DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Warum so rücksichtslos?

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Mai 2013

Auch Linke und Liberale haben Gewohnheiten und blinde Flecken. Minderheiten können sich daher nicht immer auf sie verlassen.

Als das Theaterhaus „Schauspiel Frankfurt“ im Oktober 1985 das Fassbinder-Stück „Die Stadt, der Müll und der Tod“ uraufführen wollte, kam es zum Eklat: Die jüdische Gemeinde machte dagegen mobil, weil sie das Stück für antisemitisch hielt. Viele Linke und Liberale dagegen reagierten zunächst verständnislos auf diese Proteste und sprachen von Zensur. Das Stück wurde trotzdem kurzerhand abgesetzt und jahrzehntelang in Deutschland nicht mehr aufgeführt. Der Publizist Micha Brumlik beschrieb die Proteste später als einen Schlüsselmoment – eine Art „Coming-out“ für die kleine, vom Holocaust traumatisierte jüdische Gemeinde in Deutschland, die erstmals selbstbewusst auftrat.

Kulturkampf um das N-Wort

Die Ereignisse lassen sich nicht ganz vergleichen. Aber eine Art Déjà-vu konnte einen schon beschleichen, als der Thienemann Verlag im Januar bekanntgab, aus der Neuauflage des Kinderbuch-Klassikers „Die kleine Hexe“ das Wort „Neger“ zu streichen. Wieder entbrannte ein kleiner Kulturkampf, eine Debatte um die Freiheit der Kunst und die Diskriminierung einer Minderheit. Diesmal gingen Feuilletonisten auf die Barrikaden: Sie empfanden die Entscheidung als Zensur und Verrat am Werk Otfried Preußlers. Auch viele Linke und Liberale reagierten zunächst verständnislos auf diese Ankündigung. Afrodeutsche Publizisten und die Initiative Schwarzer Deutscher hingegen zeigten sich erfreut und mischten sich selbstbewusst ein. Vielleicht wird auch diese Debatte eines Tages einmal als Wendepunkt gewertet werden: als Coming-out der kleinen, afrodeutschen Minderheit in Deutschland.

Quelle : TAZ >>>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :    Heinz Bierbaum (2014) auf dem Parteitag DIE LINKE

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Die – Woche

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Mai 2013

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Die letzte Woche? Wir alle konnten Einblick in den Kirchentag einer Religion bekommen welche nicht bereit ist seine Angestellten gerecht zu entlohnen. Im Jenseits der gerechte Lohn, im Diesseits Gauck und Merkel. Auch der 1. Mai wird immer langweiliger und  noch nicht einmal gegen den Familienclan CSU wurde protestiert.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: Nachrüstungs-Schmidt und Agenda-Schröder finden Steinbrück gut.

Und was wird besser in dieser?

Der niedliche SPD-Bengalo Schmidt und Gerd, der joviale Biertrinker, finden Steinbrück gut.

Am 1. Mai ist diesmal so wenig passiert wie nie zuvor. Haben Sie sich gefreut oder gelangweilt?

Wer in der ersten Maiwoche mit, sagen wir mal, einem „Dossier“ in der Zeit gewürdigt werden möchte, sollte das Gemeinwohl um ein paar Millionen betrügen. Wer hingegen Nazis daran hindert, wie 2009 die Maikundgebung anzugreifen, wird zumindest in Dortmund zuverlässig mit Reizgas und Festnahme versorgt. Wir spielten Federball im Garten und versuchten dabei, an den Rotorgeräuschen die Hubschrauber über der Stadt zu zählen. Das Bedürfnis, „Masse“ zu sein, ist aus der Mode. Das muss keine Verschlechterung sein. Und die Gewerkschaft konzentriert sich darauf, die zu organisieren, die weder arbeitslos noch prekär noch wegen ihrer Herkunft benachteiligt sind oder als Konsumenten verarscht werden. Kurz: Das Potenzial, diese Gesellschaft in Gärung zu bringen, kann man überall zuverlässiger finden als am 1. Mai bei den Getreuen hinter der DGB-Fahne.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Die – Woche

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Januar 2011

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Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: Wortwart Peter Ramsauer wird wegen seiner Verdienste um den Klapprechner in den PEN-Club aufgenommen und heißt künftig Rampensauer. Mitarbeiter sagen statt „Nonsens“ künftig „Ramsauerei“ und statt „überforderte Knalltüte“ „Herr Minister“ oder schlicht Mr. Creamsour.

Was wird besser in dieser?

Die Bahn ächtet „Pünktlichkeit“ als „Fremdwort des Jahres“.

Am Freitag beginnt der Vermittlungsausschuss zur Hartz-IV-Reform zu tagen. Unter anderem geht es um die Frage, ob auch Kinder von Wohngeldempfängern vom neuen Bildungspaket profitieren sollen. Sind wir endlich auf dem Weg in eine echte Bildungsgesellschaft?

Von der Leyen hat der SPD da inzwischen Zustimmung signalisiert. Künftig werden also LehrerInnen schriftlich attestieren müssen, dass sie versagt haben. Dann bekommt das Kind staatlichen Zuschuss zur Nachhilfe bei einem staatlich anerkannten Nachhilfeinstitut. So einfach! Wer will da noch so etwas Kompliziertes wie bessere Schulen für alle? Seit die FDP mit dran ist, riecht es endlich nach ein bisschen DDR auch in der Bildung. Das Bundesverfassungsgericht hatte der Regierung aufgegeben, die Hartz-Sätze zum 1. 1. 2011 gerechter zu regeln. So sehen Nachsitzer aus.

Der Essener Baukonzern Hochtief steht vor der Übernahme durch den spanischen Konzern ACS. Ein harter Schlag für den Pott?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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