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Der Apfel fällt weit von seinem Stamm

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Juni 2014

Der Apfel fällt weit von seinem Stamm

Autor: JAN FEDDERSEN

Irgendwann neulich war er weg. Nicht mehr auf dem Radar von Journalisten, die sich auf Rechtsextremes, etwa aus den Reihen der NPD, verstehen. Auch nicht mehr auf dem von Antifas: Holger Apfel, einst eines der prominentesten Gesichter der NPD, ihr Fraktionsvorsitzender im Landtag von Sachsen und bis zu seinem Rücktritt im Dezember vorigen Jahres ihr Bundesvorsitzender, war einfach verschwunden. Ein Gerücht hatte seiner Karriere den wichtigsten Stoß versetzt – er habe, hieß es, einem „Kameraden“ sich nicht im Sinne gesunder, heißt: heterosexueller Manier genähert. Genaues weiß man nicht, wurde nie erörtert, war kein Teil des Gossip, selbst im Netz wird geschwiegen.(……..)

Eine Mitgliedschaft in der NPD rechtfertigt insofern keine Exkommunikation aus dem bürgerlichen Leben – nicht einmal dann, wenn er oder sie ein gedeihliches Miteinander zu vergiften droht. Etwa in Kindergärten, bei Elternabenden und so weiter und so fort. Dann liegt es an den anderen, libertären, linken Anderen, diese Gifte zu entkräften – sei es mit Argumenten, sei es mit einer anderen Praxis des Miteinanders.

Das Recht auf eine zweite Chance für ein bürgerliches Leben haben in den vergangenen 40 Jahren gerade Linke und solche aus der Terrorszene ziemlich in Anspruch genommen. Gern wurden sie unterstützt von HelferInnen aus der Sozialpädagogen-, Medien- und Kulturszene. Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt, Karl-Heinz Dellwo oder Susanne Albrecht – wo auch immer sie ein neues Leben begannen, das alte, das andere Menschen auch mörderisch beschädigende, hatten sie hinter sich.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia

Author Poeticbent
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