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Ein Tag für Veteranen

Erstellt von DL-Redaktion am 4. April 2012

Die Schnapsideen eines Kriegsministers

File:Schützenverein Braunau.jpg

Eine Zugehörigkeit zu diesen Verein müsste für jeden eine Ehre bedeuten,
welcher 12 Jahre seines Lebens in der Bundeswehr verschlafen hat

Jetzt erfahren wir wieder einmal warum wir Politiker haben und auch bezahlen. Haben diese einmal ein wenig Freizeit, Ostern steht vor der Tür, bereiten sie vor den Wählern prompt die Träume ihrer schlaflosen Nächte aus.

So schlägt unser Kriegsminister vor, den 22. Mai zu einem Gedenktag für die Bundeswehr Veteranen zu machen. Er will damit die Leistungen der Soldaten als Dienst für das Gemeinwohl  würdigen. Bereits im Februar hatte er vorgeschlagen den Volkstrauertag mit „diesen“ Veteranentag zu verbinden und war damit in der Opposition auf große Vorbehalte gestoßen.

Dem Bürger wird suggeriert das die Soldaten eine Leistung für das Gemeinwohl erbringen? Soll dieses bedeuten dass die Herstellung von Kriegsmaterialien dem Gemeinwohl dient? Der Einsatz von Waffen zum Einkauf und zur Transportsicherung von Rohstoffen dient dem Gemeinwohl?

Auch die banale Wahrheit von Tucholsky, dass Soldaten aufgrund ihrer „Arbeit“ Mörder sind wird in diesen Land immer wieder die Justiz beschäftigen, da wirtschaftliche Interessen absoluten Vorrang haben. Trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes aus 1995 und dem anschließenden Freispruch vor dem Mainzer Landgericht auf den Spruch „Soldaten sind Mörder“ wird immer wieder versucht werden einen militärischen Einsatz zu rechtfertigen und das Soldatentun zu glorifizieren.

Wer ist denn nun ein würdiger Bundeswehr – Veteran in den Augen unserer Politiker ? Einer, der vor mehr als 40 Jahren un- und wider – willig seiner Wehrpflicht nachkommen musste? Mir kam dieser Dienst damals schon sehr eigenartig und unsinnig vor, was sich auch in meinem späteren Leben eindeutig bestätigte. Ich bin auf all meinen Reisen, sei es nach Asien, Afrika oder Amerika nie Feinden sondern nur Freunden begegnet. Aber gut, ich bin nie in einer Gruppe und privat unterwegs gewesen.

Veteranen Vereinigungen haben wir doch schon in Form unserer Schützenfeste. Dort könnte auch der Kriegsminister Thomas de Maizière zusammen mit seinen Vorgänger von Guttenberg, ja und natürlich Lothar Matthäus, drei gutaussehende Männer, gemeinsam auftreten. So völlig gefahrlos.

Ein Veteranen – Tag könnte vielleicht auch mit einer gewissen Rentenkürzung verbunden werden. Motto: Wir die Kriegs- Verursacher und -Drückeberger geben euch einen Ehrentag und kürzen dafür entsprechend eure Rente. Sagen wir für den Verlust eines Beines um 100 Euro und dem beider Beine nur 50 Euro. Wer macht denn heute noch etwas für umsonst?

Da grölt dann auch gleich der Gröhe im Gleichklang: Deutschland braucht aktive Veteranenpolitik!! Der Generalsekretär der CDU unterstützt den Vorstoß des Kriegsministers. „Sie sind eine sehr gute Grundlage für eine notwendige Diskussion in unserer Gesellschaft über den unverzichtbaren Dienst unserer Soldatinnen und Soldaten“. Wie können diese Menschen so verblendet sein auf eine breite Akzeptanz in der Gesellschaft zu hoffen.

Den politischen Kriegstreibern sein gesagt: Die Menschen wollen Frieden und keinen Krieg ! Seien wir aber sicher, sie werden und wollen es nicht verstehen.

So kommt dann aus den Reihen der Oppositions SPD dann auch gleich ein klaren „Nein – Aber“. Eine Augen wischende Vorbereitung auf eine „Große Koalition“ welche durch das Presseportal ots wie folgt verbreitet wird:

(ots) – Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sieht die von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) vorgeschlagene Einrichtung eines Veteranen-Tages am 22. Mai kritisch. „Ich bin skeptisch, ob es einen Tag geben kann, der die Gesellschaft wirklich durchdringt“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe). „Und wenn das nur ein Tag ist, der sich in viele andere Gedenktage einreiht, dann wird er dem Thema nicht gerecht.“ Arnold räumte allerdings ein, „dieser Vorschlag“ sei „nicht so furchtbar falsch wie der erste falsch war“. Immerhin beziehe er sich positiv auf die eigene Geschichte. De Maizière hatte den Volkstrauertag als Gedenktag ins Spiel gebracht. Jetzt schlägt er den 22. Mai vor, weil am 22. Mai 1956 die wehrverfassungsrechtlichen Grundlagen für die Bundeswehr in Kraft getreten seien. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, erklärte der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Ich bin generell für einen solchen Tag. Wir müssen aber erst mal Substanz in die Frage kriegen, wer eigentlich als Veteran definiert ist.“ Da müssten alle Beteiligten konsultiert werden. Dass der Minister die Debatte angestoßen habe, sei „prima“, so Kirsch.

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