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Fünf Sterne, drei Krisen

Erstellt von DL-Redaktion am 20. März 2013

Bella  Italia

Da haben unsre Mächtigen aber dreimal richtig geschluckt als sie die Ergebnisse der Wahlen in Italien erfuhren. Hatten sie doch alles so sorgfältig vorbereitet, wie in vielen anderen Ländern Europas auch. Die deutschen Schergen hatten nur eines in ihren Planungen vergessen, die Wut der Bürger über den Ausverkauf des Landes an die Banken. Und das ist gut so.

Gäbe es doch jetzt endlich eine gute Gelegenheit für die Clowns, den deutschen Oberclowns zu beweisen das Politik auch anders funktionieren kann als es den hiesigen Dilettanten in den Kopf kommt. Vielleicht nicht mit einen sich in immer höhere Ebenen schraubenden Luxus, dafür aber mit mehr Menschlichkeit und Wärme? Unsere Meinungsidioten vergessen nämlich immer eines, bei all ihren Strategien, viel mehr als den Stolz ist einer Person kaum noch zu nehmen. Wenn sie denn einen hat und den hatte der Italiener immer.

Diesen Stolz hatte schon ein Berlusconi seit Jahren angeknabbert in dem er die Moral und Ethik in der Politik ungestört mit Füßen trat und seine Nachfolger scheinen auch nicht viel besser gewesen zu sein. Zumindest haben sie den geistigen Einmarsch der Deutschen nicht genügend Widerstand entgegengebracht. Die Auseinandersetzung mit Europas Bankenbesatzern war genau die eine Auseinandersetzung zufiel.

Viele Menschen hier im Lande können die Gefühle der Italiener sehr gut nachvollziehen. Wird doch zur Zeit versucht die deutschen Daumenschrauben auf die Nachbarländer auszudehnen. Wir haben keine Alternative lautet hier die Argumentation der Regierung Merkel und die Moral und Ethik in den Parteien und bei den hiesigen Politiker läuft denen in Italien gewiss nicht hinterher.

Hier ein Kommentar über die Situation in Italien.

Fünf Sterne, drei Krisen

Ist Beppe Grillos Movimento5Stelle (M5S) Italiens Fieber. Oder nicht vielmehr das Thermometer? Diese Frage bewegt die italienische, die europäische Presse. Gerade in Deutschland waren die Reaktionen auf das Wahlergebnis von Unverständnis, ja von Entsetzen geprägt. Da hatten die Italiener das Glück, im letzten Jahr von einem Gentleman regiert zu werden, von einem, der das Land wieder auf den richtigen Weg gebracht, den Haushalt saniert, das internationale Vertrauen wiederhergestellt hatte – und was machen sie nun? Voller Undankbarkeit stimmen sie für „zwei Clowns“, wie es Peer Steinbrück (und der Economist) auf den Punkt brachte.

 Aus dieser Perspektive ist die Sache mit Grillo (und neben ihm Berlusconi) klar. Doch es gibt gute Gründe für die Auffassung, dass er und sein M5S ein Thermometer sind, das weit mehr misst als den Widerstand eines Gutteils der Wählerschaft gegen die im Namen der Eurorettung vorangetriebenen Austeritätspolitiken.

 Die Jungen zahlen die Zeche

 Die 5-Sterne-Bewegung nämlich entstand und wuchs weit eher, als die Eurokrise im Sommer/Herbst 2011 Italien voll erfasste. Gleich drei Krisen bilden den Nährboden für den „Grillismus“: die strukturelle, mit dem schlichten Wort „Niedergang“ beschriebene Krise des Landes, die seit mehr als einem Jahrzehnt anhält; die moralische Krise der Politik und der Parteien; und schließlich – erst in den letzten eineinhalb Jahren – die akute Krise rund um den Euro.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia

Author ElfQrin (Valerio Capello)
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