DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

DL – Tagesticker 02.05.14

Erstellt von DL-Redaktion am 2. Mai 2014

Direkt eingeflogen mit unserem Hubschrappschrapp

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1.) Ehrlichkeit vor dem Freund

Die Krawalle am 1. Mai in Istanbul zeigen, wie gespalten das Land seit dem „Sommer von Gezi“ ist. Bundespräsident Gauck hat während seines Türkeibesuchs klar Position bezogen und allen Regierungskritikern dort den Rücken gestärkt.

TAZ

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2.) 1. Mai: Polizei löst linke Demo in Hamburg auf

Es gab Randale in Hamburg und Berlin. Aber nicht so viel wie bei „Revolutionären Mai-Demos“ früherer Jahre. In der Hansestadt setzte die Polizei Wasserwerfer ein und löste den Protestzug auf. In Berlin erreichten die Demonstranten ihr Ziel.

Der Spiegel

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3.) Europawahl: Wollen Sie den überführten Lügner

oder den selbsternannten Überflieger?

Die Spitzenkandidaten der Europawahl sind ein schlechter Witz: Jean-Claude Juncker und Martin Schulz. Der erste hat’s nicht so mit der Wahrheit, der zweite ist ein Wichtigtuer.

FOCUS

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4.) CDU-Regierungschefin attackiert Wahlkampf der CSU

„Unhaltbare Forderungen“ zur Europawahl wirft die Saar-Ministerpräsidentin der bayerischen Schwesterpartei vor. Außerdem zweifelt Annegret Kramp-Karrenbauer am CSU-Projekt der Pkw-Maut für Ausländer.

Die Welt

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5.) Angriff auf Linken-Parteivorstandsmitglied

Ali Al-Dailami

Bei einem Wahlkampfeinsatz soll der Vorsitzende des Kreisverbandes Gießen, Ali Al-Dailami, tätlich angegriffen worden sein.

Der Tagesspiegel

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Der, Die, Das – Letzte vom Tag

Deutsche Spitzendiplomaten:

Einer Alleine kann ja auch kaum…..

6.) Teilnahme an Schröder-Party könnte Folgen

für Mißfelder haben

Für den Fraktionsvizechef der Union, Andreas Schockenhoff, war die Geburtstagsfeier für Altkanzler Schröder in St. Petersburg Teil der Propaganda-Strategie Wladimir Putins.

Der Tagesspiegel

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7.) Kritik an Sellering wegen Russland-Reise

Nordost-Ministerpräsident zu Wirtschaftsgesprächen in St. Petersburg / Nordstream-Empfang mit Ex-Kanzler Schröder – auch Putin dabei / Linkenpolitiker Ritter: Reise richtig und sinnvoll

Neues Deutschland

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Hinweise nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Von Beruf : Politiker

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Januar 2012

Unter der Lustkuppel von Berlin gestalten Laien
die Politik heute zu einer Farce

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/Uta_Ranke-Heinemann.jpg

Selten zuvor in der noch jungen Demokratie der Bundesrepublik ist es einem Bundespräsidenten gelungen private Interessen und Amtsführung so Ergebnisorientiert miteinander zu verbinden. Mit diesem Thema beschäftigt sich im folgenden Essay die Professorin für Kommunikationsmanagement Miriam Meckel aus St. Gallen.

Frau Meckel geht hier insbesondere auf unsere „Berufspolitiker“ ein, wofür nicht nur Wulff als ein sehr gutes Beispiel gilt. Mit 16 Jahren in die Politik weißt er annähernd den gleichen Werdegang auf wie z.B. Christiane Schröder oder auch der Philipp Missfelder nur um hier einmal zwei „Glanzlichter“ der Politik zu benennen. Alle diese Leute, ohne jegliche Lebenserfahrung werden hier von der Leine gelassen um eine Gesellschaft zu führen. Wer wählt so etwas? Diese Liste ließe sich endlos weiterführen über Westerwelle, Rösler, von Guttenberg usw. Die Lustkuppel in Berlin ist voll von diesen Typen und genau so sieht die Politik der letzten 30 Jahre aus.

Der theoretische Bundespräsident

Seit Tagen kursiert im Netz ein Video des Komikers Oliver Kalkofe, in dem er die „wahre Presseerklärung“ des Bundespräsidenten abgibt. Das kleine vorweihnachtliche Kabarettstückchen greift typische Formulierungen Christian Wulffs auf und macht aus ihnen mit kleinen Veränderungen eine Lachnummer. Doch ein Satz ist programmatisch. Er lautet: „Ich respektiere die Pressefreiheit. Sie ist ein hohes und – theoretisch – wichtiges Gut.“

Mit diesem einen Satz erfasst Kalkofe das Grundproblem des Bundespräsidenten Christian Wulff. Wulff weiß – theoretisch – um die Anforderungen an sein Amt und seine Amtsführung. Wulff hätte – theoretisch – zu Beginn der Kreditaffäre aufklären und damit den ganzen Zauber beenden können. Wulff hätte – theoretisch – ein guter Bundespräsident werden können.

Angela Merkel wollte einen Berufspolitiker im Bundespräsidialamt. Nach dem Rücktritt Horst Köhlers schien das die Alternative, um eine Wiederholung zu vermeiden. So kam Christian Wulff ins Amt. Er hat einiges an politischer Erfahrung vorzuweisen. CDU-Mitglied seit seinem 16. Lebensjahr, 16 Jahre Landtagsabgeordneter, 14 Jahre CDU-Vorsitzender in Niedersachsen, 7 Jahre Ministerpräsident des Bundeslandes. Das sollte reichen. Sogar fürs Bundespräsidialamt.

Vielleicht reicht es nicht. Vielleicht reicht die Idee des heutigen Berufspolitikers von seinen Aufgaben und Pflichten nicht mehr aus, um ein Amt auszufüllen, wie das des Bundespräsidenten einmal gedacht war. Vielleicht hat SPD-Chef Sigmar Gabriel das Problem auf den Punkt gebracht, als er stichelte, Wulff bringe nur „eine politische Laufbahn“ mit, sein Gegenkandidat Gauck hingegen habe „ein Leben“ vorzuweisen.

Der Berufspolitiker

Max Weber spricht in seinem berühmten Vortrag zu „Politik als Beruf“ aus dem Jahr 1919 von zwei Arten, Politik zu machen: „Entweder man lebt ,für‘ die Politik – oder aber: ,von‘ der Politik.“ Christian Wulff hat lange von der Politik gelebt. Ob er für sie lebt, steht derzeit wieder einmal in Frage.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Ein Kommentar:

Uta Ranke-Heinemann 84, Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und die weltweit erste Professorin für katholische Theologie, erklärt in der sonntaz:

„Was mit Bundespräsident Wulff ist, ist mir egal – ich bin von allen unseren Politikern enttäuscht. Nicht nur dieses Amt, sondern unsere ganze Politik ist im Eimer.“ Früher seien wenigstens die Grünen für den Frieden gewesen, wohingegen heute niemand mehr irgendeinen Krieg verhindert. Ich bin Theologin – und das Wichtigste, das Jesus predigte, war:, Keine Vergeltung, den Feinden Gutes tun. Das wäre die Erlösung der Menschheit gewesen. Aber er predigte seine Worte in den Wind.

Bundespräsidentin wollte ich nie werden. Ich weiß noch, ich schälte Kartoffeln, als mich Herr Bisky von der PDS damals, 1999, aus Zypern anrief und fragte ob ich Kandidatin werden wollte. „Ich gehe aber zu keinen Versammlungen“, habe ich ihm gleich gesagt, „ich sage nur: Hört auf zu bomben!“  Und deswegen genau wollte Bisky das ich kandidiere. „Mir war klar, dass ich mit meiner Forderung nach Frieden niemals gewählt werden würde“, so die überzeugte Pazifistin. Die Zustände wie sie heute in der Politik herrschen, wären zu Zeiten meines Vaters Gustav Heinemann, der ja von 1969 bis 1974 Bundespräsident war, nicht möglich gewesen. Für mich persönlich hatte sein Amt Nachteile: Ich war „außerordentliche“ Professorin und sollte 1970 besser bezahlte „ordentliche“ Professorin werden, aber da hätte es geheißen: „Das ist sie nur geworden, weil sie die Tochter des Bundespräsidenten ist!“ (TAZ)

Fotoquelle: e:publica 2011, Daniel Seiffert

[youtube dL2T30O2NQs]

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