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Pro+Kontra GAZA-Konvoi

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2010

Märtyrer an Bord

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Möge sich jeder seine eigenen Gedanken machen! Darum ohne weitere Stellungnahme. IE

Pro  — Märtyrer an Bord

GAZA-KONVOI Wer sich als Passagier auf ein Aktivisten-Schiff begibt, sollte sich besser vorher informieren, wer die Organisatoren der Reise sind. Dies sei auch den Medien angeraten.
VON DORIS AKRAP
Friedensaktivisten, Menschenrechtsaktivisten, Solidaritätsaktivisten, türkische Aktivisten – all diese gab es ganz sicher auf der „Mavi Marmara“, dem Schiff, das von israelischem Militär gestürmt wurde. Doch die Bezeichnung Aktivist ist weder geschützt noch ein verbrieftes Qualitätssiegel.

Wer sich also freiwillig als Passagier auf ein Aktivisten-Schiff eincheckt, sollte sich vorher ausreichend darüber informieren, wer die Organisatoren und Aktivisten der „Solidaritätsflotte“ sind. Und genauso sollte jeder Journalist, der über die Ereignisse berichtet, versuchen, sich ein klares Bild von der Sorte Aktivisten zu machen, über die er oder sie als „Opfer“ berichtet.

Lange vor dem Auslaufen der „Mavi Marmara“ gab es genügend Material – sowohl über die türkische als auch über die deutsche Internationale Humanitäre Hilfsorganisation (IHH), das zumindest hätte misstrauisch machen sollen. Bereits vor einigen Jahren hatten deutsche Staatsanwälte der IHH vorgeworfen, Spendengelder nicht zu humanitären Zwecken, sondern zum Kauf von Waffen für Glaubensbrüder in Bosnien und Tschetschenien zu verwenden. Vor einem Jahr war Bülent Yildirim, Vorstand der IHH, auf einer Veranstaltung in Gaza, wo er bekannte: „Vor drei, vier Jahren noch hat man die Hamas als terroristische Organisation bezeichnet. Heute nennen wir Israel, die USA und Großbritannien die Terroristen.“ Bei der Einweihung der Solidaritätsflotte, so berichteten israelische Medien vorab, seien Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi, Mitglieder der Hamas, und Hamam Said, ein Führer der Muslimbrüder aus Jordanien zugegen gewesen.
Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Kontra  —  Jenseits der roten Linie

Wenn israelische Marine-Einheiten Gaza-Hilfsschiffe in internationalen Gewässern kapern, ist das nicht ein Akt der Piraterie, sondern auch ein Augenblick der Schande. Von URI AVNERY.

Eine lokale Fernsehstation berichtete vor einer Woche von einer Gruppe Israelis, die an Verschwörungstheorien glauben. Sei seien davon überzeugt, dass George W. Bush die Zwillingstürme von New York ­zerstören ließ, um seine niederträchtigen ­Pläne voran zu bringen. Sie glauben, dass große pharmazeutische Firmen den Schwei­negrippe-Virus verbreiten, um ihre Impfstoffe zu verkaufen. Sie denken, dass dem Trinkwasser Fluoride beigegeben werden, um Männer zu sterilisieren.

Ich frage mich, warum sie noch nicht die ruchloseste aller Verschwörungen entdeckt haben: Dass Israel von einer Regierung geführt wird, die ihre Macht dazu benutzt, den jüdischen Staat zu zerstören. Beweise? Nichts leichter als das. Man muss nur die furchtbaren Ereignisse nehmen, zu denen es in der Nacht vom 30. zum 31. Mai im Mittelmeer gekommen ist.

Auf Order der Regierung Netanjahu und der Armeeführung hat es einen kriegsähnlichen Angriff gegen Schiffe mit Hilfslieferungen und tödliche Schüsse auf Friedensaktivisten sowie humanitäre Helfer gegeben. Eine wahnsinnige Aktion, wie sie nur von einer Regierung ausgehen kann, die alle roten Linien hinter sich lässt. Ein Beleg dafür, dass unmenschlichem Vorgehen ausgesetzt sein kann, wer menschlich handeln will. Es bleibt lebensgefährlich, einem Volk beistehen zu wollen, das unter den Augen der Weltöffentlichkeit ohne Recht auf staatliche Existenz bleibt.

Quelle : Der Freitag >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle : Collection of works by ISM Palestine, Al Jazeera, ISM Palestine, Paffairs Sanfrancisco Photo by ISM Palestine, cc-by-sa-2.0 Photo by Avi Ohayon GPO, cc-by-sa-2.0 Al Jazeera footage, cc-by-3.0 Al Jazeera footage, cc-by-3.0 Photo by Paffairs Sanfrancisco, cc-by-sa-2.0

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