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RENTENANGST

Fortsetzung der Barbarei

Erstellt von DL-Redaktion am 26. Dezember 2010

The Voice Refugee Forum

A small boat in water, with land on the horizon behind. Many people are on its outside in orange life jackets, some carrying inner tubes as well. A few are in the water swimming toward the camera. In the foreground a man in a red and back wetsuit has his hand out to them.

Der Frühling kehrt zurück nach Europa und mit ihm beruhigt sich auch das Mittelmeer. Bei ruhigerer See werden immer mehr verzweifelte Menschen auf ihrer Suche nach ihrem Recht auf Leben und Menschenwürde versuchen, in eine weiterhin grausame Festung Europa zu gelangen. Von diesen werden Tausende, Menschen mit einem Namen, einer Lebensgeschichte, mit Familien und Erinnerungen für immer in den Tiefen des Meeres versinken, so wie die mehr als 300 Leute, die erst vor wenigen Wochen vor der libyschen Küste ertrunken sind – Menschen, deren Leben einer ständig wachsenden Liste der Opfer kolonialer Ungerechtigkeit hinzugefügt worden sind.

Jene von uns, die es nach Deutschland geschafft haben, sind nur zu gut damit vertraut, was unsere Träume, Menschenwürde, Anstand und ein besseres Leben zu finden für uns bedeutet haben. Wie die Tausenden von Menschen, die Europa lieber am Boden des Mittelmeeres verendet gesehen hätte, sterben die Träume von einem besseren Leben in Deutschland oder Europa praktisch mit der Ankunft. Sie werden ausgerottet durch rassistische Arroganz und unmenschliche Misshandlung, die gegen uns losgelassen werden lediglich aufgrund unserer Herkunft oder unserer Hautfarbe.

Wir sind hier hergekommen und an Stelle von Verständnis für die Traumatisierungen, von denen wir betroffen sind, weil wir unsere Freunde und unsere Lieben zurücklassen mussten, weil wir dem Krieg und dem Horror der Armut entkommen sind, werden uns statt dessen Fingerabdrücke genommen. Wir werden verhört und absichtlich Misshandlungen unterworfen. Dabei werden wir oft ausgelacht, angeschrien, gedemütigt, es wird von oben auf uns herabgesehen und aus uns Nutzen gezogen. Wir werden zu Sündenböcken für ihre Unannehmlichkeiten und die Folgen ihrer krankhaften und inhumanen Politik gestempelt. Wir sind ihre Prügelknaben geworden, dafür bestimmt, um für alles bestraft zu werden, was schlecht in der Gesellschaft ist, sei es Kriminalität, Arbeitslosigkeit oder die Belastung der Sozialsysteme.

Sie denken, dass sie besser seien als wir. Zu Unrecht und auf hässliche Weise haben sie uns zu ihren Untermenschen gemacht. Uns, die wir aus derart reichen Kulturen kommen. Uns, deren Reichtum brutalen Vandalen zum Opfer gefallen ist, die wir ausgebeutet wurden, um die unersättliche Habgier westlicher Konsumenten zu befriedigen. Uns, die wir den von ihnen begünstigten Diktatoren und ihren skrupellosen ökonomischen Machenschaften standgehalten haben. Uns, die wir trotz wachsender Militarisierung unserer Länder und ihrer eigenen Grenzen sie mutig konfrontiert haben und die ihren Versuchen, uns in dem Horror einzukerkern, den sie für uns zu Hause geschaffen haben, entkommen sind. Und uns, die wir gewagt haben, für Wahrheit, Gerechtigkeit und unsere Grundüberzeugungen aufzustehen, die wir an Menschenwürde und Anstand unbeirrt festhalten.

Quelle: Afrique-Europa-Interact >>>>> weiterlesen

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Frei, um abhängig zu sein

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2010

Frei, um abhängig zu sein.

File:Beach scene Libreville 5.JPG

Afrika, gerne von den Europäern als der vergessene Kontinent bezeichnet spielt sich in den letzten Wochen in die Aufmerksamkeit besonders vieler, an den Fußball Interessierter. Sollte sich jemand aber wirklich einmal näher mit den Ländern und den Menschen beschäftigen wird man sehr schnell erkennen, wie viele Chancen  mit diesen Vergessen vertan werden. Wer auch immer einmal die Möglichkeit hatte sich innerhalb Afrikas frei unter den Menschen zu bewegen wird sehr schnell erkennen, wie freundlich die Menschen gerade dem Europäer entgegentreten. Da stimmt es traurig mit ansehen zu müssen wie gerade in den wirtschaftlichen Beziehungen die Chinesen dem Europäer lange den ersten Rang abgelaufen haben. Dieses zum größtem Bedauern der Bevölkerung. Diese bekommt immer mehr das Gefühl, dass der Europäer zwar Interesse an den Bodenschätzen zeigt, im Gegesatz dazu aber nicht bereit ist einen fairen Handel zu akzeptieren.  Zum Thema Afrika nun der folgende Artikel:

KOMMENTAR VON FRANÇOIS MISSER

Siebzehn afrikanische Länder feiern dieses Jahr den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit, zahlreiche davon am oder um den 1. Juli herum. Doch ob in den ehemaligen französischen Kolonien West- und Zentralafrikas, ob im einst belgischen Kongo, ob im ehemals britischen Nigeria oder in Somalia: Überall hängen bis heute sämtliche zentralen gesellschaftlichen Bereiche von Europa ab. Die Entkolonisierung nämlich wurde in einer Weise vollzogen, die den Kolonialmächten ein Maximum an Einfluss sicherte; und dies macht sich bis heute bemerkbar.

Angesichts der historischen Entwicklungen weltweit waren die Kolonialmächte in den 50er Jahren in die Defensive geraten. Im Zweiten Weltkrieg hatten Afrikaner auf der Seite der Alliierten zum Sieg gegen Nazideutschland beigetragen. Dann folgte die Unabhängigkeit Indiens 1948, die maoistische Revolution in China 1949, und die Franzosen mussten 1954 die Niederlage im vietnamesischen Dien Bien Phu hinnehmen. Auch der Krieg in Algerien sowie die Dekolonialisierung der meisten nordafrikanischen Länder fanden in den 50er Jahren statt, nicht zu vergessen die Unabhängigkeit von Ghana 1957 und von Guinea im Jahr 1958. Kurzum: Die Kolonialmächte hatten keine Wahl mehr, sie mussten sich zurückziehen.

Doch anders als die Briten hatten die Franzosen nicht vor, sich vom Unabhängigkeitsprozess überrollen zu lassen, sie wollten ihn gestalten. Frankreich behielt die Kontrolle über die ökonomischen Ressourcen und gab zugleich die Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung ab. Zu diesem Zwecke wurde lediglich die Souveränität einer lokalen, loyalen Elite übertragen. Auch die Errichtung von Einparteienregimen in fast allen Ländern war eine logische Konsequenz dieser gezielten und limitierten Ermächtigungspolitik, die jeden Widerstand von unten zu brechen erlaubte.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Fotoquelle : Strandszene in Libreville, Gabun

Author Manuel Dohmen
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