DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

DL – Tagesticker 15.09.14

Erstellt von DL-Redaktion am 15. September 2014

Direkt eingeflogen mit unserem Hubschrappschrapp

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1.) Schweden wählt Konservative ab

Reinfeldts Tage als Schwedens Regierungschef sind gezählt. Die Sozialdemokraten streben nach der Wahl zurück an die Macht – und brauchen dafür starke Partner. Denn die Rechtspopulisten feiern sich schon als „Königsmacher“.

MZ

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2.) Große Koalition forever

Vor den beiden Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg hat sich fast alles darum gedreht, ob mit Bodo Ramelow erstmals ein Vertreter der Linkspartei Ministerpräsident eines Bundeslandes wird.

TAZ

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3.) Linke und AfD – die Ränder berühren sich

Die Linke ist etabliert. Die AfD womöglich auf dem Weg dahin. Erstaunlich ist: In ihrem Strukturkonservatismus berühren sich linker und rechter Rand, wobei man manchmal gar nicht mehr so recht weiß, wer hier rechts und wer hier links ist.

Der Tagesspiegel

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4.) Zeichen gegen Antisemitismus

Der Zentralrat der Juden hatte zur Kundgebung gegen Antisemitismus aufgerufen. Der Bundespräsident kam, die Kanzlerin, mehrere tausend Menschen. Doch ist es das Zeichen, das sich jüdische Menschen in Deutschland erhoffen?

FR

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5.) Philipp Mißfelder unter Druck

CDU Der scheidende Chef der Jungen Union soll einem Unternehmer Kontakte zur Bundesregierung vermittelt haben. Dafür soll die Firma fleißig gespendet haben – an die JU und an Mißfelders Wahlkreis

TAZ

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6.) Unverdienter Spitzenverdienst

Andreas Fritsche über Chefgehälter in landeseigenen Unternehmen. Zu Jahresbeginn sollen die Fahrpreise um 2,3 Prozent erhöht werden, heißt es. Bereits um gut elf Prozent erhöht wurden die Bezüge von Sigrid Nikutta. Deshalb verdiente die Chefin der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) im vergangenen Jahr rund 434 000 Euro.

Neues Deutschland

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Der, Die, Das – Letzte vom Tag

Demokratie in Deutschland

Der Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verpflichtet!

7.) Gauweiler darf nicht auf die Krim reisen

Bundestagspräsident Norbert Lammert verbietet Peter Gauweiler, auf die von Russland annektierte Krim zu reisen. Der CSU-Abgeordnete kritisierte am Freitag in Moskau die Russland-Politik des Westens.

Die Welt

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Hinweise nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Verbale Brutalität

Erstellt von DL-Redaktion am 11. September 2014

Antisemitismus in Deutschland

UNWISSEN – Juden sind keine Deutschen und Deutsche Leidtragende – Beobachtungen aus einer Politikstunde zum Thema Antisemitismus an einer Berufsschule in einer westdeutschen Kreisstadt.

VON STEFAN MOES

Ist der Lehrer der Einzige, der nichts hört? Er sitzt am Pult und lässt sich nichts anmerken. Es kommt mir vor, als beugten sich meine Mitschüler besonders tief über ihre Zeichenbretter. Wir sind Tischlerlehrlinge im dritten Lehrjahr. Zwei in der hinteren Bank ereifern sich halblaut: „Arschgefickte Juden … sind an allem schuld.“

 „Jude“ ist ein gebräuchliches Schimpfwort an der Berufsschule in Westdeutschland. Ein 19-Jähriger erklärt mir, Juden seien Wucherer. Sie trieben Menschen in den Ruin.

Ich staune, wie offen im Unterricht Bemerkungen fallen wie „Schufa, alles Juden“. Als einmal ein Schüler ruft: „Aldi gehört den Juden“, reagiert der Lehrer: „Dazu könnte ich jetzt etwas sagen. Aber?“ Er lässt es. Ich bin Mitte fünfzig, fast so alt wie er. Und rund fünfunddreißig Jahre älter als meine Mitschüler.

Inzwischen hetzen die beiden Hinterbänkler weiter gegen „Drecksjuden“. Ein Mitschüler warnt sie leise: Wegen so etwas sei er schon mal fast von der Schule geflogen. Erst als ich die beiden laut anspreche – „Man muss nicht jeden Dreck, den man im Kopf hat, rauslassen!“ -, schweigen sie.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Benjamin Dahlhoff / Gedenkort Schlachthoframpe am Wiesbadener Bahnhof.

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Wer suchet, der findet

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Oktober 2012

Sie blühen im „Glanze Deutschen Glückes“
Am Tag der Zweifaltigkeit! Die Politiker – und ihr Volk ?

Datei:2016-10-03 Stanislaw Tillich, Angela Merkel, Joachim Gauck (Tag der Deutschen Einheit 2016 in Dresden) by Sandro Halank.jpg

Zwei gut bezahlte Vorgrinser mi Hofdame – Wo bleibt das Volk?

Da standen sie wie „Patt und Platt“ wieder einmal beisammen und feierten ihre angeblichen Großtaten. Sie blühten im „Glanze Deutschen Glückes“ und zelebrierten den „Tag der Deutschen Einheit“. Dieses mal traf sich die Crème de la Crème unserer Politik in München um sich, befindlich im nationalen Rausch, diesen Tag ans eigene Revers zu heften, wobei die Abriss „Birne“ Deutscher Moral dieses mal nicht wieder vorgeführt wurde. Hatte man wohl vergessen?

Derweil die dort Anwesenden unter Fahnenschwenken und dem abspielen der Nationalen Hymne die Taten der Vergangenheit feierten, wurde den daheimgebliebenen auf Phoenix erst einmal die Reise-Doko „Deutschlandtour“ vorgeführt um am Abend dann wieder einmal mit Guido Knopp die „Deutschen im 20. Jahrhundert“ zu beleuchten.

Mit Guido Knopp den alten Zopf! Die eigentlichen „Übeltäter“ dieser Wiedervereinigung, die Bürger der ehemaligen DDR, außer Joachim Gauck, werden schon heute heimlich, still und leise in den Hintergrund gedrängt.

Derweil diese „Hirnis“ ihre Einigkeit, zu fünft oder zu sechs, feiern, bemerken sie nicht einmal wie in ihren Rücken die Gesellschaft mehr und mehr auseinanderdriftet. Beschäftigten wir uns zur Zeit des „Kalten Krieges“ nur mit einer Spaltung haben wir es heute aufgrund einer versagenden „Elite“ gleich mit einen Verriss der Gesellschaft in unzählige Interessengrüppchen zu tun.

Wärend sich diese ahnungslosen Gralshüter deutscher Verruchtheit unter großen Polizeischutz der Öffentlichkeit präsentieren, schlägt landauf – landab der Rassismus und auch der Antisemitismus immer neue Blüten und lebt genau das aus, was oben so locker gezeigt wird: Wir sind Deutschland, wir sind (der) Euro/pa, wir sind einfach alles, und: Wir suchen wieder Sündenböcke für das, was die politische Vergänglichkeit angerichtet hat und Brandschatzen die Wohnungen von harmlosen Minderheiten der Gesellschaft. Derweil machen die Verursacher weiter, so als wäre nichts gewesen. Wehe wenn der Mob die wahren Verursacher erkennt ! Dann waren die 68ger ruhige Jahre.

Das diese Sündenböcke gesucht und auch gefunden werden, davon wird in den folgenden Artikel berichtet:

Der immergrüne Antisemitismus

Die Demonstrationen zum Gedenken an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen vor 20 Jahren waren kaum beendet, die staatstragenden Reden alle gehalten, als das Berlin von heute mit dem realexistierenden Rassismus konfrontiert wurde. Am helllichten Tag und nach der vergewissernden Frage „Bist Du Jude?“ wurde dem Rabbiner Daniel Alter im gutbürgerlichen Berlin-Friedenau von vier Jugendlichen das Jochbein zertrümmert und seine siebenjährige Tochter mit dem Tode bedroht. Doch während aus der Zivilgesellschaft ein erhebliches Maß an Anteilnahme erfolgte, herrschte in der Politik sehr schnell wieder business as usual. Gewiss, der Regierende Bürgermeister zeigte sich geboten schockiert über die Tat.

Der Überfall sei eine Attacke auf das friedliche Zusammenleben aller Menschen in der Hauptstadt: „Berlin ist eine weltoffene Metropole, in der wir Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus nicht dulden“, so Klaus Wowereit.

In den Ohren der konkret Betroffenen muss das wie Hohn klingen. Denn längst sind Teile Berlins für Juden faktisch No-go-areas. Schon seit langem bezeichnet die Amadeu-Antonio-Stiftung den Antisemitismus in „großen urbanen Wohnquartieren mit überwiegend muslimischer Wohnbevölkerung“ als ein massives Problem. 80 Jahre nach dem Beginn der NS-Herrschaft können sich Juden nicht gefahrlos in ganz Berlin in ihrer religiösen Bekleidung zeigen.

Gleichwohl riet die Berliner Polizei nach dem Anschlag nicht davon ab, Glaubenssymbole in der Öffentlichkeit zu tragen. „Das ist ein Grundrecht und gilt für alle Religionen“, so der zuständige Polizeisprecher. Zum Glück seien solche Gewalttaten selten. Die Betroffenen wird dies kaum beruhigen. Tatsächlich handelt es sich keineswegs um den ersten Vorfall dieser Art und gewiss nicht um den letzten.

Das Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg, an dem Daniel Alter jüdische Lehre studiert hatte (und das nach dem Überfall prompt mehr Polizeischutz zugeteilt bekam), hat denn auch längst ganz andere Lehren als die Polizei gezogen. Man rät den Studierenden dringend davon ab, auf der Straße ihre Kippa zu tragen.

Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :

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Namensnennung: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

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Verraten und verkauft

Erstellt von DL-Redaktion am 30. Januar 2012

Kauft nicht bei Juden

Bildergebnis für Wikimedia Commons Bilder Kauft nicht bei Juden

Hier einmal ein wenig aus der noch allzu jungen Vergangenheit unserer deutschen Geschichte.  Vielleicht auch als Beispiel dafür wie weit Obrigkeitshörigkeit innerhalb von Gesellschaften, wozu auch Parteien gehören, ausarten kann.

Moderner Antisemitismus hat verschiedene Ursachen und folgt bestimmten Mechanismen – es wird nicht mehr religiös argumentiert. Welche sind das und wie wirken sie?

„Die Fremdheit der Juden scheint die handlichste Form zu sein, mit der Entfremdung der Gesellschaft fertigzuwerden.“ Theodor W. Adorno

Wir leben in Zeiten, in denen eine rassistisch motivierte Mordserie junger Neonazis in den Medien in aller Unbefangenheit mit der rassistischen Wortschöpfung „Döner-Morde“ bezeichnet wird. In denen ein SPD-Mitglied ungehindert und folgenlos biologistische und rassistische Thesen verbreiten kann und sich öffentlich über Rassemerkmale, Erbanlagen und ökonomische Nützlichkeit von türkischen und arabischen Migranten äußern darf: „Es ist nämlich zu befürchten, dass sie zur überdurchschnittlichen Vermehrung jener bildungsfernen und von Transfers abhängigen Unterschicht beitragen, welche die Entwicklungsaussichten Deutschlands verdüstert.“ („Deutschland schafft sich ab“, S. 59) Und: „Wenn sich der Trend fortsetzt, dass die weniger Intelligenten mehr Kinder bekommen, dann sinkt die durchschnittliche genotypische Intelligenz, also der erbliche Anteil der Intelligenz in der Bevölkerung.“ (Aus dem österreichischen Kurier, 24. 9. 2011).
Der drohende Tonfall schlägt zugleich scharfe bevölkerungspolitische Maßnahmen vor und hat rhetorisch bereits eine ausbürgernde Funktion. Sie macht die Migranten zu Fremden, die hier nichts zu suchen haben. Am 20. Januar sagte der noch amtierende Bundespräsident in seiner Rede zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz in der Wannseevilla salbungsvoll: „Wir werden alles tun, damit Terror und mörderischer Hass auf Fremde und Fremdes in Deutschland nie mehr Platz haben.“ Ihm fiel gar nicht auf, dass die jüdischen Mitbürger gar keine „Fremden“ waren, sondern erst dazu gemacht wurden.

Genau darauf richtet Hannah Ahlheim ihr kritisches Augenmerk. Sie besuchte uns Anfang Januar und erzählte uns von ihren Untersuchungen.

Quelle: TAZ >>>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :   Nazi SA paramilitaries outside Israel’s Department Store in Berlin. The signs read: „Germans defend yourselves! Don’t buy from Jews.“

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Gysis Kritik Grenzen

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Juni 2011

„Wir müssen der Kritik Grenzen setzen“

File:Gregor gysi 20050705 3.jpg

Das Thema Israel und Palästina kommt in der LINKEN erneut hoch. Da innerhalb der Partei kaum Debatten geführt wurden fand die Auseinandersetzung nun innerhalb der Bundestagsfraktion statt. Dort wurde nach dem Auszug einiger Parlamentarier für eine Zweistaatenlösung sowie die Nichtteilnahme an einer erneuten Gaza Hilfsflotte entschieden. Auch lehnt man den Boykott israelischer Produkte ab.

In diesem Interview kommt auch sehr schön das Demokratie Verständnis innerhalb der LINKEN zum Ausdruck, denn Wie sagt Gysi: „Es gab nur einige Abgeordnete, die vor der Abstimmung die Fraktion verlassen haben, um die Einstimmigkeit zu ermöglichen, wofür ich ihnen dankbar bin.“

Dieses heisst ja ins Deutsche übersetzt, dass wenn Minderheiten einfach verschwinden eine einheitliche Abstimmung möglich wird. Die SED lässt hier wieder einmal grüßen und erklärt das Demokratieverständnis in der ehemaligen DDR. Wie sagte doch schon der Name: „Durch und durch demokratisch“.

Was wird in der LINKEN denn eigentlich getan um diese von ihnen propagierte Zweistaatenlösung voranzubringen, da vor allen Dingen kaum Land für dieses Vorhaben zur Verfügung steht? Sind Politiker nicht letztendlich dafür gewählt worden Lösungen voranzutreiben anstatt sich in der Passivität auszuruhen?

Hier ein Interview mit Gregor Gysi.

„Wir müssen der Kritik Grenzen setzen“

Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken, erklärt, warum Deutsche nicht alles von Israel fordern dürfen – und wie die DDR sein Bewusstsein dafür geschärft hat.

taz: Herr Gysi, gibt es in der Linkspartei Antisemitismus?

Gregor Gysi: Nein. Antisemitismus bedeutet, Juden oder Jüdinnen zu benachteiligen oder Schlimmeres zu tun, weil sie Juden oder Jüdinnen sind. Das kenne ich aus unserer Partei nicht. Der Begriff wird derzeit leider inflationär verwandt.

Hier bitte einmal die total gegensätzlichen Aussagen vor allen Dingen im Tagesspiegel nachlesen: Am 04.06.2011 „Realos gegen Sektierer“. In der Politik wird eine jede Heute gemachte Aussage Morgen schon Widerrufen. (Die Redaktion) So arbeiten Volksverdreher.

Es geht um die Frage, welche Kritik an Israel antisemitisch ist.

Es gibt bei einigen auch in unseren Reihen zu viel Leidenschaft bei der Kritik an Israel. Die gibt es nicht bei Ägypten, nicht bei Libyen, inzwischen nicht einmal mehr bei den USA – aber sofort, wenn es um Israel und Palästina geht. Das macht mich nachdenklich.

Die linke Bundestagsabgeordnete Inge Höger hat einen Schal getragen, auf dem Israel auf der Landkarte nicht existiert. Ist das antisemitisch?

Nein. Dieser Schal ist ihr überreicht worden, sie hat nicht genau hingeschaut und mir später gesagt, es tue ihr leid. Damit ist die Sache geklärt.

Wenn Höger das bewusst getragen hätte – wäre das antisemitisch?

Das ginge jedenfalls nicht. Das würde den Wunsch ausdrücken, dass Israel nicht mehr existiert, also dass Israel und Palästina ein Staat sind. Das dürfen Deutsche nicht fordern.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Grafikquelle   :

Source http://archiv2007.sozialisten.de/service/download/fotos/gysi/index.htm
Author TRIALON/Kläber
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Gysi hat uns erpresst

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Juni 2011

Israel Gegner : Gysi hat uns erpresst

Datei:Gregor Gysi 01.jpg

Jetzt geht der Streit in der LINKEN in die nächste Runde. Dieses mal fühlt sich die „große“ Gruppierung der Israelkritiker von Gysi erpresst und holt zu einem neuen Rundumschlag aus. Ist dieses aber wirklich nur der Aufstand einer relativ kleinen Gruppierung von Sektierern oder wurde hier ein  Anlass gefunden die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit in der Partei weiter aufzuheizen. Ost gegen West oder Gysi – Lafontaine? Beide sind groß, beide sind mächtig – wenn sie auf dem Stuhl stehen: einmetersechzig ?

„Andersdenkende sollten eingeschüchtert, stigmatisiert und letztlich aus der Fraktion gedrängt werden“, sagte der Bundestagsabgeordnete Harald Koch der taz. Das sei einer linken Partei unwürdig. Es sei eine „Tabugrenze im innerparteilichen Umgang überschritten worden.“

So lesen wir es heute und so zitieren wir aus der TAZ.

Betrachten wir die Vorgänge genauer und fragen den Genossen Koch worüber er sich so erregt: „Genosse, wie heißt die  Partei in der du zu Hause bist?“ Genau dieses ist das Thema in der LINKEN vom ersten Tag an: Andersdenkende werden eingeschüchtert, stigmatisiert  und letztendlich aus der Partei gedrängt und das methodisch mit System! Machtes du Politik für die Menschen wüsstest du das! Auch in Sachsen-Anhalt! Aus dem Elfenbeinturm des Bundestages sieht man es nicht? Aber das nicht hören wollen, scheint hier im Land eine lange Tradition zu haben.

Auch dass dieses erst auffällig wird wenn man sich selber betroffen fühlt ist das Markenzeichen dieser Partei, was brutal darauf hinweist, dass hier ein jeder nur an sich selber denkt. Viele Ehemalige- und Noch -mitglieder haben und spüren die Erfahrung auch heute noch. Demokratie und Tabugrenze? So etwas hat es nie gegeben in der Linken. Moderner Sozialismus eben wie er leibt und lebt, sich in keinem Deut vom Kapitalismus unterscheidend und welcher darum in diesem Lande so nicht gebraucht wird.

Weiter lesen wir über die Empörung von Parteilinken! Gibt es jetzt auch “Rechte – also Nazis“ in der Partei? Also Linke, Linke  (-in der Möbelbranche gab es einmal die Preisauszeichnung Netto, Netto-,) Linke-Stinker und Rechte-Linke-Stinker?  Da läge dann auch noch die Auszeichnung von LINKE-Linker auf der Zunge. Die Mitglieder dieser Partei sollten sich schon entscheiden in was für ein Gemenge Lager sie sich hinein begeben wollen. In etwa so wie sich viele Wähler bereits entschieden haben dieser Partei nicht mehr ihre Stimme zu geben und wie es in Berlin spätestens bei den nächsten Wahlen auch bemerkt werden wird.

Mit Gründung der Partei wurden im Westen von jeder Gruppierung, eine Linker als die Andere, nur versucht sich selber an die reichlich gefüllten Tröge zu bringen. Politisch selbständig Denkende waren und sind unerwünscht und nur der eigenen Fresslust im Weg. So wurde auch von der heutigen MdB Kathrin Vogler laut Aussagen aus ihren Heimatkreis Steinfurt, ihr eigener KV zerstört. Desgleichen geschehen in vielfacher Kopie von Schleswig Holstein hinunter bis nach Bayern.

Ich zitiere aus dem gleichen Artikel:  „Man kann nicht hinterher von Einstimmigkeit reden, wenn zuvor etliche heftig Kritik geübt haben und demonstrativ den Raum verlassen haben“, sagte seine Fraktionskollegin Ulla Jelpke. Solche „Disziplinierungsversuche“ würden in einer Partei, die sich als demokratisch versteht, nicht funktionieren. Ihr Fraktionskollege Andrej Hunko sprach gar von „Erpressung“ und der „Unterwerfung des linken Flügels.“

Auch in Sachen Abstimmungen hat das Linken in der DIE LINKE Methode. Hier verlassen MdB demonstrativ den Raum, während in den unteren Verbänden je nach Bedarf zusätzliche Stimmen zu den Wahlen herbeigeholt wurden. Diese Abnicker nannte man zu PDS Zeiten hier vor Ort Sympathisanten. Man sah sie nur am Wahltag und danach nie wieder. Aber, Jelpke und Hunko, beide aus NRW sind bestens über die Machenschaften zumindest hier in NRW informiert. Ist doch zumindest von Ulla Jelpkes Büro, aus unserer Nachbarstadt Münster, mehrmals Unverständnis über hiesige Vorgänge laut geworden.

Heißt es doch schon in Goethes Zauberlehrling: „Die Geister die ich rief, werd ich nun nicht los“.
Diese sprichwörtlichen Geister werden auch die Partei verfolgen und nicht zur Ruhe kommen lassen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Realos gegen Sektierer !

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2011

War der Hahnenkampf  welcher der Öffentlichkeit in der letzten Woche vorgeführt wurde der Beginn um die Deutungshoheit in der Partei oder nur eine Aufführung der Shakespeare Komödie „Was ihr wollt“ in moderner Ausführung? Hat jetzt die Auseinandersetzung um den ersten Platz in der Partei begonnen?

So platzierte sich am 31. 05. 2011 Gregor Gysi mit den Swing-Musiker Andrej Hermlin einem Parteimitglied der LINKEN auf der roten Couch in der Berliner Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg.

Der Andere,  Oskar Lafontaine machte mit seiner Rede am 02. 06. 2011 beim Marx21 – Kongress zu den drei Reizvokabeln: Kommunismus, Antisemitismus, Trotzkismus auf sich aufmerksam.

Von Beiden wurden zum Thema Antisemitismus völlig unterschiedliche Auslegungen geäußert und der Leser bekommt schon den Eindruck einmal einem Linken und das andere Mal einem Rechten zuzuhören. Wir zitieren hier einmal den „Tagesspiegel“ aus der Debatte zwischen Hermlin und Gysi:

„Widerlich und ekelerregend“ sei es, was er in den vergangenen Wochen erlebt habe, sagte Hermlin, dabei wolle sich die Linke doch eigentlich radikal von den anderen unterscheiden. Etwas verdattert gestand Gysi ein, es gebe „ein paar Punkte“, mit denen sich die Fraktion auseinander setzen werde. Mal waren Boykott-Aktionen gegen Israel gutgeheißen worden, dann hatten sich Genossen für die Ein-Staaten-Lösung im Nahen Osten und damit die faktische Auflösung des Staates Israel eingesetzt. Eine Bundestagsabgeordnete trat kürzlich auf einer Palästina-Konferenz in Wuppertal vor zahlreichen Hamas-Sympathisanten auf, um den Hals einen Schal mit der Landkarte der Region ohne Israel. Gysi ist der Auffassung, dass Boykottaktionen gegen Israel nicht zu akzeptieren sind, auch die Ein-Staaten-Lösung im Nahen Osten, bei der die Juden zur Minderheit im eigenen Land würden, lehnt er strikt ab.“

Quelle : Der Tagesspiegel >>>>> weiterlesen

Lafontaine hat anscheinend auf seinen Ohren gesessen und von alle dem nichts mitbekommen. Wir zitieren hier aus die Zeitung „Junge Welt“ einen Ausschnitt seiner Marx21 Rede:

„Zum Antisemitismus möchte ich nur feststellen – natürlich gibt es einen latenten Antisemitismus in der Bevölkerung. Jeder weiß das, quer durch alle Schichten der Bevölkerung. Wer etwas anderes glaubt, irrt sich oder nimmt Tatsachen nicht zur Kenntnis. Es gab ihn immer, es gibt ihn auch auf der Linken, und deshalb müssen wir wachsam bleiben. Aber daß in der Linken Antisemitismus nichts verloren hat, das muß nicht erst ausgesprochen werden, wenn man die Geschichte der Linken kennt. Ihr Antisemitismus anzudichten, ist doch das Beschränkteste, was man überhaupt tun kann. Ich möchte darauf hinweisen: Wenn eine Partei, die Globke und Filbinger als Mitglieder hatte, den Antisemitismus zum Vorwurf an die Linke umfunktioniert, dann ist das eine Dreistigkeit ohnegleichen.“

Quelle: Junge Welt >>>>> weiterlesen

So sieht also der Beginn einer Auseinandersetzung zwischen den Realos Ost und einigen Spinnern und Sektierern West in der LINKEN Partei aus! Gysi wird von Lafontaine für Beschränkt gehalten. Da  ist es doch nur verständlich wenn sich die Wähler „Widerlich und Ekelerregend“ abwenden. Es ist doch so dass viele ehemalige Gewerkschafter und SPD Mitglieder heute mit ihren linken Arm das ablehnen für das sie ehemals mit ihren rechten Arm ihre Zustimmung gegeben haben! Als Motiv halten gewiss keine  neu  gewonnenen Einsichten her sondern es haben sich mit der Neugründung einer Partei die Möglichkeiten einer persönlichen Bereicherung ungeahnten Ausmasses ergeben von denen zuvor dritt- oder viert -klassige Möchtegernpolitiker aus anderen Organisationen nicht einmal zu träumen gewagt hätten.

Genau dieses macht die Partei DIE LINKE aus und die Bevölkerung hat für so etwas das berühmte Näschen entwickelt. Erleben sie doch heute das Gleiche in einer LINKEN was ihnen von den anderen Parteien seit Jahren vorgespielt wird:

Der Bürger ist nur noch Stimmvieh und denen da „Oben“ geht es nur noch um Geld und Macht. Der Politik fehlen die Idealisten!

IE

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Grafikquelle  :

Dieses Bild wurde ursprünglich von Alex Castro auf http://flickr.com/photos/75347676@N00/4757360095 bei Flickr hochgeladen und am 00:17, 6 July 2010 (UTC) von FlickreviewR überprüft. Die Überprüfung ergab, dass das Bild zum Zeitpunkt der Überprüfung auf Flickr unter den Bedingungen der cc-by-2.0 lizenziert war, welche mit Commons kompatibel ist. Sie stimmt jedoch nicht mit der cc-by-sa-2.0-Lizenz, die beim Hochladen angegeben wurde, überein. und es ist nicht bekannt, ob diese Lizenz jemals gültig war.
Quelle http://www.flickr.com/photos/cruzalmeida/4757360095/in/photostream/
Urheber Alex Castro

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Links schließt der Kreis

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Mai 2011

Der Linke LV zeigt seinen Schwachsinn

Bedingt durch die antisemitischen Ausbrüche auf der Homepage der Duisburger Linken schließt sich die Reihe einmal mehr zu einem Kreis und Rechte wie Linke reichen sich die Hände. Dass es sich hierbei nicht um einen Zufall handelt, sondern eine Tradition fortgeführt wird, belegen die folgenden Hinweise:

So konnten wir bereits am 25. 02. 2009 in der TAZ unter dem Titel: „Linker auf israelfeindlichen Abwegen“ vom Antisemitismusverdacht gegen Hermann Dierkes lesen. Unter anderen lässt die Linke in diesem Artikel folgendes Verlautbaren:  „Trotz aller Kritik hält die Linkspartei in NRW weiter an Dierkes fest. „Hermann Dierkes ist kein Antisemit, ein solcher Vorwurf ist völliger Unsinn„, sagte Landeschef Wolfgang Zimmermann der taz. Inhaltlich geht Zimmermann allerdings deutlich auf Distanz zu seinem Parteifreund.“

Rund ein Jahr später, im März 2010, distanzierten sich dann Gregor Gysi und Petra Pau laut einem Artikel in der FR von Hermann Dierkes und stellten eindeutig fest, dass das Leugnen des Holocaust und des Existenzrecht Israels nicht in Frage gestellt werden dürfe. Hermann Dierkes spricht nicht für die LINKE. Dierkes bezeichnete das Existenzrecht Israels im November 2009 auf der Veranstaltung „Marx ist muss“ in Berlin als „läppisch“. Den Holocaust verglich er mit dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion, der 21 Millionen Menschen das Leben gekostet habe.

Die Zeitung das „Neue Deutschland“, selbst ernannte Haus- und Hof- Postille der Linken,  offenbart in seinem Artikel allerdings Einzelheiten, welche einfach unglaublich und auch sehr leicht zu widerlegen sind. Ich zitiere hier: „Das Flugblatt, das offen antisemitisch-verschwörungsparanoid ist, wurde offenbar am Abend des 31. Januar auf die Webseite der Duisburger LINKEN hochgeladen. Und das ohne Wissen der dortigen Aktivisten, die sich entsetzt zeigten, dass solche Inhalte auf ihrer Webseite veröffentlicht wurden. Aufgefallen sei das Flugblatt deshalb nicht, weil es auf einer Unterseite der Duisburger Linksjugend [solid] verlinkt war.“ Ein wenig später heißt es: „Ausgesprochen lax hatte die Duisburger LINKE den Zugang zu ihrer Webseite gehandhabt – und dabei selbst banalste Sicherheitsstandards verletzt. Wie das ND erfuhr, durften über 20 Personen gleichsam offiziell Dateien hochladen oder Inhalte ändern.

Unglaublich deshalb da dieses Flugblatt runde zwei Monate für jedermann erreichbar war, was nichts anderes aussagt, als dass es sich um eine tote Seite handeln muss oder einfach von den Lesern ignoriert wurde! Auch kann die Aussage, 20 Personen besassen die entsprechenden Zugriffsrechte, ganz einfach nicht der Wahrheit entsprechen, da die Seiten der Linken in ihrer Gestaltung sehr schwierig zu handhaben sind, was ganz einfach an dem System liegt, welches von dem Vertreiber bewusst so angelegt wurde und vertrieben wird. Alleine in NRW sind von 52 Kreisverbänden sehr viele Seiten nicht auf dem neuesten Stand oder gar nicht erreichbar, da zu der Bedienung kein entsprechendes Personal zur Verfügung steht. Bei einigen KVen wird darum von außerhalb entsprechende Hilfe angeboten. Es mutet schon sehr seltsam an, wenn ausgerechnet in Duisburg 20 Personen über das entsprechende Rüstzeug verfügen, diese Seiten  richtig zu bearbeiten!? Auch ist man von Seiten der Partei immer sehr sorgsam darauf bedacht, dass keine Partei kritischen Einträge die Leserschaft beeinflusst.  Und so ein Eintrag soll dann von den Verantwortlichen acht Wochen nicht bemerkt worden sein – einfach lächerlich.  Auch  ändert dieses alles nichts an der Tatsache, dass im Impressum die verantwortliche Person namentlich benannt werden muss.

IE

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Grafikquelle  : Wikipedia – Blömke/Kosinsky/Tschöpe

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In der Opferecke ?

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Juli 2010

„Wir müssen aus der Opferecke raus“.

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Ein immerwährendes Thema über Israel, die Juden und Gaza. Wir haben vielfach Artikel und Berichte zu diesem Thema veröffentlicht. Heute ein Streitgespräch zwischen Iris Hefets und Stephan Kramer.  IE

Kann Israel jüdisch sein und demokratisch zugleich? Wer spricht für die Juden in Deutschland? Wie weit darf Israelkritik gehen?

Der Auslöser:

Ein Debattentext von Iris Hefets, der am 9. März 2010 in der taz erschien, schlug hohe Wellen. Unter der Überschrift „Auf Zehenspitzen gehen“ hatte die israelischstämmige Autorin kritisiert, das Andenken an den Holocaust werde mancherorts dazu missbraucht, jede Kritik an der israelischen Politik abzublocken. Eine Podiumsdebatte in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die diesen Beitrag zum Anlass nehmen wollte, um über „Antisemitismus in deutschen Medien“ zu reden, endete mit einem Eklat. taz-Chefredakteurin Ines Pohl verließ das Podium. Auf einer Folgeveranstaltung am 26. Juni, von der taz organisiert, bot Stephan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland an, mit Iris Hefets zu debattieren. So kam es zu diesem Gespräch.
Hier der Debattentext von Iris Hefets „Pilgerfahrt nach Auschwitz“ auf „Demokratisch-Links“.

Iris Hefets

Hefets ist im Vorstand der „Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden“. Sie arbeitet für das hebräische Internetportal www.kedma.co.il. Sie hat Israel vor acht Jahren aus politischen Gründen verlassen und lebt in Berlin. Ihr taz-Beitrag zu Israels Umgang mit jüdischer Kritik vom 9. 3. führte zu heftigen Diskussionen.

Stephan Kramer

Jahrgang 1968, ist seit 2004 Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, zuvor war er persönlicher Referent des damaligen Vorsitzenden Ignatz Bubis. Außerdem ist er Leiter des Berliner Büros des European Jewish Congress. Kramer ist als Erwachsener zum Judentum übergetreten.

taz: Herr Kramer, gibt es einen Antisemitismus in deutschen Leitmedien?

Stephan Kramer: Den gibt es. Warum muss ein Artikel über den Nahen Osten mit einem Foto des US-Präsidenten illustriert werden, der im Oval Office von ultraorthodoxen Juden umgeben ist? Das legt nahe, dass die USA von einer jüdischen Lobby dominiert werden. Und warum spricht man von jüdischen Siedlungen, wenn es um Israels Siedlungen im Westjordanland geht?

Was ist daran falsch? Muslime leben dort ja keine.

Kramer: Ich finde, dass man da begrifflich differenzieren muss. Denn wenn Sie es nur unter „jüdisch“ abbuchen, nehmen Sie alle Juden für diese Siedlungspolitik in Generalhaftung.

Iris Hefets hat in einem Artikel, der in der taz erschien, die Instrumentalisierung des Holocaust durch die israelische Politik angeprangert. Ist das für Sie ein Beispiel für Antisemitismus in der deutschen Presse?

Kramer: Nein. Mir gefällt ihre polemische Art nicht. Aber ich gebe ihr zumindest dahin gehend recht, dass der Holocaust von einzelnen Mitgliedern der israelischen Regierung und Teilen der israelischen Gesellschaft für politische Zwecke benutzt wird. In der Debatte über die atomare Bedrohung durch den Iran gab es Plakate, die Ahmadinedschad vor dem Tor von Auschwitz zeigten. Das geht nicht. Es gibt eine reale Bedrohung durch den Iran. Aber es ist falsch, diese als zweiten Holocaust darzustellen. Ahmadinedschad ist nicht Hitler.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Jewish cemetery in Cologne-Bocklemünd

SuperbassEigenes Werk

  • CC BY-SA 3.0
  • File:Juedfriedbockl1-07-03-25.jpg
  • Erstellt: 07-03.25

 

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