DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Kohle statt Atom“

Erstellt von DL-Redaktion am 13. März 2011

„Kohle, wir wollen Kohle statt Atom“

Datei:12000 gegen Moorburg.jpg

Dieser Aufruf könnte das deutsche Volk wieder einigen. Kohle wollen alle, sei es als Geld, als Ersatz für wahrscheinlich demnächst explodierende AKW’s , zum Heizen, oder um als Hartz IV‘ ler nicht am langen Arm verhungern zu müssen. Kohle! Das Zukunftsthema: Die Bergbauflöze im Pütt machen wieder auf, hunderttausende neuer Arbeitsplätze entstehen, Deutschland wird das Kohleland Nummer Eins, die Bergbaugewerkschaften jubeln, die Kohlehändler auch, die Wirtschaft blüht auf und alle haben wieder Kohle . Kohle statt Atomkraft halt. Deutschland, das Land der blühenden Landschaften, was Kohl ja versprochen hatte …

Bewusst verzichte ich in diesem Beitrag auf wissenschaftliche Begründungen und zig Quellenangaben, sondern argumentiere rein mit menschlich nachvollziehbarer Logik. Die deutsche Steinkohle aus dem Ruhrgebiet hat einen der höchsten Brennwerte auf dem internationalen Kohlemarkt, was sie von der ostdeutschen Braunkohle deutlich unterscheidet. Unsere Kohlevorräte reichen noch Jahrhunderte.

Aber wir haben unseren Steinkohlebergbau kaputt gemacht, angeblich ist Atomkraft ja sauberer. Außerdem wäre unsere Steinkohle im Weltmarktpreisvergleich zu teuer. Ein z.B. verstrahltes NRW nach einem AKW GAU wäre preiswerter? Welch eine Logik!

Moderne Kohlekraftwerke, mit entsprechenden Filtern versehen, können sehr sauber arbeiten und wären eine Alternative zu einer AKW Explosion auch in der BRD, die kurz oder mittelfristig erfolgen wird.

Kohlekraftwerke explodieren übrigens auch recht selten und wenn, dann rieselt Kohlestaub auf die Umgebung, aber kein radioaktiver Fallout.

Kohlestaub kann man von der menschlichen Haut abwaschen, bei radioaktivem Staub auf der Haut, nach einer AKW Kernschmelze, wende man sich an den Bestatter seines Vertrauens, sofern er dann noch lebt.

Ansonsten soll, wie Außenminister und Kanzlerin heute in zig Aussagen wiederholten, Gottvertrauen helfen.

Gott, so es ihn geben sollte, ein Beweis für seine Existenz wurde noch nie geliefert, war aber noch nie auf Seiten der Armen, zumindest das ist historisch eindeutig nachweisbar. Warum sollte also ein denkender Mensch, „Gottvertrauen“ in die Atompolitik einer Bundesregierung haben, die behauptet, unsere Atomkraftwerke seien die Sichersten der Welt. Haben dieselben Leute auch von der Rente und den Arbeitsplätzen behauptet, in wechselnden Regierungen zwar, aber die offensichtlichen Versuche, das Volk zu verdummen, waren immer gleich im Ergebnis.

Das Dosenpfand sollte den Einwegmüll begrenzen, das Gegenteil trat ein, das neue Benzin E 10 ist der Bringer, nur gehen viele Motoren kaputt davon, die Bahn als Aktiengesellschaft, ein Bringer, kaputte Züge und Gleise, Kohleabbausubventionen gestrichen, dafür ist Altkanzler Schröder jetzt beim russischen Gasprom Konzern tätig.

Die 16 Prozent an der Stromproduktion, welche unsere maroden Atomkraftwerke liefern, könnte man problemlos durch hochenergieeffiziente und umweltfreundliche Kohlekraftwerke ersetzen, wenn es wirklich um uns alle und nicht die Profite einiger Weniger ginge.

Nehmen wir z.B. unseren Nachbarstaat Dänemark: Dort gilt als Grundsatz in der Energieversorgung nicht, Profit an erster Stelle, sondern Energieversorgungssicherheit der Bevölkerung an erster Stelle, das ist gesetzlich klar geregelt.

Nehmen wir z.B. unseren Nachbarstaat Schweiz: Dort funktioniert die Bahn, weil die Schweizer Bevölkerung sich in einer Volksabstimmung mit absoluter Mehrheit für den Ausbau, statt den Abbau der Bahn ausgesprochen hatte.

Daher sage ich, Kohle für alle und nicht für die paar Wenigen, die sich skrupellos auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.

Das hat nur noch wenig mit Demokratie zu tun.

Aber wir können natürlich auch alle, wie die Lemminge, gemeinsam in den deutschen Supergau rennen, egal ob nun wirtschaftlich, politisch, oder AKW mäßig gemeint, lieber wäre mir allerdings, die deutschen Michel wachen endlich auf und sagen den Parteien aller Couleur:

„Es reicht, wir wollen Kohle!“

Siehe auch den Beitrag bei den Ruhrbaronen

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Der GAU in Japan ?

Erstellt von DL-Redaktion am 12. März 2011

Die japanische Reaktorschmelze

FUKUSHIMA.JPG

A radioactive Wave That carries 26,000 bodies from the deadliest Tsunami Wave

Der GAU, also die Reaktorschmelze eines der AKW in Japan, ist nur noch eine Frage von Stunden, denke ich, da es unmöglich sein wird, die Stromversorgung der AKW’s in der Tsunami gebeutelten Erdbebenregion rechtzeitig wieder her zu stellen, das dazu nötige schwere Gerät kann über zerstörte und überflutete Straßen nicht mehr rechtzeitig ankommen, das sagt die Vernunft.

Ob auch die BRD ein paar „Strahlen“ abbekommen wird erscheint mir dabei nebensächlich, wenn man sich das Ausmaß der Katastrophe, auch ohne AKW GAU für die japanische Bevölkerung, ihr Leid und ihre Not in den Medien anschaut.

Es wäre fürchterlich, wenn Japan, das einzige Land dieser Welt, über dem jemals Atombomben abgeworfen wurden, nun eine selbst verursachte atomare Katastrophe erleiden müsste. Insgesamt ist mittlerweile in fünf Kernkraftreaktoren, nach aktuellen Meldungen die Kühlung ausgefallen, für mich stellt nicht mehr die Frage, ob es zum GAU kommt, sondern wann.

Das „Katastrophenmanagement“ der Regierung ist katastrophal. Zunächst wurde die Evakuierung in nur 3 km Umkreis, jetzt in 10 km Umkreis angeordnet und dann?

Nun könnte man sagen, wir haben es schon immer gewusst, nur Irre bauen in solchen Regionen AKW’s, aber was hilft es? Die Menschheit wird auch dies wieder schnell „vergessen“, wie Tschernobyl, und dann geht es weiter nach dem Motto „Augen zu und durch“.

In großen Teilen Japans ist jegliche, vor allem auch kommunikative, Infrastruktur zusammengebrochen, über die wirkliche Zahl der Opfer wird man erst in Wochen erfahren.

Mich haben die Fernsehbilder der brennenden Städte, der Verwüstung durch den Tsunami und das Leid der Menschen wirklich erschüttert.

Angesichts des Ausmaßes dieser Tragödie, fand ich es gestern mehr als peinlich, als unser Außenminister in den Medien bekannt gab: „Deutsche Opfer nicht bekannt“

Ja und? Wird eine Katastrophe für die BRD erst zu einer richtigen Katastrophe, wenn es auch deutsche Opfer gibt?

So weit ich weiß, gibt es nur EINE Menschheit auf dieser Erde.

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Grafikquelle  :

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Bei Neuwahlen SPD

Erstellt von DL-Redaktion am 8. März 2011

Warum ich für Neuwahlen in NRW bin?

2017-03-19 Hannelore Kraft SPD Parteitag by Olaf Kosinsky-1.jpg

Autor Dieter Carstensen

Wenn ich z.B. das heillose Durcheinander anschaue, was diese Leute hier bei uns im oberbergischen Kreis angerichtet haben:

Im Kreistag Oberberg und im Stadtrat Gummersbach hatte Die Linke nach den Wahlen je zwei Vertreter. In beiden Parlamenten sind jeweils eine Person aus der Die Linke ausgetreten, macht 50 % Verlust. Die Mandate wurden natürlich von den Ausgetretenen behalten.

In Radevormwald (Oberbergischer Kreis) hat Die Linke EINEN Ratsherrn, der wegen Polizistenbeleidigung, er nannte Polizisten im Vollrausch “Faschisten” rechtskräftig verurteilt wurde.

Der Kreisvorsitzende der Die Linke Oberberg trat gleichfalls aus der Partei aus.

All das ging hier quer durch die regionale Presse und das Internet.

Ich bin mir sicher, Die Linke wird hier bei uns höchstens 50 % des letzten Wahlergebnisses bekommen.

Wenn ich das auf das Land NRW hochrechne, wo Die Linke ja auch nur durch Chaos, Zank und Inkompetenz auffiel, wie Sie zu recht analysieren, während SPD und Grüne in der Tat hier im Lande wieder glaubwürdig nach links gerückt sind, was kein Verdienst der Die Linke NRW war, wie diese immer gerne glauben machen will, dann hoffe ich sogar sehr auf Neuwahlen, damit der Spuk dieser Chaostruppe aus kommunistischen, maoistischen, trotzkistischen Altkadern endlich auf hört.

NRW ist das bevölkerungsreichste Land der BRD, wir brauchen hier klare politische Verhältnisse und keinen Spielplatz im Landtag für die Zimmermanns, Beuermanns und selbsternannten “Linken” dieser Welt.

Ich gebe zu, ich hatte Die Linke gewählt. Ein Fehler, aber ich stehe zu meinen Fehlern. Aber so enttäuscht wurde ich selten. Bei Neuwahlen werde ich SPD wählen, ich bin die linke Chaostruppe bis zum Erbrechen leid.

Mit eventuellen Neuwahlen in NRW befassen sich auch die Ruhrbarone

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Grafikquelle  :  Hannelore Kraft auf dem SPD Bundesparteitag am 19. März 2017 in Berlin

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Neuwahlen in NRW ?

Erstellt von DL-Redaktion am 7. März 2011

Neuwahlen zum Landtag NRW ?

Bereits im November habe ich in diversen Blogs und Internetzeitungen wiederholt geschrieben, dass es in NRW m.E. zu Neuwahlen kommen wird und angedeutet, dass auch die CDU, die sie damals noch strikt ablehnte, ihre Haltung dazu ändern wird. Ich lebe mitten in NRW und habe Kontakte zu verschiedenen Parteien, von daher überrascht mich die aktuelle Entwicklung überhaupt nicht.

Gestern titelte z.B. Der Westen: „NRW steuert auf Neuwahlen im Sommer zu

Die Süddeutsche titelte gestern zu NRW: „Landesparlament darf sich selbst auflösen“ und konstatiert:

„Im Gegensatz zu den Christdemokraten haben sich FDP und Linkspartei, die aufgrund aktueller Umfragen bei Neuwahlen um den Wiedereinzug in den Düsseldorfer Landtag bangen müssen, bisher strikt gegen Neuwahlen ausgesprochen.“

Die Rheinische Post titelte am 5.3.11: „SPD droht mit Neuwahlen“ und stellt fest:

Voraussetzung für Neuwahlen in NRW ist die Auflösung des Landtags. Zwar fehlt Rot-Grün eine Stimme zur Mehrheit, aber es gilt als sicher, dass die CDU gezwungen wäre, der Auflösung zuzustimmen, auch wenn die Umfragen für sie ungünstig sind.

Ziel der 4 Parteien Grüne, SPD, CDU, FDP war es ohnehin, Die Linke aus dem Landtag raus zu bekommen, was ihnen bei Neuwahlen auch gelingen wird, man braucht jetzt nur noch einen Anlass, den man der Bevölkerung als Grund für NOTWENDIGE Neuwahlen präsentieren kann. Ich bin mir sicher, dass der Verfassungsgerichtshof diesen Anlass bieten wird, bei seinem Urteil zum NRW Landeshaushalt 2010, da die Neuverschuldung des Landes NRW mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig ist.

Man darf dabei auch nicht vergessen, dass ca. 2 Wochen später, nach dem Urteil des Verfassungsgerichts NRW am 15. März 2011,  die wichtigen Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg anstehen und auch bei diesen geht es den 4 bürgerlichen Parteien darum, Die Linke aus den Landtagen herauszuhalten.

Ein Signal aus NRW, unmittelbar nach dem Urteil am 15.3.11, mit der Ankündigung von Neuwahlen, würde sie diesem Ziel deutlich näher bringen, es wäre also geradezu ein „Wunder“, wenn es in NRW NICHT zu Neuwahlen käme.

Lediglich FDP und Die LINKE  werden wohl bei Neuwahlen wahrscheinlich nicht mehr im Landtag vertreten sein, was den 3 anderen Parteien nur recht sein kann, dann können sie mehr vom Kuchen der Landtagsmandate untereinander aufteilen. Zur Auflösung des Landtages haben SPD, Grüne und CDU die nötige Mehrheit und wenn die Presse mittlerweile dermaßen massiv auf Neuwahlen hinweist, werden sie auch kommen, die Journalisten verfügen ja über genug Quellen in den Parteien.

Die Linke NRW hat überzogen, sie wird nach den Landtagswahlen Geschichte sein, so wie es zu befürchten war.

Dieter Carstensen

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Grafikquelle  :Sitzung des Stadtrats von Isselburg, Nordrhein-Westfalen

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TV-Kochen und Hartz IV

Erstellt von DL-Redaktion am 1. März 2011

Das Fernsehen kocht uns satt

Datei:IFA 2012 ARD-Buffet Team 3.JPG

ARD-Buffet-Team

In den Fernsehkanälen werden wir mit TV Kochshows, z.B. „Lanz kocht“ und wie sie alle heißen, derzeit regelrecht überschwemmt, genau so wie mit endlosen Börsendatenshows. Für mich sind diese Vorgänge ein Zeichen der Pervertierung unserer Medienlandschaft. Gestern hatte ich ein Gespräch mit mehreren alleinerziehenden Frauen, die ich seit Jahren ehrenamtlich betreue, welche von Hartz IV leben, aber alles für ihre Kinder tun, damit sie eine gute Ausbildung bekommen und sich das regelrecht vom Munde absparen. Thema unseres monatlichen „Kaffeekränzchens“ war gestern „TV – Kochshows.“

Beruflich hatte ich schon immer mit sozial Benachteiligten zu tun, ich bin nicht ohne Grund Sozialarbeiter geworden und ich habe es gelernt, diesen Menschen gut zu zu hören und ihre Sorgen und Nöte ernst zu nehmen. Unser Gespräch gestern hat mich zutiefst erschüttert. Es zeigte die wahre Realität der Hartz IV Staates „Absurdistan“, vormalige Bundesrepublik Deutschland, in seiner ganzen, brutalen, menschenverachtenden Realität auf.

Elf junge alleinerziehende Mütter hatte ich bei mir zu Kaffee und Kuchen eingeladen, meine Partnerin hatte den Kuchen gebacken, diesmal war ich dran, geht immer reihum. Dann kamen die Frauen auf TV Kochshows und Börsensendungen zu sprechen.

*Lisa* (alle Namen und Daten geändert), 39 Jahre, die Tochter, 17 J., macht gerade Abitur, spart sich die für die Kleine, die ich seit 11 Jahren kenne, jeden Cent vom Mund ab, damit es ihrer Tochter einmal besser geht und sie in der Schule nicht völlig ausgegrenzt wird. *Petra*, sie ist hochgradige Allergikerin, der Sohn 11 J., jetzt auf dem Gymnasium, was seine Mutter finanziell alle nur möglichen Opfer fordert, wurde von der örtlichen ARGE vor 3 Jahren im Hochsommer gezwungen, Fenster unserer Sporthalle zu säubern, obwohl sie von ihrer Allergie über ärztliche Atteste wussten und brach dann mit Allergieschock beim Reinigen zusammen, war ja alles voller Blütenpollen, Notarzt, Krankenhaus. Sie hat knapp überlebt.

Von wegen, Hartz IV Bedürftige saufen und rauchen alle! Wie soll das denn gehen, bei 364 Euro im Monat? Die Frauen, die gestern bei mir waren, gönnen sich zugunsten ihrer Kinder selber gar nichts. Die paar Idioten, die sich anders verhalten, sind die absolute Ausnahme, dass sind die, welche der Zeitung mit den vier großen Buchstaben zur Hetze gegen die Ärmsten dienen.

Die Frauen kamen dann auf das Thema „TV Kochshows, Börsendaten und Hartz IV“ zu sprechen.

Mittlerweile gelten in diesem Staat Absurdistan ca. 30 % der Bevölkerung als verarmt.

Ich habe gestern viel gelernt, als diese Frauen über ihre Gefühle sprachen, was so „TV Kochshows“ mit ihnen machen. Sie meinten, sie würden ihren Kindern ja auch gerne mal so etwas kochen wollen, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die Zutaten für die Gerichte kann sich ein Drittel der Bevölkerung gar nicht leisten!

Dann sprachen die Frauen über ihre Gefühle des Ausgegrenztseins, des sich hilflos durch diese Gesellschaft im Stich gelassen sein Fühlens.

Besonders fühlten sie sich von den Börsensendungen genervt, da sie meinten, die Wenigsten hätten doch überhaupt Aktien. Aber über ihre Sorgen und Nöte würde nur selten in den Medien berichtet.

Stattdessen würde auch noch über einen „zu Guttenberg“, der sich seine Doktorarbeit ermogelt habe, teils als „nicht schlimm“ berichtet. während sie ihre Kinder zu Ehrlichkeit und Anstand zu erziehen versuchen und ihren Kindern von der Lehrerschaft jede Schummelei auf den Elternsprechtagen böse angekreidet würde.

Diese mutigen, kämpferischen Frauen, die für ihre Kinder alles tun würden, haben mich gestern sehr tief beeindruckt und sie haben mir einmal mehr vor Augen geführt, mit welch unterschiedlichem Maaß mittlerweile in dieser Gesellschaft gemessen wird.

Sie hatten z.T. auch ihre Kinder dabei, ist bei uns so, und die hörten z.T. auch mit. Die kleine *Janine*, 9 Jahre, die ich kenne seitdem sie 3 Jahre ist, sagte dann wörtlich zu mir: „Dieter, ich guck auch manchmal was die da im Fernsehen kochen. Hätt ich auch gerne mal, aber ich weiß ja, Mami hat das Geld nicht. Der neue Schulranzen war so teuer und alles geht nicht, aber ich würde das auch gerne mal haben, so ein tolles Essen.“

Da hat mich zutiefst in meinem Herzen angerührt, ich war kurz vor den Tränen, aber das ist die Realität in Hartz IV Deutschland. Und sie ist bitter!

Meine Partnerin und ich haben Mutter und Kind dann noch beim Chinesen zum Essen eingeladen, EINMAL sollte die kleine *Janine* auch mal ein besonderes Essenserlebnis haben. War wunderschön, die Kleine war so bescheiden, traute sich gar nicht, was teureres auf der Karte auszusuchen, „Dieter, dass ist aber teuer“ und dann habe ich für uns vier alle bestellt, als Viererportion, dann war jede Peinlichkeit weg, das Essen kam auf die Mitte des Tisches und jeder konnte zulangen.

Was wir nicht essen konnten, ist ja das Tolle beim Chinesen, wurde zur Mitnahme eingepackt, für Mutter und Kind und das Leuchten in den Augen der Kleinen werde ich nie vergessen. Sie kennt sonst nur das Anstehen mit ihrer Mami bei unserer örtlichen Tafel.

Dieser Staat sollte sich schämen, so mit Menschen umzugehen, es mangelt ja nicht an Geld, es wird nur falsch verteilt, dieser Staat ist mittlerweile verkommen, korrupt und das Volk interessiert die Politiknomenklatura doch nur noch am Rande. Hauptsache, der Politikerebene geht es gut, Selbstbedienungsladen BRD, aber nur für, die, welche „Das Sagen haben“.

Wen von denen interessiert denn z.B. noch eine kleine *Janine*?

DIE interessieren doch nur die Börsenberichte, damit sie ihre fetten Diäten, die im Gegensatz zu Hartz IV und der Sozialhilfe regelmäßig der Inflation angepasst werden, gewinnbringend anlegen können.

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Grafikquelle :

Quelle Eigenes Werk
Urheber Michael Movchi
Ich, der Urheber dieses Werkes, veröffentliche es unter der folgenden Lizenz:
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Eine persönliche Bilanz

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Februar 2011

Gibt es DIE Linke überhaupt?

Ja, es gibt sie noch, wie du siehst – aber du wirst sie wohl nicht mehr hören !

Nach meinen persönlichen Erfahrungen würde ich diese Frage verneinen. Ich würde mir ja eine starke und vereinte Linke in der BRD wünschen, dafür bin ich ja mal angetreten und habe hier im Oberbergischen Kreis auch meinen Kopf dafür hergehalten, öffentlich, in Zeiten wo es um den Zusammenschluss von WASG und PDS zur Partei „Die Linke“ ging.

Ich stehe zu dem was ich sage, da habe ich keine Probleme mit und man kann es auch heute noch nachlesen
dass es im Oberbergischen Kreis nie „Die Linke“ gegeben hätte, ohne mein Mitwirken.

Was kam danach?

Die WASG war vom Ursprung her eine Protestbewegung gegen die sozialräuberischen Gesetze der Schröder Regierung mit ihrem Hartz IV Gesetz. Was uns 2005 in der WASG vereinte war zunächst mal der Protest gegen offenkundiges Unrecht.

Das war der Kitt, der uns aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und mit unterschiedlichen politischen Werdegängen behafteten Menschen zunächst scheinbar zusammen hielt.

Wohlgemerkt „scheinbar“.

Wie sollen denn linke Sozialdemokraten, Kommunisten, Trotzkisten, Maoisten und Neostalinisten auf Dauer zusammen finden können?

Die Geburtsstunde der Die Linke hatte einen gewaltigen, systemimanenten Fehler in sich.

Es ist unmöglich, so unterschiedliche Meinungen unter einem Dach zu vereinen, man hätte niemals alle in diese Partei aufnehmen dürfen, die sich „links“ nennen, sich aber im Prinzip selber rechts überholen.

All die „Wahlerfolge“ im Westen werden sich umkehren. Eine Partei die sich nur mit Zank und Streit öffentlich darstellt und damit letztendlich die Hoffnungen von Millionen Menschen, die sie aus Protest gegen eine unsoziale Politik gewählt haben, aber nicht für spinnerte linke Ideologien, kann keinen Bestand haben im Westen der Republik.

Bei allen Landtagswahlen in diesem Jahr im Westen, wird Die Linke verlieren. Da bin ich mir absolut sicher, die Wahlumfragen sind dermaßen eindeutig, schlimmer geht es nicht mehr.

Was mich ärgert ist insbesondere, dass Klaus Ernst, Vorsitzender der Die Linke versucht hat, die Positionen der Die Linke zu Hartz IV aufzuweichen, um „im Gespräch“ mit den bürgerlichen Parteien zu bleiben.

Schlimmer geht immer, aber er nagt ja auch nicht am Hungertuch, wie viele welche Die Linke gewählt haben.

Meine Freundinnen und Freunde, die Menschen, welche ich als Hartz IV Bedürftige betreue haben die Nase voll von dieser Partei, wir werden sie nicht mehr wählen. Und wir hatten alle zusammen viel Hoffnung in sie gesetzt.

Leider war es eine Mogelpackung!

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Grafikquelle  :  Merkel: –

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Flag of Germany.svg
Attribution: Armin Linnartz

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Ich bin Antifaschist

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Januar 2011

Erfahrungen eines aktiven Gewerkschafter

Datei:Brandenburg Gedenkstätte der Antifaschisten.JPG

Viele Jahre habe ich für den DGB Landesbezirk NRW und den Landesportbund NRW ehrenamtlich Jugendreisen betreut und geleitet.

Immer, wenn eine unserer Jugendreisen als Zielort in der Nähe eines Ortes ermordeter Menschen der Nazis war, sind wir natürlich mit den Jugendlichen zu den nächstgelegenen Gedenkstätten für die Opfer gefahren.

Ich hatte die Jugendlichen mit meinen Betreuerteams immer gut auf das zu Erwartende vorbereitet, mit Filmen, Videos, Lesematerial, Gruppengesprächen etc.!

Wenn wir z.B. in Lenste an der Ostsee waren, wo die DGB Jugend ein großes, fest eingerichtetes Camp hatte, haben wir mit den Jugendlichen über das Schicksal der ermordeten KZ Opfer auf dem Schiff „Kap Arkona“ gesprochen, was kurz vor Kriegsende durch einen Bombenangriff versenkt wurde und tausende unschuldige Menschenleben forderte.

Wenn wir in Weissenbach am Attersee (Österreich) waren, wo wir als zahlende Gäste der sozialistischen Jugend Österreichs in deren Camp über den DGB Landesbezirk NRW untergebracht waren, sind wir selbstverständlich mit unseren Jugendlichen zur KZ Gedenkstätte Mauthausen (Österreich)gefahren.

Wir haben uns immer bemüht, Zeitzeugen für ein Gespräch mit unseren Jugendlichen zu gewinnen und meist gelang es. Es waren immer spannende Gespräche zwischen den Jugendlichen und den KZ Überlebenden.

Welche Geduld diese älteren Menschen mit den Jugendlichen hatten, um Ihnen die Gräuel der Naziherrschaft darzulegen, hat mich immer wieder tief beeindruckt und manchmal auch zu Tränen gerührt, ich habe mich aber nie vor den mir anvertrauten Jugendlichen geschämt, wenn ich einfach geweint habe, weil das Gehörte und gesehene auch für mich als Erwachsen so schrecklich war, dass ich es selber kaum aushalten konnte.

Drei Erlebnisse aus dieser Zeit mit meinen Jugendlichen haben sich für immer in mein Gedächtnis eingeprägt und wenn ich daran denke, weiß ich, warum ich überzeugter Antifaschist und Gegner jeden totalitären Gedankentums bin.

Wir waren mit den Jugendlichen 1985 in der KZ Gedenkstätte Mauthausen (Österreich) und die Leiterin zeigte uns die sogenannte „Genickschussanlage“. Die zu Unrecht eingesperrten Menschen dachten, ihre Körpergröße würde gemessen, sie mussten sich vor ein dickes Zentimetermaß stellen, in einem medizinisch sauberen Raum, ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen und wenn sie meinten, es würde der Einsteller zur Ermittlung ihrer richtigen Körpergröße hinter ihren Rücken an dem Zentimetermaßstab eingestellt, sahen sie nicht, dass damit nur die Pistole von den Nazischergen justiert wurde, die ihnen den tödlichen Genickschuss verpasste.

Unsere jungen Mädels brachen weinend in der Gedenkstätte zusammen, sie konnten das einfach alles nicht mehr aushalten, tagelang haben mein BetreuerInnenteam und ich mit ihnen gesprochen, bis spät in die Nacht um gemeinsam das Gesehene aufzuarbeiten.

Häufig ging es auch an meine menschlichen und mentalen Grenzen, aber ich hatte für die mir anvertrauten Jugendlichen die Verantwortung, sie durften auch sehen, dass ich selber weinte, dafür musste ich mich nie schämen, meine Jugendlichen haben es verstanden, aber ich habe ihnen denn auch erklären müssen, was diese Nazi Verbrecher alles mit Menschen angestellt haben.

Noch schlimmer war es für mich 1984 in der KZ Gedenkstätte Dachau. Unser Jugendreisecamp war direkt am Walchensee (Bayern) und gehörte dem DGB Bayern und dem Landessportbund Bayern gemeinsam.

Wir fuhren dann mit den Jugendlichen in die KZ Gedenkstätte Dachau, unser Busfahrer hiess Kaspar Öttl, kam aus dem kleinen bayrischen Ort Niedernach direkt am Walchensee und erzählte den Jugendlichen schon auf der Hinfahrt, dass jeder damals sehen konnte, als der Naziterror war, dass das KZ Dachau an einer Hauptverkehrsstraße lag, damals wie heute und niemand übersehen konnte, was dort wirklich geschah.

Von wegen, alle Bayern sind rechts und wählen CSU. Niedernach ist Beginn des Tals der Jachenau und die Bauern dort wehren sich bis heute erfolgreich gegen den Ausverkauf ihrer Landschaft, niemand der nicht aus dem Ort stammt, darf dort z.B. ein Hotel errichten.

Als wir dann in Dachau waren erwarteten uns zwei überlebende Zeitzeugen der Nazigewaltdiktatur. Zwei liebenswerte ältere Herren, der eine war Kommunist gewesen und deswegen von den Nazis verfolgt worden, der andere schwul und deswegen eingekerkert worden.

Die menschliche Liebe, mit der diese beiden alten Herren unsere Jugendlichen annahmen, ihre tiefe Geduld mit Menschen, die ihre Enkel sein hätten können, werde ich nie vergessen.

Jugendliche, unsere Gruppe hatte Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, sind ja nicht ohne! Den Kommunisten fragten sie, „warum sind sie denn Kommunist geworden“ und den Schwulen „wie wird man denn schwul?“

Ich war sprachlos, aber diese alten KZ Überlebenden brachte nichts aus der Ruhe, sie haben alle Fragen beantwortet, so gut sie konnten und ich glaube bis heute felsenfest, dass alle unsere Jugendlichen, die dabei waren, überzeugte Antifaschisten sind und nie wieder Vorurteile gegen z. B. Schwule haben werden.

Zum Abschluss haben wir dann alle zusammen „Die Moorsoldaten“ gesungen, die alten Antifaschisten, die Jugendlichen, mein BetreuerInnenteam und ich.

Ich hatte meine Gitarre mit und den Jugendlichen den Text dieses alten Widerstandsliedes kopiert, so dass sie mitsingen konnten.

Mir zitterte die Stimme als ich anfing, dieses Lied zu singen, ich hatte Angst mich im Text zu vertun und dann merkten der alte Kommunist und sein schwuler KZ Leidensgenosse meine Unsicherheit, nahmen mich von links und rechts in den Arm und dann haben wir alle gemeinsam „Wir sind die Moorsoldaten und ziehen nie mehr mit dem Spaten in‘ s Moor gesungen“, es war sicherlich nicht schön unser Gesang, gebe ich ja zu, aber alle Besucherinnen und Besucher der KZ Gedenkstätte an dem Morgen blieben stehen und haben mit uns gesungen.

Und danach haben wir alle zusammen noch lange miteinander gesprochen, all unsere Gefühle hätte niemand alleine verarbeiten können, die Jugendlichen haben größtenteils geweint, es war emotional einfach zu viel für sie.

Diesen beiden Zeitzeugen werde ich aber zeitlebens dankbar sein, wir hatten bis zu Ihrem Tod immer Brief – und Telefontakt, sie haben meinen Jugendlichen wahre Menschlichkeit gezeigt.

1993 habe ich mal eine Jugendreise nach Marathon bei Athen geleitet. Wir haben dann einen Ausflug nach Delphi unternommen.

Der griechische Reiseleiter, der in Marburg studiert hatte, wunderte sich, das ich den Bus ausgerechnet in dem Ort Distomo nahe Delphi halten ließ.

Es hatte einen guten Grund und der Bus mit unserer Gruppe hielt auch direkt vor dem Mahnmal in Distomo an, wo die Nazis in einer „Vergeltungsaktion“ gegen griechische „Partisanen“ – ich würde sagen „Freiheitskämpfer“, fast die gesamte Dorfbevölkerung umgebracht hatten, bis hin zu Säuglingen, gerade mal 5 Monate jung.

Meine Jugendlichen konnten die griechische Schrift auf der Gedenktafel nicht lesen, aber ich habe ihnen den Text übersetzt. Danach wussten sie, warum unser Bus gerade in diesem Ort gehalten hatte.

Die Dorfbevölkerung guckte zunächst misstrauisch von unten, Distomo liegt an einem Bergabhang, sie wussten ja nicht was da passiert.

Als sie dann sahen, wie meine Jugendlichen versuchten, in der von der Julihitze verdorrten griechischen Landschaft, ein paar Blümchen zu finden und sie an der Gedenktafel ablegten, strömten die Menschen hoch aus dem Dorf, haben meine Jugendlichen umarmt und geknutscht, wie es in Griechenland so üblich ist.

Wir haben alle zusammen im Dorf bis spät in die Nacht gefeiert, bis unser Busfahrer müde wurde …

Ich weiß, warum ich Antifaschist bin …

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Grafikquelle  :  Gedenkstätte für die ermordeten Antifaschisten in Brandenburg an der Havel, Marienberg

Urheber Rita2008 / Own  – work
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Die Ruhe der Wutbürger

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2011

Warum von Hartz IV Betroffene nicht auf die Straße gehen und zu „Wutbürgern“ werden?

Datei:Anti-Hartz-Demo.jpg

Der Deutsche ist zu Obrigkeitshörig und wählt immer wieder

Wer sich diese Frage stellt und sie massenhaft als “Wutbürger” auf den Straßen vermisst, hat wohl nicht die nötige Nähe zu von Hartz IV betroffenen Menschen oder sich nicht die Mühe gemacht, die einschlägigen soziologischen Studien, z.B. des Armutsforschers Wilhelm Heitmeyer, Uni Bielefeld zu studieren.

Ich zitiere mal aus: “Entsolidarisierung – Die neue Heitmeyer-Studie über deutsche Zustände” 2010

“Viele Menschen reagieren auf die Krise, indem sie Heitmeyer zufolge eine pessimistische Erwartungshaltung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung einnehmen und zugleich auf der Vorstellung eines vermeintlich intakten privaten Umfelds beharren.”

Die Betroffenen gehen nicht mehr auf die Straße, weil sie resigniert haben, sich schämen und ausgegrenzt fühlen. Ihre Erfahrung ist, selbst wenn sie mal aktiv wurden, verändert hat sich für sie nichts und oft wurde ihr Protest durch Parteien für ihre Zwecke instrumentalisiert und missbraucht.

Hinzu kommt, dass man bei 350 Euro netto/Monat sich meist nicht mal eine Fahrkarte für die nötigsten privaten Fahrten leisten kann und wenn dann z.B. eine Demo in Köln stattfindet, 50 km von meiner Heimatstadt weg, können sich die Betroffenen nicht mal so eben die 20,50 Euro für die Rückfahrkarte dorthin abzwacken.

Ich rede täglich mit Betroffenen von Hartz IV, die allermeisten gehen sehr sorgsam mit ihrem wenigen Geld um, die Wenigsten rauchen oder trinken und trotzdem müssen sie jeden Cent rumdrehen.

Wenn nicht mal das Geld für den Monatsbeitrag in einem Sportverein drin ist, dann überlegt man sich, wenn irgendwo eine Demo ist, kann ich mir die Fahrt leisten, auf was muss ich dafür in diesem Monat verzichten und was bringt mir die Teilnahme?

Was bringt es, mit als “Wutbürger” dabei zu sein, auf der Demo, wenn ich dafür dann z.B. auf das lange nötige neue Paar Schuhe verzichten muss?

Wenn man mit diesen betroffenen Menschen spricht, ihnen richtig zuhört, wundert man sich nicht, dass sie nicht massenhaft auf den Straßen sind.

Wie Wilhelm Heitmeyer konstatierte, die Verarmung und Verelendung in unserer Gesellschaft geht einher mit einem innerlichen Rückzug aus dieser, sowie einer Vereinzelung und Vereinsamung der Betroffenen.

Viele “Linke” übersehen leider diese Zusammenhänge, ich denke, nicht aus böser Absicht, sondern einfach aus Unkenntnis der realen Lebenssituation der Betroffenen.

Schon in der Weimarer Republik scheiterte die Linke mit ihrer “Verelendungstheorie”, die davon ausging, dass wenn es den Massen erst richtig elend ginge, würden sie zu Massen gegen den Kapitalismus auf die Straßen gehen.

Komisch, liest niemand mehr Geschichtsbücher?

Dann stellt sich nämlich die Frage gar nicht mehr, warum die Betroffenen nicht massenhaft auf der Straße zu “Wutbürgern” werden!

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Grafikquelle  :

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Urheber Björn Laczay from Moosburg, Germany
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Linke Netchattiquette ?

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2010

Wer hat GEWONNEN ?

„Links“ denkende Menschen sind nicht unbedingt als nicht streitlustig bekannt. Ist auch gut so, denn aus einem sachlichen Disput und/oder Streit um unterschiedliche politische Meinungen und Positionen kann sich etwas fruchtbares, gemeinsames entwickeln, solange man fair miteinander umgeht. Leider stelle ich im Internet sehr häufig fest, dass gerade „links“ denkende Menschen keine Hemmungen haben, andere Menschen bis zur Weißglut zu provozieren. Brauchen wir einen „Internet Knigge“ für „links“ denkende Menschen?

Der Begriff „Streitkultur“ sollte m. E, jedem ´“links“ denkenden Menschen geläufig sein.

„Links“ ist für mich immer mit Demokratie und Sozialismus verbunden, mit der Gedanken- und Meinungsfreiheit des Anderen.

Wikipedia schreibt zur „Streitkultur“: „Streitkultur zu besitzen bedeutet: mit Worten und Medien den eigenen Standpunkt vertreten zu können, ohne dem Anderen abzusprechen, dass auch er einen abweichenden Standpunkt besitzt und besitzen darf. Streitkultur schließt ferner die Überzeugung ein, dass der Streit grundsätzlich Positives bzw. Bedeutendes hervorbringen kann, da er alte Normen und Fakten in Frage stellt und nach der Möglichkeit von Alternativen Ausschau hält, unabhängig davon wie nützlich oder angemessen das Bewährte auch ist.“

Mir fällt in vielen „linken“ Internetblogs und Zeitungen auf, dass es in diesem Sinne, wenn überhaupt, fast gar keine „Streitkultur“ gibt.

Da wird munter aufeinander losgedroschen, häufig unter der Gürtellinie, und es wird immer wieder versucht, die eigene Position um nahezu „jeden Preis“ durchzusetzen. Mir fällt dabei häufig auf, wenn ich diese „Diskussionen“ im Internet verfolge, dass das Hauptziel der Beteiligten zu sein scheint, um jeden Preis recht zu bekommen und derjenige der den meisten Applaus im Internet bekommt, von anderen Usern, sitzt dann zuhause an seinem PC und fühlt sich gut:

Er hat GEWONNEN!

Was hat er denn gewonnen? Schon die alten Griechen nannten einen solchen „Gewinn“ einen „Pyrrhussieg.“

Wikipedia schreibt dazu:

„Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann auf dem Sieg nicht aufbauen“

Für mich bedeutet „links“ denken, als demokratischer, linker Sozialist, den anderen Menschen, auch in einem politischen Streit, ernst zu nehmen und seine Argumente zu verstehen zu versuchen. Ich habe nichts davon, einen anderen Menschen argumentativ „platt“ zu machen, weil ich dann zwar in der Sekunde, wo es mir gelungen ist, was bei meinen rhetorischen Fähigkeiten ein Leichtes ist, im Internet dann auch noch Applaus von unkundigen Claqueren zu bekommen und gleichzeitig einen Menschen so vor den Kopf zu stoßen, dass er nie wieder zu einer offenen, sachlichen Auseinandersetzung bereit ist.

Der von mir sehr geschätzte Liedermacher Hannes Wader hat auf dieses Dilemma mal in seinem Lied, „Eine, die Du nicht kennst“  mit den Worten hingewiesen, „Recht zu haben, wie weh das tut“

Und da sind wie bei der Internetetiquette für „links“ denkende Menschen:

Mit mir gehen auch manchmal die Pferde durch, leider, ich bin nicht fehlerfrei und ich lange dann auch mal mit Worten im Internet deftig zu, obwohl ich wissen sollte, dass ich damit das Gegenteil erreiche.

Aber ich bemühe mich, sachlich, freundlich und höflich zu bleiben, zum Einen Aus Respekt vor meinem Gegenüber, auch im Internet, und zum anderen, weil ich weiss, wenn ich anders handel, macht mein Gegenüber „dicht“ und weg ist er. Dann ist kein Gespräch mehr möglich.

Pyrrhussieg halt. „Links“ denken und handeln fängt für mich in solchen, scheinbaren „Kleinigkeiten“ an.

Mein Ziel ist, auch andere Menschen für einen demokratischen Sozialismus zu gewinnen. Dafür kann ich andere aber nur gewinnen, wenn sie schon im kleinen Umgang miteinander fühlen, spüren und wahrnehmen, dass ich sie so annehme, wie sie sind, sie ernst nehme und einzig in der Sache argumentiere, ohne jemals die Person des Gegenübers anzugreifen oder bloßzustellen.

Das Internet ist eine nicht zu unterschätzende Chance, aber auch eine Gefahr, wenn man sich seines Handelns und der Verantwortung der dort getätigten Aussagen anderen Menschen gegenüber nicht bewusst ist.

Als Sozialarbeiter weiß ich, manchmal denke ich „leider“, zu viel darüber, wie Menschen, auch im Internet so ticken.

Mein Gegenüber im Internet kann arm, hilflos, traurig, einsam, schüchtern, zurückhaltend sein, oder auch ein Miesepeter.

In jedem Fall trage ich Verantwortung für den Umgang mit meinem Internetgegenüber. Mir haben in diversen Chats, gerade viele Frauen berichtet, dass sie mit dem rauen Ton mancher Antworten nicht klar kamen und auch darüber weinten. Auch Männer haben mir so etwas berichtet.

Und daher bin ich für eine „linke“ Internetchattiquette, sich selber mal zurück nehmen und die andere Meinung zulassen können, höflich und freundlich im Umgang mit anderen Menschen, auch im Internet sein, sonst gewinne ich andere Menschen nicht für meine Meinung, wenn ich nicht glaubwürdig auch im Kleinen bin.

Da können „Linke“ noch eine Menge lernen, denke ich.

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Grafikquelle :  Bundesarchiv, Bild 183-1990-0125-035 / Zimmermann, Peter / CC-BY-SA 3.0

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Studiengebühren in NRW

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Dezember 2010

Die Linke NRW: Nun ist der Landesvorstand gegen die eigene Landtagsfraktion bei den Studiengebühren

Datei:Demo - gegen Studiengebühren - Mannheim.jpg

Wieder einmal wird ein innerparteilicher Streit der Die Linke NRW öffentlich über die Medien zelebriert! Diesmal zankt sich der Landesvorstand NRW öffentlich mit der Landtagsfraktion NRW über das Thema Studiengebühren. Scheinbar ist Die Linke NRW redlich darum bemüht, deutlich unter die fünf Prozentmarke in der Wählergunst zu gelangen. Ich glaube, sie ist auf dem besten Wege, dieses Ziel zu erreichen.

T.online schrieb am 19.1210 unter dem Titel: „NRW-Linke droht mit Nein zu Studiengebühren“:

„Nach dem irrtümlichen Ja von Abgeordneten der Linken zum Nachtragsetat 2010 verschärft die Partei die Auseinandersetzung mit Rot-Grün. Überraschend formulierte der Landesvorstand der NRW-Linkspartei am Wochenende in Essen eine Drohung an die Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Der Vorstand sei dafür, das Gesetz über die Abschaffung der Studiengebühren „abzulehnen, wenn SPD und Grüne bei ihrer Blockadehaltung bleiben“. Damit ging das Führungsgremium auch auf Distanz zur Linksfraktion im Landtag.“

Bei „Die Gesellschafter“, einem Blog zum gesellschaftspolitischen Austausch, basierend auf einer Initiative der „Aktion Mensch“, wo ich eine eigenen Account habe, schrieb mir heute ein Franz Sparsam zu meinem Beitrag „Die Linke NRW – eine Lachnummer“ folgendes:

„@ Dieter Carstensen – Sie schreiben »Die Linke NRW kann ich beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen. Aber all das, was Sie anführen, war auch schon vor der Wahl bekannt. Wer also hat diese Idioten gewählt?“

Ich habe ihm ehrlich geantwortet:

„Lieber Franz Sparsam. ich gebe zu, ich habe sie gewählt, seufz! Aber ich habe auch nie behauptet, fehlerfrei zu sein. Allerdings, wenn ich Fehler gemacht habe und sie einsehe, gebe ich es auch unumwunden zu. Diese Ehrlichkeit, anderen und mir gegenüber gönne ich mir. Es war mein Fehler, diese Truppe zu wählen.“

Diese Diskussion findet sich bei „Die Gesellschafter“.

Mehr habe ich momentan nicht zum Thema beizutragen … – aber die Gelegenheit zu einer Fortsetzung wird sicher nicht lange auf sich warten lassen …

In dem Punkt wenigstens ist Die Linke NRW absolut zuverlässig.

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Grafikquelle  :

w:de:Creative Commons
Namensnennung
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Terroralarm in Waldbröl

Erstellt von DL-Redaktion am 21. November 2010

Terroralarm in Waldbröl

Datei:Waldbröl-blick v markt.jpg

Meine Partnerin hat gerade den Weihnachtsbaum samt Pflanztopf vom Balkon geschmissen, der sollte ja noch nicht in die Wohnung, wegen des Nadelns, und meine Weihnachtsgeschenke aus ihrem Geheimversteck direkt mit, sie meinte „Bestimmt ist da auch ne Bombe drin, die Verkäufer hatten alle Bärte.“

Meinen Schokoladennikolaus hat sie im Klo weggespült, sie meinte „Wasser macht Bombenzünder unschädlich, sieht man ja immer im Fernsehen und bestimmt ist die Bombe da drin versteckt, Schatzi“

Jetzt telefoniert sie gerade mit Wladimir Putin, den ihre Mama noch aus DDR Zeiten kennt, ob er uns nicht mit ein paar Flakgeschützen, Granat- und Raketenwerfern, sowie 26 MG’s aushelfen kann, damit wir den Terrorangriff auf unsere Wohnung zu Weihnachten abwehren können.

Danach will Jessi in unserem Garten 72 Tretminen aus DDR Beständen verlegen, die ich eigentlich für die Wühlmäuse gelagert hatte. SEUFZ

Und was mach ich dann im Frühjahr mit den Wühlmäusen?

Der Terror hat jetzt auch Waldbröl im Oberbergischen Kreis erreicht.

Mein Nachbar zur Rechten legt gerade Nato Stacheldraht auf seinem Grundstück aus, weil Jessi ihn alarmiert hat, der Nachbar zur Linken ist gerade unterwegs zu einem Dobermann Hundezüchter, 10.000 Euro cash in der Brieftasche und will sich 10 der „possierlichen“ Hundchen für sein 500qm Grundstück anschaffen.

Bauer Erwin, 500 Meter weg, buddelt mit seinem Traktor Panzergräben, Minenverhaue und einen Bunker für die seinen und ballert wie wild mit seiner Schrotflinte auf jede Krähe!

„Wer weiss Dieter, die Terroristen haben die Vögel bestimmt dressiert und die schmeißen ne Bombe auf meinen Hof“ sagte er zu mir und „Bei mir kommen keine Terroristen rein, nur Kühe und Stiere“.

Unser Eiermann Egon hat jetzt 10.000 zerschossene Hühnereier.

Als er gestern bei Bauer Erwin am Hof vorbei fuhr, machte er wie immer mit seiner alten Hupe „Mööp, mööp“! Erwin dachte das sind sie, so hört sich ein Bombenzünder an und hat 26 Schrotladungen abgeballert.

Egon ist zum Glück nix passiert, aber er hat in Erwins Bunker um Asyl gebeten.

Reinhard, der Fahrschulbesitzer von gegenüber, schweisst gerade an seinen Autos Panzerplatten an und schreit die ganze Zeit „no paseran“ – „sie werden nicht durchkommen“, sein Großvater hatte auf Seiten der demokratischen Republik in Spanien gekämpft.

Oma Elli von schräg gegenüber, Kriegsveteranin im Widerstand, bastelt fleissig Massen von Molotowcocktails in ihrer Küche, hat sie damals in der „Komintern“ Schule der KPDSU gelernt.

Zitat: „Unsere Straße ist sicher, Jessi und Dieter.“

Altnazi Wilhelm, 88 Jahre, hat aus seinem Kellerversteck die verrosteten MG’s aus der Nazizeit geholt und schiesst sie gerade ein, 4 harmlose Krähen und Kuh Elsa mussten schon dran glauben.

Er tanzt dabei durch den Garten und singt immer wieder wie irre: „Jetzt geht’s wieder los, jetzt geht’s wieder los.“

Bauer Erwin fand das gar nicht lustig, dass Altnazi Wilhelm ihm seine Kuh Elsa abgeballert hat und war echt sauer, aber jetzt haben sie sich geeinigt, Wilhelm darf mit in den Bunker, wenn er mit seinen MG’s die Stellung verteidigt.

Lediglich unser türkischer Pizzabote Ahmet hatte etwas Sorgen.

Er hat sich gerade den Bart abrasieren lassen, damit er mit seinen „Pizzapäckchen“ nicht für „Osamahatnichtgeladen“ gehalten wird.

Ich überlege gerade, ob ich Jessis Handtasche nicht in den Brölbach schmeißen sollte, schließlich durfte ich noch nie reinschauen … und vielleicht ist DA ja die Bombe drin …

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Quelle Eigenes Werk
Urheber mrfinch

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Meine – DIE LINKE NRW ?

Erstellt von DL-Redaktion am 5. November 2010

Kritiker der Linken  NRW

DIE LINKE Bundesparteitag 10-11 Mai 2014 -147.jpg

bekanntlich gehöre ich zu den Kritikern der Die Linke NRW. In einem demokratischen Land darf man ja wohl noch kritisch sein.

Mir geht es nicht darum, Die Linke per se schlecht zu machen, oder anzugreifen, schließlich bin ich pünktlich zahlendes Mitglied dieser Partei, was man im Westen der BRD nach Schätzungen der Bundeslinken und ihrer Kassenprüfungskommissonen wohl von vielen „Linken“ nicht behaupten kann.

Ich wehre mich aber gegen Auswüchse in dieser Partei, die für mich nur noch wenig mit linken, demokratischen Ansprüchen zu tun haben.

Ich darf ja wohl, als linker, demokratischer Sozialist  noch öffentlich sagen, dass ich Antifaschist und Gegner derjenigen Kommunisten bin, die nichts hinzugelernt haben, aus den Diktaturen der UDDSR, Chinas, Nordkoreas, der DDR usw.

Heißt es, dass ich deswegen „Antikommunist“ bin? Wer Marx und Engels wirklich gelesen hat, müsste wissen, das der Sozialismus die „Vorstufe“ des Kommunismus sein soll, nach Theorie dieser beiden, selber aus großbürgerlichen Verhältnissen stammenden Denker, die für ihre Zeit, interessante Thesen entwickelt hatten.

Der real existierende Sozialismus und Kommunismus mit seinen Verbrechern gegen die Menschlichkeit, wie Lenin, Trotzki, Stalin, Mao, Pol Pot usw. ist ja nun kläglich gescheitert.

Ich stelle mir die Frage:

Was macht es für die nachweislich Millionen ermordeten Menschen für einen Unterschied aus, ob sie in Hitlers KZ’s oder Stalins Folterkellern viehisch zu Tode gebracht wurden?

Dann wird mir von manchen selbsternannten „Linken“ vorgeworfen, ich sei ein „rechter Antikommunist“.

Der einzige Unterschied zwischen den Nazis und Kommunisten, den ich heute sehen kann, ist der, dass die einen kackbraune Hosen und die anderen blutrote Hemden trugen.

Millionen andere Menschen ermordet, haben beide Seiten dieser  Möchtegernweltverbesserer.

Und warum sollte ich Mörder nicht mit Mördern vergleichen?

Ich habe noch niemals dazu  öffentlich etwas geschrieben, was meine eigene Lebensgeschichte angeht, aber heute kommt mir die Galle hoch, über die selbsternannten Möchtegernlinken und darum schreibe ich mal von mir:

Der langjährige Partner meiner alleinerziehenden Mutter, Rut Carstensen, Waldbröl, war Helmut Mache, bis zu seinem Tod 1983 in Bonn lebend, er war Masseur im Kreiskrankenhaus Waldbröl und meine Mutter dort Diätassistentin, so haben sich die beiden kennengelernt.

Durch ihn wurde ich Pazifist, ihm hatte man in Stalingrad ein Bein weggeschossen, er ist mit einem der letzten Flugzeuge ausgeflogen worden.

Wir waren zusammen auf den großen Friedensdemos in Bonn auf dem Unigelände, es war heiss, war ja Sommer, aber Helmut sagte zu mir, obwohl ich sah, dass er wegen seiner Prothese beim Laufen grosse Schmerzen hatte:

„Macht nichts Dieter, ich habe auch Stalingrad überlebt, aber verspreche mir eines, lasse Dich niemals verbiegen, durch niemand, dafür haben wir unser Leben gegeben und jetzt gib mir bitte meinen Krückstock, ich halte auch das durch.“

Und Helmut Mache, mein väterlicher Freund, war Cousin von Erich Mielke, aber im Gegensatz zu diesem bis zu seinem Lebensende überzeugter Sozialdemokrat, Gewerkschafter und Linker, Kriegsgegner und Antifaschist wie ich.

(Es gibt Fotos von Erich und Helmut, die ich besitze und auf denen die familiäre Zusammengehörigkeit nicht zu bestreiten ist, über Quellennachweise sowieso nicht)

Ich habe es von Helmut lernen dürfen, mich gegen Unrecht zu wehren und mich niemals zu verbiegen.

Helmut hat mir oft gesagt: „Was mein Cousin Erich da in der DDR macht, dafür will ich nicht gegen die Nazis angegangen sein“ sein rechtes Bein hatte er in Stalingrad verloren, weil er Flugblätter des Widerstandes verteilt hatte.

Er kam durch ein „sogenanntes“ Militärgericht in ein Strafbatallion zum Minenräumen, die Gestapo kam ihm trotz schlimmster Folterungen nicht auf die Schliche, er hat niemanden verraten.

Er hat mir viel von seinem Cousin Erich Mielke berichtet, wie ihre Mütter damals als Kinder Meerschweinchen für die Küchenabfälle in Breslau gehalten haben, wo beide herstammten.

Helmut hatte nie wieder, nach dem Mauerbau, Kontakt mit seinem Cousin Erich.

Und mir will irgendjemand was über Linke, Widerstand und Kriegsgegnerschaft erklären?

Helmut war mein väterlicher Freund, als Partner meiner Mutter, er war nicht mein leiblicher Vater, das war Dr.Dr.phil Adolf Klostermann aus Boppard am Rhein, der meine Mutter sitzen lassen hat, aber Helmut nahm mich an, wie seinen eigenen Sohn, die Adoptionsurkunde habe ich noch.

Fast alles was ich heute bin, verdanke ich Helmut Mache aus Bonn, ich habe ihn geliebt wie meinen eigenen Vater, den ich ja nie kennengelernt habe.

Helmut war immer für einen demokratischen Sozialismus, Gegner der Nazis und Kommunisten, wie ich es auch heute noch durch ihn bin.

Am Ende seines Lebens, kurz vor seinem Tod, sagte er zu mir: „Dieter, wenn mein komischer Cousin und seine Kommunisten Atomraketen brauchen, um für eine bessere Welt zu sorgen, wofür habe ich dann in Stalingrad mein Bein als Widerstandskämpfer gegen die Nazis verloren?“

Ich habe 54 Jahre gebraucht, um diese wahre Geschichte meines Lebens endlich einmal aufschreiben zu können, ich bitte darum, sie nicht zu missbrauchen, jedes Wort davon ist wahr und nachprüfbar, aber deswegen gehe ich so massiv gegen „Scheinlinke“ an, besonders in NRW, weil ich den Wunsch habe, dass sich die Barbarei weder durch Nazis oder Kommunisten noch einmal die Herrschaft an sich reissen kann.

Das bin ich Helmut schuldig, er soll nicht umsonst gegen die braunen und roten Barbaren gekämpft haben!

Und ich mag es alleine von meiner Lebensgeschichte her überhaupt nicht, wenn mich „Scheinlinke“ aus NRW oder anderswo unter der Gürtellinie anzugreifen versuchen, da bin ich dem Andenken meines väterlichen Freundes Helmut verpflichtet und werde bestimmt nicht „klein“ beigeben.

Ich hoffe auf eine bessere Welt, aber alleine kann ich sie nicht „herbeizaubern“ dafür brauche ich viele linke, demokratische Sozialistinnen und Sozialisten als Verbündete.

Danke für das Lesen dieser Zeilen, über jede sachliche Rückmeldung würde ich mich freuen.

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Grafikquelle :  Achtung: Dieses Bild ist nicht gemeinfrei. Es ist zwar frei benutzbar aber gesetzlich geschützt. Note: this image is not in the Public Domain. It is free to use but protected by law. Bitte benutzen sie nach Möglichkeit als Bildbeschreibung: Blömke/Kosinsky/Tschöpe in unmittelbarer Nähe beim Bild oder an einer Stelle in ihrer Publikation, wo dies üblich ist. Dabei muß der Zusammenhang zwischen Bild und Urhebernennung gewahrt bleiben.

 

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Tafeln – Top oder Flop ?

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Oktober 2010

Tafeln und Sozialkaufhäuser: Top oder Flop ?

Diese Frage stellt heute Dieter Carstensen aus Waldbröl in seinem Artikel. IE

Die negative Seite dieser Institutionen, am Beispiel der Kleinstadt Waldbröl und ihrer Umgebung, dem Oberbergischen Kreis in NRW. Dort schießen allerorten sogenannte „Tafeln“ und „Sozialkaufhäuser“, für die Ärmsten der Armen, wie Pilze aus dem Boden, meist in kirchlicher Trägerschaft, unter dem Deckmäntelchen der „Nächstenliebe.“ Die nicht geschönte Arbeitslosenzahl im Kreis liegt bei ca. 13 %, entsprechend ist die soziale Situation in diesem ländlichen Kreis.

Meine Grundsatzposition, welche ich mit den meisten kritischen Sozialwissenschaftlern, Politologen, Soziologen und Sozialarbeitern teile, ist prinzipiell ablehnend gegen derartige Einrichtungen.

Zum Einen lösen sie das Problem der Massenverarmung nicht, sondern sie helfen es zu verschleiern, da sie nicht an die Ursachen des Übels, sondern nur an dessen Auswirkungen herangehen, indem sie eigentlich staatliche Aufgaben, gemäß des Sozialstaatsgebots unseres Grundgesetzes, ohne Not übernehmen und es somit dem Staat sogar noch ermöglichen, sich immer weiter aus seiner grundrechtlichen Verantwortung herauszuziehen.

Ich zitiere dazu aus einem Bericht der „Telepolis“ Onlinezeitung vom 23.6.09 Autor Stefan Seilke mit dem Titel „Es ist angerichtet: Tafeln in Deutschland“:

„Verstetigung statt Bekämpfung der Armut: Es gibt keinen positiven Zusammenhang zwischen der Existenz von Tafeln und Armut in diesem Land. Armut entsteht vor und neben allen Tafeln, egal nach welchem Prinzip diese arbeiten. Tafeln verhindern keine Armut. Tafeln werden aber zunehmend Teil der Hilfsindustrie und beschäftigen sich zunehmend mit sich selbst. Und damit verstetigen sie den status quo der Armut. Tafeln dürfen aber nicht nur zur „Heimat der Helfer“ und zum „Umschlagplatz für Hoffnungen“ der Kunden werden. Helfen darf nicht zum Selbstzweck verkommen. Es geht um Wachsamkeit für das eigentlich Problem: Armut als Skandal in einem der reichsten Länder der Welt.“

Zum Anderen handeln die meisten „Tafeln“ und „Sozialkaufhäuser“, gerade wenn sie von Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden betrieben werden, alles andere als selbstlos, da es den Betreibenden vor allem darum geht, auch dieses „Marktsegment“ des Sozialmarktes, in welchem Milliardenumsätze mit den verschiedensten Angeboten, von der Suchtberatung über Altenhilfe bis eben hin zu den „Tafeln“, durch die Verbände und Kirchen mit Hilfe staatlicher Zuschüsse erzielt werden und es vornehmlich um die positive öffentliche Darstellung der eigenen Verbände geht.

Die Tafeln verhindern alleine schon durch ihre Existenz eine grundsätzliche gesellschaftliche Diskussion über die Menschenwürde auch der Ärmsten, sie sind kontraproduktiv. Nicht scheinbare „Nächstenliebe“ oder „Almosen“ sind gefragt, sondern gleichberechtigte Teilhabe. Diese kann aber nur politisch erkämpft werden.

So resümiert der Autor Stefan Selke, Dr. phil., Studium der Luft- und Raumfahrttechnik, Studium der Soziologie, Projektleiter beim infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft. gegenwärtig Professor an der Hochschule Furtwangen University in oben als Quelle angegebenen Telepolis Beitrag m.E. zu Recht:

„Doch die typische Struktur einer jeden einzelnen Tafel verhindert, quer zu allen individuellen Bemühungen einzelner Helfer, die Konstitution echter Menschenwürde. Wenn aber das, was Tafeln erreichen, nicht mehr ist, als ein „Quäntchen Glück“ oder eine „angenehmere Abhängigkeit“, dann ist das, gemessen am kollektiv betriebenen Aufwand, zu wenig.“

Die Oberbergische Volkszeitung veröffentlichte am 28.9.10 unter dem Titel „Mit 5 Euro ist keinem geholfen“ einen gut recherchierten und informativen Beitrag des Redakteurs Michael Fiedler-Heinen zum sogenannten „Sozialkaufhaus“ in Waldbröl, welcher in den darin enthaltenen Aussagen von Mitarbeitern dieser Einrichtung, beispielsweise für viele andere ähnlicher Einrichtungen, das dahinter stehende Grundverständnis der meisten Tafeln und Sozialkaufhäuser auf das Schlimmste entlarvt.

So äußerte eine Mitarbeiterin des „Sozialkaufhauses“ in dem Beitrag:

„Für manche, die nicht arbeiten wollen, sind selbst die fünf Euro definitiv zu viel.“ Solche Leute, sagt sie, „stehen nur da und halten die Hände in den Hosentaschen“. Doch sie wehrt sich auch dagegen, dass alle über einen Kamm geschoren werden. „Das sind Menschen wie Du und ich, ich mache da keinen Unterschied. Und einige von denen, die hier mithelfen, sind mehr als fleißig, aber sie bekommen keine Chance.“

Das viele der ehrenamtlichen, aber auch hauptamtlichen, Mitarbeiter derartiger Einrichtungen eine völlige Distanz zur realen Lebenssituation von Langzeitarbeitssuchenden haben, mit ihren psychischen, psychosomatischen und gesundheitlichen Folgebegleiterscheinungen einer nahezu aussichtslosen Lebensperspektive, welche z.B. auch zu Medikamenten-,  Alkohol-  und/oder Drogenabhängigkeitserkrankungen führen können, aber mit Sicherheit nach 100’ten erfolgloser Bewerbungen, oder Arbeitsangeboten mit ausbeuterischen Hungerlöhnen, zu Resignation, Lethargie und/oder Depressionen, ergibt sich aus Äußerungen wie dieser .

Von vielen Tafeln und Sozialkaufhäusern, das Internet ist voll von derartigen Meldungen, berichten die Hilfesuchenden Nutzer derartiger Angebote von herablassenden, diskriminierenden, abfälligen und kommandierenden Äußerungen und Verhaltensweisen der dort vorgeblich FÜR die Betroffenen eintretenden Beschäftigten.

Da verwundert dann auch diese Aussage in dem o. a. Zeitungsbericht nicht sonderlich:

„Die ehrenamtliche Kaufhaus-Mitarbeiterin Brigitte Grote hält eine Anhebung um 40 Euro, wie sie die SPD fordert, allerdings für wenig hilfreich. „Dadurch wird der Anreiz zum Arbeiten nicht gerade geweckt.“ Wichtiger sei es, überhaupt eine Möglichkeit zum Arbeiten zu geben: „Die meisten, die hier freiwillig helfen, wollen arbeiten, bekommen aber keine Arbeit.“

Der Widerspruch an sich, bei solchen in der Bevölkerung weit verbreiteten Ansichten, ist, dass man einerseits sehr wohl erkennt, dass viele trotz ihres Willens keine Arbeit finden, man andererseits aber nicht erkennt, dass die Hartz IV Regelsätze so anzuheben sind, dass eine wirkliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Sinne des Grundgesetzes möglich ist, wobei alleine schon der jetzt errechnete Verpflegungssatz von ca. 4 Euro pro Tag nichts anderes als eine staatlich verordnete Mangelernährung bedeutet.

Aus zahlreichen Studien zur Sozialhilfe, die es schon wesentlich länger als Hartz IV gibt, ist bekannt, dass die Lebenserwartung der Betroffenen um zehn Lebensjahre unterhalb des Bevölkerungsdurchschnitts liegt.

Es reicht eben nicht, in einer Tafel oder einem Sozialkaufhaus gönnerhaft Almosen zu verteilen, ohne die Grundproblematik im Zusammenhang zu verstehen und die Ursachen nicht zu bekämpfen.

Da die meisten Tafeln und Sozialkaufhäuser von Leuten aus der gut situierten Mittelschicht und ihren Organisationen betrieben werden, ist der Anspruch derartiger Institutionen i.A. nicht über ein bisschen sog. „Nächstenliebe“ und „Almosenverteilung“ hinausgehend und damit, wie vorstehend begründet, kontraproduktiv und letztlich gegen die Interessen der Ärmsten gerichtet.

Ich halte es für richtig und wichtig, dass sich möglichst viele Menschen, z.B. durch Leserbriefe und öffentliche Aktionen, gegen den Wust der Fehlinformationen der Regierenden, sowie der meisten Medien, wenden, denn es ist mehr als alarmierend, dass in den jüngeren Umfragen über 50 % der Bevölkerung gegen eine Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes und der Sozialhilfe waren.

Meinen daher am 5.10.10, in der OVZ veröffentlichten Leserbrief, zu dem oben zitierten Artikel der OVZ,  der aus Platzgründen durch die Redaktion gekürzt wurde, aber so, dass meine kritische Grundaussage erhalten blieb füge ich an dieser Stelle zur Dokumentation unserer örtlichen öffentlichen Diskussion zum Thema „Neue Armut“ an.

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Grafikquelle : Axel HindemithFoto aufgenommen von Benutzer Benutzer:AxelHH

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Religionen –

Erstellt von DL-Redaktion am 24. September 2010

…Gefahr für den Weltfrieden?

von Dieter Carstensen aus Waldbroel 

Die Religionen fordern immer von anderen „Toleranz“. Die Geschichte und meine eigene Erfahrung lehren aber, dass sie selber nicht im Mindesten zu Toleranz gegenüber anderen bereit sind. Der Irrglaube an ein friedliches Miteinander der Religionen ist eine der ernsthaftesten Gefahren für den Weltfrieden, so z.b. der britische Biologe Richard Dawkins: „Es gibt einen logischen Weg vom Glauben an ein höheres Wesen zum Töten eines anderen Menschen. Du kannst sagen, es ist meine heilige Pflicht, den anderen zu töten und mich in die Luft zu sprengen. Du könntest nie sagen, weil ich Atheist bin, ist es meine Pflicht, andere umzubringen, da gibt es keine logische Verbindung.“

Die extremistisch – radikal gewalttätigen Moslems sind ebenso gefährlich für den Weltfrieden, wie z.B. die fundamentalistisch – radikal anglikanischen Sekten in den USA, mit ihrer Ablehnung der Evolution, ihren kreationistischen, pseudowissenschaftlichen Behauptungen und ihren fanatischen Anhängern, die sogar schon den Koran öffentlich verbrennen wollten.

Solange Menschen an Religionen glauben, solange leben wir weiter, das ist meine persönliche feste Meinung, mitten im Mittelalter. Wer z.B. an die Bibel oder den Koran glaubt, hat nach beiden Religionsbüchern das Recht Ehebrecherinnen zu steinigen. Gerade die Bibel ist ein Sammelsurium der Aufzeichnung menschlicher Ausschweifungen, denn der Gott der Bibel ist eine eifersüchtige, jähzornige und wahrlich nicht, im heutigen humanistischen Sinne, moralisch handelnde Person. Es ist erstaunlich, dass es der kirchlichen Propaganda gelang, aus dem häufig strafenden, jähzornigen Gott der Bibel einen in der Sicht vieler heutiger Glaubenden „lieben Gott“ zu machen.

Mark Twain formulierte es so: „In der Bibel finden sich Werke edler Dichtkunst, so manche kluge Fabel, einige von Blut durchtränkte Geschichten, eine Fülle von tausend Obszönitäten und mehr als tausend Lügen.“ (Quelle: „Letters from the Earth“, Mark Twain)

Nicht die Bibel oder der Koran können für moralischen Fortschritt sorgen, sondern nur eine universale Debatte über menschliche Werte, losgelöst von jeglichem Glauben.

Richard Dawkins: „Wenn Sie ihre moralischen Werte aus der Bibel bezögen, würden sie Ehebrecherinnen steinigen etc.! Wenn Sie aus Angst moralisch sind, weil sie Angst haben, dass Gott Sie sonst straft, ist es sogar noch schlimmer. Das heißt, dass Sie eigentlich kein besonders guter Mensch sind, Sie benehmen sich nur gut, weil Sie sich bedroht fühlen, oder weil Sie hoffen zur Belohnung in den Himmel zu kommen. Ich hätte wesentlich mehr Respekt vor jemandem, der gut ist, weil er das als das Richtige erkannt hat.“

Die sogenannte „moderne Zivilisation“ hat eine äußerst brüchige Oberfläche, wie jährlich weltweit hunderttausende Ermordete im Namen von Religionen beweisen.

Wer meint, das alles sei weit weg, hier in Europa, sollte mal an Irland und Jugoslawien denken, oder an die Militärgeistlichkeit der Christenheit, die auch an den aktuellen Kriegsschauplätzen, wie z.B. Afghanistan, Gott immer auf Seiten der „christlichen Krieger“ sieht und diese entsprechend „segnet“. Entsprechend betont jeder US Präsident in jeder Rede zu US Militärs mindestens einmal die gebetsmühlenartige Wiederholung des Satzes „God bless you“ („Gott segne Euch“), womit bei näherer Betrachtung auch heutige Kriege in gewissem Sinne „Glaubenskriege“ sind.

Eine sehr schlichte, von den Glaubensverfechtern der Religionen gerne geäußerte, allerdings durch nichts zu beweisende Aussage, eine genauso wenig zu beweisende Behauptung wie die, es gebe einen Gott, ist die vom „gläubigen“ Atheisten oder Agnostiker.

Den Religionsverfechtern fällt in ihrer tumben Selbstherrlichkeit und Intoleranz dann, wenn sie an die Grenzen ihrer persönlichen intellektuellen Fähigkeiten kommen, nicht einmal mehr der Widerspruch per se zwischen Glaube und Atheismus auf.

Wie sagte Élie Wiesel so treffend: „Der nachdenkliche Christ weiß, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk gestorben ist, sondern das Christentum“

Menschen die von einem wissenschaftlichen Atheismus überzeugt sind, „glauben“ nicht an ihn, sondern begründen ihn mit rein wissenschaftlich belegbaren Fakten, dem heutigen Stand der Wissenschaft entsprechend.

Es ist von keinem derart denkenden Menschen überliefert, dass er in Notsituationen „die Hände gefaltet“, gebetet oder einen Gott angerufen hat.

Das ist eine genauso platte und durch nichts zu beweisende Behauptung, wie die Aussage, es gäbe einen Gott. Eine solche Aussage zeigt aber sehr offen die grundsätzliche, allen Religionen innewohnende Intoleranz. Schon der mohamedanische Mystiker des neunten Jahrhunderts, Sidna Ali wies auf die Widersprüchlichkeiten eines menschlich erschaffenen Gottesbildes hin:

„So spricht Gott:

Wer mich sucht, findet mich,
Wer mich findet, erkennt mich,
Wer mich erkennt, liebt mich,
Wer mich liebt, den liebe ich wieder,
Wen ich liebe, den töte ich.“

Weil für „Gläubige“, die sich für die moralisch besseren Menschen halten, obwohl die Geschichte der Religionen und ihrer Verbrechen das absolute Gegenteil beweist, nicht sein kann, was für SIE nicht sein darf, schaffen sie neben ihrem Gott weitere Trugbilder, wie das vom „gläubigen Atheisten“, wenn sie mit ihrer Argumentation sachlich am Ende sind.

Psychologisch wird ein solches Verhalten mit einem „in sich geschlossenen Weltbild“ begründet, was keinerlei Argumentation von außen zugänglich ist, sondern in jeder theoretischen Auseinandersetzung, nach zig „ja aber“ Einwänden, immer wieder auf den nicht beweisbaren Basiskern des eigenen Weltbildes zurückkommt, als der einzigen Wahrheit.

Richard Dawkins äußert sich zu derartigem „Gotteswahn“ folgendermaßen:

„Religion ist schädlich, weil sie Leuten beibringt, dass sie ihren Glauben nicht begründen müssen. Sie müssen keine Beweise für ihre Glaubensininhalte liefern. Es gilt als tugendhaft, etwas zu glauben, einfach nur, weil es ein Teil der Religion ist. Weil es zur Tradition gehört, weil Autoritäten wie Priester es sagen, weil es in heiligen Büchern steht. Das sind alles keine guten Gründe, irgendetwas zu glauben.“

Übrigens haben Religionen und extreme politische Positionen, wie z.B. Neonazis, nach herrschender, soziologisch- sozialwissenschaftlicher Lehrmeinung, die Grundlage von in sich geschlossenen Weltbildern gemeinsam, weswegen es auch so schwer ist, Menschen mit solchen Grundeinstellungen zu einem Überdenken ihrer Positionen zu bewegen.

„Man scheidet die komplexe Welt in die klare Eindeutigkeit von Freund und Feind, da, wie es scheint, nur auf diesem Wege Sicherheit zu gewinnen sei. Die dichotomische Scheidung der Welt in Gut und Böse ist seit je ein Kennzeichen erfahrungsresistenter Weltwahrnehmung und deshalb auch Grundlage nicht bloß des Rechtsextremismus, sondern vielfältiger Fundamentalismen. Von solch einem „archimedischen Punkt“ her lassen sich allemal „böse Übeltäter“ ausmachen, deren gewaltsame Beseitigung dann als Notwehr ausgegeben wird.“

(Quelle: „Rechtsextreme Argumentationsmuster“ von Kurt Lenk, publiziert bei „Bundeszentrale für politische Bildung“,

Ein  höheres  Maß  an geistiger Unflexibilität und Intoleranz, als bei solchen Menschen, ist nicht erreichbar.

Und daher halte ich die Schlussfolgerung für gerechtfertigt, dass man Religionen als Gefahr für den Weltfrieden sehen kann.

Hierzu auch folgendes Video:

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Grafikquelle :Regenbogenfahne

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DIE LINKEN in der Starre

Erstellt von DL-Redaktion am 22. September 2010

Nostalgikerinnen im Interview

Finden die sozialen Bewegungen ohne Die Linke statt fragt Dieter Carstensen aus Waldbbroel heute in seinem Gast Kommentar. Zugrunde liegt dieser Betrachtung ein Interview von Bodo Ramelow in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es ist schon ein wenig überraschend das ein Politiker der LINKEN sich von einer neoliberalen Zeitung befragen läßt. Das könnte den Möchtegernpolitikern aus NRW zum Beispiel nicht passieren, diese stehen überwiegend nur den eigenen „Fachblättern“ zur Verfügung. Aber was schreibe ich hier eigentlich, die will doch sowieso niemand befragen, da sie gar nicht in der Lage sind eine Antwort zu geben. Siehe dazu noch einmal unsere NRW Nostalgikerinnen im Interview. Diese Redegewandtheit, der Elite ist immer wieder Sehenswert. Ein Highlight LINKER Politik. Ein Evergreen.

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Die Partei Die Linke findet in den sozialen Bewegungen de facto fast gar nicht statt. Dabei erhebt sie für sich gerne den Anspruch die Linke insgesamt zu vertreten. Auf diesen Widerspruch per se ging der Thüringer Die Linke Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Online vom 20.9.10 ausführlich ein.

Hieraus eine Frage und Antwort als Beispiel. Ich zitiere:

Frage FAZ: „Auch Ihre Partei hatte mobilisiert, es kamen aber nur wenige.“

Antwort Bodo Ramelow: „Ich bin traurig zugeben zu müssen, dass nur wenige Händevoll Akteure erkennbar als Linke da waren. Es war beeindruckend, wie die SPD mobilisiert hat, das war generalstabsmäßig, die Grünen waren sehr breit aufgestellt und natürlich waren Attac und die Wendland-Bauern da und die ganze Breite der Bewegung. Unterdurchschnittlich war meine Partei vertreten. Ich glaube, dass die Parteiführung das falsch eingeschätzt hat. Hätte es eine große DGB-Manifestation gegeben, wären die Regionalkonferenzen zum Programm wohl verschoben worden. In Berlin gab es eine große Bürgerversammlung. Die Parteiführung muss schnellstens die Kurve kriegen und daran arbeiten, dass wir ein aktiver Bestandteil der neuen Bürgerbewegung werden.“

Seine Aussage zur Web 2.0 Präsenz der Die Linke, „Es fehlt das gesamte Thema Web 2.0, die Veränderungen durch Kommunikationstechnologie. Was bedeutet es, wenn Parteien nicht mehr über hierarchische Kontrollmechanismen verfügen, sondern Kommunikation im Internet geschieht?“ deckt sich in etwa mit meinen gestern in dem Blog Lafontaines Linke geschriebenen Ausführungen meines Kommentars „Das Internet und Die Linke: Zwei Welten begegnen sich“, den ich in erweiterter Form u.a. auch bei Demokratisch-Links veröffentlicht habe.

Wenn man die Internet Seiten der Die Linke, z.B. in NRW, durchsieht, könnte man aufgrund vieler Artikel, meist mit schönen Fotos demonstrierender Linker verziert, meinen, Die Linke sei die Speerspitze der sozialen Bewegungen.

Aber das ist pure Augenwischerei, ich erinnere mich z.B. an einen dicken Artikel der Linke NRW über eine Demo im Kreis Warendorf mit einem tollen Foto, aber wer dabei war weiß, unter hunderten Demonstranten tummelten sich gerade mal acht Linke.

Anspruch und Wirklichkeit klaffen z.B. bei Hartz IV, Sozialabbau, Atomausstieg, Stuttgart21, was die tatsächliche Beteiligung der Die Linke daran, ihre eigene Berichterstattung darüber und der von den in den sozialen Bewegungen wirklich Aktiven Menschen erlebten Realität vor Ort mittlerweile dermaßen weit auseinander, dass sich in den Bewegungen mittlerweile Zorn und Ärger über Die Linke breit macht, die vielerorts nur noch als Trittbrettfahrer empfunden werden.

Es geht nicht um die 500 Leutchen allein, die während der Antiatomdemo auf Die Linke Regionalkonferenzen waren, sondern um die vielen Tausenden Linken die auch ohne Konferenzteilnahme schlicht und einfach unsichtbar blieben, weil sie nicht an der Demo teilnahmen.

Mal davon abgesehen, eine Partei, die im Moment darum zu kämpfen hat, bei den nächsten West-Landtagswahlen überhaupt die fünf Prozent Hürde zu überspringen, ist unfähig, ein paar Konferenzen zu verschieben und durch breite Teilnahme, auch ihrer Spitzenkräfte an den Demonstrationen, deutlich zu machen, dass sie die sozialen Bewegungen wirklich ernst nimmt?

So wird das nichts, mit dem Ernst nehmen und deshalb legt Bodo Ramelow zu Recht, wie ich finde, den Finger in die Wunde der Achillesferse der Die Linke, die, wenn sie so weitermacht im Westen, dereinst in den sozialen Bewegungen genauso isoliert dastehen wird, wie ehemals die taktisch genauso unklug agierende DKP.

Bleibt zu hoffen, dass mahnende Worte, wie die von Bodo Ramelow, Gehör finden, die Uhr steht für Die Linke in diesen Fragen auf kurz vor Zwölf.

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Grafikquelle : xtranews.deIMG_7202.jpg

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NRW-Linke! Fake-Zahlen?

Erstellt von DL-Redaktion am 8. August 2010

NRW-Linke! Fake-Zahlen

Heute ist auf dem Blog LAFONTAINES-LINKE ein bemerkenswerter Kommentar(**) zu lesen. Dort behauptet das NRW-Linke-Mitglied Dieter Carstensen, das bis zu 25% der Mitgliederzahlen „gefaked“ sind.

Das linke Mitglied Carstensen verfügt scheinbar über profunde Kenntnisse im Bereich der Linken in NRW. Seine erschreckenden Erkenntnisse veranlassten daraufhin den Landesgeschäftsführer der Linken in NRW zu einer verzweifelten Gegendarstellung .

Das Mitglied der Linkspartei in NRW, Dieter Carstensen, schildert in seinem Kommentar ausführlich seine Einschätzungen über gefälschte Mitgliederzahlen. Er kommt demnach zu dem Schluss, das einige, wenn nicht bedeutend viele, Entscheidungen innerhalb der Partei ungültig seien.

Herr Carstensen, ein scheinbarer Kenner des linken Landesverbandes in NRW, schreckt mit seinen Behauptungen sichtlich auf. Ähnlich wie im linken Landesverband Saar, ist auch die NRW-Linke scheinbar enttarnt mit falschen Mitgliederzahlen zu hantieren.

Wir bleiben dran an diesem Thema! Wir hatten schon in der Vergangenheit dieses Thema behandelt und können Herrn Carstensen, einem vermutlichen Insider der NRW-Linken, in seinen Gedankengängen folgen.

Er steht aber mit seiner Behauptung sicher nicht allein in NRW!

siehe auch HIER!!

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber alerante, based on PDF linked above

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