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RENTENANGST

Moral kann wehtun

Erstellt von DL-Redaktion am 30. August 2014

Mit Terroristen verhandeln?

.VON FRANK BROSOW

Der Staat darf sich nicht erpressen lassen. Auch nicht, wenn, wie im Fall des ermordeten James Foley, das Leben seiner Bürger auf dem Spiel steht.

Was moralisch geboten oder verantwortbar ist, das muss jeder für sich selber entscheiden.“ So beantwortet Markus Kaim im ZDF-Mittagsmagazin vom 21. 08. 2014 die Frage nach der moralischen Dimension von Waffenlieferungen in Spannungsgebiete. Die Botschaft ist klar: Ein Sicherheitsexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik äußert sich nicht öffentlich zum Thema Moral, das augenscheinlich nichts mit Sicherheit, Wissenschaft oder Politik zu tun hat.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass der Experte genau das tut, was er vermeiden will: sich zu einem Thema äußern, das jenseits seiner Expertise liegt. Moral, so lernen wir en passant, ist Privatsache; journalistische Fragen nach einer objektiven moralischen Bewertung realpolitischer Entscheidungen sind Ausdruck einer sympathischen, jedoch unaufgeklärten Naivität, auf die der wissenschaftliche Experte durch freundliche Zurückweisung reagiert.

Diesen Umgang mit Moral sind wir gewohnt. Von den Medien beschworen, von Politikern, Ökonomen und Wissenschaftlern hinter geschliffener Rhetorik belächelt, einzig von Moralisten und Traditionalisten inhaltlich verteidigt und von allen gleichermaßen instrumentalisiert, wird der Begriff „Moral“ heute als Musterbeispiel für Unwissenschaftlichkeit gebraucht.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author George Cruikshank (1792–1878) Link back to Creator infobox template wikidata:Q360466 s:en:Author:George Cruikshank

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