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Homburger Chaos Tage

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Mai 2012

Die Linke: Probleme über Probleme

Die Nachricht aus Homburg wurde gestern schon in den Kommentaren auf DL verbreitet. Da aber auch wir die Vorgänge in der Partei mit äußerster Aufmerksamkeit verfolgen nehmen wir uns der Sache noch einmal an. Soll später keiner sagen wir hätten den Untergang der Partei verschlafen.

Geht es doch im besonderen um den Saarpfalzkreis dem absoluten, wie wir immer hören, Herrschaftsbereich der Frau Barbara Spaniol. Das gleich drei Mitglieder der LINKEN Stadtfraktion die Partei verlassen ist mit Sicherheit an erster Stelle eine harsche Kritik an die Kreis-Führung. Erinnern wir uns noch daran das vor einigen Wochen rund 15 Mitglieder aus dem OV St. Ingbert die Partei verließen? Dieser OV ist Teil des KV Saarpfalz unterstand also der gleichen Herrscherin. Eine Reaktion oder Stellungnahme von Seiten des Landesverbandes war bislang nicht zu vernehmen und die allgemeine Frage muss dann doch einmal gestellt werden: Was sind die eigentlichen Aufgaben eines Landesverbandes?  Haben sie nicht an erster Stelle dafür Sorge zu tragen das bis hinunter in den kleinsten Verband Politik gemacht wird? Ist es ihnen nicht möglich ihren von den Mitgliedern aufgegebenen Auftrag nachzukommen?

Warum die Wähler einer Partei ihre Stimmen geben sollten welche nicht einmal in der Lage ist in ihren eigen Reihen die Interessen zu bündeln, werden sie genau so wenig erklären können. Wenn drei Mitglieder einer Fraktion davon überzeugt sind außerhalb ihrer Partei mehr für die Bevölkerung erreichen zu können, machen sie damit ihrer ehemalige Partei überflüssig.

Der Ausspruch der Spaniol zu den Verlust der Mehrheit ihrer Fraktion ist so dumm und arrogant wie er nur Politiker über die Lippen kommen kann. „Ich bin sehr überrascht und sehr enttäuscht“, „Ich finde, dass wir als Links-Fraktion gute Arbeit geleistet haben, und wir werden das in Zukunft auch zu zweit tun.“  Sie hat noch nicht einmal bemerkt das sie in der Minderheit spricht, was ein eindeutiger Hinweis auf den Gesamtzustand dieser Partei wirft.

Quelle: Saarbrücker-Zeitung >>>>> weiterlesen

Als ein Zeugnis dass dieses Durcheinander an der Saar schon seit Jahren so und nicht anders geht, hier ein Schreiben an Rolf Linsler aus dem Jahr 2007.

Sehr geehrter Herr Linsler,

bezugnehmend auf den Parteitag unserer Partei DIE LINKE. muss ich zugeben, dass ich über die Wahl von Ihnen noch immer bestürzt bin.

Sie sind erst vor kurzem Mitglied unserer Partei geworden. Und statt uns zu beweisen, dass Sie wirklich zu Ihrem Austritt bei der SPD stehen und unseren Kampf unterstützen wollen, fahren Sie lieber in den Urlaub.
Nun frage ich mich was den eigentlich wichtiger ist, Urlaub oder unsere Ziele umzusetzen?

In unserer Partei gibt es viele Mitglieder, welche von HARZ 4 leben. Diese Leute haben sich für die Ziele der Partei eingesetzt und an vielen Sitzungen teilgenommen, obwohl für solche „Sonderausgaben“ im Regelsatz kein Cent vorgesehen ist und deshalb auf anderes verzichten müssen, um diese zusätzlichen Kosten kompensieren zu können. Die würden auch mal gerne in den Urlaub fahren. Aus Geldmangel geht das aber nicht. Da gibt es zu Hause auch sehr oft Streit. Der resultiert aber aus der Not dieser Menschen heraus.

Wer bei Ihnen zu Hause die Führung hat, haben Sie uns am Sonntag  ja gut erklärt.
Wird das die nächste Zeit auch so sein?
Vielleicht möchte Ihre Frau ja im Jahr 2007 noch mal Urlaub machen.
Dann stehen Sie wieder nicht zur Verfügung.

Auch staunte ich nicht schlecht über den Inhalt Ihrer Vorstellungsrede! Erst müssen Sie mit Frau und Kindern in den Urlaub fahren um den lieben Familienfriedenwillen, später sagten Sie, Sie hätten nur einen Sohn. Haben Sie andere Kinder mit in Urlaub genommen? Evtl. von Hartz 4 Geschädigten? Das wäre lobenswert, ist aber kaum vorstellbar.

Die Wahl haben Sie offenbar nur durch Fürsprache gewonnen und dank der Vorrede von Oskar, was bei vielen einen nachhaltigen Eindruck hinterließ und somit anscheinend später der Blick für das Wesentliche verloren ging.  Nur 69,5 % wollten Sie.

Politiker glauben an das selektive Gedächtnis der Bürger, Gewerkschaftler offenbar auch.

In der Hartz-Kommission saß Frau Isolde Weber-Kunkler, Mitglied des Bundesvorstandes von ver.di.

Wo blieben deren Aufschrei und Ihr Aufschrei als ehem. Landesvorsitzender von ver.di?

Nur in der ersten Reihe zu stehen und mitzugehen, sehr geehrter Herr Linsler, das reicht nicht aus.

Sie waren mit der Politik der SPD angeblich nicht einverstanden.

Wenn dem so ist/war, warum sind Sie erst am 06.08. in die Partei DIE LINKE eingetreten und warum nicht schon früher in die LINKSPARTEI?

Wie sagte Klaus Brittner so schön: Man ist im Herzen links und nicht erst durch ein Parteibuch.

Und dass Sie noch kein LINKER sind, zeigte der Fauxpas „GRÜNE“
Auch war Ihnen der Name Dr. Gregor Gysi, welcher der 2. größte Mann in unserer Partei ist nicht bekannt! Den kennen im Osten schon die Kinder und können ihn auch richtig aussprechen!
Seien Sie gewiss, Ihr Tun und Handeln werden wir in nächster Zeit sehr genau beobachten.

Ich wünsche keine Beantwortung meines Schreibens durch die untere Exekutivebene.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Meydanci

St. Ingbert, den 11. 09. 07

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Grafikquelle    :   DL  –  eigenes Werk  /  CC BY 3.0

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