DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Die Fraktion passt sich an

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Mai 2012

Feiges Parlament

Am Freitag wollen die Parlamentarier dem Volk aber mal so richtig zeigen, dass sie, wenn es darauf ankommt, mehr können als Koalitionskrach, Taktiererei und Machtspielchen. Wenn es darauf ankommt, und bei der Organspende kommt es darauf an, dann spielen ideologische wie politische Gegensätze keine Rolle mehr. Das jedenfalls suggerieren die beiden in dieser Frage unzertrennlichen Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Frank-Walter Steinmeier. Dann geht es nur noch um die Sache.

Und die Sache drängt. Angeblich.

Sie drängt so sehr, dass an diesem Freitag die Grünen und die FDP, die SPD und die Linkspartei und selbst Horst Seehofers CSU und die CDU gemeinsam gleich zwei Gesetze durchpeitschen wollen: die Neuregelung der Organspende sowie die Reform des Transplantationsgesetzes. Ziel ist eine Verbesserung der Spendenbereitschaft. Ein gesundheitspolitisches Nischenthema rückt auf in die erste Liga der Parlamentsdebatte. Weil es sich eignet für Pathos und für Symbole. Weil es rührselige Geschichten erzählt von todkranken Kindern, die plötzlich wieder ausgelassen über grüne Wiesen tollen können – dank des Herzens eines altruistisch Verstorbenen, und natürlich dank lebenslänglicher Immunsuppressiva (die zu erwähnen an einem solchen Tag sicher als ketzerisch geahndet würde). Und weil es den Politikern ermöglicht, sich als Menschen zu profilieren. Wer wollte da nicht mitmachen?

Das ist Politik in diesem Land und die Einigkeit unter den Parteien ist wieder einmal ein Hinweis darauf warum das Wählen vollkommen überflüssig geworden ist. Wir die Wähler können, egal wo unser Kreuz malen, es wird nie an der richtigen Stelle sein. Selbst die LINKEN geben hier ihre Zusage für Gesetzespakete, welche die Türen für wilde Spekulationen mit den Organen öffnet.

Vielleicht wird das der neue Markt der Zukunft: Aktienpakete für menschliche Organe, so wie heute schon mit dem Hunger in der Welt, dann eben eine Stufe weiter, der Markt spekuliert mit dem Tod. In vielen Ländern Afrikas oder Asien heute schon Gang und Gebe. Da kann es schon passieren das Leichen ohne Organe im Straßengraben aufgefunden werden, denn die Reichen sind gerne bereit große Summen für eine Organtransplantation zu zahlen. Es gibt heute schon kriminelle Banden welche nur damit beschäftigt sind die Nachfrage des Marktes zu befrieden.

Interessant wäre es schon zu erfahren inwieweit über die Entscheidung der Fraktion bei den LINKEN die Basis befragt worden ist? Über einen etwaigen Mitgliederentscheid liegen uns jedenfalls keine Erkenntnisse vor.

Da wird von der Politik dann gerne Frank Steinmeier als leuchtendes Beispiel für einen ganz normalen Vorgang hochgespielt. Dabei hat er nur etwas gemacht was die meisten anderen für ihre Lieben auch gemacht hätten. Ein überflüssiges Organ, eine Niere für die Frau. Ist es so schwer  sich von überflüssigen Dingen zu trennen, dass so etwas zum persönlichen Vorteil genutzt werden muss? Was wäre gewesen wenn er anders reagiert hätte und seine Frau gestorben wäre?

Ein Linke deren wesentliches Merkmal mit ihrer „anti“ Einstellung  ausreichend beschrieben wäre stimmt hier bei dem wohl grösstmöglichen Auswuchs der kapitalistischen Gesellschaft,  dem Geschäft mit menschlichen Organen mit allen anderen Parteien ab. Das ist schlichtweg unmöglich und die Partei lässt damit den weitaus größten Teil der Bevölkerung sprichwörtlich im Regen stehen. Herzlichen Glückwunsch.

Hier geht es weiter:

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

—————————————————————————————————————————

Grafikquelle    :   Wikipedia – Urheber Tobias Koch

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“ lizenziert.

Abgelegt unter Gesundheitspolitik, P. DIE LINKE, Überregional | 8 Kommentare »