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RENTENANGST

Sie flog nach Mogadischu

Erstellt von DL-Redaktion am 28. Oktober 2012

„Kinder werden nicht erschossen“

Machten wir uns im vorstehenden Artikel Gedanken über die staatliche Voll – Alimentierung unserer politischen Potentaten und deren Wertschätzung im eigenen Umgangskreis, lesen wir nun wie viel Wert diese Kaste der sie wählenden Bevölkerung entgegen bringt. Eine interessante Story, zudem hochaktuell, da sich im Oktober der Jahrestag wiederholte.

Die Älteren unter uns werden sich erinnern wie laut die Klagen der Kriegerwitwen nach Ende des Krieges zu hören waren. Dort wiederholten sich die Vorkommnisse der Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges. Die Männer wurden, oder opferten sich freiwillig den politischen Verbrechern und Kriegstreibern und die Witwen wurden nach Beendigung des selbigen alleine im Regen stehen gelassen. Sie wurden nach dem Krieg, aus der Armut heraus gezwungen, neue Ehen einzugehen um die vorhandenen Kinder großziehen zu können.

Ähnliches scheint sich heute zu wiederholen hören wir denn den Rückkehrern aus Afghanistan aufmerksam zu. Natürlich werden sie im Nachhinein ihre dort getätigte Arbeit glorifizieren, ist es doch für die Psyche die einfachste Lösung mit dem dort Erlebten fertig zu werden. Wie heißt es doch so schön. „ Es kann der Beste nicht in Frieden Leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“. Das ein jeder Staat sich seine bösen Nachbarn unter verschiedenen Gesichtspunkten heraussucht liegt in der Natur der Sache.

Politiker vergessen nicht Ihresgleichen. Das können sie nicht. Weder die Ruhenden sprich Alten, noch die Aussortierten, egal ob Kriminell oder Unfähig. Sie könnten aus dem Nähkästchen plaudern welches jedes System  ihrer Zunft gefährden könnte. Luft ist nur nach unten, von Steinbrück als Beinfreiheit sehr gut bezeichnet.

Hier nun die Buchvorstellung geschrieben von Gaby Coldewey. Sie saß als achtjährige in der Lufthansa Maschine und sagt heute: “Zu erkennen, dass die Regierung den Tod der Geiseln notfalls in Kauf genommen hätte, war schon bitter. Hinzu kam das Gefühl des Alleingelassenseins“.

„Kinder werden nicht erschossen“

„Und wer hat schon fünf Tage und fünf Nächte rund um die Uhr einen Pistolenlauf, zwei Handgranaten und – bei den Ultimaten – zwei Sprengladungen vor Augen gehabt, brutale Misshandlungen von Frauen, Scheinexekutionen und die Erschießung eines mit erhobenen Händen knienden Menschen aus zwei Meter Entfernung miterlebt!“

Mit diesem spektakulären Zitat bewirbt der Suhrkamp Verlag das Buch „Die Überlebenden von Mogadischu“ des Journalisten Martin Rupps. Im Oktober 1977 hatten palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“ mit 91 Insassen gekidnappt. Damit sollten unter anderem Mitglieder der RAF freigepresst werden.

Von Palma de Mallorca ging der Flug über Rom, Larnaka, Aden und Dubai. Nach fünf Tagen wurde die Maschine auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu von dem Sondereinsatzkommando GSG 9 gestürmt, drei der Entführer wurden erschossen, alle Geiseln befreit. Die Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt hatte sich als nicht erpressbar gezeigt. Ein Happy End?

Martin Rupps räumt in seinem überaus lesenswerten Buch gründlich mit dieser Einschätzung auf. Und das ohne Anschuldigungen und Sentimentalitäten. Er hat Dokumentarfilme, Presseartikel und Archivmaterial der letzten 35 Jahre gesichtet, Zeitzeugenberichte eingesehen sowie mit ehemaligen Geiseln und einer Traumaforscherin gesprochen und kommt zu dem Schluss, dass die Befreiung in Mogadischu keineswegs ein Happy End war.

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Fotoquelle: Wikipedia / Bundesarchiv, B 145 Bild-F051866-0010 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA

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RAF – Geiseln, Mord, Tod

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2012

War alles umsonst, Hannes Wader?

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Vor 35 Jahren, am 5.September 1977, wurde der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt. Mit ihm und dem ebenfalls entführten Flugzeug „Landshut“ sollten RAF-Häftlinge freigepresst werden. Der Plan misslingt. Schleyer wird erschossen, inhaftierte TerroristInnen töten sich. Vier Berichte von Nachgeborenen, wie die Geschichte der RAF bei ihnen ankommt.

Was wissen sie noch von diesen Zeiten? Haben sie etwas von den älteren Generationen erfahren, aus ihren Familien, der Schule oder aus der Gesellschaft. Besonders beachtenswert ist hier ein Satz: „Wenn meine Eltern von der RAF redeten, schwang Enttäuschung mit: Ein Haufen Egomanen, die sich selbst bald wichtiger nahmen als die Sache.“ Könne wir davon ausgehen diesen Satz bald wieder des öfteren hören zu können?

Die Lehrer sind schuld

Faschistische Lehrkräfte“ seien es gewesen, die zur kriminellen Entwicklung von Ulrike Meinhof beigetragen hätten. Das sagt ihre Biografin Jutta Ditfurth. Sie muss damit die katholische Liebfrauenschule in Oldenburg meinen, auf der Meinhof lange war. So wie ich auch.

Über unsere berühmte Ehemalige wurde allerdings an der Schule nie gesprochen, zumindest nicht, wenn ich da war. Als der Deutsche Herbst in der 11. Klasse drankam, war ich im Ausland. In der Oberstufe war die RAF dann kein Thema mehr. Und zwischen mir und meinen Eltern kam die Zeit auch nie zur Sprache. Ich fragte nicht, sie erzählten nicht. So entstand mein Bild der RAF aus Fernsehdokus, Zeitungsartikeln und dem Filmhit „Der Baader-Meinhof-Komplex“.

Kürzlich trafen sich ehemalige Mitschülerinnen der toten Terroristin zum 60. Klassentreffen in unserer Schule. Sie unterhielten sich mit Zehntklässlern über früher, es ging vor allem um Meinhof. Dass sie zur Terroristin wurde, hatte wohl mit der autoritären Erziehung damals zu tun.

Irgendwas muss sich in den vergangenen 60 Jahren aber verändert haben. Ich kenne niemanden, den meine Schule seither zum Terroristen machte. Bei mir hat es auch nicht geklappt.

Jannik Deters, 21, taz-Praktikant

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Ein Kommentar von Peter Unfried:

Macht

Die eine Frage

War alles umsonst, Hannes Wader? Am Kaffeetisch mit einem heiter-milden Sozialisten

Ab 1968 sollte alles besser werden mit Deutschland, aber der Sozialismus brach dann ja zusammen, und die Nazis sind immer noch unter uns. „War alles umsonst, Herr Wader?“ Hm, sagt Hannes Wader. „Das ist mal ’ne Frage.“ Wir trinken Kaffee. Ein paar Schritte entfernt war früher der Berliner Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße. „War alles umsonst?“, wiederholt Wader. Dann versucht er, aus einem Lied seines letzten November gestorbenen Weggefährten Franz Josef Degenhardt zu zitieren.

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[youtube biAC_lYURwM]

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Grafikquelle    :  Das Logo der Rote Armee Fraktion (RAF) zeigt die Buchstaben vor einem roten Stern (ähnlich dem Symbol der Roten Armee der Sowjetunion) und einer Maschinenpistole Heckler & Koch MP5. Es wird manchmal gefragt, warum die Waffe in dem Logo ein gerades Magazin hat, während die meisten heutigen Bilder der MP5 ein gebogenes Magazin zeigen. Dies liegt daran, dass die MP5 bis 1976 tatsächlich ein gerades Magazin hatte, erst danach wurde es aus technischen Gründen durch ein gebogenes ersetzt. Der Logo-Zeichner, ein junger Grafikstudent, wusste vermutlich nicht, dass diese Waffe die Standard-MP der deutschen Polizei war (und bis heute ist).

Quelle original WMF-file from http://www.rafinfo.de/archiv/logo.php?pic=logo03.wmf, converted to SVG
Urheber Ratatosk
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