DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Kipping: Fehlender Mumm der SPD

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2013

Katja Kipping bedauert „fehlenden Mumm der SPD“

Feind gefunden – Wahlen gewonnen, es ist so einfach ?

Ein Interview mit Katja Kipping, gestern erschienen in der Welt am Sonntag deren Aussagen ich auch zum Teil so unterstreichen könnte. Auch ich konnte nie stolz auf dieses Land sein. Im Gegenteil, ich habe mich bei Aufenthalten im Ausland immer weit Abseits der Touristenzentren und Hotels gehalten und den Kontakt zu den Gastgebern gesucht.

Meine Stimme bei Wahlen wird sie aber nicht erhalten und dieses zumindest so lange nicht, wie sich allzu viele Fliegenfänger in der Partei tummeln. Im Zusammenhang mit den Wahlen brachte die Sendung von Jauch gestern Abend, nach langer Zeit einige, interessante Aussagen von Nichtwählern. Neben Egon Bahr waren dort der Kriegsminister, Kohl Sohn Walter, Gabor Steingart und Andrea Hanna Hünniger, Autorin geladen. Die letzten drei sahen dabei die Wahlverweigerung als Notwehrreaktion an, wofür sie dann auch wohl den meisten Beifall erhielten. Auch hielten sie unter anderen die festgefügten Herrschaftsstrukturen in den Parteien für Demokratie schädigend.

 Die Welt: Frau Kipping, sind Sie stolz, Deutsche zu sein?

Katja Kipping: Nein, ich habe dazu nichts beigetragen. Ich bin stolz, wenn es mir gelingt, etwas zu bewirken. Aber dass ich hier geboren bin, dazu habe ich nichts getan.

Als wir um ein Interview zum Stichwort Deutschland baten, haben Sie sofort ein Treffen am Pergamonaltar vorgeschlagen.

Das liegt an dem Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss, der ja mit einer Beschreibung des Pergamonaltars beginnt…

… um dann auf über tausend Seiten und in drei Bänden die Geschichte der Arbeiterbewegung zu reflektieren.

Seinetwegen bin ich während der Abizeit mit einer Freundin nach Berlin getrampt, um mir den Altar anzuschauen. Am Tag meiner Hochzeit waren wir auch hier, haben am Altar einen Text daraus gelesen. Die „Ästhetik des Widerstands“ beginnt mit drei Kommunisten, die nach einem langen Tag in der Fabrik ins Pergamonmuseum gehen und versuchen, sich die Kunst kritisch anzueignen. Der Roman endet damit, dass das Entscheidende der Schlacht, die am Altar dargestellt wird, die Rückkehr des Herkules ist. In der restaurierten Version ist Herkules verloren. Das heißt, dieser Platz ist noch zu füllen. Die Quintessenz ist: Wenn wir uns nicht selbst befreien, wird sich nichts verändern. Das ist ein sehr emanzipatorischer Ansatz.

Als Linke sind Sie stolz auf die Tradition der Arbeiterbewegung. Warum nicht auch auf die deutsche  Tradition?

Weil ich mich, wie die Personen in der „Ästhetik des Widerstands“, überall dort zu Hause fühle, wo ich kämpfe und mich engagiere. Ich fühle mich eher als Weltbürgerin, als dass ich mich auf ein Land beziehe. Ich bin nach dem Abitur nach Russland gegangen, war während des Studiums eine Weile in Chicago, habe dort für den Umweltschutz Geld gesammelt. Ich habe erlebt, dass ich mich sehr schnell an unterschiedlichen Orten zu Hause fühlen kann, sobald ich die Sprache beherrsche.

Was ist für Sie das Besondere an Deutschland?

Quelle: Welt >>>>> weiterlesen

———————————————————————————————————————————

Fotoquelle:Wikipedia – Author Hier ist DIE LINKE

This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Abgelegt unter P. DIE LINKE, P.SPD, Überregional | 1 Kommentar »