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RENTENANGST

Das SPD-Kanzlerkarussell

Erstellt von DL-Redaktion am 14. August 2012

Alle Jahre wieder ziehen sie im letzen Moment so einen Hasen aus den Hut

Da haben die Kinder Spielzeug und können sich Einen bauen

Es scheint in Mode gekommen zu sein, die für die Parteien wichtigen Personalentscheid- ungen möglich lange hinauszuzögern. Konnten wir dieses Vorgehen doch erst vor kurzen bei den LINKEN verfolgen, als mit allen Mitteln versucht wurde über die Personalie der beiden Vorsitzenden erst auf dem Parteitag entscheiden zu lassen. Gleiches erleben wir heute bei der SPD welche ebenfalls versucht über ihren Kanzlerkandidaten möglichst kurz vor dem Wahltag entscheiden zu lassen.

Erspart man sich durch ein hinausschieben der Entscheidung unbequeme Diskussionen an der Basis und verspricht sich so bessere Chancen eine entsprechende Mitsprache der Basis möglichst zu umgehen. Auf einen Parteitag ist es leichter ein paar hundert Delegierte unter Zeitdruck zu überrumpeln als tausende von Einzelmitglieder zu überzeugen.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal. Folgend diesem Motto wartet die SPD mit drei Kanzler-Kandidaten auf, welche schon unter Schröder und Clement mitentscheidend für die Fundamentierung des jetzigen Bankenzustand und die Schieflage des Sozialen in dieser Republik waren. Die Grundsteine samt Sockel wurden unter ROT-Grün gegossen. Die jetzige Argumentationen sind ein ausreichender Hinweis auf das niedrige politische Niveau in diesem Land.

Vergessen wird hierbei das letztendlich die Gesellschaft über eine Kanzlerschafte entscheidet und nicht eine Troika innerhalb der SPD. Da wir im Zeitalter der Computerisierung leben hat diese Debatte lange begonnen und treibt die Partei quasi vor sich her.

Das nun ausgerechnet die heute für das damalige Versagen zahlenden Bürger sich für einen dieser politischen Scharlatane aus der SPD als Kanzler entscheiden könnten, dazu gehört schon eine sehr rege Fantasie welche im Bereich des Masochismus angesiedelt sein muss. Die Wähler werden sich im Zweifelsfall für das Gewohnte entscheiden, für Merkel, oder sie bleiben wegen mangelnder Alternative zu Hause.

Hier ein Kommentar aus der Oldenburgischen Volkszeitung von Dirk Dasenbrock:

Vechta (Presseportal ots) – Die SPD hat drei Kanzlerkandidaten im Köcher: Gabriel, Steinmeier und Steinbrück. Und sie will erst nach der Niedersachsen-Wahl im kommenden Januar verkünden, wer gegen Angela Merkel antreten soll. So ist die offizielle Lage.

Inoffiziell ist Frank-Walter Steinmeier eine erneute Kandidatur nicht mehr zu nehmen. Es sei denn, er selbst verzichtet. Kaum anzunehmen. Steinmeier hat – das zeigt die Intervention von Torsten Albig aus Schleswig-Holstein – innerparteilich mit Abstand die besten Karten. Seine moderate Art kommt an. Man könnte auch sagen: Weniger Profil hilft viel. Peer Steinbrück dagegen vertritt eine klare, harte ökonomische Kante und ist seiner Partei nur um den Preis einer Zerreißprobe zu vermitteln. Und Sigmar Gabriel, der Parteichef, hat jede Woche eine neue Idee. Er ist eloquent und beschlagen, sein Problem ist nur, dass niemand ihm eine stringente, nachhaltige Führung zutraut. Damit ist er automatisch aus dem Rennen. Was bedeutet das im Hinblick auf die Bundestagswahl? Ganz einfach: Die SPD tut sich selbst nicht weh – und rennt krachend gegen die Wand. Denn Peer Steinbrück wäre eine denkbare Kanzler-Alternative zu Angela Merkel – wenn er sich richtig positionieren würde. Frank-Walter Steinmeier ist es nicht. Er ist schon einmal unter ungünstigen Bedingungen bei 23 Prozent im historische tiefsten SPD-Tal angekommen. Die Bedingungen sind nicht besser geworden.

Wichtiger noch: Steinmeier ist kein Mann der Alternative. Er ist Merkel light. Er wäre, stellt man das nach wie vor hohe Ansehen der Kanzlerin in der Bevölkerung in die Wahlrechnung, kein ernstzunehmender Gegner für die Strategien aus der Willy-Brandt-Straße 1.

Bleibt es bei dem Kandidaten Steinmeier, dann spielt für Angela Merkel selbst die Verfassung der FDP im Herbst 2013 kaum eine Rolle. Denn sie kann auch mit einem Junior-Partner SPD gut weiterregieren. Vielleicht sogar besser.

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Grafikquelle   :   Lego Duplo

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