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RENTENANGST

Geringverdiener erben selten

Erstellt von DL-Redaktion am 12. Juli 2015

 

Auch PolitikerInnen wollen vererben

von Stephan Hebel

Bei der Erbschaftsteuer sollen auch künftig Unternehmen weitgehend verschont werden. Ganz anders als die Nachfahren von Hartz-IV-Empfängern. Das ist nicht gerecht.

Wenn uns in Deutschland noch etwas heilig ist, dann ist das (abgesehen von der Fußball-Nationalmannschaft) der Mittelstand. Wenn Sie es nicht glauben, gehen Sie mal auf eine Parteiveranstaltung der CDU (bei der SPD funktioniert es meistens auch) und sagen Sie: „Die Politik muss darauf achtgeben, dass der Mittelstand stark bleibt.“ Sie müssen ja nicht verraten, dass das von Angela Merkel geklaut ist, jedenfalls nicht bei der SPD, obwohl auch die inzwischen gern der Kanzlerin applaudiert. Sie werden jedenfalls einen Riesen-Beifall bekommen und sich vor Aufnahme-Angeboten nicht retten können.

Auch diese Zeitung möchte die vielleicht einmalige Gelegenheit nutzen, sich den Applaus der großen Koalition zu sichern, und verkündet deshalb hier hoch und heilig: Der Mittelstand, was immer genau das auch sei, liegt uns sehr am Herzen. Wir halten ihn, allen Ernstes, für eine wichtige Säule unserer Wirtschaft. Und wir wollen unbedingt vermeiden, dass er geschwächt oder gar gefährdet wird.

Der heilige Mittelstand

Das gilt auch bei der Erbschaftsteuer. Wenn ein oder mehrere Unternehmenserben die Steuer nicht gleich bezahlen können, dann – so schlägt es der Deutsche Gewerkschaftsbund vor – kann der Staat sie stunden und in angemessenen Raten abstottern lassen. Der Fiskus könnte auch – das schlagen einige Ökonomen vor – die Steuerschuld in Anteile am Unternehmen verwandeln, die der Erbe zurückerhält, wenn er die Steuer bezahlt. Alles Möglichkeiten, den Mittelstand bei Bedarf vor der Pleite zu schützen. Und zwar ohne ihn von seinen Steuerzahler-Pflichten zu befreien.

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Stefan Kahlhammer

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