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RENTENANGST

Links läuft nur die Nase

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Februar 2011

„Sagen, was gut läuft in diesem Land“

Klaus Jürgen Bade (2).jpg

Wo sind die linken Denker in der Debatte über das Buch von Thilo Sarrazin? Erstarrt in Schockstarre und Selbstblockade, fragt der Berliner Migrationsforscher Klaus J. Bade und ich stimme ihm voll zu. Integration war immer ein Ur-Linkes Thema welches man sich voll aus den Händen nehmen lassen hat. Denn, was ist von Links gekommen ausser ein paar belanglose Presserklärungen welche zu meist noch nicht einmal gedruckt werden? Kommt jetzt etwas zu Tunesien oder Ägypten wo Europa und Amerika aus Angst vor finanziellen Verlusten bereits die tollsten Verrenkungen vollführen und Notfalls weiter mit den noch herrschenden Despoten paktieren würde?

taz: Herr Bade, die Debatte über Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ ist gerade abgeklungen. Weshalb hat man rückblickend ständig das Gefühl, dass das linke Milieu irgendwie versagt hat?

Klaus J. Bade: Unverkennbar gab es eine Schockstarre, als die ersten Artikel mit der Vorankündigung von aggressiven sozialbiologistischen Denunziationen über „die“ Integration „der“ Muslime platziert wurden. Und das, nachdem der Sachverständigenrat erst drei Monate zuvor nachgewiesen und belegt hatte, dass Integration viel besser ist als ihr Ruf. Viele konnten einfach nicht glauben, dass so ein Text im Jahr 2010 so eine Breitenwirkung erzielt. Das war im Grunde wie damals bei der Konfrontation mit der Neuauflage von „ethnischen Säuberungen“ in Exjugoslawien und dem Schock von Srebrenica: Viele registrierten ungläubig, wie dünn der Firnis der „modernen“ Zivilisation sein kann über dem angeblich längst überwundenen Grauen von ethnobiologistischen Feindbildern – und das alles mitten in Europa am Ende des 20. Jahrhunderts. In der Sache kann man Sarrazins Buch damit nicht vergleichen, wohl aber in seiner Schockwirkung auf das Milieu, das Sie „die Linke“ nennen.

Hat die Linke Sarrazin unterschätzt?

Sicher. Viele dachten, jetzt entlarvt sich das bürgerliche Milieu in seinem eigenen Zerrspiegel. Mit diesen „neorassistischen Thesen“ ist doch kein Staat zu machen, jetzt zerfleischen die sich selber. Das war eine Fehleinschätzung.

Und was kam nach der Schockstarre und der Fehleinschätzung?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Grafikquelle : GrüneFraktionBayernFlickr: 2011-05-23 Integrations Vernetzungstreffen 15

 

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