DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

ARD: Freie Mitarbeiter sind so frei

Erstellt von Gast-Autor am 20. Februar 2016

Wie man Freiheit mit Freedom übersetzt

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dc/Tagesschau_logoen_2013-07-11_13-56.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. Februar 2016

Wen gerade kein hauseigener Atlantiker zur Verfügung steht, dann kauft die ARD auf dem freien Markt freie Autoren ein. Diesmal war es Silvia Stöbe. Eine Dame, die Freiheit lieber mit „Freedom“ übersetzt. Mit jener Freiheit, der unmittelbar jene „Democracy“ folgt, deren Praxis so gut im Irak und in Libyen zu beobachten ist und die sich die ARD offensichtlich auch in Syrien vorstellen kann. Damit diese Vorstellung ihren Beifall bei deutschen Zuschauern findet, muss im aktuelle Fall eine sorgsam hergestellte Russo-Phobie herhalten, um von den Irak- und Libyen-Ergebnissen abzulenken. Die Aufgabe der Antlantiker-Entlarvung nehmen erneut die ARD-Kenner Klinkhammer & Bräutigam wahr.

NDR-Rundfunkrat
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg

Eingabe: „Russische Außenpolitik Die Gabelstrategie des Kreml“
Stand: 13.02.2016 10:40 Uhr
http://www.tagesschau.de/ausland/russland-aussenpolitik-101.html

Sehr geehrte Frau Vorsitzende Pohl-Laukamp,

wieder einmal ein Beitrag von Silvia Stöber. Sie ist eine freie Autorin, die nach unserer Kenntnis für viele Medien als aktiv fördernde „regime-change“-Prophetin bzw. Vorfeldexpertin der antirussischen Berichterstattung fungiert. Für ihre Arbeit erhielt sie Stipendien der Bosch-Stiftung, des Marion-Gräfin-Dönhoff-Programms sowie der Internationalen Journalisten- Programme, die wiederum in entsprechenden Netzwerken Beziehungen zu russischen Oppositionskreisen pflegen. Offensichtlich transatlatisch gut vernetzt ist Frau Stöber bis hin in den bellizistischen Flügel der Grünen der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Konrad Adenauer Stiftung veranstaltet in Kooperation mit dem Atlantic Council of Georgia in Tiflis jährlich im Mai nicht-öffentliche politische Strategie-Seminare mit hochrangiger Besetzung aus Politik, Militär und Wirtschaft. Auch dort ist Silvia Stöber ständige und begehrte Teilnehmerin. Sie, ihr Umfeld, ihre politischen Aktivitäten und die Art ihrer Vernetzung stellen unserer Ansicht nach unter Beweis, wie wirkungsvoll politisch und speziell kriegspolitisch und militärpolitisch einflussreiche Kreise und der öffentlich-rechtliche, von Beitragszahlern finanzierte Rundfunk kooperieren.
In dem anstößigen Beitrag wird erneut mit falschen, verzerrten und propagandistischen Angaben versucht, den Russen ein „unehrliches und doppeltes Spiel“ zu unterstellen. Sie sind beweis- und substanzlos, aber geformt zu einer Sorte „Nachrichten“ aus dem Regal „Gift, Tagesdosis Gesinnungsjournalismus“.
Stöber behauptet, Russland nutze die Verhandlungen über einen Waffenstillstand nur, um derweil militärische Gewinne in Syrien festzuschreiben. Das ist parteiischer Journalismus fern allen Bemühens um Neutralität, geschweige denn um Objektivität; vollkommen verzerrend, weil der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ausdrücklich die Fortsetzung des Kampfes gegen die Terrororganisationen IS, al-Kaida, al-Nusra &Co. vorsieht und weil die Westallianz ebenfalls weiterhin den IS bekämpft bzw. die Türken vorgeben, ihn bekämpfen zu wollen und dabei die Kurden in Irak und Syrien bombardieren, es füglich auch dem „Westen“ um „Geländegewinne“ geht. Stöber versucht, als hinterrücks zu diskreditieren, was Russland von Anfang an unmissverständlich erklärte: Waffenruhe ja, aber nicht gegenüber dem IS und dem Al Kaida-Ableger Al Nusra-Front.
Der Westen dagegen hat immer behauptet, gegen den IS zu kämpfen, dabei aber zugelassen, dass es den IS und Al-Nusra-Terroristen fast gelungen wäre, Damaskus zu erobern und damit Lybien-Verhältnisse zu schaffen, mit völlig chaotischen Zuständen für das Land und die Bevölkerung. Stöbers Querverweis auf die Ereignisse im ostukrainischen Debelzewo geht gleich gänzlich daneben. Schon lange vor den Minsker Verhandlungen (12.2.15) hatten die Kämpfe um Debelzewo begonnen, an denen ukrainische Rebellen, aber kein russisches Militär beteiligt waren. Bei den Minsker Verhandlungen wurde für den 15.2.15 eine Waffenruhe vereinbart, die ukranischen Rebellen erklärten sich bereits am 14. 2. 15 einseitig bereit, die Waffen niederzulegen. Poroschenko erklärte seine Bereitschaft zum 15.2.2015, tatsächlich stellte die bei Debelzewo eingekesselte Ukrainische Armee ihre  Kampfhandlungen aber erst zum 19.2.2015 mit ihrer Niederlage ein.
Es ist nichts als eine antirussische Propagandafälschung, wenn Frau Stöber und „Friedensforscher“ Zellner im Duett behaupten, aus einer militärisch vorteilhaften Situation hätten die russischen Vertreter in Minsk ein für die Ukraine schwieriges Abkommen ausgehandelt. Das Minsker Abkommen war allein ein Vorteil für die ukrainische Regierung. Ohne den vereinbarten Waffenstillstand wäre der Siegeszug der ukrainischen Rebellen über die militärisch total unterlegene Poroschenko-Armee mit Sicherheit fortgesetzt worden. Diese Binsenwahrheit umzudrehen, passt exakt ins russophobe  Instrumentarium der Tagesschau.

Als „Regime-Change-Spezialistin“ und „Georgien-Kennerin“ dürfte Frau Stöber wissen, dass ihre Behauptungen über die Rolle Russlands im Georgien-Konflikt ebenfalls unzutreffend sind: Begonnen wurden die Kampfhandlungen am 8.8.2008 vom georgischen Militär und nicht etwa von Russland. Beendet wurden die Auseinandersetzungen am 12. August 2008 mit der Entscheidung und Anordnung des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, die Kampfhandlungen in Georgien einseitig einzustellen. Am 15. und 16. 8.2008 unterzeichneten Russland und Georgien einen Friedensplan. Angeheizt worden war der Konflikt durch die USA. Am 10.8.2008 transportierten die US-Streitkräfte im Irak stationierte 2000 georgische Soldaten zur Verstärkung in den Krieg Georgiens gegen Russland.
Der Verlauf dieses militärischen Konflikts um Georgien ist dokumentiert. Der kindische Versuch der antirussischen Geschichtsklitterung seitens der ARD-aktuell ist offensichtlich – ein klarer Verstoß gegen Programmauftrag und Programmrichtlinien des Staatsvertrages.
Um ihre eigene Russlandphobie und antirussische Fehldeuterei zu tarnen, greift Frau Stöber unseriös zu Zitaten von vorgeblichen US-Russlandexperten und vergisst dabei zu erwähnen, dass es die nach amerikanischem Eingeständnis so gut wie gar nicht gibt: Der Mangel an qualifizierten Russland-Experten schade der US-Politik , schrieb kürzlich „The Washington Post“. Die Hauptursache sei die mangelnde Finanzierung der Russland-Studien in staatlichen Institutionen. „Expertin“ Hill bildet da keine positive Ausnahme; sie verbreitet gern tiefschüfende Erkenntnisse wie: „Putin steht für einen starken Staat“. Und „Ex steht für einen starken Staat“. Und „Experte“ Frear ist auch nur Mitglied einer Organisation, die vielen abgedankten Politikern wie Herrn Genscher Asyl im Alter bietet. Super Quellen für „objektive“ Nachrichten lässt ARD-aktuell da von der Agitprop-Fachfrau Stöber anzapfen….

Mit dem Beitrag werden Russland und Präsident Putin erneut Aggressionsabsichten und Unberechenbarkeit unterstellt, faktenfrei, auf Basis bloßer Vermutungen und unqualifzierter Behauptungen.
Beweisbar, objektivierbar, beschreiben klare Fakten eine gänzlich andere Realität:
Die Rüstungsausgaben der USA betragen jährlich 610 MRD, die der VR China 216 MRD, die Russlands 84 MRD und die Saudi Arabiens 80 MRD Dollar. Die USA unterhalten rund um den Globus 1005 Militärbasen und Stützpunkte. Russland nur 2. Zählen Sie bitte einmal, wieviele Kriege die USA allein im zurückliegenden Jahrzehnt angezettelt haben und wieviel Vergleichbares man Russland oder der VR China vorwerfen könnte. Darüber hört man von Frau Stöber und bei Herrn Gniffke nichts. Propaganda hat halt nichts mit der Realität zu tun, ARD-aktuell hingegen sehr viel mit Schlagseite und Tendenzberichtersattung.
Der Tagesschau.de-Beitrag besteht aus unwahren Behauptungen, speist sich aus dürftigen und einseitigen Informationsquellen, verzerrt die Realität. Er denunziert und spekuliert. Er ist mit den gesetzlich normierten Prinzipien der Nachrichtengestaltung unvereinbar.

Mit höflichem Gruß

F. Klinkhammer + V. Bräutigam

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„Ich beiße den Bankern die Kehle durch“

Erstellt von Gast-Autor am 30. Januar 2016

Endlich: Scharfer Antikapitalismus in der TAGESSCHAU

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dc/Tagesschau_logoen_2013-07-11_13-56.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 28. Januar 2016

Wer den Titel des TAGESSCHAU-Beitrages vom 26. 01. 2016 gelesen hat – „Ich beiße den Bankern die Kehle durch“ – der hätte meinen können, der ARD-Beitrag habe einfach nur verspätet den tausenden, armen US-Bürgern gegolten, die im Gefolge der US-Bankenkrise ihre Häuser verloren haben. Damals hatte die TAGESSCHAU (am 26.09.2008) allerdings für die Opfer des gigantischen Bank-Raubzuges nur die mitleidlose Bemerkung über „leichtsinnige Käufer“ übrig. Jetzt aber, wo es in Russland ein Banken-Immobilien-Problem gibt, das vergleichsweise nur mit der Lupe zu erkennen ist, da dreht die TAGESSCHAU voll auf. Und natürlich sind nicht mal die kapitalistischen Verhältnisse in Russland so richtig schuld. Sondern doch lieber der Staat, wahrscheinlich Putin persönlich.

Schon lange machen die ARD-Spezialisten Bräutigam und Klinkhammer auf den Gesinnungs-Journalismus der TAGESSCHAU-Truppe des NDR aufmerksam. Und sie bekommen sogar Antworten. Häufig schreibt ihnen Frau Dagmar Pohl-Laukamp die Vorsitzende des NDR-Rundfunkrats. Sie hatte nach ihrer Wahl behauptet: „Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft eine wichtige Aufgabe zu. Um sie zu erfüllen, bedarf es immer wieder neuer Anstrengungen.“ Ihre Anstrengungen bei den Beschwerden der Bürger erschöpfen sich gern in der immer gleichen Formulierung: „Der Rundfunkrat hat sich mit ihrer Beschwerde befasst . . und Ihre Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen.“ Kein Argument, kein Gedanke, kaum eine Variante ist zu lesen. Wahrscheinlich hat sich die intellektuelle Potenz der ehemaligen Oberstaatsanwältin und Senatorin der Hansestadt Lübeck für das Dezernat Allgemeine Verwaltungsaufgaben mit diesen paar Sätzen erschöpft. Und den „Zusammenhalt der Gesellschaft“ sieht sie offenkundig in der Hirn-Betonierug der TV-Zuschauer durch ideologisierte, journalistisch armselige Beiträge gewährleistet.

Eingabe: Proteste in Moskau: „Ich beiße den Bankern die Kehle durch“
26. Januar 2016 – 11:12 Uhr
http://www.tagesschau.de/ausland/russland-oelpreis-101.html

Sehr geehrter Herr Marmor,
nun seit letzten Monat schon das siebente Mal: nach Frau Stöber nun Frau Virnich. Auch sie berichtet über wirtschaftliche Schwierigkeiten in Russland, die Geschichte vom bösen Russen und seiner dysfunktionalen Volkswirtschaft. Diesmal ist der Ölpreis Grund für das russische Dilemma, gestern waren es die fehlenden Investitionen in der russische Wirtschaft. Ob es morgen die rechtswidrigen Sanktionen des Westens sein werden? Nein, die spielen natürlich keine Rolle bei unseren Propagandafreaks um Virnich, Atai, Großheim oder Lielischkies.
Ausgewählt als „Leidensdarsteller“ der russischen Bevölkerung hat man sich diesmal Vertreter der etwas betuchteren Kreise, also diejenigen, die es sich leisten können, sich im superteuren Moskau eine Wohnung zu kaufen, nicht in Rubel, wie die Durchschnittsbürger, sondern spekulativ in Dollar-Währung.
Wegen des Ölpreisverfalls ging das Kalkül aber schief. Nun ist der Jammer groß. Und Frau Virnich in ihrem Element: „Druck machen“, ein Hauch von Maidan kommt auf. Erst einmal geht es gegen die Banken, die den „armen“ Mittelschichtlern wohl die Wohnunge klauen wollen; dann ist es der Staat, der sie im Stich gelassen hat. „Der Staat unterstützt nur die Banken“ ist der Tenor des Protestes, den Frau Virnich rüberbringt (als ob es sich in Merkel-Schäuble-Deutschland anders verhielte).
Und Frau Virnich hat nun auch noch einen zusätzlichen Feind im Visier: den Sicherheitsdienst der Bank. Er „droht“ ihr mit gerichtlichen Schritten, weil sie ohne Genehmigung dreht, sie soll das Gebäude sofort verlassen. Aber Frau Virnich ist die Heldin des Tages, die Menschen wollen, dass sie zum Drehen bleibt, weil die russischen Medien dieses Thema totschweigen.
Als dann die Polizei kommt, sorgt sich Frau Virnich draußen vor der Tür weiter um das russische Wohl : „Die russische Wirtschaft am Abgrund, wie soll sie sich von der Abhängigkeit vom Öl lösen?“ Frau Virnichs TV-Ausflug endet schließlich symbolträchtig vor dem Kreml: Die Protestierenden fühlen sich verraten von den Banken und – wie sollte es anders sein – von Putin, dem bösen. Die Bürger wollten nach wie vor für ihre Wohnungen zahlen, aber „es müsse eine gerechte Regelung geben“.
Natürlich fragt man sich, was mit diesem Beitrag bezweckt wird:
Wer langfristige Kredite in fremden Währungen aufnimmt, muss wissen, dass er Risiken eingeht, erst recht, wenn die westlichen Freunde Sanktionen gegen Banken erlassen. Einen ähnlichen Effekt gab es kürzlich beim plötzlichen Aufwerten des Schweizer Franken. Bei den Anlegern gab es einen Katzenjammer, aber wer hat Mitleid mit Spekulanten? Frau Virnich, wie man sieht, weil es die ihr seelenverwandte Sorte Russen sind.

Von dem Einzelfall lässt sich billig eine politische Stimmung in Russland herbeireden, die man in deutschen Medien so liebt. Niedergang und Trouble. Und was sich als Stereotype zusätzlich gut in solchem Propagandaprodukt unterbringen lässt: Vorwürfe über einseitige Medien, drohende Sicherheitsdienste und allmächtige Polizei. Es ist die übliche Russophobie, auf die Autorin und Redaktion hier wieder einmal setzen und die zu verstetigen sie beabsichtigen…
Es ist ein weiteres überzeugendes Beispiel für die Manipulation der Fernsehzuschauer daraus geworden. Unter der Vorgabe, sie wolle die Lage der Menschen in Russland nach dem Ölpreisverfall schildern, liefert uns Frau Virnich einen Bericht in reinem Schwarz-Weiß. Ohne auch nur einmal das überall geltende Problem von Risikogeschäften zu benennen, macht sie klar, wer hier nach ihrer Meinung der Räuber ist und wer das Opfer: Banken und Putin die einen, arme Bürger die anderen.
Sie weckt Sympathien und Antipathien, minimiert die Verantwortlichkeit der einen Seite und überhöht sie auf der anderen. Es geht ihr nicht um gesicherte Fakten, sondern um Gefühle für „Häusle-Bauer“ und gegen Putin. Es geht ihr nicht um Rationales sondern um Emotionen.
Und das alles in einem sozialen Mikrokosmos, der ersichtlich keine gesellschaftliche Relevanz ausweist. Umgekehrt bei uns: Wer würde diesen publizistischen Aufwand ernsthaft treiben, wenn in Deutschland Banken wegen der Zahlungsunfähigkeit einiger allzu risikobereiter Kunden die Zwangsvollstreckung betreiben würden? Herr Gniffke und Frau Virnich?
Nein, die wollten ihr deutsches Publikum wieder einmal mit einem antirussischen Propagandastückchen darüber belehren, wie böse doch dieser Putin ist. Auch solche Propaganda auf öffentlich-rechtlichem Kanal ist jedoch ein Verstoß gegen die Programmrichtlinien.

Mit höflichem Gruß

F. Klinkhammer + V. Bräutigam


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Dr. Gniffke: Wer Terrorist ist bestimme ich

Erstellt von Gast-Autor am 14. Januar 2016

Aktivisten, Terroristen und Sanktionen:
Der Durchblick ist das Opfer

File:2010-06-06 Skillshare Gniffke.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 13. Januar 2016

Es ist zugegeben schwierig für die ARD: Terroristen und Aktivisten tragen häufig die gleichen Waffen und der Tod in Syrien wird auch durch Sanktionen befördert. Wie soll man da noch klaren Kopf behalten? Aber die Damen und Herren um Dr. Gniffke habe eine einfache Richtschnur: Wenn der Russe etwas unternimmt, kann es nur schlechter sei, als wenn die Anti-Assad-Koalition ihre berühmten Befreiungsmaßnahmen konsequent zum Tod der Bevölkerung durchführt. Es muß schön sei, wenn man ein feste ideologischen Kompass hat. Diese seltene Sender-Schönheit wird hier erneut von den Kollegen Bräutigam und Klinkhammer vorgeführt:

PRGORAMMBESCHWERDE

Russischer Militäreinsatz in Syrien Dutzende Tote bei Luftangriff auf Gefängnis  – 9.1.16, 16:00
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-angriff-101.html

Sehr geehrter Herr Marmor,

diesmal geht es wieder einmal um die Berichterstattung von ARD-Aktuell zum Syrien-Konflikt.

ARD.aktuell behauptet:

„Bei einem russischen Luftangriff auf ein Gefängnis (in Ma’arat al-Numan) im Nordwesten Syriens sind „Aktivisten“ zufolge Dutzende Menschen getötet worden. Mindestens 57 Menschen seien der Attacke zum Opfer gefallen, unter ihnen zahlreiche          Häftlinge und fünf Zivilisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Aktivistengruppe „Örtliche Koordinationskomitees“ spricht von 51 Toten. „

Diese Behauptungen sind unbewiesen, inkorrekt und verzerrt. Der Tagesschau geht es wieder einmal nicht um die Darstellung von Fakten, sondern um die folgsame Deutungshoheit westlicher Politik.
Dass russische Bomber die Luftangriffe geflogen haben, ergibt sich weder aus den Angaben der „Beobachtungsstelle“ noch aus den News der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur SANA. Eine Evaluierung der Angaben des „Örtlichen Koordinationskomittees“ ist nicht möglich. Mit ihm ist offensichtlich die oppositionelle Gruppierung „Local Coordination Committees in Syria (LCC ) gemeint, die mindestens zeitweise zu der von der deutschen Regierung und zur Tagesschau gesponserten Organisation „Adopt A Revolution“, Sitz in Berlin, enge Verbindungen hatte. Umstritten ist die LCC wegen ihrer unklaren Haltung zu gewalttätigen Gruppen in Syrien. Ob sie überhaupt noch eine politische Rolle ispielt, ist fraglich. Ihre Homepage weist den Informationsstand von 2013 aus und kann deshalb als Nachrichtenquelle ernsthaft nicht infrage kommen.
Ob die Angaben der Beobachtungsstelle SOHR korrekt sind, bleibt offen. Fest steht, dass es sich bei den Toten vor allem um Terroristen der Gruppe Jabhat al-Nusra handelte, die den Ort Ma’arat al-Numan beherrschen. Ohne die genaue Zahlen der Toten zu nennen, bestätigt auch die regierungsnahe Nachrichtenagentur SANA den Vorfall, allerdings mit der Behauptung, dass es sich bei dem zerstörten Gebäude um eine Fabrik zur Herstellung von Granaten gehandelt habe.
Auf der Grundlage dieser vagen und widersprüchlichen Informationen einen Beitrag zu zimmern, in dem die Terroristen auch noch als „Opfer“ bezeichnet werden, hat mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun. Es ist einfach nur peinlich. Die Pariser Terroristen wären mit dieser Ehrerbietung sicherlich besonders willig ins Jenseits entschwunden, mit der Dr. Gniffke Praline „Opfer“ im Mund.
„Der Westen hegt allerdings den Verdacht, dass die russischen Angriffe eher dem Ziel dienen, Staatschef Baschar al-Assad zu stützen“ weiss Dr. Gniffkes Redaktion weiter zu berichten. Wie doof muss der Westen nach der Einschätzung der Tagesschau eigentlich sein, wenn Zweifel daran bestehen, dass es den Russen  selbstverständlich auch um die Unterstützung für Assad ging.  Putin jedenfalls hat das nie bestritten.
Aber damit nicht genug. Es wird einseitig die furchtbare Hungerkatastrophe instrumentalisiert, um die TV-Rezipienten emotional gegen  Assad und seine Partner aufzuwiegeln.
„Hungern in Madaja geht weiter
Derweil ist die Situation für viele Bürger in dem Land katastrophal – unter anderem in Madaja. Die Stadt nordwestlich von Damaskus wird seit einem halben Jahr von der syrischen Armee und ihren Verbündeten belagert – rund 40.000 Menschen sind eingeschlossen. Essen gibt es nicht mehr. Inzwischen sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen 23 Menschen den Hungertod gestorben.“
Dass die Stadt Madaja von Ahrar al-Sham-Terroristen (das OLG Stuttgart sieht sie als Terroristen) gehalten wird, die mit al-Nusra fraternisieren und den hungernden Zivilisten den Abzug verwehren, wird genauso verschwiegen, wie die Tatsache, dass die Islamisten ihrerseits seit langem mit al-Fu’ah und Kefraya zwei Orte belagern, deren Bevölkerung auf Seiten der Regierung steht. Die syrische Regierung ihrerseits hat all jenen einmal mehr Amnestie und freien Abzug zugesichert, die die Waffen niederlegen – auch davon kein Wort. Verschwiegen wird auch, dass Deutschland mit brutalen Folgen für die Zivilbevölkerung massiv Wirtschaftsanktionen gegen Syrien betrieben und befürwortet hat, Dies alles wird unter den Teppich gekehrt. ARD-aktuell verschweigt die Fakten, um weiterhin ein totales Zerrbild des Konflikts zu zeichnen, das die syrische Regierung dämonisieren soll. Dabei ist man sich nach wie vor nicht zu schade, islamistische Terroristen zu verharmlosen und zu protegieren. Von Beginn an hat die westliche Propaganda islamistische Terroristen, die hierzulande als gefährliche Verbrecher verfolgt würden, als “Rebellen” und Freiheitskämpfer verharmlost und ihren militanten Kampf gegen die syrische Regierung unterstützt und befeuert, mit ständiger und verlässlicher propagandistischer Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland.
Als Nachhilfeunterricht für Dr. Gniffke und seine Redaktion hier eine sachliche und propagandafreie Darstellung, wie wir sie auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten müssten:
http://www.hintergrund.de/201601103812/politik/welt/hunger-in-madaya-und-was-ist-mit-kafraya.html
Es wirkt mittlerweile psychopathisch: Auf der einen Seite ein mediales Riesentamtam beim Aufspüren von islamistischen Terroristen in Deutschland , auf der anderen Seite das Schönreden der gleichen Kopfabschneider-„Rebellen“ in Syrien.
Auch wenn es so erscheint, dass bei Ihnen die Programm-Richtlinien inzwischen nur noch den Wert eines Lametta-Restpostens genießen, fordern wir Sie auf, sich mit dem Vorgang im Sinne eines Staatsvertragsverstoßes zu befassen.

Mit höflichen Grüßen
F. Klinkhammer & V. Bräutigam

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Grafikquelle    :    Wikipedia/ CC BY-SA 3.0 /File:2010-06-06 Skillshare Gniffke.jpg

Erstellt: 7. Juni 2010 7   ZikoEigenes Werk

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MH 17 – Lost in ARD

Erstellt von Gast-Autor am 23. Dezember 2015

Neue Nachrichten? Im Zweifel Schweigen

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dc/Tagesschau_logoen_2013-07-11_13-56.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. Dezember 2015

Als damals die Maschine der Malaysia Airlines über der Ukraine abgeschossen wurde, wusste man in der ARD lauthals: Das waren die Russen. Jetzt werden Zweifel am niederländischen Untersuchungsbericht über den Absturz laut. Die will die ARD nicht kennen. Denn das sind natürlich auch Zweifel an der ARD-Berichterstattung. Das geht zu weit. Denkt die ARD. Und verschweigt die neuen Nachrichten lieber. Auch diesen Fall von Nachrichten-Unterdrückung decken die ARD-Beobachter Klinkhammer und Bräutigam auf. Weil es der Wahrheitsfindung dient.

An den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks

Programmbeschwerde wegen eines weiteren Falles von Nachrichten-Unterdrückung (16.12. 2015, MH-17-Untersuchung)

Sehr geehrter Herr Marmor,
wenn Sie sich recht erinnern, haben Sie im letzten und vorletzten Jahr mit großer russophober Inbrunst – und mit leidenschaftlicher Unterstützung Ihrer „Star“-Korrespondenten G. Atai, H. Krause, U. Lielischkies u.v.a.m – versucht, den Abschuss der MH17 den Russen in die Schuhe zu schieben. Jeder Pups, der sich gegen Putin senden liess, wurde zuvor mit viel Anstrengung zu einem Donnerfurz aufgeblasen. Jetzt ist es still geworden um das MH-17-Verbrechen. An den Russen ist etwas hängen geblieben, und das war ja auch der Zweck des Medienfeldzuges: Mediale Begleitmusik für eine mit dem MH17-Anschlag begründete Sanktionspolitik der EU und der USA, obwohl  bis heute nicht feststeht, wer die Täter des Anschlages sind.

Glücklicherweise denken nicht alle gänzlich irrational antirussisch in der „Freien Welt“. Erhebliche Zweifel an der bisher verbreiteten, Russland mitverantwortlich machenden Deutung des MH-17-Anschlags sind aufgekommen, ARD-aktuell verschweigt und unterdrückt diese Meldungen jedoch in geübtem propagandistischen Stil. Den deutschen Zuschauern wird vorenthalten, worüber anderswo Diskussionen entbrannt sind:

In Australien hat eine Anhörung in einem Verfahren über den MH17-Absturz und die Verantwortlichen begonnen. Nach  Aussage des Detective Superintendent Andrew Donoghue, des leitenden australischen Polizisten in der internationalen Untersuchungskommission, die vom (niederländischen) Dutch Safety Board (DSB) geführt wird,  sei die Herkunft der Rakete, die die MH17 zerstört habe, nicht ermittelt worden.

Donoghue sagte, eine Untersuchung, die beweisen wolle, mit welcher Waffe das Flugzeug abgeschossen wurde und wer die Täter waren, müsse nach „strengeren Maßstäben“ als der DSB-Bericht arbeiten (laut dem niederländischen Abschlussbericht wurde MH17 mit einer 9M38M1-Buk-Rakete abgeschossen). Er und andere Untersuchungsbeamten seien nicht von den Berichten der amerikanischen und ukrainischen Regierungen und des DSB überzeugt, dass es sich um eine Buk-Rakete gehandelt habe. Die vorgelegten Hinweise entsprächen nicht den internationalen Maßstäben für einen Beweis.

Die Untersuchung gehe weiter, so berichten die meisten Medien grob verkürzt.
Zweifel an dem DSB-Bericht gibt es aber auch in den Niederlanden selbst, zunächst allerdings aus anderen Gründen, die dennoch weiteres Misstrauen hervorrufen können. So erklärte der Forensiker Theo de Roos gegenüber der Zeitung Telegraaf, dass die jüngsten Skandale um den ukrainischen Geheimdienst SBU (der bekanntlich von ARD-aktuell sogar als glaubwürdige Quelle angesehen und genutzt wird, wenn es nur gegen Putin geht) die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen behindern oder unmöglich machen könnten. Bislang stamme der Großteil der Beweise, z.B. die abgehörten Telefongespräche der ost-ukrainischen Separatisten, eben vom – unglaubwürdigen – SBU. Der Geheimdienst sei auch intensiv an der Bergung der Leichen, des Wracks und der mutmaßlichen Raketenfragmente beteiligt gewesen.

Der SBU ist mitsamt seinem bis Juni 2015 amtierenden Ex-Direktor Valentyn Nalyvaichenko in zahlreiche Korruptions-, Diebstahls- und Schmuggelfälle verwickelt. Allerdings ist nicht klar, ob Nalyvaichenkos Entlassung auf Antrag von Präsident Poroschenko nicht auch mit seiner Fehde mit dem Generalstaatsanwalt und schlicht auf Machtkämpfe innerhalb der herrschenden Elite zurückzuführen ist. Nalyvaichenko soll mit einem Kunstraub 2005 im Westfries Museum verbunden sein, die finnische Polizei verdächtigt ihn der Verwicklung in einem großen Schmuggel mit Antiquitäten. 22 SBU-Mitarbeiter wurden 2015 zu Gefängnisstrafen wegen Korruption und anderer Straftaten verurteilt. Auf den ukrainischen Chefermittler Oleksandr Ruvin, Direktor des Kyiv Research Institute of Forensic Expertise und leitender Forsensiker bei der MH-17-Untersuchung, war letzten Monat ein Anschlag verübt worden.

Die niederländische Oppositionspartei CDA, der Christlich-Demokratische Aufruf, fordert Antworten vom niederländischen Justizminister. Die SBU-Skandale seien ein großes Risiko für die strafrechtliche Untersuchung, zumal es nur wenige Beweise gibt, die obendrein kompromittiert seien, so der CDA-Abgeordnete Pieter Omtzigt. (siehe Telepolis-Beitrag vom 18.12.2015).

Dass ARD-aktuell diese Informationen verschweigt, ist aus unserer Sicht darauf zurückzuführen, dass Frau Merkel sich Kritik an ihrer Ukraine-Politik verbittet. Kürzlich verkündete sie der Öffentlichkeit noch, dass der Kampf gegen die Korruption dort auf gutem Wege sei. Mutmaßlich um mit dem Kanzlerwunsch zu harmonieren, hüllt ARD-aktuell sich im beklagten Fall in Schweigen.

Die Unterdrückung der neuen Informationen zum MH 17-Abschuss ist ein Verstoß gegen die NDR-Programmrichtlinien, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass monatelang eine antirussische Verdächtigungs-Berichterstattung bei ARD-aktuell vorherrschend war. Die Redaktion versucht jetzt offenbar, ihre seinerzeitige Einseitigkeit mittels Verschweigen der gegenläufigen neuen Informationen zu verschleiern.

Mit freundlichem Gruß

F. Klinkhammer & V. Bräutigam

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Grafikquelle :     User:Sogndal 123Eigenes Werk

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