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RENTENANGST

Wulff – Opfer seiner selbst?

Erstellt von DL-Redaktion am 14. November 2013

Der letzte Vorhang für Christian Wulff

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Ist es nicht sehr wirklichkeitsfremd, dass Raunen welches in den letzten Tagen durch die Presse geistert? Ja es geht um den letzten Vorhang für Christian Wulff, einen der vielen ehemaligen Sonnyboys aus der CDU. Er hatte als einziger von allen anderen, dieses wohl einzige vom Staat zu vergebene Glamour Amt erhalten. Der Prozess gegen Ihn beginnt, wegen für ihn läppischen 700 Euro,

Ist das wirklich alles was von diesem Schauspiel bleiben wird, welches dem Volk auf der großen Bühne der Öffentlichkeit vorgeführt wurde. Ein Drama um Verleumdungen, Mutmaßungen, Rufmord und persönlichen Beleidigungen verursacht durch die Provokation der Presse? Nein, dieser Behauptung ist zu widersprechen. Durch ihn selber, basierend auf Überheblichkeit, Arroganz und einer schon blind anzusehenden Naivität wurde der Skandal ausgelöst.

Erinnern wir uns? Er wurde erkoren und gekrönt als eines der letzten Überbleibsel aus den Kreis der Erben von Merkels Macht. Die meisten Anderen mit bekannten Namen hatten bereits vor ihn ihr politisches Ende erlebt. Dieser einst brave Parteigänger, dort im Laufe seiner Mitgliedschaft von seiner Partei willig und rund geschliffen, ließ sich nur allzu gerne so gebrauchen wie er gerade benötigt wurde. Was auf ihn folgte war der CDU Exodus mit den schönen Namen Gauck! Der selbstgerechte Gottesdiener wechselt seinen Beherrscher.

Dieser Wulff hat es wohl versäumt seine eigene Karriere unter Kontrolle zu behalten. Er ließ sich von seinen Erfolgen blenden und bemerkte nie, nur als ein Rädchen in einer Macht-Maschinerie benötigt zu werden.  Er sonnte sich in den Glauben selber die Macht zu sein.  Der Fall Köhler hätte ihm als Warnung reichen müssen.

Erst einmal in die Schleife von Verstrickungen gefangen, wäre nur der knallharte Weg der persönlichen Offenbarung möglich gewesen und so reihte er einen Fehler an den anderen und es ist zu vermuten dass er bis heute nicht bemerkt hat nur Mittel zum Zweck gewesen zu sein. Auch musste er, zur Erreichung seiner Ziele die gleichen Mittel anwenden, welche wie Eingangs erwähnt, ihm letztlich selber zum Verhängnis wurden. Er hat auf seinen Weg nach oben sicher über viele politische Leichen steigen müssen, so wie in den Parteien üblich.

Das diese nach den aufkommenden Unruhen die Zeit für ihre Rache als gekommen sahen, war die nächst zu erwartende Wahrscheinlichkeit der er als nächstes den Fehler anführte seinen einstigen Vertrauten Olaf Glaeseker in den Sumpf zu schieben. In den Moment wo die vertrauliche Zusammenarbeit am wichtigsten wurde kehrte er den Egomanen heraus, was dann der Anfang von seinen Ende bedeutete.

Ein jeder welcher einmal in der Verantwortung stand weiß, dass der Chef ohne seinen wichtigsten Zuarbeiter sehr wenig ist. Diese Verlässlichkeit in dem Moment der größten Gefahr aufzugeben bedeutet für gewöhnlich den endgültigen Untergang. Und das nicht nur in der Politik. Jeder hat in diesen Moment gesehen wie vertrauliche Verbindungen von Christian Wulff persönlich behandelt werden. Und aus seinen „Freundeskreis“  zog sich nach den Verlust des Postens Einer nach den Anderen in den Hintergrund zurück.

In der Talkshow am Dienstagabend „bei Maischberger“ trat dann auch, für die meisten mit Sicherheit völlig überraschend, ein verbliebener, sich selbst bekennender, enger Freund in die Öffentlichkeit. Der Linke Diether Dehm! Nicht dass das Privatleben von Dehm interessant erscheint  offenbart diese Verbindung doch sehr viel über die Machenschaften in der Politik. Denn so weiß es ein Großteil der Bevölkerung: „Am A… und am Kopf kommen sie alle wieder zusammen“. Nach dem Schlagen der öffentlichen Parteischlachten, geht es doch schließlich nur um das große Geld. Eine naive Basis schlägt sich und die Köpfe lachen über deren Dummheit und teilen die Gelder unter sich.

Opfer seiner selbst

„Ich werde auch den allerletzten Vorwurf ausräumen, weil ich mich immer korrekt verhalten habe“, sagt Wulff zum Prozessbeginn, das Bundesverdienstkreuz am Revers. Der erste ehemalige Bundespräsident, der sich vor Gericht verantworten muss, machte die Affäre um ihn selbst zum Skandal.

Wer trägt die Verantwortung? Wer ist schuld daran, dass Christian Wulff im Februar vergangenen Jahres nicht nur als Bundespräsident zurückgetreten ist, sondern vom höchsten Staatsamt in die vollständige politische und persönliche Bedeutungslosigkeit stürzte?
Wer muss dafür geradestehen, dass Christian Wulff und seine Frau in einer 67 Tage dauernden Affäre von den Medien in beispielloser Weise erbarmungslos gejagt, gehetzt worden sind und Christian Wulff selbst jetzt noch, nachdem er schon alles verloren hat – sein Amt, seine Frau, sein Renommee – von der Justiz der Prozess gemacht wird? Richtig ist: Christian Wulff ist ein Opfer. Richtig ist aber auch: Er ist vor allem ein Opfer Christian Wulffs.

Er ist nicht nur der erste ehemalige Bundespräsident, der sich vor Gericht verantworten muss. Er war auch der erste hochrangige Politiker der Bundesrepublik, der es fertigbrachte, eine Affäre, die keine war, zu einem Skandal zu machen, in dem er untergehen musste, weil er sich auf Halb- und Unwahrheiten verlegte, wo es genügt hätte, die Wahrheit zu sagen. Seit dem ersten Tag der Affäre erinnerte Wulff an einen Mann, der lügt, weil ihm der Mut zur harmlosen Wahrheit fehlt, der sich in heillose Rabulistik flüchtet, wo ein klares Wort genügt hätte, um seine Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Quelle: Frankfurter-Rundschau >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :    Christian Wulff (born June 19, 1959 in Osnabrueck) is a former German politician (Christian Democratic Union of Germany) and President of Germany. He served as Prime Minister of the state of Lower Saxony (2003-2010).

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450 Krieger geloben!

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Juli 2011

„Öffentliches“ Gelöbnis in geschlossener Gesellschaft

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Innerhalb einer fast geschlossenen Gesellschaft fand am Mittwoch den 20. 07. 2011 das erste Gelöbnis der Bundeswehr nach der Umstrukturierung in eine freiwilligen Armee statt. Diese Show, einem Aufmarsch von Gladiatoren gleich, als „Öffentliche Veranstaltung“ umworben, durfte nur von auserwählten Bürgern besucht werden. Um unliebsame Störer abzuhalten wurden rund um den Reichstag diverse Straßen vom öffentlichen Verkehr ausgesperrt.

Das Interesse aus der Geschäftswelt an dieser Gala Deutscher Kriegsspieler war natürlich enorm. Wollte das Kapital sich doch als Augenzeuge ansehen, wer Ihnen denn demnächst die Transportwege für benötigte Bodenschätze aus aller Welt freihalten wird. Als Hauptredner vergaß der Bundespräsident Christian Wulff natürlich nicht zu erwähnen, dass das Deutsche Militär in der Mitte der Bevölkerung stehe und voll akzeptiert sei. Aufgrund der großen Akzeptanz musste diese Veranstaltung dann auch großzügig abgesichert werden.

So scheint ihm auch entgangen zu sein das laut einer Emnid Umfrage 94 % der Bürgerschaft einem Kriegseinsatz wie in Afghanistan ablehnend gegenüber stehen. Daran ändert auch der Ausdruck Parlamentsarmee nichts, weisen doch heute schon die Wahlen nur noch eine Beteiligung von gerade einmal 50 % aus. Die Wähler lehnen es immer mehr ab, selbsternannten Volksvertretern ihre Stimme zu geben, welche nach den Wahlen zeigen, dass ihnen die Menschen letztendlich vollkommen gleichgültig sind. Seine erweiterte Aufforderung das Parlament müsse die Notwendigkeit der Militäreinsätze besser herüber bringen grenzt in einen solchen Zusammenhang schon an Sarkasmus.

Ein friedliebendes Volk von der Notwendigkeit der Durchführung von Kriegseinsätzen im Ausland zu überzeugen ist schlichtweg nicht möglich. Eine öffentliche Akzeptanz hieße Gewalt Gesellschaftsfähig zu machen. Vergessen wird von den Politikern natürlich mit bedacht, das einen Krieg normal immer ein Versagen der gewählten Politiker vorausgeht.

Wie sehr die Bundeswehr im Volk auf Ablehnung stößt, zeigt sich auch daran dass, wie der NDR meldet,  in Schleswig Holstein und Bremen, bereits 20 % der in dortigen Standorten eingerückten Freiwilligen ihren Dienst schon wieder quittiert haben. Als erste Freiwillige waren Anfang Juli 3400 Rekruten in die Kasernen eingerückt.

Erinnern sollte man die Bürger auch immer daran dass verschiedene paranoide Kräfte in diesem Land immer noch den Einsatz des Militärs auch innerhalb unseres Landes als ihr politisches Ziel erklärt haben. Den letzten Unruhen in einigen Arabischen Staaten, Nordafrika oder auch Griechenland und Spanien ins Auge sehend, eine absolute Horrorvorstellung, da der politische Missbrauch auch hier möglich wäre, sollte sich die politische Mafia in ihrer Macht gefährdet sehen.!

Auch die LandesschülerInnenvertretungen melden unterdessen Kritik gegen ein verdecktes Sponsoring durch die Bundeswehr von Seminaren an. Michael Schmidt, Chef der LandeschülerInnen Berlin: „Durch die Seminare will die Bundeswehr Schüler ködern, um die militaristischen Strukturen und die angebliche Friedenspolitik zu fördern.“ (TAZ)

Die Reaktionen der Jugend zeigen, dass trotz der bekannten Bildungsmisere  diese sich heute kein X für ein U vormachen lassen. Auch von kriegslüsternen Politikern nicht, welche für gewöhnlich in Hinterzimmern verweilen während andere für sie die Kastanien aus dem Feuer holen müssen. Sie wissen das eine Kugel ausreichen kann, um in einen Blechsarg die Heimreise als Held antreten zu können…

IE

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