DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Freiheit und Handschellen

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Januar 2015

Die Hysterie im Anschluss an „Charlie Hebdo“ ist unerträglich

SCHLAGLOCH VON ILIJA TROJANOW

„Die größte Gefahr für die freie Meinungsäußerung ist die Regierung, nicht der Terrorismus“, lautete die Überschrift eines Artikels in der „Washington Post“. Die Hysterie nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ war unerträglich. Der Terror in Nordnigeria bleibt dagegen ohne Folgen.

Auf den Schock über die Anschläge in Paris folgte der Schock über die öffentlichen und privaten Debatten. Selbst ansonsten vernünftige Menschen reagierten mit Äußerungen, die unter der Last ihrer Panik torkelten. Die Wiener Tageszeitung Der Standard betitelte ihren Kommentar „Freiheit braucht Sicherheit“, ohne diese Losung in ihrer perfiden Logik durchzudeklinieren: Freiheit braucht Belauschung, Freiheit braucht Handschellen.

Blindheit und Aktivismus

Mit anderen Worten: Wir brauchen keine Freiheit. Keine Überraschung, dass Politiker, Experten und Law-and-Order-Befürworter die Morde instrumentalisierten, um ihre schon oftmals diskreditierten Behauptungen zu dringlichen Forderungen zu schmieden. Die Vorratsdatenspeicherung wurde von den Toten wiederauferweckt, ungeachtet dessen, dass sie sowohl vom Bundesverfassungsgericht als auch vom Europäischen Gerichtshof abgeschmettert wurde, so als hätten die Morde in Paris die Gerichte überstimmt.

Der Rechtsstaat soll gewährleistet werden, indem er ausgehöhlt wird, gemäß dem seit Jahren befolgten Prinzip, die Freiheit durch die Einschränkung der Freiheit zu verteidigen. In einigen Ländern wurde Aufrüstung des Sicherheitsapparats im Eilverfahren beschlossen, unabhängig davon, ob die Maßnahmen ihren behaupteten Zweck überhaupt erfüllen können. Ganze Gesellschaften gossen sich einen potenten Cocktail aus Angst, Blindheit und Aktionismus hinter die Binde.

Dabei sollte die erste Bürgerpflicht in Zeiten wie diesen das Nachdenken sein. Zorn, Trauer und Schmerz entledigen uns nicht der Verantwortung, möglichst nüchtern zu analysieren, Gründe auszuloten, nachhaltige, gerechte Lösungen zu suchen. Fakten sind wichtiger als Gesten, wenn man nicht möchte – wie geschehen –, dass Heuchelei auf dem Trauma aufsattelt. Auch eine ritualisierte Trauergestik bedarf blasphemischer Einwürfe. Das wäre ein Zeichen jener Stärke, jenes Muts, der allenthalben eingefordert wird. Die Militarisierung, die intensivierte Durchherrschung unserer Gesellschaften hingegen ist eine feige Reaktion, ebenso wie das Anwachsen von Islamophobie und Rassismus.

Blindes Vertrauen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Basili

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Kipping und Die Linke

Erstellt von DL-Redaktion am 5. August 2013

„Der Friede kam mit ihr“!
Richtig – sie versetzte  die Partei in einen Tiefschlaf

File:Katja Kipping Die Linke Wahlparty 2013 (DerHexer) 02.jpg

Kipping singt Wiegenlieder

So lesen wir in einen Artikel der „Zeit“. Nur, wenn mit jemanden der Frieden gekommen ist, muss doch zuvor der Krieg mit jemanden gegangen sein? Ich habe darum einmal die „Abgänge“ der letzten Wochen in meinem Kopf Revue passieren lassen und finde dort niemanden von den infrage kommenden Personen welche nicht mehr unter uns weilen.

Da hat es wohl einigen die Sprache verschlagen, vielleicht auch aus Scham, da manch Einen sein Spiegelbild plötzlich seltsam verzerrt vorkam, aber ansonsten – alles wie gehabt. Ja gut, sogenannte Flüchtlingswellen hat dieser Globus schon viele gesehen, seit Menschengedenken. So haben sich besonders religiöse Eiferer immer auf die Suche nach neuen Ländern gemacht und diese dann in Amerika oder an der Wolga auch gefunden.

Es ist also nichts besonderes wenn manche nun ihr „Heil“ in NRW suchen wo dann vielleicht sogar der persönliche „Sieg“ gefunden wird? Der Weg nach Russland, auf den Spuren des Gasdeutschen, wäre mit Sicherheit der Beschwerlichere gewesen. So glaubt man den lautstark gewordenen Kritikern entkommen zu sein, verdrängt damit aber nur die Probleme, welche weder davonlaufen noch sich in Luft auflösen. Ältere Menschen welche ihr Leben zum lernen nutzen strahlen aufgrund ihrer Lebenserfahrung mehr Souveränität aus.

Kipping kommt natürlich ihr Alter zugute, da eine gezeigte Unbekümmertheit in ihrem Alter positiv gesehen wird. Aber Gräben zuschütten, das wird auch ihr nicht gelingen solange, vor allen auf den unteren Ebenen, die gleichen Leute den Ton angeben. Denn, wer genauer hinsieht und die Partei aus dem effeff kennt, den berühmten Blick hinter die Kulissen wagt, der lässt sich keinen Sand in die Augen streuen.

Denn, das wird auch Katja nicht entgangen sein, mit den meisten der Mitglieder wird schwerlich etwas zu gewinnen sein. Vor allen wird das immer wieder vorgegeben Ziel „eine Veränderung der Gesellschaft“ ein utopisches Ziel bleiben. Wird doch selbst in der wohl schwersten Situation nach dem letzten Krieg,  die Partei nicht als problemlösende Kraft von der Bevölkerung gesehen.

So steht der Partei die ganz große Bewährungsprobe noch bevor. Wenn sich die Bundestagsfraktion nach den Wahlen halbiert haben sollte, wird es zu Massenaustritten kommen, da mit den Mandatsträgern auch viele Bürokräfte ihren Job verlieren. Erst dann wird sich die wahre Verbundenheit zeigen und das vor allen Dingen im Westen des Landes.

Dann geht es darum neue Leute zu finden. Menschen welche, wie in den Gründerzeiten geschehen, bereit sind die Partei immer wieder neu zusammen zu bekommen. Viele, nicht die welche sich in das gemachte Netz gesetzt haben, werden sich noch an den zurückgelegten Weg erinnern: Verein, Partei, Wahlvereinigung, Die Linke. Nur und das ist der Unterschied zu heute, da gibt es dann kein Geld zu verdienen, da muss Geld mitgebracht werden. Vielleicht hilft ja Sahra dann solche Menschen zu finden?

Der Friede kam mit ihr
2012 war die Linke tief zerstritten. Kipping hat die Partei geeint. Vorerst.

Doch, man darf das durchaus so sagen: Katja Kipping ist etwas gelungen, das kaum einer erwartet hätte. Ihre Partei, in der Ossis und Wessis immer wieder voller Lust aufeinander losgegangen sind, ist – wenigstens vorerst – befriedet. Ein Jahr nach Antritt des eher als Verlegenheitslösung gewählten Spitzenduos Kipping und Bernd Riexinger steht die Partei geschlossener da. Es hätte durchaus anders kommen können.

Denn ein Jahr nach Antritt dieses Duos, das heißt ja auch: ein Jahr nach jenem verheerenden Göttinger Parteitag, auf dem Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi von „Hass“ gesprochen hatte, Hass zwischen westdeutschen Fundamentalisten und ostdeutschen Pragmatikern in der Partei. Hass, der die notorisch zerstrittene Linke, diese ewige Zweckehe zwischen ostdeutscher Volks- und westdeutscher Splitterpartei, endgültig zu zerreißen drohe.

Quelle: Zeit >>>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :

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Der Kampf um Freiheit

Erstellt von DL-Redaktion am 26. März 2012

Um die Freiheit wir in diesen Land gegauckt

In unseren Land wird neuerdings wieder über die Freiheit gesprochen , Entschuldigung, natürlich nicht gesprochen, es wird gegauckt. Hatten wir Westbürger ja auch aus den Augen verloren, die Freiheit! Vielleicht ist sie uns aber auch nur genommen worden ? Durch Hartz 4 zum Beispiel und den vielen weiteren Einschränkungen auf der sozialen Ebene von schwarzen, roten oder grünen Regierungen?

Sollte unser neuer pastoraler Heilsbringer diese Einschränkungen meinen wenn er über die Freiheit spricht würde er bestimmt auf viel Verständnis in diesem Lande stoßen. Bezieht er aber seinen Freiheitsbegriff hauptsächlich aufgrund „Ich“ gemachter Erfahrungen wird er auf Sand gebaut haben. Letzteres ist zu befürchten, da er ja, wie schon beschrieben aus der klerikalen Ecke kommt in der die Freiheit wie vieles andere auch immer als eine milde Gabe des Einen verstanden wird.

Gedanken über die Freiheit macht sich im folgenden Kommentar der freie Publizist Robert Misik.

Zugegeben: Ganz neu ist das nicht, dass sich die Priester eines ökonomischen Fundamentalliberalismus als „Kraft der Freiheit“ großtun und den Linken und Progressiven die Punze anhängen wollen, diese seien für Gängelung. Man muss nur „Der Weg zur Knechtschaft“ des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich von Hayek aus dem Jahr 1944 lesen. Hier beklagt er, nicht zuletzt wegen zaghafter Schritte in Richtung eines Wohlfahrtsstaates in den USA, in Großbritannien und Schweden: „Nur diejenigen, die sich noch an die Zeit vor 1914 erinnern können, wissen, wie eine liberale Welt ausgesehen hat? Schritt für Schritt haben wir jene Freiheit der Wirtschaft aufgegeben, ohne die es persönliche und politische Freiheit in der Vergangenheit nie gegeben hat.“ Ulkig: Der Räuberbaronkapitalismus vor 1914 war die goldene liberale Welt, Roosevelts „New Deal“ die Aufgabe der Freiheit.

Überladene Begriffe

Seit nunmehr mindestens dreißig Jahren stoßen Hayeks Adoranten tagein, tagaus in dieses Horn. In jüngster Zeit wurde dieses Lied noch einen Dreh schriller: Neobundespräsident Joachim Gauck singt hier mit, sein „Freiheit“-Büchlein führt seit Wochen die „Sachbuch“-Bestsellerlisten an, und FAZ-Wirtschaftsredakteur Rainer Hanz stimmt ein schwulstiges „Hoch auf die Freiheit“ an. Die Freiheit am Markt ist für ihn die ewige Urquelle bürgerlicher Freiheit und überhaupt von allem Guten.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :  Die Statue auf Liberty Island

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Die Wunsch PräsidentIn

Erstellt von Gast-Autor am 22. Februar 2012

Die wünschenswerte PräsidentIn,
ein Gedankenspiel

Nehmen wir einmal an, dass der heutige Staat zu einem Staat transformiert werden kann, der neue, emanzipatorische und solidarische gesellschaftliche Entwicklungen befördert. Nehmen wir einmal an, dass die veränderten Bedingungen der Reproduktion des Kapitals, die Wandlung der Wirtschaftsweise selbst hin zu einem „grünen Kapitalismus“, zu neuen Arbeits- und Lebensweisen und die dafür erforderlichen staatlichen Leistungen und die diese einfordernden demokratischen Mehrheiten bereits im Entstehen begriffen sind.

Stellen wir uns die revolutionäre Wandlung der Gesellschaft nicht als punktuelle politische Revolution (Machergreifung), sondern als einen allmählichen Prozess vor. So befänden wir uns bereits tagtäglich in der Realität eines höchst widerspruchsvollen dialektischen Prozess der Wandlungen von Politik, Wirtschaft, Kultur und Lebensweise hin zu etwas Neuen in der oben markierten Richtung einer solidarischeren (Welt)gesellschaft. Deren Notwendigkeit soll hier nicht aus dem vermuteten unvermeidlichen „Ende des Kapitalismus“, der endlichen Inwertsetzung der Welt, abgeleitet werden, denn für ein solches Ende der „alten“ Wirtschaftsweise könnten wir uns selbst bei laufender „Modernisierung“ Szenarien glücklichen und unglücklichen, irreversibel katastrophischen Ausgangs vorstellen.

Demokratische Gesellschaft, der Staat selbst, scheinen vor die Aufgabe gestellt sich an den unabweisbaren Erfordernissen – demografische (Weltbevölkerung), ökologische und aus den Garantien sozialer Sicherheit zur Gewährleistung friedlicher(er) menschlicher Entwicklung zu messen. Wenn uns nicht eine Öko- oder andere Diktatur vorschwebt, dann können wir erkennen, das im 20. Jahrhundert Weltkriege und kalte Kriege die dafür erforderlichen und vorhandenen materiellen und kulturellen Potenziale der Menschheit verschwendet, fehlgeleitet, in Sackgassen geführt haben. Das politische Denken bewegt sich in tradierten unterkomplexen bipolaren Weltsichten, Freiheit oder soziale Gerechtigkeit, politische und nationalstaatliche Feindbilder…

Joachim Gauck steht für Erfahrungen und Einsichten aus einer vergangenen Epoche, die des kalten Krieges und der Diktatur. Er vertritt das hohe Gut der politischen Freiheit.

Aber wozu gebrauchen wir diese Freiheit(en) und wie gestalten wir unsere Freiheitsrechte aus?

Die wünschenswerte PräsidentIn wäre eine politisch-kulturelle PromotorIn, die neue, emanzipatorische und solidarische gesellschaftliche Entwicklungen befördert und zwar auch dann, wenn es gilt die ererbten Begrenzungen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Lebensweise zu überschreiten.

Die wünschenswerte PräsidentIn wäre eine Person und Institution des Dialogs, die das Unerhörte hörbar machen hilft.

Die wünschenswerte PräsidentIn wäre nicht Lehrerin, sondern Lernerin, Person der lernenden Begegnung mit den Menschen verschiedenster Klassen, Schichten und Milieus.

Die wünschenswerte PräsidentIn wäre stets bedacht Köpfe und Herzen zusammenzubringen und den Schutz von Menschen vor Intoleranz und reaktionärem Machtgebrauch und Geist zu befördern.

 

Eine solche PräsidentIn im Amte des Staatspräsidenten wäre möglich, wenn sie getragen würde von emanzipierten, solidarisch verantwortlich handelnden Mehrheiten.

So stellt sich angesichts der bevorstehenden Präsidentenwahl die Frage, ob unsere Gesellschaft sich bereits in einer solchen Reife, auf der Suche nach Alternativen zur uns bekannten Welt befindet? Woran und wo lassen sich Kräfte des Neuen erkennen, in Occupy, in Stuttgart 21, in den Akteuren des Instituts Solidarische Moderne, in neuen linken Gruppen, Marx lesende Zirkeln, Piraten u.a. Nerd´s, noch in attac, im Weltsozialforum, in der Anti-HartzIV-Bewegung, in der Bewegung für das bedingungslose Grundeinkommen? Was sind deren Entwicklungspotenziale, ihre Ziele, ihre kulturell und soziale treibenden Kräfte? Wären das nicht Fragen, die Du, wenn Du BundespräsidentIn würdest, dir ansatzweise beantworten müßtest?

Bekommen wir im März einen Präsidenten Gauck, dessen Weltsichten hinter dem zurück bleiben, was bereits die Veränderung der Gesellschaft mehrheitlich prägt? Wäre Gauck ein Präsident der vergangenen „Vergangenheit“ oder wäre er ein Präsident der noch fortlebenden Vergangenheit?

Was bedeutet dir die „Freiheitsmission“, gegen Vergessen – für Demokratie, von Joachim Gauck? Wo und wie siehst Du dich darin an seiner Seite und was würde dich von ihm trennen?

Wie können wir auf das Präsidentenamt und die Präsidentenperson einwirken? Ist solche „Einwirkung“ wünschenswert? Wie legitimiert sie sich? Eine Wahrheit und absoluten Schutz vor (neuen) Irrtümern gibt es nicht.

Wie könnten wir zukünftig eine PräsidentIn bekommen, die sich „vorn“ in der gesellschaftlichen Bewegung befindet und als deren (moderierender?) Teil versteht – eine Präsidentin „der Zukunft“?

Wie viel Veränderung, wie viel Zukünftiges im Gegenwärtigen, wie viel Ungewissheiten über die „Erfolgsaussichten“ erträgt und trägt der Einzelne, erträgt und trägt die Gesellschaft? Wie viel „Spielraum“ zum Eigenen haben wir in der kapitalistisch globalisierten Welt? Wie viel und welche „Experimente“ sind zu wagen?

Stelle dir einmal vor, Du würdest am 18. März zur PräsidentIn der Bundesrepublik gewählt? Was würdest Du sagen? Mit wem würdest Du sprechen, was zu tun versprechen? Was wäre dein Programm? Worauf würdest Du dich stützen?

Bernd Wittich Ludwigshafen, 21.02. 2012

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Grafikquelle    :     Plakat der Frauenbewegung zum Frauentag 8. März 1914: „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“

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Frei, um abhängig zu sein

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2010

Frei, um abhängig zu sein.

File:Beach scene Libreville 5.JPG

Afrika, gerne von den Europäern als der vergessene Kontinent bezeichnet spielt sich in den letzten Wochen in die Aufmerksamkeit besonders vieler, an den Fußball Interessierter. Sollte sich jemand aber wirklich einmal näher mit den Ländern und den Menschen beschäftigen wird man sehr schnell erkennen, wie viele Chancen  mit diesen Vergessen vertan werden. Wer auch immer einmal die Möglichkeit hatte sich innerhalb Afrikas frei unter den Menschen zu bewegen wird sehr schnell erkennen, wie freundlich die Menschen gerade dem Europäer entgegentreten. Da stimmt es traurig mit ansehen zu müssen wie gerade in den wirtschaftlichen Beziehungen die Chinesen dem Europäer lange den ersten Rang abgelaufen haben. Dieses zum größtem Bedauern der Bevölkerung. Diese bekommt immer mehr das Gefühl, dass der Europäer zwar Interesse an den Bodenschätzen zeigt, im Gegesatz dazu aber nicht bereit ist einen fairen Handel zu akzeptieren.  Zum Thema Afrika nun der folgende Artikel:

KOMMENTAR VON FRANÇOIS MISSER

Siebzehn afrikanische Länder feiern dieses Jahr den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit, zahlreiche davon am oder um den 1. Juli herum. Doch ob in den ehemaligen französischen Kolonien West- und Zentralafrikas, ob im einst belgischen Kongo, ob im ehemals britischen Nigeria oder in Somalia: Überall hängen bis heute sämtliche zentralen gesellschaftlichen Bereiche von Europa ab. Die Entkolonisierung nämlich wurde in einer Weise vollzogen, die den Kolonialmächten ein Maximum an Einfluss sicherte; und dies macht sich bis heute bemerkbar.

Angesichts der historischen Entwicklungen weltweit waren die Kolonialmächte in den 50er Jahren in die Defensive geraten. Im Zweiten Weltkrieg hatten Afrikaner auf der Seite der Alliierten zum Sieg gegen Nazideutschland beigetragen. Dann folgte die Unabhängigkeit Indiens 1948, die maoistische Revolution in China 1949, und die Franzosen mussten 1954 die Niederlage im vietnamesischen Dien Bien Phu hinnehmen. Auch der Krieg in Algerien sowie die Dekolonialisierung der meisten nordafrikanischen Länder fanden in den 50er Jahren statt, nicht zu vergessen die Unabhängigkeit von Ghana 1957 und von Guinea im Jahr 1958. Kurzum: Die Kolonialmächte hatten keine Wahl mehr, sie mussten sich zurückziehen.

Doch anders als die Briten hatten die Franzosen nicht vor, sich vom Unabhängigkeitsprozess überrollen zu lassen, sie wollten ihn gestalten. Frankreich behielt die Kontrolle über die ökonomischen Ressourcen und gab zugleich die Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung ab. Zu diesem Zwecke wurde lediglich die Souveränität einer lokalen, loyalen Elite übertragen. Auch die Errichtung von Einparteienregimen in fast allen Ländern war eine logische Konsequenz dieser gezielten und limitierten Ermächtigungspolitik, die jeden Widerstand von unten zu brechen erlaubte.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Fotoquelle : Strandszene in Libreville, Gabun

Author Manuel Dohmen
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Pressefreiheit Venezuela

Erstellt von DL-Redaktion am 30. Mai 2010

Ein Land vor dem Blackout

File:Marcha hacia el Palacio de Justicia de Maracaibo - Venezuela 06.jpg

Bei meinem täglichen Blick über den deutschen Gartenzaun fand ich heute einen Artikel welcher sich mit der Pressefreiheit des Landes Venezuela befasst. Auffällig für mich: Das Land wird in der Rangliste der Journalisten Organisation „Reporter ohne Grenzen“ auf Rang 124 von 175 Ländern geführt. Die US-Organisation FREEDOM HOUSE bezeichnet Venezuelas Presse als „unfrei“. Auch Amnesty verzeichnet für 2009 zahlreiche Angriffe auf kritische Journalisten.

Beim Lesen über die Sendevorschriften für Fernsehanstalten fallen dann Sätze wie: „Ansprachen des Präsidenten müssen auf allen Kanälen live übertragen werden“! Oder an anderer Stelle: „Die Regierung will entscheiden, was die Leute sehen können“. Weiter im Text: „Präsident Hugo Chávez und die privaten Medien haben schon lange ein gespanntes Verhältnis. Für Chávez sind sie „Feinde und Oligarchen der Revolution“.

Richtig, was ist daran besonderes? Ähnliches erleben wir in unserem Land bei der Neubesetzung der Chefsessel bei ARD oder ZDF auch. Hier versuchen sich auch Parteien in Dinge einzumischen  wo sie sich besser neutral verhalten sollten.

Ein ganz spezielles Verhältnis im Umgang mit der Presse hat unterdessen die Partei DIE LINKE NRW entwickelt. Außer verbalen Entgleisungen gibt es sehr wenig positives zu berichten. So unterscheidet man grundsätzlich nur zwischen Links freundlich und neoliberal. Da werden dann schon mal Journalisten aus Versammlungsräume verwiesen und ausgeschlossen. Auch erdreistet sich ein Landesgeschäftsführer den Mitgliedern lese Empfehlungen zu geben. Bei der Einschränkung von Meinungs- und Presse-freiheit bekommt er denn auch die Unterstützung der Schiedskommissionen. IE

Ein Land vor dem Blackout

Drei Jahre nach Entzug der terrestrischen Lizenz ist der venezolanische Fernsehsender RCTV am Ende, der einzige verbliebene Oppositionskanal Globovisión bangt ums Überleben. VON SEBASTIAN ERB

Bevor er beginnt, der bissige Blick auf Politik und Gesellschaft, distanziert sich RCTV erst einmal per Schrifttafel von den Begriffen, Meinungen und Kommentaren der beteiligten Personen. Dann aber legt die Moderatorin los. Berenice Gómez, klein und quirlig, trägt heute Jeans und eine lila gemusterte Rüschenbluse. Sie klappt ihren Fächer auf und springt mit den Augen von dem einen Teleprompter zum anderen. Sie faucht. Auf dem Bildschirm hinter ihr erscheint ein Junge mit einem Gewehr in der Hand, ein Plakat der Armeehochschule. Kinder an der Waffe, das findet Gómez gar nicht gut, sie brüllt: „Sein Hitler: Chávez“. In Venezuelas Medien ist so ein Vergleich nichts Ungewöhnliches.

Gómez ist seit 35 Jahren Journalistin. Und sie ist wütend: „Dieser Kanal wird von der Regierung geschlossen, weil er aufzeigt, dass die Regierung regierungsunfähig ist.“ Sie klatscht mit der einen Hand auf die andere. „Aber ohne Widerspruch gibt es doch keine Nachrichten!“ Was Gómez noch nicht weiß an diesem Nachmittag Anfang Mai: Ein paar Tage später wird „Los Chismes de la Bicha“ ohne auch nur ein Abschiedswort nach sechs Jahren abgesetzt. RCTV sendet nur noch auf einigen Karibikinseln, die verbliebene Nachrichten- und eine Interviewsendung werden auch von einem kolumbianischen Satellitensender ausgestrahlt. Das wars.

Schatten seiner selbst

Radio Caracas Televisión, der älteste und einst erfolgreichste private TV-Sender Venezuelas, existiert nur noch als Schatten seiner selbst. Als RCTV vor genau drei Jahren die Ausstrahlung über Antenne einstellen musste und die Frequenz einem neuen staatlichen Sender übertragen wurde, gab es international einen Aufschrei und Proteste gegen die „Schließung“. Die venezolanische Regierung betont seitdem, die Nichtverlängerung der Sendelizenz sei ein ganz normaler Vorgang bei einem Kanal, der seiner sozialen Verantwortung nicht nachkomme.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle : This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Author María Alejandra Mora (SoyMAM) / Own – work

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