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Linke flüchten in Bayern

Erstellt von DL-Redaktion am 5. September 2013

Linke flüchten in Bayern aus ihren Ämtern

File:Ernst, Klaus (1954).jpg

100 % asozial, Die Linke

Am 23. 08. 2013 berichteten wir in den Artikel „Neuer Krach in Bayern“ über den Rücktritt des Linken Kreisverband Aschaffenburg-Untermain. Gestern erreichte uns ein Brief mit folgender Absenderangabe auf den Kuvert: „DIE LINKE, Schwanthalerstr. 91, 80336 München“ und der Bitte um Veröffentlichung.

Barbara D.
An der XXXXXX
64823

Rücktritt von meinem Amt als Kreisvorsitzende der Partei DIE LINKE. des Kreisverbandes Aschaffenburg und Untermain

Lasst mich bitte dazu kurz an eine Aussage von Willi Brandt erinnern, was das Verhältnis von Partei und Gewerkschaft angeht. Er sah hier inhaltliche Nähe – besonders wo es um die Themen Arbeit und soziale Sicherheit geht, gleichzeitig war er aber auch der Überzeugung „dass keiner der verlängerte Arm der anderen sein kann. Den Gewerkschaften muss an ihrer parteipolitischen Unabhängigkeit liegen. Die Partei hat gesellschaftlich weiter zu greifen“. Ich denke, eine Gewerkschaft hat heute im Hier und Jetzt für seine Mitglieder zu wirken, eine Partei hat neben aktuellem Wirken, auch weitergehende Aufgaben – Visionen  zu entwickeln.

Und genau hier, denke ich, liegt ein großes Problem unserer Partei und unter anderem auch bei uns vor Ort in unserem Kreisverband.

Hauptamtliche Gewerkschafter und ihre Anhängerschaftlassen durch ihr Tun innerparteilich diese Trennung nicht mehr erkennen.

Kreisverbände hingegen, die diesem Motto von Willy Brandt folgen und Gedanken und Ideen diskutieren, wie wir eine gerechtere Gesellschaft hin zu einem demokratischen Sozialismus erreichen könnten, geraten unter massive Kritik.

Hinzu kommen hier vor Ort in Aschaffenburg ständig schon über Jahre anhaltende Angriffe sowohl von innen wie von außen aus unserer Partei auf die die demokratisch gewählten Kreisvorstände unseres KV’s. Erinnert sei noch einmal an das „Bayerische Dossier“ vom Januar 2012, aus dem klar hervorgeht, dass auch der Kreisverband Aschaffenburg und Untermain „geschleift werden muss“.

Geschmackloser Höhepunkt im März/April 2013 war der Antrag eines Mitgliedes unseres Kreisverbandes, Direktkandidat für Bundestag, Landtag sowie Bezirkstag und ehemaligen ver.di-Sekretärs an den Landesparteitag mit der Forderung „Auflösung unseres Kreisverbandes“. Der einzige Antrieb zu dieser Idee kann nur die Zerstörung eines aktiven Kreisverbandes gewesen sein.

Selbstverständlich wurde die Kreis-Mitgliedschaft und auch der Kreisvorstand über dieses Vorhaben von dem Gewerkschaftssekretär a.D. weder informiert, geschweige denn dazu um ihre/seine Meinung befragt, frei nach der Devise, was ich nach demokratischen infolge fehlender Mehrheiten nicht unter Kontrolle bringen kann, wird zerstört.

Sieht so innerparteiliche Demokratie aus? Wollen wir ein solches Demokratieverständnis in unserer Partei leben? Zumal die Partei DIE LINKE. mit dem Ziel, es besser machen zu wollen als all die anderen Parteien, gestartet war.

Hier wurde mit diesem Ansinnen eindeutig Eigeninteresse vor Parteiinteresse gestellt mit Absegnung und Rückendeckung aus Landesvorstand und sicherlich auch höheren Kreisen.

Und das ist nur ein Beispiel unzähliger massiver Attacken, denen wir uns als Kreisvorstand bisher erwehren mussten.

Beschäftige ich mich mit dem Begriff „Demokratie“ und dessen Interpretation in unserer Partei weiter, gelange ich leider immer wieder zu der Erkenntnis, zwischen dem globalen Weltverbesserungsanspruch (Demokratisierung der Gesellschaft, der Wirtschaft, Bürgerbeteiligung, Transparent usw.) und innerparteilicher Realität herrscht eine extreme Diskrepanz. Wie selbstverständlich werden hier schon seit Jahren innerparteilich jegliche Grenzen eines fairen politischen Miteinanders überschritten.

Unmöglich ist es mir auch, ein bayerisches Spitzenteam und hier insbesondere einen bayerischen Spitzenkandidaten aktiv in laufenden Wahlkämpfen zu unterstützen, indessen Amtszeit als Bundesvorsitzender unserer Partei die Halbierung der Wählerschaft sowie seine ständigen hinterhältigen Agitationen (die bis in die Anfangszeit der Partei DIE LINKE. zurückreichen) gegen unsere demokratischen gewählten Kreisvorstände  in Aschaffenburg fällt.

Im Hinblick auf diese Situation und gesundheitlicher Probleme, die ich nicht wie bisher Parteiinteressen nachordnen möchte, trete ich mit sofortiger Wirkung als Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Aschaffenburg und Untermain zurück.

Danke an Alle, die mit mir gemeinsam seit 2006 für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit, gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Demokratie- eine sozialistische Gesellschaft gekämpft haben.

Barbara D.

21.08.2013

Weitere Erklärungen findet ihr >>>>> HIER <<<<<

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Source http://archiv2007.sozialisten.de/service/download/fotos/ernst/index.htm
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