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RENTENANGST

Stiller Stuhl für Erika

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Januar 2017

BERLINER  LUFT

Datei:Donnerbalken.jpg

So sah die Zeit weit vor der Uckermark aus

„Stiller Stuhl“ für Erika, so lese ich heute Morgen in der TAZ. Das ausgerechnet an einem Wochenende an dem die Schlagzeile auf der ersten Seite wie folgt lautet: „Der große Schulklo – Report“.

Das passt doch irgendwie alles so schön zusammen. Trotz dem suche ich, bevor ich weiter lesen, nach Erklärungen und stelle mir vor, wer denn diese Erika sein könnte, über welche hier geschrieben wird. Vor allem unter der aufmachenden Schlagzeile lese ich dann weiter: „Wo der Zustand der Nation zum Himmel stinkt.“ Und in diesen Moment fällt mir die Berliner Fäkalien Grube wieder ein, in der die dicksten Klumpen immer oben schwimmen.

Hm, natürlich, der erste Gedanke: beschäftigt sich mit „IM Erika „! –  Glaube aber das die Menschen in der Uckermark sicher schon eigene Toiletten benutzen, um einmal so richtig abdrücken zu können. Die sind bestimmt nicht mehr auf öffentliche Toiletten in den Schulen angewiesen. Im Notfall könnten sie auch einmal auf dem naheliegenden Privatflugplatz Erleichterung finden. Auch wäre es nicht denkbar das ein Vater seine Familie in den 50ger Jahren in ein Land geschleust hätte, in dem Bedürfnisanstalten nicht vorhanden gewesen wären. Wo doch dort angeblich das System das Bessere von beiden Staaten war.

Genau so sind wir Menschen aber nun einmal. Haben wir früher nur auf dem Sozius Sitz nicht ruhig bleiben können und das Motorrad an die Wand fahren lassen, greifen wir, kaum in einem neuen Land angekommen, selbst nach dem Lenkrad eines schnellen Wagen, und machen auch diesen platt !

Aber wohin gehen meine Gedanken nur, finde ich doch schon in der dritten Zeile des Artikel eine endgültige Erklärung.

Redaktion/ IE

Die Berlin-Parlamentskolumne

von Anja Maier

Ganz hinten muss sie jetzt sitzen, die Erika Steinbach. Nachdem die Krawallschachtel der Unionsfraktion Anfang dieser Woche ihren Austritt aus der CDU erklärt hatte, musste sich ihre ehemalige Fraktion was einfallen lassen. Wohin mit einer Frau, die mehr als ein Vierteljahrhundert durch ihre und für ihre Partei im Bundestag gesessen hat? Mit 73 Jahren kann man der Lady kaum empfehlen, sich von zu Hause einen Klappstuhl mitzubringen.

Die Bundestagsverwaltung wusste eine Lösung. Sie hat in der allerletzten Reihe, noch hinter der Unionsfraktion, einen „stillen Stuhl“ für Erika montieren lassen. Eine Art Ausgedingehäuschen für eine, die erst kürzlich via Twitter jenes Land, das „ihre“ CDU seit zwölf Jahren regiert, eine „Bananenrepublik“ geschimpft hat.

Da sitzt sie nun. So weit hinten, dass sie nicht einmal mehr die Reichstagsbesucher sehen können. Aber eine aus der Unionsherde vertriebene, quasi in ein Extragatter verfrachtete Erika – ist das schlau? Aber, so sind die Menschen eben, erst fahren sie auf dem Sozius Sitz als unbedarfte Beifahrer voll vor die Wand, da sie hinten nicht ruhig sitzen könne, müssen sie in dem neuen Land anbgekommen, auch noch da Steuer selber in die Hände nehmen; -da kann die Katastrophe ja nicht ausbleiben!

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: „Donnerbalken“ mit Soldaten des Ersten Weltkriegs

  • Bild-PD-alt gemeinfrei.
  • File:Donnerbalken.jpg
  • Hochgeladen: 14. Oktober 2012
  • Quelle Privates Fotoalbum von Stefan Kühn
    Urheber bzw.
    Nutzungsrechtinhaber
    unbekannt

 

 

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Das linke Vogelhäuschen

Erstellt von DL-Redaktion am 9. November 2013

Eine Weihnachtsgeschichte aus dem KV Frankfurt:

Folgende Glosse fanden wir gestern in unseren E-Mail Briefkasten. Eine Glosse von einen anonymen Absender und mit fehlender Autoren Kennzeichnung. Der Autor möge sich bitte melden, damit wir ihm das Copyright zuschreiben können.

Wird er aber wohl nicht da die Glosse einen zutiefst wahren Blick in die Linke wirft. Durch eine kritische Lupe gesehen, und dabei sogar noch mit wenig Anspruch auf Vollständigkeit, da die Aufzählung nur einen geringen Teil der Partei beschreibt. Die Argumentationsliste könnte beliebig erweitert werden. Besser wäre es für den Autoren allerdings schweigend im Untergrund zu bleiben, da in der Partei ohne jegliche Kultur, eine humorige Selbsterkenntnis nicht gerade wünschenswert ist.

Ein sich Lustig machen kommt, vergleiche mit den Religionen passen hier, einer Todsünde gleich. Denn da fristen ja noch die „Echten Linke“, die „Wahren Linken“ sowie die „Ur Linken“, oder die „Beleidigten Linken“ um nur ein paar Grüppchen zusätzlich zu erwähnen, ihr unfruchtbares Dasein. So ist es doch auch nicht  gerade eine Überraschung dass sich die gesamte Auflistung auch mit Namen bestücken ließe. Was heißt, so viel verrückte Typen gibt es in einer Partei in der ich, und das ist gut so, keine Beiträge mehr zahle. Ansonsten würde die Liste ja noch länger werden.

Eine Weihnachtsgeschichte aus dem KV Frankfurt:
Das linke Vogelhäuschen

Es gibt ein neues Büro für Landes- und Kreisvorstand der Linken. Die MitarbeiterInnen möchten am vorhandenen Balkon ein Vogelhäuschen aufstellen und fragen deshalb in einer E-Mail die Mitglieder, ob zufällig jemand eines übrig habe. Man würde gerne im Winter die Vögel füttern.

Aber in einer noch jungen Partei mit solch unterschiedlichen Sozialisationen wie bei der Linken, kann so etwas schwierig werden:

Zunächst meldet sich ein Alt-Kommunist: „Die Mitarbeiter werden bezahlt um die Interessen der Menschen in diesem Land zu vertreten, nicht um Vögel zu füttern.“

Danach nimmt der SprecherInnenkreis der „Sozialistischen Linken“ (SL) Stellung: Das sei ja alles ganz nett, aber eine solche Aktion solle doch vorher in den demokratischen Entscheidungsprozess eingespeist werden, damit alle Parteimitglieder dazu ihre Meinung äußern könnten. Ob die Fütterung auf Vögel beschränkt sein müsse könne dann ebenfalls mitentschieden werden.

Darauf das „Forum demokratischer Sozialismus“ (FdS): Die Aktion brauche politische Tiefe. Es sollen deshalb alle Fraktionssprecher der Linken aufgefordert werden, im jeweiligen Parlament einen entsprechenden Antrag einzubringen, um öffentliche Unterstützung durch den Staat für diese Aktionen einzufordern.

Mitglieder der Stadtteilgruppe Höchst: Natürlich werde auch dieses Problem wieder einmal nur unter den Strömungen ausgekungelt. Vogelhäuschen seien aber für alle da.

Ein Stadtverordneter: Das sei wieder einmal typisch, an die Vögel werde gedacht, ob auch Hartz IV-Empfänger genug zum Essen hätten, würde nicht diskutiert.

Eine bisher unbekannte AG LiTi, „Linke Tierfreunde“, begrüßt die Aktion „auf das Heftigste“, schickt 5 Euro, eine Tüte Sonnenblumenkerne und einen Blumenstrauß.

Die BAG Shalom schreibt: Es müsse sichergestellt werden, dass keinerlei Raubvögel in den Genuss der Fütterung kommen. Auch sei zu prüfen, ob koscheres Vogelfutter angeboten werden könne.

Eine Stadtverordnete meldet sich: Da wahrscheinlich auch Zugvögel in den Genuss der Fütterung kämen, handele es sich hier um Vögel mit Migrationshintergrund. Die Aktion werde deshalb von der AG MigrantInnen unterstützt.

Die „marxistische Linke“ ist gegen das Vogelhaus: Marx habe schon immer gewarnt, Vogelhäuschen seien dem Volk sein Opium – oder so ähnlich.

Die bisher unbekannte AG „Kommunalpolitik“ warnt vor einer Verschandelung der Außenfassade und fordert ein Gesamtkonzept für Vogelhäuschen in der Stadt.

Ein Neumitglied stellt die Frage, warum darüber so breit diskutiert würde, es ginge doch lediglich um ein Vogelhäuschen.

Im innerparteilichen Diskussionsforum wird erwidert, er sei ein „Ignorant“ und „in der falschen Partei“.

Ein Mitglied aus Höchst bemerkt dazu: Die Linke sei doch basisdemokratisch aufgestellt und eine mitgliedernahe Diskussion auch dieses Problems sei familienfreundlich und schade niemandem.

Linksjugend [‘solid]: „Warum sollen die Vögel eigentlich nur im Winter gefüttert werden?“

Die AG „Frieden und internationale Politik“ fordert, das Vogelhäuschen zu nutzen, um auf die realen Gefahren für den Frieden hinzuweisen. Ein Schild werde zur Verfügung gestellt: „Auch der letzte Spatz fordert: Verhindert den Krieg gegen den Iran!“

Eine Stadtverordnete bemerkt, sie habe dem Tierschutz schon immer einen hohen Stellenwert eingeräumt und fände die Aktion nur gut.

Die „Antideutschen“ fordern Schluss mit der Unterstützung nur für Amsel, Drossel, Fink und Star, es müsse Futter für alle Vögel aller Kontinente angeboten werden. Sie drohen mit einer Demo vor dem Balkon.

Die „Antikapitalistische Linke“ meldet sich: Es werde Zeit die wirkliche Problemstellung zu erkennen und sie in den antikapitalistischen Diskurs der Partei einzubeziehen. Auch fehle ein entsprechender Passus im Programmentwurf. Man werde in Kürze ein Papier dazu vorlegen.

Darauf die SL: „Unsere 72-seitige Stellungnahme steht seit heute im Internet!“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung bietet ein Tagesseminar an: „Die Vögel, ihre Häuschen und die Globalisierung“

Eine bisher unbekannte Gruppe „Linke in der linken Linken“ (LiLiLi) fordert den sofortigen Rücktritt des Landesvorstands.

Das Frauennetzwerk LISA: „Das Füttern muss geschlechterneutral organisiert und eine quotierte Benutzung sichergestellt werden.“

Darauf die BAG „queer“: Was ist eigentlich mit den Katzen?

„Marx 21“ nimmt Stellung: „Wir sind nicht mehr ‚Linksruck‘, betonen aber deutlich, dass die Überlebensfrage der Vögel letztendlich nur mit einer Überwindung des Kapitalismus zu lösen ist. Erst wenn durch außerparlamentarischen Klassenkampf alle Vogelhäuschen Volkseigentum werden, sind die Vögel wirklich frei“. Außerdem verweise man auf den nächsten Marxismus-Kongress, dort gäbe es eine entsprechende international besetzte Arbeitsgruppe.

Die Stadtteilgruppe Süd teilt mit, sie habe ihren 17-köpfigen Vorstand um einen Vogelhausbeauftragten erweitert.

Darauf die DIDF: „Keine Ahnung, um was es geht, aber wir kandidieren!“

Ein Bundestagsabgeordneter regt an, die Stelle eines hauptamtlichen Vogelhausreferenten zu schaffen. Er schlage seinen Schwippschwager vor.

Im LINKEN. Laden Höchst findet sich ein Aushang von unbekannten Verfassern: „WIR WAREN SCHON IMMER GUT ZU VÖGELN!“

Das Kreisbüro in einer Rundmail ohne Datum und Betreff: „Wir werden dazu ein Plenum veranstalten – Im Mittelpunkt bleibt aber: Raus aus Afghanistan!“.

Autor: Mario Gesiarz.

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Fotoquelle: Wikipedia – Author SPBer

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