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Die wirkliche Bombe

Erstellt von Gast-Autor am 10. November 2013

Die wirkliche Bombe


Autor Uri Avnery

VOR JAHREN verriet ich eines der größten Geheimnisse des Iran. Mahmoud Ahmadinejad war ein Agent des Mossad. Plötzlich hatten alle seltsamen Details seines Verhaltens einen Sinn. Seine öffentlichen Phantasien über das Verschwinden Israels. Seine Leugnung des Holocaust, was bis dahin nur typisch für einen Verrückten war.Sein Sich-Rühmen von Irans nuklearen Fähigkeiten.

Cui bono? Wem nützt es? Wer hatte Interesse an all dem Unsinn?

Da gibt es nur eine vernünftige Antwort: Israel. Sein Sich-in-Pose-werfen stellte den Iran als einen Staat dar, der beides war, lächerlich und unheimlich. Es rechtfertigte Israels Weigerung, den nuklearen Nichtverbreitungsvertrag zu unterzeichnen oder die Chemiewaffen-Konvention zu ratifizieren. Es lenkte die Aufmerksamkeit von Israels Weigerung ab, über die Besatzung der palästinensischen Gebiete zu diskutieren und sinnvoll Friedens-verhandlungen durchzuführen.

FALLS ICH Zweifel an diesem internationalen Knüller gehegt hätte, hat sich dieser jetzt aufgelöst.

Unsere politischen und militärischen Führer beklagen fast offen das Ende von Ahmadinejad.

Offensichtlich entschied der Oberste Führer Ali Khamenei, dass ich Recht hatte, und hat diesen Clown beseitigt.

Es ist noch schlimmer: er hat seine tödliche Feindschaft mit der zionistischen Entität bestätigt, indem er eine Person wie Hassan Rohani in den Vordergrund schob.

Rohani ist das genaue Gegenteil seines Vorgängers. Wenn der Mossad gefragt worden wäre, den schlimmsten iranischen Führer, den sich Israel vorstellen könne, zu skizzieren, dann hätte er jemand wie ihn vorgeschlagen .

Ein Iraner, der den Holocaust anerkennt und verurteilt! Ein Iraner, der eitel Freude und Sonnenschein anbietet! Ein Iraner, der allen Nationen Frieden und Freundschaft anbietet – und sogar andeutet, dass Israel mit eingeschlossen ist, wenn es nur die besetzten Gebiete aufgebe!

Könnte man sich irgendetwas Schlimmeres vorstellen?

ICH MACHE keinen Witz. Ich meine es todernst!

Ja, noch bevor Rohani nach seiner Wahl seinen Mund öffnen konnte, wurde er rundweg von Benjamin Netanyahu verurteilt.

Ein Wolf im Schafspelz! Ein wirklicher Anti-Semit. Ein Betrüger, der die ganze Welt täuscht! Ein hinterhältiger Politiker, dessen teuflisches Ziel es ist, einen Keil zwischen Israel und die naiven Amerikaner zu treiben!

Dies ist die wirkliche iranische Bombe, bei weitem bedrohlicher als die Atombombe, die hinter einer Nebelwand von Rohanis freundlicher Rede gebaut wird.

Eine Atombombe kann eine andere Atombombe abschrecken. Aber wie kann man einen Rohani abschrecken?

Yuval Steinitz, unser gescheiterter früherer Finanzminister und der gegenwärtig für unsere „strategische Angelegenheiten“ verantwortlich ist (Ja, wirklich!), rief in Verzweiflung aus, dass die Welt vom Iran getäuscht werden wolle. Benjamin Netanyahu nannte es eine „Honigfalle“. Kommentatoren, die „offiziellen Kreisen“ aus der Hand fressen (d.h. dem Büro des Ministerpräsidenten) behaupten, dass er eine existentielle Bedrohung darstelle.

All dies, bevor er ein Wort geäußert hatte.

ALS ROHANI schließlich seine große Rede bei der UN-Vollversammlung hielt, haben sich alle verheerenden Vorahnungen als richtig erwiesen.

Während Ahmedinejad eine Massenflucht der Delegierten aus der Halle verursachte, füllte Rohani sie. Diplomaten aus aller Welt waren neugierig auf den Mann. Sie hätten die Rede ein paar Minuten später lesen können, aber sie wollten ihn selbst sehen und hören. Sogar die US sandte Abgeordnete, um anwesend zu sein. Keiner ging hinaus.

Keiner d.h. außer den Israelis.

Den israelischen Diplomaten wurde von Netanyahu befohlen, die Halle demonstrativ zu verlassen, wenn der Iraner zu sprechen anfange.

Das war eine dumme Geste. So vernünftig und effektiv wie der Wutanfall eines kleinen Jungen, wenn ihm das Lieblingsspielzeug weggenommen wird.

Dumm, weil dies Israel als Spielverderber darstellte, und zwar zu einer Zeit, als die ganze Welt nach den kürzlichen Ereignissen in Damaskus und Teheran von Optimismus ergriffen ist.

Dumm auch, weil es die Tatsache erklärt, dass Israel zur Zeit total isoliert ist.

Übrigens, hat jemand bemerkt, dass Rohani während seiner halbstündigen Rede ständig seine Stirne abgewischt hat? Der Mann hat offensichtlich gelitten. Ist ein anderer Mossad-Agent in den Wartungsraum der UN geschlichen, um die Klimaanlage abzuschalten? Oder war es nur die schwere Garderobe?

Ich wurde niemals Priester, nicht nur, weil ich ein Atheist bin (gemeinsam mit vielen Priestern, vermute ich), sondern auch wegen der Verpflichtung, die entsprechenden schweren, geistlichen Gewänder zu tragen, wie es in allen Religionen gefordert wird. Dasselbe gilt auch für Diplomaten.

Schließlich sind alle Priester und Diplomaten auch Menschen (Wenigstens viele von ihnen).

Nur ein israelisches Kabinettmitglied wagte offen das Verhalten der israelischen Delegation zu kritisieren: Yair Lapid. Was ist in ihn gefahren? Nun, Umfragen zeigen, dass der aufgehende Stern nicht weiter aufsteigt. Als Finanzminister war er gezwungen worden, sehr unpopuläre Schritte zu tun. Da er nicht über Dinge wie die Besatzung und Frieden spricht, wird er als oberflächlich angesehen. Er ist fast zur Seite geschoben worden. Seine unverblümte Kritik an Netanyahu könnte ihn zurück ins Zentrum bringen.

Doch hat er seinen Finger auf eine zentrale Tatsache gelegt, dass Netanyahu und seine Mannschaft sich genau wie früher die arabischen Diplomaten benehmen. Sie tun so, als lebten sie vor einer Generation. Das bedeutet, dass sie in der Vergangenheit stecken geblieben sind. Sie leben nicht in der Gegenwart.

In der Gegenwart zu leben, heißt, dass Politiker etwas tun müssen, was sie nicht gern tun: wieder nachdenken.

Die Dinge ändern sich, langsam, sehr langsam, aber spürbar.

Es ist viel zu früh, über die abnehmende Bedeutung des amerikanischen Empire viel zu sagen, aber man braucht keinen Seismographen, um einige Bewegung in dieser Richtung zu bemerken.

Die syrische Affäre war ein gutes Beispiel. Vladimir Putin mag gern in Judo-Haltung fotografiert werden. Beim Judo nützt man den Schwung des Gegners, um ihn zu Fall zu bringen. Das ist genau das, was Putin tat. Präsident Obama hat sich selbst in die Ecke getrieben. Er hat deutlich kampflustige Drohungen artikuliert und konnte nicht zurück. Aber die US-Öffentlichkeit ist in keiner kriegerischen Stimmung. Putin befreite ihn aus diesem Dilemma. Es hatte aber seinen Preis.

Ich weiß nicht, ob Putin solch ein guter Spieler ist, dass er sich auf eine Nebenbemerkung von John Kerry auf Bashar Assad stürzte: er habe eine Chance, auf chemische Waffen zu verzichten. Ich habe ziemlich den Verdacht, dass dieses im Voraus arrangiert war. So oder so, Obama war gerettet, und Putin war wieder im Spiel.

Ich habe über Putin sehr gemischte Gefühle. Er hat seinen tchetchenischen Bürgern gegenüber das angetan, was Assad seinen sunnitischen Bürgern jetzt antut. Seine Behandlung von Dissidenten, wie der Pussy Riot Gruppe, ist abscheulich.

Aber auf der internationalen Bühne ist Putin jetzt der Friedensmacher. Er hat den Stachel aus der chemischen-Waffenkrise herausgezogen; und er könnte möglicherweise, die Initiative ergreifen und ein politisches Abkommen für den fürchterlichen Bürgerkrieg erreichen.

Der nächste Schritt könnte sein, eine ähnliche Rolle in der iranischen Krise zu übernehmen. Falls Khamenei zu der Schlussfolgerung kommen sollte, dass sein nukleares Programm nicht so viel wert ist, wie die durch die Sanktionen verursachte wirtschaftliche Misere, dann mag er es an die US verkaufen. In diesem Fall könnte Putin eine lebenswichtige Rolle spielen: zwischen zwei knallharten Unterhändlern zu vermitteln, die eine Menge zu verhandeln haben.

(Es sei denn, Obama verhält sich wie der Amerikaner, der in einem persischen Bazar einen Teppich kaufte. Der Verkäufer verlangte 1000 $, und der Amerikaner bezahlte, ohne zu feilschen. Als ihm gesagt wurde, dass der Teppich nicht mehr als hundert Dollar wert sei, antwortete er: „Ich weiß, aber ich wollte ihn bestrafen. Jetzt wird er nicht schlafen können und sich verfluchen, dass er nicht 5000 $ verlangt hat)

WIE PASSEN wir Israelis in diese sich verändernde Szene?

Zunächst mal müssen wir anfangen nachzudenken, auch wenn wir es lieber vermeiden würden. Neue Umstände fordern neue Gedanken.

In seiner eigenen US-Aussprache machte Obama eine klare Verbindung zwischen der iranischen Bombe und der israelischen Besatzung. Diese Verbindung kann nicht unberücksichtigt bleiben. Also greifen wir zu.

Die US sind heute etwas weniger bedeutsam, als sie gestern waren. Russland ist etwas bedeutsamer, als es gestern war. Wie AIPACs sinnloser Angriff auf den Kapitol-Hügel während der syrischen Krise zeigt, ist auch diese Organisation heute ein bisschen weniger mächtig.

Denken wir noch einmal über den Iran nach. Es ist zu früh, zu folgern, wie weit sich Teheran bewegen wird, wenn überhaupt. Aber wir müssen es versuchen. Räume zu verlassen, ist keine Politik, sie zu betreten ist Politik.

Wenn wir einige unserer früheren Beziehungen mit Teheran wieder herstellen oder eben nur den Stachel aus der gegenwärtigen herausnehmen könnten, wäre dies ein sehr großer Gewinn für Israel. Dies mit einer wirklichen Friedensinitiative gegenüber den Palästinensern zu verbinden, wäre sogar noch besser.

Unser gegenwärtiger Kurs führt uns in die Katastrophe. Die gegenwärtigen Veränderungen auf der internationalen und der regionalen Bühne könnten eine Veränderung des Kurses möglich machen

Helfen wir Präsident Obama, die amerikamische Politik zu verändern, statt AIPAC dazu benützen, dass er den Kongress terrorisiert, damit er blind eine überholte Politik gegenüber dem Iran und den Palästinensern unterstützt. Strecken wir vorsichtige Fühler in Richtung Russland aus. Verändern wir unsere öffentliche Haltung, wie die iranischen Führer es mit solchem Erfolg tun.

Oder sind sie klüger als wir?

(aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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Der Musiker Shahin Najafi

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Juni 2012

Bildergebnis für Wikimedia Commons Bilder Musiker Shahin Najafi 2012

Schon vier Todesdekrete gegen den in Deutschland lebenden iranischen Musiker Shahin Najafi sind bislang von islamischen Geistlichen erlassen worden. Dieses machte der seit vier Wochen an einem geheimen Ort unter Polizeischutz lebende Musiker am letzten Mittwoch bekannt. Er habe aber nicht vor beizugeben und werde weiterhin kritische Texte sowie eine Tournee planen.

Der 31 jährigen wurde bereits im Mai von zwei Großajatollahs als Ketzer beschimpft und Gotteslästerung vorgeworfen. Er habe in seinem jüngsten Song den von schiitischen Muslimen verehrten zehnten Imam beleidigt.

Jetzt seien noch zwei weitere solcher Fatwas hinzugekommen, sagte Najafi. Er habe Strafanzeige wegen Aufrufs zum Mord gestellt hat. Außerdem ist auf den Musiker ein Kopfgeld von 100.000 Dollar ausgesetzt. „In meinem Text geht es um gesellschaftliche und politische Probleme im Iran und um die Beschränkung von Freiheit.“ Sein jüngster Song sei satirisch und provozierend – und er bleibe bei seinen Aussagen, sagte Najafi, der 2005 nach Deutschland gekommen war.

In seiner Heimat war er Untergrundmusiker und politischer Aktivist. Najafis Songs werden dort auf dem Schwarzmarkt gekauft oder im Internet heruntergeladen.

Stille Diplomatie werde nicht weiterhelfen, sagt Günter Wallraff. Der Publizist und fordert für verfolgte Künstler mehr Solidarität. Er unterstützt derzeit den bedrohten Musiker Shahin Najaf.

Wallraff will eine möglichst breite Solidarität für ihn organisieren. „Shahin Najafi ist jemand, der bereit ist, etwas zu riskieren und der jetzt Schutz und Hilfestellung braucht“, betonte der Schriftsteller (69). „Man muss den Angstmachern in dem menschenverachtenden iranischen Regime zeigen, dass sie letztlich unterlegen sind, sich selbst entblöden und nur das Gegenteil erreichen. Shahins Texte werden im Iran umso mehr gehört.“

Bereits 1989 hatte Wallraff den iranischen Schriftsteller Salman Rushdie aufgenommen, der wegen seines Buchs „Die satanischen Verse“ ebenfalls mit einer Fatwa mit dem Tode bedroht worden war.

Nach Wallraffs Worten kündigen inzwischen auch in Deutschland schon Unbekannte anonym auf Webseiten an, sie wollten „Vollstrecker“ der Fatwas werden. Vor der deutschen Botschaft in Teheran werde in staatlich organisierten Demonstrationen die Auslieferung Najafis verlangt, Fotos von ihm würden verbrannt.

Hier ein Interview mit Günter Wallraff:

„Die meinen es todernst“

taz: Herr Wallraff, Sie kümmern sich jetzt um den Musiker Shahin Najafi, der aus dem Iran mit dem Tode bedroht wird. Was können Sie für ihn tun?

Günter Wallraff: Shahin Najafi hat sich an mich gewandt, und ich habe ihm meine Hilfe angeboten. Jetzt ist er an einem sicheren Ort, an dem schon Salman Rushdie einige Zeit verbracht hat. Wichtig ist, dass er jetzt eine breite Unterstützung bekommt.

Konnten Sie ihm da die richtigen Kontakte verschaffen?

Das kommt teilweise von selbst. Was die Medien betrifft, kann er sich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beklagen. Aber die Solidarität seiner deutschen Künstlerkollegen muss erst organisiert werden. Und ich warte noch darauf, dass sich mal eine Stiftung meldet, die ihm ein Stipendium anbietet, damit er seine Arbeit fortsetzen kann.

Gerade hat Shahin Najafi im Internet ein neues Lied veröffentlicht, in dem er seine Lage kommentiert. War das klug?

Es gibt zwei Wege, mit so einer Situation umzugehen: Man kann sich zurückziehen und sich raushalten. Aber damit ermutigt man diejenigen, die einen mit dem Tode bedrohen. Rushdie hat es einst als den größten Fehler seines Lebens bezeichnet, als er auf den Rat der Sicherheitsbehörden hin nach Chomeinis Fatwa seine Haltung relativierte. Da wurde er erst recht attackiert.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

[youtube 4rDXhjIN030]

text:

Naqi! for sake of your sense of humor
For sake of this deportee man out of ring
For sake of the threatening life’s big penis sitting back to us
Naqi! For sake of the width and lengths of sanction and uprising dollar and the sense of humiliation
Naqi! For sake of paper made Imam
For sake of Ya Ali saying infant trapping in the womb
For sake of jurisprudence lesoon in the nose operation’s room
For sake of Agha* [the leader] and prayer bead and rug made in china
Naqi! for sake of Sheith Rezaeie’s* thumb[an Iranian football player who fingered his playmate in live broadcasting match]
For sake of the missed out religion and the religious football

Chorus:

Hey Naqi! Now that Mahdi has slept, we are calling you:hey naqi!
We are ready wearing our shrouds, hey naqi! Rise up! (2)
Naqi! For sake of love and Viagra
For sake of legs up in the air and chakra
For sake of bread, chicken, meat and fish
And Silicon breast and striped virginity
Naqi! For sake of Golshifte’s* tits [an Iranian actress who pose nude for Cezar film prize trailer]
For sake of our lost prestige which was taken
Naqi! For sake of Aryan’s race
And the plaques overhang the neck
Naqi! Please for sake of Farnood’s* dick [an Iranian child who goofed in a live TV show]
And three thousand billion* under the sapphire sky [the amount of government embezzlement from Iran’s Saderat Bank]
Persian Gulf and Uromieh Lake were fictional
By the way! What was the Green Movement leader’s name?!

Chorus (2)

Hey Naqi, hey Naqi, hey Naqi!
For sake of fart-rending* demise of nation’s Imam [it points to a goof from an Iranian TV’s host, who used fart-rending instead of the word „Heart-rending“]
For sake of fossilized political commentators far from homeland
For sake of high class widows roaming in discos
For intellectual discussions in chartrooms
For sake of notorious men’s order
For sake of female men rights‘ supporters
For sake of colored revolution on TV
For sake of 3 percent book readers of people
For sake of fake & hollow poets
For sake of this fickle crowd
Who say „viva“ in the morning & „down with“ in the evening
For sake of fantasy fiction’s hero

Chorus (2)

Hey Naqi, hey Naqi, hey Naqi!

* Naqi: also known as ‚Alī an-Naqī was the tenth of the Twelve Imams. His full name is ‚Alī ibn Muhammad ibn ‚Alī. The exact date of his birth and death are unknown, but it is generally accepted that he was born between 827–830 CE(Wikipedia)translation by aftab.nfill in by ali.d

Fotoquelle: Wikipedia / GNU-Lizenz für freie Dokumentation

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Bellende Hunde beißen

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Februar 2012

Ein Krieg mit dem Iran wird immer wahrscheinlicher

Die Angst vor einen neuen, großen Krieg geht um und wie meistens zuvor in der Geschichte fühlt sich ein Kleiner von einem Großen verfolgt und zu stark kontrolliert. Ganz wie selbstverständlich ist auch in diesen Fall die USA mit ein Ausgangspunkt und den kleinen Gegner finden wir wieder im moslemischen Raum, denn diesmal muckt der Iran auf. Hier zu ein Kommentar von Andreas Zumach.

Ein Krieg mit dem Iran wird immer wahrscheinlicher

Bellende Hunde beißen

Die Lage war noch nie so ernst. Seit Mitte Dezember eskalieren die gegenseitigen Drohungen zwischen Iran und dem Westen fast täglich. Nach dem Beschluss der EU von Anfang dieser Woche, im Streit über das iranische Nuklearprogramm Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und gegen die Ölindustrie des Landes zu verhängen, kündigte Teheran den Stopp aller Ölexporte nach Europa an und drohte erneut mit der Schließung der Straße von Hormus.

Bereits vor dem entsprechenden Sanktionsbeschluss der USA Ende Dezember demonstrierte Iran mit Raketentests und einem zehntägigen Manöver seiner Seestreitkräfte in dem für die internationale Ölversorgung wichtigsten Gewässer dieser Welt militärische Stärke.

Die USA und ihre europäischen Hauptverbündeten in Paris und London reagierten mit unverhüllten Kriegsdrohungen und verlegten zusätzliche Seestreitkräfte in die Golfregion. Zudem verkündete Washington neue Waffenlieferungen im Wert von 30 Milliarden Dollar an Saudi-Arabien, Irans wichtigstem Konkurrenten in der Region

Die nüchternen Fakten

Aber droht tatsächlich ein Krieg am Persischen Golf? Ein Krieg, der wahrscheinlich globale und weit verheerendere Auswirkungen hätte als alle militärischen Konflikte, die seit dem ersten israelisch-arabischen Waffengang von 1947/48 in der Krisenregion des Nahen und Mittleren Ostens stattgefunden haben.

Ein nüchterner Blick auf die Fakten sowie auf die schwierige Situation, in der sich die beiden Hauptkontrahenten befinden, könnte beruhigend wirken – zumindest zunächst einmal. Weder die USA noch Iran haben objektiv Interesse an einem heißen Krieg.

Die USA haben im westlichen Nachbarland Irans gerade den längsten und teuersten Krieg ihrer Geschichte beendet – und dies entgegen aller anderslautenden Propaganda auch des ehemaligen Irakkriegsgegners Barack Obama keineswegs sieg- und erfolgreich. In Afghanistan steht der führenden Militärweltmacht ein noch größeres Desaster als im Irak bevor.

Beide Kriege sind wesentlich mitverantwortlich für die schwerste Wirtschaftskrise in den USA seit über 70 Jahren. Für eine Überwindung dieser Krise gibt es keinerlei Anzeichen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle     :

Aufnahme des Denkmals von 2003 nach der US-geführten Invasion des Iraks

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Hilferuf von Avaaz

Erstellt von DL-Redaktion am 6. August 2010

Frau Sakinehs letzte Hoffnung

Der Weltweite Druck auf den Iran konnte Frau Sakineh vor einer Steinigung retten, trotzdem könnte sie in wenigen Tagen gehängt werden. Schließen Sie sich den Forderungen von Avaaz an und helfen sie den Druck auf die Verbündeten des Iran, die Türkei und Brasilien zu erhöhen. Das ist Frau Sakinehs letzte Hoffnung.  IE

Sakineh Ashtiani könnte in wenigen Tagen wegen Ehebruchs im Iran hingerichtet werden, doch zwei Männer könnten sie retten: Die Staatschefs der Türkei und Brasilien.

Präsident Lula und Premier Erdogan sind Verbündete und Vermittler des Irans und geniessen dort hohes Ansehen. Beide Staaten haben den Fall bereits verurteilt. Wir müssen sie jetzt dringend dazu auffordern, ihren Einfluss im Iran wahrzunehmen, um Sakineh zu befreien und die Steinigungen für immer zu verbieten.

Avaaz startet deshalb eine Anzeigenkampagne in einflussreichen Zeitungen in der Turkei und Brasilien, um sie aufzufordern ihren politischen Einfluss im Iran wahrzunehmen und für Gnade und Gerechtigkeit zu drängen. Die Inserate übermitteln unsere über eine halbe Million starke Petition in politischen Kreisen und zielen direkt auf die Führungsqualität und moralische Autorität von Lula und Erdogan. Wenn jetzt 5.000 von uns in den nächsten 72 Stunden einen kleinen Beitrag spenden, können wir noch bevor es zu spät ist einen starken Appell senden. Dies ist Sakinehs letzte Hoffnung — klicken Sie hier, um zu spenden:

Sakinehs Urteil ist ein absurder Hohn auf die Gerechtigkeit. Sie wurde zum Tod durch Steinigung verurteilt, weil Sie angeblich ein Verhältnis mit einem anderen Mann gehabt haben soll – Jahre nachdem ihr Mann gestorben ist. Dies, obwohl Steinigungen im Iran verboten sind und sie die Sprache ihres Gerichtsprozesses nicht einmal verstehen konnte. Ihre zwei Kinder starteten eine Kampagne zur Rettung ihrer Mutter und erreichten eine weltweite Aufruhr, darunter auch 554.000 Avaaz-Mitglieder. Nach weltweiten Protesten wurde die Steinigung ausgesetzt, das Urteil bleibt aber bestehen.

Doch seit der Fall Sakineh an die Weltöffentlichkeit gelangt ist, wurde der Druck im Iran erhöht. Das Regime droht mit der Festnahme ihrer Kinder, ihr Anwalt ist auf der Flucht und seine Frau und sein Schwager wurden festgenommen.

Doch Lula und Erdogan geniessen hohes Ansehen im Iran und können das Regime beeinflussen. Und Sie hören auf uns. Lula hatte gesagt, er werde sich nicht einmischen. Doch nachdem ihm seine Berater eine massive Online-Kampagne zur Kenntnis gebracht haben, änderte er seine Meinung und hat Sakineh Asyl angeboten. Lulas Angebot zeigte Wirkung und die iranischen Behörden versprachen den Fall neu aufzurollen. Wir wissen, dass Lula uns zuhört: Letztes Jahr haben brasilianische Avaaz-Mitglieder mitgeholfen, dass Lula trotz massivem Widerstand ein Gesetz zum Schutz des Amazonas und ein Antikorruptionsgesetz unterzeichnet hat.

In den letzten zwei Wochen haben über 554.000 von uns eine Petition zur Rettung Sakinehs und zur Beendigung von Steinigungen in Iran unterzeichnet. Wir haben nur wenige Tage um Lula und Erdogan zum Handeln zu drängen. Dies könnte unsere letzte Chance für Ihre Rettung sein. Lasst uns jetzt alle einen kleinen Beitrag spenden und sicherstellen, dass unser Appell bei den Spitzenpolitikern ankommt.

Der Fall Sakineh hat die ganze Welt durch das schiere Ausmaß der brutalen und widersinnigen Ungerechtigkeit empört. Aber mit unsere Bemühungen für eine einzelne Frau machen wir eine starke Aussage über Frauen, und die Menschen, überall. Indem wir uns für eine Person einsetzen, erheben wir uns für das Recht auf Gerechtigkeit für alle.

Sakinehs Kinder haben einen letzten Appell gesendet:“Lassen Sie nicht zu, dass unser Alptraum Wirklichkeit wird. Heute, da fast alle unsere Möglichkeiten in einer Sackgasse angelangt sind, wenden wir uns an Sie. Helfen Sie unserer Mutter nach Hause zurückzukehren!“ Klicken Sie hier, um ihre Bitte zu beantworten und fordern Sie Erdogan und Lula auf, dasselbe zu tun:

Mit Hoffnung und Entschlossenheit,

Alice, Pascal, Alice W, Ricken, David, und das ganze Avaaz Team

Avaaz erreicht man auch über Facebook und Twitter

QUELLEN:
Spiegel, „Lula will Iranerin vor Todesstrafe retten„:
WELT online, „Brasilien will zum Tod verurteilte Iranerin aufnehmen„:

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Fotoquelle :

Steinigung des Teufels in Mina, 2006

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