gemeinschaftskonto mit einer oder mehreren anderen Person/en haben:

Erstattungsfrist bei Ausfall eines Kreditinstituts:
Die Obergrenze von 100.000,– EUR gilt für jeden einzelnen Einleger. (3)
7 Arbeitstage
Währung der Erstattung: Euro
Kontaktdaten: Entschädigungseinrichtung deutscher Banken
GmbH, Burgstraße 28,10178 Berlin,Deutschland
Postanschrift: Postfach 11 04 48, 10834 Berlin,

Telefon: +49 (0)30 – 59 00 11 960, E-Mail: info@edb-banken.de

Weitere Informationen: www.edb-banken.de

Zusätzliche Informationen (für alle oder einige der vorgenannten Punkte)

(1)

Ihre Einlage wird von einem gesetzlichen Einlagensicherungssystem und einem vertraglichen Einlagensicherungssystem gedeckt.

Im Falle einer Insolvenz Ihres Kreditinstituts werden Ihre Einlagen in jedem Fall bis zu 100.000,– EUR erstattet.

(2)

Sollte eine Einlage nicht verfügbar sein, weil ein Kreditinstitut seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann,

so werden die Einleger von dem Einlagensicherungssystem entschädigt.

Die betreffende Deckungssumme beträgt maximal 100.000,– EUR pro Kreditinstitut.

Das heißt, dass bei der Ermittlung dieser Summe alle bei demselben Kreditinstitut gehaltenen Einlagen addiert werden.

Hält ein Einleger beispielsweise 90.000,– EUR auf einem Sparkonto und 20.000,– EUR auf einem Girokonto, so werden ihm lediglich 100.000,– EUR erstattet.

(3)

Bei Gemeinschaftskonten gilt die Obergrenze von 100.000,– EUR für jeden Einleger.
Einlagen auf einem Konto, über das zwei oder mehrere Personen als Mitglieder einer Personengesellschaft oder Sozietät, einer Vereinigung oder eines ähnlichen Zusammenschlusses ohne Rechtspersönlichkeit verfügen können, werden bei der Berechnung der Obergrenze von 100.000,– EUR allerdings zusammengefasst und als Einlage eines einzigen Einlegers behandelt.

In den Fällen des § 8 Absätze 2 bis 4 des Einlagensicherungsgesetzes sind Einlagen über 100.000,– EUR hinaus gesichert.

Weitere Informationen sind erhältlich über die Webseite der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH unter www.edb-banken.de

(4) Erstattung
Das zuständige Einlagensicherungssystem ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH, Burgstraße 28, 10178 Berlin, Deutschland
Postanschrift, Postfach 11 04 48. 10834 Berlin, Telefon: +49 (0)30 – 59 00 11 960, E-Mail: info@edb-banken.de.

Es wird Ihnen Ihre Einlagen (bis zu 100.000,– EUR) spätestens innerhalb von 7 Arbeitstagen erstatten.

Haben Sie die Erstattung innerhalb dieser Fristen nicht erhalten, sollten Sie mit dem Einlagensicherungssystem Kontakt aufnehmen,

da der Gültigkeitszeitraum für Erstattungsforderungen nach einer bestimmten Frist abgelaufen sein kann.

Weitere Informationen sind erhältlich über die Webseite der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH unter www.edb-banken.de.

Weitere wichtige Informationen

Einlagen von Privatkunden und Unternehmen sind im Allgemeinen durch Einlagensicherungssysteme gedeckt.

Für bestimmte Einlagen geltende Ausnahmen werden auf der Webseite des zuständigen Einlagensicherungssystems mitgeteilt.

Ihr Kreditinstitut wird Sie auf Anfrage auch darüber informieren, ob bestimmte Produkte gedeckt sind oder nicht.

Wenn Einlagen gedeckt sind, wird das Kreditinstitut dies auch auf dem Kontoauszug bestätigen.

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In den letzten Tagen gingen bei CDU und FDP mehrere unscheinbare Spenden ein. Doch unsere Recherchen enthüllen: Hinter diesen Spenden stehen einige der reichsten Deutschen, die jedoch kaum jemand kennt.

Erstellt von Redaktion am 14. Dezember 2024

 

Hallo liebe Leser,

in den letzten Tagen gingen bei CDU und FDP mehrere unscheinbare Spenden ein. Doch unsere Recherchen enthüllen: Hinter diesen Spenden stehen einige der reichsten Deutschen, die jedoch kaum jemand kennt.

Wer sind die diskreten Superreichen hinter den Wahlkampfspenden?

  • Die Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann (geschätztes Vermögen: 11 Mrd. Dollar) spendeten über eine Vermögensverwaltung 170.000 Euro an die CDU. Ein großer Teil ihres Vermögens stammt aus einer Beteiligung am Pharmaunternehmen BioNTech.
  • Stephen Orenstein (geschätztes Vermögen: 2 Mrd. Dollar) und seine Frau Petra spendeten jeweils 50.000 Euro an die CDU. Fans von Eintracht Frankfurt kennen Orenstein als Investor und langjährigen Funktionär beim Profiverein, der außerdem im Immobiliengeschäft tätig ist.
  • Harald Link (geschätztes Vermögen: 1,8 Mrd. Dollar) spendete 100.000 Euro an die FDP. Er ist Chef einer weltweit agierenden Unternehmensgruppe mit Sitz in Bangkok.
  • Bereits im Sommer spendeten die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt jeweils 50.001 Euro an die CDU. Ihr geschätztes Privatvermögen: insgesamt 43 Mrd. Dollar.

Diese und andere Spenden von Vermögenden sind kein Zufall – sie sind Teil eines Systems, das Reichtum zu politischem Einfluss macht. Aber was heißt das für die Demokratie? Wer entscheidet letztlich über die Politik: die Wählerinnen und Wähler oder ein kleiner Kreis an wohlhabenden Personen?

Wenn Sie uns helfen wollen, unsere Themen noch bekannter zu machen, haben wir eine Bitte an Sie: Empfehlen Sie unseren Newsletter an Freunde, Familie und Bekannte weiter. Gemeinsam können wir für mehr Transparenz und Demokratievertrauen sorgen!

Unser Team deckt auf, was hinter den Kulissen passiert, und setzt sich für strenge und faire Regeln bei Parteispenden ein. Denn eine starke Demokratie braucht Transparenz und eine Politik, die sich den Interessen aller verpflichtet, nicht nur denen der Reichsten.

Haben Sie vielen Dank für Ihre Unterstützung!

P.S.: Wenn Sie uns außerdem mit einer Spende oder regelmäßigen Förderung unterstützen wollen, können Sie das hier tun.

Herzliche Grüße

Gregor Hackmack Gregor Hackmack

Vorstand

Unterschrift von Gregor Hackmack

Boris Hekele Boris Hekele

Vorstand

Unterschrift von Boris Hekele

 

 

 

Über uns Finanzierung Kontakt

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Parlamentwatch e.V., Mittelweg 12, 20148 Hamburg
Telefon: 040 – 317 69 10 – 26
E-Mail:
info@abgeordnetenwatch.deParlamentwatch e.V. hat seinen Sitz in Hamburg, eingetragen beim Amtsgericht Hamburg VR 19479, vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder sind Boris Hekele und Gregor Hackmack.Wenn Sie den Newsletter in Zukunft nicht mehr bekommen wollen, dann können Sie ihn hier abbestellen.Spendenkonto
Parlamentwatch e.V., Kto.: 2011 120 000, BLZ: 430 609 67 bei der GLS Bank,
IBAN: DE03 4306 0967 2011 1200 00, BIC: GENODEM1GLS
Als gemeinnütziger Verein stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

 

 

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Eine Stellungnahme zu den BSW-Koalitionsverhandlungen in den östlichen Bundesländern Brandenburg,Thüringen und Sachsen

Erstellt von Redaktion am 12. Dezember 2024

Von Charlotte Ullmann (Eine von vielen ehemaligen Links-Partei-Mitgliedern), FFM, den 12.12.2024

An die BSW-Unterstützer-Gruppe Frankfurt am Main (Treffpunkt Club Voltaire)

Lieber N. und Ihr lieben anderen,

schade, dass Du, N. , heute Abend nicht kommen kannst, dann hättest Du Dich nochmal mehr erklären können.

Sind es die Koalitionsvereinbarungen in Brandenburg und Thüringen mit dem BSW, die Dich so ungehalten machen oder gibt es auch noch Gründe darüberhinaus?

Ja, das BSW-Projekt ist wirklich ein Tanz auf Messers Schneide (wie bereits hier erwähnt, auch nachträglich veröffentlicht auf Demokratisch-Links: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&cd=&ved=2ahUKEwjQ-9Ltg6iKAxWx_rsIHSMfC-0QFnoECBMQAQ&url=https%3A%2F%2Fwww.demokratisch-links.de%2Fdas-bsw-ein-ritt-auf-messers-schneide&usg=AOvVaw2nQ5pmL6Srh-k5CD23Yrgv&opi=89978449)
und die Koalitions-Bemühungen mit der SPD und der CDU ein Husarenstück. Gelingen kann dies nur, wenn man mit klaren Forderungen kommt (hier: keine Stationierung amerikanischer Raketen auf deutschem Boden, Ende des Ukraine-Krieges über Verhandlungen, Flüchtlingspolitik differenziert behandeln usw.) und die oder den Koalitionspartner vor sich hertreibt. Ist  das nicht möglich, sollte man die Finger davon lassen,  wie in Sachsen vom BSW so entschieden. Gut so!  Wahlversprechen einzuhalten ist ein Novum im heruntergekommenen republikanischen Politik-Betrieb der letzten Jahrzehnte.

Jedoch, der Streit mit Katja Wolf (Thüringen), die den mit der CDU und der SPD zunächst ausgehandelten windelweichen Koalitionsvertrag durchwinken wollte,
der jedem Koalitionspartner seine je eigenen Positionen zu Krieg und Frieden zugestanden hätte, wurde dann mit einer immer noch eiernden Vertragsänderung beigelegt. In der veränderten Fassung bekundeten nun auch die SPD und CDU ihren Willen zum Frieden in Europa und zu diesbezüglichen  Friedensverhandlungen. Dabei sehen sich die SPD und CDU jedoch immer noch in der „Tradition von Westbindung und Ostpolitik“, im Unterschied zum glasklaren und kompromisslosen Friedenskurs des BSW. Ok, damit lässt sich eher leben.

Eigentlich hätte man der Katja die endgültige rote Karte zeigen, die Koalitionsbemühungen abblasen müssen, genau wie in Sachsen.
Doch sie hätte ihre Koalition so oder so durchgezogen, vom unbedingten Willen durchdrungen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Das machte die Chose so ungemein schwierig. In der Zeit verlor das BSW die Hälfte seiner Zustimmungs-Werte, konnte sie aber mittlerweile wieder aufholen.

Ich sagte damals zu einem BSW-Bundestagsabgeordneten: „Da hat das BSW aber einen gewaltigen handverlesenen Fehlgriff gemacht mit der Auswahl von Katja Wolf.“ Er stimmte mir zu. Und das entsprach auch der geeinten Meinung der BSW-Bundesebene. Keiner von denen war glücklich über diese Wendung.

Und zu allem Überfluss gibt einer solchen Wendung das Parteien-Gesetz Rückenwind, wonach jede Partei-Ebene für sich autark entscheiden
darf.

Das ist in meinen Augen ein allgemeiner Missstand und führt häufig dazu, dass Parteien vor dem Wähler ganz schnell ihr Profil verlieren können.

Ja, und darum geht es zentral, um die Glaubwürdigkeit!

Das BSW ist überaus glaubwürdig mit ihrem Profil angetreten, die Wähler waren begeistert, der Sahra glaubte man auf’s Wort, hatte sie doch bereits Widerständigkeit, Klarheit und Standfestigkeit bewiesen, und dann kommt da so eine untere Ebene in Gestalt von Katja Wolf angetrabt und zeigt, wo der Hammer des Parteiengesetzes hängt.

Von daher gesehen hätte man die Regierungslust erstmal aufschieben sollen, auch wenn von der Öffentlichkeit und ätzenden Journalisten (z. B. Caren Miosga) der Sahra vorgehalten wird, sie hätte ja gut reden, sie sei ja noch nie in Regierungsverantwortung gewesen.

Ja, Regierungsverantwortung?

Angesichts des drohenden 3. Weltkrieges, der, falls nuklear entartet, zuallererst Deutschland auslöschen würde, ist es m. E. höchste Eisenbahn, Regierungen zu verhindern, die in kriegstreiberischer Manier eher eskalieren, statt mit diplomatischen Mitteln zu deeskalieren.

Da ist es höchste Eisenbahn, eine neue Partei zu etablieren, die die Mehrheit der Menschen (68%) mitnimmt, die wirklichen Frieden wollen, und zwar Frieden ohne Waffen, denn Frieden mit Waffen wäre ein Widerspruch in sich selbst und würde eine Spirale nach oben drehen, nämlich die Spirale der gegenseitigen Vergeltung, wie Du mir, so ich Dir !

Und eine solche Partei wäre das erst vor einem knappen Jahr gegründete BSW, das die kriegstreiberischen Parteien vor sich hertreibt und ihnen deutlich macht, dass ihr „Frieden schaffen mit Waffen“ den 3. Weltkrieg heraufbeschwören kann.

Die CDU auf Bundesebene (Merz), die Grünen und im Verbunde auch die SPD mit dem unsäglichen Verteidigungsminister Pistorius (die Deutschen „kriegstüchtig“ machen) gehören dazu.

Wehe, wenn wir nach der Bundestagswahl eine Koalition Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot bekommen, mit Merz oder Scholz als Bundeskanzler: Dann wird sich, die kriegstreiberische Politik betreffend, nichts geändert haben, eher noch verschlechtert.

Von daher gesehen ist das Bemühen des BSW, in die Bundesregierung zu kommen, um das Schlimmste zu verhindern, mehr als wünschenswert.

Nur, der Tanz auf Messers Schneide kann auch den Kopf kosten.

Herzlich
Eure Charlotte

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Robert Crumbach: „Sollte es zu einer Regierung zwischen BSW und SPD kommen, wird es ein Corona-Amnestiegesetz geben. Punkt“

Erstellt von Redaktion am 12. Dezember 2024

 

09. Dezember 2024 um 9:00

Ein Artikel von Marcus Klöckner für die NachDenkSeiten

Es braucht dringend einen Corona-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag“, sagt der Landes- und Fraktionschef des BSW in Brandenburg,

Robert Crumbach, im Interview mit den NachDenkSeiten. Und das bedeute,

dass Leute wie Gesundheitsminister Lauterbach, der nachweislich und mehrfach die Unwahrheit in der Corona-Zeit gesagt hat, sich dafür verantworten müssen“. Crumbach kündigte an, dass es in Brandenburg bei einer Regierungskoalition zwischen SPD und dem BSW zu einem Corona-Amnestiegesetz kommen werde. Und zum Vorhaben, „Kriegstüchtigkeit“ in Brandenburg umzusetzen, sagte der BSW-Politiker: „Da werden wir nicht mitmachen.“ Ein Interview über das BSW in Brandenburg, die Koalitionsverhandlungen zwischen BSW und SPD und der Kritik am Entwurf des Koalitionsvertrags. Von Marcus Klöckner.

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Herr Crumbach, wie betrachten Sie die Gespräche und Verhandlungen, die zu dem vorliegenden Entwurf des Koalitionsvertrages geführt haben? Waren die Gespräche schwierig?

Ich habe zum ersten Mal Koalitionsverhandlungen geführt. Ich vermute aber, dass sowas nie ganz einfach ist. Zumindest dann nicht, wenn man das eigene Programm ernst nimmt. Und das tun wir. Wer den Kompromiss im Kopf schon mitdenkt, bevor er in die Verhandlungen geht, etwa weil er unbedingt regieren will, schwächt seine Verhandlungsposition. Aber keiner aus unserem Verhandlungsteam hat noch vor einigen Monaten im Traum daran gedacht, in diese Situation zu geraten, dass wir über eine Regierungsbeteiligung beraten würden. Und keiner hat je den Wunsch geäußert, Minister werden zu wollen. Das war gut fürs Ergebnis, denn wir hatten so nix zu verlieren.

Und das Resultat nun? Sind Sie damit zufrieden?

Ja, ich finde, der Vertrag kann sich sehen lassen. Wir konnten in dem Vertrag eine Kritik an der Schuldenbremse unterbringen und den Willen festschreiben, sie mindestens zu reformieren. Damit in Zukunft wichtige Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit einfacher möglich wären. Auch, dass wir vereinbaren konnten, alle Krankenhausstandorte zu erhalten, ist ein großer Erfolg. Wir haben sogar wichtige Themen, für die bei der SPD vermutlich etwas die Sensibilität fehlt, durchsetzen können: Zum Beispiel den Erhalt der Bargeldinfrastruktur und dass Digitalisierung nicht bedeuten darf, dass man Ämter gar nicht mehr telefonisch erreichen oder physisch zu einem Termin erscheinen kann.

Zwischen der Zufriedenheit auf der Seite der Politik und auf der Seite der Bürger liegt oft ein Abgrund. Lassen Sie uns etwas näher auf den Koalitionsvertrag eingehen. An welchen Stellen sehen Sie selbst das Positive?

Als gelernter Arbeitsrichter mit Gewerkschaftshintergrund sind mir die vielen Verbesserungen für Beschäftigte besonders wichtig. Wir führen eine ambitionierte Tariftreue-Regelung ein, die hoffentlich die Zahl der Betriebe mit Tarifverträgen erhöhen wird. Für die Wirtschaftsförderung wollen wir ähnliche Kriterien. Den Vergabemindestlohn wollen wir auf 15 Euro erhöhen und uns im Bund für einen deutlich höheren allgemeinen Mindestlohn und bessere Kontrollen davon einsetzen. Schließlich möchten wir die Debatte um Fachkräftemangel versachlichen. Diese Debatte darf nicht dafür genutzt werden, Löhne niedrig oder Arbeitsbedingungen weniger gut zu halten, weil man immer irgendwen findet, der zu den bestehenden Bedingungen die Arbeit macht.

Natürlich brauchen wir mehr Fachkräfte in manchen Branchen. Auch aus dem Ausland. Aber unser Fokus liegt in der Qualifizierung der Menschen, die bereits in Brandenburg leben. Und bei ausländischen Fachkräften konnten wir festhalten, dass deren Übersiedlung nach Deutschland keine negativen Auswirkungen auf strukturschwächere Länder haben darf. Denken Sie beispielsweise an das Gesundheitswesen in den Ländern des Balkans. Das steht vielerorts vor dem Kollaps, weil wir denen ausgebildete Ärzte und Pfleger „wegnehmen“, anstatt hier mehr auszubilden oder die Bedingungen attraktiver zu machen.

Gibt es etwas, womit Sie nicht zufrieden sind?

Natürlich ist ein Koalitionsvertrag immer ein Kompromiss. Er kann nicht zu 100 Prozent das Programm des BSW sein. Das wäre mir natürlich auch lieber, aber das ist derzeit nicht die Realität. Wir haben bei den Wahlen aus dem Stand 13,5 Prozent geholt. Die SPD knapp 32 Prozent. Und dennoch haben wir in der Ausgestaltung des Vertrags in etwa Augenhöhe bewiesen.

Vonseiten der AfD weht Ihnen ein rauer Wind entgegen. Da ist von einem „weiter so“ die Rede und davon, dass der Koalitionsvertrag nichts anderes als ein „Regierungsprogramm der SPD“ sei. Und: „Das BSW hat sich für Ministerposten komplett verkauft und hält nichts von dem, was es versprochen hat“, heißt es. Was entgegen Sie dem?

Die AfD ist wie alle Parteien im Wahlkampfmodus. Das sollte man nicht allzu ernst nehmen. Ich sehe nicht, dass es ein „Weiter so“ ist, wenn wir im Vertrag beispielsweise in der Bildungspolitik deutlich neue Akzente setzen konnten. Wir werden verbindliche Deutsch-Sprachtests für Kleinkinder vorziehen, um Ihnen bei etwaigen Defiziten frühzeitig helfen zu können. Lehrer werden endlich mehr entlastet, damit sie sich auf die Vermittlung des Unterrichtsstoffes konzentrieren können. An den Grundschulen wird dank uns der Schwerpunkt fortan wieder mehr auf der Vermittlung der Kernkompetenzen Schreiben, Lesen und Rechnen liegen.

Und entsprechend dem neuesten Stand der Lern-Forschung wird die Arbeit mit analogen Unterrichtsmaterialien in der Grundschule klar Vorrang haben. Private Endgeräte der Kinder müssen verpflichtend verstaut werden. Kaum hatten wir das durchgesetzt, beantragt die AfD nun ein komplettes Handy-, Tablet- und Smartwatch-Verbot an Schulen bis zur 10. Klasse. Wenn wir dem dann nicht zustimmen werden, wird die AfD von Verrat reden. Das ist ein Spiel. Solche Anträge zu schreiben und dann in den sozialen Medien zu skandalisieren, ist sehr leicht. Ich finde es übrigens ulkig, dass die AfD, die so gern von Freiheit schwafelt, keine pragmatischen Lösungen will, sondern weitflächige Verbote anstrebt.

Nun ist die AfD ein politischer Konkurrent. Dass Parteien, die sich gegenüberstehen, sich kritisieren, liegt auf der Hand. Aber bei der Betrachtung des Koalitionsvertrages fallen tatsächlich Stellen auf, über die gesprochen werden sollte. Gestatten Sie mir zu zitieren:

Wir sind übereingekommen, dass wir uns (…) dafür einsetzen, eine diplomatische Lösung des Ukrainekonflikts und den Abbau der damit verbundenen Spannungen innerhalb Europas durch Verhandlungen mit den Konfliktparteien mit dem Ziel von Waffenstillstand und dauerhaftem Frieden voranzutreiben. Wir sehen vor diesem Hintergrund die geplante Stationierung von Mittelstrecken- und Hyperschallraketen auf deutschem Boden kritisch. Es braucht konkrete Angebote, um wieder zu Abrüstung und Rüstungskontrolle zu kommen. Wir setzen uns für eine breit angelegte gesellschaftliche Debatte zu diesen Themen ein. Wir stimmen darin überein, dass für Frieden und Sicherheit die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes von großer Bedeutung ist und die Fähigkeit der Bundeswehr zur Verteidigung gestärkt werden muss. Deswegen stehen wir zur Bundeswehr und ihren Brandenburger Standorten.

Weite Teile dieses Abschnitts wirken so, als seien die Positionen des BSW beschnitten. Alles wirkt sehr zaghaft und sehr zurückhaltend formuliert. Die Stationierung von Mittelstrecken- und Hyperschallraketen „kritisch“ zu sehen, ist etwas anderes als sie abzulehnen.

Oder: Wenn Sie davon sprechen, dass „für Frieden und Sicherheit die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes von großer Bedeutung ist“, dann könnte diese Aussage auch von der CDU oder den Grünen kommen. Wer betont so etwas explizit, wenn er nicht dem Geist der sogenannten „Zeitenwende“ folgt? Folgt das BSW in Brandenburg nun auch der Politik Zeitenwende?

Das BSW lehnt die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland ab. Wie wir wissen, ist das bei Bundeskanzler Scholz nicht der Fall. Das ist doch die Spannbreite, innerhalb der wir hier in Brandenburg zu einem Kompromiss gekommen sind. Ich glaube, es hat vielleicht noch nie eine Landesregierung in Deutschland gegeben, die offen die Stationierung von US-Waffen kritisiert. Das BSW unterstützt weder den Geist der Zeitenwende noch Aufrüstung. Die 10 Abgeordneten der BSW-Gruppe im Bundestag haben damals alle gegen das 100-Milliarden-Aufrüstungs-Sondervermögen gestimmt. Und werden sicherlich auch gegen weitere Aufrüstungspläne stimmen. Je stärker das BSW bei der Bundestagswahl abschneidet, desto besser.

Dass das BSW die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen ablehnt, ist ja bekannt. Aber warum formulieren Sie es dann nicht so in Ihrem Koalitionsvertrag? Sie merken es selbst: Das ist eine der Stellen, wo man Ihnen durchaus vorwerfen kann, Ihre Positionen nicht formuliert zu haben.

Also erstens heißt es dazu, „Wir sehen das kritisch“, das ist doch schon eine klare Aussage, dass es abgelehnt wird. Und zweitens: unsere Position ist – wie Sie erwähnen – eindeutig und bekannt. Aber wir formulieren ja keinen Koalitionsvertrag mit uns selbst, sondern mit einer Partei, die sich da schwertut. Ein großer Teil der medialen und politischen Blase ist seit Jahren im Tunnelblick. Diese Leute wollen nur noch aufrüsten und denken in einem Freund-Feind-Schema. Das ist in höchstem Maße unverantwortlich, weil es die Konsequenzen des eigenen Handelns überhaupt nicht miteinbezieht. Das ist die reale Situation, in der wir Politik machen und uns verhalten müssen. Dass wir in dieser Situation reingrätschen und in dem Koalitionsvertrag eine Richtungswende erreicht haben, die sich sehr deutlich vom Rest der Politik abhebt, ist der entscheidende Unterschied und ein Erfolg.

Sie gehen sogar so weit zu sagen, dass „die Fähigkeit der Bundeswehr zur Verteidigung gestärkt werden muss“. Was heißt denn „gestärkt“? Also unterstützt das BSW nun Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit?

Das BSW ist gegen Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit. Aber das BSW ist nicht pauschal gegen die Bundeswehr. Sie muss ihre verfassungsgemäßen Aufgaben der Landesverteidigung erfüllen können. Dafür ist sie ordentlich auszustatten, ohne hunderte Millionen für Ausgehuniformen rauszuhauen oder komplett unnütze Geschenke an die Rüstungsindustrie zu verteilen. Das skandalöse Beschaffungswesen der Bundeswehr gehört endlich reformiert.

Klar ist auch: Im Ausland hat die Bundeswehr nichts zu suchen – keine Fregatten im chinesischen Meer und auch keine Angriffsfähigkeit. Wir sollten uns zudem nichts vormachen: Die beste Verteidigungspolitik – und auch die vergleichsweise preiswerteste – ist, sich für einen Ausgleich der Interessen auf internationaler Ebene einzusetzen. Wer glaubt, durch immer weitere Milliarden in die Rüstung beispielsweise einen Krieg gegen die Atommacht Russland führen zu können, und über deutsche Truppen in der Ukraine nachdenkt, hat den Weg der Vernunft und des Realismus längst verlassen.

Dass eine Armee in der Lage sein sollte, Aufgaben der Landesverteidigung zu erfüllen, dürfte den meisten einleuchten. Aber so wie es im Koalitionsvertrag formuliert ist, spricht hier nicht das BSW, sondern die SPD. Wenn Sie als BSW – gerade in dieser Zeit! – explizit formulieren, dass die „Fähigkeit zur Verteidigung gestärkt werden muss“, dann bedienen Sie doch den Geist der Zeitenwende. Auch da ist die SPD zu hören, nicht das BSW. Warum betonen Sie, dass „die Fähigkeit der Bundeswehr zur Verteidigung gestärkt werden muss“? Das ist eine Aussage, die auf der aktuellen politischen Annahme beruht, eine Gefahr, eine reale Bedrohung durch Russland sei gegeben. War es an dieser Stelle nicht möglich, sich gegenüber der SPD durchzusetzen?

Vielleicht sehen Sie das auch zu sehr aus Ihrer journalistischen Sicht, ich interpretiere das anders. In dem Koalitionsvertrag ist auf unseren Druck hin festgehalten, dass wir uns zu der Idee eines im Frieden vereinten Europa bekennen. Zu Europa gehören auch etliche Länder, die nicht Mitgliedsstaaten der EU sind. Etwa auch der westliche Teil Russlands. Das ist also eine Absage an Blockkonfrontation und ein Eintreten für ein friedliches Auskommen miteinander. Für mich ist das das Gegenteil des Geistes der Zeitenwende.

Lassen Sie uns an dieser Stelle differenzieren. Sicherlich gibt es Unterschiede zwischen Landes- und Bundespolitik. Andererseits: Gerade bei sehr grundsätzlichen Themen muss man als Partei wohl aufpassen, dass nicht der Eindruck entsteht, eine Art „ideologische Übernahme“ findet bei einer Koalition auf Landesebene statt. Die zitierten Zeilen erinnern nicht an das BSW, sondern an die SPD.

Keine Sorge. Das BSW ist eine eigenständige, lebendige Partei. Klare BSW-Themen sind in Hülle und Fülle in dem Vertrag zu finden. Wir konnten durchsetzen, dass sich das Land für eine Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen einsetzen wird. Das heißt, dass es sich gegen die Wirtschaftssanktionen engagieren wird, die unserem Land nachweislich schaden und für Bürger und Unternehmen die Energiepreise haben steigen lassen. Und wir konnten uns einigen, dass die Energiepreise sinken müssen. Entscheidend ist bei Politik, was hinten rauskommt, und nicht, ob jedes einzelne Wort mir persönlich schmeckt. Politik muss man an ihren Taten messen.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sprach davon, dass Deutschland bis 2029 kriegstüchtig werden müsse. Die „Kriegstüchtigkeit“ umfasst dann ja auch Ihr Bundesland. Was werden Sie als Koalitionspartner der SPD tun, wenn Kriegstüchtigkeit auf politischer Ebene in Brandenburg umgesetzt werden soll? Werden Sie als BSW-Koalitionspartner das Vorhaben Kriegstüchtigkeit mittragen? Würden Sie diese Frage mit einem „ja“ oder „nein“ beantworten?

Da werden wir nicht mitmachen.

Lassen Sie uns noch auf eine andere Stelle im Koalitionsvertrag eingehen. Das Thema Corona. Im Koalitionsvertrag kommt der Begriff Corona fünf Mal vor. Zwei Mal sind die Stellen vorne und im weiteren Verlauf des Vertrages identisch. Also bleiben drei Mal. Ich zitiere:

Um aus den Maßnahmen zur Abwehr der Corona-Pandemie für die Zukunft die richtigen Schlüsse zu ziehen, setzen wir eine Enquetekommission ein. Sie soll herausarbeiten, wie staatliche Eingriffe in die Freiheitsrechte unter dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit so gering wie möglich gehalten werden können, wie unser Gesundheitssystem für die Bewältigung von Pandemien aufgestellt ist und welche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zum Schutz der Menschen erfolgreich waren. Dazu gehören auch Beratungen über ein Corona-Amnestiegesetz.“

Auch diese Stelle macht einen gefälligen Eindruck. Sie wollen eine Enquetekommission einsetzen, um „richtige Schlüsse“ für die Zukunft zu ziehen. Bürger wünschen sich aber auch, dass politisch Verantwortliche für die Maßnahmenpolitik zur Rechenschaft gezogen werden. Wie gehen Sie mit dieser Forderung um?

Es braucht dringend einen Corona-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag. Dafür macht sich das BSW stark. Das heißt, dass Leute wie Gesundheitsminister Lauterbach, der nachweislich und mehrfach die Unwahrheit in der Corona-Zeit gesagt hat, sich dafür verantworten müssen. In Brandenburg gab es bereits zwei Untersuchungsausschüsse zu Corona. Selbst die AfD fordert keinen dritten Untersuchungsausschuss. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Herr Berndt sagte Ende Oktober dem Tagesspiegel, dass er es nicht für sinnvoll hält, noch so einen Untersuchungsausschuss einzusetzen.

Wir konnten aber in den Verhandlungen mit der SPD durchsetzen, dass es diese Enquete-Kommission geben wird. Sie soll Lehren ziehen, damit sich fundamentale Grundrechtseingriffe nie wiederholen, damit die Debatten sachlicher ablaufen und auch Bürger angehört werden. Wir haben auch erreichen können, dass Menschen, die unter Corona-Impfschäden leiden, überhaupt wahrgenommen und ihnen besser geholfen wird. Ähnliches gilt für Hilfe für Kinder und Jugendliche, die unter den Schulschließungen gelitten haben.

Sie wollen „Beratungen“ über ein Corona-Amnestiegesetz“ führen. Auch das klingt zögerlich. War es nicht möglich, sich im Vorfeld mit Ihrem Koalitionspartner darauf zu einigen, dass es ein Corona-Amnestiegesetz definitiv geben wird?

Sollte es zu einer Regierung zwischen BSW und SPD kommen, wird es ein Corona-Amnestiegesetz geben. Punkt. Auch das wäre ein absolutes Novum in der deutschen Politik, dass es ohne das BSW niemals geben würde.

Was sind die Vorstellungen Ihrer Partei bezüglich eines Corona-Amnestiegesetzes? Wie umfassend soll es werden? Soll es nur laufende Verfahren betreffen? Sollen gezahlte Bußgelder zurückerstattet werden? Sollen auch Anwaltskosten erstatten werden? Was sind Ihre Vorstellungen?

Ein Amnestiegesetz muss auf jeden Fall gezahlte Bußgelder in solchen Fällen zurückerstatten, für die es nie Bußgelder hätte geben dürfen. Im Übrigen werden wir uns genau ansehen, wie in anderen Ländern wie Slowenien oder Regionen wie dem australischen Bundesstaat New South Wales solche Gesetze ausgestaltet wurden, und uns darüber austauschen, was in Brandenburg möglich ist.

Wie wird es nun weitergehen in Sachen Koalitionsvertrag?

Das BSW hat am Nikolaus-Freitag auf einem außerordentlichen Landesparteitag einstimmig für den Eintritt in eine Regierung auf Basis des Koalitionsvertrags gestimmt. Sahra Wagenknecht lobte dabei die vielen in dem Vertrag erreichten Erfolge. Nächsten Mittwoch, am 11.12.2024, sollen der Ministerpräsident gewählt und die Minister ernannt werden. Das BSW könnte dann das Finanz- und Europaministerium übernehmen. Genauso wie das Infrastrukturministerium und das Ministerium für Gesundheit und Soziales. Die Arbeit geht dann für uns erst richtig los, um das in dem Vertrag Ausgehandelte auch umzusetzen.

Anmerkung: „Robert Crumbach (62) ist seit der Gründung des Landesverbandes Brandenburg des BSW im Frühling 2024 dessen Landesvorsitzender. Er war Spitzenkandidat des BSW für die Landtagswahl im September 2024, bei der das BSW 13,5 % erreichen konnte und nun 14 Abgeordnete im neuen Landtag stellt“, heißt es in einer Mitteilung des BSW-Brandenburg.

Titelbild: Screenshot RBB

Rubriken:

Audio-Podcast BSW Innen- und Gesellschaftspolitik Interviews Wahlen

Schlagwörter:

AbrüstungAmnestieBrandenburgBundeswehrDigitalisierungKoalitionsvertragRaketenstationierungSchuldenbremseUntersuchungsausschuss

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=125917

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Antimilitarismus »Unser Protest zeigt, dass wir etwas ändern können«

Erstellt von Redaktion am 9. Dezember 2024

Leipzig: Verweis wegen antimilitaristischer Aktion auf dem Schulhof. Ein Gespräch mit Iven K.

Interview: Yaro Allisat   Christoph Hardt/IMAGO/Panama Pictures

 

Sie haben von Ihrer Schule einen Verweis wegen eines antimilitaristischen Protests an Ihrer Schule, der Humboldt-Schule in Leipzig, bekommen. Was genau ist passiert?

Am 28. Oktober hatten wir auf unserem Schulhof ein »Die-in« gegen einen Bundeswehr-Besuch an unserer Schule veranstaltet. Während sich Schüler tot stellten, hielt ich eine Rede, in der ich vorrechnete: Wenn man Bundeswehr-Zahlen auf unsere Schule übertragen würde, wären vier Schüler im Einsatz gestorben und einer hätte Selbstmord begangen. Ich habe auch dagegen gesprochen, dass die Bundeswehr an Schulen kommt.

Auf einem Video, das die Schüler über Instagram verbreitet haben, ist zu sehen, wie die Schulleiterin Ihnen das Megaphon wegnimmt.

Sie sagte als Begründung so etwas wie, dass eine politische Demon­stration an der Schule nicht okay sei. Angemeldet hatten wir den Protest nicht.

Warum haben Sie die Aktion gemacht?

Mit unserer Kampagne »Kein Werben fürs Sterben« wollten wir uns dagegen wehren, dass die Bundeswehr an unserer Schule spricht. Es hieß, die kommen, um uns über Auslandseinsätze zu informieren. Bei dem Vortrag, der zwei Tage nach unserer Aktion stattfand, erzählten sie aber vor allem, wie toll doch eine Karriere bei der Bundeswehr sei, dass man da mit den Kollegen entspannt am Lagerfeuer sitzen kann und solche Sachen. Fragen zu den imperialistischen Auslandseinsätzen der Bundeswehr konnten sie nicht wirklich beantworten.

 

Was ist nach der Schulhofaktion passiert?

Direkt nach der Aktion hatten ein Genosse und ich ein Einzelgespräch mit der Schulleiterin, die uns sagte, es sei sinnlos, was wir machen, und dass »Ordnungsmaßnahmen« erlassen werden, falls so etwas wieder passiert. Danach hatte ich eine »Anhörung zur Androhung eines Schulverweises« mit der Schulleitung. Sie haben mir allerlei Dinge vorgeworfen. Die Schulleiterin hat mir dabei gar nicht zugehört. Es gab auch eine Anhörung mit meinen Eltern und eine Konferenz von Schulleitung und Lehrern. Es hieß, es sei ein von außen organisierter Protest gewesen und ich hätte den »Schulfrieden gestört«.

Wir haben das Ganze öffentlich gemacht. Es gab dann Einzelgespräche mit zwei von meinen Mitschülern. Einer von beiden wurden ebenfalls Ordnungsmaßnahmen angedroht, bei der anderen Person gab es eine Elternanhörung, bei der die Schulleitung die Anschuldigungen sehr aggressiv vorgetragen hat. Die Kernaussage der Schulleitung ist, dass linke Gedanken von uns an der Schule verbreitet werden. Dabei haben wir offene Neonazis an der Schule.

Und gegen diese Neonazis unternimmt die Schulleitung nichts?

Es gab mal ein Einzelgespräch, aber sonst weiß ich von keinen weiteren Maßnahmen. Und das, obwohl die Spinde von linken Schülern mit Nazistickern beklebt wurden. Parolen wie »Antifaschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen« und ähnliches. Lehrer haben Schüler mit diesen Stickern in der Hand gesehen. Trotzdem hat die Schulleitung gesagt, dass man da leider nichts machen könne.

Was hat die Schulleitung dazu gebracht, den angedrohten Schulverweis zurückzunehmen?

Ich denke, dass der mediale Druck, zum Beispiel die Petition, die es gegen den Verweis gab, wichtig war. Die Schulleitung hat zwar angemerkt, dass sie gern noch höhere Ordnungsmaßnahmen als den schriftlichen Verweis, den nur ich bekommen habe, erteilt hätte. Aber sie hatte einfach keine rechtliche Grundlage dafür.

Was denken die Mitschüler über die Aktion und die Repressionen?

Die meisten waren dagegen, dass die Bundeswehr an die Schule kommt, und fanden die Aktion gerechtfertigt. Die Reaktion der Schulleitung halten sie für übertrieben. Viele sehen aktuell die Probleme, aber sie denken, dass sie nichts daran ändern können. Ich denke, unser Protest hat gezeigt, dass wir etwas verändern können. Man muss die Schüler zusammenbringen und mit ihnen aktiv werden.

Aus: Ausgabe vom 10.12.2024, Seite 8 / Inland

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/489601.antimilitarismus-unser-protest-zeigt-dass-wir-etwas-%C3%A4ndern-k%C3%B6nnen.html

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