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Das Guttenberg-Syndrom

Erstellt von DL-Redaktion am 12. März 2011

Ein Guttenberg als Hochstapler

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Hatten wir nicht geglaubt wenigstens die Zeiten des Adels weit, weit hinter uns gelassen zu haben und den Rest der in diesem Land sich noch umtriebigen  Restbestände als schillernde Facetten der „Blaublütigen“ aus der Illustrierten „Bunte“  mitleidig zu belächeln? Geben wir uns mit der Erklärung zufrieden welche besagt das die Bevölkerung nach Vorbildern suche und eines davon in KT zu finden geglaubt habe, oder erkennen wir dass diese Aussage nur Teil einer weiteren Volks Verdummung ist  ?

Vorbilder aus Kreisen des Adels? Mitglieder aus der Gruppe der größten Schmarotzer welche in Europa über viele Jahrhunderte die Menschen so stark ausgenutzt haben, um auch heute noch von den damals zusammen gestohlenen Reichtum zehren zu können? Das ist schlicht unglaublich und zeugt von der Vorspiegelung falscher Tatsachen. Wir sollten uns besser an die Zahlen orientieren welche von der Beteiligung an den Sympathieversammlungen „für Guttenberg“ bekannt wurden. Über das ganze Land verteilt einige wenige Hundert.

Das genaue Gegenteil müsste der Fall sein. Hat uns nicht der scheinbar betrügerisch erschlichene Titel eindringlich auf die noch immer existierende Großmannssucht der ehemaligen Eliten hingewiesen? Ist dieser Vorfall nicht ein Spiegelbild der Historie dieser ehemaligen Raubritter und selbst ernannten Edel-Männer -Frauen? Kann einer Bevölkerung besser aufgezeigt werden als das diese Kaste uns auch heute noch das Vorleben möchte was sie immer gemacht hat, sich auf Kosten der Allgemeinheit ein schönes unbeschwertes Leben zu machen? Etwa vergleichbar mit Hartz IV Empfänger welche sich laut Aussage vieler Politker ja auch nur auf Kosten der Anderen einen schönen Tag ohne Arbeit machen wollen?

Sollte nicht ernsthaft hinterfragt werden was so ein Titel heute noch Wert ist und ob die Vergabe überhaupt noch einen Sinn hat? Vor allem im Angesicht der Tatsache, das die Vergabe von Titeln heute auch zu einem großen Geschäft geworden ist. Im Internet gibt es schon Angebote für 400 Dollar und ich glaube kaum das besonders die Politik auf die Vergabe von Titel verzichten kann.

Ist es doch eine gute Möglichkeit ein Gehirngetrocknetes Mauerblümchen im Bundestag risikolos in eine wunderschöne Orchidee zu verwandeln. Siehe den Adel unseres „Hohen Hauses“. Auch wird sich der Staat schwerlich den Markt verbauen für den Preis eines Ordens, auch das ist ein Titel, wertvolle Rohstoffkämpfer für den Krieg in Afghanistan oder demnächst folgende weitere Kriege einzukaufen. IE

Hier ein Kommentar von RAINER KREUZER.

Es gibt Leute, die beinahe schon als Chef, Leiter oder Vorstand zur Welt kommen: Menschen, die bereits nach wenigen Monaten Berufserfahrung zum Chefredakteur aufsteigen oder sofort irgendetwas leiten: eine Abteilung, ein Ressort, ein Ministerium oder am besten den ganzen Konzern.

Man sieht es ihnen auf den ersten Blick an, dass ihr Weg direkt nach oben führt. Egal welche Schnitzer sie sich erlauben, welche handwerklichen Fehler und Mängel: Jeder Flop führt sie einen Schritt weiter – mit oder ohne Doktortitel.

Auch in den Medienbetrieben findet man sie. Deutschlands mächtigster Medienboss etwa, der Bild-Zeitungs-Chef Kai Diekmann, konnte es sich sogar erlauben, sein Studium abzubrechen. Der akademische Abbruch, der einem sonst gern als mangelndes Durchhaltevermögen ausgelegt wird und die Berufschancen fast in Richtung Hartz VI mindert, bildete bei Diekmann den Start in eine wunderbare Karriere. Schon vier Jahre nach dem Beginn seiner Ausbildung trug er den Titel „Chefreporter“. Auch die Mehrheit der Vorstände in den DAX-Unternehmen hat es zu keiner Doktorwürde geschafft, dafür aber an die Spitze der Macht.

Wer den Doktor noch braucht

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle  :  46. Münchner Sicherheitskonferenz 2010: Karl-Friedrich Freiherr zu Guttenberg, Verteidigungsminister, Deutschland, nach einem Bilateralen Gespräch.

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