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RENTENANGST

Bayern macht dicht

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Mai 2017

Seit Februar hat der FC Bayern München seinen eigenen Fernsehsender.

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Autorin Marie Kilg

Rund um die Uhr werden Fans mit Informationen versorgt – aber nur mit solchen, die dem Verein gefallen. Gegenüber kritischen Journalisten schottet er sich ab

Karfreitag, 12.30 Uhr, Bundesligapressekonferenz in der Säbener Straße in München. Carlo Ancelotti, der Trainer des FC Bayern München, hat 15 Minuten in seinem Terminkalender geblockt, um in diesem kleinen, fensterlosen Raum Fragen von JournalistInnen zum nächsten Spiel zu beantworten. Philipp Nagel, seit neun Jahren Sportreporter beim Bayerischen Rundfunk, hebt die Hand: „Herr, Ancelotti, erlauben Sie eine Frage zum Madrid-Spiel? Wie konnte die Mannschaft so versagen?“ Die zweite Halbzeit im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid war die schlechteste, die Nagel in der Allianz-Arena je gesehen hat. Ancelotti könnte vom Gegner erzählen, vom Unterzahlspiel, von taktischen Fehlern. Stattdessen hebt er eine Augenbraue und sagt zwei Wörter: „Kleine Details.“ Nagel wartet. „Ist das alles?“ Der Pressesprecher winkt ab, keine weiteren Fragen zum Madrid-Spiel, das habe der Trainer sich so gewünscht.

Nach der Pressekonferenz sitzt Nagel im Auto und fährt ins Funkhaus des BR. Der 30-Jährige trägt Dreitagebart, Holzfällerhemd und Jeans mit Rissen über den Knien. „Es war schon mal leichter für Radio-Journalisten“, sagt er. Ancelotti ist kein einfacher Trainer, der gebürtige Italiener spricht leise und wenig, auf kritische Fragen antwortet er oft nicht. Nagels Arbeit aber lebt von Zitaten. Auch Ancelottis Vorgänger, Pep Guardiola, sprach wenig Deutsch und war bekannt für seine Reporterscheu. Den Wunsch, nicht mit JournalistInnen reden zu müssen, soll er sich im Vertrag gesichert haben.

Während Nagel Auto fährt, packt der Kameramann von FC Bayern.tv gerade seine Ausrüstung zusammen. Der Sender hat den „Pressetalk“ mit Ancelotti live übertragen, direkt aus dem Vereinssitz an der Säbener Straße auf die Smart­phones, Tablets und Fernseher seiner Abonnenten. Seit Februar sendet der Kanal 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, als erster linearer Fernsehsender eines deutschen Vereins. 35 Mitarbeiter machen das Programm: Nach der Pressekonferenz kommen Wiederholungen von Spielen, Analysen und Interviews, um 18 Uhr dann live die neusten Nachrichten. 30.000 Fans zahlen 5,95 Euro im Monat, um das Programm zu empfangen. „Wer braucht da noch Journalisten?“, fragte zum Senderstart die Süddeutsche Zeitung.

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, warf JournalistInnen letztes Jahr auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern vor, „böse Kampagnen“ gegen Pep Guardiola gefahren zu haben. Die Berichterstattung im Fußball habe dasselbe Muster wie beim Brexit und den US-Wahlen, sagte er. Kritik von Journalisten an der Champions-League-Reform nannte er „Fake News“. Überhaupt sei 2016 „ein schwarzes Jahr für die Medien“ gewesen.

Der FC Bayern ist nicht die einzige Institution, von der Medienmachende sich ausgeschlossen fühlen. Im November 2016 sprach der TSV 1860 München ein zeitweiliges Hausverbot für JournalistInnen aus. Spieler und Funktionäre durften nicht mehr mit der Presse reden, nachdem kritisch über die Entlassung eines Trainers berichtet worden war. Im Januar entzog der Verein drei Zeitungen die Dauerakkreditierung. Im März verlor eine weitere kritische Reporterin die Akkreditierung, der Verein strafte sie in einer Pressekonferenz mit dem Kommentar: „Wir werden deine Fragen nicht beantworten.“

Die Verschwiegenheit gegenüber der Presse ist im Fußball besonders deutlich, sie existiert aber über die Sportwelt hinaus. Der Elektronikhersteller Apple ist berüchtigt für seine Verschlossenheit: „Wir beantworten nur sehr selten Anfragen“, sagt ein Pressesprecher am Telefon. Die AfD hat letztes Jahr mehrmals Medienvertreter von ihren Veranstaltungen ausgeschlossen, und Donald Trump twittert sowieso lieber, als sich mit Medien auseinanderzusetzen – er nennt sie wahlweise „unehrlich“, „falsch“ oder „Feind des amerikanischen Volkes.“

Früher war die Arbeit mit JournalistInnen für viele PolitikerInnen, SportlerInnen und UnternehmerInnen zwar leidig, aber oft auch ein willkommener Weg, Aufmerksamkeit zu bekommen. Heute machen es die sozialen Medien möglich, direkt und selbstbestimmt mit den KundInnen oder WählerInnen zu kommunizieren. Wer selbst formuliert, muss keine Angst haben, falsch zitiert zu werden – und vor allem muss er sich keine kritischen Fragen gefallen lassen.

„Mit dem Finger am Puls der Bayern“ ist das Motto der FC-­Bayern-App. Aus Unternehmenssicht ergibt die direkte Kommunikation mit den Fans doppelt Sinn: Der Verein behält die Kontrolle über die Inhalte und das Geld bleibt auch daheim – auf den eigenen Plattformen können die Vereine sowohl Werbeplätze für Sponsoring-Partner anbieten als auch in eigener Sache kostenlos werben.

Im Studio von FC Bayern.tv steht ein Moderator breitbeinig hinter einem Tisch, eine Hand hält er gegen das Schweinwerferlicht, zu seinen Füßen kriecht ein dickes schwarzes Kabel. „Jap“, sagt er zur Regie, die über einen Knopf im Ohr zu ihm spricht, dann hebt er den Kopf, los geht’s: „Unsere Profis, Bayern, die Meisterschaft in aller Ausführlichkeit …“, kündigt er die Themen an. Wer diese Nachrichtensendungen sieht, bekommt Infos über fast jeden Bereich des Sportvereins: die erste Mannschaft, die U19, das Basketball-Team und die Frauen.

„Es wird alles positiv gefiltert, nichts Unangenehmes gefragt und nichts gegen einen verwendet“, sagt ein Bundesliga­profi des FC Bayern am Telefon, er möchte lieber anonym bleiben. „Das finde ich persönlich sehr angenehm.“ Der Sender entlastet die Spieler, er befindet sich direkt am Trainingsplatz und sammelt das Material, das er dann an andere Medien weitergibt. „Marketing ist ein extrem großer Teil der Arbeit für uns. Klar würden sich die meisten eigentlich lieber aufs Fußballspielen konzentrieren.“

Und dann ließ Jupp Heynckes eine intime Frage zu

Einer, der sich immer gegen einen 24-Stunden-Vereinssender ausgesprochen hat, ist Markus Hörwick. Er war bis 2016 Mediendirektor beim FC Bayern, also der oberste PR-Mann im Verein. Seine Begründung: Viel zu aufwendig. „Ich habe gesagt: Wenn wir es schaffen, ein 24-Stunden-Programm auf die Beine zu stellen, dann müssen die bei Sport1 und bei der ARD doof oder faul sein“, sagt Hörwick. Eine halbe Saison nach seinem Weggang wurde FC Bayern.tv Realität.

Hörwick sitzt in der Kneipe „Stadion an der Schleißheimerstraße“, der Verband Deutscher Sportjournalisten hat ihn an diesem Donnerstagabend im April zu einem Themenabend eingeladen: „Sportjournalismus – gestern, heute, morgen“. Das „Stadion“ ist eine Institution in der Münchner Fußballwelt. Die Wände sind mit Fanschals isoliert, an der Decke klebt Kunstrasen mit laminierten Porträts von Fußballgrößen.

Quelle  :  TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle  :  FC Bayern München – Servicecenter

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Author JörgGehlman
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Mit Feuer und Sepp

Erstellt von DL-Redaktion am 29. Mai 2015

FIFA-FORSCHUNG Wie man Joseph Blatter doch noch loswird

Der perfekte Ttrikottausch – an ihren Umgang lassen sich mendchr erkennen

Von Michael Ringel

Heute wird der mächtige Führer des größten Sports aller Zeiten, Joseph „Sepp“ Blatter, für weitere fünf Jahre an die Spitze seines geliebten Weltfußballverbandes gewählt – egal ob die halbe Fifa-Führung verhaftet wird oder nicht. Sepp Blatter ist und bleibt sakrosankt. Gern wiederholen wir deshalb hier unseren Lieblingswitz: „Was ist der Unterschied zwischen Gott und Sepp Blatter? Gott hält sich nicht für Blatter.“

Noch immer glauben Romantiker, dass das Gute irgendwann siegen und dass der finstere Fürst der Fifa verhaftet wird. Das ist allerdings ungefähr so wahrscheinlich, als würden Außerirdische in Zürich landen und den dunklen Lord des Kicks in eine ferne Galaxie entführen. Manch verzweifelter Fußballfreund mahnt sogar schon an, man solle Blatter wie in einer antiken Tragödie meucheln. Doch für Blatters geldgestählten Rücken ist kein Dolch scharf genug, Brutus‘ Stoß würde an ihm abprallen wie eine Wespe am Zürichberg.

Es gibt wahrhaftig nur einen Weg, den Fifa-Tyrannen aus seinem Amt zu befördern – indem man genau dies tut: ihn wegbefördern. Nur wohin? Schließlich ist der Fußball längst zur weltweiten Ersatzreligion geworden, und der heilige Joseph ist ihr selbst ernannter Fußballgott. Was soll es da noch für einen höheren Posten geben für den düsteren Don? Jedenfalls nicht im Vatikan, dafür sitzt Papst Franziskus zu fest im römischen Sattel. Richtig aber ist, dass man Blatter aus dem quasi- in den tatsächlich religiösen Sektor aufsteigen lassen muss. Und wie geschaffen dafür ist der sogenannte Islamische Staat.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber White House (Pete Souza) / Maison Blanche (Pete Souza)

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Die unbewältigte Sprache des Joachim Gauck

Erstellt von Gast-Autor am 20. August 2014

Wie die Deutschen Brasilien mal „niedermachten“

Autor: Daniela Dahn

Rationalgalerie

Datum: 18. August 2014

Reflektiertes Erinnern geht nicht ohne Sprache. Dabei ist es nicht ohne Belang, ob der Sprechende sich zu den Besiegten oder zu den Siegern rechnet.

Im Sport gibt es da, anders als in der Politik, klare Kriterien: 7:1, Deutschland gegen Brasilien. Was für ein demütigendes Ergebnis vor der ganzen Weltöffentlichkeit für die Gastgeber, die oft ein sorgenvolles Dasein fristen. Und sich mit dieser Fußballweltmeisterschaft 2014 so viel Hoffnung auf etwas Freude und Stolz gemacht haben. Brasilien war bereit, aus der Staatskasse viel Geld für die Fußballfans aller Welt zu zahlen. Geld, das im Lande, in dem der Hunger nicht besiegt ist, anderweitig gebraucht worden wäre, wie zahlreiche Proteste bewußt machten.

Wer hierzulande auch nur ein wenig Mitgefühl und Empathie für die Situation in Lateinamerika aufbringt, wird sich gesagt haben, daß ein knapperer Sieg im Halbfinale den an Selbstbewußtsein nicht mangelnden Deutschen auch gereicht hätte. In einem Wettstreit, bei dem es durchaus darauf ankommt, wer sich in der ganzen Welt teuerste Spieler, Trainer, Trainingslager, Ausrüstungen, Lobbyisten, Sportmediziner, Ernährungswissenschaftler und wer weiß was alles, leisten kann. Und bei dem die Brasilianer durch ein gefoultes K.o. ihres besten Spielers schon Pech genug hatten.

Welche Worte fand der deutsche Bundespräsident angesichts dieser Situation? Als es im Endspiel gegen Argentinien knapp wird, gibt er zu: „Ich war so emotional bewegt.“ Daß dies auch die andere Seite gewesen sein könnte, scheint ihm nicht in den Sinn gekommen zu sein: „Das war ein Nervenspiel, ich habe so gezittert und gebebt und mich gefragt: Wo ist die Mannschaft, die Brasilien mit 7:1 niedergemacht hat?“ Niedergemacht? Aus welchem Vokabelheft hat er denn das? Dagegen wurde kein Wort des Respekts oder der Achtung vor der Leistung der Brasilianer oder Argentinier bekannt. Nur ein Dank an Gott, daß es doch noch „geklappt“ hat. Wie sehr die lateinamerikanischen Katholiken mit ihrem Gott hadern mußten, war ihm offenbar egal. Ein Christ ohne Erbarmen?

Die ins Triumphgeheul einfallenden Großmedien ließen das unhinterfragt durchgehen. In den sozialen Netzwerken und Leserkommentaren gab es Unwillen. Auf Spiegel online erklärte ein Blogger, dieses Gauck-Interview sei der „Tiefpunkt des Abends“ gewesen. Angesichts einer getwitterten Fotostrecke von Regierungssprecher Seibert zum Besuch von Merkel und Gauck in Buenos Aires twitterte eine Studentin zurück: „Ich würde die mächtigste Frau der Welt und den klerikalen Kasperl aus dem Osten jetzt lieber in Gaza sehen.“ Breit diskutiert wurden die Flugkosten der Reise angesichts der enormen Staatsverschuldung in Deutschland. Der Papst als Argentinier sei vernünftiger gewesen.

Aber niemand hat, soweit ich sehe, den propagandistischen Gehalt des Wortes „niedermachen“ analysiert. Kein Journalist und kein Blogger hat sich daran erinnert, daß es sich um ein Lieblingswort aus dem „nazistischen Lexikon“ handelt. Victor Klemperer schreibt in seinem „LTI“: „Dem Verbum ´niedermachen´ merkt man die Wut auf den Gegner an.“ In den Heeresberichten sei es zu einer stereotypen Phrase geworden. Dort werde immer wieder darauf hingewiesen, „daß Banden keinen Pardon erhalten; besonders der ständig anschwellenden französischen Résistance gegenüber heißt es eine Zeitlang regelmäßig: soundso viele wurden `niedergemacht´“.

Klemperers Beispiele lassen sich mühelos ergänzen. Der „Führer“ persönlich hat sofort nach dem Reichstagsbrand den führenden Ton angegeben: „Wir kennen kein Erbarmen, wer sich uns in den Weg stellt, wird niedergemacht. Das deutsche Volk wird für Milde kein Verständnis haben. Jeder kommunistische Funktionär wird erschossen, wo er angetroffen wird.“

Auch die Information Nr. 321/2014 der Bundeszentrale für politische Bildung scheint dem Bundespräsidenten entgangen zu sein. Über die Soldaten der Wehrmacht heißt es dort: „Mit der größten Selbstverständlichkeit sprachen sie von `umlegen, `abknallen und `niedermachen´ . Und zwar in einem Ton, als ob heute jemand von Meetings im Geschäftsleben berichtet.“ Oder eben vom Fußball.
Wie sehr die Sprachregelung auch die Geistlichen erfaßt hatte, läßt sich an der 1940 erschienenen Menge-Bibel ablesen. Luther ließ bis dahin Jesus in einem Gleichnis (Lukas 19,27) auch nicht gerade menschenfreundlich fluchen: „Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.“ Hermann Menge, der bis zu seinem Tod 1939 Revisionen an seiner Übersetzung vornahm, legte Jesus in den Mund: „Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde, bringt her und macht sie nieder vor mir.“

Niedermachen – nur ein Ausrutscher des emotionalen Pastors Gauck, den man nicht überbewerten sollte? Vielleicht. Wer aber selbst seine Prägungen so stark aus familiären Erfahrungen ableitet, wird nicht überrascht sein, wenn man sich fragt, welche Sprache der kleine Joachim von seinen Eltern, die er NSDAP-Mitläufer nennt, aufgenommen hat. Als Offizier der Kriegsmarine kannte sein Vater die Heeresberichte. Als er nach dem Krieg von einem sowjetischen Kriegstribunal verurteilt wird und für vier Jahre nach Sibirien verschwindet, wird Onkel Gerhard das große Vorbild des siebenjährigen Joachim, die „Richtschnur für sein Leben“. Gerhard Schmitt war zunächst Gruppenführer der SA beim Amt für Ausbildungswesen. Später wurde er Wehrmachtsoberpfarrer für den gesamten Marineabschnitt Ostsee. Auch ihm wird die Lingua Tertii Imperii nicht fremd gewesen sein. Seinen allgegenwärtigen Antikommunismus hat der Onkel jedenfalls über die ganze Zeit als DDR-Kirchenfunktionär gerettet. Joachim Gauck hat ihm immer die Treue gehalten. Als Bürgerrechtler Anfang November 1989 für ein besseres Reisegesetz auf die Straße gingen, hatte der privilegierte Gauck einen dringenderen Termin. Wie schon mehrfach zuvor, reiste er mit Hilfe der Stasi in den Westen. Diesmal zum 80. Geburtstag von Onkel Gerhard. Kein Kind kann für seine Verwandtschaft, aber inzwischen war Joachim groß geworden und für sein Tun und Sprechen selbst verantwortlich.

Als Bundespräsident reist Joachim Gauck nun auffällig oft zu den Stätten, an denen der deutschen faschistischen Greuel gedacht wird. Das ist ehrenwert. Wie Bundespräsident Wulff reiste er nach Yad Vashem. So wie vor Angela Merkel kein Kanzler im KZ Dachau war, war vor Gauck kein Bundespräsident in Oradour-sur-Glane. Eine Spätfolge des angeblich verordneten DDR-Antifaschismus? Oder späte eigene Einsicht? Man würde es gern glauben. An Bescheinigungen für Gaucks Glaubwürdigkeit fehlt es jedenfalls nicht. Oder ist dies geschickte Taktik seiner Berater, die womöglich Äußerungen aus seiner vorpräsidialen Zeit vergessen machen wollen?

Etwa ein Erinnern an seine Rede im Mai 2004 in der NS-Gedenkstätte Torgau, die auch die Opfer des Massakers in Gardelegen ehrt. Noch im April 1945 wurden dort über 1000 lästig gewordene KZ-Häftlinge, ganz nach dem Muster von Oradour, von der Waffen-SS und ihren Helfern bestialisch in einer Scheune verbrannt. Doch Joachim Gauck wollte die Gedenkstätte gleichwertig auch für vermeintliche Opfer des Stalinismus öffnen. Der Zentralrat der Juden und in Torgau von den Nazis inhaftierte Deserteure protestierten vergeblich. Geehrt werden sollten unter anderem die NSDAP-Funktionäre Walter Biermann und Arno Brake, die an dem Kriegsverbrechen in Gardelegen aktiv beteiligt waren und dafür vom sowjetischen Militärtribunal in Torgau zum Tode verurteilt wurden. Daß die nur einen Tag nach dem Massaker in Gardelegen eingetroffenen amerikanischen Truppen vor Entsetzen, wie Augenzeugen schilderten, 20 beteiligte NS-Männer an Ort und Stelle erschossen, erwähnte Gauck selbstredend nicht. Vollstreckte Todesurteile gegen Naziverbrecher sollen stalinistisches Unrecht bleiben. Weshalb auch die Kanzlerin in Dachau tunlichst vermied, die 268 vollstreckten Todesurteile der Amerikaner nach den „Dachauer Prozessen“ gegen die Hauptverantwortlichen im Holocaust zu erwähnen. Selbst nach 70 Jahren bleibt in Deutschland die Erinnerung an die Aufarbeitung von NS-Verbrechen selektiv.

Die Überreste der Kriegsverbrecher Walter Biermann und Arno Brake wurden im Juni 2003 auf dem Hallenser Gertraudenfriedhof mit Stelen und „ewigem Ruherecht“ geehrt. Im gleichen Jahr plädierte Joachim Gauck zugunsten eines neu entfachten Nationalstolzes dafür, nun, da wir unsere Hausaufgaben in Sachen NS-Aufarbeitung hinreichend gemacht hätten, da wir „neurotisch auf der Größe unserer Schuld beharren“, auch daran zu denken, daß nicht alle Täter waren.

In seinem verquasten Vortrag „Welche Erinnerung braucht Europa“ empfand Gauck 2006 das Gedenken an den Holocaust in seiner „Einzigartigkeit überhöht“, fürchtete, es könne „quasireligiös“ werden. Und somit „dem Verstehen“ entzogen werden. Man kann den, auch zum Scheitern verurteilten, Versuch machen, die perfektionierteste Massenmordmaschine der Weltgeschichte erklären zu wollen. Bei diesem Wahn wird immer ein unerklärbarer Rest bleiben. Kann man angesichts dessen den Holocaust gar verstehen? Verstehen setzt eine nachvollziehbare Motivation voraus. Man muß diese dann nicht teilen, aber eben doch verstehen. Christlicher Antijudaismus, die Wurzel des Antisemitismus, wird zur Erklärung hinzugezogen, aber doch nicht zum Verständnis. Gauck sprach sich jedenfalls gegen eine „ewige Hierarchie der verschiedenen Ausprägungen des Bösen“ aus, weil nämlich die Singularität der Shoah das Aufarbeiten der „Schuld an siebzig Jahren Staatsterror unterminieren“ würde, kommunistischem, versteht sich.

Er war für das „Einbringen neuer Leidensschwerpunkte in den europäischen Diskurs“, so die Schuld der anderen, etwa die französische Kollaboration oder die „Orte mit doppelter Erinnerung“, wie Buchenwald, Sachsenhausen oder Torgau. Bei Dachau setzte seine doppelte Erinnerung schon aus, genau wie bei den übrigen 34 Konzentrationslagern auf deutschem Boden, die die Westalliierten zunächst als Gefangenenlager weiterführten. Sehr präsent war ihm dagegen das „lange vernachlässigte Erinnerungsgut: Deutsche als Opfer“. Dieses Thema sei keine Relativierung, sondern „Zeichen geistiger Gesundung“. Da sprach plötzlich ein Sieger der Geschichte.

Klemperer nannte sein Buch im Untertitel: Die unbewältigte Sprache. Er war überzeugt, „die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein – im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.“

So dürfen wir auch künftig gespannt sein, aus welchem Fettnapf ergebene Redakteure den in Peinlichkeit getunkten Bundespräsidenten nun wieder herausziehen müssen. „Niedermachen“ werden sie ihn nicht. Da können wir beruhigt sein. Nach zwei herbeipolemisierten Rücktritten von Bundespräsidenten hat der Wunschkandidat der wirtschaftstreuen Großmedien nun Narrenfreiheit. Aller guten Dinge sind nicht drei. Das kann sich der Staat nicht leisten. So werden wir weiter die Luft anhalten müssen, wenn unser derzeitiges Staatsoberhaupt, fern von Formulierungshilfen seines Büros, in freier Rede seinen Emotionen freien Lauf läßt.

Der Beitrag erschien zuerst in der Zweiwochenschrift OSSIETZKY
http://www.ossietzky.net/

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Grafikquelle   :  Verlinkung mit Twitter

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Wenn Cacau bei den Kommunisten tanzt

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Mai 2014

Wenn Cacau bei den Kommunisten tanzt

Autor: Josef-Otto Freudenreich

Immerhin einer regt sich über Che Guevara auf: der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Michael Rogowski hat ihn direkt vor seiner Villa in Heidenheim hängen. Eigenhändig hat er ihn entfernt. Jetzt liegt er im Streit mit der MLPD, der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland, die eigentlich ganz locker daher kommt. In ihrem Hauptquartier in Stuttgart-Untertürkeim verkehren der Fußballer Cacau, der CDU-Bezirksvorsteher und die Mao-Bibel ist auch nicht Pflicht.

Jeden Tag „gaffe“ ihn Che Guevara oder eine Knarre an, giftet Rogowski und schreitet zur Tat. Runter mit den Plakaten. Das hat der MLPD natürlich nicht gefallen und die Polizei gerufen. Die wiederum ermittelt nun, weil, wie sie sagt, der „Verdacht des Diebstahls“ im Raum stehe. Für Rogowski, der viele Jahre den Maschinenkonzern Voith geleitet hat, ein Unding. Schließlich sträubten sich, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, ihm alle Haare, „wenn Stalin und Mao verherrlicht werden“ sowie zu einer Revolution aufgerufen werde, die die „Herrschaft des Kapitals unterbinden“ solle.

Bei der MLPD hängt der Umsturz auch vor dem Haus. Che Guevara. Hoch die internationale Solidarität. Drinnen geht sie weiter, die Revolution. Im ochsenblutfarbenen Arbeiterbildungszentrum, kurz ABZ, in Untertürkheim, wo der Stuttgarter Ableger zu Hause ist: die MLPD. Nun sieht Volker Kraft nicht aus wie Che, mit seinen ordentlich gescheitelten schwarzen Haaren, und der Ficus benjamina in seinem Besprechungsraum ist auch eher kleinbürgerlich. Aber der 60-Jährige sagt, dass die Revolution noch zu seinen Lebzeiten komme. Davon sei er „tief überzeugt“. Das klingt aufregend.

Quelle: Kontext – Wochenzeitung >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Fotoquellen:  LAKL – SKPF

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Ausspähen unter Freunden

Erstellt von DL-Redaktion am 29. Oktober 2013

In aller Freundschaft

Nee, nee, nicht Merkel und Obama

Freundschaften kennen wir alle, haben sie in unseren Leben alle, mehr oder weniger stark erlebt. Manche davon bleiben uns sogar lebenslänglich erhalten. So ist Vielen auch der Spruch aus dem Fußball noch bestens bekannt. Vor langer, langer Zeit hieß es einmal: „Elf Freunde müsst ihr sein!“ Ja, und das jetzt ohne jegliche Wehmut: Das war zu Zeiten da hieß es noch Fußball spielen und nicht Fußball, Geld verdienen.

Das war im Sport so, aber Freundschaften in der Politik wie es uns so gerne vor gesponnen wird? Freundschaft zwischen den USA oder Frankreich und Deutschland? In der Politik? Zu verschiedenen Zeiten verschiedentlich ähnliche Interessen ja,  aber Freundschaften. Es wäre gut würden uns Politiker einmal ihre Version über das Wort Freundschaft erklären.

Ein schöner Ausspruch von Merkel: „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“. Richtig wenn es denn Freundschaften gebe, in der Politik. Ist Merkel naiv, oder die Bevölkerung so blöde ihr diese Naivität ab zukaufen? In Wahrheit dienen solche Sprüche aber nur dazu, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Sie fürchtet eine Zuspitzung dieses Skandal und möchte nicht als Mitwisserin in die Verantwortung genommen werden.

So wie die Deutschen den USA zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet sind, aufgrund von Care Pakete, Aufbauhilfe oder auch heute bei der Ausspähung von Terroristen welche mit ihren Anschlägen Mord und Terror über dieses Land bringen könnten, ist auch die hiesige Bevölkerung zu ewigen Dank gegenüber Mutti verpflichtet, welche sich so gut um unsere Belange kümmert. Der Dank welchen einer Person wie Edward Snowden heute gebühren würde, könnte ja auch jeder Deutsche Aufklärer später einmal für sich in Anspruch nehmen. Gegen die eigene „Hausmacht“.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ heißt es so schlicht und wirklich zu verschenken hat und hatte niemand etwas. Auch und ganz besonders der Staat nicht, welchen laut Demokratie den Bürgern gehört. Geschenke bekommen vom Staat hat der Normalbürger auch nie. Alles was er bekommt wurde von ihm zuvor eingezahlt. Nicht nur in Form von Geld, sondern die unbezahlte Leistung ist hier noch wesentlich höher zu bewerten.

Der einzige Nutznießer ist der Macher, sprich Politiker welcher diese Kassen verwaltet und sich daraus frei bedienen kann. Er wurde frei gewählt, wenn auch ohne jegliche Alternative, da immer jemand an der Kasse sitzt. Er kann sich frei bedienen da er als einziger die Möglichkeit hat aus dem Vollen zu schöpfen. Der Rest bleibt für die Masse. Der persönliche Verzicht, wichtigster Bestandteil einer echten Freundschaft kann nicht in Erwähnung gezogen werden, da er mit Machtverlust gleichzusetzen wäre.

Nein, Freundschaften in der Politik gibt es nicht und ein Staat hat auch nichts zu verschenken. Auch die immer wieder erwähnten Entwicklungsgelder dienen nur dem eigenen Vorteil, fördern diese doch die eigene Wirtschaft und sind überwiegend an Verpflichtungen der Nehmer gebunden. Nicht umsonst werden Gelder meistens von Staat zu Staat und nicht von Staat an Personen geleistet. Nicht selten wird gefordert das Geld auch im Geberland wieder auszugeben. Für Waffenkäufe zum Beispiel.

Wir sollten immer wieder darauf hinweisen, denn eines der besten Beispiele des Eigennutzes von Spendergelder war die Tsunami Katastrophe welche im Jahre 2004 Asien heimsuchte. Da sind viele hunderte  Millionen Euro in die Gebertaschen geflossen. Ein Kg Reis im Wert von vorher 30 Cent kostete über Nacht 3 Euro da angeblich riesige Vorratslager vernichtet wurden, welche aber nicht an der Küste, sondern im Landinneren waren. Dort wo der Tsunami nie hinkam. Auch Deutschen Hotelketten gelang es so zerstörte Küstengebiete günstig aufzukaufen um dort riesige Urlauberzentren zu errichten und Familienbetriebe zu zerstören. Die wenigsten der Geschädigten haben je auch nur einen Cent gesehen. Ähnlich wie bei dem Hochwasser im Osten unseres Landes in diesen Jahr.

In aller Freundschaft

 NSA Das Abhören von Merkels Mobiltelefonen weckt alte Ressentiments gegenüber den Amis: Die machen eh, was sie wollen. Und wir müssen lieb sein

Einen Stich der Kränkung hat man schon verspürt, als der Republikaner Peter King, Vorsitzender des Geheimdienst-Unterausschusses im US-Repräsentantenhaus, im Sender NBC ein bisschen von oben herab sagte, die USA machten ihre Abhöraktionen doch „nicht zum Spaß. Es geht um die Gewinnung wichtiger Erkenntnisse, die nicht nur uns, sondern auch den Europäern helfen.“

Schließlich, so King, habe die NSA Tausende Leben gerettet, auch in Frankreich und Deutschland. Der Tenor war klar: Was habt ihr denn, ihr Deutschen, was soll die Aufregung um das Abhören der Telefone der Kanzlerin durch den amerikanischen Geheimdienst? Was soll das Gerede über „Vertrauensbruch“ oder gar die deutsch-amerikanische „Freundschaft“, die jetzt schwer angeschlagen sei? Hey, hier geht es um den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, nicht um irgendeine Moral, ein „Vertrauen“ oder gar eine „Intimsphäre“ unter Freunden.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Kein Wunder in Brasilien

Erstellt von DL-Redaktion am 2. August 2013

Wunder brauchen länger, auch in Brasilien

Das Bild des freundlichen Riesen vom Amazonas zeigt schon seit Langem deutliche Risse. Die Schattenseiten einer beispiellosen wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte treten immer klarer zutage. Für Dilma Rousseffs Arbeiterpartei wird es höchste Zeit, Farbe zu bekennen. Bislang hat sie sich höchst pragmatisch in das herrschende System gefügt und mit allen und jedem Kompromisse gesucht und Bündnisse geschlossen.

 Brasília, 15. Juni 2013, vor dem Fußballspiel Brasilien gegen Japan: Joseph Blatter und Dilma Rousseff möchten zum Auftakt des Confederations Cup – einer Art Generalprobe für die WM im kommenden Jahr – ein Grußwort sprechen. Als der skandalumwitterte Fifa-Vorsitzende zu reden anhebt, bricht in der prächtigen Mané-Garrincha-Arena ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert los. Als Blatter die Staatschefin Rousseff namentlich erwähnt, werden die Pfiffe und Buhrufe noch einmal deutlich lauter. Schließlich erklärt die genervte Präsidentin das Turnier mit einem einzigen Satz für eröffnet.

 Auch wenn den Millionen Brasilianern, die diese Szene über TV Globo mitverfolgten, der akustische Pegel des Unmuts auf den Rängen verborgen blieb – Mimik und Gestik der Präsidentin sprachen Bände. Tage zuvor waren in mehreren Großstädten Zehntausende gegen Fahrpreiserhöhungen und Polizeigewalt auf die Straßen gegangen. Dass auch das Fifa-Spektakel zur Zielscheibe des Volkszorns wurde, ist dabei kein Zufall. Die weitgehend aus Steuergeldern finanzierte WM soll nach jüngsten Zahlen rund 10 Milliarden Euro kosten, fast viermal so viel wie die letzte WM 2010 in Südafrika. Mit den 500 Millionen Euro, die allein das Stadion in Brasília verschlang, hätten 150 000 Sozialwohnungen gebaut werden können, rechnete der Abgeordnete, Fifa-Kritiker und Exfußballstar Romário vor.

 Eine ähnlich breite gesellschaftliche Aufbruchsstimmung wie in diesen Tagen hat Brasilien zuletzt vor knapp 30 Jahren erlebt. Gegen Ende der Militärdiktatur, die von 1964 bis 1985 dauerte, verlangte die Bevölkerung ein Jahr lang einen klaren Bruch und direkte Präsidentenwahlen. Damals behielten Militärs und konservative Politiker die Oberhand; realisiert wurde die Forderung erst eine Legislaturperiode später.

 Heute sind die Proteste heterogener, die Forderungen vielfältiger. Und die linke Arbeiterpartei PT, die damals noch Sprachrohr der sozialen Bewegungen war, ist nach einem langen Marsch durch die Institutionen und zehn Jahren an der Regierung selbst zum Establishment geworden. Dafür hat sie einen hohen Preis bezahlt.

Quelle: Le Monde Diplomatique >>>>> weiterlesen

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Foroquelle: Wikipedia – Author Heitor Carvalho Jorge

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Uli Hoeneß und die Wurst

Erstellt von DL-Redaktion am 22. April 2013

Der tiefe Sturz des Sittenpredigers

Nürnberger Rostbratwürste, auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt

Jetzt hat es also wieder einen der ganz GROSSEN erwischt. Nein nicht von der Körpergröße her im Sinne von GROSS,  nein mehr von seinen Reden, seiner Selbstdarstellung, seinen persönlichen Erscheinungsgehabe her. Von diesen Typen haben wir viele in unserer abgehobenen Gesellschaft, vielleicht viel zu viele als das es einer gesunden Gesellschaft verträglich ist?

Dabei leben sie unbehelligt unter uns, egal ob in der Wirtschaft, Wissenschaft oder der Politik und werden von der Presse und einen Großteil der Bevölkerung und das auch noch mit Stolz „Unsere Eliten“ genannt. Sie nutzen uns und die Gesellschaft, zu ihrer persönlichen Vorteilnahme, zur Mehrung ihrer Kontenstände aus und glauben dabei immer etwas besseres zu sein, da sie ab und an einen Brocken fallen lassen.

Und die Gesellschaft schaut mit glänzenden Augen diesem Schmarotzertum staunend zu. Ja es sind  Schmarotzer welche die von der Gesellschaft geschaffenen Einrichtungen wie Bildung, Kultur, Wissenschaft oder auch den technischen Fortschritt sowie die entsprechende Einrichtungen nutzen, ohne die zur Unterhaltung dieser Einrichtungen nötigen Beiträge zu entrichten. Dazu werden sie dann durch ihre eigenen Vertreter aus der Politik entsprechend unterstützt. Diese Vertreter sitzen im übrigen in allen Parteien, also auch in der LINKEN.

Dort ist dieses ein besonderes Problem, da diese bekennende Arbeiterpartei von einigen dazu benutzt wird auch noch die unterste Stufe der Gesellschaft finanziell auszusaugen, und dieses ohne auch nur die geringsten Gegenleistungen zu bringen, sondern mit Versprechungen auf Zeit. Ist es nicht auffällig dass genau die gleichen Verhältnisse in den Spitzen der Gewerkschaften zu beobachten sind? Darum, wir als Gesellschaft sollten grundsätzlich einmal darauf achten, dass uns niemand zu einer Verbesserung der Situation verhelfen wird. Das müssen wir schon selber machen!

Sturz des Sittenpredigers

 Uli Hoeneß ist am Samstag gar nicht erst mitgereist zum Spiel des FC Bayern nach Hannover. Der Präsident der Münchner hat einen 6:1-Sieg seines Klubs verpasst. Hoeneß hätte sich nach dem Spiel unangenehmen Fragen stellen müssen. Fragen nach seinem offenbar unversteuerten Millionenvermögen in der Schweiz, Fragen nach der Herkunft des Geldes, Fragen nach Moral und Anstand. Der Pressesprecher der Bayern, Markus Hörwick, ließ wissen, Hoeneß und der ebenfalls abwesende Karl-Heinz Rummenigge würden sich wie so mancher Spieler fürs Champions-League-Spiel am Dienstag gegen den FC Barcelona schonen. Die Spieler sagten, sie würden nur einen „korrekten Herrn Hoeneß“ kennen und keinen, der Geld am deutschen Fiskus vorbei in der Schweiz deponiert. Alles würde sich aufklären, hofften die Profis und spielten in Hannover auf, als sei nichts gewesen.

 Dabei zieht gerade ein veritabler Sturm über den Verein hinweg. Denn Uli Hoeneß hat bereits im Januar über seinen Steuerberater Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet und dabei gleich noch eine Summe von mindestens 5 Millionen Euro überwiesen. Er sagte das erst jetzt seinem Leib-und-Magen-Blatt, dem Focus, dessen Herausgeber Helmut Markwort im Verwaltungsbeirat der Bayern sitzt und ein enger Freund von Hoeneß ist.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

PRESS-SCHLAG

Der Samariter unter den Großkopferten

 Uli Hoeneß ist ein Angeber, er war es schon immer. Er lässt keine Gelegenheit aus, in die Welt hinauszuposaunen, dass er ein notorischer Wohltäter ist, der nicht gerne über seine Wohltaten spricht. Er verfährt nach dem Motto: „Kein Mensch weiß, dass ich Borussia Dortmund gerettet habe, und ich spreche auch nicht darüber.“ Auch wenn er nicht danach gefragt wurde, hat er erzählt, mit welcher Größe aus der Politik und der Wirtschaft er gegolft oder sich beim Mittagessen irgendetwas Deftiges in den Fresskopf hineingeschoben hat. Im Nobelwirtshaus von Alfons Schuhbeck (auch so ein Steuerhinterzieher), so erzählt man sich in München, soll es einen Raum geben, den Hoeneß immer nutzen kann, wenn er einen anderen Großkopferten zum Essen trifft. Warum wollte eigentlich nie jemand wissen, was er eigentlich dauernd mit einem Chef von Volkswagen, mit einem aktuellen CSU-Ministerpräsidenten (Horst Seehofer) oder ehemaligen (Edmund Stoiber) zu besprechen hat.

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Fotoquelle: Wikipedia

Author Schlurcher (talk)

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In your Face !

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2012

Ikonografie des Mario-Balotelli-Jubels

So sehen Streiter aus. Kämpfer welche für ihre Rechte als Mensch in der Gesellschaft streiten. Das ist kein LINKER Schlaffi welcher sich um den Mund wischt und diesen hält um seine Oberen zufrieden zu stellen. So sehen echte Widerständler aus welche ihr National- ( Partei ) – Trikot wegschmeißen um dadurch jedermann zu zeigen, selbständig denken und handeln zu können. Solch einen Charakter braucht Mensch um Gesellschaften zu verändern. Wir verbeugen uns im tiefen Respekt vor diesen großen Menschen!

Diese  eindrucksvolle Bildbeschreibung hierzu liefert der Autor und Filmkritiker Georg Seesslen in der er im besonderen die Unbeugsamkeit der Person Mario Balotellis hervorhebt.

In Your Face!

Da steht ein Held, zweifellos. Aber keiner von der entspannten, glücklichen, erlösten Art. Da steht einer, der sich zum eigenen Standbild gemacht hat. Der ein Statement abgibt.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Pose, die Mario Barwuah Balotelli einnimmt, eigentlich nicht „fußballerisch“ ist. Sie entspricht auch nicht dem gewöhnten Drama der Spannung, des Alles-Gebens und dann des erlösten Sau-Rauslassens. Kein Jubel, eher Ingrimm.

Eher ein Vorher als ein Nachher. So, als würde die eigentliche Auseinandersetzung erst noch folgen. Als müsste für einmal die disziplinierte Bewegung des Spiels nach dem Tor nicht übersetzt werden in übermütige, alberne und eben undisziplinierte Bewegungen.

Und so, als wollte da einer nicht dieses Spiel des Kollektivs mitmachen, hintereinander herlaufen, übereinander herfallen, einander beglückwünschen immerhin. Da will einer, so scheint es, für sich stehen. Sein Blick verrät Stolz, kein Glück. Er wendet sich nicht ans Publikum, sondern, wie Miles Davis während seiner schönsten Soli, von ihm ab. Wie oft hat er rassistische Schmährufe von dort hören müssen!

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[youtube _SAa4RrFglM]

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Grafikquelle   :   DL -privat -Zeitungs-scan  /

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5 : 2

Erstellt von Gast-Autor am 13. Mai 2012

Es war spannender als ein ‚Schimanski‘ –
das Spiel der Dortmunder gegen Bayern München.

Aber die Dortmunder gewannen wohl nur zufällig gegen die „Top-Stars“ aus München, sollte man den Worten von Josef Heynckes und O. Kahn Glauben schenken. Die bezahlte Überheblichkeit von Heynckes wurde nur noch von einem direkt am Spiel Beteiligten getoppt:
Bayern-Kapitän Philipp Lahm, der Ballack-Wegbeisser, verstieg sich in die grandiose Fehleinschätzung trotz bewiesener Sachlage durch das Ergebnis von 5:2: „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft“. Lachanfall! Deswegen haben die Bayern verloren – eben weil sie die bessere Mannschaft waren! Lahm könnte mit seinen Fähigkeiten in die Politik gehen; denn auch Politiker machen aus den grössten Misserfolgen noch positive Bewertungen für ihre Partei. Lahm wäre bei der Linken gut aufgehoben – unabhängig einmal von seiner sonstigen politischen Denke.
Kahn verwunderte! Er gestand den Dortmundern wirklich bessere Fähigkeiten zu – allerdings „nur“ durch die bessere Ausnutzung der Fehler der bairischen Mannschaft. Er vergass dabei, dass nur durch Fehler der einen der andere den Sieg davontragen kann. Das ist dogmatisch bei allen strategischen Spielen so, wobei der Faktor ‚Glück‘ eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Der Faktor ‚Glück‘ spielt bei den heutigen Wahlen in NRW allerdings keine Rolle; denn die Parteien haben sich aus ureigenster Kraft in die Rollen manöveriert, die das heutige Ergebnis zeitigen wird.
Kraft & Co. hat in der abgebrochenen Legislatur keine schlechte Arbeit geleistet. Die neuesten Umfragen bestätigen diese Feststellung. Die F.D.P. wird ihren Rösler-Lohn erhalten und rausfliegen. Und die sogenannte Linke als Selbstversorgungsunternehmen der „Crème des la Crème“ dieser „Lüger“ wird ebenfalls rausfliegen. Die „C“DU hat sich durch Muttis Sohni selber demontiert: Unglücklicherweise wählt der Wähler; der Ministerpräsident eines Bundeslandes wird gottlob noch nicht durch den Hosenanzug vor-konfuguriert.
Es leben die PIRATEN. Wie im Saarland und Schleswig-Holstein werden sie die Linke aus dem Wettbewerb rauskatapultieren – so wie sie es verdient hat – resultierend aus dem Nichtstun der 11 NRW-Fleischtrog-Besetzer.
Die NRW-Wahl hat nicht nur einen hohen Stellenwert für die weitere Politik im Lande, sondern das Ergebnis der Wahl wird die politische Landschaft in Deutschland verändern, wobei der Niedergang der sogenannten Linkspartei das Unerwähnenswerteste ist. Bevor OLafs Freundin Führerin wird, hat diese Partei ausgespielt. Lafontaines Liaison findet zwei Jahre zu spät statt. Das hat er im Saarland schmerzlich spüren müssen, nachdem sich dort seine „Erfolge“ um die Hälfte reduziert haben, und er in Schleswig-Holstein ordentlich auf die sprichwörtliche „Schnauze gefallen“ ist. Alle guten Dinge sind DREI, heisst es: ‚in toto‚ – DIE LINKE ist weg vom Fenster!
Ihr Ergebnis wird bedeutend schlechter sein als das 5:2 gegen/für die Bayern.

Als kleine Einleitung hinsichtlich der fortführenden Kritik am Hosenanzug kann man die verlorenenen Abstimmungen werten, die der Hosenanzug gestern erlitten hat:
o Ablehnung der Abschaffung der Subvention für erneuerbare Energie nach „Rös-chen“ und
o die Ablehnung der Steuersenkungen, was hoffentlich bald dazu führt, dass der Spitzensteursatz endlich erhöht wird, wie es Millionäre in Deutschland seit langem
fordern.

Herzlichen Glückwunsch, Borussia
sagt der Verfasser als gebürtiger Dortmunder!
Und willkommen im Club, ihr Linken, „meint“ Lahm, der Schönredner.

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Grafikquelle    :  Dortmund feiert das Double.

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Die – Woche

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Juli 2011

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

Im Rückblik auf die vergangene Woche erinnert er diesesmal an das Elfmeterregieren von Merkel, den Quoten in der Telekom und bedankt sich bei dem Kabinettsmitglied welches über die Panzerlieferungen nach Saudi Arabien gequatscht hat.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?

Friedrich Küppersbusch: Das Erika-Ribbeck-Gedächtnis-Viertelfinale gegen Japan.

Was wird besser in dieser?

Der Slogan „Dritte Plätze sind was für Männer“.

Nach seiner Entlassung aus dem Hausarrest war von einem politischen Comeback des Ex-IWF-Chefs und sozialistischen Politikers Dominique Strauss-Kahn die Rede. Dann verklagte ihn eine Journalistin wegen einer angeblichen Vergewaltigung. Soll uns das noch interessieren oder schalten wir da besser auf Durchzug?

Ich bin bei Kachelmann gut damit gefahren, das Urteil abzuwarten und dann auch nichts mehr zu sagen.

Am Montag hat die Telekom zwei Frauen in ihren Vorstand berufen. Nun wird gemunkelt, dass der Frauenquotenerfinder des Telekommunikationsunternehmens, Thomas Sattelberger, dafür seinen Posten räumen soll. Was soll das?

Nicht soll, sondern will; kolportiert die FAZ, dass Sattelberger seinen Job als Personaler räume, weil es sein Plan gewesen sei, die neue Personalpolitik einer Frau zu übergeben. Zudem sei er Gewerkschaftern als „harter Hund“ verschrien gewesen, laut Handelsblatt verweigerten Arbeitnehmervertreter dem Frauenförderer einen längeren Vertrag. Nun bekommen sie eine christdemokratische Frau und mosern auch schon mal los. Peinlich für den Deutschen Gewerkschaftsbund, sich von Bossen was vorquoten zu lassen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Die Borussia

Erstellt von Gast-Autor am 30. April 2011

ist Meister

Ich muss zugeben, dass ich kein grosser Fussballfan bin, obwohl ich in Dortmund-Hörde geboren wurde.

Aber allein schon, weil meine beiden Schwiegersöhne VFB-Fans sind, musste ich mich öfter mal zu Wort melden und Partei ergreifen, wenn es gegen die Schwaben ging. Verrat hat man mir dann vorgeworfen, weil doch das Schwabenland meine Heimat war seit 40 Jahren, ich eine Schwäbin ehemals ehelichte, die zwei Schwäbinnen zur Welt brachte. Das war mir aber egal.

Dann habe ich noch einen guten Freund, der Hauptkommissar bei der Frankfurter Bullerei war. Wenn es um die Eintracht ging, kannte er keine Freundschaft mehr und mehr als einmal stand diese auf der Kippe, wenn ich den Borussen ‚raushängte‘ – aus reinem Ärgernis und wenn die Eintracht mal wieder Dresche bezogen hatte.

Und dann freue ich mich immer, wenn dieser komische Verein mit blauen Trikots aus der Nähe von Gladbeck, der Verein, den man nicht nennt, so ordentlich einen auf’n Sack krichte. Zu allem Überfluss ist hier in Ahlen, wo ich meinen Aufenthalt seit sieben Jahre nun habe, der Willy – seines Zeichens katholischer Pfarrer – ein Fan dieses blauen Krümmelvereins.

Deswegen bin ich Borussia-Fan – aus reinem Opportunismus – um die anderen zu ärgern, was auch darin gipfelt, wenn Bayern verliert, deren Fans zu foppen. Das reicht mir auch schon, wenngleich das nix mit Borussia zu tun hat; allein das Verlieren der Bayern ist „tofte“ – so attributierte mein Grossonkel Gustav – Gott habe ihn selig – immer dieses in den letzten Jahren viel zu wenig stattgefundene Ereignis. Ich kann diesen blasphemierten Kasperlesverein mit seiner Führungsclique nicht leiden, besonders nicht den Metzger, auch wenn er Schwabe ist. Aber ordentliche Zeitgenossen können sowieso keine Bayern-Fans sein.

Ich freue mich heute , dass die Borussen die Schüssel gewonnen haben. Die Fans haben es verdient.

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Grafikquelle  :  Borussia Dortmund feiert die Meisterschaft (von links nach rechts: Stiepermann, Schmelzer, Hummels, Großkreutz)

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Der Fußball macht was !!

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Juli 2010

Da geht was!

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6e/Mokaba_stadium_%284739619696%29.jpg

In seltener Eindeutigkeit weist uns zur Zeit der Fußball auf den Unterschied zwischen Sport und Politik hin. Der Fußball zeigt Möglichkeiten der Praxis auf, dagegen in der Politik nur geredet und den Bürgern mit falschen Aussagen Sand in die Augen gestreut wird.

Uns wird an einigen Beispielen  gelungener Integrationen vorgeführt  wozu deutscher Siegeswille, gepaart mit südländischer, spielerischer Leichtigkeit fähig ist. Das dieses aber fast nur innerhalb des Sport möglich ist, weist auf den hohen Stellenwert des Sport in den Augen der Regierenden hin.

Da werden dann gerne bei der  Einbürgerung und der Ausstellung eines deutschen Pass  von den Behörden beide Augen zugedrückt und wird diesen Spezial-Migranten genau dass ermöglicht, was normalerweise einen jedem hier lebenden Menschen laut unserem Grundgesetz zustehen müsste.

So kann sich die Regierung mit den Erfolg der Sportler sehr gut präsentieren und damit von den eigenen politischen Unfähigkeiten ablenken. Da spricht unsere „National Mutti“ dann gerne in einer „Wir“ Form denn es wird ihr die Möglichkeit geboten auf Kosten der Steuerzahler schnell nach Südafrika  zu fliegen um so der ganzen Welt zu zeigen, dass sie im Freudenausbruch über das gleiche Temperament wie ein Maradonna verfügt. Vielleicht werden wir die selben, einem Flummi gleichenden, Ausbrüche ja auch bald im Bundestag bei der Verabschiedung des nächsten Sparpaketes zu sehen bekommen ?

Das der tägliche Umgang mit normalen Migranten, Menschen wie DU und ICH, aber ganz anders aussieht zeige ich später  in zwei Exemplarischen Beispielen auf. IE

Da geht was!

Kein Scheißfußball mehr. Inzwischen befriedigt das DFB-Team fußballerische Sehnsüchte und ist eine romantische Metapher für die Möglichkeit einer Gesellschaft, die sich nicht über Blut definiert. VON PETER UNFRIED.

Die deutsche Nationalmannschaft: Das klang viele Jahre seltsam. Bedrohlich. Auf keinen Fall gut. Während das englische Verbandsteam immer „England“ genannt wird, Brasilianer ihr Team „Seleçao“ nennen und Spanier ihres „Selección“, bestanden wir auf dem „National“. Die Welt ignoriert das und nennt die Fußballer der Bundesrepublik Deutschland (die DDR spielte in der Fußballwelt keine Rolle) seit vielen Jahren nur die „Mannschaft“.

Auch das hatte keinen guten Klang. In die internationale Konnotation des Begriffs waren die alten Teutonenklischees eingeprägt, die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts und der ästhetische Widerwille gegen den Spielstil. Die Mannschaft, das bedeutete: Scheißfußball der Deutschen, der sich durchsetzte, leider.

Die Mannschaft, das waren: das desillusionierte Kriegsheimkehrergesicht des Luftwaffengefreiten Fritz Walter, der (un)menschliche Rasenmäher Berti Vogts, die gnadenlosen Grätschen der Förster-Brüder, die Dumpfheit Toni Schumachers, die erbitterte Dynamik eines Matthäus. Die Mannschaft blieb sehr lange in den stilistischen und geistigen Grenzen von 1954. Hautfarbe: weiß. Name: Müller oder Maier. Grätsch- und Kampfqualität: über das Blut vererbt seit dem 16. Jahrhundert, was im Einzelfall sogar mittels geerbtem Ariernachweis zu belegen gewesen wäre.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

Hier nur zwei Beispiele des politischen Umgang mit Migranten:

Erst Eingeladen, dann abgewiesen.

Zaungäste der Gesellschaft.

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Fotoquelle : Brieuc SaffréMokaba stadium

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Frei, um abhängig zu sein

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2010

Frei, um abhängig zu sein.

File:Beach scene Libreville 5.JPG

Afrika, gerne von den Europäern als der vergessene Kontinent bezeichnet spielt sich in den letzten Wochen in die Aufmerksamkeit besonders vieler, an den Fußball Interessierter. Sollte sich jemand aber wirklich einmal näher mit den Ländern und den Menschen beschäftigen wird man sehr schnell erkennen, wie viele Chancen  mit diesen Vergessen vertan werden. Wer auch immer einmal die Möglichkeit hatte sich innerhalb Afrikas frei unter den Menschen zu bewegen wird sehr schnell erkennen, wie freundlich die Menschen gerade dem Europäer entgegentreten. Da stimmt es traurig mit ansehen zu müssen wie gerade in den wirtschaftlichen Beziehungen die Chinesen dem Europäer lange den ersten Rang abgelaufen haben. Dieses zum größtem Bedauern der Bevölkerung. Diese bekommt immer mehr das Gefühl, dass der Europäer zwar Interesse an den Bodenschätzen zeigt, im Gegesatz dazu aber nicht bereit ist einen fairen Handel zu akzeptieren.  Zum Thema Afrika nun der folgende Artikel:

KOMMENTAR VON FRANÇOIS MISSER

Siebzehn afrikanische Länder feiern dieses Jahr den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit, zahlreiche davon am oder um den 1. Juli herum. Doch ob in den ehemaligen französischen Kolonien West- und Zentralafrikas, ob im einst belgischen Kongo, ob im ehemals britischen Nigeria oder in Somalia: Überall hängen bis heute sämtliche zentralen gesellschaftlichen Bereiche von Europa ab. Die Entkolonisierung nämlich wurde in einer Weise vollzogen, die den Kolonialmächten ein Maximum an Einfluss sicherte; und dies macht sich bis heute bemerkbar.

Angesichts der historischen Entwicklungen weltweit waren die Kolonialmächte in den 50er Jahren in die Defensive geraten. Im Zweiten Weltkrieg hatten Afrikaner auf der Seite der Alliierten zum Sieg gegen Nazideutschland beigetragen. Dann folgte die Unabhängigkeit Indiens 1948, die maoistische Revolution in China 1949, und die Franzosen mussten 1954 die Niederlage im vietnamesischen Dien Bien Phu hinnehmen. Auch der Krieg in Algerien sowie die Dekolonialisierung der meisten nordafrikanischen Länder fanden in den 50er Jahren statt, nicht zu vergessen die Unabhängigkeit von Ghana 1957 und von Guinea im Jahr 1958. Kurzum: Die Kolonialmächte hatten keine Wahl mehr, sie mussten sich zurückziehen.

Doch anders als die Briten hatten die Franzosen nicht vor, sich vom Unabhängigkeitsprozess überrollen zu lassen, sie wollten ihn gestalten. Frankreich behielt die Kontrolle über die ökonomischen Ressourcen und gab zugleich die Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung ab. Zu diesem Zwecke wurde lediglich die Souveränität einer lokalen, loyalen Elite übertragen. Auch die Errichtung von Einparteienregimen in fast allen Ländern war eine logische Konsequenz dieser gezielten und limitierten Ermächtigungspolitik, die jeden Widerstand von unten zu brechen erlaubte.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Fotoquelle : Strandszene in Libreville, Gabun

Author Manuel Dohmen
Permission
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