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Gezieltes Töten

Erstellt von DL-Redaktion am 12. Juni 2015

Killerteams und Drohnen

von Andrew Cockburn

Im Krieg gegen den Terror halten die USA an der alten Strategie aus dem Kampf gegen Drogen fest: Gefährliche Organisationen werden ihrer Spitze beraubt. „High-value targeting“ heißt das und bedeutet, dass Führungspersönlichkeiten ins Visier genommen und  meist getötet werden.

Vor Kurzem berichtete US-Außenminister John Kerry voller Stolz, man habe bereits „50 Prozent“ der Spitzenleute des „Islamischen Staats“ (IS) ausgeschaltet – was die Fortschritte im Krieg gegen den Terror belegen sollte. Im März wurde Abu Bakr al-Baghdadi, der „Kalif“ des IS, bei einem Luftangriff schwer verletzt; damit ist der Organisator und Kommandeur des IS-Gebildes außer Gefecht. Im April musste das Weiße Haus nachträglich einräumen, dass bei einem Luftschlag im Januar gegen die Führung der al-Qaida in Pakistan die zwei US-amerikanischen Geiseln Warren Weinstein und Giovanni Lo Porto umgekommen sind.

Im Jemen tötete eine US-Drohne am 13. April Ibrahim al-Rubaisch, eine wichtige Figur der al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP); kurz zuvor hatte die AQAP al-Mukalla, die Hauptstadt der ostjemenitischen Provinz Ha­dra­maut, eingenommen und erstmals einen Flughafen erobert. Danach wurde im saudischen Nachrichtensender Al-Arabija ein Kartenspiel präsentiert, auf dem die wichtigsten Feinde der Saudis im Jemen abgebildet sind (nach dem Vorbild der berüchtigten Spielkarten, die das US-Militär 2003 vor der Irak-Invasion in Umlauf gebracht hatte – mit Saddam Hussein als Pik As).

Egal welchen beschönigenden Ausdruck man verwendet – „high-value targeting“ oder, wie die Israelis es nennen, „gezielte Prävention“: Für Washington sind Mordanschläge zur bevorzugten Strategie im 21. Jahrhundert geworden. Die Methoden mögen variieren, die Angriffe können mit Drohnen, Marsch­flug­körpern oder mit speziell ausgebildete Hunter-Killer-Teams erfolgen. Doch im Kern geht es immer darum, die Führungspersonen des Feindes direkt anzugreifen und auszuschalten. Wie entschieden Washington auf dieses Erfolgsrezept setzt, verriet im November 2010 Hillary Clinton. Die damalige US-Außenministerin bezeichnete die „auf nachrichtendienstliche Informationen gestützten Operationen gegen wichtige („high-value“) Rebellenführer und ihre Netzwerke als „Schlüsselelement“ der US-Militärstrategie.

Killerteams und Drohnen

Quelle: le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Unbekannt

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