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Initiativpreis für die BA

Erstellt von DL-Redaktion am 29. September 2011

Bundesagentur für Arbeit gewinnt Initiativpreis für Weiterbildung

Folgende Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit wurde an die Presse ausgegeben:

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat am Mittwoch, den 28. September, den Initiativpreis für Aus- und Weiterbildung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bekommen, der jährlich verliehen wird. Gegenstand des Preises war eine Seminarreihe für Führungskräfte der BA.

Die BA ist mit der Seminarreihe „In Führung gehen“ gegen 53 andere Bewerber angetreten. Die Seminare richten sich an Führungskräfte der BA, die mindestens auf Ebene der Teamleiter tätig sind. Hans-Christian Witthauer, Bereichsleiter POE2, Geschäftsführer der FBA und Projektleiter nahm den Preis entgegen: „Das ist ein großartiger Erfolg für uns“. Auch innerhalb der BA wird das Projekt als Erfolg bewertet. So schätzen viele Teilnehmer die Möglichkeit, z.B. Mitarbeiter- oder Konfliktgespräche direkt zu üben und in der Gruppe zu analysieren. Witthauer: „Manche Führungskräfte haben uns zurückgemeldet, dass sie nun die gruppendynamischen Prozesse im Team viel besser verstehen und darauf viel besser reagieren können.“

Eine siebenköpfige Jury, deren Mitglieder in Medien, Wirtschaft und Wissenschaft tätig sind, hat die Initiativen bewertet.

Mit Unterstützung der Otto-Wolff-Stiftung verleiht der DIHK den Preis einmal pro Jahr an drei Unternehmen, Bildungseinrichtungen oder Persönlichkeiten, die im betrieblichen Bildungswesen beispielhafte Initiativen ergriffen haben. Ziel ist, die Initiativkraft der deutschen Wirtschaft zu fördern. Daher ist die Bedingung für den Preis, dass das Konzept auf andere Unternehmen übertragbar sein muss.

Soweit die stolze Meldung der Bundesagentur für Arbeit welche wir mehrmals gelesen haben, um uns davon zu überzeugen, hier nicht einer Satire auf dem Leim zu gehen. Aber das Ding ist real und wir würden die Meldung in die Schublade, ganz unten, mit dem Nobelpreis für Obama, oder den Friedenspreis für unsere „Mutti“ legen. Achtung: Beide sind heute noch in Afghanistan aktiv und verdienen sich dort ihre Friedens-Preise. Im tagtäglichen Kampf für ihre Länder!

Zurück zu der Bundesagentur mit ihren toll geschulten Führungskräften welche uns bei unseren vielen Begleitbesuchen leider nie über den Weg gelaufen sind. Wenn wir denn die Ergebnisse erleben durften, welche den Auszuführenden von ihrem Führungspersonal mit auf dem Weg gegeben wurde, dann sagen wir hier: „Gute Nacht Deutschland“. Die Agenturen agieren wie ein Spiegelbild der Regierung: Desorientiert und Herrisch, mit äußerst wenig Sachverstand.

Angeführt von einer Eiseskälte ausstrahlenden Person welche versucht sowohl mit Worten als auch mit Gesten eine nicht vorhandene Autorität zum Ausdruck zu bringen. Wie sagte Urban Priol in seiner letzten Satiresendung: „Eine Gebärmaschine“ welche wie ein Automat funktioniert. Früher bekannt unter den Namen Jukebox und in jeden Restaurant stehend: Groschen rein, Platte wählen und schon ging das plärren los.

So brauchte sie viele Jahre um die Unsinnigkeit in den verschiedensten Fördermaßnahmen der ARGEN zu erkennen. Fördermaßnahmen welche als reine Geldverbrennungsmaschinen funktionierten und nur der Fälschung von Statistiken dienten. Politikern und Gewerkschaftlern wurde damit ermöglicht durch die Gründung von Bildungsinstituten an die unverhältnismäßig reichhaltigen Euro-Ausschüttungen der ARGEN zu partizipieren. Genau diese Klientele wird nun vermutlich auch für die Vergabe des Preises zuständig sein.

So werden jetzt endlich die Menschenunwürdigen 1 Euro Jobs drastisch reduziert indem für einen eingestellten Jobber nur noch höchstens 120 Euro an die zumeist einstellende Behörde als Kopfprämie monatlich gezahlt wird. Manch eine Behörde hat in der Vergangenheit die Hilflosigkeit der Arbeitslosen schamlos ausgenutzt um sich auf deren Kosten, durch die Einstellung billiger Arbeitskräfte, einige Euro zusätzlich in ihre maroden Kassen zu verdienen. Diese unwürdigen Jobs waren für viele Jahre der Motor, um so feste Arbeitsplätze zu vernichten.

In stupiden Kursen wurden durch 20 jährige Leerer 50 Jahre alten Arbeitslosen, welche zumeist eine weit bessere Ausbildung als die Unterrichtenden in ihren jungen Jahren genossen hatten, das Schreiben von Bewerbungen beigebracht. Eine Maßnahme wie sie in dieser Form nur kranken Köpfen oder nüchtern Rechnenden einfallen konnte. Fiel doch durch die Verpflichtung an einer solchen, über sechs Monate dauernden Maßnahme, welche einmal wöchentlich für eine Stunde durchgeführt wurde, die Person als nicht mehr Arbeitslos aus der Statistik heraus. So meldeten sich Probanten welche diese Kurse dreimal durchlaufen mussten.

So ist es nur allzu Auffällig das diese „Preisverleihungen“ regelrecht „Kreisen“. Unter dem Motto gibst du mir, so gebe ich dir schämt man sich nicht auf Kosten der Steuerzahler um die halbe Welt zu reisen um an solchen Selbstbeweihräucherungen teilhaben zu können. Für solche Vorhaben ist selbst in einem bankrotten Staat noch Geld vorhanden. Da Politiker ansonsten in der Bevölkerung nur Unverständnis hervorrufen, siehe Wahlbeteiligungen,  nutzt man jede Gelegenheit sich selber gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Mit Sicherheit wird an die Gegenleistung für Obama schon poliert.

Hier ein Video über Beschäftigungsmaßnahmen und eine naiv schwätzende Ministerin:

[youtube BydvYQAI1vs&feature=related]
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Fotoquelle: Die Linke Dreieich

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Hartz IV schafft Arbeit

Erstellt von DL-Redaktion am 19. Juni 2010

Unter obigen Titel lesen wir heute einige interessante Artikel über die größte Unrechtsgesetzgebung deutscher Nachkriegspolitik an den „Otto“ Normalverbraucher, – Hartz IV. Der Name an und für sich ist schon ein Fiasko und spricht, angelehnt an einen Verurteilten, für sich. Meines erachten müsste es richtiger Harz heißen, nach dem Harzer Käse welcher auch mit der Dauer seines Aufbewahrens mehr oder weniger stark stinkt.

Da diese Menschen entwürdigende Gesetzgebung  die deutschen Gerichte mit immer mehr Klagen belastet, kommt es bei den zuständigen Sozialgerichten zu erheblichen Neuanstellungen. Beim größten deutschen Sozialgericht wurde am Freitag die Schwelle von 100.000 Verfahren überschritten.

Des weiteren muss sich die Bundesagentur für Arbeit nun mit den Vorwürfen aus einander setzen ihren Führungskräften zu hohe Gehälter zu gewähren. Auch bei der Besetzung der Stellen wurde, wie in der Politik üblich, gemauschelt. Ebenfalls moniert der Bundesrechnungshof die schwere Durchschaubarkeit der Gehälter in Zusammenhang der Leistungskomponenten. Weise verweist bei diesem Thema auf die „Reformerfolge“ der BA, welche mit dazu beigetragen hätten die Wirtschaftskrise zu meistern.

Aus eigener Erfahrung, bedingt durch die Begleitung etlicher Personen welche sich von dieser Verwaltungsstelle über der Tisch gezogen fühlten, hätte ich an den Chef der Statistiker nur eine Frage zu stellen: „Wie groß ist der Prozentsatz der rein durch die Bundesagentur vermittelten Arbeitsstellen?“ Aus eigenen Erfahrungen vermute ich, das mehr als 90% der freien Stellen über private Vermittler besetzt werden, welche sich ihre Arbeit von den Ämtern fürstlich honorieren lassen. IE

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Der Armen-Anwalt

Ein überfordertes Jobcenter, ein strapaziertes Sozialgericht und ein pfiffiger Anwalt, der die Schwächen des Hartz-IV-Systems offenlegt

AUS MÜHLHAUSEN UND NORDHAUSEN ASTRID GEISLER

Der Rechtsanwalt zögert, ob er reden soll. Was brächte es ihm? Einer wie Jan Keppler braucht keine Werbung mehr. Er wolle über den Termin nachdenken, sagt er am Telefon. Er bittet um Verständnis: Für die Behörde sei er doch sowieso schon der Staatsfeind Nummer eins! Ein paar Tage später richtet seine Sekretärin aus: kein Interview. Stattdessen schickt Keppler eine E-Mail, knapp zwei DIN-A4-Seiten, mit seiner Sicht der Dinge. Am Ende eine Bedingung: Sein Name muss geheim bleiben. Jan Keppler heißt also eigentlich anders.

Die Kanzlei Keppler liegt in einer Gründerzeitvilla, der Blick geht auf eine Lindenallee und die Türme der Altstadt. Die Lage ist genial – oder eine Frechheit, je nachdem, auf welcher Seite man steht. Gleich in der Parallelstraße befindet sich das Jobcenter Mühlhausen, offiziell „Arge Grundsicherung“ genannt. Jan Keppler ist dort ein bekannter Mann, denn bevor er sich selbständig machte, hatte er in der Widerspruchsabteilung der Behörde seinen ersten Job gefunden. Seine frühere Chefin könnte ihm fast zuwinken aus ihrem Büro im obersten Stock, so kurz ist der Weg. Ingrid Richter lacht hell auf bei der Vorstellung. „Ich versichere Ihnen“, ruft sie, „das werde ich nicht versuchen!“

Die Seite gewechselt

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Sparmilliarden gesucht

HAUSHALT Die Bundesagentur prüft derzeit, wo sie kürzen kann. Etwa beim Kurzarbeitergeld. BA-Chef weist Kritik an ihm zurück

VON BARBARA DRIBBUSCH UND EVA VÖLPEL

BERLIN taz Bei der Arbeitslosenförderung sollen laut „Sparpaket“ der Bundesregierung schon im kommenden Jahr 2 Milliarden Euro eingespart werden. Derzeit würden „einzelne Szenarien“ durchgerechnet, erklärte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) der taz. Festlegungen auf konkrete Sparmaßnahmen gebe es noch nicht. Im Herbst dieses Jahres wird der Haushalt der Arbeitsagentur für 2011 aufgestellt.

Bei der Vorstellung des Sparpakets hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärt, man werde „sogenannte Pflichtleistungen in Ermessensleistungen umwandeln“. Bei der Arbeitsförderung für Hartz-IV-Empfänger existieren aber nur Pflichtleistungen in Höhe von 116 Millionen Euro, wie die Sprecherin der Bundesagentur bestätigte. Für die Empfänger von Arbeitslosengeld I gibt es den „Gründungszuschuss“ als Pflichtleistung. Die Kosten dafür schlagen jährlich mit 1, 5 Milliarden Euro zu Buche.

Die BA-Sprecherin bestätigte auch eine Rechnung, nach der 1,6 Milliarden Euro eingespart werden könnten, wenn man die Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld rückgängig machen und die Leistung wie früher nur 6 Monate lang gewähren würde.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: DIE LINKE. Rottenburg

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