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Wikileaks war gestern !

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Januar 2011

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Alle Welt redet über die Enthüllungen des Julian Assange. Beim großen Hackertreffen in Berlin ist man schon weiter denn dort findet zur Zeit der 27. Kongress des Chaos Computer Clubs statt. Themen dort sind u.a. das FBI, die Internettelefonie oder auch die Freiheit des Netzes. Der Artikel gibt einen Einblick in die Zukunft der Datenbündel und die Macht der Staaten. IE

Es ist kurz vor Mitternacht, als das Publikum auf dem 27. Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) sich erhebt und einem Mann Respekt zollt, der sich gegen die Geheimhaltungsbedürfnisse der USA erhoben hat. Dieser Mann hat keine weißen Haare. Er heißt nicht Julian Assange, sondern Nicholas Merrill. Er hat keine riesigen geheimen Datensätze veröffentlicht. Sondern im Gegenteil: Er hat sieben Jahre lang dagegen gekämpft, dass das FBI ihn mittels des Patriot Act dazu verpflichten wollte, Informationen über einen seiner Kunden an die Polizeibehörde zu übermitteln .

Eine Stunde lang hat Merrill seine juristische Odyssee nachgezeichnet: wie das FBI ihn in der Hochphase der Terroristenjagd nach dem 11. September aufforderte, Informationen über einen Kunden seiner damaligen Firma weiterzugeben – ohne richterlichen Beschluss und verbunden mit der Auflage, mit niemandem darüber zu sprechen.

Wie er Klage dagegen einreichte – unter Pseudonym, wegen der Schweige-Auflage. Wie herauskam, dass über 200.000 ähnliche Briefe vom FBI verschickt wurden. Und wie nur drei Personen und Organisationen den Rechtsstreit in dieser Angelegenheit suchten.

Seit August 2010 darf Merrill darüber sprechen. Das sei noch neu für ihn, sagt er, er müsse genau aufpassen, was er sage. Verrate er zu viel, drohten ihm zehn Jahre Gefängnis. Häufig atmet er tief durch, während er vorträgt, betont, wie schwer es für ihn war, die gesamte Angelegenheit seinem gesamten Umfeld vollkommen zu verschweigen, sie alle anzulügen. Seine eingegrabenen Augenringe und Stirnfurchen erzählen ebenfalls davon. Wenn er sagt: „Es ist besser, stehend unterzugehen, als auf den Knien zu sterben“, dann hört sich das an wie ein Mantra seiner vergangenen sieben Jahre, nicht wie eine abgedroschene Phrase.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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