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RENTENANGST

Die Schläferin

Erstellt von DL-Redaktion am 19. Januar 2016

Schurken, die die Welt beherrschen wollen

von Peter Köhler

Heute die spätberufene Bundesumweltministerin Barbara „Babu“ Hendricks.

Sie war kaum in der Tür des Fliegers erschienen, da sprangen ihr schon die Hochrufe aus dem Volk hinter der Absperrung entgegen. Mit den Händen winkend, stieg sie die Gangway hinab und betrat, nun mit den Füßen, das Rollfeld, wo ein Spalier aufgeblühter Jungfrauen ganz in Weiß sie mit einem fußtiefen Knicks begrüßte und die Reinste ihr einen Blumenstrauß langte.

„So ein Tag, so wunderschön wie heute“, stimmte ein aus allen Geschlechtern gemischter Chor an, und Zähren der Rührung mischten sich in Barbara Hendricks’ Tränen der Freude. Ihr schien es, als wüchse sie um mehrere Zentimeter, und zwar in die Höhe – ganz anders als Deutschlands legendärer erster echter Umweltminister Joschka Fischer, den sie jetzt endgültig in den hintersten Fußnotenteil der Geschichte fortgewälzt hatte!

Das war nach dem Pariser Weltklimagipfel erst der Anfang. Der Windpark Hengasch im Kreis Liebernich in der Eifel ernannte die Hüterin des Weltklimas zur Patin seines Windrads A 243, der Ökostromverbund Untere Ostsee erkor die Beschützerin der Erdkugel zur Ehrenbürgerin seines Wellenkraftwerks Rügen-West (Projektphase), die Biofleischervereinigung Genfreies Deutschland schenkte der Erretterin der Menschheit die hintere Hälfte eines vorderen Schweinedrittels aus nachhaltig ökologisch-dynamischer Schlachtung. Ja, darauf hatte Barbara Hendricks hingearbeitet, seit sie am 29. April 1952 am Niederrhein das Licht der Erde von Kleve erblickt hatte!

Und welche Umwege hatte sie auf ihren Rücken nehmen müssen, bis sie sich endlich als Umweltministerin outen konnte: hatte als Schläferin Geschichte und Sozialwissenschaften studiert und zur noch besseren Tarnung sogar über „Die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein“ promoviert; hatte außen und innen maskiert den langen Marsch als U-Boot in der SPD angetreten, als noch die Atomenergie weit oben auf deren Menüplan stand; hatte sich als Parlamentarische Staatssekretärin fest ins Bundesfinanzministerium eingegraben und ohne Zicken den Primaten Lafontaine, Eichel und Steinbrück brav den Sack gefüllt; und hatte noch 2013, als um die Vollposten in der Großen Koalition gewürfelt wurde, mit beiden Backen auf das Verteidigungsministerium geschielt.

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Jakob Gottfried CC BY-SA 3.0

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Das 80-Millionen-Ding

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Juli 2015

Gauck, der Hohepriester des „Wir“

Von Peter Köhler

Statt von einem Ich spricht alle Welt nur noch vom Wir. Wer soll das sein? Hier tut mal wieder eine Sprachkritik Not.

„Ich habe so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein geliebter Mann wäre überhaupt nicht gestorben“, soll einmal, glaubt man Sammlungen unfreiwilliger Komik, eine frisch Verwitwete an die Versicherung geschrieben haben. Ein ähnlicher Stoßseufzer konnte sich einem nüchternen Beobachter nach dem Absturz eines Airbus in den französischen Alpen entringen, bei dem zahlreiche deutsche Insassen den Tod gefunden hatten.

Was für sie, ihre Freunde und Angehörigen ein furchtbares Unglück war und für die Lufthansa sowie vielleicht ihre Aktionäre ein schwerer Schaden, wurde von Politikern und Medien als nationale Katastrophe beheult, mit Flaggen auf halbmast, Schweigeminute im Bundestag, Trauerflor am Trikot der deutschen Fußballauswahl bei ihrem Spiel gegen Australien sowie einem Bundespastor Gauck, der sich als ungebetener Gast an die Hinterbliebenen ranwanzte, denn „ich bin ganz bei Ihnen“.

Es fehlte nur, dass die Journaille, die die Nation rund um die Uhr mit überflüssigen und pietätlosen Details auf dem Laufenden hielt, mit einer Schlagzeile à la „Warum wir alle Airbus sind“ aufgewartet hätte. Das Wir nämlich hat es ihr angetan, nicht erst seitdem Bild der Titel „Wir sind Papst!“ gelang. Vom Spiegel bis zur Apotheken-Umschau, vom Göttinger Tageblatt bis zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird das Wir-Gefühl wachgerufen: „Jetzt holen wir uns den WM-Titel!“, „Der globale Kampf ums Erdöl – Warum wir die Energiewende brauchen“, „Wie wir Opel wurden“, „Warum wir Deutschland mögen“, „Wie uns der Fußpilz quält“ und so weiter und so fort …

 Wir sind alle Deutschland

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Fotoquelle: Wikipedia – Author http://de.uncyclopedia.org/wiki/Benutzer:MatthiasM.

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Blendend kompetent

Erstellt von DL-Redaktion am 16. April 2015

Manuela „La“ Schwesig

Aus der Reihe:

SCHURKEN, DIE DIE WELT BEHERRSCHEN WOLLEN

Von Peter Köhler

Zeitgemäß frisierte Politik braucht kein Programm, das einem Politiker eines Tages schwer an den Beinen hängt. Wichtiger als Inhalte sind das sympathische Gesicht oben am Kopf, ein paar schöne, leicht verdauliche Satzbausteine für die Medien und für den Wahlkampf eine luftige Parole, die auf alles passt. Die CDU hat sich dafür das Modell Merkel geschaffen.

Die SPD arbeitet noch daran, nachdem das Modell Steinbrück sich selbst zu Schrott gefahren hat. Das alte Format Steinmeier ist einigermaßen abgenutzt, das Muster Oppermann bereits jetzt angekratzt, das Fabrikat Hannelore Kraft ein Auslaufmodell, die Maschine Gabriel zu dick. Edathy hat sich selbst entwurzelt, Torsten Albig ist zu torstig, Malu Dreyer, Stephan Weil et. al. haben außerhalb ihrer Bundesländer keinen Namen.

Manuela Schwesig hat diese Lage rechtzeitig erschnuppert. 1995 zog sie mit einem ihr hervorragend stehenden Diplom in Finanzwirtschaft ins Finanzamt Frankfurt (Oder) ein, schob sich 2000 flott zurechtgemacht ins Finanzamt Schwerin vor und rückte 2002 super gestylt ins mecklenburgische Finanzministerium vor. Da war sie gut gewachsene 28 und verband sich 2003, mit 29, mit der als Regierungspartei topattraktiven SPD.

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber PhilFS

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