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Bockhahn verlässt das Amt

Erstellt von DL-Redaktion am 6. November 2012

Flügelstreit treibt Linken-Landeschef aus dem Amt

Pressekonferenz Kerstin Liebich.jpg

„Ich habe die Aufgabe als Landesvorsitzender sehr gerne wahrgenommen, wenngleich es nicht immer einfach gewesen ist.“ Gegen den Bundestrend habe der Landesverband 2011 bei einer Landtagswahl prozentual zulegen können, bilanzierte der 33-Jährige. „Unsere Landtagsfraktion leistet tolle Arbeit.“

Dies ist Teil einer Erklärung für die Aufgabe des Amtes als Landesvorsitzender der LINKEN  in Mecklenburg-Vorpommern. Nach drei Jahren als Vorsitzender möchte er sich auf die Verteidigung seines Direkt-Mandat für die Bundestagswahl 2013 konzentrieren.

Bockhahn wird zum  pragmatischen Flügel in der Linken gerechnet, der zur Durchsetzung eigener Ziele Regierungsbeteiligungen befürwortet. Mit dieser Haltung war Bockhahn in der Landespartei nicht unumstritten. Vielfach geriet er dabei mit den Traditionalisten in den eigenen Reihen in Konflikt. Nach den Gründen für Bockhahns Rücktritt befragt, verweist einer seiner Vertrauter auch auf diesen Flügelstreit.

Wie bereits vor dem letzten Bundesparteitag in Göttingen beklagte er auch nach den Parteitag massiv die Mitgliedermanipulationen der West-Partei. Nachdem der Bundes-Schatzmeister Sharma seine neuen Mitgliederzahlen öffentlich machte, hieß es aus der Richtung: Zeitweise seien Gutwillige durch „eine Unterschrift nach drei Bier“ zum Parteimitglied geworden – eingestuft mit dem Mindestbeitrag.

Unmittelbar nach Göttingen bereinigte auch der Landesverband Saarland seine Kartei um 1.000 Personen – angeblich auf Anweisung Oskar Lafontaines, Fraktionschef im Landtag. Als das Karl-Liebknecht-Haus in Berlin die erste Ausgabe eines Mitgliedermagazins bundesweit verschickte, kamen so viele Briefe als unzustellbar zurück, „dass mehrere mit anfassen mussten“, um den Postberg wegzuschleppen.

So lesen wir denn weiter:

Flügelstreit treibt Linken-Landeschef aus dem Amt

Nach nur drei Jahren im Amt ist der Landesvorsitzende der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn, überraschend zurückgetreten. Er wolle sich ganz auf die Verteidigung seines Direktmandats bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 und sein Kommunalmandat in der Rostocker Bürgerschaft konzentrieren, teilte er mit. Da dies „mehr Zeit beansprucht als ich sie im kommenden Jahr aufbringen kann, werde ich diese Verantwortung abgeben müssen“, schrieb er in einer Erklärung.

Seit 2004 sitzt Bockhahn im Kommunalparlament in Rostock, 2007 wählten ihn die Linke-Abgeordneten zum Fraktionschef. Seit 2009 stellt die Linke dort die größte Fraktion. Diesen Erfolg will Bockhahn nicht aufgeben. „Mir bedeutet dieses kommunale Mandat sehr viel, ebenso meine Aufgabe als Vorsitzender des Finanzausschusses in Rostock“, schrieb er.

Der gebürtige Rostocker hatte sich maßgeblich für die Rettung des Drittligisten Hansa Rostock eingesetzt. Seine Verankerung in der Stadt ist wichtig für ihn als Bundespolitiker: Aus Sicht eines Wahlkampfstrategen steht und fällt das Direktmandat mit Bockhahns kommunalem Engagement. Am Freitag hatten ihn die Genossen im Wahlkreis Rostock erneut für den Bundestag nominiert.

Quelle: Zeit-Online >>>>> weiterlese

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Grafikquelle   :   Nach der Wahl Kerstin Liebichs als OB-Kandidatin der Rostocker LINKEN geben der Kreisvorsitzende Wolfgang Methling, der Landesvorsitzende Steffen Bockhahn und Kerstin Liebich eine Pressekonferenz im Rostocker Theaterzelt.

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