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RENTENANGST

Abschied vom Ruhestand

Erstellt von DL-Redaktion am 15. Juni 2013

Arbeiten ohne Ende
Der Abschied vom Ruhestand

Ja, eine Gesellschaft welche sich so widerspruchslos schwer errungene Lebensvorteile von dem „Lügenpack“ stehlen lässt, darf sich nicht wundern hinterher mit leeren Händen dazustehen. Es gibt im Leben nun einmal nichts umsonst und wer glaubt in den Minderheiten dieses Landes seine Feinde zu sehen sattelt das falsche Pferd.

Ist es nicht vollkommen verrückt eine Gesellschaft zu beobachten welche sich zurückentwickeln lässt. Von einer notorischen Lügnerin welche dummdreist behauptet die Alten würden gerne länger arbeiten? Viele von den Alten müssen heute schon arbeiten da die Rente zum Leben einfach nicht mehr ausreicht und sie zu müde sind sich von Idioten in den Amtstuben nicht nur der Argen wie unwillige Kinder behandeln zu lassen.

Wetten das auch Kinderarbeit wieder Modern werden wird? Die Taschen unserer Mandatsträger sind nicht füllbar und es ist sicher kein Zufall das an den Stammtischen immer öfter rechtsextreme Parteien als einziger Ausweg aus dieser Situation gesehen werden? Von einer LINKEN wird dort immer weniger geredet.

Arbeiten ohne Ende
Der Abschied vom Ruhestand

Wer nach 1945 in Europa – oder sagen wir in Westeuropa – geboren wurde, verbindet das höhere Lebensalter unwillkürlich mit der Vorstellung eines arbeitsfreien Lebensabends. Für die Kinder der industriellen Wohlstandsgesellschaften war das Altwerden, anschaulich vorgeführt durch die eigenen Eltern oder auch schon Großeltern, gleichbedeutend mit dem Ausscheiden aus der Erwerbsarbeit und dem Übergang in eine Lebensphase, die jedenfalls im deutschen Sprachraum vielsagend als „Ruhestand“ bezeichnet wurde.

Der Ruhestand: In diesem Begriff verbindet sich die Vorstellung von einem festen Lebensmuster mit dem Ausdruck eines bestimmten gesellschaftlichen Status. Die Älteren, so die eine Seite dieser im „goldenen Zeitalter“ des europäischen Wohlfahrtsstaats selbstverständlich gewordenen Praxis, ziehen sich aus der Erwerbsarbeit zurück und treten in eine Zeit der Ruhe ein, während auf der anderen Seite soziale Sicherungssysteme gewährleisten, dass aus der heterogenen Gruppe ehemals Erwerbstätiger ein eigener „Stand“ von materiell versorgten Rentnerinnen und Rentnern hervorgeht.

Der vollständige Rückzug aus dem Erwerbsleben – der sich im Gegensatz zu dem deutschen Begriff der „Verrentung“ im englischen „retirement“ und in der französischen „retraite“ widerspiegelt – wurde durch die Einrichtung öffentlicher Alterssicherung überhaupt erst denkbar. Und nur deren schrittweiser Ausbau zu einer Garantie der relativen Lebensstandardsicherung im Alter ließ den „Ruhestand“ für breite Bevölkerungsschichten tatsächlich zu einer realen biografischen Alternative werden. Wohl nicht zufällig ist daher in der spanischen Sprache mit Blick auf den Übergang ins Rentenalter vielsagend von „jubilación“ die Rede: Die zwar späte, aber dafür bezahlte Befreiung von den Mühen und Lasten der Erwerbsarbeit erscheint hier als Anlass durchaus berechtigter Freude.

Diese doppelte Freude auf Entpflichtung und Versorgung wird, so scheint es jedenfalls, den heute bereits älteren Menschen noch nicht vergehen. Doch den zukünftigen Generationen wird sie wohl nicht mehr beschieden sein. Der Ruhestand als soziale Institution und politische Errungenschaft der westeuropäischen Nachkriegsgesellschaften ist gegenwärtig auf dem besten – oder eher schlechtesten – Wege, historisch zu werden.

Quelle: le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia / allgemeinfrei

Hamburg-Billbrook 1902: Eine Arbeiterfamilie, die unter erbärmlichen Verhältnissen in einer ärmlichen Behausung wohnt.

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