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RENTENANGST

Gieße aus Deinen Zorn

Erstellt von Gast-Autor am 22. April 2012

Gieße aus Deinen Zorn

Autor Uri Avnery

ICH SCHREIBE dies am Freitagabend, am Vorabend von Pessach. In diesem Augenblick sind in der ganzen Welt Millionen von Juden um den Familientisch versammelt, begehen den Sederabend und lesen laut aus demselben Buch: der Haggadah, die die Geschichte des Exodus aus Ägypten erzählt.

Die Auswirkungen dieses Buches auf das jüdische Leben sind immens. Jeder Jude nimmt an dieser Zeremonie von frühester Kindheit an teil und spielt bei dem Ritual eine aktive Rolle. Wo immer ein jüdischer Mann oder eine jüdische Frau im späteren Leben hingeht, nehmen sie in der Erinnerung an die Wärme des Zusammenseins der Familie, die zauberhafte Atmosphäre mit – und die offene und unterschwellige Botschaft, die der Text vermittelt.

Wer auch immer das Seder- („Ordnung“) Ritual vor vielen Jahrhunderten erfunden hat, war ein Genie. Alle menschlichen Sinne sind beteiligt: sehen, hören, schmecken, riechen. Es schließt das Essen eines vorgeschriebenen Mahles ein, das Trinken von vier Gläsern Wein, das Berühren von verschiedenen vorgeschriebenen symbolischen Dingen, das Spielen eines Spiels mit den Kindern (das Suchen nach einem versteckten Stück Matze) Es endet mit dem gemeinsamen Singen mehrerer religiöser Lieder. Die angesammelte Wirkung ist fast magisch.

Mehr als jeder andere jüdische Text formt die Haggadah bewusst – oder eher unbewusst – die Gesinnung heute wie in der Vergangenheit, beeinflusst unser kollektives Verhalten und die nationale Politik Israels.

Es gibt viele verschiedene Wege, dieses Buch zu betrachten.

ALS LITERATUR: als literarisches Werk ist die Haggadah ziemlich miserabel. Dem Text fehlt die Schönheit, er ist voller Wiederholungen, Plattitüden und Banalitäten.

Dies mag Verwunderung auslösen. Die hebräische Bibel – die Bibel auf hebräisch – ist ein Werk von einzigartiger Schönheit, an vielen Stellen ist seine Schönheit berauschend. Die Spitzen westlicher Kultur – Homer, Shakespeare, Goethe, Tolstoi – kommen ihr nicht einmal nahe. Selbst die späteren jüdischen religiösen Texte – Mishna, Talmud usw. – auch wenn sie nicht so erbaulich sind, enthalten Passagen von literarischem Wert. Die Haggadah hat keinen. Es ist ein Text der rein für Indoktrination gedacht ist.

ALS GESCHICHTE ist sie nichts wert. Obwohl sie vorgibt, Geschichte zu erzählen. Die Haggadah hat nichts mit realer Geschichte zu tun.

Es kann nicht mehr der geringste Zweifel daran bestehen, dass der Exodus sich nie ereignet hat. Weder der Exodus noch die Wanderung durch die Wüste, auch nicht die Eroberung von Kanaan.

Die Ägypter waren besessene Chronisten. Zig Tausende von Täfelchen sind schon entziffert worden. Es würde für ein Geschehen wie den Exodus unmöglich gewesen sein, über ihn nicht lang und breit zu berichten. Nicht wenn 600 000 Menschen wegziehen, wie die Bibel erzählt, oder 60 000 oder sogar nur 6000. Besonders wenn während der Flucht ein ganzes ägyptischen Armee-Kontingent, einschließlich Streitwagen, ertrinkt.

Dasselbe gilt für die Eroberung Kanaans. Nachdem es einmal von Kanaan erobert wurde, hatten die Ägypter akute Sicherheitsbefürchtungen, was dieses Nachbarland betraf . Sie beschäftigen jetzt eine Menge Spione, Reisende, Kaufleute und andere, die eng den Ereignissen im benachbarten Kanaan in jeder einzelnen seiner Städte und zu allen Zeiten folgten. Eine Invasion in Kanaan, selbst eine kleine, hätte man berichtet. Abgesehen von den regelmäßigen kleinen Einfällen durch Beduinenstämme, wurde nichts berichtet.

Außerdem existierten die in der Bibel erwähnten Städte zu jener Zeit noch gar nicht, als das Geschehen angeblich passiert ist. Sie existierten allerdings später, als die Bibel geschrieben wurde – im 1. und 2. Jahrhundert v. Chr.

Es ist nicht nötig, darauf hinzuweisen, dass nach hundert Jahren fieberhafter archäologischer Suche durch fromme christliche und zionistische Zeloten nicht eine Scherbe als konkreter Beweis für die Eroberung Kanaans gefunden worden ist (auch nichts davon, dass ein Königtum Sauls, Davids oder Salomos je existierten).

Aber ist das wirklich wichtig? Überhaupt nicht!

Die Passahgeschichte leitet ihre immense Macht nicht von der angeblich historischen Geschichte ab. Es ist ein Mythos, der die menschliche Vorstellung fesselt, ein Mythos, der die Grundlage einer großen Religion ist, ein Mythos, der bis auf den heutigen Tag das Verhalten der Menschen bestimmt. Ohne die Exodus-Geschichte gäbe es wohl den Staat Israel von heute nicht – und gewiss nicht in Palästina .

DER RUHM: Man kann die Exodusgeschichte als ein leuchtendes Beispiel für alles, was gut und inspirierend in den Annalen der Menschheit ist, lesen.

Hier ist die Geschichte eines kleinen machtlosen Volkes, das sich gegen einen brutalen Tyrannen erhebt, seine Fesseln abwirft, eine neue Heimat gewinnt und dabei einen revolutionären neuen Moralcodex schafft.

So betrachtet, ist der Exodus ein Sieg des menschlichen Geist, eine Inspiration für alle unterdrückten Völker. Und tatsächlich hat er viele Male in der Vergangenheit diesem Zweck gedient. Die Pilgerväter, die Gründer der amerikanischen Nation, wurden davon inspiriert und so waren es auch viele andere Rebellionen im Laufe der Geschichte.

DIE ANDERE SEITE : wenn man sorgfältig den biblischen Text liest, ohne religiöse Scheuklappen, dann geben uns einige Aspekte Nahrung für andere Gedanken.

Nehmen wir die zehn Plagen. Warum wurde das ganze ägyptische Volk für die Untaten eines Tyrannen, des Pharao, bestraft? Warum verhängte Gott wie ein göttlicher Sicherheitsrat so grausame Sanktionen, verunreinigte ihr Wasser mit Blut, zerstörte ihren Lebensunterhalt mit Hagel und Heuschrecken? Und noch grausamer: wie konnte ein gnädiger Gott seine Engel senden, um jedes erst geborene ägyptische Kind zu töten?

Beim Verlassen Ägyptens waren die Israeliten ermutigt, Besitz ihrer Nachbarn zu stehlen.

Es ist ziemlich seltsam, dass der biblische Geschichtenschreiber, der sicher tief religiös war, dieses Detail nicht vergaß. Und dies nur wenige Wochen bevor den Israeliten die Zehn Gebote von Gott persönlich gegeben wurden, einschließlich des Gebotes: „Du sollst nicht stehlen!“

Keiner scheint sich je viele Gedanken über die ethische Seite der Eroberung Kanaans gemacht zu haben. Gott versprach den Kindern Israels ein Land, dass die Heimat anderer Völker war. ER sagte ihnen, diese andern Völker zu töten, ja ausdrücklich befahl er ihnen, Völkermord zu begehen. Aus irgendeinem Grund nahm er das Volk der Amalekiter heraus und befahl den Israeliten, sie alle zusammen, zu vernichten. Später wurde der ruhmreiche König Saul von Gottes Propheten entthront, weil er Gnade gezeigt und nicht alle seine amalekitischen Kriegsgefangenen, Männer, Frauen und Kinder umgebracht hatte.

Natürlich wurden diese Texte von Leuten vor langer Zeit geschrieben, als die Moral der Individuen und Nationen anders war, und so auch die Regeln des Krieges. Aber die Haggadah wird – heute wie früher – unkritisch aufgesagt, ohne Überlegungen über diese schrecklichen Aspekte. Besonders in religiösen Schulen in Israel wird das Gebot, einen Völkermord gegen die nicht-jüdische Bevölkerung Palästinas zu begehen, von vielen Lehrern und Schülern ganz buchstäblich genommen.

INDOKTRINIERUNG: Dies ist der wirkliche Punkt dieser Reflektionen.

Da gibt es zwei Sätze in der Haggadah, die immer noch eine tiefe Wirkung auf die Gegenwart haben.

Einer der zentralen Gedanken, auf den fast alle Juden ihre historische Ansicht gründen: „In jeder Generation erheben sie sich gegen uns, um uns zu zerstören.“

Dies gilt nicht für eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort. Es wird als eine ewige Wahrheit angesehen, die für alle Orte und Zeiten gilt. „Sie“ ist die ganze Welt, alle Nicht-Juden überall. Die Kinder hören dies am Sederabend auf dem Schoß ihres Vaters, lange bevor sie lesen und schreiben können, und von da an hören sie es oder rezitieren sie es jedes Jahr – jahrzehntelang. Es drückt die ganze bewusste und unbewusste Überzeugung fast aller Juden aus, ob in Los Angeles, Kalifornien oder in Lod in Israel. Es lenkt sicherlich die Politik des Staates Israel.

Der zweite Satz, der den ersten ergänzt, ist ein Schrei zu Gott: „Gieße deinen Zorn über die Völker, die dich nicht kennen …denn sie haben Jakob verschlungen und sein Haus verwüstet! Möge Dein lodernder Zorn sie ereilen! Verfolge sie unter den Himmeln des Herrn…“

Das Wort „Nationen“ hat in diesem Zusammenhang eine doppelte Bedeutung. Das hebräische Wort ist „Goyim“, ein alter hebräischer Ausdruck für „Völker“. Selbst die Israeliten wurden als „Heilige Goyim“ bezeichnet. Aber während der Jahrhunderte erhielt das Wort eine andere Bedeutung und meint alle Nicht-Juden, und zwar in abfälliger Weise. ( Wie in einem jiddischen Lied: „Oy,Oy,Oy, betrunken ist ein Goy!“)

Um diesen Text richtig zu verstehen, erinnere man sich daran, dass es als ein Schrei aus der Tiefe des Herzens eines wehrlosen, verfolgten Volkes kam, das keine Mittel hatte , sich bei seinen Folterern zu rächen. Um ihre Gemüter zum fröhlichen Sederabend zu erheben, mussten sie ihr Vertrauen auf Gott setzen und zu IHM schreien, Er möge an ihrer Stelle Rache nehmen.

(Während des Seder-Rituals steht die Tür immer offen. Offiziell bedeutet sie, dass der Prophet Elia eintreten kann, sollte er wunderbarerweise von den Toten auferstehen. Tatsächlich sollte aber es den Goyim erlauben, hereinzusehen, um die antisemitische Verleumdung zu widerlegen, dass Juden ihr ungesäuertes Pessachbrot mit dem Blut gekidnappter christlicher Kinder backen.

DIE LEKTION: In der Diaspora war dies Verlangen nach Rache verständlich und harmlos. Aber die Gründung des Staates Israel hat die Situation vollkommen verändert. In Israel sind die Juden weit davon entfernt, wehrlos zu sein. Wir müssen uns nicht auf Gott verlassen, dass er die realen oder eingebildeten Untaten, die uns in der Vergangenheit und Gegenwart angetan wurden, räche. Wir können jetzt unsern Zorn selbst ausgießen über unsere Nachbarn, die Palästinenser, und die andern Araber , auf unsere Minderheiten, auf unsere Opfer.

Das ist die wirkliche Gefahr der Haggadah, wie ich sie sehe. Sie wurde von und für hilflose Juden geschrieben, die in ständiger Angst lebten. Es hob ihre Gemütsverfassung einmal im Jahr, wenn sie sich für den Augenblick sicher fühlten, beschützt von ihrem Gott, umgeben von der Familie.

Aus diesem Kontext herausgenommen und in einer neuen, völlig anderen Situation angewandt, kann es uns auf einen bösen Kurs bringen. Wenn wir uns sagen, dass jeder darauf aus ist, uns zu zerstören – gestern und bestimmt morgen, betrachten wir den übertriebenen Bombast eines iranischen Großmauls als lebendigen Beweis der Gültigkeit der alten Maxime. Sie sind darauf aus, uns zu töten. Also müssen wir – entsprechend der alten jüdischen Anordnung – sie zuerst töten, bevor sie uns töten.

An diesem Sederabend lasst uns also den edlen, inspirierenden Teil der Haggadah betrachten, den Teil über die Sklaven, die sich gegen den Tyrannen erheben und ihr Schicksal in ihre eigenen Hände nehmen – und nicht den Teil, indem es um das Ausgießen des Zorns geht.

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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PAPSTALARM

Erstellt von DL-Redaktion am 23. September 2011

Na endlich! Habemus Papam – wir haben den Papst

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Nach Hartz IV und der durch unsere Regierungen selbstgemachten Banken- und Finanzkrise ist der „Erlöser“ zu Gast bei uns in Deutschland, ein Gastarbeiter sozusagen. Der selbsternannte Stellvertreter „Christi“ auf Erden, Chef einer religiösen Sekte, die sich katholisch nennt, deren Aberglaube im Laufe der Jahrhunderte zig Millionen Menschenleben forderte und die nicht bereit ist, auch nur ein wenig dazuzulernen.

Ein toller Mann dieser Ratzinger! Ein Schwulenhasser, ein Ablehner von Verhütung und Kondomen im Aidszeitalter, also ein würdiger Nachfolger des Papsttums, in dessen Geschichte es von Mord über Plünderung und Vergewaltigung es eigentlich kein Verbrechen gibt, was diese „Papas“ nicht ausgelassen haben.

Alles historisch nachweisbar und nachzulesen.

Als z.B. die spanische Republik 1939 von den Franco Faschisten zerstört wurde: Auf welcher Seite stand der damalige Papst?

Auf Seite des Faschisten Francos, nicht auf Seiten der Bevölkerung! Getreu des Satzes: „Gott war noch nie auf Seiten der Armen“

Begreift die Menschheit eigentlich nie, dass sogenannte „Heilsbringer“ Scharlatane sind, die im Namen irgendeines Glaubens der Menschheit immer nur Unheil gebracht haben?

Wie sagte der damalige Papst nach den Verbrechen Hitlers 1946? „Gottseidank haben wie Schlimmeres verhütet“ – Ach ja, hätte es noch schlimmer kommen können und war es nicht der Vatikan, der zig Nazimördern über die sog. „Rattenlinie“ mit gefälschten Papieren verhalf, nach Argentinien zu flüchten? Prof. Guido Knopp hat dies in mehreren ZDF Dokumentationen eindeutig nachgewiesen, dass sich auch dort der Vatikan schuldig gemacht hat.

Nun hat der „Papa“ also vor dem Bundestag die Chance zu seinem Geschwafel gehabt! Ein Mann, der gegen die Abtreibung ist, gegen die Selbstbestimmtheit der Frau, eigentlich gegen alles, was die Menschheit sich nach der französischen Revolution an Bürgerrechten und Demokratie erarbeitet hat.

Mein Respekt gehört den Abgeordneten, die der Rede dieses unsäglichen Mannes ferngeblieben sind. Wie schrieb BILD einst: „Wir sind Papst“! Ach ja? Dann wären wir ja alle Antidemokraten, Judenhasser, Hexenverfolger und Volksverdummer, oder?

Heute weiss man, das die Geschichte aus der Bibel, mit der Arche Noah aus dem Gilgamesch-Epos, einem der ältesten erhaltenen Schriftwerke der Menschheit stammt, aus Uruk, dem alten Sumer im Zweistromland, zwischen Euphrat und Tigris. Dort entstand nachweislich auch die Geschichte von der Sintflut, lange bevor es sogenannte Christen gab.

Das Fundament des sogenannten „Christentums“, die sog. Bibel, steht auf wackligen Füssen, auf einer Reihe einmaliger Geschichtsklitterungen, Verfälschungen, Lügen und Unwahrheiten. Auf nichts anderem. Alles historisch belegbar, die Wissenschaft ist schlauer, als die katholischen Geschichtsverfälscher! Wer sagt eigentlich, das Gott männlich ist und keine Frau? Hat schon mal irgendjemand die Existenz dieses Wesens namens Gott nachweisen können?

Nein!

Und wenn es diese Kreatur gäbe, müsste uns denn nicht allen angst und bange werden, vor einem Wesen, was all dieses Elend auf der Welt, all diese Morde, Kriege und Folterungen zugelassen hat?

Einfältige Menschen sagen nach überstandener schwerer Krankheit oder schwerem überlebten Unglück „Gott hat mir geholfen“! Toll! Mittelalter pur. Und die Nachbarin von nebenan, die vorige Woche an Krebs starb, wo war Gott denn da?

Bertolt Brecht sagte: „Fragen über Fragen“ aber der Papst fragt sich nie, mit welcher demokratischen Legitimation er als Oberhaupt eines zutiefst antidemokratischen Vatikanstaates auftritt, wo es keinerlei Demokratie gibt. Und diesen Antidemokraten heissen wir in Deutschland willkommen? Wie verrückt ist Deutschland wirklich?

Ich habe noch vor 2 Monaten in Bad Homburg bei Frankfurt den sog. „Hexenturm“ besichtigt, wo die Opfer des Wahnsinns, welches sich „Papsttum“ nennt, allermeistens Frauen, zu Tode gefoltert worden sind, im Namen des Glaubens.

Dem Papst huldigen heisst für mich, einer Verbrecherclique zu huldigen, die zig Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat!
Politiker welche diesem Mann auch nur zuhören, könnten für mich genauso gut jedem Diktator dieser Welt zuhören, es macht wenig Unterschied.

„Wir sind Papst“?

Wenn wir Papst sind, dann stimmt die Geschichte von Bert Brecht und Herrn Keuner, die ich sinngemäss wiedergebe:

Herr Keuner geht in ein Museum für moderne Kunst, betrachtet dort ein Bild, was abstrakt gemalte Milchkannen darstellt. Ein anderer Mann stellt sich zu ihm und fragt, wann das Bild denn wohl gemalt worden sei. Herr Keuner sagt: „Im Mittelalter“. „Wie sagt der andere, das ist doch ein Museum für moderne Kunst?“ Herr Keuner sagt lakonisch: „Sag ich ja, Mittelalter“

Die absolute Mehrheit der Menschen sind übrigens keine Christen, kommen die nun alle in die Hölle?
Und wenn ja, warten dann die Päpste dort auf sie?

Die Franzosen sind schlauer als die Deutschen, eine Folge der französischen Revolution: Es gibt durch die Säkularisation in Frankreich eine klare Trennung zwischen Religion und Staat.

Die Deutschen sind dagegen so dumm, dass sie für die Kirche sogar von Staats wegen Steuern erheben!

Mal als Beispiel: Belgien, unser Nachbarstaat und die meisten anderen Demokratien in Europa kennen eine solche Steuer nicht. Wer „gläubig“ ist muss dort, wie in jedem anderen Verein Beiträge bezahlen und wenn nicht genug bezahlen, ist eben Schluss mit Lustigkeit, dann geht der Verein pleite und die örtliche Kirche macht dicht.

Bei uns in Deutschland, was sich nach der Kanzlerin gerne als „christliche Leitkultur“ versteht, ticken die Uhren aber anders.
Hier gilt der kölsche Grundsatz: „Noh obben bidde, noh unge tritte“!

Papst Ratzinger, Sie sind hier nicht willkommen und da sie in Rom leben, sollten Sie eigentlich wissen, dass die alten Römer kein Wort für Homosexualität, sondern nur eines für Sexualität hatten, da wurde nicht unterschieden und das Zölibat findet sich selbst im Märchenbuch Bibel nirgends, ganz im Gegenteil, das alte Testament ist eine Anhäufung sexueller Ausschweifungen und Verbrechen und die Borgia Päpste im Mittelalter hatten reichlich Frauen und Kinder, historische Tatsachen und nun wollen sie, aus dieser Tradition stammend, uns hier „aufklären“?

Nein danke, hau ab Ratzinger!

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Religionen –

Erstellt von DL-Redaktion am 24. September 2010

…Gefahr für den Weltfrieden?

von Dieter Carstensen aus Waldbroel 

Die Religionen fordern immer von anderen „Toleranz“. Die Geschichte und meine eigene Erfahrung lehren aber, dass sie selber nicht im Mindesten zu Toleranz gegenüber anderen bereit sind. Der Irrglaube an ein friedliches Miteinander der Religionen ist eine der ernsthaftesten Gefahren für den Weltfrieden, so z.b. der britische Biologe Richard Dawkins: „Es gibt einen logischen Weg vom Glauben an ein höheres Wesen zum Töten eines anderen Menschen. Du kannst sagen, es ist meine heilige Pflicht, den anderen zu töten und mich in die Luft zu sprengen. Du könntest nie sagen, weil ich Atheist bin, ist es meine Pflicht, andere umzubringen, da gibt es keine logische Verbindung.“

Die extremistisch – radikal gewalttätigen Moslems sind ebenso gefährlich für den Weltfrieden, wie z.B. die fundamentalistisch – radikal anglikanischen Sekten in den USA, mit ihrer Ablehnung der Evolution, ihren kreationistischen, pseudowissenschaftlichen Behauptungen und ihren fanatischen Anhängern, die sogar schon den Koran öffentlich verbrennen wollten.

Solange Menschen an Religionen glauben, solange leben wir weiter, das ist meine persönliche feste Meinung, mitten im Mittelalter. Wer z.B. an die Bibel oder den Koran glaubt, hat nach beiden Religionsbüchern das Recht Ehebrecherinnen zu steinigen. Gerade die Bibel ist ein Sammelsurium der Aufzeichnung menschlicher Ausschweifungen, denn der Gott der Bibel ist eine eifersüchtige, jähzornige und wahrlich nicht, im heutigen humanistischen Sinne, moralisch handelnde Person. Es ist erstaunlich, dass es der kirchlichen Propaganda gelang, aus dem häufig strafenden, jähzornigen Gott der Bibel einen in der Sicht vieler heutiger Glaubenden „lieben Gott“ zu machen.

Mark Twain formulierte es so: „In der Bibel finden sich Werke edler Dichtkunst, so manche kluge Fabel, einige von Blut durchtränkte Geschichten, eine Fülle von tausend Obszönitäten und mehr als tausend Lügen.“ (Quelle: „Letters from the Earth“, Mark Twain)

Nicht die Bibel oder der Koran können für moralischen Fortschritt sorgen, sondern nur eine universale Debatte über menschliche Werte, losgelöst von jeglichem Glauben.

Richard Dawkins: „Wenn Sie ihre moralischen Werte aus der Bibel bezögen, würden sie Ehebrecherinnen steinigen etc.! Wenn Sie aus Angst moralisch sind, weil sie Angst haben, dass Gott Sie sonst straft, ist es sogar noch schlimmer. Das heißt, dass Sie eigentlich kein besonders guter Mensch sind, Sie benehmen sich nur gut, weil Sie sich bedroht fühlen, oder weil Sie hoffen zur Belohnung in den Himmel zu kommen. Ich hätte wesentlich mehr Respekt vor jemandem, der gut ist, weil er das als das Richtige erkannt hat.“

Die sogenannte „moderne Zivilisation“ hat eine äußerst brüchige Oberfläche, wie jährlich weltweit hunderttausende Ermordete im Namen von Religionen beweisen.

Wer meint, das alles sei weit weg, hier in Europa, sollte mal an Irland und Jugoslawien denken, oder an die Militärgeistlichkeit der Christenheit, die auch an den aktuellen Kriegsschauplätzen, wie z.B. Afghanistan, Gott immer auf Seiten der „christlichen Krieger“ sieht und diese entsprechend „segnet“. Entsprechend betont jeder US Präsident in jeder Rede zu US Militärs mindestens einmal die gebetsmühlenartige Wiederholung des Satzes „God bless you“ („Gott segne Euch“), womit bei näherer Betrachtung auch heutige Kriege in gewissem Sinne „Glaubenskriege“ sind.

Eine sehr schlichte, von den Glaubensverfechtern der Religionen gerne geäußerte, allerdings durch nichts zu beweisende Aussage, eine genauso wenig zu beweisende Behauptung wie die, es gebe einen Gott, ist die vom „gläubigen“ Atheisten oder Agnostiker.

Den Religionsverfechtern fällt in ihrer tumben Selbstherrlichkeit und Intoleranz dann, wenn sie an die Grenzen ihrer persönlichen intellektuellen Fähigkeiten kommen, nicht einmal mehr der Widerspruch per se zwischen Glaube und Atheismus auf.

Wie sagte Élie Wiesel so treffend: „Der nachdenkliche Christ weiß, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk gestorben ist, sondern das Christentum“

Menschen die von einem wissenschaftlichen Atheismus überzeugt sind, „glauben“ nicht an ihn, sondern begründen ihn mit rein wissenschaftlich belegbaren Fakten, dem heutigen Stand der Wissenschaft entsprechend.

Es ist von keinem derart denkenden Menschen überliefert, dass er in Notsituationen „die Hände gefaltet“, gebetet oder einen Gott angerufen hat.

Das ist eine genauso platte und durch nichts zu beweisende Behauptung, wie die Aussage, es gäbe einen Gott. Eine solche Aussage zeigt aber sehr offen die grundsätzliche, allen Religionen innewohnende Intoleranz. Schon der mohamedanische Mystiker des neunten Jahrhunderts, Sidna Ali wies auf die Widersprüchlichkeiten eines menschlich erschaffenen Gottesbildes hin:

„So spricht Gott:

Wer mich sucht, findet mich,
Wer mich findet, erkennt mich,
Wer mich erkennt, liebt mich,
Wer mich liebt, den liebe ich wieder,
Wen ich liebe, den töte ich.“

Weil für „Gläubige“, die sich für die moralisch besseren Menschen halten, obwohl die Geschichte der Religionen und ihrer Verbrechen das absolute Gegenteil beweist, nicht sein kann, was für SIE nicht sein darf, schaffen sie neben ihrem Gott weitere Trugbilder, wie das vom „gläubigen Atheisten“, wenn sie mit ihrer Argumentation sachlich am Ende sind.

Psychologisch wird ein solches Verhalten mit einem „in sich geschlossenen Weltbild“ begründet, was keinerlei Argumentation von außen zugänglich ist, sondern in jeder theoretischen Auseinandersetzung, nach zig „ja aber“ Einwänden, immer wieder auf den nicht beweisbaren Basiskern des eigenen Weltbildes zurückkommt, als der einzigen Wahrheit.

Richard Dawkins äußert sich zu derartigem „Gotteswahn“ folgendermaßen:

„Religion ist schädlich, weil sie Leuten beibringt, dass sie ihren Glauben nicht begründen müssen. Sie müssen keine Beweise für ihre Glaubensininhalte liefern. Es gilt als tugendhaft, etwas zu glauben, einfach nur, weil es ein Teil der Religion ist. Weil es zur Tradition gehört, weil Autoritäten wie Priester es sagen, weil es in heiligen Büchern steht. Das sind alles keine guten Gründe, irgendetwas zu glauben.“

Übrigens haben Religionen und extreme politische Positionen, wie z.B. Neonazis, nach herrschender, soziologisch- sozialwissenschaftlicher Lehrmeinung, die Grundlage von in sich geschlossenen Weltbildern gemeinsam, weswegen es auch so schwer ist, Menschen mit solchen Grundeinstellungen zu einem Überdenken ihrer Positionen zu bewegen.

„Man scheidet die komplexe Welt in die klare Eindeutigkeit von Freund und Feind, da, wie es scheint, nur auf diesem Wege Sicherheit zu gewinnen sei. Die dichotomische Scheidung der Welt in Gut und Böse ist seit je ein Kennzeichen erfahrungsresistenter Weltwahrnehmung und deshalb auch Grundlage nicht bloß des Rechtsextremismus, sondern vielfältiger Fundamentalismen. Von solch einem „archimedischen Punkt“ her lassen sich allemal „böse Übeltäter“ ausmachen, deren gewaltsame Beseitigung dann als Notwehr ausgegeben wird.“

(Quelle: „Rechtsextreme Argumentationsmuster“ von Kurt Lenk, publiziert bei „Bundeszentrale für politische Bildung“,

Ein  höheres  Maß  an geistiger Unflexibilität und Intoleranz, als bei solchen Menschen, ist nicht erreichbar.

Und daher halte ich die Schlussfolgerung für gerechtfertigt, dass man Religionen als Gefahr für den Weltfrieden sehen kann.

Hierzu auch folgendes Video:

[youtube GPClXWr3tNw&feature]

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Grafikquelle :Regenbogenfahne

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