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RENTENANGST

Die – Woche

Erstellt von DL-Redaktion am 13. August 2012

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Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

Der Rückblick führt nach Berlin zum neuen Flughafen und stellt fest das Facebook nicht als Sponsor taugt. Auch wird gefragt warum die Banken Gangster immer ohne Strafen davonkommen.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?

Friedrich Küppersbusch: Der Urlaub vorbei.

Was wird besser in dieser?

Urlaubswetter.

Obwohl ein Ausschuss belegen kann, dass Goldman Sachs vor der Finanzkrise Investoren zu faulen Hypotheken-Wertpapieren geraten hat, kommen die US-Banker wieder ohne Strafe davon. Was würden Sie mit ihnen machen?

Da lockt schon die Legende, wonach die Mapuche-Völker Chiles und Argentiniens dem spanischen Conquistador Pedro de Valdivia schmelzendes Gold in den Rachen kippten, als würdige Todesstrafe für einen Habsuchtverbrecher. Fromme Mär. Weltbank-Chef Zoellick, EZB-Boss Draghi und einige der letzten US-Finanzminister standen vorher auf der Payroll von Goldman Sachs. Daher ihr Spottname als „Drehtürbank“, vulgo: als seien Polizei und Verbrecher ein einziges Hütchenspiel. Man weiß nicht, wer gerade wo druntersitzt. Dann kann es auch nie ganz falsch sein, gegen diese Regierungen vorzugehen.

Dem Großflughafenprojekt in Schönefeld geht das Geld aus, im schlimmsten Fall reicht es nur bis November. Und nun?

Offenbar geht’s mit der Drahtbürste an die Schallschutzmaßnahmen, die allein für 600 Millionen Euro Zusatzkosten gut sein sollen. Vermutlich hatte man bisher vor den Verantwortlichen geheim gehalten, dass Flugzeuge Krach machen. Fies! Inzwischen wird nicht mehr über einen Eröffnungstermin gerätselt, sondern auch über den Termin, an dem der Eröffnungstermin beschlossen werden soll. Ich finde das hochwertiges Airportainment. Viele werden die Serie vermissen, falls Schönefeld doch mal eröffnet werden sollte.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen


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Droge und Dealer

Erstellt von DL-Redaktion am 6. November 2011

Der Banker Bernd Nolte spricht über das Pack

Bodman-Ludwigshafen - Ludwigshafen - Hafenstraße - Ludwigs Erbe r 11 (Ackermann) ies.jpg

Es scheint sie also doch noch zu geben, die vernünftigen Banker. Im folgenden Interview erfahren wir sehr viel hintergründiges über die Art und Weise des Bankenwesens. Wenn der Banker Bernd Nolte hier von Gesocks spricht  hat er absolut recht wenn er damit den kompletten politischen Laden anspricht. Regierung wie Opposition. Ob Merkel, Ackermann, Steinbrück, Lafontaine oder auch Sommer es ist alles das gleiche Pack. Genau so wie schon zu meines Vaters Zeiten immer über Politiker gesprochen wurde: „Pack schlägt sich Pack verträgt sich, alle in einen großen Sack und mit dem Knüppel drauf“.

Herr Nolte, wir kriegen immer häufiger den Rat, uns einen Kartoffelacker zuzulegen, um nach dem Crash noch etwas zu beißen zu haben. Raten Sie auch zum Erdapfel?

Das ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Wenn Sie auf den Kartoffelacker setzen, müssen Sie ihn fußläufig erreichen können. Andernfalls brauchen Sie ein Auto, Benzin oder zumindest ein Fahrrad. Und alles kostet Geld, und dafür brauchen Sie wieder eine Bank.

Die unser Geld auf den Cayman Islands verjuxt.

Der derzeit diskutierte Vorschlag, zur alten Sparerbank zurückzukehren, bei der Tante Emma und Opa Fritz ihr Geld abliefern, kommt ja nicht von ungefähr. Er funktioniert, solange sich die Banker mit bescheidenen Gewinnspannen zufrieden geben. Aber die Zeiten sind vorbei. Heute geht es darum, sexy zu sein.

Da ist es schon vertrauenerweckender, wenn die Kanzlerin mit den Großbankiers Geburtstag feiert.

Über den ökonomischen Sachverstand von Politikern will ich lieber schweigen. Aber was die Geburtstagsparty anbelangt, will ich doch von einem absoluten Frevel sprechen. Das ist genau das Bild, das der Normalbürger von dieser Welt hat. Am Ende der Entscheidungskette hocken immer die Gleichen beieinander. Mein Vater guckt mich dann an und sagt: Das ist doch ein Gesocks.

Ihnen ist offenbar entgangen, dass die Banker nach dem Lehman-Crash demütig sein wollten.

Das geht mir, ehrlich gesagt, auf die Nerven. Was soll die Floskel, mit der man sich zum Gutmenschen machen will? Im Banking reicht es nicht, dass jemand demütig ist, christlich, sozialdemokratisch oder grün daherredet. Ich will, dass der Banker mit dem Geld anderer Leute solide und sauber arbeitet, und wenn er es nicht tut, dafür bestraft wird. Und dafür brauchen wir klare Regeln. Manche Menschen beeindrucken Sie nur mit Freiheitsentzug. Die Zumwinkels am Gardasee zum Beispiel.

Quelle: Kontext: >>>>> weiterlesen

IE

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Grafikquelle    :

Relief Ludwigs Erbe by Peter Lenk, close to Zollhaus and tourist information, Hafenstraße 5, Ludwigshafen am Bodensee, Bodman-Ludwigshafen in Germany: Right-hand part of the triptych: Josef Ackermann

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Die sprechenden Hände

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2010

Die Drahtzieher waschen ihre Hände in Unschuld

Wurde Hartz4 einst von Schröder/Fischer unter der Prämisse eingeführt, die Schicht der damaligen Sozialhilfeempfänger aus der Versenkung zurück in die Aktivitäten des täglichen Lebens  zu holen, wird heute an jeder nur denkbaren Stelle argumentiert, dass dieses Vorhaben sehr wohl gelungen sei. Eine Feststellung, welche zweifellos richtig ist. Man vergisst aber dabei im nächsten Satz zu sagen, dass bedingt durch die Besserstellung  der sozialen Fälle, nun der Arbeitslose automatisch in den Kreis dieser Sozial Schwachen integriert wird, was nichts anderes bedeutet, als das hier die Politik einen Austausch vorgenommen hat. Die Gelder aus Beitragszahlungen wurde auf die ehemaligen Sozialhilfeempfänger mit umverteilt und so die Steuerkasse entlastet.

So setzt Politik heute per Staatsgewalt einen Menschen, welcher für diesen Staat oder auch zum Wohle der Volksgemeinschaft 40 Jahre gearbeitet hat, auf die gleiche Stufe mit einem 20 jährigen Arbeitslosen, welcher nicht einen Cent in die sozialen Kassen eingezahlt hat. Das ist soziale Gerechtigkeit aus Sicht der Regierenden.  Der Lohn für 40 Jahre harter Arbeit und die Zahlung von viel Geld in Form von Steuern, Krankenkassenbeiträgen, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und auch Arbeitslosenversicherung. Wer dieses nicht als vorsätzlichen Betrug an die Zahlenden sieht, muss schon in der verlogenen Welt der Politik oder für sie als Lobbyist tätig sein.

Nachdem die Regierung von rot-grün nach schwarz-gelb gewechselt ist, werden die Drangsalierungs – Schrauben mehr und mehr angezogen. Die dafür verantwortliche Arbeitsministerin, die „Mehrfach-Millionärin aus Hannover“, Tochter des ehemaligen Ministerpräsidenten Albrecht (es gab schon einmal den Professor aus Heidelberg!) macht deutlich, wie ihre Arbeit „zum Wohle des Volkes“ aussieht. So ist es allein schon eine Zumutung für Arbeitssuchende, von einer Person dirigiert zu werden, welche in ihrem persönlichen Leben, da über aller Massen sehr gut behütet, die Situation ihrer Klientel in keiner Art und Weise beurteilen kann. Vergleichbar vielleicht damit, würde man einen Ladendieb die Oberaufsicht über die Deutsche Bank übertragen. Das zeigt sich besonders daran, dass sie mit einer hilflos wirkenden, überzogenen Gestik, nahezu krankhaft versucht, von einer gewissen Argumentationslosigkeit abzulenken.

Die ARGEN, vielfach nicht in der Lage, ihrer eigentlichen Aufgabe, der Arbeitsvermittlung, nachzukommen, sollen nun noch mit zusätzlichen Aufgaben, wie z.B. der Verteilung von Chipkarten für Kinder, beauftragt werden. Alleine schon die Idee, Kinder mit Chipkarten  auszurüsten (warum keine Ohrenmarken oder gleich einen Brandstempel?) mag als Hinweis auf die Rückkehr in vergangen geglaubte Zeiten hinweisen. Werden im Umkehrschluss den Kindern von Millionären demnächst goldene Nasenringe verpasst, um so auf einen besonderen Status hinzuweisen?

Mit der Aufforderung an die SPD, die Erhöhung des Armengeldes um fünf Euro im Bundesrat zu unterstützen, wird sie wohl auf taube Ohren stoßen. Wurde doch gerade bei einer in den SPD – Ortsvereinen durchgeführten Umfrage, die Hartz4 Gesetzgebung sowie die Rente mit 67 von einer großen Mehrheit der Mitglieder für den Verlust der Regierung verantwortlich gemacht. Berücksichtigt man bei dieser Abstimmung noch den Mitgliederschwund durch die Einführung  dieser Gesetze, kann ein jeder ermessen, wie schlecht die Regierung Schröder schon bei den eigenen Genossen angekommen ist. Es wird dort alles versucht werden, einen weiteren Verlust an Mitgliedern zu verhindern.

Unser Land ist zur Zeit mit runden 1.8 Billionen Euro verschuldet welche, folgt man den  Regierenden, bezahlt werden müssen. In diesem Fall haben sie natürlich recht. Nur die anschließende Behauptung, dass aus diesem Grund der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar wäre, ist eine arglistige Täuschung und Volksverdummung. Der hohe Schuldenstand wurde verursacht durch unfähige Regierungen und das Versagen von Banken und nicht durch den Sozialstaat. Der funktionierende Sozialstaat war der Schutz der Bevölkerung vor Lohndumping, welcher nach dem Schleifen der Sozialgesetzgebung in die Wirkungslosigkeit verdammt geworden ist. Als Dank soll der Bürger jetzt auch noch die Zeche bezahlen, während die Banker weiterhin die hohen Boni beziehen und für den von ihnen angerichteten Schaden nicht aufzukommen haben.

So lässt sich denn die Gestik der „sprechenden Hände“ dieser Sozialministerin als ein höhnisches  Zeichen „des Waschens ihrer Hände in Unschuld“ deuten.

[youtube wLO0a7zcyw0]

IE

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Grafikquelle:Lars Klintwall Malmqvist (Larsklintwallmalmqvist)Eigenes Werk

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