Zusammenfassung der (online) „Aktionsberatung Ostermarsch 2026“ am 11.01.2026 – 14 Uhr (bis 15:35 Uhr)
Erstellt von Redaktion am 20. Januar 2026
Zusammenfassung der (online) „Aktionsberatung Ostermarsch 2026“
am 11.01.2026 – 14 Uhr (bis 15:35 Uhr)
Zu der Aktionsberatung hatte das Netzwerk Friedenskooperative und die Friedens- und Zukunftswerkstatt / Ostermarschbüro Frankfurt eingeladen.
Über 120 Aktive aus der Friedensbewegung haben sich dazu angemeldet und ca. 100 davon nahmen aktiv an der Beratung teil.
Nach der Begrüßung durch Philipp Ingenleuf und einem Input von Willi van Ooyen (s. Anlage)
wurden die inhaltlichen Schwerpunkte der kommenden Ostermärsche diskutiert.
Kristian Golla übernahm die Moderation.
Im ersten Teil der Beratung wurde betont,
wie wichtig die inhaltliche Verständigung bei den Ostermarschaufrufen durch die örtlichen und regionalen Ostermarsch-Initiativen sei.
Die Verständigung vor Ort über Inhalte und Aktionsformen der Ostermärsche ist ein Merkmal der erfolgreichen Arbeit der Friedensbewegung
in den verschiedenen Städten und Regionen des Landes.
In der Diskussion wurde betont, dass in diesem Jahr klare Alternativen zur Militarisierung aller gesellschaftlichen Bereiche und eine klare Absage
gegen die Rechtsentwicklung und die zunehmende Repression gegen die Friedensbewegung gefordert werden sollte.
Im Mittelpunkt sollte die Forderung nach Abrüstung statt der Fortsetzung des Sozialabbau Politik stehen.
Stärker sollen auch historische Orte (antifaschistische Gedenkorte, Militäreinrichtungen, …) in die Aktionsplanungen einbezogen werden.
Mit der einsetzenden Wehrpflicht sollen besonders junge Mitstreiter*innen für die Aktionen zu Ostern – im Zusammenhang mit dem Aktionstag am 5. März –
angesprochen und gewonnen werden.
Nach einer Einschätzung der bisherigen Aktionen der Friedensbewegung informierte Philipp Ingenleuf über die in den letzten Jahren
gesteigerte quantitative Beteiligung an den Ostermärschen. Diese Tendenz solle in diesem Jahr verstärkt werden.
Die Anregung eine zentrale Losung und gemeinsame Forderungen für die bundesweite Ostermarschbewegung zu entwickeln,
wurde im zweiten Teil der Beratung angesprochen.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass die dezentralen Aufrufe und inhaltlichen Schwerpunkte
größere Mobilisierung ermöglichen.
Dies soll auch in diesem Jahr, so informierte Kristian Golla, durch die Übersicht der Ostermarschaktivitäten,
die die Friedenskooperative wieder zur Verfügung stellt, ermöglicht werden.
Dabei sollen die eingestellten Aufrufe und Aktionsmaterialien als Anregung für andere genutzt werden können. Wichtig ist dabei,
dass die regionalen Initiativen möglichst schnell den Stand der Vorbereitung der Aktionen mitteilen.
Die Friedenskooperative will entsprechendes Material (Eindruckplakate, Schilder, Aktionspakete) anbieten.
Auch die „Zeitung gegen den Krieg“ wird wieder als Massenmaterial zur Verfügung stehen.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass das Treffen hilfreich für die Vorbereitung der Ostermärsche war.
Der Austausch der Ostermarschinitiativen soll bei größerer Nachfrage
(neue Initiativen, aktuelle Zuspitzungen, Repression gegen Ostermärsche) durch Einberufung einer weiteren Aktionsberatung möglich sein.
(WvO, Ph.I, KG)
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Terminübersicht: (was bis jetzt gemeldet ist)
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weitere Infos und/oder Rückfragen:
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Kristian Golla: k.golla@friedenskooperative
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Philipp Ingenleuf: p.ingenleuf@friedenskooperatuve.de
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Willi van Ooyen: frieden-und-zukunft@t-online.de
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Einleitungsbeitrag Willi van Ooyen zur Ostermarschberatung
Ich wünsche Euch allen alles Gute für das neue Jahr. Und dass, obwohl 2026 bereits mit der völlig illegalen US‑Militäroperation
gegen Venezuela und der Entführung des dortigen Präsidenten auf erschreckende Weise begonnen hat.
Hinzu kommen die zahlreichen fast täglichen Gewaltandrohungen von Präsident Trump, dem selbsternannten „Friedenspräsidenten“,
gegen eine ganze Reihe weiterer Staaten – darunter Iran, Cuba, Kolumbien, Mexiko, Grönland, Afrika und zuletzt sogar Kanada.
Das Völkerrecht wird faktisch beiseitegeschoben; es gilt nur noch das Recht des Stärkeren.
Und diese Stärkeren verfügen heute über Waffensysteme, die alles Leben auf der Erde innerhalb von Minuten auslöschen können –
in einer Welt, in der es weder Rüstungsbegrenzungen noch vertrauensbildende Maßnahmen oder eine Institution gibt,
die im Ernstfall deeskalierend einwirken könnte.
Wir leben zudem in einem Europa, dessen politische Führungen – trotz ihrer begrenzten Handlungsfähigkeit –
fast ausschließlich in Kategorien von Waffen und Krieg zu denken scheint.
Sie ist unfähig oder unwillig, sich für Frieden einzusetzen und die Prinzipien der UN‑Charta zu verteidigen.
Selbst angesichts eines Genozids unmittelbar vor unserer Haustür schweigen sie – und liefern zugleich die Waffen dafür.
Zum völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela fällt Bundeskanzler Merz nichts weiter ein, als ihn „komplex“ zu nennen.
Aber auch zu diesem Thema gibt es aktuell sehr viele Aktionen, die Mut machen.
Das zunehmend aggressive Vorgehen – nach außen wie auch zunehmend nach innen –
geht einher mit einer erschütternden Doppelmoral.
Wenn die Regierenden von Hochrüstung und Kriegsbereitschaft reden, dürfen wir den Frieden nicht aufgeben.
Das sollten wir mit den diesjährigen Ostermärschen uns vornehmen.
Die Ostermarsch-Aktionen zeigen die breiteste und präsenteste Infrastruktur der Friedensbewegung in unserem Land.
Diese „Infrastruktur“ sollten wir weiter ausbauen. Denn damit erreichen wir in vielen Regionen des Landes Aktive,
um inhaltlich und organisatorisch die Gegenpositionen zur Militarisierung der gesamten Gesellschaft
mit deren Kampfbegriff „Friedenstüchtig“ angehen zu können.
Wir müssen alles daransetzen, dass 2026 wieder zu einem Jahr wird, in dem die Weichen auf Frieden gestellt und die Kriegstreiber zurückgedrängt werden.
Bei den Ostermärschen und in den ersten Aufrufen dazu wird das Thema Hochrüstung (unsinniges 5%-Ziel) thematisiert.
Das Thema Kanonen statt Butter wird angesichts der Krisenbetroffenheit, die im Land spürbar ist, zentrales Thema sein.
Dazu sollten auch die Gewerkschaften bei den örtlichen Aktionen stärker eingebunden werden.
Die Atomwaffen und die für dieses Jahr avisierte Installation neuer Mittelstreckenwaffen sind sicherlich ein wichtiges zentrales Thema.
Erste Aktionen zum Atomwaffenverbotsvertrag am 22. Januar stehen an.
Zu den Mittelstreckenwaffen und den Einsatzplanungen (mit Wiesbaden und Grafenwöhr) wird es weitere Initiativen geben –
Auch ein Aufruf zur Unterstützung des Berliner Appels wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.
Wichtiger wird das Thema Wehrpflicht. Nach den Aktionen am 5. Dezember,
die in aller Regel von neuen Schüler-Aktionsinitiativen mit der Losung „Nein zur Wehrpflicht“ organisiert wurden,
steht der weitere Aktionstag am 5. März – also kurz vor den Ostermärschen an.
Wir sollten die Initiativen unterstützen und helfen, dass das Anliegen in vielen Orten durch Beratung und Aktionsunterstützung sichtbar wird
und viele Menschen – vor allem betroffene Jugendliche – erreicht.
Das Thema wird in den Ostermarschaktionen bereits eingeplant.
Auch die Umweltfragen und –Katastrophen sollen zu Ostern thematisiert und der Zusammenhang von Frieden und gesunder Lebensweise thematisiert werden.
Sicherlich werden die Ostermärsche auch ein Zeichen der internationalen Solidarität mit den kriegsbetroffenen Menschen und
den Friedenskräften in den verschiedenen Ländern setzen.
Wir brauchen Vertreter der Friedensbewegung aus den USA, aus Israel, aus Palästina, Lateinamerika, Afrika.
Auch internationale Organisationen wie die Welthungerhilfe, kirchliche Hilfsorganisationen, Flüchtlingshilfen, Medico,
die wegen der Militärpräferenz an den Rand gedrängt werden.
Besonders eines scheint, mir wichtig: wir sollen die Initiativen, die erstmalig sich zutrauen Ostern 2026 Aktionen zu planen, unterstützen.
Dabei gilt es die vielfältigen Aktionsformen zu Ostern (wie Friedensgottesdienste, Mahnwachen, Proteste gegen Rüstungsindustrie und Militäranlagen,
Fahrradaktionen, Kundgebungen, …) weiter zu beleben. Auch die Anreise zu regionalen Ostermärschen können vor Ort mit kleineren Aktionen begleitet werden.
Friedliche Grüße
Willi van Ooyen
Friedens- und Zukunftswerkstatt e. V.
c/o Frankfurter Gewerkschaftshaus
Wilhelm-Leuschner-Str. 69 – 77
60329 Frankfurt am Main
Tel.: 069 24 24 99.50
Fax: 069 24 24 99.51
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