DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Die militärische „Emanzipation“

Erstellt von DL-Redaktion am 7. März 2014

Gauck, Merkel die Raubritter der Neuzeit

Autorin  :   Monika Knoche

Mit der Auswahl ihres politischen Personals ist der Kanzlerin in der Tat ein Coup gelungen. Doch kaum ist das Erstaunen über die erste Bundesverteidigungsministerin etwas verflogen, da kommt eine weitere Revision auf uns zu: Deutschland gibt seine militärische Zurückhaltung auf. Ursula von der Leyen wird die Aufgabe übernehmen, Guido Westerwelles weiche Diplomatie endabzuwickeln. Wie sich die Zeiten doch geändert haben!

100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten bedarf Deutschland offenbar keiner zivilisierenden Selbstfesselung mehr. Es hat angeblich seine Lektionen gelernt: Deutschland ist nicht mehr nationalistisch, sondern freiwillig fest europäisch eingebunden. Den transatlantischen Alliierten bleibt Deutschland bei der Übernahme geopolitischer Ordnungsaufgaben verpflichtet. Das Heimatland zu verteidigen, ist längst nicht mehr alleiniges Ziel und Grundlage eigener umfassender militärischer Kompetenzen. Diese können viel effizienter im europäischen Kontext eingesetzt werden. Denn: Ein deutscher Sonderweg ist innerhalb der Nato und der Europäischen Union nicht zu befürchten, militärische Abstinenz zukünftig aber nicht mehr aufrechtzuerhalten – angesichts der gewachsenen Rolle Deutschlands in Europa und der Welt.

Kurzum: Nicht die Militärintervention, sondern die militärische Zurückhaltung gilt neuerdings als deutscher Sonderweg. Die beiden Kriegsbeteiligungen im Kosovo und in Afghanistan haben gezeigt, was unter „normal“ und „berechenbar“ zu verstehen ist. Bereits die rot-grüne Bundesregierung hat sich aus der faschistisch-rassistischen Vergangenheit „herausgekämpft“, inländische Kollateralschäden inbegriffen. Wir erinnern uns: Erst hieß es „Nie wieder Auschwitz“ (Joschka Fischer), dann fielen Bomben auf Belgrad. Danach folgte „uneingeschränkte Solidarität“ (Gerhard Schröder) mit den USA, samt Afghanistankrieg und der Vertrauensfrage als ultimativem Druckmittel. Anschließend 13 Jahre „Krieg gegen den Terror“. Seither ist ein neues Selbstbewusstsein gewachsen; Deutschland ist „erwachsen“ geworden. Die „Kultur des Zögerns“ wird aufgegeben, die „Kultur der Verantwortung“ tritt an ihre Stelle.

Das neue Deutschland: Potent, risikobereit, zupackend

Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Bundeswehr-Fotos

Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) lizenziert.

Abgelegt unter International, Kriegspolitik, Wirtschaftpolitik | Keine Kommentare »