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Schattenfinanzindex 2011

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Oktober 2011

Deutschland unter den Top 10 der Schattenfinanzzentren
der Welt
Netzwerk Steuergerechtigkeit legt Schattenfinanzindex 2011 vor

Aus einer heute veröffentlichen Studie des Tax Justice Network, das ich mit begründet habe und dessen Arbeit ich untersütze, geht hervor, dass die Bundesrepublik Deutschland unter den Top Ten der Schattenfinanzzentren weltweit ist.

Beigefügt finden Sie die entsprechende Hintergrundpapiere und die Pressemitteilung des Tax Justice Network.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Giegold MdEP

Aachen/Berlin/Bonn/London, 4. Oktober 2011: Das internationale Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) veröffentlicht heute die Rangliste der schädlichsten Schattenfinanzzentren der Welt. Angeführt wird die Liste von der Schweiz, Deutschland kommt auf Platz 9.

Die Rangliste basiert auf dem Schattenfinanzindex (Financial Secrecy Index). Mit diesem Index werden 73 Länder und Gebiete nach dem Grad ihrer Intransparenz im Finanzsektor bewertet. Die Intransparenz wird anschließend mit dem Anteil der Länder am Weltmarkt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen gewichtet und so eine Gesamtwertung ermittelt.

Zur Bedeutung des Schattenfinanzindex erklärt Detlev von Larcher vom Netzwerk Steuergerechtigkeit:

„Der Schattenfinanzindex verdeutlicht dieMechanismen illegitimer Finanztransaktionen. Indem er zeigt, dass Schattenfinanzzentren nicht nur in der Karibik, sondern auch mitten in
Europa liegen, unterstreicht er die zentrale Verantwortung der Industrieländer für Kapitalflucht und Steuervermeidung.“

Deutschland ist ein wichtiger Spieler im globalen Netz aus Geheimhaltung und Intransparenz, es rangiert im Index nur knapp hinter Ländern wie der Schweiz, den Cayman Islands und Luxemburg. Dazu stellt Markus Meinzer, Ko-Autor des Index beim Netzwerk Steuergerechtigkeit, fest:

„Dass Deutschland unter den Top 10 der Schattenfinanzzentren platziert ist, liegt an seiner Bedeutung als wichtiger Finanzplatz für Steuerausländer und den zum Teil schwachen Offenlegungspflichten. Außerdem gewährt Deutschland weitreichende Steuervergünstigungen für im Ausland Ansässige, auch aus Entwicklungsländern. Kombiniert mit den vorhandenen Möglichkeiten der Geheimhaltung hat das zum Fluss großer Summen nach Deutschland geführt.“

Georg Stoll, Experte für Entwicklungspolitik bei MISEREOR ergänzt: „Die derzeit eingefrorenen Milliarden arabischer Despoten stellen hier gewiss nur die Spitze des Eisbergs dar. Entwicklungsländer verlieren Jahr für Jahr Gelder in dreistelliger Milliardenhöhe durch
Kapitalflucht und Steuervermeidung. Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich endlich für wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerflucht in den Schattenfinanzzentren einzusetzen. Der G20-Gipfel in Cannes bietet dafür die nächste Gelegenheit.“

Der Schattenfinanzindex wurde vom Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) erstmals 2009 veröffentlicht. Mit dem Schattenfinanzindex 2011 liegt nun die zweite, methodisch vollständig überarbeitete und aktualisierte Version vor.

Dieser Pressemitteilung liegt ein Hintergrundpapier mit der Rangliste des Schattenfinanzindex 2011 und weiteren Informationen dazu bei.

Deutsche Bewertungsmappe >> HIER <<

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Grafikquelle   :    Giegold bei der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen NRW in Hagen, März 2009

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