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RENTENANGST

Politik über den Kirchentag

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Juni 2015

„Dass da die Funken sprühen, geht völlig in Ordnung“

INTERVIEW BENNO STIEBER

REIFE Der frühere SPD-Politiker Erhard Eppler hält den Kirchentag für eine höchst demokratische Veranstaltung. Die Berichterstattung über die Ukraine-Krise ist ihm zu einseitig

Erhard Eppler hat zu Christi Himmelfahrt zum Interview bei sich zu Hause gebeten. Ein altes Haus in Schwäbisch Hall mit großem Gemüsegarten, den der 88-Jährige noch immer selbst bewirtschaftet. Im Wohnzimmer steht eine mechanische Schreibmaschine, auf der er gerade seine Memoiren zu Ende geschrieben hat. Sie erscheinen im Herbst. Zuletzt war er in der Öffentlichkeit als kritische Stimme gegen die gleichförmige Sicht auf den Ukrainekonflikt zu vernehmen. Ein Thema, das ihn, als einer, der sich immer um Verständigung zwischen Ost und West bemüht hat, sehr bewegt. Irene Eppler, seine Frau, bringt Kaffee und Nougat aus dem Eine-Welt-Laden.

taz: Herr Eppler, „Damit wir klug werden“ heißt das Motto des diesjährigen Kirchentags. Ist das Klügerwerden für Sie ein Antrieb gewesen in Ihrer politischen Arbeit?

Erhard Eppler: Nein, man könnte sagen, klüger werden ist ein Nebeneffekt. Ich habe in der Politik Menschen gesehen, die von diesem schrecklichen Geschäft deformiert wurden, psychisch und physisch. Andere, wie etwa Willy Brandt, wurden immer reifer, großzügiger und nachsichtiger. Darin ist er mein unerreichtes Vorbild.

Was hat Sie in letzter Zeit klüger gemacht?

Leider nur wenig von dem, was ich in den deutschen Medien zu den großen Konflikten in der Welt gelesen habe. Ich mache mir ja große Sorgen um den Ukrainekonflikt. Und zumindest in diesem Zusammenhang hat mich die Berichterstattung kaum klüger gemacht. Die deutschen Medien sagen in dieser Sache alle das Gleiche. Deshalb habe ich übrigens auch Ihre Zeitung abbestellt. Wenn ich auch dort das Gleiche wie überall lese, dafür brauche ich die taz nicht. Mich beunruhigt die Übereinstimmung. Ich habe alle politischen Konflikte seit Gründung dieser Republik verfolgt, einige selbst mit ausgefochten. Aber solche Schwierigkeiten, mir ein einigermaßen objektives Bild über diesen Konflikt zu machen, habe ich vorher nie gehabt.

Haben Sie eine Erklärung für diesen irritierenden Gleichklang?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber FloSch

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