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RENTENANGST

Wir voten gegen Lafontaine

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2012

Wir brauchen Oskar Lafontaine – als Berater

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So hat sich denn in diesen Tagen eine ganz und gar den Religionen abgeschworene Gemeinschaft auf den Weg gemacht ihren eigenen Messias zu finden. Folgt sie, die Gemeinschaft dem Volksmund welcher lautet: „Not lehrt beten ?“

Wie einst schon Martin Luther mit seinen 95 Thesen an dem Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg auf seine Belange aufmerksam machte, versucht heute eine Gruppe von Verzweifelten und Führerlosen (Weimar?) im Internet für ihren Mentor zu werben. Dabei wäre es für sie doch so einfach, sie brauchten nur ins Saarland umzusiedeln.

Das hat es doch in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben: Viele Religiös geleitete Gruppen verließen ihre Länder und  zogen unter anderen nach Russland, Siebenbürgen, Südafrika, Amerika oder auch Australien. Alles Gruppen, welche dem Ruf eines Messias folgten. Warum sollten nicht heute welche ins Saarland ziehen ?

Wir lesen also folgendes im Aufruf:

„Fünf Jahre nach ihrer Gründung steht unsere Partei DIE LINKE vor großen Herausforderungen. Die Stabilisierung der Strukturen unserer jungen Organisation, auf die wir nach dem Wahl-Marathon der Jahre 2007 bis 2010 gebaut haben, ist nicht ansatzweise abgeschlossen. Wir sind mit der Frage konfrontiert, wie wir unsere Antworten auf die gesellschaftlichen Probleme so vermitteln können, dass unser Rückhalt bei den Menschen steigt anstatt dass wir Mitglieder in der Partei und an Einfluss in der Gesellschaft verlieren.“

Auch nach fünf Jahren ist die Partei noch jung! Ein normal entwickeltes Kleinkind ist in der Lage nach spätestens 18 Monaten selbständig zu laufen, während eine Partei nach mehr als fünf Jahren immer noch auf die Suche nach einem Blindenhund ist. Die dem Aufruf folgenden sind nicht in der Lage sich innerhalb der Gesellschaft selbstständig zu bewegen. Emanzipation und Freiheit geht anders.

„Mitten in der Krise des Kapitalismus, mitten in den ökonomischen, sozialen und mentalen Wandlungsprozessen, die diese Krise auslöst, stehen wir genauso wie die anderen linken Parteien und Kräfte in Europa an der Seite der Menschen, deren Existenz bedroht ist. Doch im Gegensatz zu anderen europäischen linken Parteien, die genau wie wir glaubwürdig an den Prinzipien linker Politik festhalten, gelingt es uns nicht, in Wahlen Erfolge zu erringen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unbestritten ist, dass ein Mangel an Einigkeit dazu beiträgt, unser Bild in der Öffentlichkeit zu schädigen. Das Letzte, was die LINKE braucht, das Letzte, was die Bevölkerung von uns erwartet, sind Personaldebatten und taktisch geprägte Scheindebatten.“

So ein Schwachsinn. Höchstens 1 % der wahlberechtigten Bürger geben bei der geringen Wahlbeteiligung noch ihre Stimme für eine Partei ab deren Aufrufer die Partei zu dem gemacht haben was sie heute ist. Würde die Bevölkerung etwas von euch erwarten würdet ihr die entsprechenden  Stimmen bekommen. Alleine schon dieser Aufruf ist eine einzige, einseitige Personaldebatte und taktisch geprägt! Es wird also wieder einmal genau das gemacht was keiner gebraucht, so wie der Schreiber des Aufruf formuliert.

„Dieses große und wichtige Projekt der LINKEN droht zum Opfer interner Querelen zu werden. Im Bewusstsein vieler aktiver Mitglieder und Sympathisant/innen ist DIE LINKE in großer Gefahr. Wir brauchen ein Mindestmaß an Geschlossenheit, Zeit und Kraft, um verlorenes Vertrauen und politische Handlungsfähigkeit zurück zu gewinnen.“

Dieses Projekt ist nur für diejenigen wichtig welche hier ihre Pfründe absichern wollen. 1 % der Bevölkerung ergibt bei 80 Millionen eine Gesamtzahl von 800 000. Darin sind auch die Mitglieder, welche dazu noch in Scharen davon laufen, und Sympathisanten inbegriffen.

„Die Persönlichkeit, die in dieser Situation am besten in der Lage ist, die Partei schnell aus der akuten Krise zu führen und mit Ruhe und Entschlossenheit ihre erneute Stärkung zu organisieren, ist der Gründungsvorsitzende unserer Partei, Oskar Lafontaine. Er genießt an der Basis der Partei DIE LINKE in Ost und West großes Vertrauen und hat die Autorität, unsere Partei durch die nun schwierige Konsolidierungs- und Aufbauphase zu führen. Zudem hat er in der Öffentlichkeit unbestritten die stärkste Wirkung aller LINKEN. Oskar Lafontaine besitzt nachweislich die Kompetenz und die Glaubwürdigkeit, in der jetzigen finanz- und wirtschaftspolitischen Lage unsere Alternativen für eine solidarische Gesellschaft, für ein echtes europäisches Miteinander zu verdeutlichen und mit Entschiedenheit und Nachdruck für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit, der Demokratisierung der Gesellschaft und des Friedens einzutreten.“

Wofür braucht ihr eine Persönlichkeit welche euch führt? Die beste Persönlichkeit ist man immer zuerst selber an seinen eigenen Platz vor Ort. Begreift einmal das Politik harte Arbeit ist und kein fruchtloses ideologisieren. Auch das Selbstmitleid und beweinen der eigenen Unfähigkeit hat mit aktiver Politik wenig gemeinsam. Lafontaine steht für Stalinismus, Politik von Oben und absolute Untertätigkeit. Ein politischer Spinner dessen einziges Ziel es ist seine ehemalige SPD in den Abgrund zu führen, koste es was es wolle. Dabei ist ihm die LINKE vollkommen egal. Lafontaine stände für Demokratie ist hier der größte Witz. Seht auf diese Partei im Westen, das ist exakt das was ihr mit euren Oskar übriggelassen habt.

Es wäre darum sehr gut wenn Pragmatiker aus dem Westen und Osten des Landes die Oberhand über die vielen Sektierer und Spinner im Westen bekommen würden. Vielleicht würden diese lernen das Politik erarbeitet werden will. Alleine aus dem Grund wäre es sehr wichtig  Dietmar Bartsch würde seine Kandidatur nicht zurückziehen.

Einen sehr guten Beitrag lesen wir am Wochenende in einem Interview welches die TAZ mit Katherina Schwabedissen führte was zeigt das es auch im Westen „Normalos“ gibt ?

Die Überschrift über dieses Interview:

„Wir brauchen Oskar Lafontaine – als Berater“

LINKE Katharina Schwabedissen, NRW-Parteichefin, will eine weibliche Doppelspitze. „Wir sind nicht das schmückende Beiwerk. Wir meinen es ernst“

taz: Frau Schwabedissen, ist die Linkspartei schon ganz kaputt oder noch reparabel?

Katharina Schwabedissen: Natürlich reparabel. Nur weil wir eine Wahl verloren haben, geht doch Partei Die Linke nicht kaputt.

Deshalb nicht. Aber weil sich die Flügel, Ost und West, mit solcher Inbrunst verachten.

Das stimmt nicht. Uns in Nordrhein-Westfalen haben viele GenossInnen aus dem Osten im Wahlkampf unterstützt. Dass es eine Spaltung in Ost und West gibt, das stimmt schlicht nicht.

Aber Dietmar Bartsch gegen Oskar Lafontaine – da sausen doch zwei Züge aus Ost- und Westdeutschland aufeinander, letzter Halt in Göttingen.

Nein, die beiden verkörpern unterschiedliche Politikvorstellungen. Aber es gibt auch viele in der Partei, die sagen: Wir brauchen eine andere Form der Personalfindung. Die Partei diskutiert das derzeit lebhaft. Das ist gut so.

Ist dieses Schauspiel, dieser Mann-gegen-Mann-Showdown, nicht genau die Art von Politik, die viele Bürger nervt?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Die SPD-Troika tritt in trauter Eintracht auf, aber innerparteilich wird gerangelt, wer Kandidat wird. Das wird ja auch nicht als der Niedergang der SPD verstanden, sondern als Streit unter drei Jungs. Was mich stört ist, dass es noch immer die männliche Dominanz gibt. Wir leben im 21. Jahrhundert! Es gibt fähige Frauen in der Linken. Wir müssen mal darüber reden, ob es in Ordnung ist, dass zwei Männer über die Führung streiten, und daneben darf eine Frau drapiert werden.

Das ist jetzt die Inszenierung: Bartsch und Lafontaine suchen die Frau an ihrer Seite aus dem anderen Lager

Und sie finden derzeit keine. Die Frauen reden derzeit lieber miteinander darüber, was sie wollen. Das ist gut so.

Was halten Sie von Katja Kippings Idee einer Frauenspitze?

Find ich großartig.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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