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Terroralarm in Waldbröl

Erstellt von DL-Redaktion am 21. November 2010

Terroralarm in Waldbröl

Datei:Waldbröl-blick v markt.jpg

Meine Partnerin hat gerade den Weihnachtsbaum samt Pflanztopf vom Balkon geschmissen, der sollte ja noch nicht in die Wohnung, wegen des Nadelns, und meine Weihnachtsgeschenke aus ihrem Geheimversteck direkt mit, sie meinte „Bestimmt ist da auch ne Bombe drin, die Verkäufer hatten alle Bärte.“

Meinen Schokoladennikolaus hat sie im Klo weggespült, sie meinte „Wasser macht Bombenzünder unschädlich, sieht man ja immer im Fernsehen und bestimmt ist die Bombe da drin versteckt, Schatzi“

Jetzt telefoniert sie gerade mit Wladimir Putin, den ihre Mama noch aus DDR Zeiten kennt, ob er uns nicht mit ein paar Flakgeschützen, Granat- und Raketenwerfern, sowie 26 MG’s aushelfen kann, damit wir den Terrorangriff auf unsere Wohnung zu Weihnachten abwehren können.

Danach will Jessi in unserem Garten 72 Tretminen aus DDR Beständen verlegen, die ich eigentlich für die Wühlmäuse gelagert hatte. SEUFZ

Und was mach ich dann im Frühjahr mit den Wühlmäusen?

Der Terror hat jetzt auch Waldbröl im Oberbergischen Kreis erreicht.

Mein Nachbar zur Rechten legt gerade Nato Stacheldraht auf seinem Grundstück aus, weil Jessi ihn alarmiert hat, der Nachbar zur Linken ist gerade unterwegs zu einem Dobermann Hundezüchter, 10.000 Euro cash in der Brieftasche und will sich 10 der „possierlichen“ Hundchen für sein 500qm Grundstück anschaffen.

Bauer Erwin, 500 Meter weg, buddelt mit seinem Traktor Panzergräben, Minenverhaue und einen Bunker für die seinen und ballert wie wild mit seiner Schrotflinte auf jede Krähe!

„Wer weiss Dieter, die Terroristen haben die Vögel bestimmt dressiert und die schmeißen ne Bombe auf meinen Hof“ sagte er zu mir und „Bei mir kommen keine Terroristen rein, nur Kühe und Stiere“.

Unser Eiermann Egon hat jetzt 10.000 zerschossene Hühnereier.

Als er gestern bei Bauer Erwin am Hof vorbei fuhr, machte er wie immer mit seiner alten Hupe „Mööp, mööp“! Erwin dachte das sind sie, so hört sich ein Bombenzünder an und hat 26 Schrotladungen abgeballert.

Egon ist zum Glück nix passiert, aber er hat in Erwins Bunker um Asyl gebeten.

Reinhard, der Fahrschulbesitzer von gegenüber, schweisst gerade an seinen Autos Panzerplatten an und schreit die ganze Zeit „no paseran“ – „sie werden nicht durchkommen“, sein Großvater hatte auf Seiten der demokratischen Republik in Spanien gekämpft.

Oma Elli von schräg gegenüber, Kriegsveteranin im Widerstand, bastelt fleissig Massen von Molotowcocktails in ihrer Küche, hat sie damals in der „Komintern“ Schule der KPDSU gelernt.

Zitat: „Unsere Straße ist sicher, Jessi und Dieter.“

Altnazi Wilhelm, 88 Jahre, hat aus seinem Kellerversteck die verrosteten MG’s aus der Nazizeit geholt und schiesst sie gerade ein, 4 harmlose Krähen und Kuh Elsa mussten schon dran glauben.

Er tanzt dabei durch den Garten und singt immer wieder wie irre: „Jetzt geht’s wieder los, jetzt geht’s wieder los.“

Bauer Erwin fand das gar nicht lustig, dass Altnazi Wilhelm ihm seine Kuh Elsa abgeballert hat und war echt sauer, aber jetzt haben sie sich geeinigt, Wilhelm darf mit in den Bunker, wenn er mit seinen MG’s die Stellung verteidigt.

Lediglich unser türkischer Pizzabote Ahmet hatte etwas Sorgen.

Er hat sich gerade den Bart abrasieren lassen, damit er mit seinen „Pizzapäckchen“ nicht für „Osamahatnichtgeladen“ gehalten wird.

Ich überlege gerade, ob ich Jessis Handtasche nicht in den Brölbach schmeißen sollte, schließlich durfte ich noch nie reinschauen … und vielleicht ist DA ja die Bombe drin …

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Quelle Eigenes Werk
Urheber mrfinch

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