DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Falsch, gefälscht, Tagesschau

Erstellt von Gast-Autor am 20. November 2015

Ukraine-Wahl fleißig geschönt

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. November 2015

Programmbeschwerde zur Wahl in der Ukraine

Sehr geehrter Herr Marmor,

nach unserer Auffassung verstößt der Beitrag wegen zahlreicher Falschdarstellungen und irreführender Wertungen gegen die Programmrichtlinien des NDR-Staatsvertrages:
Es handelte sich bei den ukrainischen Wahlen nicht um „Wahlen in den Großstädten“, sondern um Regional-, Stadt- und Bezirksratswahlen. Falsch ist auch die Behauptung, Klitschko habe ein Wahlergebnis von 72 % erzielt. Tatsächlich waren es 66 % . Sein Gegenkandidat Borislaw Beresa ist kein „nationalistischer“, sondern ein rechtsradikaler Politiker, der früher als Sprecher des rechten Sektors tätig war. Diese Verniedlichung eines ukrainischen Faschisten wirkt heuchlerisch gegenüber dem medialen Getue soweit es um den deutschen rechten Rand geht.

Dass die Bürgermeister von Odessa und Charkiw „eher prorussisch“ sind, ist nicht belegt, sondern eher denunziatorisch herbeigeredet und auch so gemeint. Beide Bürgermeister sind pro-ukrainisch. Der Begriff „prorussisch“ ist ein im Westen erfundener Propagandabegriff und wird für Rebellen in der Ostukraine verwendet. Dort finden Wahlen erst im nächsten Jahr statt. Die im Beitrag genannten Bürgermeister sind Gegner der Poroschenko-Truppe in Kiew. Sie deswegen als prorussisch zu bezeichnen, passt in die Tradition der Golineh-Lielischkies-gefärbten-Berichterstattung der „Tagesschau“:

Mit keinem Wort geht der Bericht auf die geringe Wahlbeteiligung ein (34% insgesamt, in der drei-Millionen Stadt Kiew nur 30%), vor diesem Hintergrund von einem „souveränen“ Klitschko-Erfolg zu reden, ist blanke Propaganda. Es fehlen auch Hinweise auf die Wahlbehinderungen, z.B. in Mariupol, oder die Tatsache, dass nur 12 von 180 Parteien einen aktiven Wahlkampf betreiben konnten.
„Tagesschau.de“ will offensichtlich den Eindruck beim deutschen Publikum vermeiden, dass die Intervention der USA und der EU vor knapp zwei Jahren in Kiew ein politischer Fehlschlag war und bei der Bevölkerung zu Frustation und Enttäuschung geführt hat.
Wir bitten um Prüfung und Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

V. Bräutigam F.Klinkhammer

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber U.S. Department of State from United States –/– Gemeinfrei

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MH 17: Ursache in Kiew

Erstellt von Gast-Autor am 20. Juli 2015

Der Absturz in den Europa-Krieg

Malaysia Airlines Boeing 777-200ER PER Koch-2.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 20. Juli 2015

Es war im Juli des letzten Jahres. Lebendige Augen sahen die Leser vom Titelblatt des SPIEGEL an. Sie blickten aus den Gesichtern der inzwischen toten Passagiere des Fluges MH 17. Jener Maschine der C, die am 17. Juli 2014 über der Ukraine abstürzte. Auf die Reihen der Fotos gestempelt der fette Aufruf: STOPPT PUTIN JETZT! Und im Blatt der Leitartikel: „Europa muss Putin für den Abschuss von Flug MH 17 zur Rechenschaft ziehen.“ Seit diesem Tag zieht der Verdacht seine Spur durch die Länder. Und mit dem Verdacht, die Gefahr eines grenzüberschreitenden Krieges in Europa.

Es ist ausgerechnet der US-Kriegs-Sender CNN, der in diesen Tagen angeblich erneut weiß, wer die malaysische Maschine abgeschossen hatte: Er stützt sich auf Aussagen von zwei anonymen (!) Quellen. Und brav, wenn auch verhaltener als vor einem Jahr, folgen die deutsche Medien: „Wie sich Putin eine neue Art der Kriegsführung ausgedacht hat“, geifert die BERLINER ZEITUNG. Der DEUTSCHLANDFUNK weiß von „Russlands Vernebelungstaktik.“ Die WELT titelt im tradierten Reflex: „Moskaus plumpe Propaganda“. Die unvermeidliche TAZ wittert in Russland „Angst vor einem Tribunal“. Und wie in hysterischer Trance schreibt die BILD-Zeitung: „Neues Schock-Video beweist Schuld von Putins Schergen.“ Das Video beweist nichts. Denn NICHTS ist bisher bewiesen.

Doch unerschüttert macht sich aktuell auch das „völlig unabhängige“ scheinbar gemeinnützige Recherche-Portal CORRECT!V auf den Pfad der Aufklärung rund um den Flug MH 17 und füttert das Netz mit der Antwort auf die unspannende Frage: „Waren Panzer in der Ost-Ukraine? Ja – schon am 14. Juni, gut einen Monat vor dem Abschuss der Passagiermaschine MH 17, erklärt das US-Außenministerium, dass russische Panzereinheiten die Grenze zur Ukraine überquert hätten und in Snizhne gesichtet wurden.“ Nichts beweist weniger als das schlaue US-Außenministerium, das schon vor dem Abschuss weiß, wer, wann, was abgeschossen hat.

Dann tritt bei CORRECT!V ein total guter Experte auf, der aber leider, leider seinen Namen nicht sagen mag. Doch wie selbstverständlich wird aus dem faktologischen Nichts gefolgert: „Die Hauptschuld (am Absturz von MH 17) aber trägt der russische Präsident Wladimir Putin.“ Das Portal ist gesponsert durch die WAZ-Familie. Und Bodo Hombach, Vorsitzender des Ethik-Rates von CORRECT!V, war zeitweilig Chef des Bundeskanzleramtes. Und zehn lange Jahre war er bestellter Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe. Was auch immer solch ethisch sonderbare „Quellen“ nachweisen wollen: Sie beweisen nichts und gar nichts.

Bewiesen ist, dass die Menschen in der Ost-Ukraine bis zum Tag der neuen Macht in Kiew friedlich lebten. Man holte Milch ohne beschossen zu werden. Man brachte seine Kinder zur Schule, ohne Furcht vor Granaten. Man fuhr mit dem Bus ohne Angst vor Streubomben. Die Angst schlich langsam in die Ost-Ukraine. Ganz zu Beginn der neuen Regentschaft wurde den Ukrainern, die Russisch sprachen, die Amtssprache genommen. Dann sickerten Informationen durch: Die neue Macht in Kiew stütze sich auf neue Nazis. Diese Sorge hatte man seit rund 70 Jahren nicht haben müssen.

Wie überall auf der Welt, trieb auch in der Ost-Ukraine die Furcht Menschen auf die Straßen. Schon zu Beginn des Jahres 2014 demonstrierten in Charkow friedliche Demonstranten gegen die Regierung in Kiew. Man demonstrierte in Donezk, Slawjansk, Mariupol, Enakijewo, Lugansk, Kramatorsk oder Drushkowa. In Odessa forderten am 16. März mehr als 5.000 Demonstranten ein Referendum über den Verbleib in der Ukraine. Sprecher der Protestbewegung, wie Pawel Gubarjow, wurden verhaftet. Die Opposition besetzte öffentliche Gebäude. Die Bilder aus den Städten der Ost-Ukraine glichen denen vom Kiewer Maidan. Allerdings gab es auf den Plätzen in diesem Teil der Ukraine keine ausländischen Politiker, die zur Solidarität aufriefen.

Und während zwei deutsche Außenminister den Oppositionellen des Maidan, die jede Menge öffentlicher Gebäude besetzt hielten, gegen eine gewählte Regierung zur Hilfe eilten, mussten die Besetzter in der Ost-Ukraine von der Bundesregierung hören, sie sollten „solche Eskalationen vermeiden“. Das konnte die ARD und ihre TAGESSCHAU noch besser: Sie entdeckte im Donbass nicht besorgte Menschen sondern den “pro-russischen Mob”. Und weil eine dubiose Regierung in Kiew jene Ost-Ukrainer, die nicht so wollten wie Kiew wollte, als „Terroristen“ bezeichnete, wurden aus dem „Mob“ auch in deutschen Medien flugs Terroristen.

Wenn in diesen Tagen der SPIEGEL – der faktisch den russischen Präsidenten zum Faschisten erklärte, der seiner Ziele wegen angeblich ein Passagierflugzeug vom Himmel in den Tod schickte – ganz andere Faschisten in der Ukraine bemerkt, dann ist das kein Einlenken. Es ist nur die Wirklichkeit, die der ziemlich kompletten westlichen Medienfront und Politikern wie Elmar Brok, Rebecca Harms oder Katrin Göring-Eckardt die eigene Lüge in den Hals stopft: „Im Ausbildungslager der rechten Milizen“, wird eine Reportage genannt, die von der ARD sorgsam in einem Nachmittags-Sende-Winkel auf „tagesschau24“ versteckt wurde. „Zwar bestreiten die (etwa 10.000) Milizionäre Faschisten zu sein oder nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten. Dennoch sind sie als „sehr weit rechts“ einzustufen, sagt NDR-Autor Jürgen Kreller zu seinem Bericht. Und der SPIEGEL – in der schrecklichen Verlegenheit sein langes, demonstratives Wegschweigen der ukrainischen Nazis zu überdecken – erfindet ein neues Wort für Faschismus. „Radikaler Ethnonationalismus“ sei das, was den „Rechten Sektor“ – auf dem Kiewer Maidan die treibende bewaffnete Kraft – an der ukrainischen Westgrenze umtreibe. Sehr, sehr weit rechts: Die Ängste der Menschen in der Ost-Ukraine waren real, sind real.

Es war Anfang April 2014 als die ukrainische Armee ihre erste Aktion gegen die Zivilbevölkerung begann. Panzer tauchten auf. Auch Kampfhubschrauber. Anfang Juli wurden mehrere Städte in der Ost-Ukraine durch Regierungstruppen zerschossen und von ihren Verteidigern geräumt. Noch sind es Tage, bis der Flug MH 17 der Malaysia-Airlines beschossen und zum Absturz gebracht werden wird, da ruft Präsident Poroschenko zum Mord an der Ost-Ukrainischen Opposition auf: Das Land werde nun von „Terroristen, Gewalttätern und Marodeuren“ befreit. Es ist diese Sprache, es sind diese Handlungen, die unabsichtlich den Weg zur Aufklärung des MH-17-Absturzes weisen. Nicht die Frage, welche Rakete aus welcher Gegend die Flugpassagiere beschossen hat, führt zu den eigentlichen Tätern. Jene, die den Krieg in der Ost-Ukraine begonnen haben, tragen die Verantwortung für den Tod von 298 Flugpassagieren. Jene, die begannen unschuldige Zivilisten in der Ost-Ukraine zu beschießen, haben die Voraussetzungen für den Beschuss unbeteiligter Menschen aus anderen Ländern geschaffen. Sie haben einen Krieg angefangen, der bis heute droht über die Grenzen der Ukraine hinaus ganz Europa zu erfassen. Die Verursacher sitzen in Kiew. Ihre Hintermänner und Claqueure sind bekannt.

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Grafikquelle     :    Malaysia Airlines Boeing 777-2H6-ER (9M-MRD) at the international terminal at Perth Airport. This aircraft crashed over Ukraine on 17 July 2014.

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Man redet Deutsch in Europa

Erstellt von Gast-Autor am 13. Juli 2015

Kauder-Deutsch auch für Deutsche

Die Planer Deutscher Zukunft – arbeiten an Europas Untergang

Autor: U. Gellermann
Datum: 13. Juli 2015

Ja, die griechische Regierung ist scheinbar eingeknickt: Sie hat dem immensen Druck der Deutschen und ihrer Kohorten in der EU zumindest teilweise nachgegeben, nachgeben müssen. Es war Volker Kauder, der Stramme Max der Merkel, der schon 2011 auf dem CDU-Parteitag voller Häme verkündete: „Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen.“ Fast ohne Wehrmacht und ohne den rechten Arm in die Luft zu recken wurde das „Modell Deutschland“ vielen anderen europäischen Ländern aufgezwungen. Das Modell, das der verhungernden Kuh eine Fastenkur zur Gesundung empfiehlt. Ein Modell, dass nicht den Bauern reich macht, nur dessen Bank. Ein Modell, das auch in Deutschland selbst zu kaputten Straßen und Schulen geführt hat und dessen Folgen für ein kränkelndes Gesundheitssystem in jedem Wartezimmer zu spüren sind.

„Nein, an Kinder ist nicht zu denken“, sagt Candela aus Madrid, die nicht will, dass man ihren vollen Namen nennt. Die 33-jährige Juristin hat fünf Jahre lang studiert, um in einem Job zu landen, der früher, bevor in Spanien Deutsch gesprochen wurde, mindestens 1.500 Euro monatlich brachte. Jetzt gibt es nur noch 800 Euro. Da ist eine Familiengründung nicht drin. Spanien, das ist das Musterland der Merkels und der Kauders, das ist das Land, das den „faulen“ Griechen immer als gutes Beispiel vorgehalten wurde. Man nennt sie „Generación Perdida“, die verlorene Generation, jene unter 35-jährigen Spanier, von denen 3,5 Millionen seit 2008 ihren Arbeitsplatz verloren haben.Tatsächlich verzeichnet Spanien dennoch einen leichten wirtschaftlichen Aufschwung.

Und wie im deutsche Modellland auch, geht der wirtschaftliche Aufschwung in Spanien über die Leichen der sozial Ausgegrenzten: Mehr als 5,4 Millionen Spanier sind offiziell arbeitslos gemeldet. Mit 23,7 Prozent ist die Arbeitslosenquote weit höher als in Botswana oder Bangladesch. Wie im deutschen Europa üblich mussten Banken gerettet werden, nicht Menschen: Allein 41 Milliarden Euro hat die Rettung der Großbanken rund um die Schrottbank „Bankia“ den spanischen Steuerzahler gekostet. Immer schön dem deutschen Vorbild folgend haben auch die spanischen Banken-Retter viele Arbeitslose in die Hunger-Jobs gerettet: „Trabajos de basura“, Mülljobs, nennen Spanier wie Candela die Mini-Jobs. Befristete Arbeitsverhältnisse, die durchschnittlich gerade einmal 53 Tage halten. Auch deshalb verdient mehr als ein Drittel der spanischen Beschäftigten weniger als 600 Euro pro Monat.

Als die spanischen Linken bei den letzten Kommunal-Wahlen viele Rathäuser eroberten, fuhren noch in der Wahl-Nacht Kolonnen von Lastkraftwagen auf Mülldeponien und zu den großen Reißwölfen: Tonnen von Akten der bisherigen Rathausbesitzer – der CDU-Schwesterpartei Partido Popular – mussten entsorgt werden. Spanien ist ein wenig altmodisch: Hier hinterlässt die Korruption noch Spuren auf Papier. Im deutschen Musterland gilt der Wechsel vom alten Amt in den neuen Job im selben Fachgebiet nicht als Korruption. Wo soll es Spuren geben, wenn doch diese Sorte der Korruption ganz legal ist.

Als legal gilt es auch, dass zwei Drittel der „Rettungsgelder“ für Griechenland an internationale Gläubiger gegangen sind. So teilt es der IWF-Chefökonom Olivier Blanchard lapidar mit. Und weiter weiß er zu sagen: „Die Finanzierung für Griechenland wurde benutzt, um ausländische Banken zu bezahlen“. Kaum 10 Prozent der Hilfsgelder sind bei den griechischen Regierungen gelandet. Und weil es die korrupten sozialdemokratischen und konservativen Regierungen waren, die mit dem Rest – den die Banken nicht geschluckt haben – gefüttert wurden, weiß man, wo das Geld gelandet ist: In deren Taschen und nicht bei den normalen Griechen. Doch den deutschen Finanz-Sturmtrupp-Führer Wolfgang Schäuble macht das nicht irre in seiner Meinung: Er schlägt einen auf fünf Jahre befristeten Grexit vor. Einen Austritt aus dem Euro, der auch jene Griechen zu Hungerleidern machen würde, die noch nicht so richtig darben. Damit aber die linke griechische Regierung komplett und auf Jahre hinaus diskredidiert ist, sollen die Griechen vorher noch Vermögenswerte in Höhe von 50 Milliarden Euro an einen Treuhandfonds übertragen und damit die Schulden tilgen. Ob die Akropolis einen neuen Platz in Schwaben finden soll, mochte das Finanzministerium bisher nicht mitteilen.

Am linken deutschen Rand hält sich eine wirre Diskussion, die der griechischen Linkspartei, der SYRIZA, Verrat vorwirft: Sie hätte der Euro-Gruppe keinen neuen Vorschlag machen dürfen. Leider begleiten die Kritiker ihr Mäkeln nicht mit eigenen Vorschlägen: Soll es der Hunger-Grexit sein, den Schäuble vorschlägt? Hätte es eine solide Revolution alten Stils sein sollen? All den SYRIZA-Kritikern ist gemein, dass sie im eigenen Land kaum Leute mobilisieren. Ihnen folgen auch jene deutschen Massen nicht, die in der andauernden offenen oder verdeckten Arbeitslosigkeit verharren, die immer noch bei den rund sechs Millionen Hartz-IV-Empfängern zu finden ist. Denn man spricht auch in Deutschland Kauder-Deutsch. Zu hoffen, dass die Griechen und die Spanier die deutschen Probleme lösen, ist fast so dumm-dreist-deutsch wie der Kauder aus der Merkelei.


Fotoquelle: Wikipedia – Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

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US-Atombomber über Europa

Erstellt von Gast-Autor am 9. Juli 2015

Kiew will den totalen Krieg in der Ost-Ukraine

Datei:Destroyed house in Donbass.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Juli 2015

Während das Hemd von Yanis Varoufakis immer noch die deutschen Medien erschütterte, flogen US-Atombomber Einsätze an der russischen Grenze. Und weil das nicht sein darf – grundsätzlich kennen deutschen Medien nur russische Militärflugzeuge am westlichen Himmel – wurde die Meldung schlicht ignoriert. Doch die B-52s von der Minot Air Force Base in North Dakota – Big Ugly Fat Fucker genannt und mit 20 Marschflugkörpern der atomaren Art bestückt – nahmen an der jüngsten Übung der NATO unweit der russischen Grenze teil. Schwere Waffen der Kiewer Armee rückten in der Ost-Ukraine vor: Der Krieg in der Ukraine kennt keine Atempause.

Die Kiewer Schüler haben brav von den EU-Lehrern und deren Griechenland-Politik gelernt, wie man ein Volk sogar ohne Militär stranguliert: Statt das Minsker Abkommen umzusetzen, das die Wiederherstellung normaler sozialwirtschaftlicher Beziehungen zum abtrünnigen Donbass vorsieht, marschiert die Blockade: Es werden keine Renten gezahlt, auch nicht die Arzt- und Lehrergehälter, Kiew verbietet alle Warenströme in die Ost-Ukraine und sogar den Autobusverkehr in die Rebellenrepubliken. Es war die Freundin von Frau Merkel, Julia Timoschenko, die schon früh ankündigte, dass man für die acht Millionen russischsprachigen Ukrainer eine Atombombe zur Endlösung einsetzen sollte. Nun wird erstmal der Hunger als Waffe eingesetzt.

Doch Petro Poroshenko, der Oligarch im Präsidenten-Habit, denkt weiter: Mit dem Gesetz 2953, jüngst mit der üblichen Putsch-Mehrheit durch das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, geschleust, macht er den Weg zur „schnelle(n) Stationierung von Atom- und anderen Massenvernichtungswaffen“ möglich, berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Unian. Ungerührt zitiert die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG die Wiener OSZE-Vertreter, die das ukrainische Gesetz als einen „Vorratsbeschluss“ bezeichneten, der bei westlichen Beobachtern und Kritikern wohl „durchgerutscht“ sei. Bei den Berliner Gönnern der Kiewer Regierung ist scheinbar auch die fröhliche Forderung von Aleksandr Turtschninow, dem Sekretär des Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine, durchgerutsch: Die Ukraine müsse jetzt dringend eine „schmutzige Bombe“ entwickeln. – Genug radioaktives Abfall-Material kann die Ukraine jederzeit aus ihren Atomkraftwerken gewinnen.

Das Gesetz 2953 hat einen weiteren Kriegs-Entwicklungs-Bestandteil: Es legalisiert den Einsatz ausländischer Söldner in der Ukraine. Das passt zur ungebrochenen Aggressions-Rethorik des Gauck-Freundes Poroschenko: „Wir befreien den Airport von Donezk, denn das ist unser Land“, sagt der Mann, der im Minsker Abkommen etwas ganz anderes unterschieben hat, ohne von seinen westlichen Partnern gezügelt zu werden. Im Gegenteil verschärft er die Kriegs-Lage weiter, wenn er in dieser Woche erklärt, dass er, entgegen dem Minsker Abkommen, dem Donezbecken den dort vereinbarten Sonderstatus verweigert.

Rund fünf Millionen Dollar muss das Kiewer Regime nach eigenen Angaben täglich für seinen Krieg in der Ost-Ukraine ausgeben. Das ist Geld, das die Ukraine in Wahrheit nicht hat. Dass die Ukraine nicht längst den Bankrott hat anmelden müssen, ist nur dem IWF zu verdanken. Dank eines Satzes von Christine Lagarde kann Kiew weiter Sold bezahlen, Munition kaufen und die Ost-Ukraine in Schutt und Asche legen: „Und wenn das Land zu dem Schluss kommt, dass es seine Schulden nicht bedienen kann, ist der Fonds in der Lage, (weitere) Anleihen an die Ukraine auszugeben.“ So wird aus dem Bankrotteur ein solventer Kriegstreiber. Da will Deutschland nicht zurückstehen. Mitten in der weiteren Verschärfung des Krieges wird sich die Bundeswehr im laufenden Jahr an zwei Militärmanövern in der Ukraine beteiligen.

Was soll uns Krieg und Weltverfall, wird sich die ehrenwerte SÜDDEUTSCHE ZEITUNG gedacht haben, als sie in diesen Tagen über das Motorrad von Yanis Varoufakis philosophierte: „Allein das Knistern und Tickern beim Abkühlen des kräftigen Vierzylinders, das schafft nur ein luftgekühltes Triebwerk.“ In der irren Profit-Anstalt des Kapitalismus ist das Knistern und Ticken des totalen Krieges, den die Ukraine im Osten des Landes führen will, anscheinend nicht zu hören. Dass der totale Ukraine-Krieg jederzeit zu einem noch totaleren und radikaleren Krieg führen kann, das können sich augenscheinlich weder die Kanzlerin ohne Alternativen noch die ihr ergebenen Medien vorstellen. – Den letzten totalen Krieg haben übrigens die Russen gewonnen.


Grafikquelle    :

Quelle https://www.youtube.com/watch?v=iDdGrE-DypQ
Urheber NEWS UTR
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Botox für alle

Erstellt von Gast-Autor am 7. Juli 2015

Auch und gerade für Obdachlose

Bildergebnis für Wikimedia Commons Bilder Botox

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. Juli 2015
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Buchtitel: Botox für alle
Buchautor: Olaf Cless und Dieter Süverkrüp
Verlag: fiftyfifty edition

Die im Buch „Botox für alle“ versammelten Glossen stammen alle aus dem Düsseldorfer Straßenmagazin „fiftyfifty“. Es steht zu vernuten, dass man im besseren Düsseldorf einfach nicht halbe-halbe sagen kann. Und so spricht auch das sozial schlechter gestellte Düsseldorf denglisch. Der Glossen-Schreiber Olaf Cless und sein Illustrator Dieter Süverkrüp allerdings schreiben und zeichnen ohne Umschweife. Und weil sie jetzt wirklich keine Zeit haben, bis der Mainstream ihre kunstvolle Arbeit wahrnimmt, haben sie die fälligen Rezensionen schon mal vorweg genommen. Besser können die Staatsmedien ohnehin nicht schreiben. Wer sonst würde es in einer Obdachlosenzeitung wagen Botox für alle zu fordern? Siehste.
„Unser soeben erschienenes Büchlein „Botox für alle“ hat bereits ein unerwartet lebhaftes Presseecho ausgelöst. Als erste reagierte, noch vor den eigentlichen Medien, die Botox-Herstellerfirma Allergan: „Grundsätzlich begrüßen wir es, dass sich hier zwei Autoren den Gedanken ‚Botox für alle’ zu eigen gemacht haben, der seit langem Richtschnur unseres wirtschaftlichen Engagements ist. Noch schöner hätten wir es gefunden, wenn die Herren Cless und Süverkrüp ihre Publikation im Vorfeld mit uns abgestimmt hätten.“

Wenig später brachte die Rheinische Post eine knappe Würdigung des Buches: „’Botox für alle’ kommt in verspiegelter Optik daher. Eine hübsche Idee. Leider muss man lange blättern, bis die titelgebende Glosse auftaucht. Sie ist bereits vier Jahr alt und gefällt sich in Respektlosigkeiten gegen den bekannten Schönheitschirurgen Mang, der auch für unsere Landeshauptstadt schon so viel geleistet hat.“ Grundsätzlicher wird ein Kritiker in Die Welt: „Glossen eines gewissen Olaf Cless, Zeichnungen von Dieter Süverkrüp? Welch seltsame Arbeitsteilung. Hat es dem vormals so zungenschnellen altlinken Barden derart die Sprache verschlagen, dass er die Texterei einem Nobody von der erstbesten Obdachlosenzeitung überlässt und sich selbst auf eine Serie dünnstrichiger Zeichnungen beschränkt? Umgekehrt wäre wohl noch eher ein Schuh daraus geworden.“ Zu einem freundlicheren Urteil kommt erwartungsgemäß die Junge Welt, wenngleich mit Einschränkungen: „Cless’ Kolumnen bleiben zu oft im satirisch Unverbindlichen, lassen den klaren Klassenstandpunkt, die unmissverständliche Kampfansage an die Herrschenden vermissen. Ein Manko, das Süverkrüps skurrile Bilder eher noch steigern.“ Ausschließlich diesen Zeichnungen widmet das Kunstmagazin art eine knappe Notiz, in der es heißt: „Zugegeben, Süverkrüps Strich ist von bemerkenswerter Souveränität, doch genau darin liegt das Problem: So klar und sicher darf man, seit Beuys, heute nicht mehr zeichnen. Und schon gar nicht so lustig.“

Aus dem insgesamt eher negativen Echo – aber Hauptsache, es gibt überhaupt eines – sei hier noch die Süddeutsche Zeitung zitiert: „Der Autor der fiftyfifty-Glossen scheint unser ‚Streiflicht’ zu kennen. Die überraschende Themenverquickung, die sprachliche Delikatesse – auch er versucht sich an derlei. Aber ach, die literarischen Referenzen schwächeln, das altsprachliche Fundament fehlt, und so landet er allzu oft in schnöder Tagespolitik.“

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Grafikquelle     :

Source Own work
Author Reedj1117
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Von der Leyen nimmt Rubel

Erstellt von Gast-Autor am 15. Juni 2015

Ministerin als Agentin Moskaus enttarnt

Autor: U. Gellermann
Datum: 15. Juni 2015

Die wichtigste Spionage-Abwehr-Organisation der Bundesrepublik Deutschland, sie tritt unter dem Tarn-Namen „Deutsche Presse-Agentur“ auf, hat jetzt die Verursacher des Angriffs auf die Bundestags-Computer gefunden: „Unter anderem ist noch unklar, ob es sich um einen russischen Geheimdienst oder eine andere russische Organisation handelt. In Russland gibt es enge Verbindungen zwischen den Geheimdiensten und der organisierten Kriminalität.“ Klar ist: Es war der Russe, welcher auch immer. „Spiegel Online“ hatte berichtet, Experten lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass der russische Auslandsnachrichtendienst SWR hinter der Spähaktion steckt. Experten! Echte, namenlose Experten: Sachkundiger können deutsche Medien nicht mehr recherchieren.

Auch der Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, Chef der Organisation, die so ziemlich alle NSU- und NSA-Spuren erfolgreich verwischt hatte, düsterte durch die Gegend: „Mein Dienst hat immer wiederholt bestätigt, dass jedenfalls die Cyberangriffe von russischen Diensten hochqualifiziert sind und uns große Sorge bereiten.“ Ja, wenn der Dienst wiederholt etwas bestätigt hat, dann ist das für deutsche Medien besser als ein Beweis. Und sofort hat der exzellente Generalbundesanwalt Harald Range einen „Anfangsverdacht“ in der Sache geprüft. Er hat jetzt ja auch Zeit für diese Aufgabe. Denn einen anderen anfänglichen Verdacht hat er gerade eingestellt: Den wegen des Handys der Kanzlerin. Anfänglich lagen noch „greifbare Tatsachen vor“. Bei näherem Hinschauen, handelte es sich bei dem greifbaren Schriftstück aber nicht um einen authentischen Abhörauftrag der NSA – sondern lediglich um die Abschrift eines in Augenschein genommenen Dokumentes der NSA. Jetzt schlüge die Stunde des Journalismus: Wer hat wann was gesehen, und was stand genau in der Abschrift. Warum wurden keine Zeugen vernommen? Das wären jetzt die Fragen. Nö, sagt der versammelte Recherche-Verstand von SPIEGEL-ARD-ZFD-ZEIT-BILD, nö, lieber nicht.

So muss denn die DPA-Methode auf das Naheliegende angewandt werden: Das sogenannte Ministerium für Verteidigung. Schon in der Zeit des Thomas de Maizières gab es mehr als einen Anfangsverdacht: Bereits die Pannen-Drohne Eurohawk, bei der eine runde Milliarde Euro an Entwicklungskosten versenkt wurde, wies auf einen russischen Hintergrund. Wer sonst sollte ein Interesse haben, die schutzlosen Deutschen ohne jede Drohne gegen die Bedrohung aus dem Osten unbewaffnet zu lassen. „Unter anderem ist noch unklar, wie viel Geld die Russen dem Minister dafür überwiesen haben“, hätte die Meldung lauten müssen. Der Transporthubschrauber NH 90 ist häufiger am Boden als in der Luft. Und die neue Transportmaschine A400M ist auch gerade abgestürzt. Man kann Putin nicht direkt beschuldigen, aber wer sonst sollte dahinter stecken?

Mit dem Sturmgewehr G36 begann, so müssen „Experten“ vom SPIEGEL herausfinden, die Übergabe des Agentenführers de Maizière an seine informierte Mitarbeiterin Ursula von der Leyen: Zwar stoppte die das Hitze-Gewehr G36, sagte aber vor Bundestagsabgeordneten zum Fall des de Maizière: „Wir haben beide dieselbe Sicht auf die Dinge“ und blockierte demonstrativ eine weitere Prüfung der Ursachen. Auch, dass die Folge-Waffe für die Bundeswehr, das HK416, ebenfalls von der Murks-Bude „Heckler und Koch“ hergestellt werden soll, ist ein untrügliches Zeichen für die Fortsetzung der Sabotage. Doch das letzte Indiz kommt vom LINKEN-Politker Jan van Aken: Der hatte in der Sache G36 demonstrativ einen Untersuchungsauschuss abgelehnt. Und man weiß ja, dass die Linkspartei voller Putin-Versteher ist.

Den Schlussstein für die Russland-Connection liefert van der Leyen in diesen Tage selbst. Gegen jeden Sachverstand will die dubiose Ministerin jetzt das Raketenabwehrsystem Meads beschaffen. Zwar kostet das vergleichbare Patriot-System nur ein Drittel des nun beim bayerischen Hersteller MBDA georderten „Extended Air Defense System (Meads)“, aber da bereits eine Milliarde Euro in die Meads-Entwicklung gesteckt wurde, so argumentiert das Verteidigungsministerium, sollten doch bitte noch mal weitere 10 Milliarden ausgegeben werden. Da der Rüstungskonzern MBDA auch in die Produktion der Absturz-Transportmaschine A400M verwickelt ist, muss man nicht einmal ein SPIEGEL-Experte sein, um zu wissen: Hier hat der Russe seine unheilvolle Hand im Spiel. Ursula van der Leyen, gestehen Sie, Sie werden vom Russen bezahlt! Und da der Rubel zur Zeit nur noch bei 0,06162 Euro steht, kommt zum Vaterlands-Verrat auch noch der Verstandes-Verrat hinzu. Ein Abgrund tut sich auf.


Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Autorenkollektiv

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G7-Treffen ohne Putin

Erstellt von Gast-Autor am 4. Juni 2015

Das gefährliche Hornberger Schießen

File:Vladimir Putin April 2013 interview to the German ARD-003.jpg

Autor: U. Gellermann
Datum: 04. Juni 2015

Also der Putin, der müsste mal, sagt Angela Merkel, die Hände in die Hüften gestützt, der sollte, sofort, sonst aber! – Je suis no Putin, entgegnet François Hollande, mit einem spitzem Ü in Pütin. Und beide reden gern über Russland, über das eigentlichen Thema des G7-Treffens auf Schloss Elmau. Nur Putin ist nicht dabei. – Wasse brauche Putine? Ische bine grosse genuge für Grosse Siebene, capisce? ist vom italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zu hören. Und natürlich hat er Recht, denn Italien hat satte 60 Millionen Einwohner während Russland nur 143 Millionen zählt. Und so ist es auch mit der Fläche: Die große Europäische Union bringt glatt 4 Millionen Quadratkilometer auf die Karte, während sich die Russen mit 17 Millionen Quadratkilometern begnügen müssen.

Diese armseligen Russen. Na schön, sie haben Rohstoffe. Aber keine Demokratie, wie sie zum Beispiel die westliche Führungsmacht USA vorweisen kann: Zwei Parteien, die sich kaum voneinander unterscheiden, aber sie wechseln sich mit großem Getöse alle paar Jahre ab: Mal haben die amerikanischen Oligarchen die eine, dann die andere Partei mit den erforderlichen Wahlkampf-Sieges-Millionen ausgestattet. In Russland ist es so grausam langweilig wie in Deutschland: Putin macht seinen Job schon 15 Jahre, Helmut Kohl brachte es auf 16 zähe Jahre, Angela Merkel ist mit ihren 10 Jahren auf dem besten Putin-Weg. Aber natürlich ist Deutschland viel demokratischer. Denn Merkel setzt konsequent das fort, was Gerhard Schröder einst begonnen hatte: Niedrige Steuern für die Reichen, Hartz-Vier für den Armen, billiges Geld für die Banken und eine teure Bürokratie in der Europäischen Union. Ja, so sehen die atemberaubenden demokratischen Wechsel in Deutschland aus.

Was hat Wladimir Putin auf Schloss Elmau zu suchen, wo Shinzo Abe die „Jimintō“, die Liberaldemokratische Partei Japans vertritt, die mit unwesentlichen Unterbrechungen seit 1955 die Regierung stellt und seit dem Jahr 2011 so tut, als wäre in Fukushima nichts gewesen. Sou desu ka (alles in Ordnung, klar?) wird Abe den anderen mitteilen, wenn es um die drohende Klima-Katastrophe gehen wird. Da trifft er sich auf das Schönste mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper, der das Kyoto-Protkoll aufgekündigt hat, weil er es für eine „sozialistische Verschwörung“ hält. Die andere Form von Wirklichkeitsverweigerung wird beim G7-Treffen von David Cameron und Barack Obama vertreten. Beide lassen seit langem ihre Geheimdienste auf die Bürger anderer Länder los, und beide behaupten, das diene der Sicherheit der Welt, dem Schutz vor Terrorismus und was es sonst für Vorwände gibt: Yes, wie scan, wherever we can.

Syrien, Irak, der Kampf gegen die Terrormiliz IS und nicht zuletzt die Ukraine – alles Themen, die beim G7-Treffen auf der Agenda stehen. Und alles Themen, für die es kaum eine Lösung ohne Russland geben kann. Aber die unendlich Großen Sieben – sechs Zwerge, die auf den Schultern der USA sitzen und ihre fragile Größe am liebsten durch Gehabe demonstrieren – haben die Russen in die Ecke gestellt, als seien sie die Lehrer und Russland der Schüler. Was verdammt sollen die Russen von den Amerikanern wohl lernen? Wie man Kriege führt und Staaten zerstört? Wie man mit Drohnen die Zivilbevölkerung terrorisiert? Oder wie man viele Farbige einsperrt und für die frei lebenden die polizeiliche Jagd eröffnet?

Damals in Hornberg, unweit von Freiburg, hatte sich im Jahr 1564 der Herzog Christoph von Württemberg angesagt. Der sollte mit einem Salut-Schießen begrüßt werden. Dreimal schossen die Hornberger: Erst wegen einer Postkutsche, die sie für den Herzog hielten, dann eines Karrens wegen, dann, um eine Rinderherde zu begrüßen. Als endlich der Herzog kam, war alle Munition verschossen. Also versuchten die Hornberger Bürger das Donnern der Kanonen durch kräftiges Brüllen zu imitieren. Die Nachfolger der Hornberger in Elmau brüllen nicht einmal, sie säuseln. Aber die Kanonen und Raketen, mit denen sie die Welt unter Führung der USA beglücken, sind leider echt. Diese Neuauflage des Hornberger Schießens ist höchst gefährlich


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Das Gniffke und die Rundfunk-Freiheit

Erstellt von Gast-Autor am 19. Januar 2015

Es ist so frei die Meinung der Regierung zu verbreiten

File:2010-06-06 Skillshare Gniffke.jpg

Autor: U. Gellermann

Rationalgalerie

Datum: 19. Januar 2015

Mit aufgepumpter Brust und feuchten Augen erzählt Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell den Zuschauern: „Wir knicken nicht vor dem Terror ein“. Und auch: „Als Journalisten sind wir zu strikter Neutralität verpflichtet. – Beim Überfall auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ weichen wir davon ab.“ Welcher Mut! Weit weg von jeder Gewalt macht das Gniffke den Freiheitshelden. Angst hat der Mann nur vor dem Karriere-Knick. Das beweist erneut eine Programmbeschwerde wegen Nachrichten-Unterdrückung durch die ARD-aktuell-Redaktion, die zwei ehemalige NDR-Mitarbeiter – Volker Bräutigam, langjähriger Redakteur und Friedhelm Klinkhammer, ehemaliger Personalratsvorsitzender – an den NDR-Rundfunkrat richteten. Der Rundfunkrat, zu feige seiner Kontrollfunktion gerecht zu werden, hat die Beschwerde irgendwie an Gniffke weitergeleitet. Der durfte dann eine Beschwerde über ihn selbst eigenhändig beantworten und abschmettern.

Da hatte der 3. Ausschuss der UN-Vollversammlung auf Russlands Initiative hin eine Resolution über den Kampf gegen die Nazi-Heroisierung angenommen. Eine Zweidrittel-Mehrheit stimmte diesem Antrag zu. Anders als zum Beispiel Israel enthielt sich die Bundesrepublik Deutschland der Stimme. Dem dumpfen öffentlichen Schweigen über diesen Akt der Solidarität mit der Nazi-Propaganda schloss sich der NDR problemlos an. Die Beschwerdeführer sahen darin eine „Manipulation durch Verschweigen wesentlicher Informationen“ und damit einen Verstoß gegen den Programmauftrag des NDR. Denn der NDR sei nach § 5 verpflichtet „einen objektiven und umfassenden Überblick über das internationale, europäische, (…) Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“

Das weiß das Gniffke alles besser und antwortet: Diese Nachricht habe keinen Nachrichtenwert. Unter anderem, weil Russland diesen Antrag schon mehrfach eingebracht habe. Und außerdem hätte die Staatsministerin Maria Böhmer schon mal betont, dass die Bundesregierung gegen jede Verherrlichung des Naziregimes sei. Frau Böhmer ist seit Ende 2013 nicht mehr im Amt. Soweit zur Aktualität von ARD-Aktuell. Zudem ist diese „Begründung“ ein Offenbarungseid: Ja, wenn es der Russe eingebracht hat, den mag die Bundesregierung nun mal nicht. Und wenn eine Staatsministerin schon vor Jahren was zum Thema gesagt hat! Dann hat das Gniffke zwei gute Gründe zum Einknicken, und gleich so tief, dass sein Kopf auf jener Höhe stoppt, wo es nach Karriere riecht.

Dann gab es tatsächlich Kollegen von SPIEGEL und TAZ, die der ARD vorwarfen, sie habe die Darstellung der Staats- und Regierungschefs am Hebdo-Sonntag in Paris inszeniert. Jetzt ist aber Gniffke ernsthaft böse. Nur weil in den wesentlichen Abendnachrichten nicht gezeigt wurde, dass die Politiker in einem Block, weit ab von den Massen demonstrierten. Da „geistern schon wieder wilde Verschwörungstheorien“ durch die Gegend schreibt der Chefredakteur. Dann aber rutscht dem Gniffke versehentlich eine Wahrheit aus dem Mund: „Aber es ist doch so: Wenn sich Politiker vor eine Kamera stellen, ist das immer eine Inszenierung, jede Pressekonferenz ist eine Inszenierung.“ Ja. Und das Gniffke sorgt dann dafür, dass diese Inszenierung sorgfältigst und im Sinne der Auftraggeber abgelichtet und eins-zu-eins an die Medienkonsumenten weitergegeben wird. Das ist die wirkliche Verschwörung. Scheinbar legal, ganz offen und frech dem Gebührenzahler ins Gesicht gesendet.

Im Artikel 5 des Grundgesetztes steht ein wunderbarer Satz, der den Gniffkes dieses Landes auf die Stirn tätowiert werden sollte: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten“ Jeder, Gniffke, jeder. Nicht nur die Regierung in deren Tasche ARD-Aktuell sitzt und Männchen macht. Und weil das Tattoo immer noch nicht an den Hohlköpfen in den Redaktionen angebracht ist bleibt nur eins: Die Rundfunkzahler, die eigentlichen Besitzer der Anstalten, müssen einen klaren, selbst für ARD-Obere verständlichen Befehl erteilen: Sitz, Gniffke, sitz!

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Grafikquelle    :    Wikipedia/ CC BY-SA 3.0 /File:2010-06-06 Skillshare Gniffke.jpg

Erstellt: 7. Juni 2010 7   ZikoEigenes Werk

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