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RENTENANGST

Abzock-Reform

Erstellt von DL-Redaktion am 25. September 2010

Gesundheitsreform – Abzock-Reform – Krankheitsreform
Politiker – Ärzte – GKV – ein Profitunternehmen!

Datei:Elektronische Gesundheitskarte Mustermann VS.svg

Die Gesundheitsreformen sind zurzeit wieder einmal sehr aktuell. Ständig sehe ich Talkrunden oder Beiträge zu diesem Thema und wenn ich ganz ehrlich bin, dann sollte man das ganze Gesundheitssystem einmal in die Luft sprengen und wieder bei Null anfangen, denn so wie jetzt kann es einfach nicht weiter gehen.Der wirklich interessanteste Bericht war wieder einmal auf meinem Lieblingssender Phönix zu sehen, wo eindeutig gezeigt wurde, wie der MDK sich über Gesetze hinweg setzt. Ja, es wurden extra Fragen vorher persönlich an den MDK gesandt und ein Gesprächstermin mit dem Sender vereinbart, doch oh Wunder, wie immer: „ Dieses Thema haben wir für heute keine Unterlagen da!“ Damit war Ende der Diskussion und die Reporter mussten sich Wohl oder Übel geschlagen geben. Es ist Unfassbar, dass sowohl der MDK, als auch die GKV´s einfach das Thema wechseln oder sich ausschweigen, wenn ihnen Fragen zum Thema Finanzen und anderen Dingen gestellt werden, die ihnen ungemütlich erscheinen, denn man könnte ja versehentlich etwas von seinen Machenschaften Preis geben und das würde ja Verlust bedeuten, geht also gar nicht.Somit steht für mich ganz klar fest, dass sie alle doch etwas zu verbergen haben, ansonsten würden die wehrten Menschen auf ihren Positionen etwas Preis geben, oder?!Das sind Gesetze, an die wiralle uns halten müssen.Doch wer hält sich tatsächlich an die Gesetze? Natürlich nicht alle, denn sonst hätten wir ein verkehrtes System, wo die Politiker und die anderen Menschen, uns „Fußvolk“ (sorry für die Formulierung) nicht unterdrücken, beschimpfen, beleidigen und vor allem abzocken könnten, ist doch so. Mag an dieser Stelle für manch einen ironisch klingen, ist aber bitterer Ernst, leider.Ich selber hatte vor einigen Jahren eine schwere Meningitis, meine Tochter war gerade 9 Monate alt und ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, ob ich dies Überleben würde. Doch ich hatte Glück, denn sonst würde ich ja heute nicht schreiben. Nun gut, mein behandelnder Doc sagte mir damals, dass ich dringend eine Kur benötigen würde, um wieder auf die Beine zu kommen. Allerdings wollte ich meine Tochter mitnehmen und genau dies wurde mir zum Verhängnis, abgelehnt, mit der Begründung: „Ihre Tochter ist ja Gesund, also brauchen sie keine Mutter – Kind – Kur!“ Damals gab ich recht schnell auf, leider und quälte mich also noch Wochenlang herum, bis ich wieder einigermaßen fit war.Zusammenreißen, war in dieser Zeit für mich das Unwort, denn ich bekam es überall zu hören, was auch die Jahre danach bei mir sehr prägten. Einige Monate zuvor hatte man bei mir auch noch eine Epilepsie diagnostiziert, also war doch alles in bester Ordnung laut der Ärzte und vor allem laut GKV. 16 Jahre lang, wurde ich mit Medikamenten voll gepumpt, probieren sie mal die oder mal die. Immer wieder traten Nebenwirkungen auf, gegen die ich dann wieder neue Pillen bekam, oder keine untersuchte die wirkliche Ursache. Oder kamen meinerseits Beschwerden, denn es gab natürlich immer mehr Nebenwirkungen, oder sogar Wechselwirkungen, doch der Kommentar der Ärzte war: „Was ist ihnen lieber Epilepsie oder die paar Nebenwirkungen?“ Ich hatte also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Dummerweise gab ich mich wieder geschlagen, bis zu einem Zeitpunkt, wo ich fast einen allergischen Schock bekam, also wies ich mich selber in ein Krankenhaus ein. Folge, noch zwei Tage länger und sie wären nicht mehr unter uns. Nun begann ich meinen Kampf auf zu nehmen, doch leider nicht sehr erfolgreich, denn irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass irgend etwas nicht stimmte, ich machte sogar Aufzeichnungen, über Wochen, brachte diese sogar zu einem Internisten, ich denke er hat sie noch nicht einmal gelesen. Langsam aber sicher, wurde ich immer wütender, ja sogar aggressiver. Man schob es immer auf meine Epilepsie und die Tabletten, die würden mein Wesen verändern, die Tabletten seinen veraltet, ach was bekam ich nicht alles zu hören. Zu Guter letzt, war ich soweit, dass ich fast freiwillig in eine Klapsmühle gegangen wäre, weil ich einfach nicht mehr konnte. Ich wurde immer nervöser, gleichzeitig immer mehr Müde, mein Gewicht ging in Halbjahres Rhythmus rauf und runter, mal 20 kg zugenommen, dann wieder 25 kg abgenommen, dann wieder zu, heute bin ich gerade wieder einmal am abnehmen, allerdings ungewollt, das haben alles die verdammen Tabletten ausgemacht und machen es noch, nur nicht mehr ganz so schlimm.Warum? Ganz einfach, weil die Ärzte (hatte wohl die falschen), der Ursache nie wirklich auf den Grund gingen. Den Höhepunkt hatte ich dann 2009, als meine Epilepsietabletten wieder einmal umgestellt wurden. Ein in der Nähe ansässiger Neurologe, verordnete mir dann binnen 8 Wochen 5 verschiedene Epilepsietabletten. Ich kann an dieser Stelle nur sagen, ich habe überlebt, wieder einmal, denn die allergischen Reaktionen haben mich fast verrückt gemacht, kein vernünftiger Schlaf mehr, Hautjucken Tag und Nacht, ich war nur noch schlapp und müde. Zum Schluss hatte ich aufgrund dessen sogar meine Freunde verloren, die nichts mehr von all dem hören wollten (bis auf wenige), eine Isolation und somit Depressionen kam hinzu, dass ich schon fast überlegte, soll ich vom Balkon springen oder Schlaftabletten nehmen? Leider muss ich an dieser Stelle sagen, aber ich habe es ja nicht gemacht, aber der Gedanke war damals leider da. Dann kam der Zeitpunkt, wo ich zum Doc ging und sagte:“ Entweder ich bekomme meine alten Medis wieder oder ich nehme gar keine mehr!“ Die beste Entscheidung meines Lebens, zeitgleich beantragte ich eine Reha, diesmal bekam ich sie, Druck machen zahlt sich eben doch aus. Von diesem Zeitpunkt an ging es stetig Bergauf und heute kann ich sagen, dass es mir sogar sehr gut geht. Inzwischen habe ich so vieles erreicht, durch nachhaken und nicht aufgeben und ein Arzt ist endlich nach sage und schreibe 16 Jahren dahinter gekommen, wo mein Problem liegt und es wird behandelt, richtig, muss ich sagen und seit dem kann ich wieder schlafen und es geht mir super. Doch wenn ich all dies Revue passieren lasse, dann könnte ich noch heute vor Wut in die Tischkante beißen (das autogene Training hält mich davon ab). Es kann doch einfach nicht angehen, dass auf Kosten solch unfähiger Ärzte, MDK ´s und GKV die Menschen so leiden müssen? Und ich bin sicherlich kein Einzelfall. Warum sind die Ärzte einfach nicht mehr in der Lage vernünftige Diagnosen zu stellen, anstatt einen von Hinz nach Kunz zu schicken? Die Ärzte haben Jahrelang viel zu viel Geld verdient und die Patienten haben auch nie nachgefragt, so sehe ich es, denn es ging mir ja selber so. Inzwischen höre ich die meisten Ärzte nur noch jammern, mein Budget, es kotzt mich einfach an, denn meine Rechnungen und die vieler anderer, sieht die jemand? Sicher nicht! Ja, man will es nicht sehen.Doch die ganze Bürokratie hat im Laufe der Jahre immer mehr zugenommen, so dass einige Ärzte einen einfach nicht behandeln, wie bei meinem Hörsturz in 2007, als mir mein damaliger Hausarzt die Infusionen verabreichen sollte und mich einfach zurück wies: „ Das mache ich nicht!“ Erst viel später erfuhr ich, dass es zu viel Arbeit machen würde, Papierkram. Diesem Arzt habe ich direkt nach seiner Verweigerung die rote Karte gezeigt und bin gewechselt. Gott sei Dank ist kein allzu großer Schaden entstanden, da ich direkt wieder zu meinen HNO Arzt ging, der die Behandlung super machte. Ich werde mich nie wieder auf solch einen Hickhack einlassen, denn es ist schließlich meine Gesundheit. Doch wie sieht es bei unseren Politikern oder Beamten oder zumindest bei den Menschen aus, die Privat versichert sind, ja die brauchen sich diese Gedanken nicht zu machen, denn sie werden ja bevorzugt behandelt, oder wie erklärt sich sonst, dass ich als damalige Zahnarzthelferin immer fragen musste: „Welche Krankenkasse haben sie?“ Ganz einfach, danach richtete sich die Vergabe der Termine, denn die Privatpatienten wurden regelrecht hofiert, während die Kassenpatienten, wenn sie denn nicht zu bezahlten und das war bestimmt nicht wenig, bzw. wird immer mehr, wie Menschen dritter Klasse behandelt wurden und werden, denn es wird immer schlimmer.In all diesem Chaos mischt der MDK ganz kräftigt mit, denn der MDK hat eine ganz wichtige unwichtige Position.Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in einem Bundesland (Arbeitsgemeinschaft). Darüber hinaus berät er die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in allgemeinen medizinischen Fragen (z. B. indem er dem Gemeinsamen Bundesausschuss zuarbeitet). Zur Bearbeitung von länderübergreifenden Grundsatzberatungsaufgaben wurden verschiedene Kompetenz-Centren gegründet, z. B. für Psychiatrie und Psychotherapie (KCPP), für Onkologie (KCO) und für Geriatrie (KCG). Außerdem gibt es länderübergreifend arbeitende Sozialmedizinische Expertengruppen (SEG) der MDK-Gemeinschaft, z. B. die „SEG 5 – Hilfsmittel und Medizinprodukte“. Der MDK ist eine in der Regel auf Landesebene von den Landesverbänden der Krankenkassen gegründete Arbeitsgemeinschaft (§ 278 SGB SGB V). Es gibt dem entsprechend 15 MDK. Diese Arbeitsgemeinschaften sind in den alten Bundesländern mit Ausnahme Berlins rechtsfähige Körperschaften des öffentlichen Rechts, in den neuen Bundesländern sind die Medizinischen Dienste als eingetragene Vereine, also in einer privatrechtlichen Rechtsform organisiert. Der MDK unterliegt der staatlichen Aufsicht (§ 281 Abs. 3 SGB V). Die Ärzte des MDK sind jedoch bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben ausschließlich ihrem ärztlichen Gewissen unterworfen und nur im Übrigen weisungsgebunden (§ 275 Absatz 5 SGB V). Der MDK Hessen führte in 2009 462.043 Begutachtungsleistungen im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen durch, darunter 129.054 Begutachtungen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. 136.933 Begutachtungen wurden in 2009 in Hessen im Auftrag der gesetzlichen Pflegekassen durchgeführt. 724 Pflegeeinrichtungen wurden in 2009 vom MDK Hessen geprüft. Der MDK Hessen beschäftigte im Januar 2010 161 Ärzte, 88 Pflegefachkräfte, insgesamt 529 Personen. Der MDK soll als sozialmedizinisches Beratungsorgan der Kranken- und Pflegekassen medizinischen Sachverstand in das System einbringen und gleichzeitig sicherstellen, dass alle Versicherten der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen bei bestimmten Leistungsfällen medizinisch neutral und nach gleichen Kriterien beurteilt werden (Gleichbehandlungsgrundsatz). Aufgrund der Unabhängigkeit des Medizinischen Dienstes von einzelnen Kranken- und Pflegekassen wird die sozialmedizinische Beurteilung des Versicherten gleichzeitig dem Wettbewerb der einzelnen Kassen(arten) entzogen. Auf Bundesebene koordiniert und unterstützt der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) die Aktivitäten der Medizinischen Dienste der einzelnen Landesverbände. Er betreibt Forschung und berät die Bundesorganisationen der Krankenkassenverbände. Der MDS fördert die Umsetzung von beschlossenen Richtlinien über die Zusammenarbeit zwischen Kassen und den Medizinischen Diensten (MDK).(Quelle Wikipedia)Das soll heißen, dass der MDK irgendwann zu unseren Ungunsten ins Leben gerufen wurde, damit die GKV`s Milliarden an Geldern an den MDK zahlen müssen und wir wundern uns, wo die Kassen das Geld verprassen?! Nun gut, es geht sicherlich auch genügend Geld in die Pharmaindustrie, alleine dieser Teil wäre schon wieder einen alleinigen Bericht wert. Fakt ist jedenfalls, dass die Tabletten, die auf dem Markt sind locker um 2/3 reduziert werden könnten und es uns trotzdem noch super gut ginge. Doch wenn ich dann Beispiele höre, wo alte Menschen mit etwa 9 Pillen in ein Krankenhaus kommen und es mit einer Medikation von 17 Pillen wieder verlassen, dann fällt mir rein gar nichts mehr ein. Muss das denn alles sein? Ich finde, dass unsere Politiker gerade an diesen Stellen einmal ganz kräftig die Daumenschrauben anziehen sollten, doch warum tun sie dies nicht, ganz einfach, weil sie selber davon profitieren. Ich habe eine Stinkwut im Bauch, wenn ich all diese Ungerechtigkeiten sehe, aber kein einziger Politiker sich dazu berufen fühlt, dem Ganzen endlich mal ein Ende zu bereiten. Klar würde ich das verdienen, was ein Politiker so verdient und dazu muß man nicht unbedingt MDB sein, dann würde ich vielleicht auch so denken wie diese Torfnasen, aber ich bin nicht so, weil ich für Gerechtigkeit und für Gleichheit und vor allem für Menschlichkeit bin. Aber gerade diese Eigenschaften scheinen unseren Politikern zu fehlen, denn sonst wäre sie nicht so habgierig, Skrupellos, Machtgeil und vor allem nur auf sich bezogen, also kurz gesagt: Purer Egoismus! Falls an dieser Stelle jemand ein Gesamtwort für all dies parat hat, kann er oder sie gerne seine/ihre Meinung Kund tun.Zu guter Letzt sollte man auch noch hinzufügen, dass sicherlich nicht alle Menschen so sind, aber der Sog der Gesellschaft verhindert es auch nicht gerade, dass wir Menschen so sind wie wir sind. Nur wenige heben sich daraus hervor, doch leider gehen sie in der Masse der Gesellschaft oft unter oder man kann sie wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen.Doch sollten sie solchen Menschen begegnen, dann freuen sie sich, es sind die Besten!—————————————————————————————————————–
Grafikquelle:

Quelle Eigenes Werk
selbst erstellt nach einer Vorlage des Bundesministeriums für Gesundheit; Allgemeine Informationen zur eGK: Die elektronische Gesundheitskarte
Urheber Lumu (talk)

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Herbstzeit

Erstellt von DL-Redaktion am 25. September 2010

Herbstzeit – trübe Zeit – Kürbiszeit – Kuschelzeit

Der Herbst hat uns fest im Griff. Wir merken es daran, dass sich die Blätter in sämtlichen Farben darstellen und die Abende wieder länger werden und vor allem daran, dass es um einiges Kühler geworden ist.

Ja, in den vergangen Tagen hatten wir ein Traumwetter, aber die Nächte hatten es schon ganz schön in sich.

Vor einigen Tagen, es war toll, ich saß bei herrlichem Sonnenschein in einem Cafe und ließ mich von den Sonnenstrahlen verwöhnen, als mir ein älterer Herr, der mit am Tisch saß, denn es war überfüllt, erzählte, wie er den Morgen begonnen hatte:

Der Mann war Frühaufsteher und ging wohl regelmäßig morgens auf seinen Balkon, um die Morgenluft zu genießen, zumindest war es an diesem Morgen so.

Als er auf seinem Balkon stand, konnte er das Ahrtal in seiner gesamten Friedlichkeit und Schönheit überschauen. Denn in der Herbstzeit, liegt oft in den frühen Morgenstunden ein Nebel über dem Tal und wenn sich dann so langsam die ersten Sonnenstrahlen hervor kämpfen, während im Tal der Nebel liegt, stockt einem der Atem. Ich kenne diesen Anblick, man kann dann nur ganz ruhig da stehen und staunen zu was die Natur fähig ist. Es ist ein Schauspiel, welches man sich wirklich als Bild einprägen sollte.

Die Ruhe, die von diesem Szenario ausgeht, übertrifft alles, denn man muss sich vorstellen, dass noch nicht allzu viele Menschen unterwegs sind und somit verstärkt sich dieses Bild der Ruhe, nur geringer Verkehrslärm, die Vögel zwitschern und hier und da werden die Menschen langsam wach. Man kann also regelrecht mitbekommen, wie ein Tal erwacht.

Doch diese Momente haben wir im Herbst nicht immer.

Viele Menschen mögen den Herbst nicht, die Straßen werden rutschig, da überall Laub auf die Straßen fällt, nun gut man muß sich nur mit der Fahrweise anpassen, dann ist diese Zeit gar nicht mehr so schlimm. Ich selber fahre mit Ruhe und seit dem ich das mache, komme ich viel entspannter zu meinen Zielen. Versuchen sie es einfach mal!

Was auch viele Menschen stört, ist der oftmals dichte Nebel, gerade für die Autofahrer, auch hier wieder Fuß vom Gas und man kommt sicher an.

Für viele alte Menschen ist es die Zeit der Einsamkeit und der Depressionen, leider.

Doch warum sind viele alte Menschen dann so bekümmert und einsam? Ganz einfach, weil die Familie sich viel früher in ihr Heim zurück zieht oder vielleicht einfach nicht so viel Lust hat, bei schlechterem Wetter vor die Tür zu gehen. Klar trifft dies nicht auf alle Menschen zu, ich will hier nicht alle über einen Kamm scheren, dass würde ich mich nicht wagen, aber dennoch geht es viel zu vielen Menschen so. besonders schlimm ist diese Zeit für die Menschen in den Altersheimen. Daher sehen wir auch in dieser Zeit so viele Todesanzeigen, leider.

Ich selbst habe in dieser Zeit, abends Kerzen an, um es mir behaglicher zu machen. Genauso, hänge ich gerne Lichterketten auf, um die Atmosphäre noch heimeliger zu gestalten.

Dann kuschle ich mich entweder unter meine Decke auf das Sofa oder ich schreibe halt.

So komme ich erst gar nicht auf trübselige Gedanken. Auch macht die Dekoration sehr viel aus. Überall wo ich hin sehe, Kürbisse; groß, klein, mittel, Orange, Grün, Gelb usw. in skurillsten Formen oder oft auch bemalt, mit lustigen Gesichtern.

Ich liebe diese Zeit, denn die Menschen geben sich irgendwie einfach mehr Mühe, ihre Häuser und Wohnungen mit schönen Dingen zu gestalten, damit sie es einfach schöner haben. Die Fenster sind mit wunderschönen Bildern geschmückt und laden einfach mal zum stehen bleiben und genießen ein.

Wenn sie einmal einen Spaziergang machen, dann schauen sie mal genauer hin, Strohballen mit bunten Kürbissen sind vor manchen Türen platziert, einfach nur schön.

Den Höhepunkt erreichen wir dann mit Halloween, klar es ist aus Amerika zu uns herüber geschwappt, wie viele andere Dinge auch, aber ich liebe Halloween. Irgendetwas faszinierendes geht von Halloween aus, ich kann es hier zwar nicht beschreiben, aber alleine das Dekorieren und dann am 31. Oktober, wenn die Kinder durch die Dörfer ziehen: „Süßes oder Saures!“ Das Leuchten in den Kinderaugen, gibt mir hundertmal mehr wieder, als manch andere Dinge. Kinder sind halt auch unsere Zukunft und daran sollten wir jeden Tag denken. Und mit solchen Kleinigkeiten können wir auch unseren Kindern etwas zurück geben. Besonders schön finde ich auch die Kostüme, die Kids geben sich soviel Mühe. Es gibt inzwischen regelrechte Halloweenfeten, die mit aller größter Spannung erwartet werden, zumindest kenne ich es von meiner Tochter so. Manchmal stelle ich mir schmunzelnd die Frage: „Wer ist eigentlich aufgeregter, die Kids oder ich?“ Bei uns hier folgen dann sofort die St. Martinsumzüge, mit all den selbst gebastelten Laternen und immer wieder große Kinderaugen. Es sind Traditionen, die festgehalten und somit an unsere Kinder weitergeben werden und das ist auch gut so. Bei uns werden die Straßen, durch die die Kids mit ihren Laternen ziehen und dabei singen, mit bunten Lichtern geschmückt. Leider gibt es auch hier wieder Menschen, die dabei maßlos übertreiben müssen, es ist eine Art Wettbewerb geworden, tztz. Aber man kann daran sehen, dass selbst ältere Menschen dann irgendwie wieder fast zu Kindern werden. Man kann es also so oder so sehen.

Gerne setzen wir uns in dieser Zeit auch öfter einmal mit Freunden zu einer gemeinsamen Tasse Kaffe zusammen, nur um einen Klönschnack zu halten, für alle hier, dieser Begriff stammt aus Norddeutschland und ich verwende ihn lieber als Tratschen oder Beisammen sitzen, es klingt einfach besser.

Nun gut, der Herbst ist für mich auch eine Zeit, in der ich sehr gerne lese oder stricke, es sind Dinge, für die ich irgendwie im Sommer nicht soviel Zeit habe. Gut ich lese auch auf meinem Balkon im Sommer, aber im Herbst ist es irgendwie anders, intensiver.

Überlegen sie doch einfach mal, welche Dinge sie lieber im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter machen? Es sind Unterschiede da.

Im Herbst erledigen wir unsere Sachen oft auch etwas langsamer, weil wir einfach durch die längeren Abende mehr Zeit haben, zumindest geht es mir so und sicherlich dem einem oder anderen auch.

Wir sollten uns auf jeden Fall mehr Zeit für uns gönnen. Ich bin ehr ein Mensch der duscht, im Sommer sowieso, doch im Herbst oder auch Winter bade ich gerne mal, ich mache mir dann, meist sonntags, einen Wellnestag. Ich zünde eine Kerze an, mache es kuschelig warm, lege das Telefon weit weg, nehme noch ein gutes Buch zur Hand und der Wellnestag kann beginnen. Eine gezielte Körperpflege mit allem Drum und Dran ist einfach Balsam für die Seele. Versuchen sie es einfach mal, es ist ihre Zeit, ihr Wohlfühlen und ihre Entspannung. Ihr Körper und ihre Seele werden es ihnen danken, denn die Ruhe, die zumindest mich dabei überkommt ist einmalig. Gut, es gibt Mütter mit Kindern, die nicht diese Zeit und Muße haben, aber vielleicht gönnen diese Mütter, die es in meinen Augen besonders nötig haben, mal einige Stunden ohne Kinder ( bei einer Freundin oder Großeltern abgeben, es findet sich sicherlich jemand) und dann vielleicht mit dem Mann, Freund oder er besten Freundin einen Tag in der Sauna oder im Welnessbereich.

Was auch immer, wenn man einmal richtig schaut, dann gibt es ganz viele Möglichkeiten.

Auch zu bedenken sind natürlich die Menschen, die nicht so viel Geld haben, aber machen sie doch einfach mal einen netten Spieleabend mit Freunden, bei Federweißem und Zwiebelkuchen oder anderen. Oder machen sie einfach einen gemütlichen Spaziergang mit einer Freundin oder Freund. Meine Oma sagte immer: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!“ Recht hat sie, im Winter gehen wir doch auch im Schnee spazieren Ski laufen oder mit den Kids rodeln, es ist die Kleidung. Nur aus irgendeinem Grund gehen wir Menschen bei Regen und Sturm nicht so gerne vor die Haustür. Es sei denn, sie sind Hundebesitzer, dann ist es anders. Doch warum brauchen wir Tiere, um vor die Haustüre zu gehen? Klar, Tiere geben sehr viel wieder und machen uns das Leben manchmal chaotischer, aber doch immer noch am schönsten. Gerade heute hat mir noch eine Bekannte erzählt, dass sie genau aus diesem Grund, damit der Sohn und auch der Mann etwas mehr hinaus kommen und selbstsicherer werden, einen Hund zulegen wollen. Auch möchte sie einen Hund, damit sie ruhiger werde. Da habe ich mir die Frage gestellt, warum braucht sie dafür einen Hund? Sie sollte es doch auch alleine schaffen?! Klar Tiere, vor allem Hunde gehören zu unserem Leben, es sind einfach treue Gefährten, sie geben keine Wiederrede, hören sich alle unsere Sorgen an, doch warum holen sich manche Menschen aus den falschen Gründen einen Hund? Die Hunde haben auch eine Seele, sie sind verwundbar und wollen gestreichelt werden, Gassi gehen und einfach nur einen Gefährten fürs Leben haben. Warum haben Menschen den Drang, oft aus falschen Gründen etwas zu tun? Warum gehen manche Menschen nicht einfach hin und holen sich einen Hund oder anderes Haustier, einfach nur, weil sie dem Tier ein schönes Leben bieten wollen, mit Ruhe, Zuneigung und viel Streicheleinheiten? Okay, Doch die ich bin ein wenig abgeschweift, aber auch diese Dinge gehören zu unserem Leben, es sind einfache, aber effektive Möglichkeiten, die so vielfältig sind, wir sie nutzen sie nur leider nicht oft genug oder haben aus finanziellen Gründen nicht die Möglichkeit, wie auch immer. Sollte ich etwas vergessen haben, sehen sie es mir nach, sonst könnte ich womöglich 10 Seiten oder mehr schreiben.

Also versuchen sie doch dem Herbst auch einmal die guten Seiten abzugewinnen, denn es lohnt sich manchmal etwas genauer hin zu schauen und zu genießen.

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Grafikquelle : Auwald entlang des Tarvasjõgi in Estland


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Menschen wie du & ich

Erstellt von DL-Redaktion am 23. September 2010

Menschen wie du und ich – Leben und leben lassen!

DIE LINKE Bundesparteitag 10. Mai 2014-2.jpg

Gibt es wohl heute kaum noch -zumindest unter den PolikernInnen nicht
alles nur Beute-Germanen und somit nicht wählbar

Heute war ich einkaufen und bin dabei an der Kasse auf einen alten Mann getroffen. Wir kamen gleichzeitig an der Kasse an, ich ließ ihm den Vortritt, was den Mann dazu bewegte sich bei mir zu bedanken. Als ich ihm mitteilte, dass ich Zeit hätte und somit mir keinen Stress mehr antun würde, kamen wir ins Gespräch. Während wir die Lebensmittel auf das Band legten, teilte er mir mit, dass dies viel zu wenig Menschen machen bzw. so denken würden. Denn wenn wir viel mehr Ruhe im Umgang miteinander hätten, wenn viele oder alle so denken würden, dann wäre das Leben um einiges leichter. Der Mann hatte recht!

Ich habe in den vergangenen Wochen auch viel an meiner Einstellung geändert, seit dem passieren mir häufiger solche Situationen. Ich gehe mit den Menschen anders um und sie mit mir. Ich habe in den letzten Monaten häufiger solche Gespräche gehabt und ein wenig Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft tut keinem weh, doch es erleichtert uns allen das Leben gewaltig. Als der Mann bezahlt hatte, war er so in das Gespräch mit mir vertieft, dass er fast seinen Einkauf vergaß, wobei er sich einen Rüffel seitens der Kassierin  einhandelte: „Er solle doch nicht nur erzählen, sondern weiter gehen und seinen Einkauf mitnehmen!“ Klar muss die Frau auch ihren Job machen, doch es war nicht besonders viel los, also war diese Eile unnötig. Irgendwie ärgerte mich das, sagte allerdings nichts. Durch den Kopf ging mir nur, warte mal ab, wenn du alt bist und einmal beim einkaufen jemanden netten triffst, dann würdest du dich auch sicherlich freuen. Immer noch in Gedanken versunken an dieses Gespräch, ging ich meinem restlichen Einkauf nach. Doch nun sitze ich hier und schreibe diesen Bericht, da mir die Situation einfach nicht aus dem Kopf gehen will. Übrigens haben der alte Mann und ich uns dann noch ganz nett verabschiedet, was auch nicht selbstverständlich ist.

Eines weiß ich ganz sicher, wenn sich mehr Menschen für einander interessieren und einsetzten bzw. Rücksicht nehmen würden, dann hätten wir es wirklich viel einfacher.

Doch das Leben ist in Wirklichkeit ganz anders, denn wir leben in einer extrem Schnelllebigen Zeit und jeder ist sich doch selbst der  nächste. Das Ellenbogensystem regiert die Welt und wer da nicht mitzieht, der geht eben unter oder bekommt die gesamte Härte des Lebens zu spüren, leider.

Ich bin auf, ja wie soll man sagen, auf Umwegen zum Weg des anders Denkens geraten. Ich habe ein ganz tolles Buch gelesen, welches mir meinen Weg geebnet hat.

Es heißt: „Denken sie nicht an einen blauen Elefanten!“ von Thorsten Havener. Im Grunde ist es doch so simpel, denn viele Dinge die dort aufgeführt werden, kenne ich von früher, doch im Laufe meines Lebens habe ich sie ganz einfach vergessen. Oft sind es die Kleinigkeiten, für die wir einfach nicht mehr den Sinn oder den Blick haben. Oder wann haben sie oder sie einmal bewußt die bunte Farbenpracht der Blätter im Herbst wahrgenommen, denn die Sonne drauf scheint. Ich hatte dieses tolle Vergnügen heute auf meinem Rückweg und alleine dieses Bild, habe ich gespeichert, denn diese Farbenpracht haben wir halt nicht jeden Tag, besonders wenn die Sonne tief steht und den Zauber noch größer macht.  Und so hat jede Jahreszeit seine eigene Schönheit auf die eine oder andere Art und Weise. Und genauso wie ich die Natur sehe, so betrachte ich auch die Menschen, inzwischen mit ganz anderen Augen. Ich saß in einem Kaffee und konzentrierte mich auf das was um mich herum geschah, plötzlich hörte ich Stimmen und Gespräche viel intensiver. Ob mir das Gehörte auch gefiel, ist eine andere Sache. Aber machen sie einmal den Versuch, setzten sie sich irgendwo hin und schließen die Augen und dann nehmen sie ihre Umgebung plötzlich ganz anders wahr. Das Stimmengewirr was mich sonst vielleicht genervt hat, bekam plötzlich ein Bild und wenn man dann die Augen wieder öffnet und sich die Menschen genauer betrachtet, dann sieht man diese Menschen auch wieder mit ganz andern Augen. Plötzlich, sitzt eine Frau alleine an einem Tisch und führt Selbstgespräche, weil sie einsam ist. Oder ein älteres Ehepaar sitzt an einem anderen Tisch, die Frau schaut sich die anderen Menschen an und gibt ihren Kommentar ab und der Mann antwortet etwas ganz anderes, für mich ist es sehr interessant gewesen, denn plötzlich hatten alle diese Menschen eine Geschichte, ihre Geschichte, die sie uns unbewusst mitteilen. Was mich wieder zu dem alten Mann zurück kehren lässt, denn er war sicherlich froh, dass er sich mal für einen kurzen Moment seinem Leben zu entfliehen, er unterhielt sich mit jemand Fremden und ganz ungezwungen und ohne Vorurteile. Nicht nur dem alten Mann ging es so, denn ich ging richtig gut gelaunt aus dem Laden und war auch froh einmal ein ganz anderes Gespräch führen zu können. Hin- und Her gerissen zwischen meinen Gedanken, was soeben passiert war und meiner guten Laune, wurde mir bewußt, dass soeben etwas besonderes in meinem Leben passiert war, was mir auf meinem jetzigem Weg recht gibt. Somit haben wir beide davon profitiert, der alte Mann hatte einen schönen Abend und ich auch und wir beide haben sogar noch von einander gelernt. Vielleicht treffe ich ihn ja mal irgendwann wieder, ich würde mich auf jeden Fall freuen, denn er hatte viel zu Berichten. Allerdings ist es leider nicht immer so, denn die meisten Menschen hetzten und haben sehr wenig Zeit. Leider werden wir auch in solche Situationen hineingezwängt, denn wenn ich sehe, dass manche Menschen um ihre Existenz kämpfen oder wieder andere 2 oder 3 Jobs haben, um zu überleben, dann können sie oft gar nicht anders.

Doch wie soll eine alleinerziehende Mutter gleichzeitig mehrere Jobs, den Haushalt, die Kinder und noch so vieles andere bewältigen und sich dann noch beim einkaufen oder wo immer auch noch die Zeit und die Ruhe für ihre Mitmenschen nehmen? Sie ist wahrscheinlich schon in Gedanken wieder zu Hause, was sie noch alles erledigen muss. So ist doch die Realität. Durch immer schlechtere Arbeitsbedingungen werden wir doch tagtäglich in diese Situationen gezwungen und oft kommen wir nicht mehr daraus, die Folgen sind dann, Krankheiten, Wut beim Auto fahren, drängeln an der Kasse usw. Dies ist nur der Beginn einer doch endlos langen Liste, die man hier sehr lang weiter führen könnte, würde jedoch den Rahmen sprengen – die mittlerweile häufigsten Krankheiten sind inzwischen Burn – Out, Hörsturz oder sogar Depressionen, die aber meist nicht oder zu spät erkannt werden.  Und so macht unser System uns langsam aber sicher immer mehr kaputt, wenn wir uns nicht einmal bewußt daraus befreien und endlich Leben, bewußt Leben!

Diese Kleinigkeiten sollten wir uns einfach manchmal wieder ins Bewusstsein rufen, in dem wir vielleicht jemanden einmal beim Auto fahren vor lassen, oder an der Kasse, was haben wir denn dabei zu verlieren? Höchstens einige Minuten, die aber uns und auch dem/ der anderen das Leben erleichtert. Achten sie einmal darauf, wenn sie jemanden vorlassen, er/sie bedankt sich, klar auch nicht immer, aber vielleicht macht er oder sie es nächstes Mal auch so und so entsteht unbewusst eine Kettenreaktion, denn diese Situationen bleiben in unserem Unterbewusstsein hängen und wir reagieren oft beim nächsten Mal anders. Mir macht es sogar richtig Spaß, denn die Menschen lächeln einen plötzlich an oder grüßen ganz unverhofft und so kann ein ganz simpler Einkauf zu einem richtigen Erlebnis werden, von dem wir glücklich zurück kehren!

Versuchen sie es doch nächstes Mal.

Mit entspannten und fröhlichen Grüßen an alle!

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Grafikquelle :

Bundesparteitag DIE LINKE Mai 2014 in Berlin, Velodrom

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Die Macht der Frauen

Erstellt von DL-Redaktion am 23. September 2010

Mätressen – Geliebte – Ehefrauen –
die unbewusste Macht der Frauen

Lange Zeit galten die Mätressen, wie man die damaligen Geliebten oder „Gespielinnen“ denen Könige, Päpste, Fürsten oder Sultane erlagen, als verpönt.

Doch in Wirklichkeit galten gerade diese Frauen als die heimlichen Herrscherinnen, die sich durch Intelligenz, Leidenschaft aber auch Intrigen ihre Positionen bei bedeutenden Herrschen auszeichneten.

Ganz große Geschichten wurden durch berühmte Mätressen geschrieben, denn die Macht die sie ausübten, wurde von ihren Feindinnen erkannt, aber durch ihre Geschicklichkeit von anderen oft übersehen.

Und gerade wegen einiger berühmter Mätressen, ließen sich einige Herrscher in tragische Konflikte zwischen Krieg und Liebe verwickeln.

Noch heute gelten die Mätressen als Geheimnisvoll, aber auch als Intrigante Machtbesessene Frauen, die jedoch viel den Lauf unserer Geschichte beeinflusst haben.

Mätressen nannte man sie damals, heute werden sie Geliebte genannt und haben auch heute noch großen Einfluss auf die Männer. Doch durch die Umbenennung hat ihr Gewicht etwas an Bedeutung verloren, sollte man denken, doch sicherlich gibt es auch heute noch Geliebte, die ihren Politikern oder Staatsoberhäuptern mit Rat und Tat zur Seite stehen, doch wir bekommen es oft einfach nicht mit, da heute wesentlich diskreter Vorgegangen wird, es sei denn durch Zufall kommt irgendwo einmal etwas zu Tage. Oder es wird heute einfach anders umschrieben, denn heute wird eine Geliebte oft als Freundin vorgestellt, doch wenn diese Männer und/oder Frauen schon verheiratet sind, dann sind es zu Beginn doch immer erst die Geliebten, ob man es wahrhaben will oder nicht, es sei denn man lernt sich als Single kennen.

Besten Beweis dafür lieferten Charles und Camilla, von denen zwar alle wussten, doch welchen Einfluss Camilla in Wirklichkeit auf die politischen Ambitionen Charles hatte, wusste/ weiß keiner wirklich.

Fakt ist, dass die Mätressen und da gab es einige große, entscheidenden Einfluss auch auf politischer Ebene hatten, denn mit ihrer Verführungskraft konnten sie die entsprechenden Herrscher um den kleinen Finger wickeln und setzten so ihre Meinung durch und niemand merkte es.

Lange Zeit versuchte man die Spuren der Mätressen zu verwischen, denn die, die von dem Spiel der Mätressen wussten, wollten auf gar keine Fall dulden, dass die eigentliche Politik von den Frauen gemacht wurde, so etwas durfte es einfach nicht geben, daher gelten auch die Entscheidungen dieser Herrscher, als ihre eigenen Meinungen, während es aber in Wirklichkeit die Macht der Mätressen waren, die ihren Willen unbewusst beeinflussten. Daher die Vertuschungsversuche, aber recht erfolglos, wie man doch sieht.

Irgendwie umgibt die Mätressen noch heute etwas Mystisches, ja Geheimnisvolles, denn irgendwie umgibt sie eine Art Zauber, den man nur schwer erahnen kann. Nur eines steht fest, dass diese berühmten Mätressen, etwas besonders an sich hatten, denn sonst hätten sie niemals solch großen Einfluss auf die Geschichte und ihre Länder gehabt.

Eine sehr berühmte Mätresse war, die Diane – die Kurtisane, die im 16. Jahrhundert am französischen Hofe, bei König Franz I, sich für ihren Mann einsetzten wollte und schließlich daraus ihre Vorteile zog. Der König und die Gräfin verlieben sich, doch eine Frau erkannte die Intrigen und wurde zur Erzrivalin, doch auch sie sollte dem Glanze von Diane nie heranreichen. Später wurde Diane die Geliebte des Königs Heinrich II, der später unter mysteriösen Umständen ums Leben kam und erst dann konnte Königin Katherina von Medici sie des Hofes verweisen, sie starb später zurückgezogen in einem Schloss, doch ihren Glanz verlor sie nie und sie hatte vieles zum Guten bei Hofe verändert.

Auffallend an allen Mätressen ist übrigens, dass sie immer ihre Kinder Einflussreich verheirateten und somit ihnen den Weg zu weiterem Ruhm und Macht verhalfen.

In einem anderen Kapitel war es nicht ganz so leicht, denn zu Zeiten König Ludwig des XIV, dem Sonnenkönig, war es nicht selbstverständlich, dass dieser sich Mätressen zuwandte, es wurde verpönt, doch Ludwig der XIV setzte sich ganz einfach über christliche Moral und das staatliche Gesetz hinweg, sehr zum Ärgernis anderer natürlich. Louise de la Valière hielt aber dem Druck nicht stand und ging später ins Kloster. Ihre Freundin Madame de Montespan (1641 – 1707) hatte da weit weniger Hemmungen, die Freundschaft zu ihren Gunsten und dem Schaden von Louise auszunutzen. Sie war der Ansicht, der König brauche eine ihm ebenbürtige Mätresse. „Er ist es seinem Volk schuldig, die schönste Frau des Hofes zur Mätresse zu nehmen“, sagt sie. Und mit der schönsten Frau meint sie natürlich sich selbst. Das sie und auch der König dabei verheiratet waren, störte sie ebenso wenig.

Madame de Montespan gelang es die Gunst des Königs zu erobern, doch Schönheit alleine reichte bei weitem nicht, mit Witz, Charme, Intelligenz und vor allem Rücksichtslosigkeit und Intrigen erobert sie sich einen festen Platz an der Seite des Sonnenkönigs. Ihr einziger Fehler war es, sich mit der falschen Frau zu verbünden, Madame de Maintenon, die wiederum sich mit der Königin verbündete und somit den Platz von Madame de Montespan einnahm, ja später brachte sie sogar noch König Ludwig XIV, dazu sie zu heiraten, zu damaliger Zeit ein riesen Skandal.

Erst die französische Revolution machte den Mätressen und natürlich auch dem König ein Ende, seine letzte Mätresse war, Madame Dubarry, die unter der Guillotine starb, wie viele andere auch.

Eine der einflussreichsten Mätressen, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts eine Sklavin, die eigentlich gar nicht die Mätresse des Sultans werden wollte, allerdings mit viel Geschicklichkeit ein das gesamte System in einem Palast durcheinander brachte. Die ukrainische Sklavin Roxelana kam an den Hof, des damals mächtigsten Herrschers seiner Zeit, dem Sultan Süleyman der Prächtige, der einen Harem und somit eine bestimmte und feste Tradition in seinem Palast hatte, die niemals verändert werden durften. Wer sich dem Wiedersetzte, wurde hart bestraft. Hunderte Frauen wurden jahrelang dafür ausgebildet, um von dem Sultan als Konkubine erwählt zu werden. Ja es wurde sogar festgelegt mit welcher Konkubine der Sultan sein Reich regieren sollte, doch Roxelana faszinierte den Sultan so sehr, dass er all diese festgelegten Sitten über Board warf, natürlich sehr zum Ärger seiner anderen Frauen, die Roxelana doch geschickt aus dem Rennen warf. Roxelana verstand viel von Kunst, schrieb Gedichte und stand dem Sultan mit Rat zur Seite, wofür sie von ihm geliebt wurde. Orientalische Frauen wurden ausschließlich als auf ihre laszive Ausstrahlung reduzierte Nymphen dargestellt. In Wahrheit kam es, eingeleitet von Roxelana, zu einem in der islamischen Welt einzigartigen Vorgang: Haremssklavinnen erlangten ein Jahrhundert lang die Herrschaft über das Osmanische Reich. Während des „Sultanats der Frauen“ wurde hinter den Mauern des Harems in Istanbul Weltgeschichte geschrieben. Erst 1909 wird der Herrscherharem endgültig aufgelöst, dem noch ungefähr 500 Sklavinnen angehörten. Sie beendeten ihr Leben als tragische Jahrmarktsattraktionen in Westeuropa. Roxelana aber hatte vorgesorgt und ihrem Sohn den Weg zur Macht bereitet, bevor sie 1558 starb. Sie war sicherlich die Einflussreichste Mätresse ihrer Zeit.

Eine Mätresse soll hier noch erwähnt sein, die seitens der Kirche noch heute verleugnet wird, oder man versucht es zumindest, denn sie war die Mätresse des Papstes. Julia Farnese, deren Mamorstatue noch heute neben dem Hauptaltar im Petersdom zu Rom ist, birgt das eigentlich größte Geheimnis unserer Geschichte. Noch heute empfindet die katholische Kirche diese Statue als kompromittierend und würde dieses Kapitel ihrer Geschichte am liebsten aus der Welt schaffen. Aber es geht nun einmal nicht und deswegen ist diese geheimnisvolle Statue eines des Bests gehüteten Geheimnisse der katholischen Kirche, oder besser war es, oder sie schweigen es tot, da kann man sich aussuchen was man will. Fakt ist, das Julia Farnese zur Zeit der Renaissance die Mätresse des Papstes war und sogar Kinder mit ihm hatte. Doch der Reihe nach:

Dass selbst der Papst eine Mätresse und zahlreiche Kinder mit ihr hat, warf ein grelles Licht auf jene Epoche. Mit seiner Mätresse Vannozza lebt Papst Alexander VI. nicht Ausschweifung und Sittenlosigkeit aus, sondern etwas ihm ebenso verbotenes: ein Familienleben. Vannozza ist die Mutter seiner Kinder, darunter der heute noch berühmt-berüchtigten Cesare und Lucrezia. Als das Interesse des Papstes an Vannozza erlosch, legt er sich eine neue Mätresse zu, Julia Farnese, eine blutjunge Frau, bildschön und intelligent, was den Papst reizte und sie zu seiner Mätresse machte. In Rom wird sie nur „Giulia Bella“, die schöne Julia, genannt. Durch ihre Intrigen im Bett des Papstes begann der Aufstieg der Farnese von einem zweitrangigen Landadelsgeschlecht zur mächtigsten und reichsten Familie Roms. Um seiner schönen Geliebten zu gefallen, verhilft Alexander VI. ihrem Bruder Alessandro Farnese zu einem steilen Aufstieg, macht ihn zum Kardinal. 1534 wird dieser selbst Papst. Und ausgerechnet er macht den zügellosen Sitten der Zeit ein Ende. Er gründet die römische Inquisition und leitet die Gegenreformation ein.

So gesehen haben die Mätressen doch weit mehr Macht gehabt, als manch einem von uns bewußt war, denn diese Frauen hatten eines Gemeinsam, sie beherrschten einige unserer größten Herrscher und hatten somit doch mehr Einfluss auf den Lauf der Geschichte, als ihnen je bewußt war. Und noch heute gibt es Staatsmänner, die ihre Geliebten haben, von denen wir halt einfach nichts wissen, da es unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit geschieht, so gesehen sind die ungezügelten Zeiten sicherlich nicht vorbei, sie sind nur besser getarnt, wie jetzt, auch wenn es ein Mann mit einem Mann ausnahmsweise ist, Ole von Beust hatte auch seinen Geliebten verschwiegen. Es ist doch nun einmal fast egal, in unserem heutigen Zeitalter, ob Mann oder Frau, Geliebte/er, haben Einfluss auf das Leben unsere Politiker, Staatsoberhäupter oder was auch immer, nur merken wir es nicht so, es sei denn jemand macht es Öffentlich, wie nun Ole von Beust, oder hat es jemand vorher gewusst?

Fazit, die Mätressen oder Geliebten sind eine feste Einrichtung in unserem Leben immer schon gewesen und werden es wohl auch immer bleiben.

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Grafikquelle : Eva Braun und Adolf Hitler auf dem Berghof am Obersalzberg, 14. Juni 1942

  • CC BY-SA 3.0 deHinweise zur Weiternutzung
  • File:Bundesarchiv B 145 Bild-F051673-0059, Adolf Hitler und Eva Braun auf dem Berghof.jpg
  • Erstellt: 14. Juni 1942

 

 

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Gedanken zu Gorleben

Erstellt von DL-Redaktion am 19. September 2010

Gorleben – ein Fass ohne Boden –oder wie betreibe
ich falsche Politik. Eine Hommage an das Wendland – oder wie andere es nicht sehen

File:Anti-Castor-Demonstration Gorleben 20101106 i.jpg

Gorleben, ein sehr langes Thema, was die Medien und die Politik seit Jahrzehnten beschäftigt.

Doch wie sieht es wirklich aus? Bekannt wurde Gorleben durch sein damaliges „Dorf“ und die immer wiederkehrenden Demos gegen das Atomendlager, nur scheint und schien es die Politiker und wohl auch einige andere Personen herzlich wenig zu interessieren, was in den Bürgerinnen und Bürgern, die im Wendland leben vor sich geht. Die Menschen, die dort leben machen sich schon so lange Gedanken, um ihre Umwelt, ihre Kinder, die Böden usw.

Doch wie soll es weiter gehen? Naja, da wird doch mal großzügiger Weise nach 10 Jahren das „Unwort-Dorf“ Gorleben wieder neu aufgenommen und untersucht. Da überlege ich doch glatt, ob ich die Personen, die solche einen Mist erfinden, mal zur Rechenschaft ziehen sollte, denn es geht hierbei nicht nur um mal eben ein Unwort – Dorf, sondern es leben Menschen dort und diese werden dank solcher Idioten, die sich so einen Blödsinn ausdenken und das auch noch publik machen, herabgesetzt. Aber wen interessiert das schon, man ist ja nicht selbst betroffen?!

Ich kenne die Problematik sehr genau, denn als meine Familie in den 70-igern nach Lüchow zog, etwa 18 km entfernt von Gorleben, da war dort noch die Welt in Ordnung.

Ich wuchs dort auf, ging zur Schule und wurde Zeugin des Ganzen, als das Dilemma Gorleben begann. Denn damals zogen die Atomkraftgegener aus ganz Deutschland nach Gorleben, um ihren Unmut Luft zu machen, die meisten kamen um friedlich zu demonstrieren, doch einige wenige kamen auch um Krawall zu machen, genauso setzt es sich bis heute fort, die einen so und die anderen so. Ganz schnell hatte das Wendland den Ruf weg, die Chaoten, die machen doch nur Randale, falsch! Meist waren es die Auswärtigen, die sich mit Schlägereien gegen die Polizei durch setzten wollten, was natürlich alles folgen hatte.

Trotzdem heißt es noch heute, Gorleben, ja die Randalen! Inzwischen steht am Rande von Lüchow eine riesige Polizeikaserne, wenn wieder Demos sind, dann kann schnell gehandelt werden und genügend Polizei steht zur Verfügung. Diese Kaserne ist ein rotes Backsteinhaus, wenn man von Lüchow in Richtung Woltersdorf fährt, für mich hat es damit den Anblick von Lüchow kaputt gemacht und es ist sicherlich nicht mehr das Lüchow, was ich aus meiner Jugendzeit kenne. Schade!

Auch kann ich mich gut daran erinnern, dass wir damals, wie auch heute noch, immer wenn Demos angekündigt wurden Schulfrei hatten und die Kids heute auch noch haben, weiß ich da ein Teil meiner Familie noch in der Nähe wohnt und die Kinder halt immer wieder Schulfrei bekommen. Die Eltern haben zu Recht Angst um ihre Kinder. Ich erinnere mich noch, dass ich mich einmal aus dem Haus schlich, denn bekanntlich ist die Neugier dann ja am größten, und ich war erschrocken, wie verwüstet Lüchow danach war, Schaufensterscheiben waren eingeschlagen, Dreck türmte sich auf den Straßen, all dies musste wieder hergestellt werden, bzw. gereinigt werden, alles Kosten, die eigentlich nicht nötig wären, würden unsere lahmarschigen Politiker einmal etwas schneller arbeiten, aber daran ist ja nicht zu denken.

Auch ist mir noch eine sehr prekäre Situation in Erinnerung. Auffallend ist doch, dass meist Bilder gezeigt werden, wo die Demonstranten auf die Polizei losgehen, tztz. Hat sich schon einer Mal Gedanken darüber gemacht, dass es auch andere Situationen gab, diese aber unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit bleiben, denn die Polizei darf sich ja keine Blöße geben!

Situation war folgende:

Es war im Sommer irgendwann in den 80-igern, der Standort Neu Tramm hatte wie jedes Jahr sein Sommerfest von der Bundeswehr und als brave Kinder eines Soldatenehepaares ging man natürlich mit, ob man wollte oder nicht, denn es musste ja die perfekte Familie präsentiert werden, während sich der Herr des Hauses in der Öffentlichkeit profilierte, gingen wir Kids doch immer wieder mal unsere eigenen Wege um, dem Zwang zu entkommen. Was bietet sich da mehr an, als auch mal die Wege außerhalb der Kaserne zu inspizieren.

Doch lange sollte mein damaliger Spaziergang nicht dauern, denn wieder einmal waren Demonstranten unterwegs und somit mussten alle wieder auf das Kasernengelände. Ich stand am Tor und beobachtete die Szene, wie friedliche Demonstranten niedergeknüppelt und wegtransportiert wurden, das Ganze Spektakel dauerte vielleicht mal gerade 15 – 30 Minuten, so genau weiß ich es heute leider nicht mehr. Ich weiß nur, es wurde radikal vorgegangen, denn Demonstranten an der Pforte einer Kaserne wurden einfach nicht geduldet.

Ich denke heute, dass sicherlich auch die Bundeswehr dahinter steckte, denn die Herren von der Bundeswehr gaben sich ja mit solche einem niederen „Fußvolk“ ja nicht ab, man musste eben zeigen wer der „Herr der Lage“ war. Fakt ist, dass die Demonstranten keine Chance hatten. Dabei hatten sie doch nur friedlich demonstriert, was zeigt, dass selbst friedliche Demos nicht geduldet wurden bzw. werden.

Ich war damals so schockiert und bin es auch heute noch, denn diese Bilder werde ich nie vergessen. Vor allem auch nicht, wie die Bundeswehrsoldaten sich dann damit brüskierten, was für ein „Gesocks“ das doch gewesen sei und die hätten da nichts zu suchen. Man stelle sich die Situation einmal vor, ich Teenager Alter und man glaubt sicherlich nicht, dass mit einem danach groß darüber geredet wurde, es wurde wie viele andere Sachen, die einfach nicht ins Konzept passten, tot geschwiegen, oder es wurde als Belanglos abgestempelt.

Noch heute leidet die Bevölkerung im Landkreis Lüchow/Dannenberg (Wendland) unter der ganzen Situation und ich möchte nicht wissen, wie viele Kids oder Teens auch solche Szenen erlebt haben und ein Leben lang darunter leiden.

Für mich steht fest, dass mit Beginn des Atomzeitalters und dem Atomendlager Gorleben, die Menschen die Leidtragenden sind und unseren Politikern ist es doch egal, was aus diesen Menschen wird. Noch heute fahre ich regelmäßig dort meine Familie besuchen und ich war auch zwischen durch mal in Gorleben, nichts erinnert mehr an die vergangen Tage, das Land sich verändert, die Menschen haben einen Stempel fürs Leben. Wenn ich heute irgendwo erzähle, wo ich groß geworden bin, dann heißt es oft genug, Lüchow/Dannenberg wo ist das denn? Wenn ich dann sage bei Gorleben, dann weiß jeder Bescheid!

So gesehen, ist der Landkreis Lüchow /Dannenberg erst durch Gorleben zum Symbol für die Demos geworden und sicherlich nicht immer zum Besten.

Ich erinnere mich am liebsten noch an die Unbeschwerten Tage, als dort alles noch normal war, denn da gab es noch keine Demos und vor allem kein Endlager! Es gibt dort wunderschöne Seen, Reiher und Störche sind dort zu beobachten, zählt das denn alles nicht mehr?! Die Natur ist doch das was uns am Leben erhält und irgendwelche Profitgeier zerstören all dies Wunderwerk mutwillig.

Doch wenn ich dann wieder einmal, und Gorleben war ja oft in der Vergangenheit in den Medien, besonders solch einen Mist lese wie jetzt mit dem „Unwort –Dorf“ Gorleben, dann platzt mir schlicht und ergreifend der Kragen, denn ich fühle mich heute noch, obwohl ich dort zwar nicht geboren wurde, aber meine Jugend bis zum Erwachsenenalter dort verbracht habe, diesem wunderschönen Landstrich mehr zugehörig, als meinem Geburtsort.

Denn das Wendland ist mit Abstand eines der schönsten Gebiete in Deutschland und das haben unsere Politiker durch ihren Egoismus und ihre Geldgier zum Teil zerstört.

War das nötig?

In Erinnerung an die schönste Zeit meines Lebens und an einen wunderbaren Ort mit ganz tollen und liebenswerten Menschen.

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Grafikquelle :

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Fünf Jahre Merkel

Erstellt von DL-Redaktion am 15. September 2010

18. September 2005 Angela Merkel wird Kanzlerin
Crashkurs oder Höhenflug in der Ära Merkel?!

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Angela_Merkel_EPP.jpg

Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Bundestagswahl, sie war eine der aufregendsten, die ich im Fernsehen miterleben durfte. Hitzig wurde diskutiert und spekuliert. Im Grunde war es zwar schon allen im Vorfeld klar, dass sich Schröder selbst abgeschossen hatte, allerdings hatte keiner mit seiner Ignoranz und Überheblichkeit gerechnet.

Die Wahlniederlage der Sozialdemokraten und von Kanzler Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl war sehr knapp. Aber die SPD hatte verloren und konnte die Koalition mit den Grünen nicht mehr weiterführen. Unter anderem Hervorgerufen durch die große Koalitionslüge und deren Folgen. Die Bürger waren schlicht und ergreifend unzufrieden und zeigten dies halt auch der Rot/Grün Regierung. Am Wahlabend erkannte Schröder den Wahlsieg der Union allerdings nicht an. In der “Elefantenrunde” – der Diskussion der Spitzenpolitiker der Parteien –  zeigt er sich überheblich und als Wahlgewinner.

Schröder sprach gar von einem Wahlergebnis, das eindeutig sei: “Jedenfalls eindeutig, dass niemand außer mir in der Lage ist, eine stabile Regierung zu stellen. Niemand außer mir.” Statt der politischen Konkurrenz zur Wahl zu gratulieren und einen harten Oppositionskurs anzukündigen, wie alle Beobachter erwarten, sagt Schröder: “Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel in dieser Sachlage eingeht, in dem sie sagt, sie möchte Kanzlerin werden?” Nach drei Wochen Geplänkel zog sich Schröder dann zurück, die Große Koalition wurde gebildet und Angela Merkel startet die erste Kanzlerschaft einer Frau in Deutschland. Schröder hatte sich hier nun noch mehr als Unbeliebt gemacht und zeigte mit seiner Haltung, dass er absolut unfähig war, sich eine Niederlage einer Frau Gegenüber ein zu gestehen. Allerdings muss ich an dieser Stelle einmal ganz klar und deutlich sagen, dass das Volk doch nur die Überlegung hatte, ob sie das größere oder das kleinere Übel wählen sollte, kurz gesagt: Pest oder Cholera!

Frau Merkel wurde es allerdings auch recht leicht gemacht und in gewisser Weise der Weg geebnet und diesen Weg ging sie ganz einfach. Doch das Durchsetzungsvermögen Frau Merkels hat sich nicht besonders gut bewährt, zu viele interne Unstimmigkeiten allen voran.

Was die Merkel Regierung bisher allerdings groß geleistet hat, lässt sich relativ kurz zusammen fassen. Nun im Grunde ist es doch so, die eine Regierung macht Fehler, die nächste noch mehr, weil sie versucht „angeblich“ die alten Fehler wieder aus zu bügeln usw.

Es ist doch eine Neverending Story, die letztendlich doch auf dem Rücken des Bürgers ausgetragen wird. Und was tun wir gegen diese Möchtegernpolitiker? Nun ja, wir versuchen uns zu wehren, allerdings mit mäßigem Erfolg, zumindest ist dies meine persönliche Meinung, klar gibt es auch Ausnahmen. Das einzige Mal wo ich auf Frau Merkel aufmerksam wurde, war ihr damaliger Auftritt in dem berühmten Ballkleid mit dem berühmten Ausschnitt. Ich fand, es war das erste Mal, dass Frau Merkel endlich einmal Mut bewies, dass sie eine Frau mit Charakter und Stärke ist und dies auch in der Öffentlichkeit zeigte. Respekt! Doch was haben die Medien daraus gemacht? Die Frauen in unserem Land sollen doch Mut und Stärke zeigen und wenn sie es denn dann endlich einmal machen, dann wird es direkt kritisiert. Meinerseits nur Kopfschütteln.

Den Sieg Merkels hatte vor allem Schröder selbst möglich gemacht. Er stellte nach der von der SPD im Mai verlorenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Bundestag am 1. Juli die Vertrauensfrage. Viele SPD- und Grüne-Abgeordnete enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme, damit war der Weg für eine Auflösung des Parlaments und für Neuwahlen frei. Die als Favorit in den Wahlkampf gestartete Union lag dann am Wahlabend gerade einen Prozentpunkt vor der SPD.

Trotz aller Kritik an Frau Merkel, muss man ihr doch immerhin eines zu Gute halten, dass sie es immerhin geschafft hat, wieder gewählt zu werden und somit sich damals das Vertrauen der Bürger erhielt. Inzwischen ist diese Fassade allerdings gewaltig am bröckeln, wie wir alle wissen. Dies hier alles aufzuführen, wäre Material für einen weiteren Bericht.

Fakt ist, dass Frau Merkel durch die Koalition mit der FDP den größten Fehler aller Zeiten begannen hat, nur welche alternative Wahl gab es?

Herr Westerwelle hatte sich zu oft durch bösartige Aussagen auf sich und die Koalition aufmerksam gemacht, zu Ungunsten aller.

Würde Frau Merkel allerdings auch nur einmal richtig Rück rat beweisen und Herrn Westerwelle einmal öffentlich „rügen“ oder wie immer man es auch ausdrücken will, dann würde sie sicherlich wieder in der Gunst der Wähler steigen. Doch es dauert einfach alles viel zu lange und bis dahin ist es dann wieder ruhiger geworden.

Leider wird sie so in keine weitere Amtsperiode gewählt werden.

Bei der letzten Wahl hat Frau Merkel zur Überraschung aller ja mal ganz schnell das Konjunkturpaket aus dem Ärmel gezaubert, um sich so die Gunst der Wähler zu sichern, also darf man gespannt sein, was sie sich für die nächste Wahl überlegt?!

Fazit über Frau Merkel, sie war bisher nicht besonders auffällig, allerdings könnte sie mehr aus ihrem Amt machen, wenn sie wollte, aber wer weiß was eine Frau Merkel will?

Wissen können wir es nie, denn hinter die Stirne kann ihr keiner schauen, aber die Beeinflussung durch ihre eigene Partei, dessen können wir uns Gewiss sein. Die Frage ist nur, in welche Richtung wird uns dieser Kurs künftig führen? Welche Alternativen haben wir? Gibt es überhaupt irgendwelche Alternativen? Eines ist Sicher, die Linke ist gar keine Alternative, da sie noch mehr durch Inkompetenz glänzt als eine Frau Merkel.

Lassen wir uns also überraschen, wie es in der Zukunft unter Frau Merkel weiter gehen wird – Crashkurs oder Höhenflug? Oder welche Regierung haut uns als nächstes über die Ohren.

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Frauen verändern Politik

Erstellt von DL-Redaktion am 8. September 2010

Suffragetten – oder wie Frauen unsere
Politik und unser Leben beeinflussten!

File:Suffragette Waltz.jpg

Ähnlichkdeiten mit lebenden Personen sin nicht rein zufällig.

Die Welt und ihre Menschen und auch die Politik verändern sich täglich.

Doch wer erinnert sich noch daran, wer der Keim/ Ursprung für das eine oder andere war, was wir heute doch als Selbstverständlich hinnehmen und damit auch tagtäglich konfrontiert werden.

Ich habe kürzlich einen sehr interessanten Bericht gesehen, wobei mir auffiel, dass gerade dies unsere/die Politik sehr beeinflusst hat, daher widme ich diesen Bericht den Suffragetten bzw. den Frauen, die sich für die Politik und auch viele andere Sachen eingesetzt haben und somit das Weltanschauungsbild gravierend verändert haben, ohne Rücksicht auf sich und ihre Familien.

Als Suffragetten bezeichnete man zu Beginn des 20. Jahrhunderts die mehr oder weniger organisierten Frauenrechtlerinnen in Großbritannien und auch den USA (von engl./franz. suffrage, „Wahl“).

Besonders auffallend waren dabei die Methoden, mit denen die Suffragetten vorgingen.

Passiver Wiederstand, Störungen von offiziellen Veranstaltungen, bis hin zu Hungerstreiks, all dies nahmen die Suffragetten auf sich, um ihre Ansichten/Meinungen durch zu setzen und haben dabei den Grundstein für das Frauenwahlrecht gelegt, dabei gingen sie radikal vor, oft auch weil man ihnen keine andere Wahl ließ.

Damals durften Frauen sich nur auf die Aufgabengebiete beschränken, die ihnen „zugeteilt“ wurden, heute spricht man manchmal noch von den 3 großen Ks: Kinder, Küche, Kirche!

Doch gab es schon damals einige Frauen, die mehr wollten, ja sie wollten sich nicht mehr unterdrücken lassen, sie wollten Meinungsfreiheit, Wahlrecht, ja sie wollten so vieles.

Nicht mit all ihren „Wünschen“ kamen sie durch, aber mit zwei ganz entscheidenden Dingen, dem Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung. Sie kämpften für bessere Bedingungen.

Wobei sich mir heute immer wieder die Frage stellt, warum haben diese Frauen so sehr um die Gleichberechtigung gekämpft, wenn ich heute doch immer noch Differenzen zwischen Männern und Frauen sehe. Besonders wenn ich weiß, wie spät in der Schweiz und Lichtenstein erst das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. In den vielen Ländern haben heute noch die Frauen keinerlei Recht auf freie Meinungsäußerung oder müssen verschleiert herumlaufen, oder wenn ich sehe, dass bei uns in der Bundesrepublik noch heute die Frauen in der Politik heraus gemobbt werden, um die Frauenquote nicht zu erreichen, damit die Herren der Schöpfung ihren Machtwahn durchsetzten können. Oder wenn ich sehe, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer, ich könnte diese Liste undendlich fortsetzten.

Eines ist mir Schleierhaft, warum wir diese Frauen, die Suffragetten, ohne Rücksicht auf Verlust ihre Rechte erkämpft haben, doch so in Vergessenheit geraten sind. Oder warum haben wir noch heute soviele Probleme und wehren uns nicht endlich auch einmal auf eine Art und Weise, dass den Männern Hören und sehen vergeht?!

Sicherlich haben wir auch heute Frauenrechtlerinnen, die will ich hier sicher nicht vergessen, doch dieses Thema ist durch viele andere Themen sehr weit in den Hintergrund geraten und vor allem auch das Gedenken an die Frauen, die sich noch etwas getraut haben.

Die Suffragetten haben uns schon vieles ermöglicht, was heute sonst noch undenkbar wäre.

Damals stand es nur den Männern zu, zu rauchen, vor allem in der Öffentlichkeit, dies war eine der ersten Tabus, die die Suffragetten brachen, indem sie in der Öffentlichkeit rauchten und somit sich den Unmut nicht nur der Männer, sondern vor auch vieler Frauen, die halt nicht den Mut zu solchen Veränderungen hatten, zuzogen. Vielleicht war es auch Neid?!

Fakt ist, dass die Suffragetten sogar soweit gingen, dass sie inhaftiert wurden und durch ihre damaligen Hungerstreiks später Menschen wie Mahatma Gandhi zu ihren Hungerstreiks „inspirierten“ und somit zu weiteren Interessen in der Politik führten.

Emmeline Pankhurst, die nicht das Privileg hatte, wie manche unserer Politikerinnen heute, dass man, wie eine Frau von der Leyen, mit Kindermädchen und Haushälterinnen gesegnet war, musste sich, nachdem ihr Mann gestorben war, selbst um ihre Existenz und ihre 5 Kinder kümmern, was zu damaliger Zeit wohl niemanden interessierte.

Das bewegte Leben der Emmeline Pankhurst, war geprägt, von ihren Eltern, die sich schon früh gegen die Sklaverei einsetzten und auch schon früh ihre Tochter auf politische Versammlungen mitnahmen. So gesehen wurde Emmeline Pankhurst schon recht früh mit den Grausamkeiten und der harten Realität konfrontiert wurde, was wohl maßgeblich ihre Einstellung beeinflusste.

Auch von ihrem Mann wurde sie unterstützt, der auch eine politische Karriere anstrebte und daher mit seiner Familie nach Großbritannien ging. Da dies jedoch nicht so gelang, ging Pankhurst mit seiner Familie nach Manchester zurück, wo Emmeline Pankhurst im folgenden Jahr ehrenamtlich in der staatlichen Armenfürsorge als »Poor Law Guardian« tätig wurde. Sie entrüstete sich darüber, dass Schwangere im Arbeitshaus bis kurz vor der Entbindung die Böden schrubben mussten.“ Many of them were unmarried women, very, very young, mere girls. These poor mothers were allowed to stay in the hospital after confinement for a short two weeks.”

Hier starb auch ihr Mann und Emmeline Pankhurst musste Bücher und Möbel verkaufen, um ihre sich und ihre Kinder zu ernähren. Als sie mit dem in Manchester eröffneten Einrichtungsgeschäft scheiterte, übernahm sie eine Stelle beim Standesamt, und von 1900 bis 1903 gehörte sie der städtischen Schulkommission an.

Die Suffragetten entwickelten sich in Großbritannien aus Gegnerinnen der Contagious Diseases Acts, der Gesetze über ansteckende Krankheiten. Im Jahr 1903 gründete Emmeline Pankhurst in Großbritannien die Women’s Social and Political Union, eine radikal-bürgerliche Frauenbewegung, die in den folgenden Jahren durch öffentliche Proteste und Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte. Ihre Tochter Christabel Pankhurst war eine der führenden Suffragetten im Kampf um das Frauenwahlrecht in Großbritannien.

In den USA dagegen führten Alice Paul und Lucy Burns eine Serie von Protesten gegen den als „Kaiser Wilson“ titulierten amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson an. Zahlreiche Mitglieder der im Juni 1916 von Alice Paul gegründeten National Woman’s Party (NWP) waren in den Jahren 1917 bis 1919 inhaftiert.

Der Kampf ging weiter, doch dann kam der 1.Weltkrieg und durch den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel kam es aber sowohl in den USA als auch in Großbritannien zu einer stärkeren Verankerung der Frauen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, was letztlich auch zur allgemeinen Akzeptanz des Frauenwahlrechts führte.

An dieser Stelle sollte ich auch eine Frau erwähnen, die als erste 1873 das Stimmrecht für Frauen einforderte, Hedwig Dohm, sie war die erste Frau, die mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit ging, doch bevor es überhaupt so weit kam, sollte es noch ein langer und steiniger Weg für die Frauen werden.

Doch bis zum 10. Oktober 1903, sollte es noch dauern, bis Emmeline Pankhurst mit ihrer dreiundzwanzigjährigen Tochter Christabel und vier weiteren Frauen in Manchester eine überparteiliche Frauen-Vereinigung: „Women’s Social and Political Union“ gründete. Drei Jahre später schloss sich auch Sylvia Pankhurst den Frauenrechtlerinnen an, die als Suffragetten bezeichnet wurden.

Anfangs propagierte, Emmeline Pankhurst und die Suffragetten noch friedlich, doch schon bald stellten sie fest, dass sie mit Großkundgebungen und warmen Worten nicht weiter kamen, änderten sie ihre Strategie.

Bei einer öffentlichen Versammlung in der Free Trade Hall in Manchester am 13. Oktober 1905 fragten sie mehrfach den damaligen und völlig überforderten Edward Grey, ob seine Regierung den Frauen das Wahlrecht erteilen wolle, doch diese Befragung wurde ignoriert und standen wenig später Annie Kenney und Christabel Pankhurst auf Stühlen um sich Gehör zu verschaffen, doch sie wurden unsanft heraus geschmissen und am nächsten Morgen verhaftet, weil sie Polizisten bespuckt hatten, diesmal „nur“ für drei und sieben Tage, doch es sollten noch weitere Verhaftungen und Hungerstreiks folgen, vor allem von Emmeline Pankhurst.

Bei einer Großkundgebung der »Women’s Social and Political Union« am 21. Juni 1908 im Hyde Park strömten annähernd 250 000 Teilnehmerinnen herbei. Davon angespornt, verteilten Emmeline und Christabel Pankhurst Flugblätter mit einem Aufruf zu einer weiteren Demonstration am 30. Juni. Deshalb sollten sie sich bei der Polizei melden, aber sie kamen der Vorladung nicht nach und wurden deshalb am 12. Oktober erneut festgenommen und neun Tage später zu mehrmonatigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Immer wieder versuchten die von Emmeline Pankhurst angeführte Suffragetten, gewaltsam zu Premierminister Herbert Henry Asquith vorzudringen und ihm Petitionen zu übergeben. Bei Auseinandersetzungen am 29. Juni 1909 mit den Ordnungskräften provozierte Emmeline Pankhurst absichtlich ihre Verhaftung, indem sie einen Polizisten ohrfeigte. Mehr als hundert Aktivistinnen wurden festgenommen, als sie am 18. November 1910 mehrere Stunden lang versuchten, die polizeiliche Abriegelung des Unterhauses zu durchbrechen, um gegen die Ablehnung eines Gesetzes zu protestieren, das wenigstens einer Million Frauen das Wahlrecht zugestanden hätte (»Conciliation Bill«). Zwei der Demonstrantinnen starben an den Folgen von Verletzungen.

Nach einem Bombenattentat der einundvierzigjährigen Suffragette Emily Davison auf das Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George in Walton-on-Hill, für das Emmeline Pankhurst die Verantwortung übernahm, wurde die Anführerin der Suffragetten am 3. April 1913 zu drei Jahren Haft verurteilt. Darauf reagierten ihre Anhängerinnen mit weiterer Gewalt: Beispielsweise bewarfen sie Premierminister Asquith mit Pfeffer und schleuderten einen Katzenkadaver auf ihn. Sie verwüsteten öffentliche Omnibusse, zerstörten Briefkästen mit Säure, schlugen Schaufenster von Kaufhäusern ein und zündeten Kirchen an; militante Aktivistinnen lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei und führten weitere Sprengstoffanschläge durch.

Am 4. Juni 1913 warf sich Emily Davison beim English Derby in Epsom (Surrey) vor das galoppierende Pferd König Georgs V. mit der Fahne der »Women’s Social and Political Union

Um für das Frauenwahlrecht zu demonstrieren und verunglückte dabei, dass sie vier Tage später in einem Krankenhaus starb, somit wurde sie später als Märtyrerin dargestellt.

Immer mehr Suffragetten folgten dem Beispiel Emmeline Pankhurst und begaben sich nach ihrer Inhaftierung in Hungerstreiks. Das Parlament verabschiedete deshalb 1913 ein von der Regierung Asquith eingebrachtes Gesetz, demzufolge die Frauenrechtlerinnen zwar aus dem Gefängnis entlassen werden sollten, sobald sie ernsthaft erkrankten, aber nach ihrer Genesung den Rest ihrer Strafe verbüßen mussten. Aufgrund dieses im Volksmund »Cat and Mouse Act« genannten Gesetzes wurde Emmeline Pankhurst im Februar 1914 erneut festgenommen, worauf sie mit einem weiteren Hungerstreik reagierte und damit wieder ihre Freilassung durchsetzte.

Während des 1. Weltkrieges änderte sich vieles, u.a. auch, dass Sylvia Pankhurst seit 1912 mit Kommunistinnen zusammenarbeitete, während Emmeline Pankhurst 1918 zum Entsetzen ihrer zweitältesten Tochter der konservativen Partei beitrat.

Schrittweise bekamen die Frauen nach dem Ersten Weltkrieg politische Rechte: Mit Wirkung vom 6. Februar 1918 erhielten Frauen über dreißig, die selbst Steuern zahlten und über ein Mindesteinkommen verfügten, das Wahlrecht. Bei den Parlamentswahlen am 14. Dezember 1918 konnten erstmals Frauen über einundzwanzig für einen Sitz im Unterhaus kandidieren (passives Wahlrecht). Von den siebzehn Kandidatinnen kam allerdings keine ins Parlament. Die erste Frau, die ein Unterhaus-Mandat ausübte, war von Dezember 1919 an Lady Nancy Astor (1879 – 1964), eine Bewunderin von Emmeline Pankhurst.
Emmeline Pankhurst, die inzwischen vier minderjährige Mädchen adoptiert hatte, reiste im September 1919 nach New York, um auf einer Vortragsreise in den USA und in Kanada über die Rolle der Frau im Kampf gegen den Bolschewismus zu sprechen. Fünf Jahre lebte Emmeline Pankhurst mit ihren Adoptivtöchtern in Nordamerika. Dann verbrachte sie aus gesundheitlichen Gründen einige Zeit auf den Bermudas, bevor sie 1925 nach Europa zurückkehrte und an der Côte d’Azur eine Teestube eröffnete. Weil die Briten, die dort ihre Ferien verbrachten, eine frühere Suffragette nicht für gesellschaftsfähig hielten, musste sie das Projekt bald wieder aufgeben und kehrte Weihnachten nach London zurück.
Als das Unterhaus am 29. März 1928 die »Equal Suffrage Bill« verabschiedete und damit endlich allen Frauen im Vereinigten Königreich das Wahlrecht zugestand, saß Emmeline Pankhurst im Publikum. Damit hatte sie ihr großes Ziel erreicht.
Ende Mai ließ Christabel Pankhurst ihre Mutter, deren Gesundheitszustand sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert hatte, in ein Krankenhaus bringen. Dort starb Emmeline Pankhurst am 14. Juni 1928, genau einen Monat vor ihrem siebzigsten Geburtstag.

Inzwischen hat sich zwar vieles geändert, aber den Kampfgeist dieser Frauen, haben wir nicht mehr alle, vielleicht einige Frauen, aber es reicht halt nicht, vor allem es immer noch Frauen gibt, die sich alles Gefallen und Unterdrücken lassen, leider.

Klar sehen wir tagtäglich Frauen in den Medien, aber wie oft, sehen wir auch andere Bilder, warum gibt es Frauenhäuser, warum werden Frauen von Männern/Familienangehörigen verstümmelt, umgebracht, weil sich immer noch nicht genügend geändert hat. Soviele Warum Fragen?

Im weiteren Sinn wurde der Begriff Suffragette in der Folge abwertend für engagierte Frauenrechtlerinnen verwendet. Insofern entspricht er dem heutigen Begriff Emanze in seiner pejorativen Bedeutung.

Wir alle kennen viele Frauenrechtlerinnen, doch warum hört und sieht man heute kaum noch etwas? Ich denke, dass wir viele unserer Ideale und Ziele aus den Augen verloren haben und manchmal einfach nur daran erinnert werden müssen.

Es gibt im Grunde noch so viel Material, worüber ich hier schreiben könnte, doch dies würden dann sicherlich zu einem Roman führen und nicht so wie ich es geplant habe, zu einem Bericht. Ich bewundere all diese Frauen, die schon in sehr frühen Zeiten, sich für die Rechte der Frauen eingesetzt haben, ohne dabei auch nur an die Folgen zu denken, denn sie wollten etwas verändern, ein Zeichen setzen, damit wir es heute besser haben, was aber leider nicht überall der Fall ist.

Sicherlich würde manch einer hier sagen, dass es Utopisch wäre, zu glauben, dass es überall Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden oder was auch immer geben würde, aber mal Hand aufs Herz, wenn es nicht irgendwo einen Menschen gäbe, wie zum Beispiel eine Emmeline Pankhurst, die es wenigstens versuchen, dann würden wir doch sicherlich als Frauen noch heute den Status von damals haben, oder?!

Ich bin eine der Frauen, die es zumindest versucht, alleine dadurch, dass ich meine Berichte schreibe und versuche die Menschen zu erinnern, wie es durch die Kraft vieler oder auch einzelner, zu Veränderungen kommen kann.

Mit kleinen Schritten können auch wir heute noch große Veränderungen schaffen, mit Beharrlichkeit und sehr viel Ausdauer.

Im Gedenken an all die Frauen, die bei der Durchsetzung ihrer Rechte ihr Leben verloren haben.

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Grafikquelle :

Source Classic Ragtime Piano[1]
Author Scott, James, 1885-1938
Public domain
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