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Archiv für die 'Ernährungspolitik' Kategorie

Im Labyrinth des Kapitals

Erstellt von DL-Redaktion am 1. März 2017

Jeder Ausweg aus der Krise schafft wieder

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Curry_County_Eastern_New_Mexico_2010.jpg

neue Probleme

von Cédric Durand

Am 2. April 2007, vor fast zehn Jahren, war die New Century Financial Corporation pleite. Das Ende des zweitgrößten Anbieters von Subprime-Hypothekenkrediten in den USA markierte den Beginn der größten Finanzkrise seit 1929. Von dieser Krise hat sich der Kapitalismus noch immer nicht erholt.

Das Wachstum bleibt schleppend, die Arbeitslosenzahlen sind nach wie vor hoch, die Konjunkturprognosen schlecht. Die Zentralbanken haben das Spektrum ihrer Interventionsmaßnahmen ständig erweitert und dabei (fast) alle Tabus gebrochen; und doch stoßen sie damit an Grenzen. Der Versuch, dem Neoliberalismus neues Leben einzuhauchen, droht zu scheitern.

Bei der Rettungsaktion wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Im Winter 2008/2009 mobilisierten die reichsten Länder der Welt Gelder in Höhe von 50,3 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP), um ein vor dem Exitus stehendes Finanzsystem wiederzubeleben. Bankenrettung mittels Rekapitalisierung oder Sonderkrediten, Liquiditätsspritzen zur Belebung des Kreditmarkts oder Aufkauf toxischer Vermögenswerte, um die Bilanzen der Finanzinstitute zu entlasten: Sämtliche haushalts- und geldpolitischen Register wurden gezogen, um das Finanzsystem mit Liquidität zu fluten.

Am 14. und 15. November 2008 waren in Washington erstmals die Staats- und Regierungschefs der G-20-Länder (einschließlich Russlands, Chinas, Brasiliens und Indiens) zusammengetreten. Sie vereinbarten, alles zu tun, um die Stabilität des Finanzsystems zu garantieren und die globalisierte Wirtschaft zu retten. Sie bekräftigten ihr Vertrauen „in die Prinzipien der Marktwirtschaft, des Freihandels und der Investitionsfreiheit“ und verpflichteten sich, durch gemeinsames Handeln eine weitere, ähnlich bedrohliche globale Krise zu verhindern.

Mission erfüllt? Nur zum Teil. Ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft wie in den 1930er Jahren wurde verhindert; das weltweite BIP stieg langsam wieder an; der Rückgang des Welthandels konnte begrenzt werden. Hat sich der Neoliberalismus also noch einmal gerettet? Das ist keineswegs sicher. Der Kapitalismus ist zwar nicht zusammengebrochen, steckt aber tief in der Stagnation.

2009 schien das System zu kippen. Selbst Fans von Milton Friedman (1912–2006), einem der geistigen Väter des durch die Krise diskreditierten Monetarismus, entdeckten plötzlich John Maynard Keynes (1883–1946) und dessen Plädoyer für eine staatliche Konjunktur- und Ausgabenpolitik. Und ein Marktwirtschaftler wie Martin Wolf, Leitartikler der Financial Times und Autor von „Why Globalization Works“ (2004), schrieb zu Weihnachten 2009 eine Kolumne, in der er Friedman für widerlegt erklärte und bekannte: „Von nun an sind wir alle Keynesianer.“

Doch schon 2010 meldete sich die Sparpolitik mit Macht zurück. Privatisierungen, arbeitsrechtliche Einschränkungen und Haushaltskürzungen, die von Griechenland bis Großbritannien umgesetzt wurden, führten allerdings nicht zum erhofften Befreiungsschlag. Das Wachstum der reichen Staaten verharrt im Durchschnitt bei 1 bis 2 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Niveau früherer Jahrzehnte. In vielen Regionen Europas und der USA herrschen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Nicht besser sieht es in den Entwicklungs- und Schwellenländern aus, die aus eigener Kraft keine ausreichende Dynamik erzeugen können. 2016 wuchs die Wirtschaft Chinas so langsam wie seit 1990 nicht mehr, zugleich schrumpfte das BIP in Russland und Brasilien.

Die Wachstumsprognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fielen zwischen 2007 und 2012 regelmäßig zu optimistisch aus. Im Durchschnitt lagen sie um 1,5 Prozentpunkte höher als die tatsächlichen Werte – eine erstaunliche Differenz, die anschaulich zeigt, in welche Richtung sich die Weltwirtschaft offenbar entwickelt. Der Kapitalismus hat an Dynamik verloren. Das ewige Wachstum scheint der Vergangenheit anzugehören, das Versprechen allgemeinen Wohlstands findet keine Abnehmer mehr. Dass diese legitimierende Illusion geplatzt ist, führt zu politisch-ideologischen Verschiebungen, die zunächst vor allem konservative Kräfte begünstigen – allen voran Donald Trump in den USA.

„Es ist der Moment gekommen, sich darauf zu besinnen, was der Staat Gutes tun kann.“ Das hat nicht etwa ein lateinamerikanischer Adept von Hugo Chávez gesagt, sondern Theresa May auf dem Kongress der britischen Konservativen am 5. Oktober 2016. Der Satz läutet das Ende einer Epoche ein. Die britische Regierungschefin trifft, ohne ihren wirtschaftsfreundlichen Kurs aufzugeben, zwei erstaunliche Feststellungen: Die Sparpolitik hat nicht zu der erhofften Konjunkturerholung geführt. Und auch der Versuch, den Märkten über die Geldpolitik wieder zu alter Stärke zu verhelfen, ist gescheitert.

Seit 2010 haben die G-7-Staaten ihre Staatsausgaben zurückgefahren und ihre Haushaltsdefizite von durchschnittlich 6,6 Prozent (2009) auf 2,7 Prozent (2015) reduziert. Zu Beginn der Krise formulierte der damalige EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, Olli Rehn, die herrschende Meinung mit den Worten: „Niemand kann ewig über seine Verhältnisse leben, nicht einmal ein Staat. Die theoretischen Modelle und die praktische Erfahrung zeigen, dass das Wachstum durch eine stabilitätsorientierte Haushaltspolitik mittel- bis langfristig viel mehr gefördert wird als durch leichtsinnige Ausgaben.“

Sparpolitik wider besseres Wissen

Quelle : Le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle :  Windmill and wind-shaped tree located 5.5 miles (8.8 km) north of the small community of Bellview, Curry County, Eastern New Mexico.

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Die Vermesser des Lebens

Erstellt von DL-Redaktion am 27. April 2016

File:Zwei Jahrhunderte Teil1.jpg

Die Vermesser des Lebens

Vor mehr als hundert Jahren begannen große Versicherungen in den USA mit dem Sammeln von Kundendaten

von Dan Bouk

Ein Foto aus dem Jahr 1903, veröffentlicht von dem Lebensversicherer New York Life: Frauen in gestärkten weißen Blusen, die Karteikarten in riesige Stahlschränke einsortieren, und Männer in schwarzen Anzügen, die an ihren Schreibtischen stapelweise Unterlagen durchsehen. Das Bild bringt in Erinnerung, dass Versicherer Unmengen persönlicher Daten verwalten, die genauso umfangreich und wertvoll sind wie ihre Geldreserven. Diese Tatsache ist unlängst wieder ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen, als bei einem Hackerangriff auf die zweitgrößte Krankenversicherung der USA (Anthem Inc.) Daten von mehr als 10 Mil­lio­nen Versicherten gestohlen wurden.

Die seinerzeit von New York Life gesammelten Daten stammten aus medizinischen Untersuchungen, aus Informationen zur privaten und finanziellen Situation, die von Wirtschaftsauskunfteien oder von Detektivbüros erworben wurden, aus Angaben der Versicherten selbst oder Recherchen der Versicherungsmakler. Sie enthielten darüber hinaus Hinweise vom Medical Information Bureau (MIB), dem Dachverband der größten US-Lebensversicherer, die sich gegenseitig mit Informa­tio­nen über jegliche „Beeinträchtigung“ von Antragstellern versorgten. Dazu gehörten nicht nur tatsächlich nachgewiesene Erkrankungen, sondern auch Hinweise auf potenzielle Gesundheitsprobleme, wie etwa Tuberkulose in der Familie, Übergewicht oder eine der Gesundheit abträgliche Wohngegend. All diese Informationen wurden in Karteikästen kreuz und quer durchs Land geschickt.

Leitende Betriebsärzte durften Einsicht in die von den Versicherungsangestellten streng gehüteten Akten nehmen. Manche Versicherer schlossen die MIB-Karteikarten sogar in Tresorschränke ein. Den leitenden Betriebsärzten war es strengstens untersagt, mit ihren Untergebenen über diese Akten zu sprechen, andernfalls drohten Sanktionen seitens des MIB – aber nicht aus Gründen des Datenschutzes, sondern weil die Versicherungsunternehmen nicht wollten, dass ihr Informationsaustausch publik wurde. Wenn die Öffentlichkeit von den kursierenden Karteikarten und deren Einfluss erfahren hätte, wäre es womöglich zu ernsthaften Problemen gekommen.

Als Ende des 19. Jahrhunderts Lebensversicherungen zu einem Massen­pro­dukt avancierten, wurde die Überprüfung potenzieller Versicherungsnehmer mehr und mehr automatisiert. Die New York Life spielte dabei eine Vorreiterrolle, nicht nur wegen ihrer hervorragend gepflegten Karteikarten – seit Einführung der Buchhaltung und bis zum Beginn des Computerzeitalters die wichtigste Informationsquelle für Unternehmen –, sondern weil sie sich besonders kreative Methoden bei der Auswahl und Einstufung der Versicherten hatte einfallen lassen.

Die Mediziner und Statistiker der Versicherung hatten gemeinsam eine „numerische Methode“ erfunden, die aus einzelnen Individuen “kalkulierbare Risiken“ machte. Das Ergebnis war eine makabre Arithmetik, die dank Versicherungsstatistik und Sterblichkeitsraten den jeweiligen Beeinträchtigungen und Risikofaktoren auf den MIB-Kärtchen Zahlenwerte zuwies. Diese wurden zu einem Gesamtwert aufaddiert, der das Schicksal der somit quantifizierten Person prognostizieren sollte und festlegte, ob sie einen Standardvertrag oder günstigere Prämien oder schlechtere Leistungen angeboten bekam – oder gar keine Aussichten hatte, in die Gemeinschaft der über 10 Mil­lio­nen US-Amerikaner, die eine Lebensversicherung besaßen, aufgenommen zu werden.

Lebensversicherungen waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert für viele US-Bürger die einzige Form, Geld zu sparen und zu investieren. Darüber hinaus verdienten immer mehr Menschen und Familien ihren Lebensunterhalt mit Löhnen oder Gehältern oder den Einnahmen aus einer eigenen Firma, und immer weniger lebten von dem, was sie auf ihrem Land produzierten, oder von ihrem ererbten Reichtum.

Mit der Lebensversicherung tat sich eine neue Möglichkeit auf, Vermögen zu sichern und an die nächste Generation weiterzugeben. Davon profitierten wiederum die Versicherer: Wenn beispielsweise ein Bauer eine Hypothek aufnehmen wollte, um Land zu kaufen, musste er vorher oft eine Lebensversicherung abgeschlossen haben. Das Entscheidende für viele Arbeiterfamilien war jedoch, dass die Lebensversicherung ihre soziale Lage und Würde schützte und ihnen die Schmach eines Armenbegräbnisses ersparte, falls – was damals oft vorkam – eines ihrer Kinder früh verstarb.

Die einfachen Leute hatten nicht nur die Bedeutung von Lebensversicherungen erkannt, sie solidarisierten sich auch gegen offensichtliche Ungerechtigkeiten. Als sich in den 1880er Jahren zum Beispiel herumsprach, dass manche Versicherungskonzerne Afroamerikaner diskriminierten. Bei geringeren Ansprüchen sollten sie die gleichen Beiträge wie Weiße zahlen. Daraufhin organisierte sich der Widerstand, bis schließlich in den nördlichen Bundesstaaten Antidiskriminierungsgesetze beschlossen wurden. Diese juristische Auseinandersetzung war ein Meilenstein in der Geschichte des Kampfs gegen Rassismus und für Bürgerrechte in den Vereinigten Staaten. Und sie erinnerte die Lebensversicherer außerdem an die problematischen Seiten ihres Geschäfts.

Zu der Krise, die die Versicherungsfirmen ereilte, kam es allerdings nicht wegen der gehorteten Daten, sondern weil die Lebensversicherer in den Augen der Allgemeinheit zu reich geworden waren, so reich, dass es ihnen selbst, dem Kapitalismus und der Demokratie in den Vereinigten Staaten nicht mehr guttun konnte.

Es begann damit, dass James Hazen Hyde, dessen Vater Henry Baldwin ­Hyde 1859 die Equitable Life Assurance So­cie­ty of the United States gegründet und bis zu seinem Tod 1899 zur weltweit größten Lebensversicherung ausgebaut hatte, 1905 einen seiner glamourösen Kostümbälle veranstaltete. Zur Unterhaltung der im Louis-seize-Stil verkleideten Damen und Herren trat eine berühmte französische Schauspielerin auf.

Quelle: Le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle – Wikipedia :

Description
English: Science timeline, 1820-1930
Deutsch: zeitliche Abfolge der Klimawissenschaft, 1820-1930
Author skepticalscience.com

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Die verwundete Demokratie

Erstellt von DL-Redaktion am 8. März 2016

Erfolg der AfD:

Die verwundete Demokratie

Die Rechten sind auf dem Vormarsch. Ihr Erfolg ist auch eine Antwort der Gesellschaft auf eine Krankheit des Kapitalismus, die von den etablierten Parteien ignoriert wird. Und die hat mit den Flüchtlingen nichts zu tun.

von Jakob Augstein

Die AfD überrollt Deutschland. Wir erleben eine Revolution. Und wie jede Revolution hat auch diese ihre Berechtigung: Der Kapitalismus ist krank. Irgendjemand muss ihn heilen. Medien und Politik tun sich schwer, das zu erkennen. Sie müssten ihr eigenes Verschulden zugeben: Jahrzehntelang klatschten sie Beifall, während der Neoliberalismus unsere Gesellschaften vergiftet hat.

Leute wie Donald Trump und Frauke Petry sind widerlich. Aber sollten wir ihnen nicht sogar dankbar sein, wenn sie uns zeigen, wo unser System Symptome einer ernsten Erkrankung aufweist?

Bad Karlshafen ist kein Name, den man sich merken muss. Außer für eine politische Sensation: 22,3 Prozent hat die AfD dort am Sonntag bei den Kommunalwahlen geholt. Mehr als SPD oder CDU. Es ist ein Zeichen, wie sehr unsere Demokratie verwundet ist.

In den USA verfügen die 400 reichsten Bürger mittlerweile über so viel Vermögen wie die unteren 61 Prozent der US-Bevölkerung. Das Jahreseinkommen einer Durchschnittsfamilie sank dagegen in den vergangenen 20 Jahren um fast 5000 Dollar. Für Deutschland hat der Paritätische Wohlfahrtsverband gerade in seinem neuesten Armutsbericht mitgeteilt, dass 15,4 Prozent der Deutschen unterhalb der Armutsschwelle leben. Das sind mehr als zwölf Millionen Menschen.

Ressentiments und Systemkritik

„Die Verteilungsgerechtigkeit, der oberste Grundsatz jeder seriösen Steuerpolitik, wird bei der Distribution des erwirtschafteten Sozialprodukts krass missachtet“, schrieb der Historiker Hans-Ulrich Wehler vor zwei Jahren und fragte: „Wie viel Krisendruck muss es geben, damit dieses Land wirklich reformfähig wird?“

Den Linken ist es nicht gelungen, diesen Krisendruck zu erzeugen.

Vielleicht gelingt es nun den Rechten. Der Hass auf Ausländer gibt der Bewegung ihre Kraft. Aber zum Ressentiment gesellt sich die Systemkritik. AfD-Mann Björn Höcke ist ein völkischer Hetzer. Aber er hat Recht, wenn er es „eine Schande“ nennt, dass mehr als zwei Millionen Kinder in Deutschland von Armut bedroht sind. Die SPD beklagt das zwar auch. Aber wer glaubt einer Partei, die seit 1998 dreizehn Jahre lang in der Regierung war – und der wachsenden Ungleichheit tatenlos zugesehen hat?

Quelle: Der Spiegel >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Privat / DL

 

 

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Merkel schafft nix

Erstellt von Rationalgalerie am 29. Februar 2016

Merkel schafft nix

Die EU kann Banken retten, nicht Flüchtlinge

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. Februar 2016

Sie schafft doch was: Eine ganze Stunde lang schaffte es Angela Merkel bei Anne Will nicht über Krieg und Kriegsursachen zu reden. Nicht über den Krieg im Irak, den sie als Willige unterstützt hat, aus dem die zweitmeisten Flüchtlinge kommen. Nicht über den Afghanistankrieg, der die drittmeisten Flüchtlinge verursacht und an dem die Deutschen seit Jahren teilnehmen. Und den Syrienkrieg nennt sie einen „Bürger-Krieg“, obwohl es ein Krieg fremder Mächte in Syrien ist. Nur um nicht über die USA zu reden. Sie schweigt sich weg, die Frau, und Anne Will lässt sie gern: Man will ja ausgerechnet im Ersten nicht wirklich politisch werden.

Längst ist der dünne Firnis der Humanität von den Anmerkungen der Kanzlerin über Flüchtlinge abgeplatzt: Offen paktiert sie mit dem Kurdenschlächter Erdogan, primitiv weist sie den Russen die Schuld am Syrienkrieg zu. Als könne man mit dem türkischen ISIS-Unterstützer, dem Waffen-gegen-Öl-Händler einen Krieg beenden. Als hätte Russland den Regime-Change in Syrien mit Waffen und Geld befördert und nicht die CIA und Saudi Arabien. Merkel begreift nicht, will nicht begreifen, dass man weder die eigene noch die europäische Bevölkerung erfolgreich zur Solidarität mit den Flüchtenden aufrufen kann, wenn man nicht die Schuldigen nennt, die Mitschuld bekennt und so eine Hoffnung auf ein Ende der Kriege, der Hauptursachen der Massenflucht, versprechen könnte.

Selbst in der Merkel-Regierung hat die Gefolgschaft von der Willkommens-Kultur in den Abwehr-Modus umgeschaltet: Offen droht Innenminister de Maizière mit „andere Maßnahmen“ wenn „in den nächsten zwei Wochen“ – gemeint ist die Zeit bis zum EU-Sondergipfel – keine europäischen Lösungen sichtbar würden. Und unter der Drohung der Klartext: Bis zum EU-Türkei-Gipfel am 7. März müsse die Zahl der über die Türkei nach Griechenland kommenden Flüchtlinge „drastisch und nachhaltig verringert werden“, sagte de Maizière. „Wir setzen alle Kraft darauf, dass der Schutz der türkisch-griechischen Grenze effektiver funktioniert.“ Irgendwo, weit weg von der deutschen Grenze, soll das Problem erledigt werden. Eine Wortwahl, als würden die Grenzen bewaffnet angegriffen werden. Eine Sprache der kalten Bürokratie: Effektiv funktionieren soll die Flüchtlingsabwehr. In Lager, so weit weg von Deutschland wie möglich, sollen die Flüchtlinge gepfercht werden. Zudem muss der Klartext zur Türkei so gelesen werden, dass türkische Polizei oder türkisches Militär die Flüchtlinge mit Waffengewalt an der Weiterreise in die EU hindern soll. Da hofft die Merkel das Erdogan die Drecksarbeit macht und sie glaubt saubere Hände zu behalten. Glaubt.

Noch klarer ist die Sprache der Regierung in Österreich: „Ein Ende des Durchwinkens“ verlangt Johanna Mikl-Leitner, die Innenministerin und meint damit Griechenland. Ein Land, in dem zeitweilig mehr als eine Million Flüchtlinge lebt, ein Land, das durch die EU-Finanzpolitik ins soziale Elend gestoßen wurde. Und die Mikl-Leitner weiß auch, wie das „Durchwinken“ beendet werden kann. Österreich versammelte mit Serbien, Montenegro, Slowenien, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Albanien und Bosnien-Herzegowina Teile der alten Habsburger-Monarchie um sich herum und lobte den Bau von Stacheldraht-Zäunen zur Abwehr, als stünden die Türken vor Wien und nicht vor Damaskus. Und der österreichische Außenminister, dessen geistiger Horizont durch seinen Wahlkampf-Satz „Schwarz macht geil“ begrenz wird, will den „Flüchtlingszustrom … reduzieren, drosseln, vielleicht sogar stoppen“, indem er die EU-Außengrenze nach Mazedonien verlegt. Eine Verkleinerung der EU um Griechenland und dessen niemals zu kontrollierende Wassergrenze eingeschlossen.

In der EU verkleinert man sich gern, man duckt sich weg, wenn Flüchtlinge vor den Toren stehen. Aus Frankreich – in Syrien kräftig am Bomben beteiligt – ist vom Ministerpräsidenten Manuel Valls zu hören, dass er die von der Merkel gewünschte europäische Flüchtlingsverteilungs-Quote ablehnt. Zwar hat Frankreich eine Zusage für 30.000 Flüchtlinge gegeben, aber bisher hat noch keiner die Grenze gequert. Auch Großbritannien, ebenfalls am Syrien-Bomben beteiligt, hat zwar eine Zusage zur Aufnahme von 15.000 Syrien-Flüchtlingen formuliert, die aber sind noch nirgendwo eingetroffen. Belgien schließt vorsichtshalber die Grenze nach Frankreich und Polen hält die seine ähnlich fest geschlossen wie Ungarn, Tschechien und Dänemark.

Rund 150.000 Flüchtlinge kamen im vergangenen Jahr von Libyen über das Mittelmeer. Auch dieses Fluchtloch soll geschlossen werden. Aus dem jüngst von WikiLeaks veröffentlichten internen Bericht des EUNAVFOR-Befehlshabers Enrico Credendino kann man erfahren, dass die EU-Militärs deshalb längst dazu bereit sind Bodentruppen in Libyen einzusetzen. Man hätte allerdings gern eine offizielle „Einladung“ einer anerkannten libyschen Regierung. Welche mag das sein? Zumindestens deren zwei kommen infrage. – Die USA und ihre Verbündeten konnten zwar prima ein Land kaputt bomben, aber ihm beim Neuaufbau zu helfen, dazu langt es nicht. Und so wird die Bundeswehr demnächst unter europäischer Flagge einen „humanistischen“ Einsatz in Libyen leisten. Dann sollen Waffen das heilen, was Waffen zerstört haben.

Die EU kann Banken retten, nicht Flüchtlinge. In dieser Partnerschaft kann die Merkel nichts schaffen, selbst wenn sie es ernsthaft wollte. Dass sie es nicht will, zeigt ihre unverbrüchliche Treue zu den USA, dem Motor der Kriege von Afghanistan bis Syrien.


Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Wolfgang Hauser

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Ende der Fütterung

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Kein Erfolg ohne Mehrheit

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Februar 2016

Kein Erfolg ohne Mehrheit

Eine klimafreundliche Lebensweise kann nur etabliert werden, wenn dabei das Gerechtigkeitsproblem mitgedacht wird.

von Hendrik Sander und Oliver Powalla

Das deutsche Vorzeigeprojekt „Energiewende“ ist gehörig ins Stocken geraten. Kann die Revolution der Energieversorgung tatsächlich gelingen? Die Aufgabe ist riesig: In einer durch Eurokrise und Fluchtbewegungen verunsicherten Gesellschaft soll eine neue klimafreundliche Lebensweise etabliert werden. Die Blockaden der letzten Jahre haben verdeutlicht, dass die Wende auszubleiben droht, wenn die Angst vor zu hohen Kosten zunimmt.

Es klingt paradox, aber viele Kritiker der Energiewende sind eigentlich Befürworter des Klimaschutzes. Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen, mehr als 72 Prozent, wünscht sich von der Bundesregierung mehr Engagement, um die Erderwärmung zu begrenzen. Zugleich belegt eine Untersuchung des Umweltbundesamtes, dass die Zustimmung zu praktischen Schritten wie dem Einbau von Effizienztechnologie und dem Ausbau von Solaranlagen stark mit dem Einkommen schwankt. Selbst in der bürgerlichen Mittelschicht schwindet die Euphorie.

Die Kostenrechnung des Klimaschutzes wird zumeist als positive Gesamtbilanz präsentiert. Die Makroökonomie der Weltverbesserung verdeckt aber die regional und schichtspezifisch unterschiedlich verteilten Kosten und Profite. Stromsperren, die jedes Jahr Hunderttausende von der modernen Zivilisation abschneiden, sind nur die drastischsten Auswüchse eines umfassenderen Problems. Anders gesagt: Energiebezogene Kostensteigerungen sind für alle Geringverdiener, ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung, ein Armutsrisiko. Auch bei der Wärmewende gibt es eine soziale Schieflage. Energetische Sanierungen ziehen vielerorts den Zorn der Mieter auf sich. Das Hauptproblem ist die geltende Modernisierungsumlage, die keine Luxussanierungen ausschließt und zum Einfallstor der Gentrifizierung geworden ist.

Sollte man Hartz-IV-Empfänger mit etwas belasten, wovon Exxon Mobile verschont wird? Großkonzerne mit besonders hohem Stromverbrauch sind von der EEG-Umlage befreit. Armut kann hingegen nicht als Grund für eine Befreiung angeführt werden. Die Stromsperren erreichten 2015 einen neuen Rekord, während zeitgleich die Anzahl der befreiten Unternehmen 2015 weiter gestiegen ist. Die entstanden Zahlungsausfälle belaufen sich auf knapp ein Viertel der gesamten Einspeisevergütung.

Kollektive Wertschöpfung

Allgemein und global gesehen gilt, dass die größten Profiteure des Kapitalismus wesentlich für die Erderwärmung verantwortlich sind. Die Zahlen einer Oxfam-Studie bestätigen dies: Der CO2-Fußabdruck des konsumorientierten Lebensstils wird demnach zu 50 Prozent von den reichsten 10 Prozent der Menschheit erzeugt. Da wäre es nur gerecht, von ihnen einen besonderen Beitrag zum ökologischen Wandel zu verlangen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Ashoka Jegroo –/– CC0

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Die Welt aus der Sicht einer niedrig gelegenen Insel

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Januar 2016

Die Welt aus der Sicht einer niedrig gelegenen Insel

Die Folgen des Klimawandels für Isle de Jean Charles, Louisiana

von Elizabeth Rush

Ende August verfärbt sich der Abendhimmel im Süden Louisianas oft violettblau. Heute zieht am Horizont ein Gewitter auf. Ein paar Meeräschen springen aus dem Wasser. Beim Wiedereintauchen machen die zwanzig Zentimeter langen zappelnden Leiber ein plätscherndes Geräusch: doip!, doip!, doip! Jake Billiot dreht bei, um seinen Garnelenkutter „Sitting Bull“ am Steg vor dem Anlegeplatz von Pointe-Aux-Chenes zu vertäuen. Pointe-Aux-Chenes ist das südlichste Ende eine langen Landzunge und nur durch eine einzige, zunehmend gefährdete Straße mit der gewaltigen Landmasse Nordamerikas verbunden. Auf der Fahrt zum Ende des Highway 665 weitet sich der Blick mehr und mehr über das Wasser, bis schließlich das Land rundherum aufhört und man ganz vom Meer umgeben ist.

Jenseits von Billiots Kahn gibt es nur noch zwei Farben – die fast schwarzen Bayous, die die schwer zugängliche Sumpflandschaft des Mississippi-Deltas prägen, und das Grün des Schlickgrases, das sich hier wie anderswo auch invasiv ausbreitet. Diese schwarz-grüne Unermesslichkeit war einst ein vielgestaltiges Mündungsmarschland, wo im Frühling die Garnelen laichten und die Schwarzkappen-Waldsänger auf ihrem Zug nach Südamerika Rast machten. Doch im Lauf der letzten fünfzig Jahre sind etwa 90 Prozent der drei Kilometer nördlich von Pointe-Aux-Chenes gelegenen Isle de Jean Charles und der umliegenden Feuchtgebiete verschwunden. Luftaufnahmen zeigen den dramatischen Unterschied zwischen damals und heute: Was früher grün war, ist jetzt blau. Dieses Gebiet, das einst zu den ausgedehntesten und fruchtbarsten Marschgebieten der Welt zählte, verliert in atemberaubender Geschwindigkeit Land – jede Stunde geht eine Fläche von der Größe eines Fußballfelds verloren.

Der Bayou von Louisiana geht unter – der Anstieg des Meeresspiegels, die Küstenerosion, das Absinken des Bodens und über 15 000 Kilometer neue, von Ölkonzernen ausgehobene Kanäle tragen zu seinem Verschwinden bei, und mit ihm stirbt eine ganze Lebensweise. Billiot ist 70 Jahre alt. Er ist im Bayou geboren und aufgewachsen. „Ich fische hier seit 55 Jahren“, erzählt er. „Anfangs habe ich im Sommer Krebse und Garnelen gefangen und im Winter auf dem Land Fallen aufgestellt. Es gab immer mehr als genug. Aber jetzt sind das Land und die Bisamratten verschwunden, und ich muss manchmal stundenlang durch die Gegend tuckern, bis mir irgendwas ins Netz geht.“ Seit einem halben Jahrhundert hat Louisianas Garnelenindustrie noch nie so schlechte Jahre gehabt wie 2010 und 2011.

Billiot, der wie die meisten Mitglieder der Gemeinde Terrebonne indianische und französische Vorfahren hat, ist ratlos und weiß nicht mehr, was er tun soll. „Versuchen wir ‚de Baya‘ weiter draußen“, sagt er, während er das Boot wendet. Hier unten sprechen die Leute das aspirierte „th“ wie ein hartes „d“ aus und das „Bayou“ wird zu einem breiten „Baya“. Den Prognosen zufolge wird sich Louisianas Baya in den kommenden Jahrzehnten noch weiter zur See hin „öffnen“, und gegen Ende des Jahrhunderts wird außer den Deichen alles unter Wasser stehen.

Das Abschmelzen des Grönlandeises hat in den letzten 15 Jahren zu einem deutlichen Anstieg des Meeresspiegels geführt. Doch das Mississippi-Delta verliert schon seit den 1930er Jahren Land ans Meer, als Ingenieure der US-Armee den Fluss mit Dämmen gebändigt haben.

Der mächtige Mississippi, der drittlängste Fluss der Welt, entwässert sei 10 000 Jahren ein riesiges Gebiet, das von Wyoming bis nach Pennsylvania und von der kanadischen Grenze bis zum Golf von Mexiko reicht. Er hat der Küste Louisianas ihre Gestalt gegeben, indem er aus den fernsten Gegenden des Kontinents Geschiebe und Schwemmsand herantrug und an seiner Mündung ins Meer spülte.

Die indigenen, präkolumbianischen Gesellschaften im gesamten Mississippi-Tal wussten, dass ein gesunder Fluss Phasen der Überflutung und der Trockenheit durchläuft und dass dieser Kreislauf dem Strom und den Zivilisationen an seinen Gestaden ihre Gestalt verlieh. Die amerikanischen Ureinwohner errichteten ihre Dörfer nicht am Flussufer, sondern landeinwärts, um dem launischen Gewässer nicht zu nahe zu kommen. Ihre Siedlungen waren ohnehin meist Zeltstädte, die verlegt werden konnten, wenn das Wasser über die Ufer trat.

Quelle: le monde diplomatique

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Jonathan Palombo –/– Quelle Maldives –/– CC BY 2.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 12. Dezember 2015


Einfach lecker – schnell und günstig

Einfach, ganz einfach!

Letztens ist leider eine Nachbarin von uns verstorben, der Witwer der nicht kochen kann, hat die Küchenschränke ausgeräumt und die Kochzutaten verschenkt. Dabei war es erschreckend auffällig, das jede Menge „Fix-Produkte“ dabei waren. Suppen, Saucen, Aufläufe, alles aus der Tüte. Dabei sollte man sich einmal die Zeit nehmen und sich vor dem Kauf einmal die Zutatenliste auf der Rückseite eines jeden Beutels durchlesen.

Aufläufe!

Zunächst einmal gebe ich Euch das Rezept für die Eiermilch, die für jeden Auflauf verwendet werden kann, danach ein Rezept für einen unserer Lieblingsaufläufe.

¼ l Milch
3-4 Eier

Das war es, (ganz ohne unerwünschte Zutaten) diese Eiermilch können Sie nun ganz persönlich abschmecken, Creme fraiche, Schmand, Sahne oder Schmelzkäse. Salz, Pfeffer, Kräuter, Knoblauch, und, und, und, oder, oder, oder. Der Phantasie oder dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt.

Das was Sie überbacken wollen klein machen und kurz blanchieren ( max.1min im kochendem Wasser) Fehlt nur noch der Käse, Zwischen 50 und 70 Gramm.

Nudel-Schinken-Porree Auflauf!

125g Nudeln
500g Porree
125g gek. Schinken
(eine dicke Scheibe)
125g Käse, (Gouda, Gruyere,
Emmentaler)

Die Nudeln bissfest kochen, 1min. vor Ende der Kochzeit, den in feine Ringe geschnittenen Porree beigeben. Alles zusammen in einen Durchschlag schütten und unter Rühren gut abtropfen lassen.

Eine Auflaufform mit Butter oder Margarine ausstreichen und mit Semmelbrösel ausstreuen. Die Nudel-Porree hineingeben, den Schinken in Würfel geschnitten darauf das ganze mit der Eiermilch (siehe oben) übergießen und den Käse, grob geraspelt, darüber streuen.

Den Auflauf bei 225Grad ( Gas 4. Umluft 200) auf der 2.Einschubleiste von unten 30-45min. backen. Salat dazu und fertig iss.

Guten Hunger!

Detlef Stapel

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Fotoquelle:

Wikipedia – Oben: Urheber Suvi Korhonen –/– CC BY 2.5

Unten: RezepteWiki-Import –/– CC BY-SA 3.0

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Klima und Krieg

Erstellt von DL-Redaktion am 12. Dezember 2015

Klima und Krieg

Der Pariser Gipfel als Friedenskonferenz

von Michael T. Klare

Das Gipfeltreffen, zu dem sich Delegationen aus fast 200 Staaten Ende November in Paris versammeln, gilt als die wichtigste Klimakonferenz aller Zeiten. Offiziell firmiert es als COP21, als die 21. Konferenz der Teilnehmerstaaten der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (des Vertrages von 1992 also, der eben diesen Klimawandel als Bedrohung des Planeten und des Überlebens der Menschheit kennzeichnet). Im Zentrum der Pariser Beratungen stehen Maßnahmen, die die Erderwärmung unter die Katastrophenschwelle drücken sollen. Gelingt dies nicht, so werden die Temperaturen wahrscheinlich um mehr als 2 Grad Celsius ansteigen und das Höchstmaß dessen überschreiten, was die Erde nach Auffassung der meisten Wissenschaftler noch ohne irreversible Klimaschocks mit großer Hitzeentwicklung und einem wesentlichen Anstieg der Meeresspiegel aushalten könnte.

Misslingt die Begrenzung der CO2-Emissionen, steht eine weitere Katastrophe, von der allerdings weitaus weniger die Rede ist, ebenso fest: Auf lange Sicht würde das Versagen nicht nur Klimaschocks bewirken, sondern auch weltweit Instabilität, Aufruhr und Kriege. So gesehen sollte COP21 nicht lediglich als Klimagipfel, sondern als Friedenskonferenz aufgefasst werden – die wahrscheinlich wichtigste Friedenskonferenz der Geschichte.

Warum das so ist, zeigen die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über mutmaßliche Auswirkungen der Erderwärmung, insbesondere der Bericht des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) von 2014. Bei seiner Veröffentlichung stürzten sich die Medien weltweit vor allem auf die Voraussage, ein ungebremster Fortgang des Klimawandels werde schwere Dürreschäden, starke Stürme, drückende Hitzewellen, ständige Missernten und die Überflutung von Küstengebieten verursachen, was Tod und Leid mit sich bringe. Zuletzt haben Vorgänge wie die verheerende Dürre in Kalifornien oder schlimme Hitzewellen in Europa und Asien solchen Auswirkungen besondere Aufmerksamkeit verschafft.

Dem IPCC-Report ist allerdings auch zu entnehmen, dass die Erderwärmung ebenso verheerende Auswirkungen sozialer und politischer Art mit sich bringen werde, darunter wirtschaftlichen Niedergang, Staatszerfall, bürgerkriegsartige Zustände, massive Migrationsbewegungen und früher oder später Ressourcenkriege. Diese Voraussagen haben viel weniger Beachtung gefunden, obwohl doch die Möglichkeit, dass sie sich bewahrheiten, auf der Hand liegt, da menschliche Institutionen – ganz wie Natursysteme – durch den Klimawandel verwundbar sind. Volkswirtschaften nehmen Schaden, wenn wichtige Güter wie Getreide und Gemüse, Holz, Fisch oder Viehbestände knapper oder vernichtet werden oder gänzlich ausfallen. Gesellschaften werden unter dem Druck wirtschaftlichen Niedergangs und massiver Flüchtlingsströme zu zerfallen beginnen. Bewaffnete Konflikte wären wohl nicht die unmittelbarste Konsequenz solcher Entwicklungen, schreibt das IPCC. Doch wenn die Auswirkungen des Klimawandels auf bereits heute drückende Probleme treffen – Armut, Hunger, Ressourcenknappheit, inkompetente und korrupte Regierungen sowie ethnische, religiöse oder nationale Ressentiments –, folgen ziemlich sicher bittere Streitigkeiten um den Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser, Boden und anderen Lebensnotwendigkeiten.

Die Gefahr klimabedingter Bürgerkriege

Solche Kriege entstünden nicht im luftleeren Raum. Bereits bestehende Spannungen und Missstände würden sich verschärfen und zweifellos durch provokative Handlungen und Parolen demagogischer Politiker zur Explosion gebracht werden. Man denke an den derzeitigen Gewaltausbruch in Israel und den Palästinensergebieten, ausgelöst durch Streitigkeiten über den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg, einem Heiligtum zweier Religionen, und die aufwiegelnde Rhetorik diverser politischer Führer. Kombiniert man derartige Situationen mit Wirtschafts- und Versorgungsnöten, so hat man das perfekte Rezept für Krieg. Lebensnotwendige Güter sind auf diesem Planeten schon jetzt ungleich verteilt. Die Kluft zwischen den angemessen Versorgten und den Benachteiligten entspricht häufig dem Verlauf historischer Spaltungslinien rassischer, ethnischer, religiöser oder sprachlicher Art. So hegen beispielsweise Israelis und Palästinenser tiefsitzende ethnische und religiöse Animositäten, erleben aber auch tagtäglich gewaltige Unterschiede, was ihre Möglichkeiten betrifft, den Bedarf an Wasser und Bau- oder Ackerland zu decken. Fügt man derartigen Konfliktlagen noch die Belastungen durch beschleunigten Klimawandel hinzu, werden die Leidenschaften absehbar überkochen.

Der Klimawandel wird viele der natürlichen Systeme, von denen das Überleben der Menschen abhängt und die oft schon jetzt stark unter Druck stehen, schädigen oder völlig zerstören. Manche Gebiete, in denen es heute Ackerbau oder Viehwirtschaft gibt, könnten unbewohnbar werden oder nur noch stark verringerte Populationen ernähren. Unter dem Druck des Temperaturanstiegs und immer schlimmerer Dürreperioden verwandelt sich beispielsweise der südliche Rand der Sahara gegenwärtig von einem Weideland, das die Existenz nomadischer Hirten sichert, zu einer leeren Brache. Daher sehen sich die dortigen Nomaden gezwungen, ihre angestammte Heimat zu verlassen. Vielen Agrargebieten in Afrika, Asien sowie in Nah- und Mittelost wird es ähnlich ergehen. Flüsse, die einmal ganzjährig für Wasser sorgten, werden nur noch sporadisch fließen oder gänzlich austrocknen, was dann ganze Bevölkerungen vor unerträgliche Entscheidungen stellt.

Wie der IPCC-Report betont, werden – oftmals schwache – staatliche Institutionen unter enormen Handlungsdruck geraten, sich auf den Klimawandel einzustellen und jene zu unterstützen, die verzweifelt nach Nahrungshilfe, Obdach und anderen Lebensnotwendigkeiten verlangen. „Die wachsende Unsicherheit der Menschen könnte“, wie es in dem Bericht heißt, „zusammentreffen mit der stark abnehmenden Fähigkeit von Staaten, wirksame Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen, und so zu Situationen führen, in denen die Möglichkeit gewaltsamer Konfliktaustragung steigt.“[1]

Syrien als Exempel

Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber User:Staecker –/– Gemeinfrei

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Glyphosat: Unser täglich Gift

Erstellt von DL-Redaktion am 2. Dezember 2015

Glyphosat: Unser täglich Gift

von Heike Moldenhauer

Die Wiederzulassung von Glyphosat schien nur noch eine Routineangelegenheit zu sein, nachdem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dem Herbizid im Januar 2014 öffentlich einen Freispruch erster Klasse ausgestellt hatte: „Es gibt keine fachlich fundierten Hinweise auf mutagene, krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Eigenschaften und auch keine Hinweise auf endokrin [hormonell] wirksame Eigenschaften.“ Das BfR ist für die gesundheitliche Bewertung zuständig und setzt dabei den europäischen Maßstab. Einer EU-Wiederzulassung des meistverkauften Unkrautvernichtungsmittels der Welt, anvisiert für Ende 2015 und dann gültig für mindestens zehn Jahre, stand offenbar nichts mehr im Wege – aller Kritik von Umweltorganisationen, Ärzten und Biobauern zum Trotz.

Doch im März 2015 attestierte auf einmal die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem Herbizid, „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ zu sein. Sie stützte diese Einschätzung ausschließlich auf unabhängige und veröffentlichte Studien. Damit widersprach erstmals ein Gremium der internationalen Staatengemeinschaft der bisherigen offiziellen Meinung, Glyphosat sei unbedenklich für die menschliche Gesundheit. Seitdem ist vieles in Bewegung geraten: Die EU will das Verdikt der WHO in ihre endgültige Beurteilung einfließen lassen und erst Mitte 2016 über eine erneute Zulassung von Glyphosat entscheiden. Das BfR fürchtet um seinen Ruf und Monsanto, größter Glyphosatproduzent der Welt, um sein Geschäftsmodell. Die industrialisierte Landwirtschaft bangt um eines ihrer wichtigsten Spritzmittel und die Massentierhaltung um ihren entscheidenden Rohstoff, mit Glyphosat behandeltes gentechnisch verändertes Soja.

Ein milliardenschwerer Markt

Glyphosat wird in einer Vielzahl von Unkrautvernichtungsmitteln eingesetzt, das bekannteste von ihnen ist „Roundup“ von Monsanto. Mindestens 700 000 Tonnen des Stoffes werden Jahr für Jahr für den Einsatz auf Feldern, in Gärten und innerhalb von Städten verkauft – so viel wie von keinem anderen Unkrautvernichtungsmittel. Der Glyphosatmarkt ist milliardenschwer: Im Jahr 2012 belief sich der weltweite Umsatz mit glyphosathaltigen Produkten auf 5,46 Mrd. US-Dollar.

Glyphosat ist ein Totalherbizid: Es blockiert die Proteinsynthese und tötet so jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert ist, dass sie den Spritzeinsatz überlebt. Damit ist das Herbizid insbesondere für die intensive Landwirtschaft von herausragender Bedeutung. Dort wird es weitflächig eingesetzt: zuerst vor der Aussaat, dann unmittelbar vor der Ernte und schließlich noch einmal danach. Landwirte nutzen es, um ihre Äcker „unkrautfrei“ zu spritzen. Und sie sprühen es, um die Reifung von Getreide, Hülsenfrüchten und Kartoffeln zu beschleunigen und so den Zeitpunkt der Ernte festzulegen. Glyphosat spielt zudem vor allem in Nord- und Südamerika eine enorme Rolle beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Fast die Hälfte der Glyphosatgesamtmenge wurde dort im Jahr 2012 direkt auf gentechnisch veränderte, glyphosatresistente Pflanzen ausgebracht. Bei einem Großteil dieser Pflanzen handelt es sich um Sojabohnen, die exportiert und in der industriellen Tierhaltung, auch in der EU und in Deutschland, massenhaft verfüttert werden.

Erstmals ließ die EU in den 1990er Jahren die Auswirkungen von Glyphosat auf Mensch und Umwelt überprüfen. Die Aussagen aller damals zuständigen Behörden lauteten: keine negativen Folgen. Glyphosat wurde im Jahr 2002 in die EU-Pestizidrichtlinie aufgenommen und dadurch der Einsatz auf Europas Feldern für mindestens zehn Jahre gesichert.

Inzwischen allerdings weiß man: Glyphosat findet sich auch da, wo es nicht hingehört – in Gewässern, in Nahrungs- und Futtermitteln und selbst im menschlichen Körper. Unbestritten ist mittlerweile, dass Glyphosat die Artenvielfalt reduziert, indem es Lebensräume zerstört. Auf den behandelten Äckern vernichtet es alle Pflanzen – auch solche, die Insekten wie Schmetterlingen oder Bienen Nahrung bieten. Wo die Insekten fehlen, leiden Vögel und andere Wildtiere unter Nahrungsmangel. In den letzten Jahren mehren sich zudem Berichte, dass Glyphosat direkt Menschen und Nutztiere schädigt. In Südamerika beispielsweise steigt die Zahl an missgebildeten Neugeborenen von Eltern, die in der Nähe von Gentech-Sojaplantagen leben, außerdem häufen sich Krebsfälle. Und in Europa klagen Viehhalter über kranke Kühe und missgebildete Ferkel aufgrund von glyphosathaltigem Futter.

Von Unabhängigkeit keine Spur

Quelle: Blätter <<<<< weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Herzi Pinki –/– CC-BY-SA 4.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 28. November 2015

Back to the Roots


Einfach lecker – schnell und günstig

Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Während uns diese Frage auch noch die nächsten Jahrhunderte beschäftigen wird, bleibt uns die Möglichkeit, sowohl vom Ei als auch vom Huhn schmackhafte Gerichte zuzubereiten.

Deshalb heute mal 2 Vorschläge für ein schmackhaftes Gericht das gut zum Abendbrot passt.

Rühreier mit Bückling

4 Eier
Salz, Pfeffer,
2 El. Milch
20g Butter
1 Bückling
Schnittlauch

Die Eier mit Salz, Pfeffer und Milch verquirlen. Die Butter in einer Pfanne zerlassen, die Eimasse hineingießen und mit dem in kleine Stücke halbem zerteiltem Bückling ( enthäutet und entgrätet) unter vorsichtigem Rühren stocken lassen. Das Rührei sofort auf einer gewärmten Platte auftragen und mit Schnittlauch bestreuen.

Die Zutaten gelten für zwei Portionen.

Rührei mit Käse

4 Eier
Salz, Pfeffer
2 El Milch
20g Butter
50g geriebener Hartkäse

Die Eier salzen und pfeffern, mit der Milch verquirlen und in die zerlassene Butter geben. Nach 2min. den geriebenen Hartkäse locker darunter mischen und sofort auf einer warmen Platte auftragen.

Dieses Gericht lebt von der Auswahl des „Käses“ da für 2 Portionen nur 50g gebraucht werden, geht doch auch mal neue Wege, es muss nicht immer Parmesan sein, lasst Euch doch mal an der Frischkäsetheke beraten. Die Auswahl im Bereich Käse ist enorm.

Nun wünsche ich Euch allen einen guten Appetit

Detlef Stapel

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Fotoquellen  Wikipedia –

Oben: Eier – Autor: Tagaru –7–CC BY-SA 3.0

Mitte: Rührei – Autor: Viola Niksa –/– CC. BY  3.0

Mitte: Ecolution – Uploaded by Faebot –/– CC BY 2.0

Unten:Rührei mit Käse – Andreas Kaiser, Neu-Ulm Pfuhl, Germany (Quelle) — / — CC BY 3.0

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Merkels Adabei-Imperialismus

Erstellt von Rationalgalerie am 27. November 2015

Miss Europa hält Hof

So ein schöner Syrien-Krieg, da will ich auch hin!

Autor: U. Gellermann
Datum: 27. November 2015

Die „Adabeis“ nennen die Österreicher jene sonderbare Gattung Mensch, die immer „a dabei“ (auch dabei) sein wollen. Nun also auch Angela, die Gernegroße. Wie sehr muss es sie geschmerzt haben, wenn sie abends am Tisch Herrn Sauer hat gestehen müssen, dass sie immer noch nicht dabei ist, in Syrien. Ach Angela, könnte er gesagt haben, viele Syrer kommen Dich doch schon besuchen! Ja aber, der Hollande ist schon da, der Obama, der Erdogan auch, und bald noch der Cameron, und ich und ich?

Da muss man einfach dabei sein, wenn die Fleischfetzen fliegen, wenn heißes Metall Leiber zur blutigen Masse zermanscht, wenn oben die Düsen heulen und unten die Menschen weinen, wenn die Blutsuppe dampft und Innereien frisch auf den Tisch kommen. Und die Gäste beim festlichen Mahl, so erlesen: Die Jungs aus den USA, die schon ganz andere leckere Happen vertilgt haben; die Briten, immer als erste am Buffet im Irak und in Afghanistan; die Franzosen, morgens Negerfleisch, abends Champagner, so geht savoir-vivre; der Türke liefert das leckere ISIS-Öl; nur der Russe stört ein wenig, kann der überhaupt mit Messer und Gabel?

Gehst Du denn selbst hin? könnte Herr Sauer gefragt haben. Bist Du denn blöd? wird die Antwort gewesen sein. Wozu hat man Personal? Adabei ist man dann später auf den Konferenzen, dort wo die Tische keine Blutflecken haben, wo die Schreie der Opfer nicht zu hören sind und wo man mit gedämpfter Stimme die Zahlen austauscht: Wir haben aber gestern ganz viele erledigt! Ohne unsere Hilfe brauchtet ihr das Zählen gar nicht anfangen! Wie lang soll´s denn gehen? Na ja, Sie waren doch auch schon in Afghanistan! Da weiß man doch: Das dauert. Gelächter.

Als Imperialismus bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich. Sagt WIKIPEDIA. Natürlich ist der Merkel-Imperialismus nur im Gefolge des US-Imperialismus denkbar. Ein Imperialismus der Hilfswilligen. Ein Adabei-Imperialismus eben. Bitte sehr, bitte gleich: Darf´s noch ein kleines bisschen mehr sein? Ein paar Flugzeuge, ein paar Tote, was immer sie wollen.

Wenn ich Herr Sauer wäre, würde ich mich von dem Monster mit dem Hausfrauengesicht und der bürokratischen Mörder-Seele ekeln. Denn nicht anders als die Todes-Automaten in deutschen Konzentrationslagern wird die Merkel später erzählen, sie habe doch nur ihre Pflicht getan, wird den Befehlsnotstand anführen und mit einer rührend kleinen Stimme das Märchen vom humanitären Einsatz gegen den Terror erzählen. Später, wenn uns die zweite und die dritte Million von Flüchtlingen aus den vom Westen verheerten Ländern besuchen kommt. Wenn der Krieg in sein X-tes Jahr geht.

Wenn ich Herr Sauer wäre, würde ich mich ekeln. Ob das Parlament sich ekeln wird, wenn es über den Gang zum Schlachtfest abstimmen wird? Jemand mit Mut sollte unbedingt namentliche Abstimmung fordern. Denn später wird die Rechnung bezahlt werden müssen. Für´s Adabei-Sein.

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Wolfgang Hauser

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 20. November 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Eins hab ich noch!

Wer hat das „echte“ Stew ausprobiert? Ich weiß dass „Hammelfleisch“ nicht jedermanns Sache ist, aber ehrlich mal, wenn man es nicht wenigstens einmal ausprobiert hat, weiß man gar nicht was einem für ein tolles Geschmackserlebnis entgeht.

Ich habe noch ein Gericht für Euch bei dem „Hammelfleisch“ verwendet werden kann, alternativ aber auch durchaus  „Schweinefleisch“ (Nacken).

Doch eins könnt Ihr mir glauben, mit „Hammel“ gibt es den wesentlich besseren Geschmack.

Der Vorteil bei dem folgenden Gericht, als auch bei dem „Stew“ der letzten Woche, vorbereiten, in den Ofen schieben und gut iss.

Hammelfleisch mit grünen Bohnen!

600g Hammelfleisch
(vom Nacken, oder Schwein)
100g Speck
50g Schmalz oder Öl
Salz, Pfeffer, 1-2 Knoblauchzehen
600g grüne Bohnen
600g Kartoffeln
1Tl Bohnenkraut

Das Fleisch in 2-3cm große Stücke schneiden. Den Speck in kleine Würfel schneiden und in einem gut schließenden Topf im erhitzten Fett, leicht anrösten. Die Fleischwürfel darin kräftig anbraten. Mit Salz, Pfeffer, und dem Knoblauch würzen.
Die geputzten, entfädelten, oder tiefgekühlten (natürlich aufgetaut) Bohnen in kleine Stücke geschnitten, die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln, lagenweise über das angebratene Fleisch schichten, dabei jede Schicht salzen und die Bohnen zusätzlich mit Bohnenkraut bestreuen.

Mit einem ½ l kochendem Wasser aufgießen, den Topf gut verschließen und in dem vorgeheizten Backofen bei 160°, 75-90 min dünsten.

Direkt aus dem Topf, auf den Teller, einmal bewusst genossen, werdet Ihr dieses schmackhafte Gericht, nicht nur einmal auf Eurem Speiseplan haben.

Guten Hunger!

Detlef Stapel.

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Fotoquelle.

Oben: Kochwiki: Aufnahme von Andreas Wolter (Benutzer:Woltera),  Münster –/– — CC BY-SA 3.0

Unten: RezepteWiki-Import –/– CC BY-SA 3.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 30. Oktober 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Für die Industrie beginnt das Fest der Liebe anscheinend jedes Jahr früher, überall sind Spekulatius, Zimtsterne und, und, und, schon seit Wochen zu finden.

Auch wenn es mir nicht passt, so kann ich dem doch etwas positives abgewinnen, es gibt nämlich auch „Glühwein“ und dazu habe ich ein tolles Rezept, das ich Euch ans Herz legen möchte.

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„Ein ganz besonderer Braten“

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2Kg Nackenbraten ( Schwein ) ohne Knochen

1 Flasche Glühwein

Sauerbratengewürz

Wurzelgemüse, Zwiebeln

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Die Hälfte des Sauerbratengewürzes leicht anmörsern und mit einem halben Liter Wasser aufkochen, noch heiß über das Fleisch gießen und mit Glühwein auffüllen. 3 bis 4 Tage abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.

Trocken machen, salzen und pfeffern und am besten in Butterschmalz von allen Seiten scharf anbraten, rausnehmen und im Fett eine Zwiebel und 100 g Wurzelgemüse anschwitzen, etwas Tomatenmark und etwas Mehl zugeben, dann mit der Glühweinbeize aufgießen, das Fleisch zugeben und im Ofen 90 Minuten bei 200 Grad schmoren lassen. Zwischendurch kontrollieren ob Flüssigkeit zugegeben werden muss.

Die Soße durch ein Sieb geben, eventuell noch etwas andicken, fertig!

Was Ihr dabei essen wollt, solltet Ihr selber wissen, am besten was Euch persönlich schmeckt, oder was man gemeinhin zu einem Sauerbraten essen würde.

Guten Hunger!

Detlef Stapel

P.S. Glühwein gibt es auch für Kinder !!

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Fotoquelle: Wikipedie .

Nackenbraten : – Author Rainer Zenz — / —  CC BY-SA 3.0

Zwiebeln :  — / — CC Attribution NonCommercial Unported 3.0

Glühwein : Urheber Loyna — / — CC BY-SA 2.5

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Glyphosat: Krebsgefahr im Essen?

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Oktober 2015

Nach der Herbizidbehandlung eines Maisfeld

Streit über das meistverkaufte Pestizid

Glyphosat: Krebsgefahr im Essen?

Für die Weltgesundheitsorganisation ist der Stoff „wahrscheinlich krebserregend“, für deutsche Prüfer kein Problem. Was treibt sie?

Jost Maurin

Im März sieht es dann auf einmal so aus, als könnte jemand Hugo Bettiol glauben. Bettiol arbeitet als Arzt in der argentinischen Kleinstadt Monte Maíz. Er ist 72 und beklagt schon lange, dass ein Pestizid, das die Flugzeuge auf die Sojafelder am Rande der Stadt sprühen, die Menschen in der Gegend krebskrank machen könnte. In den vergangenen fünf Jahren, sagt er, hätten fünf seiner 15 Kollegen Tumoren entwickelt – darunter Bettiols Frau, die nur eine Nierenoperation retten konnte. Zwei Kollegen starben. „Und auch unter den Patienten sind viele Krebsfälle“, erzählt Bettiol.

Am 20. März nun deutete sich zum ersten Mal an, dass eine offizielle Institution seine Beobachtungen bestätigen könnte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO brandmarkte Glyphosat – das weltweit und auch in Deutschland meist verkaufte Pestizid – als “wahrscheinlich krebserregend“. Sie empfand die Beweislage als so gut, dass sie den Unkrautkiller in der zweithöchsten der fünf Kategorien für Krebsgefahren einstufte. Darüber gibt es nur noch „krebserregend“ – ohne „wahrscheinlich“.

Es dauerte einige Monate, bis die Nachricht Hugo Bettiol in seinem kleinen Krankenhaus mit den 25 Betten erreichte. Sie fühlte sich an wie ein Sieg. „Allmählich“, sagt Bettiol, „kommt die Wahrheit ans Licht.“

Kurt Straif, der Mann der hinter der Warnung steht, arbeitet in einem Büroturm im Südosten Frankreichs, 13 Stockwerke hoch: bei der Internationalen Agentur für Krebsforschung in Lyon, einem WHO-Institut. Vor dem Eingang flattern an weißen Masten Fahnen aller Staaten, die die Agentur finanzieren. Straif leitet die Abteilung, die Stoffe oder Tätigkeiten daraufhin untersucht, ob sie Tumoren verursachen.

Monatelang haben 17 von Straifs Forschern Untersuchungen zu dem Pestizid analysiert. Sie fanden: Tierversuche, in denen Glyphosat Krebs erzeugte und das Erbgut schädigte. Und Vergleichsstudien zwischen Menschen mit und ohne Kontakt zu der Chemikalie, die erhöhte Raten an Lymphdrüsenkrebs ergaben. Nach den Gesetzen der Europäischen Union müssen Stoffe mit solchen Eigenschaften verboten werden.

Roland Solecki allerdings beurteilt Glyphosat etwas anders. Er ist Chef der Abteilung „Sicherheit von Pestiziden“ am Bundesinstitut für Risikobewertung, der Behörde, die für die Deutschen ermittelt, wie sehr sie sich vor bestimmten Stoffen in Acht nehmen müssen. Die Beamten arbeiten in einem Klinkerbau im Berliner Stadtteil Charlottenburg, zufällig gleich neben einem Unternehmen des Pestizidkonzerns BASF. Wie die Kollegen in Frankreich haben Soleckis Leute gerade Hunderte Untersuchungen zu Glyphosat analysiert – im Auftrag der Europäischen Union. Denn der US-Hersteller Monsanto und andere Chemieunternehmen haben beantragt, dass die EU das Mittel mindestens weitere zehn Jahre zulässt. Die aktuelle Zulassung läuft im Juni 2016 aus. Soleckis Amt sieht “keine gesundheitlichen Auswirkungen auf Anwender, Anwohner und Verbraucher“, wenn Glyphosat so benutzt wird, wie das die hiesigen Gesetze vorsehen. Die Behörde hält den Stoff sogar für so harmlos, dass sie vorgeschlagen hat, einen wichtigen Grenzwert für das Pestizid zu erhöhen.

Wie kommen zwei Forscher bei ein und demselben Stoff zu so unterschiedlichen Einschätzungen?

Zweifel am Zulassungsverfahren für Pestizide

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia : Urheber Maggilautaro — / — CC BY-SA 3.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 9. Oktober 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Wer kennt das nicht, es wird sich etwas in der Küche zubereitet, und anschließend sieht es aus wie Sau, das spülen hinterher dauert länger als die Zubereitung.

Hier gebe ich Euch, verbunden mit einem leckeren Rezept, ein paar Tipps wie es auch anders geht.

„Ein sauberes Omelett !“

2 Eier                         1 Scheibe gek. Schinken         1 Scheibe Schmelzkäse (Cheddar)

Die Eier aufschlagen und würzen, die Scheibe Schinken in kleine dünne Streifen schneiden und parat stellen, eine beschichtete Pfanne* aufheizen je nach Ofen 3-4 in der Zwischenzeit Spülwasser einlassen, wenn die Pfanne gut heiß ist, erst dann mit einem Pinsel etwas Öl in der Pfanne verstreichen, die Eimasse in die Pfanne geben, es soll leicht  zischen doch nicht zu sehr, sofort die Schinkenstreifen zugeben und auch die Scheibe Schmelzkäse zerkleinert darauf verteilen.

Bis das Omelett fertig ist, ca. 4-5 min. kann man in aller Ruhe die Kochutensilien abspülen und abtrocknen so wie die Küchenzeile abwischen.

Wenn auf dem Omelett nichts mehr flüssig ist, lässt man es aus der Pfanne auf einen Teller gleiten, nach der Hälfte klappt man es ein.

Die Pfanne braucht man nur mit einem Papiertuch auswischen, fertig.

Das Spülwasser reicht noch allemal für Teller, Besteck, Tasse oder was auch immer.

*Die meisten Menschen machen bei beschichteten Pfannen immer noch einen ganz gravierenden Fehler, sie spülen die Pfanne mit Spülmittel, eine beschichtete Pfanne wird nur ein einziges mal gespült, nach dem Kauf, sonst nie!

Entweder wischt man (wie oben) sie mit einem Papiertuch aus, oder aber wenn Rückstände bleiben, gibt man sofort nach dem entleeren der Pfanne wasser hinzu und nutzt die Restwärme der Platte um Rückstände zu lösen, anschließend nur mit heißem Wasser und Spülbürste auswaschen, das in der Pfanne selbst nur mit Holz oder Kunststoff hantiert werden darf, versteht sich hoffentlich von selbst.

Wenn Ihr immer so mit Eurer Pfanne verfahrt, werdet Ihr lange Freude an dem Teil haben, ich habe zum Beispiel 2 Pfannen die schon 15 Jahre alt sind, und da backt absolut nichts an.

Guten Hunger!

Über eine entsprechende Resonanz würde ich mich natürlich freuen.

Detlef Stapel

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Fotoquellen : Wikipedia

Omlett – Urheber Renee Comet (photographer) – Gemeinfrei

Eier –  Urheber HannahdownesCC-BY-SA 4.0

Scheibe gek. Schinken – Author Jocian –  CC BY-SA 3.0

Scheibe Cheddar Käse  – Gemeinfrei

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Verwüstung

Erstellt von DL-Redaktion am 25. September 2015

Wie der Klimawandel Konflikte anheizt

von Agnès Sinai

Zwischen 2006 und 2011 verzeichnete Syrien die längste Dürreperiode und die größten Ernteverluste seit den frühesten Zivilisationen im Fruchtbaren Halbmond, jenem Winterregengebiet, das sich von Israel bis in den Südwesten des Iran erstreckt und in dem die Menschen vor mehreren Tausend Jahren damit anfingen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

Von den 22 Millionen Einwohnern, die Syrien 2009 hatte, waren fast anderthalb Millionen von der fortschreitenden Wüstenbildung  betroffen. Die Fol­ge war eine massive Landflucht von Bauern, Viehzüchtern und deren Fa­milien. Der Exodus verschärfte die sozialen Spannungen, die durch den Zustrom irakischer Flüchtlinge nach der US-Invasion im Jahr 2003 entstanden waren.

Jahrzehntelang hatte das Baath-Regime in Damaskus die natürlichen Ressourcen des Landes rücksichtslos ausgebeutet, den wasser­intensiven Anbau von Weizen und Baumwolle subventioniert und ineffiziente Bewässerungsmethoden gefördert. Hinzu kamen Überweidung und Bevölkerungswachstum. Aus all diesen Gründen sind zwischen 2002 und 2008 die Grundwasserreserven um die Hälfte zurückgegangen.

Für das Zusammenbrechen der syrischen Landwirtschaft waren mehrere Faktoren entscheidend, vom Klimawandel über die Misswirtschaft im Umgang mit natürlichen Ressourcen bis hin zur Bevölkerungsentwicklung. Dieses „Zusammenspiel von wirtschaftlichen, sozialen, klimatischen und ökologischen Veränderungen hat den Gesellschaftsvertrag zwischen Bürgern und Regierung untergraben, die Oppositionsbewegungen wachgerufen und die Legitimität des Assad-Regimes unwiderruflich beschädigt“, analysieren Francesco Femia und Caitlin Werrell vom Washingtoner Zentrum für Klima und Sicherheit. Auch den Aufstieg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) führen die beiden zumindest teilweise auf die lange Trockenperiode zurück.

Diese Dürre ist nicht allein durch natürliche Klimaschwankungen zu erklären – es handelt sich um eine Anomalie: „Der Rückgang der Niederschläge in Syrien steht in Zusammenhang mit dem steigenden Meeresspiegel im östlichen Mittelmeer […], verbunden mit der abnehmenden Bodenfeuchtigkeit. Für diese Entwicklungen gibt es allem Anschein nach keine natürliche Ursache. Die beobachtete Trockenheit und Erwärmung passen vielmehr zu Klimamodellen, die die Auswirkungen des Anstiegs von Treibhausgasen zeigen“, heißt es in der Zeitschrift der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften.

Quelle: le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Tiberio Frascari

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Reich frisst Arm

Erstellt von Rationalgalerie am 21. September 2015

Ein, zwei, mehr Millionen Flüchtlinge

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. September 2015

Eine Million Flüchtlinge, zwei Millionen Flüchtlinge, wer bietet mehr? Wie auf dem Jahrmarkt werden die Zahlen ausgerufen. Bisher prophezeit der ungarische Ministerpräsident, Viktor Orban, mit hundert Millionen vermuteten Vertriebenen in naher Zukunft, die meisten. Brav berichten deutsche Medien über eine zum Teil vorbildliche, zivile Willkommens-Kultur. Fast plakativ schweigt die Tag für Tag wogende Medienberichterstattung über die Ursachen des Flucht-Tsunamis. Während die ersten Seiten und die ersten Minuten noch den Flüchtlingen gehören, geht das übliche Geschäft hinter den Schlagzeilen weiter. Die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank Fed drucken immer mehr Geld und Geld, um das üblich-üble Finanzgeschäft zu bedienen. Und während nach dem Finanzkollaps 2008 zumindest in den Feuilletons vor lauter Schreck und Geldverlust über ein Ende des Kapitalismus gerätselt wurde, wirft die apokalyptische Völkerwanderung bisher scheinbar keine Systemfrage auf, sondern nur die Frage danach, ob denn genug Turnhallen zur Verfügung stünden.

Das große Schweigen, die übergroße Heuchelei lässt die Frage nach der Verantwortung für die Flüchtlingsströme kaum zu. Dass lange vor den Schleppern Profit gemacht worden ist, mit billigen Rohstoffen, mit teuren Waffen, auf einem Markt brutaler Ausbeutung, darüber schweigt der Apologeten-Chor des Kapitalismus. – Über 80 % der Weltbevölkerung leben von weniger als 10 US-Dollar am Tag. Der Hunger in der Welt nimmt zu. Aus den aktuellsten Schätzungen der FAO (Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) geht hervor, dass 923 Millionen Menschen Hunger leiden. Die FAO schätzt außerdem, dass zwischen 2003 und 2007 die Anzahl unterernährter Menschen um 75 Millionen gestiegen ist.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sind die Instrumente, die, unter dem Deckmantel einer Förderung des Welthandels zum Wohle aller, bislang nur die Interessen ihrer Kapitalmehrheitseigner (der Industrieländer) durchgesetzt haben.
So wurden die meisten Entwicklungsländer im Laufe der 1980er und 1990er Jahre im Gegenzug für Kreditzahlungen sogenannten „Strukturanpassungsprogrammen“ unterworfen, die als eines von vielen Elementen die Liberalisierung des Außenhandels vorsahen. Eine „Liberalisierung“, die nichts anderes bewirkte als die Märkte für die Konzerne in den USA und Europa zu öffnen. Das Ergebnis: Es stieg die Arbeitslosigkeit, es nahmen Armut und Ungleichheit zu, die nationalen Produktionskapazitäten wurden abgebaut.

Länder, die sich dem ökonomischen Diktat der reichen Staaten verweigerten, die versuchten, die Ungleichheit des Welthandels zu mildern und eigene Wege zu gehen, wurden als Diktaturen gebrandmarkt und in das Regime-Change-Programm der USA aufgenommen. Der Maßstab dafür, was eine gute Diktatur ist und was eine schlechte, reicht bis in die elektronische Sprachregelung: Wer bei Google das Begriffspaar Syrien/Diktatur eingibt, erzielt rund 400.000 Treffer, das Begriffspaar Saudi Arabien/Königreich erreicht den Traumwert von 700.000 Ergebnissen. So belegt der PageRank-Algorithmus der Suchmaschine nichts anderes als eine Medienwirklichkeit, deren Interesse an der Wahrheit völlig beliebig ist: Der syrische Staat wird den Medienkonsumenten als Diktatur serviert, während die saudische Repressionsmaschine als orientalische Märchendynastie verkauft wird.

Noch während an einer menschelnden Oberfläche von der Integration der Flüchtlinge geredet wird, haben die Profit-Maximierer ganz andere Ziele: „Flüchtlinge befristet vom Mindestlohn ausnehmen“ fordert der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates Michael Bahlsen und leckt sich schon die Lippen beim Anblick neuer Billig-Löhner. Denn davon, da ist sich die Wirtschaft sicher, kann es nie genug geben. Auch wenn die Lohnstatistik feststellt, dass schon in den letzten fünfzehn Jahren die Hälfte der in Deutschland Beschäftigten um 17 Prozent weniger verdient haben als im Jahr 2000 während das Gewinneinkommen der Unternehmer um 70 Prozent geradezu explodierte.

Weil die Gewinne exorbitant sind und das Geld billig, geht in diesen Tagen ein Deal der verschwiegenen Art vor sich: Die Backpulver-Dynastie Oetker kauft sich in die Firma ESG ein. ESG, das war jenes Unternehmen, das damals den Perma-Absturz des Kampfflugzeugs „Starfighter“ verhindern sollte. Heute macht der Rüstungsladen seine 250 Millionen Euro jährlich immer noch im Waffengeschäft: Man „betreut“ das Transportflugzeug Transall C-160, das Militär-Flugzeug Fiat G.91 und den Kampf-Hubschrauber Bell UH-1D. Die Oetkers haben einen Riecher für profitable Geschäfte. Denn dort, wo die Mehrheit der Flüchtlinge herkommt, wird nach wie vor Rüstungsgerät aller Art umgesetzt. So fressen die Reichen die Armen in einer ganz eigenen Verwertungskette auf: Einmal als Betrogene internationaler Marktbedingungen, dann als Opfer der Rüstungskonzerne, um sie nicht zuletzt in den Willkommens-Ländern erneut zum Objekt der Profit-Gier der Lohn-Drückerei zu machen.

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Fotoquelle: Wikipedia – Die Karikatur von James Gillray The Plumb-pudding in danger, or, State epicures taking un petit souper aus dem Jahr 1805 – es zeigt William Pitt und Napoléon Bonaparte beim Zerstückeln der Welt

Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

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Linke-SPD und eine Lyoner

Erstellt von IE am 15. August 2015

Lyoner beziehungsweise Fleischwurst ist eine Brühwurst ohne Einlage. Das Rezept stamm
ursprünglich aus der französischen Stadt Lyon – dort wird sie Cervelas genannt. Wikipedia

Nein ein Krieg wir sicher nicht ausbrechen, im Saarland. Ein Krieg zwischen der SPD und den LINKEN, um das Recht von sich behaupten zu dürfen eine Wurst gerettet zu haben. Nein, nicht gerade eine Normale, sondern „die Lyoner“, Made im Saarland. Muss es nicht jedem stolzen Saarländer ein wenig traurig stimmen, beim Verzehr immer daran denken zu müssen auf einen Franzosen und nicht auf einen Saarländer herumkauen zu müssen. Aber allen zum trotz, die Politik kennt nur einen Sieger und der Verlierer darf dann den Hans – Wurst machen.

Wobei es die Fraktion der Linken im Landtag ausdrücklich begrüßt, da nun der Markenschutz, bitte nicht verwechseln mit „Mackenschutz“, erhalten bleibt. Auch für die nächsten 10 Jahre kann weder in Rio noch Jakarta eine Lyoner als Pariser verkauft werden. Zur Bekräftigung wurde extra das Linke Schwergewicht, der wirtschaftspolitische Sprecher der Linken Fraktion  Prof. Heinz Bierbaum ins Gefecht geschickt. So machte er darauf aufmerksam dass der Schutz der ArbeitnehmerInnen oberste Priorität habe. So wie Anfang August 2011 bei der Nürnberger Druckerei Prinovis.

Nur, so richtig verstehen kann ich diesen Prof. dann auch wieder nicht wenn er sich hier für eine große Wurst einsetzt. Wenn er schon eingestehen muss zu wissen, dass diese Würste teilweise unter sehr schlechten Bedingungen produziert werden, möchte er sich vielleicht bei der SPD anbiedern und lässt somit wieder einmal viele kleine Würstchen im Regen stehen? Für jeden normalen  Verbraucher auch einsichtig. Wenn der Inhaber der Markenrechte nicht einmal 3000 Euro aufbringen kann um für seinen eigenen Markenschutz bezahlen zu können und dafür Klinken putzen geht, würde ich in einem solchen Laden auch keine Wurst kaufen. Oder bezahlt der mir meine Miete wenn ich einmal knapp bin.

Gut das es da noch einen Verbraucherschutzminister aus der SPD gibt, denn dem äußeren Anschein nach haben sich endlich auch an der Saar Laurel und Hardy zu einer Einheit gefunden. Aber, um rot-rot-grün  noch zusammenzubekommen werden sie sich beeilen müssen, damit sich beide Parteien nicht schon zuvor aus der Politk verabschiedet haben. An und für sich typisch für die Zwei welche seit Jahren einen riesigen Etikettenschwindel betreiben und sich viele Großkotze als Sozialisten und  Demokraten ausgeben, letztendlich aber genau wie andere Großverdiener ihr Leben bevorzugt über aqllen anderen schwebend genießen, Hauptsache der eigene Bauch ist voll. Und die idiotischen Wähler wählen die politischen Betrüger noch.

So können wir doch die Lyoner ganz gut mit den Parteien vergleichen. Wir lesen die aufgedruckten Herstellerhinweise auf denen geschrieben steht was in der Fleischwurst alles enthalten sein soll. Was wirklich enthalten ist erfahren wir nach den Wahlen, oder wenn wir uns nach dem Essen übergeben haben, da der Fleischanteil nur noch aus 8 % besteht.

Presserklärung:

Prof. Heinz Bierbaum: Lyoner schützen – Beschäftigte im Fleischerei-Handwerk aber auch

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag begrüßt es, dass der Markenschutz für den Lyoner verlängert werden soll, fordert aber, dass es eine finanzielle Förderung des Landes nur dann gibt, wenn auch soziale Standards eingehalten werden. Der wirtschaftspolitische Sprecher Prof. Heinz Bierbaum erklärt: „Der Schutz des Lyoners ist ein ehrenwertes Anliegen im Saarland – dabei darf aber der Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht vergessen werden. Die Rechte der Beschäftigten wiegen schwerer als die Namensrechte von Fleischwurst. Die Landesregierung darf nicht ignorieren, unter welchen Bedingungen Lyoner oftmals produziert wird, nämlich meist ohne tarifliche Bezahlung und unter Einsatz von schlecht bezahlten und kaum abgesicherten Arbeitern mit Werksverträgen. Landesmittel, das heißt Steuergelder, sollten aber nur dort zum Einsatz kommen, wo soziale Standards gelten.“

Quelle : DIE LINKE LV Saar

Der Ringel ist gerettet

Der Markenname „saarländischer Lyoner“ bleibt weiterhin europaweit geschützt. Darauf verständigten sich gestern Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) sowie Landesinnungsmeister Volker Weider und Innungs-Geschäftsführer Markus Strauß.

Der Markenname „saarländischer Lyoner“ bleibt weiterhin europaweit geschützt. Darauf verständigten sich gestern Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) sowie Landesinnungsmeister Volker Weider und Innungs-Geschäftsführer Markus Strauß. Jost zückte zwar keinen Scheck über 3000 Euro. Soviel Gebühren kostet die Verlängerung der Markenrechte um weitere zehn Jahre. Das musste er auch nicht. Da sich die Innung als Inhaber der Markenrechte diesen Betrag nicht leisten konnte, kamen zahlreiche Spenden zusammen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author Rainer Zenz

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Afrikanische Chinesen

Erstellt von DL-Redaktion am 7. August 2015

Die Absichten der Konzerne und die Hoffnungen der Migranten

von Stephen W. Smith

Ende der 1960er Jahre, kurz nach Beginn der Kulturrevolution, war China nicht nur ärmer als die meisten afrikanischen Länder, es durchlitt auch eine gigantische Hungersnot. Deshalb beschlossen Mao Zedong und seine Genossen, Riesenmengen von Weizen zu importieren. Sie wollten damit nicht nur die Krise bekämpfen, sondern auch eine radikale Umstellung der Ernährungsgewohnheiten von 800 Millionen Chinesen bewirken: Weizen hat einen höheren Proteingehalt und einen höheren Nährwert als Reis.

1969 reiste der 25-jährige französische Getreidehändler Jean-Yves Ollivier über Hongkong nach China. Die Fahrt über den Grenzfluss Sham-Chun war zu der Zeit die einzige Möglichkeit, ohne zu fliegen, in die Volksrepublik zu gelangen. Am anderen Ufer empfing ihn die Ortschaft Shenzhen, damals kaum mehr als ein Fischerdorf, mit roten Fahnen, Mao-Porträts und flatternden Spruchbannern. In den Straßen gab es nur eine einzige Ampel, allerdings mit ideologisch korrekter Farbgebung: Grün für Stopp und Rot für freie Fahrt, also Fortschritt. Ollivier verdiente gutes Geld und zog damit weiter nach Afrika, wo er ein Vermögen machen sollte.

Zehn Jahre später entstand in Shenzhen die erste Sonderwirtschaftszone Chinas – eine Enklave, in der der angestrebte dirigistische Kapitalismus erprobt werden sollte. Im Laufe der 1980er Jahre erwies sich hier Deng Xiaopings Politik des „Reformierens und Öffnens“ als so erfolgreich, dass das Modell auch andernorts eingeführt ­wurde.

Doch nach einem Jahrzehnt ging der chinesischen Führung allmählich auf, dass ein paar kapitalistische Inseln niemals ausreichend Wohlstand und Beschäftigung schaffen konnten, um die inzwischen 1,1 Milliarden Chinesen aus der Armut zu befreien. Deshalb entwickelte man eine Art Staatskapitalismus, der zum Modus operandi der gesamten chinesischen Wirtschaft wurde. Zugleich begann die Partei, nach einer „Enklave“ in Übersee zu suchen, die helfen könnte, einige der auftauchenden Probleme zu lösen.

Zum Beispiel war China auf ergiebige Rohstoffquellen angewiesen, um die Industrialisierung des Landes voranzutreiben. Aber es brauchte auch Exportmärkte für seine industriell produzierte Massenware und einen großen Raum, der chinesische Auswanderer aufnehmen konnte, zudem Landflächen, die man unter den Pflug nehmen konnte. Denn China, wo ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt, verfügt nur über knapp 10 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde, seine Ernährungssicherung ist also stets latent gefährdet.

Als Zielgebiet bot sich Afrika an: ein Kontinent mit einer Milliarde – zumeist junger – Bewohner (2050 werden es 2 Milliarden sein), der über 60 Prozent der nicht erschlossenen landwirtschaftlichen Flächen und über 30 Prozent der Bodenschätze unserer Erde verfügt.

Mit dem Ende des Kalten Kriegs kam für Peking die Gelegenheit, zu günstigen Bedingungen in Afrika einzusteigen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion zog sich auch der Westen immer mehr aus Afrika zurück. In Washington, London und sogar in der einstigen postkolonialen Metropole Paris wandte man sich lohnenderen Gebieten in der Golfregion und in Osteuropa zu.

Im Westen hörte kaum noch jemand hin, als 1996 in Peking ein neues Motto verkündet wurde: „zou chu qu“ (Schwärmt aus!). Nur wenige Ausländer haben damals verstanden, dass damit der Aufbruch nach Afrika gemeint war. Anders in China, wo die Parteikader in der Provinz sofort begriffen, dass Erfolge in Afrika eine politische Aufstiegsperspektive bis in höchsten Positionen in Peking eröffnen konnten. In einem Land, in dem „der Kaiser weit weg“ ist, waren sie darauf erpicht, in Afrika und damit in ihre eigene Kar­rie­re zu investieren.

Das Startsignal war eine Reise von Jiang Zemin 1996 zu Staatsbesuchen in sechs Länder südlich der Sahara. Der Staatspräsident und KP-Generalsekretär initiierte zunächst die Gründung des Forum on China-Africa Cooperation (Focac). Auf dem dritten Focac-Gipfel 2006 in Peking wurde die Gründung des China-Afrika-Entwicklungsfonds verkündet, dem China 10 Milliarden Dollar für zinsgünstige Anleihen zur Verfügung stellen wollte. Gleichzeitig sollten mit dem bewährten Instrumentarium, das im eigenen Lande (und besonders in Shenzhen) für ein Wirtschaftswunder gesorgt hatte, Infrastrukturen in ganz Afrika aufgebaut werden.

Es entstanden Straßen, Krankenhäuser, Stadien und Kongresszentren in Dimensionen und zu Konditionen, wie sie kein westlicher Geldgeber oder Auftragnehmer jemals hätte bieten können. Dabei wurden langwierige bürokratische Prozeduren umgangen und Bauvorhaben durch Verzicht auf Machbarkeitsstudien beschleunigt. Das ging auf Kosten der Umwelt, schaltete aber auch die gut vernetzten internationalen Consultingfirmen aus, die manche Ent­wick­lungs­pro­jekte für sich vereinnahmen und dann verzögern.

Zhang Yun wird reich in Dakar

Quelle: le monde Diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Dieses Werk wurde (oder wird hiermit) durch den Autor, Aarchiba auf Wikipedia auf Englisch, in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit.

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Gespenster der Demokratie

Erstellt von DL-Redaktion am 26. Juli 2015

Es gibt eine historische Belastung im Süden der EU. Und es gibt eine Verantwortung, die alle europäischen Staaten gemeinsam tragen.

von György Dalos

Im Spätherbst 1847 schrieben in Brüssel Karl Marx und Friedrich Engels ihren prophetischen Satz nieder: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.“

Die Idee des Kommunismus erlebte nicht zuletzt aufgrund der Unvollkommenheiten der bürgerlichen Welt ihren Triumphzug und verwandelte sich in eine unbesiegbar erscheinende materielle Kraft, eine internationale Staatsordnung, welche die Hälfte unseres Kontinents dominierte.

Am Ende der achtziger Jahre scheiterte der Kommunismus, er scheiterte an Europa und verwandelte sich wieder in ein Gespenst, das man höchstens noch durch Geisterbeschwörung hervorrufen kann. Umso merkwürdiger erscheint die Tatsache, dass das demokratische Gegenprojekt ein Fiasko nach dem anderen erleidet.

Dieser Prozess scheint einer gewissen Logik zu gehorchen: Je größer die geografische Ausdehnung der schönen neuen Welt wird, desto gebrechlicher und verletzlicher ist die Konstruktion. Die Unterschiedlichkeit der Interessenlage der einzelnen EU-Länder sowie deren Artikulierung zeigt ein recht chaotisches Bild, das manchmal selbst Europa als Gespenst erscheinen lässt.

Der Geburtsfehler

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Privat / DL

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Die Kinder der Austerität

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Juli 2015

In Afrika waren die üblichen Strukturanpassungen von IWF und Weltbank ein Desaster. Das wiederholt sich nun in Europa.

von Dominic Johnson

Seit fünf Jahren wird drastisch gespart, die Wirtschaftslage ist desaströs. Die Armut nimmt zu, fast die Hälfte der Bevölkerung ist arbeitslos. Das erhoffte Wachstum stellt sich nicht ein, die Schulden steigen ins Unermessliche. Die Menschen sind frustriert.

Griechenland 2015 ? Nein, Simbabwe 1996, nach fünf Jahren „Strukturanpassung“.

„Economic Structural Adjustment Programme“ hieß damals in Simbabwe, was Weltbank und Internationaler Währungsfonds verlangten, als 1991 das noch junge unabhängige Land im Süden Afrikas Hilfe brauchte. Robert Mugabe, damals noch der strahlende Befreiungsheld des Kampfes gegen die weiße Apartheid im Rhodesien der 1970er Jahre, musste seine sozialistischen Träume begraben: Abwertung der Landeswährung, Ende der Importbeschränkungen und Preiskontrollen, Kürzung von Staatsausgaben.

Solche Strukturanpassungsprogramme wurden Entwicklungsländern damals standardmäßig verpasst; zwischen 1981 und 1997 kamen 37 Länder in Afrika und 75 weltweit in deren zweifelhaften Genuss. Die Strukturanpassung bewirkte das Gegenteil der erhofften Effekte. Sie sorgte dafür, dass in den 1980er Jahren Afrika endgültig den Anschluss an Asien verlor und in den 1990er Jahren im Chaos versank.

Ins Elend gestürzt

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia –

Pictures from Burkina Faso

Source: http://www.fas.usda.gov/excredits/FoodAid/PhotoGallery/Burkina.htm

This image is in the public domain because it contains materials that originally came from the Agricultural Research Service, the research agency of the United States Department of Agriculture.

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Schweinesystem

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Juli 2015

Ein Plädoyer für fleischlose Ernährung

von Bernd Ladwig

Könnten Sie sich vorstellen, einen Golden Retriever zu essen? Nein? Warum eigentlich nicht? Weil er Ihnen nicht schmecken würde? Das käme auf einen Versuch an. Weil es ein hübscher Hund ist? Würden Sie dann wenigstens einen Mops oder einen Bullterrier probieren? Auch nicht? Weil es sich um Hunde handelt und Hunde Gefährten und keine Lebensmittel sind? Weil wir sie als Haustiere und nicht als Nutztiere betrachten? Dass wir das tun, ist nicht zu bestreiten, auch wenn aufgeklärte Zeitgenossen hinzufügen, das sei kulturell relativ, siehe China. Vor allem aber stellt sich die Frage: Ist es moralisch gerechtfertigt, etwa zwischen Hund und Schwein zu unterscheiden?

Wir instrumentalisieren Tiere in ungeheurer Zahl: Allein in deutschen Schlachthäusern werden jährlich fast 628 Millionen Hühner und mehr als 58 Millionen Schweine getötet. Ein Schicksal aber wie das der Giraffe Marius, die im Kopenhagener Zoo an Löwen verfüttert wurde, ruft zehntausendfach echte Empörung hervor. Und wenig gewagt ist die Vermutung, dass unter den Empörten auch Fleischesser waren. Empörung ist ein moralisches Gefühl. Wer sich diesem Gefühl willentlich hingibt, erhebt damit Geltungsansprüche. Er glaubt, sein Gefühl sei begründet. Und moralische Gründe müssen unter allen möglichen Normadressaten teilbar sein.

Anders verhält es sich mit bloßen Geschmacksfragen: Du magst Tiere, ich dagegen finde Gefallen daran, sie zu quälen und zu töten. Die Frage nach allgemein teilbaren Gründen stellt sich hier scheinbar nicht. Wer sich aber empört, dem stellt sich diese Frage. Könnte es also tatsächlich allgemein teilbare Gründe dafür geben, sich über das Schicksal der Giraffe Marius zu empören, während man genussvoll in ein Wurstbrot beißt? Was könnte – frei von Willkür – dafür sprechen, Schweinen ebendas anzutun, was wir Hunden oder Giraffen niemals antun würden?

Man mag meinen, die Gründe lägen allein in unseren eigenen, menschlichen Vorlieben: Weil viele Menschen Hunde mögen und Giraffen bewundern, sollten wir Hunde nicht essen und Giraffen wenigstens nicht vor aller Augen an Löwen verfüttern. Maßgeblich wäre demnach, dass viele Menschen darunter litten, ihre Lieblingstiere oder deren Artgenossen zu Futter oder zu Wurstbrot verarbeitet zu wissen. Dagegen raubt das zumindest abstrakte Wissen, dass millionenfach Schweine verwurstet werden, nur wenigen Menschen den Schlaf. Ist das nicht vielmehr das normale Los von Schweinen, die ja zu diesem Zweck erst erzeugt worden sind? Oder in den Worten des früheren deutschen Landwirtschaftsministers Karl-Heinz Funke (SPD): „Die Bestimmung des Schweins ist das Kotelett.“

Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author Scott Bauer, USDA

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Kampf um (linke)Krümel

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Juni 2015

Die Fahne zur Hand, hoch über den Kopf, die schwenk ich für Redner – bin doch nicht bekloppt.
Gestern in rot und dies Jahr in weiß – ich bin ein Linker, ich weiß Bescheid

Die neue Doppelspitze der Linksfraktion lädt zum Frühstück: Wagenknecht und Bartsch kommen schon dabei nicht auf einen Nenner.

von Tobias Schulze

Er schiebt sich zwei große Stücke Camembert auf das Vollkornbrötchen und beißt dreimal kräftig rein. Sie schnappt sich eine trockene Schrippe, reißt kleine Teigfetzen ab und kaut konzentriert auf ihnen herum. Als Sahra Wagenknecht dann endlich herunterschluckt und das Wort ergreift, als Dietmar Bartsch sein halbes Brötchen ablegt und vom Esstisch aufblickt, hat die designierte Doppelspitze der Linken im Grunde schon verloren: Noch nicht mal beim Frühstück kommen die Beiden auf einen gemeinsamen Nenner. Und jetzt wollen sie zusammen eine Fraktion führen?

Mittwochmorgen im Jakob-Kaiser-Haus neben dem Reichstag: Die Linksfraktion hat hier ihre Büros und lädt regelmäßig Journalisten zum Frühstück. Irgendjemand aus der Fraktionsspitze (mal Gregor Gysi, mal seine Stellvertreter) plaudert dann eine dreiviertel Stunde über die aktuelle Woche, über die Abstimmungen im Plenum und über die Tücken des Neoliberalismus.

Dass Bartsch und Wagenknecht gemeinsam dort frühstücken, ist ein Novum. Der Termin hat natürlich mit ihrer gemeinsamen Zukunft zu tun: Am Montag verkündete die Parteispitze, dass die Beiden im Herbst Gysis Nachfolge antreten sollen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Blömke/Kosinsky/Tschöpe

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Der Geheimniskrämer

Erstellt von DL-Redaktion am 12. Juni 2015

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SCHURKEN, DIE DIE WELT BEHERRSCHEN WOLLEN

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Landwirtschaftsminister: Der Boss über die Schweine und deren Gülle

Christian „Stummi“ Schmidt

Von Peter Köhler

Sein ganzes Leben war es Christian Schmidt gelungen, seine heimliche Leidenschaft, seine wahres Ich, seine wirkliche Orientierung vor der gierig nach Enthüllungen schmatzenden Medienöffentlichkeit zu verbergen. 1957 unauffällig im fränkischen Obernzenn zur Welt gekommen, hatte er, vordergründig gut angepasst, das Abitur erworben und anschließend seinen Wehrdienst abgebrummt, ohne dass den Kameraden etwas aufgefallen wäre. Er studierte wie viele sonst ganz normale Männer Jura und kam 1985 im deutschen Gerichtswesen als Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Arbeits- und Wettbewerbsrecht unter, ohne den Kollegen und Klienten seine eigentliche Neigung jemals zu erkennen zu geben.

Dass er schon während der Pubertät zur CSU gefunden hatte, fand in Bayern sowieso niemand verdächtig, und so saß Christian Schmidt seine Zeit ruhig im Gemeinderat Obernzenn ab, bis er 1990 einen Stuhl ganz hinten im Bundestag bezog. Selbst hier, im geschützten Dunkel am Ende des Saales, entfloh kein verräterisches Wort dem Gehege seiner Zähne. Im Gegenteil, er perfektionierte in der Öffentlichkeit seine Tarnung: wurde 1993 im Präsidium des völlig arglosen Auto- und Reiseclubs Deutschland ARCD ansässig, 2006 von den nichts ahnenden Mitgliedern der Deutschen Atlantischen Gesellschaft zum Präsidenten ernannt, 2010 vom hinter dem Mond lebenden Evangelischen Arbeitskreis der CSU zum Landesvorsitzenden befördert und 2011 von Horst Seehofer zum stellvertretenden Parteivorsitzenden erhoben – ob Seehofer wirklich uninformiert war oder längst hinter der hohlen Hand Bescheid wusste, steht dahin, denn … doch Geduld!

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Tobias Koch

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Die armen Fische im Saarland

Erstellt von IE am 22. Mai 2015

Traum linker Kapitalisten: Hummer und Kaviar an der Saar ?

So bestätigt sich immer mehr was FreundInnen aus dem Saarland berichten. Die Saarländer wollten schon immer sehr hoch hinaus und damit sicher manchmal auch zu hoch? Wären sie doch klein angefangen, vielleicht als Hühnerzüchter oder mit einem Schweinestall, also in der Landwirtschaft zum Beispiel. Oder wäre Frau Karrenbauer doch bei den Speichen für den Wagenbau geblieben.  Aber für das Saarland, welches ja über das Flüsschen Saar eine Verbindung mit dem Meer unterhält musste es ja gleich eine Aufzuchtanlage für Meeresfische sein.

Wir hatten das Anfangs nicht alles so geglaubt, nicht so ernst genommen was von dort berichtet wurde, aber nun wird ein Kreis gebildet, was heißt es geht zur Sache. Nein nicht die Fische bilden diesen Kreis, die wissen lange warum sie nicht mehr schwimmen können. Nur die Politiker möchten das auch wissen und folgen so den bekannten Spruch: „Und wenn du nicht mehr weiter weißt, dann bilde einen Arbeitskreis“.

So wird nun zum öffentlichen Stuhlgang aufgerufen und der Hausmeister des Parlament wird das zu richten haben was die Kinder in der Kita unter einer Reise nach Jerusalem verstehen. Ist ja auch ein wenig Zubrot zu verdienen, mit solchen Aktionen, werden doch soziale, ehrenamtliche Arbeiten immer nur von der Bevölkerung erwartet  und so ist es nur folgerichtig dass sich wieder einmal alle Fraktionen einig waren. Wollen sie sich doch auch auf den Wissensstand bringen auf welchen die Fische schon lange angekommen sind.

Wobei die Frage doch ganz einfach zu beantworten wäre wenn die Politiker endlich bei der Verschwendung von Steuergelder mit in die Verantwortung genommen würden. Ginge es nach dem Motto, Täter in Hartz 4, bis das die Summe wieder zurück gezahlt wäre, gäbe es solche Aussetzer wohl kaum. Da haben sich wohl einige dieser Experten zu oft in die Nase gebohrt und dabei nicht bemerkt zu hoch geraten zu sein. Hätten Sie den Fundus doch geschluckt, wäre so zumindest die theoretische Chance gegeben, dass vielleicht ein bisschen zum Ausgangsort  zurück gekommen wäre. Aber so, ein Verlust an Gehirn für immer.

Die machen aber munter weiter, trotz der nun fehlenden Masse im Kopf und nähren damit die Vorurteile der Bevölkerung welche immer schon wusste, dass Politiker nicht rechnen können. Wird ja von den Parteien für ihre politischen Hilfsarbeiter nicht eingefordert. Und die für dieses Desaster verantwortlichen Schuldigen sind natürlich lange gefunden. Es sind die üblichen Abnicker auf den unteren Rängen in den Parteistrukturen, die in den Kommunen.

Dabei wäre es doch alles so einfach gewesen wenn sich die Politik nur ein wenig geduldiger gezeigt hätte. So  ca. 70 bis 100 Jahren, ungefähr die Zeitspanne welche heute benötigt wird um Flugplätze und Bahnhöfe zu bauen, – in dieser modernen Republik. Bedingt durch die Erderwärmung wird doch das Meer spätestens dann unaufhaltsam in das Saarland einfließen, über die Saar. Was bedeutet das die Fische ganz freiwillig in die Kochtöpfe oder auf die Schwenker springen.

Werden doch zur Zeit von ganz cleveren Politikern die entsprechenden Weichen hierzu gestellt. Sind doch einige der linken Augen müde geworden immerzu den sich drehenden Windrädern zuzuschauen. Ähnlich wie beim Tennisspiel wo der Kopf immer den Ball verfolgt. Zumindest bekommen viele Zuhörer von neuen linken Parolen den Eindruck, dass die Strahlungen und CO 2 Belastungen in den letzten Jahren in ihrer Gefährlichkeit nachgelassen haben und die Windräder in RLP doch besser aufgehoben wären. Gilt es doch die Kultur von Steinen vor der eigenen Haustür zu verteidigen, obwohl diese sich doch eher nicht in einer Höhe von ca. 100 um die eigene Achse drehen. Wir sehen also, dort wo diese Damen- und Herrenschaften sonst ein Brett vor den Köpfen haben sind hier Steine an diese Stelle getreten.

Wie viel Gelder werden über die Landesparlamente alleine für wissenschaftliche Berater jährlich in den Orkus gejagt? Professoren, Anwälte und viele weitere Arbeitslose werden hier beschäftigt und verfolgen in den meisten Fällen nur die Absicht sich Gewinne in die eigenen Taschen zu erwirtschaften. Denken wir an den Unsinns Professor, oder diesen Hüther der regierenden Schafe. Die Regierung Schröder hat nachgewiesen wie viel Blödsinn man privat nutzbringend  verbreiten kann und Merkel setzt dem allem die Krone auf. Denn als Person, in einem antikapitalistischen Land mit Planwirtschaft aufgezogen, welche auch dort den Anforderungen voll nachkam, wird sie Kanzlerin in einer auf den Kapitalismus setzenden Nation, mit freier Marktwirtschaft. Kann es ein Parlament den Lobbyisten des Großkapitals noch einfacher machen und diesen eine naive Bevölkerung noch  bereitwilliger auf einem goldenen Tablett servieren als durch eine völlig in dieser Wirtschaft unerfahrenen Person ? Die Gedanken von Helmut Kohl sind gesagt worden und bleiben in Erinnerung obwohl sie nicht mehr gedruckt werden dürfen.

Aber es heißt ja auch, dass aufgeschoben noch lange nicht aufgehoben ist. Nur ist das Meer erst angekommen, wird auch eine Entsalzungsanlage benötigt um das Volk dann mit ausreichenden Trinkwasser zu versorgen. Vielleicht sollten hier schon einmal die Planungen beginnen. Denn sollte die Politik in der heutigen Geschwindigkeit so weiter wursteln,  könnte die Bevölkerung bei Fertigstellung glatt verdurstet sein und damit den heutigen Fischen folgen.

Landtag untersucht Fischzucht

Opposition will Fragen der Aufsicht und der Finanzierung klären

Warum hat die Regierung bei der Meeresfischzucht rechtliche Bedenken missachtet, und auf welcher Grundlage wurden Millionenkredite genehmigt? Diese Fragen soll nun ein Untersuchungsausschuss klären.

Schon vor einem Monat hatte die Linkspartei beantragt, einen Untersuchungsausschuss zur umstrittenen Meeresfischzucht in Völklingen einzurichten. Gestern haben nun die Parteien im Landtag einstimmig dem Antrag der Linken zugestimmt, den Ausschuss auf den Weg zu bringen.

Aufgabe des Ausschusses wird es vor allem sein, offene Fragen rund um die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht zu klären, sowie die Frage, wie die Saar-LB einen Millionenkredit für ein Projekt genehmigen konnte, bei dem es bereits zu Beginn Zweifel an der Wirtschaftlichkeit und dem Finanzierungskonzept gab. „Hätte die Stadt Völklingen einen Business-Plan erstellt, hätte man niemals zulassen dürfen, dass sich die öffentliche Hand an einem Projekt Fischzucht beteiligt oder es sogar alleine trägt“, sagte Linken-Politikerin Astrid Schramm zur Begründung des Antrags.

Quelle: Saarbrücker – Zeitung >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Gryffindorgemeinfrei.

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Adrianus Straathof und seine Schweine

Erstellt von DL-Redaktion am 30. April 2015

Verstöße gegen den Tierschutz? Umstrittene Ferkelhaltung? Rügen des Amtsveterinärs? Dann entsteht andernorts eine neue Fabrik

AUS GLADAU, BURG UND KLEINDEMSIN THOMAS GERLACH

Hilmar Kühne heizt mit seinem Passat über den Feldweg, dass die Werkzeugkiste scheppert. Kühne folgt einer Treckerspur, hält wie ein Fährtenleser inne, schaut sich um – und vertraut dabei auch der Nase. „Hier links die Wiese, dort hinten auch, ganz frisch, das Gras ist noch dunkel.“ Überall hat es Gülle geregnet. Die Saison hat begonnen. Alle Wiesen und Felder hier sind Gülleland – Schweinegülleland.

Ein Gülletanker rollt vorbei. „Stickstoff und Nitrat sind nicht das Schlimmste. Die ganzen Medikamente, die in der Gülle sind.“ Der 49-jährige Kühne, Mitglied im fünfköpfigen Gladauer Ortschaftsrat, hat sich schon früh gegen den Gülleregen und seinen Verursacher gestellt. Kühne steuert auf einen Hallenkomplex zu, der hinter Maschendraht liegt. Die Wände leuchten blau, nahtlos schmiegt sich Halle an Halle, obenauf Solarpaneele, ein paar bauchige Silos – fertig ist die Fabrik bei Gladau im Nordosten Sachsen-Anhalts. Sie ist eine der größten ihrer Art in Deutschland und sie produziert Ferkel, Hunderttausende pro Jahr. Am 31. August soll Schluss sein.

Im November 2014 hatte der zuständige Landkreis Jerichower Land gegen den Besitzer Adrianus Straathof ein Schweinehaltungsverbot ausgesprochen wegen fortgesetzter Verstöße gegen den Tierschutz – sofort und deutschlandweit. Es ist das erste Mal, dass eine Kreisverwaltung so energisch gegen Straathof vorgeht, einen der Größten in der Branche. Allein in Deutschland betreibt der Holländer rund 20 Anlagen mit etwa 400.000 Schweinen, fast ausschließlich in Ostdeutschland. Straathof hat ein weit verzweigtes Imperium geschaffen, das aus Kastenständen, Abferkelboxen, Futtersilos und Gülletanks besteht. Seine Farbe ist nicht das blasse Rosa seiner Produkte, sondern das makellose Blau, das von den Wänden strahlt.

Zu enge Kastenstände

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author Maqi

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Linke Leckereien

Erstellt von IE am 29. April 2015


Da haben die im Kindergarten erstellten Papierschwalben nach den Absturz aber sehr schnell die entsprechen Nachfolger gefunden. Nun heißt es also unter anderen „Backe, backe Kuchen“ und schnuppern dürfen sie also schon einmal an diesem neuen Programm der LINKEN. Aber bitte nicht mehr, weder probieren geschweige denn genießen. Stattdessen geht es immer weiter, wie in den letzten zehn Jahren. Die Basis macht die Arbeit und in den FührerInnen Etagen schlägt man sich die Wampe voll.  Obwohl, etwas hat sich scheinbar doch verändert. Da festgestellt wurde nicht mehr genügend Personal zu haben um selbst die einfachsten Aktionen durchführen zu können, macht man sich nun auf die Suche nach freiwilligen Helfern in der Bevölkerung.

In einer Gesellschaft in der die Partei nie angekommen ist und auch nicht ankommen wird. Dafür werden schon diejenigen sorgen welche diese Truppe so frühzeitig verlassen haben so dass, wir lesen es so, „in der westdeutschen Provinz vielerorts Wähler, Strukturen und Mitglieder fehlen“. Und dort sollen die Bürger an den Infoständen Eure „Leckereien“ annehmen?

„Leckereien“ gebacken von Außenseitern der Gesellschaft und das gleich ohne Vorkoster? Vielleicht noch hergestellt  in einem Billiglohnland, noch billiger als Deutschland. Vielleicht sogar in Russland wo die Regimekritiker in den letzten Jahren wie die Fliegen umfielen – Tod – vielleicht vergiftet. Muffins aus der Backmischung „Fall um und bleibe liegen“. Und in den empfohlenen roten Zuckerguss mischen Altstalinisten, ehemalige Stasimitarbeiter oder auch wissenschaftliche Berater dann noch ein wenig Polonium-210 unter. Alexander Walterowitsch Litwinenko ist noch nicht in Vergessenheit geraten und lässt die Nichtwähler der LINKEN grüßen.

Vielleicht wird der Bogen welche die Bürger um die Infostände der Linken bislang machten ja noch erweitert. Schnupperprogramme, – die meisten der ehemaligen Mitglieder haben so tief in die Partei hineingeschnuppert das sie den Gestank aus ihrer Nase gar nicht mehr los werden. Da helfen dann auch keine „niedrigschwelligen Mitmach-Angebote“ , was immer auch darunter zu verstehen ist, – vielleicht ein 50 Cent Job, – sicher nicht weiter.

Sehr interessant verspricht auch diese neue „Mitmach-Kampagne“ zu werden. Ein Ziel ist laut Kampagnenleitfaden die „Gewinnung neuer Mitglieder“, um „die Arbeit insgesamt auf mehr Schultern zu verteilen“. Ja sicher, die Arbeit gerne, solange die Gewinne auf wenige Schultern aufgeteilt bleiben. In diesem Punkt ist sogar DIE LINKE den Ihnen verhassten Kapitalismus viel näher gekommen als sie es selber wahr haben will und auch nicht darf, da die Gefahr besteht dass auch die letzten Mitglieder noch davonlaufen.

Der eigentlich Knüller scheint aber die angedachte Zwergen Demo zu werden, wobei es schon erstaunlich ist dass die Gruppe der Kleinwüchsigen nun auch von und in der LINKEN diskriminiert wird. Der Respekt vor Menschen wie Gysi, Lafontaine und vielen anderen mehr scheint auch in der LINKEN langsam vor die Hunde zu gehen. Wir sind jetzt schon ganz gespannt darauf wen wir auf diesen Demos noch als GartenzwergIn begegnen werden.

Linkspartei startet Schnupperprogramm

PARTIZIPATION Die Partei lagert ihre Kampagnenarbeit aus: Nicht nur Mitglieder sollen Flyer verteilen

Die Linkspartei empfiehlt ihren Mitgliedern Muffins aus der Backmischung: Die Rezepte seien „super einfach“ und die Papierförmchen im Preis enthalten. Wer will, so schreibt es die Bundesgeschäftsstelle in einer Handreichung für die Basis, könne die Törtchen auch „gerne mit rotem Zuckerguss o. Ä. passend verzieren“. Hauptsache, bei den Passanten in der Fußgängerzone komme die richtige Botschaft an: Die Linke sei „politisch und lecker“.

Drei Seiten umfasst die Anleitung mit dem Titel „Leckereien für den Infostand“. Sie ist nur eines von Dutzenden Dokumenten, mit denen die Parteispitze derzeit die Basis auf ihre neue Kampagne vorbereitet. Unter dem Motto „Das muss drin sein“ werben die Linken ab dem 1. Mai für niedrigere Mieten, kürzere Arbeitszeiten und das Ende von Hartz IV. Mit der Kampagne will die Partei aber nicht nur für ihre Herzensthemen trommeln, sondern auch eines ihrer Grundprobleme angehen: In etlichen Regionen kommen die Linken bis heute kaum vor.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: DIE LINKE

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Das zerrissene Land

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2015

von Christian Woltering, Gwendolyn Stilling und Ulrich Schneider

Es ist ein Trauerspiel: Das dritte Jahr in Folge muss der Paritätische Gesamtverband seinen Armutsbericht mit dieser Botschaft eröffnen: Noch nie war die Armut in Deutschland so hoch wie derzeit – und zudem die regionale Zerrissenheit so tief.

Die Armutsquote im Jahr 2013 – auf dieses Jahr beziehen sich die Daten, die dem Bericht zugrunde liegen – betrug in Deutschland 15,5 Prozent. Damit hat sie im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte zugenommen. Rein rechnerisch müssen rund 12,5 Millionen Menschen zu den Armen gezählt werden. In der längerfristigen Betrachtung wird so ein klarer Trend wachsender Armut seit 2006 deutlich, von 14 auf besagte 15,5 Prozent; das bedeutet einen Anstieg der Armut um 11 Prozent. Damit muss die Behauptung der Bundesregierung, die Armut in Deutschland sei in den letzten Jahren relativ konstant geblieben bzw. die Aussage der damaligen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, man könne sogar wieder von einer sich schließenden Einkommensschere sprechen, als widerlegt betrachtet werden.

Wie in jedem Jahr wertete der Paritätische Gesamtverband für seinen Armutsbericht die Daten des Statistischen Bundesamtes aus und unterlegte und ergänzte diese mit eigenen Berechnungen. Der gängigen Methode der Armutsmessung von OECD, WHO und Europäischer Union folgend, markiert dabei ein Nettoeinkommen von unter 60 Prozent des nach Haushaltsgröße bedarfsgewichteten mittleren Einkommens (Median) die Armutsgrenze. Ob man bei dieser Grenze von Armut sprechen kann, hängt von den Schwellenwerten ab, die sich aus dieser Berechnung ergeben. Im Jahr 2013 lag die so errechnete Armutsschwelle für einen Singlehaushalt bei 892 Euro netto, für Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1873 Euro.

Wachsendes Ungleichheitsgefälle

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Schweine als Inneneinrichter

Erstellt von DL-Redaktion am 15. April 2015

SCHLAGLOCH VON HILAL SEZGIN

Ein Agrarministerium lädt zum Tierschutzlabel und zu neuen Metaphern ein

Man vergisst ja so leicht, wie kreativ Schweine sind. „Die haben uns schnell klargemacht: Was wir machen, entscheiden wir selbst!“, sagt Karl Harleß. Schweine wollen „ihr Zuhause selbst gestalten. Wo ist meine Küche, mein Esszimmer, mein Schlafzimmer?“ Landwirt Harleß besitzt in seinen Ställen bei Uelzen 864 Mastplätze für Schweine, die den Minimalkriterien für das Tierschutzlabel entsprechen. Das Tierschutzlabel ist eine Kooperation des Fleischriesen Vion und des Deutschen Tierschutzbunds und existiert seit 2012.

Wir sind gespannt auf die Wohnlandschaften, die wir gleich zu Gesicht bekommen werden. Wir, das sind etwa 40 Journalisten auf einer Pressefahrt mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer, mit Vertretern von Vion und Tierschutzbund sowie diversen fachlichen Beratern. Wir stehen vor Harleß‘ Stall, hier konnten er und seine Frau 2009 „die ersten Ferkel begrüßen“. Bevor wir den Stall betreten, müssen wir Einwegoveralls anziehen. Diese Hygiene sei wichtig, sagt der Landwirt, „wir haben hier Lebensmittel im Stall!“ Ja, der Ferkelbegrüßer sagt jetzt tatsächlich Lebensmittel statt Lebewesen.

Liegefläche später

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Lateinamerika in der Rohstofffalle

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Februar 2015

von Ulrich Brand

Die Ölpreise rutschen derzeit immer weiter in den Keller – für Länder wie Venezuela, dessen Wirtschaft zu 90 Prozent von den Ölexporten abhängt, hat das dramatische Folgen. Das Land, das unter der Federführung von Hugo Chávez Ende letzten Jahrhunderts die Linkswende in Lateinamerika einläutete, hat auf dem Subkontinent die weitreichendsten Versuche unternommen, alternative Institutionen an der Basis zu schaffen und die Armut durch Umverteilung zu bekämpfen.

Doch der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, wie ihn Chávez einst nannte, ist ein Öl-Sozialismus, oder eher noch: ein Öl-Kapitalismus mit einer starken Rolle des Staates. Denn statt die Abhängigkeit der Wirtschaft und der Staatseinnahmen vom Ölexport zu verringern, haben die Chavistas diese sogar noch verstärkt.[1] Perspektivisch will die Regierung die Ölförderung von 2,6 Mio. Barrel pro Tag auf 6 Mio. sogar mehr als verdoppeln. Damit hängen die enormen sozialen Errungenschaften der letzten 15 Jahre regelrecht am Öl-Tropf.

Die Entwicklung in Venezuela verdeutlicht ein zentrales Problem aller Länder in Lateinamerika mit Regierungen, die sich als progessiv bezeichnen: Zwar ist es in den letzten Jahren überall zu deutlichen Verbesserungen der materiellen Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsschichten – insbesondere der Mittelklassen – gekommen. Damit haben die Regierungen zentrale Forderungen der antineoliberalen Proteste erfüllt, die den Regierungswechseln in Ländern wie Bolivien, Ecuador, Brasilien, Argentinien und Uruguay vorausgingen. Doch die Veränderungen wurden erst möglich durch eine sich ab dem Jahr 2000, dann vor allem ab 2003 verändernde Weltmarktkonstellation, nämlich durch eine hohe Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen und entsprechend hohen Preisen.

Gerade in Ländern wie Bolivien und Ecuador forderten Teile der Sozialbewegungen „ihre“ Regierungen daher auf, die starke Abhängigkeit vom Ressourcenexport auf den Weltmarkt zu verringern. Denn vor allem die lokale Bevölkerung in den Extraktionsgebietenbekommt die negativen sozio-ökonomischen und ökologischen Folgen des extensiven Rohstoffabbaus massiv zu spüren. Vor diesem Hintergrund entstand die Forderung nach einer pluralen Wirtschaft, also einer Stärkung der nicht-privatkapitalistischen Sektoren. Tatsächlich griffen die Regierungen diese Forderung zunächst auf. Entsprechende Entwicklungspläne sahen vor, die Ressourcen noch einige Jahre intensiv zu nutzen, dann sollten alternative ökonomische Strukturen gestärkt werden und der vorherrschende rücksichtslose Extraktivismus[2] in ein sozial-ökologisch verträglicheres Modell überführt werden. Aus heutiger Sicht muss man jedoch fragen, ob nicht die Eigendynamiken der postkolonialen Staaten und die bestehenden gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse unterschätzt wurden und ob es nicht von Anfang an andere Positionen innerhalb der neuen progressiven Regierungen gab, die gar keine grundlegende Veränderung des Wirtschaftsmodells, der damit verbundenen Klassen- und Eigentumsstrukturen, des Staates und der Rolle des Weltmarkts wollten. Zumindest sind die anfangs ernsthaften Pläne rasch aufgegeben worden. De facto führte das – bei allen Differenzen zwischen den Ländern – zu einem staatskapitalistischen Modell der Modernisierung, das am Ressourcenextraktivismus festhält. In Ecuador wird linke Kritik inzwischen sogar denunziert und teilweise von der Regierung offen verfolgt. Die Regierung schikaniert dort etwa die CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador), den größten Dachverband der indigenen Organisationen, weil dieser ihre Politik scharf kritisiert. So kündigte sie im Dezember an, der Organisation die Räumlichkeiten zu entziehen. In Bolivien gibt es ähnliche Zerwürfnisse zwischen indigenen Organisationen und der Regierung. Angesichts dieser Situation ist von den hochgesteckten Erwartungen an die Linksregierungen, eine umfassende gesellschaftliche Transformation einzuleiten, nicht mehr viel übrig geblieben.

Das Ende einer Utopie?

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Wer isst schon Kartoffeln mit Stäbchen?

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Februar 2015

Chinesische Tafelrunde mit grünem Tee und Schnaps

HUNGER Die Kartoffel ist ertragreicher als Reis und ihr Anbau verbraucht weniger Wasser. Weil China wächst, will die Regierung den Chinesen die Knolle als neue Sättigungsbeilage verordnen. Aber sie schmeckt ihnen nicht

AUS PEKING UND BERLIN FELIX LEE UND JÖRN KABISCH

Yang Yulan mag Kartoffeln. Die Studentin, 23 Jahre alt, sitzt in einer Pekinger Filiale der Schnellimbisskette Kentucky Fried Chicken. Vor dem Verkaufstresen reihen sich die Schlangen. Die Angestellten rufen sich lautstark die Bestellungen zu, die Kassen klingeln. Es riecht nach heißem Fett. Damit der Geruch sich nicht in ihren Rollkragenpulli und ihre weiße Bluse beißt, hat Yang ihre dunkle Daunenjacke anbehalten. Neben frittierten Hühnerschenkeln hat sie eine große Portion Pommes vor sich auf dem Tablett stehen. Die gibt es im Menü stets dazu.

Yang taucht eine Fritte in Ketchup und steckt sie sich in den Mund. Ja, sagt sie, sie esse gern die „gestückelten Kartoffeln“, shutiao, wie sie auf Chinesisch heißen. Die Kartoffel als ganze Knolle serviert bekommen – das will sie aber nicht. „Ich weiß, ihr Deutschen mögt das“, sagt sie. „Aber wir Chinesen vertragen das nicht. Kartoffeln liegen uns schwer im Magen.“

Jede vierte Kartoffel, die heute geerntet wird, hat ihren Ursprung in China. Damit ist das Reich der Mitte der weltgrößte Kartoffelproduzent. Doch rund die Hälfte der Weltkartoffelernte landet nicht auf dem Tisch, sondern wird industriell zu Stärke verarbeitet oder als Viehfutter verwendet. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln ist in China im Vergleich zum Westen immer noch sehr gering.

Bislang werden die „Erdbohnen“, tudou, wie sie wörtlich übersetzt in der Volksrepublik heißen, in der chinesischen Alltagsküche meist nur in kleine Streifen geschnitten, im Wok kurz gebraten und dann als Gericht serviert. Anders als Reis oder Weizennudeln sind Kartoffeln in China keine Sättigungsbeilage, sondern werden wie anderes Gemüse zubereitet.

Das ideale Lebensmittel

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Der Pillendreh

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Februar 2015

Im Innern des Pharmakonzerns Sanofi

von Quentin Ravelli

Bis ich herausgefunden habe, dass ich überwacht werde und dass die genau wissen, was ich verschreibe!“, empört sich eine Ärztin aus einem schicken Pariser Stadtteil. „Eine Pharmavertreterin sagte irgendwann zu mir: ,Sie verordnen nicht gerade viel!‘ Da hab ich mich gefragt: Woher weiß die das? Ich war ja komplett ahnungslos.“

Wie viele ihrer Kollegen ist sie schockiert über die Kontrolle, hinter der die Marketingabteilungen von Pharmakonzernen stecken. Und die strotzen nur so vor Einfallsreichtum, wenn es darum geht, Marktanteile zu steigern. Dazu gehört auch, die Anwendungsgebiete von Arzneimitteln zu verändern, um neue Kunden zu gewinnen. So geschehen bei Sanofi, dem viertgrößten Pharmakonzern der Welt (33 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2013) und Frankreichs höchstbewertetem Unternehmen.

Pyostacine aus dem Hause Sanofi, das manche Ärzte auch als den „Rolls Royce unter den Hautantibiotika“ bezeichnen, wurde lange nur gegen dermatologische Erkrankungen eingesetzt, bevor es in ein Medikament für die Atemwege umgewandelt wurde. Seither wird das Antibiotikum bei Bronchitis und Lungenentzündungen verabreicht.

Diese breite Anwendung hat, wie Mediziner und Gesundheitsbehörden vermuten, zur Entwicklung und Ausbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien beigetragen, die inzwischen für weltweit jährlich 700 000 Todesfälle verantwortlich gemacht werden.

Um die Vielschichtigkeit medizinischer Produkte zu verstehen, haben wir den Weg dieses einen Medikaments verfolgt, vom Versuchslabor über die Produktionsstätte des Wirkstoffs bis hin zu den Vertretern.

Auf jeder dieser Etappen erhält das Medikament einen anderen Namen: Während die Biologen vom Bakterium Streptomyces pristinae spiralis und die Chemiker von Pristinamycin sprechen, preisen die Pharmareferenten Ärzten gegenüber die Vorzüge von „Pyo“ an. Die Arbeiter wiederum nennen das Mittelchen liebevoll „Pristina“ oder gar „Tierchen“. Auf dieser Reise wird die Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen der Patienten und den Profiten der Industrie immer deutlicher.

Der neue Hauptsitz von Sanofi France, eine elegante Kombination aus Alt- und Neubau im Herzen von Paris, soll Transparenz und Respekt gegenüber den Patienten ausstrahlen. Im dritten Stock befindet sich die Marketingabteilung. Hier arbeiten die Leute, die seit den 1990er Jahren damit beschäftigt sind, Pyostacine als Atemwegsmedikament auf dem Markt zu etablieren. Mit sichtbarem Erfolg: Zwischen 2002 und 2010 schnellten die Verkaufszahlen für die Behandlung von Atemwegsentzündungen um 112 Prozent in die Höhe, während für Hauterkrankungen lediglich 32,6 Prozent mehr Pyostacine verabreicht wurde.

Dieses Wachstum ist nicht etwa auf eine dramatische Zunahme der Krankheitsfälle zurückzuführen, sondern auf eine ganz spezielle Verkaufsstrategie. Schließlich werden für Atemwegserkrankungen viel öfter Rezepte ausgestellt als für Hautinfektionen. „Es hat sich herausgestellt, dass Pyostacine supergut gegen Erreger funktioniert, die Bronchien, Lunge und Nasennebenhöhlen befallen. Daher haben wir es in diese Richtung weiterentwickelt“, erklärt ein Mediziner von Sanofi.

Quelle: le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Ragesoss

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Mmh, lecker probiotisch!

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Februar 2015

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Der Prozess Monsterbacke

Die Wettbewerbszentrale und die Molkerei Ehrmann streiten sich mittlerweile seit über vier Jahren vor Gericht. Der Bundesgerichtshof will seine Entscheidung am Donnerstag verkünden.

GEBRAUCHSANWEISUNG

Das Müsli verkauft sich nicht so gut? Beim Schokopudding sind die Margen zu gering? Kein Grund zur Sorge. Das lässt sich optimieren. 10 Tipps für Lebensmittelhersteller

VON SVENJA  BERGT

Kleine Portion = wenig Kalorien

Eins, zwei, drei, sieben, zehn – Stopp. 25 Gramm Gummibärchen, etwa zehn Stück, sind eine Portion. Oder 30 Gramm Chips. Oder 41,6 Gramm Schokolinsen. Wer das festlegt? Na, Sie natürlich, als Hersteller. Bei sehr gezuckerten oder fetthaltigen Produkten sollten sie die vom Verbraucher eher gemiedenen Zutaten soweit herunterrechnen, dass die Menge pro Portion überschaubar wirkt. Denn Kunden greifen eher zu, wenn sie sehen, dass die Schokolinsen nur 25 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Zucker enthalten – bezogen auf die Portion. Klar, am Ende essen die meisten eh die ganze Packung auf, aber das ist schließlich deren Problem.

Vitamine gibt es nie genug

Gilt es bei Fett und Kalorien, die Zahl in der Nährwerttabelle möglichst klein zu halten, kann es bei Vitaminen und Mineralstoffen gar nicht genug sein: Kalzium, Vitamin A, Beta-Carotin, Magnesium und vor allem Vitamin C – mehr davon! Wer will schon einen Apfel, wenn es auch der Schokoriegel sein kann? Die Verbraucher sollen bekommen, wonach ihnen der Sinn steht: Süßigkeiten mit Extra-Kalzium, Speiseeis mit Beta-Carotin und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, bekommt eine Extradosis Vitamin C. So lassen sich auch Fruchtgummis als gesund verkaufen. Und der Apfel, der ist dann sowieso überflüssig.

Kleine Packung, großer Gewinn

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Wald-Burger8

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Entwicklungshilfe made in Germany

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Februar 2015

Markttag in Segou – Mali

Nachhaltige Zerstörung

Eine staatliche Entwicklungsbank soll kleinen Unternehmen in Entwicklungsländern helfen. Mit dem Geld werden zwielichtige Investoren gefördert

VON CHRISTIAN JAKOB

Für den Agrarinvestor Modibo Keita war es ein Bombengeschäft: Pacht und Pachtoptionen auf insgesamt 27.000 Hektar fruchtbares, bewässertes Land, nutzbar für 30 Jahre – umsonst. Nur für das aus dem Fluss Niger gepumpte Wasser für seine neuen Felder sollte der Agrarunternehmer bezahlen. Mit weiteren Kosten mochte die malische Regierung den Unternehmer nicht belasten – schließlich sollte er in der Region Segou, drei Autostunden östlich der Hauptstadt Bamako, Arbeitsplätze schaffen. Die von der malischen Regierung geheim gehaltenen Verträge liegen der taz vor. Keita möge lediglich „prioritär lokale Arbeitskräfte nutzen“, heißt es darin. Am 31. Mai 2010 unterschrieb Malis damaliger Agrar-Staatsekretär Abou Sow den Acker-Deal mit Keitas Firma Moulin Moderne du Mali.

Ein Teil der Flächen, die die Regierung da in die Hände eines Großgrundbesitzers vergab, wurde von kleinen Bauern bewirtschaftet. Zwei Dörfer sollten ihre Äcker hergeben. Ein klassisches Landraub-Geschäft, wie es in vielen Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika abläuft – bis auf einen Umstand: An diesem ist mittelbar der deutsche Staat beteiligt. Wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) kürzlich einräumte, bekam Keita zwei Kredite von der malischen Agrarentwicklungsbank Banque Nationale de Développement Agricole (BNDA). Die gehört zu 21 Prozent der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), die wiederum eine 100-prozentige Tochter der staatlichen deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist.

Der offizielle Auftrag der 1962 gegründeten DEG lautet, private Unternehmen in Entwicklungsländern zu fördern. Die als gemeinnützig geltende DEG ist von der Steuerpflicht befreit. Sie verteilt jährlich Kredite in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro, ihre Bilanzsumme liegt bei rund 7 Milliarden. Ein Drittel ihrer Investitionen fließt in Beteiligungen an Banken in Entwicklungsländern – so wie in Mali.

Schlägertrupps geschickt

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber upyernoz

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J´aime Schweinefleisch!

Erstellt von Uli Gellermann am 20. Januar 2015

Der Islam als Knast-Problem

Autor: U. Gellermann

Rationalgalerie

Datum: 19. Januar 2015

Schon vor zwei Jahren machte sich das Ausländern-Orakel aus Neukölln, der anerkannte Sarazinist Heinz Buschkowsky, in der ZEIT Sorgen um die christliche Minderheit im Berliner Jugendknast: „Wenn bei uns 70 Prozent der Insassen im Jugendarrest Muslime sind, gibt es eben für die anderen 30 Prozent kein Schweinefleisch mehr.“ Und er folgert: „Auch die Gesellschaft muss zur Wahrung des sozialen Friedens Wert darauf legen, dass sie nicht durch Minderheiten tyrannisiert wird.“ Wehret den Anfängen, rät uns der Berliner Bezirksbürgermeister. Wehrt Euch gegen den Rind- und Lammfleisch-Terror, hätten schon damals die Slogans lauten müssen, oder, ganz Europa einbeziehend: „J´aime Schweinefleisch!“.

Auch in der TAGESSCHAU, dem Regierungs-Organ für marktförmige Demokratie, macht man sich Gedanken über die deutschen Knäste für islamische Insassen: „Deutsche Gefängnisse unvorbereitet auf Extremisten-Welle“, sorgt sich die ARD und Volker Siefert vom Hessischen Rundfunk warnt: „Mehrere hundert Ermittlungsverfahren gegen islamistische Straftäter laufen derzeit bundesweit – Tendenz steigend. Auch mit Blick auf die Anschläge in Paris wächst die Sorge, dass Gefängnisse zu Brutstätten für den Terror werden. Darauf vorbereitet ist der deutsche Strafvollzug bisher nicht.“ Erst der Terror gegen die Schweinefleisch-Esser im Knast, dann vermehrt sich die Islamisten-Brut im Gefängnis, später folgt dann die Weltherrschaft und das Abendland geht seinem Untergang entgegen.

Schließlich ist jeder fünfte Gefangene in Deutschland ein Ausländer, obwohl nicht mal jeder zehnte Einwohner ein Ausländer ist. Es kann sich hier nur um eine Verschwörung handeln: Der Ausländer, vor allem der islamische, ist absichtlich kriminell, um in ein gutes deutsches Gefängnis zu kommen. Dort hat er nicht nur ein Dach über dem Kopf und wird reichlich mit Rind oder Lamm versorgt. Er kann auch noch die Aufnahme-Prüfung für terroristische Vereinigungen ablegen. Der Islamist ist raffiniert: Erst macht er sich in der Arbeitslosen-Statistik breit, dann zockt er den guten Deutschen ein üppiges Hartz-Vier-Gehalt aus der Tasche, um schließlich im Gefängnis. . . es ist einfach grauenhaft!

Wer Augen hat zu sehen, dem fällt auch dies auf: „Muslime überrepräsentiert in italienischen und britischen Gefängnissen“, schreit uns eine Schlagzeile verängstigt zu. Denn mindestens 35 Prozent aller italienischen Häftlinge stammen aus muslimischen Ländern. Ähnlich sieht es in Großbritannien aus. Im Jahr 2013 waren rund 11.200 Muslime in den Gefängnissen in England und Wales inhaftiert. Das entspricht 13 Prozent aller Gefängnisinsassen und geht weit über den Anteil an der Gesamtbevölkerung hinaus, wo die Muslime mal gerade 4,8 Prozent der Bevölkerung ausmachen. In Frankreich ist der Ansturm der Muslime auf die Gefängnisse noch schlimmer. So schleicht sich der Moslem überall in Europa in die Gefängnisse, um von dort aus das christliche Abendland solange zu untergraben bis es einstürzt.

„Die Biographien der Pariser Attentäter zeigen, dass ein Aufenthalt hinter Gittern wie ein ideologischer Brandbeschleuniger wirken kann“, schreibt erklärt uns Volker Siefert in der TAGESSCHAU und wir sollten ihm dankbar sein. Denn: „Geplante Anti-Terrorgesetze dürfte die Zahl der Verfahren noch weiter nach oben treiben.“ So arbeiten Ursula von der Leyen und die deutschen Gerichte Hand in Hand: Die eine schickt Soldaten an die Anti-Islamistische Front im Irak, die anderen sperren immer mehr Muslime weg. In der Konsequenz wird von beiden ein alter, über die Jahrhunderte bewährter philosophischer Grundsatz verübt: Gewalt muss mit Gegengewalt bekämpft werden. So, wie man Dummheit auch nur mit Dummheit bekämpfen kann.


Fotoquelle: Wikipedia – Author Scott Bauer, USDA

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Soli für Millionäre

Erstellt von Uli Gellermann am 28. November 2014

Krimsekt-Steuer muss eingeführt werden

Autor: U. Gellermann

Rationalgalerie

Datum: 26. November 2014

In fast schon grauer Vorzeit, Mitte 1991, wurde der „Soli“ eingeführt. Jene Zwangsabgabe, die angeblich für den „Aufbau Ost“ eingesetzt werden sollte. Während in dieser Zeit ehemalige DDR-Betriebe und Ost-Immobilien zu Schleuderpreisen privatisiert und man jede Menge Gewinne in den Westen transferierte, wurden die Schulden aus diesem Raubzug auf alle Steuerzahler abgewälzt: Der Solidaritätzuschlag führte faktisch zur Solidarität mit Millionären. Jetzt soll der Zuschlag im Jahr 2019 sein Ende finden. Das finden die rot-grün regierten Bundesländer aber gar nicht gut. So eine schöne Extra-Steuer, die bisher der Bund allein einsteckte, die könnte doch auch gut die Schlaglöcher in den Ländern stopfen! Für die gewöhnlichen Steuerzahler gilt: Weiter zahlen. Denn die ungewöhnlichen Steuerzahler, die großen Konzerne, die seit der Regierung Schröder-Fischer ganz offiziell weniger zahlen als zu Kohls Zeiten und die ganz inoffiziell ganze Regimenter von Steuervermeidungsbüros beschäftigen, die dürfen natürlich nie und nimmer in ein tiefes Steuer-Schlagloch fallen. So viel Solidarität mit den Millionären muss schon sein.

Als 1902 der Reichstag die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte einführte – auf den damaligen Durchschnittspreis von 2,50 Mark pro Pulle wurden 50 Pfennige aufgeschlagen – sollte die Steuer nach dem Sieg der deutschen Flotte über die Engländer wieder abgeschafft werden. Längst sind die kaiserlichen Schlachtschiffe verrottet, mit ihr Tausende Matrosen, aber die Sektsteuer gibt es immer noch. Heute sind die Einnahmen aus der Schaumweinsteuer – im Jahr 2013 waren es 449 Millionen Euro – nicht mehr zweckgebunden. Immerhin könnte man damit zwei U-Boote der Dolphin-Klasse an Israel liefern. Ob die Israelis diese Traditionslinie zu schätzen wissen, ist ungewiss.

Rund 14 Milliarden Euro spülte der Solidaritätszuschlag allein im Jahr 2012 in die Bundeskasse. Aber weil jeder denkt, die Einnahmen gingen unverzüglich in den entindustriealisierten Osten, um dort den Aufbau Ost weiter und weiter aufzubauen, zahlen Ost- und West-Deutsche weiter brav den Soli. Es war Juliane Werding, die schon in den 70er Jahren in einem Schlager den analytischen Satz „Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst“ zur Geistesverfassung des geduldigen Steuerzahlers prägte. Denn, wie der „Bund der Steuerzahler“ weiß, sind die Einnahmen nicht zweckgebunden und fließen nicht ausschließlich in den Aufbau Ost: Der Soli wurde auch für Kriegsausgaben und zur Unterstützung der Länder Ost- und Südeuropas ausgeben. Wie die Bundeshaushalts-Jongleure es geschafft haben, die Solidaritäts-Euros zum Beispiel in den „Desert Storm“ umzuleiten, den ersten Krieg der USA gegen den Irak, weiß man nicht. Vielleicht war es aus Solidarität mit Bush senior. Der war Präsident als die Mauer fiel, hatte also irgendwie mit dem Osten zu tun. Oder der damalige Finanzminister Theo Waigel hat einfach den Nahen Osten mit dem noch näheren Osten verwechselt.

Wie die Schaumweinsteuer – folgt man den rot-grün regierten Ländern – könnte auch der Solidaritätszuschlag in den Rang einer Ewigkeits-Steuer erhoben werden. Und im Rahmen der „Deutschen Verantwortung“ sollte sie fraglos in „Krimsekt-Steuer“ umbenannt werden. Liegt die Krim nicht auch irgendwie im Osten? Sollte die nicht, nach Meinung der übergroßen CDU-SPD-GRÜNE-Koalition vom russischen Joch befreit werden? Kosten Befreiungskriege Geld? Wer jetzt über Logik redet und davon, dass die Mehrheit der Menschen auf der Krim Russen sind, der hat die besondere Logik von NATO-Verstehern nicht begriffen. Und auch nicht jenes sonderbare Denkvermögen, das die Vermögenden schont und die Unvermögenden schröpft.


Fotoquelle: Wikipedia -Author Sven Teschke, Büdingen
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Linke Faschisten für das Land?

Erstellt von IE am 26. November 2014

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Der folgende Artikel ist schon eine Woche alt. Genau gesagt ist er am letzten Mittwoch erschienen und auch in einen Kommentar von unserem Leser „Bremer“ verlinkt worden. Aber wie das so ist, Wahrheiten kann man an und für sich ruhig öfter lesen, denn Diese sind viel zu wichtig als dass wir sie aus unseren Köpfen verlieren dürfen, da sie auf das ganz große Dilemma der heutigen Politik aufmerksam machen.

Früher, war eine Regierung beliebig auszutauschen, denn die Unterschiede zwischen den Parteien waren für Jedermann/frau ziemlich eindeutig sichtbar! Heute, spielen wir die Rollen doch einmal durch: Merkel austauschbar durch ???????????? aus der Opposition, Frau – Mann ? Alteisen mit Schrott ? Beides rostet still vor sich hin.

CDU gegen Linke? Der Weg der CDU ist bekannt, schmeckt mir ganz und gar nicht, dagegen besteht  die große  Gefahr dass sich die Linke noch im Vorgarten von Oskar Lafontaine auf die Suche nach einen Ausgang verlaufen wird. Immerhin und wie auch immer haben wir doch eine relativ große Freiheit genossen, nach den Kriegen. Der Linken dagegen gelingt es nicht einmal in Frieden mit ihren Kritikern zu leben, obwohl – nähere Verwandte sind doch an und für sich nicht in Sichtweite – oder?

Kann sich irgendjemand vorstellen was das ein durcheinander auf den Geflügelhof dieser Republik geben würde wenn neben den Verwandten dann auch noch Fremde, vielleicht sogar Gegner der Linken dort auftauchen würden? Große schwergewichtige Puten welche den unscheinbaren Artverwandten Hühnern die Hummer wegfressen wollen? Die dann benötigten Waffen könnten gar nicht schnell genug nachgeliefert werden um dort ein Gemetzel zu veranstalten.

Der Kannibalismus hat doch heute in der Linken fast den Sozialismus und Kommunismus auf die Seite gedrängt. Reicht es doch vielen Mandatsträgern nicht aus, nur von Ihren Diäten aus Bundes oder Landtag  leben zu müssen. Nein sie fressen den Kleinen aus der eigenen Familie nicht nur die Bezüge aus den Parteiposten weg, sie wollen alles, sind unersättlich in ihrer Gier und brauchen fremdes Hirn um die Deutungshoheit nur für sich beanspruchen zu können.

Jetzt, innerhalb der eigenen Sippschaft fällt das Außenstehenden noch nicht so auf. Ein paar rote Fähnchen oder Fäuste mehr oder weniger -egal, es bleiben noch genügend Idioten für den totalen Sieg übrig. Bricht aber erst einmal die Mitte oder rechte Masse der Bevölkerung weg, ist die Demokratie im Arsch? Kein Gegner, keine Opposition – eine rote Diktatur. Die größte aller nur denkbaren Katastrophen welche der Menschheit passieren könnte. Der Endsieg der – DIE LINKE ?

Quatsch mit roter Soße

Nirgendwo tummeln sich so viele Irre wie bei der Linken

Über Geld, Geschlechtskrankheiten und die Partei, die man wählt, soll man bekanntlich nicht reden. Aber gut, probieren wir es trotzdem: Für diesen Artikel bekomme ich etwa siebzig Euro, Geschlechtskrankheiten habe ich nicht und mein staatsbürgerliches Kreuz mache ich, seit ich wählen darf, immer bei der Linken oder Linkspartei oder PDS oder wie sie sonst gerade heißt. Doch mit Letzterem ist jetzt Schluss.

Nicht, dass der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung mir die Partei nicht nach wie vor ans Herz legen würde, aber dabei wird ja auch sträflicherweise nicht erfragt, wie wichtig einem die geistige Gesundheit der Kandidaten ist. Von Gregor Gysi höchstselbst stammt das hübsche Bonmot, dass es in jeder Partei fünf bis zehn Prozent Irre gebe – doch wohl in keiner anderen Bundestagspartei haben es so viele politische Blindgänger, Hornochsen und Sektierer ins Parlament geschafft. Vor allem, wenn vom „linken Flügel“ die Rede ist, will man als Linker am liebsten gar nicht mehr links sein.

Dafür muss man nicht erst jenes unwürdige Schauspiel bemühen, bei dem zwei ausländische Journalisten unter Anwesenheit der Abgeordneten Groth, Höger, Hänsel und Haydt dem Fraktionsvorsitzenden Gysi auflauerten und ihn bis auf die Toilette verfolgten. Die Anzeichen, dass es sich bei der Linken um eine Partei gewordene Klapsmühle handelt, mehren sich seit Jahren – wobei einigen Mandatsträgern offenbar schon das Wort „Frieden“ genügt, damit der Restverstand willig die Waffen streckt.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Ebola: Das Scheitern der Weltgemeinschaft

Erstellt von DL-Redaktion am 25. November 2014

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von Tine Hanrieder

Mit bereits mehr als 4000 Todesfällen, einer unbekannten Dunkelziffer und einer nahezu ungehinderten Weiterverbreitung in Westafrika übertrifft die derzeitige Ebola-Epidemie alle bisherigen Ausbrüche des seit 1976 bekannten Virus. Das Center for Disease Control (CDC) in Atlanta schätzt, dass bis kommenden Januar im „optimistischen“ Fall 11 000 bis 27 000, schlimmstenfalls gar 537 000 bis 1,7 Millionen Menschen dem Virus zum Opfer fallen werden. Die zahlreichen „Sekundärtoten“, die aufgrund der zusammenbrechenden Gesundheitssysteme an Krankheiten wie Malaria oder Durchfallinfektionen sterben, sind dabei noch nicht mitgezählt.

Diese Prognosen lassen keinen Zweifel: Ebola ist eine Katastrophe, die sich immer weiter zuspitzt. Die Epidemie hat das gesamte Gesundheitssystem in den betroffenen Ländern aus den Angeln gehoben. Meist mangelt es schon an Handschuhen und Schutzkleidung, selbst sauberes Wasser ist knapp. In den Städten herrschen Angst und Chaos, an vielen Orten kommt die Wirtschaft weitgehend zum Erliegen. Trotz dieser alarmierenden Zustände finden Rufe nach mehr medizinischer, humanitärer und ja, auch militärischer Unterstützung noch immer kaum Gehör.
Fehlende Expertise bei der WHO

Dass die Weltgemeinschaft bei der Ebola-Krise versagt hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Im Zentrum der Kritik stehen die zögerliche Reaktion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das schleppende Anlaufen der internationalen Hilfe.

Während die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schon im Frühjahr warnte, die Seuche sei außer Kontrolle, rief die WHO erst Anfang August den internationalen Gesundheitsnotstand aus – zu spät, um die Ausbreitung des Virus noch unter Kontrolle zu bringen. Dabei erhielt die WHO den ersten Bericht über Fälle von Ebola in Guinea bereits Ende März.

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber CDC/ Dr. Lyle Conrad

Als ein Werk der US-amerikanischen Bundesregierung ist dieses Werk in den Vereinigten Staaten gemeinfrei.

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Einer gegen Ebola

Erstellt von DL-Redaktion am 16. November 2014

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VIRUS Alle Welt sucht einen Impfstoff gegen Ebola. Den aussichtsreichsten Kandidaten fand ein deutscher Forscher – zufällig, aus einer Langeweile heraus

VON HEIKE HAARHOFF

Der Mann, von dessen Entdeckung das Leben von Millionen Menschen in Westafrika abhängen könnte, sitzt in Hamilton, einem 4.300-Einwohner-Ort in den Rocky Mountains. Dort, im Bundesstaat Montana, betreibt die Gesundheitsbehörde der USA ihr Nationales Institut für Allergien und Infektionskrankheiten, eine Seuchenbehörde wie das deutsche Robert-Koch-Institut. Heinz Feldmann ist hier der Chefvirologe. Es wird Nachmittag bei ihm, als er ans Telefon geht. Er sagt: „Natürlich gab es Warnungen vor Ebola. Von uns. Und von anderen.“

Er rollt das R ein wenig, manche Fachbegriffe fallen ihm auf Deutsch gar nicht mehr ein. Vor bald zwei Jahrzehnten hat Feldmann, 55 Jahre, seine Heimat, den Forschungsstandort Deutschland, verlassen, weil es dort keine Festanstellung gab für einen wie ihn. Einen Wissenschaftsnerd, Vordiplom in Biologie, zweites medizinisches Staatsexamen. Schon damals, seit einem Studienaufenthalt am Center for Disease Control in Atlanta, USA, beschäftigte ihn die Frage, wie hochinfektiöse Viren funktionieren. Lassa, Ebola, Marburg. Viren, mit denen kaum ein Mensch etwas zu tun haben will. Weil sie Krankheiten auslösen, die einen das Gruseln lehren. Weil sie den Tod bringen, und weil sie bislang wenig aufzuhalten vermag: keine Therapie, kein Medikament, kein Impfstoff.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Grafikquelle: Wikipedia : Urheber CDC  – Dieses Werk ist in den Vereinigten Staaten gemeinfrei

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Der Sprung ins kalte Wasser

Erstellt von IE am 1. Oktober 2014

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BÜRGERBETEILIGUNG

Gerlinde Schermer vom Berliner Wassertisch erzählt

VON GABRIELE GOETTLE

Frau Schermer wohnt in einem ruhig gelegenen, unauffälligen Reihenhaus im Bezirk Tempelhof. Die Straße mit den bunt blühenden kleinen Vorgärten wirkt etwas verschlafen und bieder. Frau Schermer jedoch verkörpert das ganze Gegenteil. Sie ist eine leidenschaftliche Aufrührerin, die sich mit enormer Eloquenz, Energie und voller Selbstbewusstsein in die politischen Prozesse einmischt. Sie empfängt mich freundlich.

Auf meine Bitte hin, einfach mal zu erzählen von sich und ihrer politischen Arbeit, beginnt sie: „Ich bin aufgewachsen in der DDR, mein Vater war selbstständig mit einem kleinen Fuhrunternehmen. Die Leute sind zu uns gekommen und haben ihre Sachen bestellt. Die haben geklingelt und standen sozusagen in der Wohnküche. Da wurde dann natürlich auch geschwatzt über die Dinge des täglichen Lebens. Ich saß am Tisch und habe meine Hausaufgaben gemacht. Das heißt, ich habe sehr früh schon mitbekommen, wie Erwachsene miteinander umgehen, von ihren Sorgen erzählen, über Politik reden. Da gab es natürlich ganz erhebliche Abweichungen von der offiziellen politischen Linie, von dem, was in der Zeitung steht oder in der Schule erzählt wurde.

So habe ich eigentlich gelernt, mir eine eigene Meinung zu bilden. Später, nach der Wende, ich war um die dreißig, habe ich mich entschlossen, mich selbstständig zu machen. Ich wollte, ehrlich gesagt, wieder so etwas haben wie früher in unserer Wohnküche, und das habe ich mir durch meinen Beruf, den ich zu Hause ausüben kann, geschaffen. Durch die Selbstständigkeit.

Endlich Veränderung

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber האתר הרשמי של קליפורניה

Dieses Werk ist in den Vereinigten Staaten gemeinfrei

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Der soziale Frieden blieb gewahrt

Erstellt von IE am 20. September 2014

Gedanken eines brandenburgischen LPG-Vorsitzenden, dem der „Übergang“ seiner Großlandwirtschaft vom sozialistischen Volkseigentum zum kapitalistischen Privateigentum quasi wider Willen gelang

VON  HELMUT HÖGE

Er vermisse die Visionen im neuen Gesellschaftssystem, sagte er 1998. Und das sagt er jetzt wieder. Inzwischen ist Horst Möhring Rentner und wohnt mit seiner Frau, einer pensionierten Lehrerin, in einem Bungalow in Lenzen, wo er sich gedanklich mit Hummeln beschäftigt. Seine LPG „Friedrich Ludwig Jahn“ in Lanz wurde dadurch berühmt, dass er es nach der Wende schaffte, sämtliche Mitarbeiter, ausgenommen die Vorruheständler, weiterzubeschäftigen: 300 Leute insgesamt – fast 80 Prozent der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter der Großgemeinde Lenzen/Elbe in der Nordwestprignitz. Ihre „Agrar Holding“ bewirtschaftet 4.700 Hektar – davon 52 Prozent in zwei Landschaftspflegebetrieben, 500 Hektar mit einem Rinderzuchtbetrieb und 1.024 Hektar mit einem Marktfruchtbetrieb. Über 2.000 Hektar wurden auf „Bioland“ umgestellt, dessen Produkte, darunter Wurstwaren und Säfte, über die Marke „Biogarten“ vermarktet werden. Es gibt außerdem einen Filzverein mit angeschlossener Werkstatt und einen Naturlehrgarten, dessen Blumen zur Herstellung von „floristischen Objekten“ und der Weiterverarbeitung von Ölen und Kräuterlikören dienen. Außerdem promovierten elf Agrarwissenschaftler, unter anderem aus Ghana und Syrien, auf dem Hof.

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Idylle in Tüten

Von der Hand in den Mund

Die Saat ist aufgegangen

Die staatliche Enteignung

Das Acker-Imperium

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„So funktioniert ein freier Markt“

Erstellt von IE am 12. September 2014

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FEDERFÜHREND US-Staatssekretärin Catherine Novelli über das TTIP-Abkommen, Genfood-Verkauf in Europa und Schutz für Investoren

INTERVIEW ULRIKE HERRMANN UND BERNHARD PÖTTER

taz: Frau Novelli, warum betrachtet die US-Regierung Europa, als wären wir Venezuela?

Catherine Novelli: Das tun wir nicht. Die EU ist unser engster und größter Handelspartner mit hohen Verbraucherstandards. Unsere Volkswirtschaften sind sehr eng verflochten.

Wozu brauchen wir dann Investorenschutzklauseln in einem Freihandelsabkommen wie TTIP?Die EU und die USA sind Rechtsstaaten. Wenn sich Firmen ungerecht behandelt fühlen, können sie vor reguläre Gerichte ziehen.

Das können sie natürlich. Aber wir wollen ein Abkommen, das so umfassend wie möglich ist. Dazu gehören auch außergerichtliche Schiedsgerichte, wo Unternehmen gegen Staaten klagen können. Wir haben hier die Gelegenheit, einen „Goldstandard“ zu setzen, der dem Rest der Welt zeigt, was die richtigen Parameter für ein Handels- und Investitionsabkommen sind. Interessanterweise war es ja gerade Deutschland, das diese Schiedsgerichte erfunden hat. Wir haben das von euch!

Wir denken heute, dass das ein Fehler war.

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Idylle in Tüten

Erstellt von IE am 5. September 2014

Ein Bauer im Münsterland hat es geschafft, ein altes Prinzip zu einem modernen Geschäftskonzept zu machen: die Milch vom Hof

AUS MÜNSTER KRISTIANA LUDWIG

Die Kuh und Leonhard Große Kintrup blicken sich in die Augen, sie hebt ein Vorderbein und senkt es wieder. Die Kuh will, dass er geht. Große Kintrup ist ein großer Mann, schmale Augen, graue Schläfen, er ist Bauer, Sohn und Enkel von Bauern – Generationen vor ihm haben auf diesem Hof, am Stadtrand von Münster, Rinder gehalten. Jetzt drückt sich Leonhard Große Kintrup hinter eine Steinmauer im Stall und versteckt sich. Wenn die Kuh allein sein möchte, will er nicht stören.

Auf seinem Milchhof im Münsterland versorgen Leonhard Große Kintrup und seine zwei Stallarbeiter rund 200 Tiere. In diesem Betrieb entstehen konventionelle Produkte, ein Ökolabel hat er nicht. Das liegt am Futter. Doch die Lebensbedingungen der Kühe sind in Große Kintrups Stall außergewöhnlich – sie sind Teil des Geschäftsmodells. Wer Milch von diesem Hof holt, kauft keine Massenware.

Regen prasselt in harten Tropfen auf den Asphalt vor dem Stall und auf die Weide dahinter. Drinnen kann ihn Große Kintrup rauschen hören. Dieses Gebäude hat keine Wände, die Kühe mögen es kalt. „Im Winter muss sich der Bauer eben eine Jacke anziehen“, sagt er. Die Plattform ragt wie eine Empore in den Stall hinein, hoch über den Rücken der Tiere. Der Bauer erreicht sie über eine Holztreppe – genau wie sein Publikum.

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Von der Hand in den Mund

Die Saat ist aufgegangen

Die staatliche Enteignung

Das Acker-Imperium

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Tomatensoße für Ghana

Erstellt von IE am 31. August 2014

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von Mathilde Auvillain und Stefano Liberti

Was afrikanische Saisonarbeiter in Italien ernten, ruiniert die Landwirtschaft ihrer Heimat

Prince Bony hätte nie gedacht, dass er die Wüste durchqueren und übers Meer setzen würde, nur um am Ende die gleiche Arbeit zu machen wie bei sich zu Hause. In einen alten Mantel gemummelt, lässt er den Blick in unbestimmte Ferne schweifen. Prince Bony ist dreißig, in Ghana warten seine Frau und zwei Kinder, er hat sie seit sieben Jahren nicht mehr gesehen. „Zu Hause nannten sie mich Kofi Amerika, weil ich immer reisen wollte. Ich wollte die Welt erobern. Und jetzt bin ich hier gelandet.“

Das „Hier“ ist eine mit Gras und Sträuchern bedeckte Fläche, auf der verfallene Hütten und Scheunen stehen. In diesem Hier haben sich ein paar Dutzend ghanaische Arbeiter notdürftig eingerichtet. Viel zu sehen gibt es nicht: Matratzen auf nacktem Boden, ein paar Päckchen Kerzen, ein Gasofen. Mehr können sich die Einwohner dieses improvisierten Dorfs nicht leisten, das sie „Ghana House“ getauft haben. Die Gebäude sind die Reste einer Ansiedlung, die im Zuge der Agrarreform in den 1950er Jahren entstanden war. Damals war sie auf den offiziellen Karten mit dem optimistischen Namen „Borgo Libertà“ eingezeichnet. Heute klingt es wie Hohn: der Weiler der Freiheit.

Prince und seine Kollegen sind „die Unsichtbaren der Felder“, die Arbeitskräfte, auf die sich ein Großteil der Landwirtschaft in Süditalien stützt. Sie ernten Brokkoli, Zucchini, Rüben. Wenn im Sommer die Tomatensaison beginnt, arbeiten zehn- oder zwanzigmal so viele. Denn wir sind in der Capitanata, in der apulischen Provinz Foggia, wo 35 Prozent der italienischen Tomaten erzeugt werden.

Die meisten arbeiten schwarz und im Akkord: 3,50 Euro gibt es für die 300-Kilo-Steige, das sind weniger als 20 Euro am Tag für eine anstrengende Tätigkeit. Ohne Vertrag, ohne Krankenversicherung, der Gnade der „Caporali“ ausgeliefert, die als Vermittler zwischen Arbeitern und Arbeitgebern auftreten. Wer tagsüber Hunger bekommt, isst heimlich eine Tomate. Erst am Abend geht es wieder in die Hütten.

Quelle: Le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Von der Hand in den Mund

Erstellt von IE am 26. August 2014

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Politische Theorie und gelebte Praxis

Eine große alternative Landkommune wollten sie werden nach der Wende – heute gehen die Vorstellungen der Bewohner des sächsischen Lebensguts Pommritz weit auseinander. Was heißt denn ein gutes Leben?

AUS POMMRITZ THOMAS GERLACH

Am Morgen erzählt Katrin Altwein, der Verein Neue Lebensformen habe sich vor Kurzem noch einmal an Kurt Biedenkopf gewandt. Immerhin hatte der sächsische Ministerpräsident 1992 mit dem Philosophen Rudolf Bahro das Projekt Lebensgut Pommritz angeschoben, hatte veranlasst, dass das Land Sachsen dem Verein das Gutshaus in der Oberlausitz und 80 Hektar Land überließ, um kurz nach der Wende in der DDR eine Utopie zu verwirklichen: ein Leben im Einklang mit der Natur. Es ging um nachhaltiges Wirtschaften, um dörfliches Leben im 21. Jahrhundert. „Sinngemäß hat Biedenkopf geantwortet: Ihr schafft das schon.“ Es ist still im Gutshaus. Sie dreht einen Schlüssel in der Hand. Von dem 84-jährigen Biedenkopf wird keine Hilfe mehr kommen. Von Bahro sowieso nicht. Der ist 1997 gestorben.

Licht fällt durch das Fenster ins karge Wohnzimmer. Katrin Altwein hat sich mit ihren damals drei Kindern 2005 für Pommritz entschieden. Die Krankenschwester wollte raus aus Dresden, ihren Kindern ein anderes Leben bieten. Eigentlich ist das Lebensgut auf einem guten Weg, versichert sie.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Die Saat ist aufgegangen

Die staatliche Enteignung

Das Acker-Imperium

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Ebola in Westafrika

Erstellt von IE am 7. August 2014

Guinea, Liberia und Sierra Leone haben Schulen und

Grenzengeschlossen. Militär ist im Einsatz.

Stoppt das die Krankheit?

„Wir brauchen Personal, Autos, Sprit und Mut“

EPIDEMIE Der Kampf gegen Ebola wäre zu gewinnen – aber es fehlt an Unterstützung für die Helfer, sagt der Arzt Maximilian Gertler

INTERVIEW MANFRED KRIENER

taz: Herr Gertler, Sie waren in der Stadt Guéckédou im Süden Guineas im Einsatz gegen Ebola. Wie groß war Ihre Angst, sich anzustecken?

Maximilian Gertler: Angst müssen vor allem die Menschen haben, die dort leben, die unwissend sind und mit plötzlichen Todesfällen in ihrem Dorf oder in der eigenen Familie konfrontiert sind. Wir kennen die Infektionswege und wir haben bei vielen Ausbrüchen der Vergangenheit wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Wie wichtig ist die internationale Hilfe durch Ärzte, Experten der WHO und Epidemiologen wie Ihnen?

Diese Epidemie ist vor allem deshalb so groß geworden, weil die ersten Reaktionen viel zu zögerlich waren. Es hätte von Anfang an stärkere internationale Anstrengungen gebraucht. Bis heute haben die Gesundheitsbehörden vor Ort, vor allem in Liberia und Sierra Leone, lange nicht die Unterstützung, die sie brauchen.

Wie sieht denn der Abwehrkampf gegen Ebola im Alltag aus?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia

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Das Acker-Imperium

Erstellt von IE am 5. August 2014

Das Acker-Imperium

Die KTG Agrar SE bewirtschaftet satellitengesteuert 30.000 Hektar in Ostdeutschland, so viel Land wie kein anderer Konzern

AUS ORANIENBURG GABRIELA M. KELLER

Es war einmal ein Bauer, der hatte kein Land. Er wuchs auf einem Hof in Bayern auf, die Eltern bauten Spargel und Erdbeeren an. Doch den Hof erbte der ältere Bruder. Da zog er aus, sein Glück zu suchen.

Heute ist Siegfried Hofreiter Herr über den größten Landwirtschaftskonzern Deutschlands, die KTG Agrar, ein Imperium mit 23 Standorten, 775 Mitarbeitern und mehr als 40.000 Hektar, davon rund 32.000 in Ostdeutschland und auch noch 8.000 in Litauen.

Dazwischen liegen rund 30 Jahre und eine Geschichte, die eng verknüpft ist mit dem rasanten Wandel der Landwirtschaft in Ostdeutschland.

Der Bauer lebt in einem Haus, das aussieht wie von der bayrischen Alm nach Brandenburg teleportiert, Holzbalkone, Giebeldach, Heckenrosen. Es steht mitten auf dem Gelände des Standorts Oranienburg. Gegenüber erhebt sich ein Verwaltungsbau; weiter hinten liegen neue, saubere Maschinen- und Lagerhallen zwischen Erdbeerfeldern verstreut.

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Die Saat ist aufgegangen

Die staatliche Enteignung

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Die staatliche Enteignung

Erstellt von IE am 24. Juli 2014

Ein Ökobauernpaar soll von seinen Flächen herunter. So vereinbaren es das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt und der Treuhand-Nachfolger BVVG. Anatomie einer Zerstörung.

AUS GÖBEL KAI SCHLIETER

Der Zigarillo klemmt in seinem Mundwinkel, als sei er angewachsen. Rauchen gehört zum letzten Luxus, den sich Dieter Saul gestattet. Er öffnet das Gatter, nicht mehr benutzte Gerätschaften stehen im Schlamm.

Der Traum vom eigenen Betrieb, von Unabhängigkeit und freiem Leben fällt in Göbel in Sachsen-Anhalt in sich zusammen. Der Stall ist so marode, dass ein Wildschwein eindringen konnte, um die Sau zu besteigen. Nun befüllt Cosima Saul, eine kräftige Bäuerin mit Arbeitshänden, die Tröge für die jungen Wild-Hausschwein-Mischlinge.

Von ihren 500 Kühen leben 400 in Mecklenburg-Vorpommern „in Pension“, wie sie sagt. Eigenes Land, das die Tiere ernähren könnte, besitzen die Sauls nicht mehr. Enteignet vom Staat, sagt Cosima Saul. Die Geschichte wiederhole sich. Sie bezieht sich auf die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR. Cosima Saul stammt aus Finsterwalde in Südbrandenburg, Landwirtschaft studierte sie an der Humboldt-Uni in Ost-Berlin.

Die Wiederholung der Geschichte begann an jenem Tag im Mai 2004, als der Brief der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) eintraf.

Zu Dumpingpreisen

Die BVVG: Ein Nachfolgeunternehmen der Treuhand, nach der Wende gegründet, um die Wald- und Ackerflächen der DDR zu privatisieren. Tausende Hektar verscherbelte die Firma zu Dumpingpreisen an Ex-LPG-Vorsitzende. Experten sprechen heute von einem Subventionsbetrug in zweistelliger Milliardenhöhe.

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Die Saat ist aufgegangen

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Die Saat ist aufgegangen

Erstellt von IE am 31. Mai 2014

25 Jahre nach der Wende müsste die DDR Geschichte sein. Auf den Äckern aber existiert sie noch. Die Profiteure: treue Genossen, die sich das Land sicherten

Autor: KAI SCHLIETER

Noch zehn Stunden nach dem Unfall bargen Einsatzkräfte Leichen aus den Autowracks. Ein Sandsturm hatte im April 2011 zu einer Massenkarambolage auf der A19, kurz vor Rostock geführt. Acht Menschen starben, 150 waren in den Unfall verwickelt. Orkanböen waren am Morgen über die weitläufigen Äcker im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns geweht. Für die Autofahrer fühlte es sich an, als wären sie von klarer Sicht ins Dunkle gefahren. Etwas zugespitzt könnte man sagen: Der Unfall auf der Autobahn hat mit der SED zu tun – und mit Helmut Kohl.

Vielleicht hätten Hecken zwischen den Feldern die Verwehung verhindern können, aber in erster Linie sind es die riesigen Flächen, die es dem Wind leicht machten. Ein agrarpolitisches Erbe der SED-Diktatur, das im Prinzip auf die Güter der preußischen Junker, den ostelbischen Adel zurückgeht. Dass diese Kontinuität bis heute trägt, daran hat auch der Kanzler der Einheit entscheidend mitgewirkt. Und alte Seilschaften sorgten dafür, dass auch im Jahr 25 nach der Wende die Eliten der DDR von den riesigen Ländereien profitieren: die ehemaligen Chefs der Großbauernhöfe der DDR, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, im DDR-Jargon abgekürzt als LPG.

Den Chefs gelang es nach 1989, sich die wertvollen Ackerflächen dauerhaft zu sichern. Zu Preisen, die nicht mal der Hälfte des Marktwerts entsprachen – eine staatliche Milliardensubvention auf Kosten der Steuerzahler.

Einer, der davon erzählen kann, wohnt in Rukieten, einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende eines Feldwegs, umgeben von weiten Grünflächen, steht sein Hof. Jörg Gerke lebt hier, seit zwei Jahrzehnten. Wessi, Niedersachse, Ökobauer, Kritiker der herrschenden Agrarverhältnisse. Ein kantiger Typ, manche werfen ihm vor, dass er auf dem AfD-nahen Blog freiewelt.net schreibt. „Ich lasse mich parteipolitisch nicht diskreditieren“, sagt er dazu. Ihm geht es um die Äcker in Ostdeutschland.

1994 kaufte er 150 Hektar und baute einen Öko-Landwirtschaftsbetrieb auf. Mittlerweile bewirtschaftet er mit seinem Sohn rund 300 Hektar. Riesig im Vergleich zu den Höfen im Westen, die im Durchschnitt 55,8 Hektar groß sind, aber klein im Vergleich zu seinem Nachbarn, dem 3.000 Hektar gehören.

Roggen, Hafer und anderes Getreide baut er an, hält eine Fleischrinderherde mit 100 Tieren, die von ihrem Stall auf die Weide zum Grasen trotten. Gerke ist habilitierter Landwirt, aktiv in der alternativen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. Doch er ahnte damals nichts von dem, was er heute „ostdeutsches Agrarkartell“ nennt. Er ist überzeugt, dass ein Teil der DDR noch real existiert, im Jahr 2014.

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Linke Wahl – Versprechungen

Erstellt von IE am 22. Mai 2014

Linke, nur noch von hinten ?

Natürlich sind die Linken optimistisch und sehen beruhigt der Zukunft entgegen, auch im Ruhrgebiet und dort ganz besonders in Städten wie Bottrop und Gelsenkirchen. Haben sie doch, so glauben sie, gut eingekauft und auf dem Wühltisch der Politik zwei echte Schnäppchen aus dem Untergrund nach oben gezogen. Zwar schon etwas muffig riechend, aber trotzdem, es passte.

Zwei Wanderer zwischen den Städten, das war im Ruhrgebiet immer schon so. Kamen die billigen Arbeitskräfte einst überwiegend aus dem Osten, zog es den Günni aus Köln, versehen mit einen neuen Namen über Oberhausen nach Bottrop. Sein weibliches Gegenstück Ingrid bewegte sich derweilen von Bochum, über Herne nach Gelsenkirchen. Mit einer Zwischenstation in diesen Kral für Volksverdummung in Berlin. Wir sehen also es geht zurück in alte Zeiten, sie nähern sich wieder einander an.

So ist das in einer modernen Partei in der alte Strategen, beide rein zufällig als Kandidaten für den Oberbürgermeisterposten antreten. Wurde früher übrigens immer gesagt: „ Einer alleine kann ja gar nicht so ….“ Na lassen wir das, so genau wollen wir ja gar nicht hinsehen. Aber sicher mitgebracht wurde von Beiden auch einiges, die uralten Wahlversprechungen aus den Gründerzeiten der Partei. So konnten dann gleich die alten Plakate wieder aufgehangen werden.

Die langbekannten Forderungen leben neu auf, gute Arbeit, Frieden, Gleichberechtigung, billige Wohnungen, um hier einige Beispiele zu erwähnen, – haben wir alles zuvor nicht gehabt, in diesen Land. Wobei Remmers sich mit Kommunalpolitik und Kommunalfinanzen in Berlin intensiv beschäftigt hat? So ganz nebenbei, als Mandatsträgerin im Bundeskral mit einer Aufgabe im Petitionsausschuss. Ähnlich ihrer Kollegin welche keine Zeit für ihre eigentliche, vom Volk bezahlte Arbeit hatte, da sie ihre Bücher verkaufen musste?

So schnell wird ein Spruch vergessen welchen der Hütchenspieler Blocks einst verbreitete: „Wir müssen Ingrid in den Bundestag bringen, ansonsten rutscht sie demnächst unter die Hartz 4 Regelung“. So will man nun in Gelsenkirchen Alternativen anbieten und mit glaubwürdigen Ratskandidaten zeigen, „dass diese nicht da sind, um bloß Geld zu kassieren.“ Die Menschen sollen mitbekommen was beschlossen wird. Etwas vollkommen Neues und viele große Worte in der Partei der Hinterzimmerpolitik.

Armes Deutschland möchte man sagen wenn Leute welche bislang nur durch Manipulationen, Rufmorden und Denunziationen bekannt wurden die Strukturen dieses Landes neu konstruieren wollen. Das haben sie bislang weder in den meisten Fraktionen, noch den Kreis- und Ortsverbänden dieser kleinen Partei unter Beweis stellen können, obwohl sie viele Jahre Zeit dazu hatten. Im Gegenteil, die meisten Gliederungen zerlegten sich aufgrund innerer Streitereien über unsauberer Machenschaften. Die Linke wird bestenfalls beweisen dass ein Land noch tiefer fallen kann als bisher. Aus Tätern von gestern werden heute die Retter? Wir werden es abwarten können.

Die Linke ist optimistisch

„Wir sind uns sicher, dass wir in den Rat kommen.“ Martin Gatzemeier (56), Handwerker und Spitzenkandidat der Linken, ist optimistisch. „Angesichts der sozialen Situation in Gelsenkirchen haben wir sicher genug Wähler.“ Und die soziale Komponente zieht sich immerhin wie ein roter Faden durch das gesamte Arbeitsprogramm der Partei.

Eigentlich war die Linke ja im Rat. Zur Erinnerung: Mit 5,5 Prozent wurde die Partei bei der Kommunalwahl 2009 sogar vierte politische Kraft. Und blieb dies auch – bis. . . ja, bis die vier Fraktionsmitglieder 2010 ihrer Partei geschlossen den Rücken kehrten, um mit den Linke-Tickets als neues Bürgerbündnis Gelsenkirchen weiter mitzumischen. . .

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Der Trimpfwagen von Gelsenkirchen nach Bottrop

Fotoquellen: – Wikipedia – Oben –  Urheber Sampix

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Deutsche Führungskultur

Erstellt von IE am 26. April 2014

Der Diktator isst auf – immer

Der Job des Diktators ist für den deutschen Jungmann doch noch reizvoll. Zart beflaumte Langhaarige dozieren beim Grillen ihrer Hähnchenflügel in Berliner Parks, Russland müsse sich verteidigen dürfen. Man selbst würde in Sachen Ukraine auch nicht anders handeln. Nicht gern natürlich, aber – Hähnchenflügel wenden – wenn es diese Leute in Kiew unbedingt so haben wollten, hätte man eben keine Wahl. Such den Putin in dir.

Wären da nicht die Aufrechten von der Friedensbewegung 2014, die sich am Montag dieser Woche wieder zusammenfanden, wer verstünde dann, dass die wahre Gefahr nicht von Moskau ausgeht? Sondern von Barack Obama und dessen Kettenhunden in Brüssel. Aber auch diesen Getreuen droht Häme und Schmach, dabei arbeiten doch hier Linke und Rechte so traut miteinander wie seit 1932 nicht mehr, als NSDAP und KPD die Straßenbahnarbeiter von Berlin gemeinsam in den Streik führten. Walter Ulbricht neben Joseph Goebbels auf der Rednertribüne – beide herausragende Exemplare deutscher Führungskultur. Aber eben auch längst überholte Modelle.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: LAKL – SKPF

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Eine LINKE mit Zukunft?

Erstellt von IE am 31. Januar 2014

Ein sehr interessantes Interview über die politische Situation in Europa aus der Sicht von Chantal Mouffe aus Belgien. Über die SPD sagt sie z. B.: „Die Mehrheit der SozialdemokratInnen scheint damit glücklich zu sein, in eine Große Koalition zu gehen. Aber Angela Merkel könnte ein Indiz dafür sein, was ich gesagt habe. Erhält Merkel nicht vielleicht mangels wirklicher Alternative so viel Zuspruch?“

Das deckt sich so ziemlich mit unserer Ansicht. Selbst wenn die LINKE morgen in die Regierung käme, würde sich in diesem Land nichts verändern. Dafür ist weder das Personal noch  ein Programm vorhanden. Auch entfernt sich die Partei mit jedem Tag immer weiter von der Klientele für die sie einst gestartet war: Für die Arbeitnehmer.

„Die Linke muss ökologisch sein“

taz: Frau Mouffe, in Deutschland regiert seit Kurzem eine Große Koalition. Was bedeutet dies für die politische Streitkultur?

Chantal Mouffe: Ich glaube nicht, dass eine Große Koalition gut für die Demokratie ist. Aber Koalitionen sind nicht einfach eine arithmetische Frage. Eine linke Koalition hätte eines politischen Projekts bedurft. Vielleicht ist im Moment kein linkes Projekt möglich, da das Problem tiefer sitzt.

Inwiefern?

Wir brauchen Parteien mit unterschiedlichen Programmen und echten demokratischen Alternativen. Im Moment erleben wir eher eine postpolitische Situation, die sich in einer Krise der repräsentativen Demokratie ausdrückt.

Wovon leiten Sie das ab?

Viele Protestbewegungen, die wir in letzter Zeit gesehen haben, gingen von Menschen aus, die sich nicht mehr repräsentiert fühlen. Ein Slogan der Indignados in Spanien war: „Wir haben eine Stimme, aber wir haben keine Wahl.“ Und das ist es, was ich meine. Der Unterschied zwischen Mitte-links und Mitte-rechts ist wie die Auswahl zwischen Coca-Cola und Pepsi-Cola.

Beschreiben Sie da nicht eigentlich die Krise des politischen Personals?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

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Demo: Stoppt Argrarindustrie

Erstellt von IE am 21. Januar 2014

Träger – Förderer – Medienpartner

So einfach geht das. Da wird von Linken eine Presserklärung verteilt mit der die Partei absolut nichts gemein hat. Mag doch manche Rotfaust glauben es hier mit einer Initiative der Partei DIE LINKE  zu tuen zu haben. Nichts da, eifrige Linke haben sich hier wieder einmal auf ein Trittbrett geschwungen um Lob für eigene Interesse einzustreichen. Beispiele dafür gibt es reichlich. Unter anderen >>>>> HIER <<<<<. Wobei die belastenden Unterlagen, nach dem kassieren der Auszeichnung lange wieder aus dem Netz verschwunden sind.

Gemeinsame Pressemitteilung
30 000 Menschen fordern: Stoppt Agrarindustrie!

Die wachsende „Wir haben es satt!“-Bewegung demonstriert für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft und gutes Essen

Berlin, 18. Januar 2014 | Angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren zogen heute 30 000 Menschen vor das Kanzleramt in Berlin. Die DemonstrantInnen forderten von Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Statt weiterhin „Klientelpolitik für die Agrarindustrie“ zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende einsetzen.

„Die Große Koalition fährt die Agrarpolitik an die Wand! Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, wer auf Export und Freihandel setzt und dann auch noch darüber nachdenkt, Gentech-Pflanzen auf Europas Äckern zuzulassen, der lässt die Bäuerinnen und Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von VerbraucherInnen, Tieren und Umwelt“, sagt Jochen Fritz vom „Wir haben es satt!“-Bündnis. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung eine Landwirtschaftspolitik, die das Arten- und Höfesterben stoppt und den Hunger in der Welt bekämpft.“

Die Veranstalter kritisierten besonders das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP). „Hinter verschlossenen Türen verhandelt die EU-Kommission über ein Freihandelsabkommen, das Bauern und Verbrauchern gleichermaßen schadet. Die große Mehrheit der Menschen will keine Chlorhühnchen, kein Hormonfleisch und keine Gentechnik durch die Hintertüre“, sagte Fritz. Genau das drohe aber, wenn das geplante Freihandelsabkommen abgeschlossen wird.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das „Wir haben es satt!“-Bündnis aus über 100 Organisationen, darunter Bäuerinnen und Bauern, ImkerInnen, Natur-, Tier- und VerbraucherschützerInnen, Entwicklungsorganisationen und Erwerbsloseninitiativen.

Statements:

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
„2014 ist ein entscheidendes Jahr. Es kommt darauf an, das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU zu stoppen. Dieses Abkommen gefährdet uns, unsere Kinder, die Tiere und die Umwelt. Das dürfen wir nicht zulassen. Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik auf dem Teller lehnen wir ab! Stattdessen brauchen wir eine Landwirtschaft, in der bäuerliche Betriebe gefördert werden statt Massentierhaltung und Export. Agrarminister Friedrich muss sich dafür einsetzen, dass mehr Geld in tiergerechte Haltungsformen fließt und dass Gentechnik und Pestizide nicht in unsere Lebensmittel gelangen.“

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Immer größere Bestände in immer intensiveren Haltungen mit immer mehr manipulierten Hochleistungstieren sind ein Irrweg. Wir brauchen ein neues Denken und Handeln in der Agrarpolitik.“

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW): „Die Menschen wollen keine Gentechnik auf Äckern und Tellern. Die Zukunft aller Landwirte in Deutschland hängt daher davon ab, ob sie weiterhin gentechnikfrei produzieren können. Es ist deshalb entscheidend, dass die Bundesregierung in Brüssel mit einem klaren Nein gegen die Zulassung des Gentech-Maises „1507“ stimmt.“

Kerstin Lanje, Referentin für Welthandel und Ernährung bei MISEREOR: „Milchpulver, Hühnchenreste und Schweinefleisch, die in Massen von Deutschland und der EU exportiert werden sind so billig, dass Bauern in Afrika damit nicht konkurrieren können. Auch unsere Soja-Importe als Futtermittel für die massenhafte Fleischproduktion gehen auf Kosten der Armen in den Herkunftsländern. Riesige Flächen von wertvollem Ackerland werden für die Sojaproduktion genutzt, die dann für den Anbau von Lebensmitteln fehlen. Menschen werden von ihrem Land vertrieben. Pestizide für die anfälligen Monokulturen vergiften Menschen, Tiere und die Umwelt.“

Carlo Petrini, Präsident von Slow Food International: „Die bäuerliche Landwirtschaft ist nicht modernitätsfern, arm oder unterentwickelt. Es ist ein nachhaltiges landwirtschaftliches Modell, das natürliche und menschliche Ressourcen respektvoll nutzt und so soziale und Ernährungssicherheit weltweit garantiert. Dafür steht das diesjährige Internationale Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe und dafür stehen wir heute in Berlin!“

Eckehard Niemann, Sprecher des Netzwerks Bauernhöfe statt Agrarfabriken: „Das Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken fordert von der Bundesregierung das vollständige Verbot neuer Megaställe sowie Gesetze für eine artgerechte, flächenverbundene Tierhaltung ohne Antibiotika-Abhängigkeit, mit Auslauf und Stroh, in bäuerlich-mittelständischen Strukturen und lebendigen ländlichen Regionen – also: Klasse statt Masse zu fairen Erzeugerpreisen!“

Quelle: Wir haben es satt >>>>> Mehr Informationen

Grafikquelle: Verlinkung mit Wir haben es satt.

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Deutschland – Armes Land?

Erstellt von IE am 16. November 2013

Wer ist arm, wer reich in diesem Land? Wo hört die Mittelschicht auf und beginnt die Armut? Reicht es aus, Armut in diesen Land mit den Verhältnissen in Kriegsgebieten oder sogenannten „Entwicklungsländern“ zu vergleichen? Kann unseren Kindern der Magen mit einen Hinweis auf die vielen hungernden Kinder in anderen Erdteilen gefüllt werden? Mit diesen Fragen und vielen mehr beschäftigt sich der folgende Artikel

Die Grenze des Wohlstands

Prolog

Über Geld spricht man nicht. Diesem Satz meiner Eltern habe ich oft widersprochen. Natürlich müsse man über Geld reden, wie soll man sonst gegen schlechte Löhne und zu niedrige Sozialleistungen kämpfen.

Wer durch Deutschland reist, um über Armut zu sprechen, erfährt, warum es doch schwierig ist: Menschen, die ihren Kontostand zeigen, machen sich verletzlich. Kontostände legen Intimes offen. Sie scheinen etwas darüber zu verraten, ob man im Leben erfolgreich ist oder gescheitert.

Untere Mittelschicht

„Ich entstamme einer Unterschichtsfamilie und erfüllte lange Zeit klischeehaft die Erwartungen der Gesellschaft an eine Frau dieser Schicht“, schrieb Jutta Oel Mitte August in einer E-Mail an die sonntaz. „Im Alter von über 40 Jahren entschloss ich mich noch mal zu einer Ausbildung, machte mein Abitur und studiere heute mit 51 Jahren. Im Rahmen des Abiturs setzte ich mich mit Schichtzugehörigkeit auseinander. Ich stellte mit Überraschung fest, dass ich zur Mittelschicht gehöre. Mit meinen finanziellen Engpässen, ohne jegliche Ersparnisse erschien mir das absurd.“

Jutta Oel lädt normalerweise niemanden ein. Sie schämt sich – für die Piefigkeit ihrer Holzmöbel, wie sie sagt, für ihre papiernen Ikea-Lampen, „nicht stylish, nicht minimalistisch, nicht edel“.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: DL/privat

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Die Kolbenfresser

Erstellt von IE am 5. November 2013

Heute der Bericht über eine Erfolgsaktion, wie sie schöner nicht sein kann. Erstmals seit 20 Jahren wird in Deutschland keine Gentech-Pflanze angebaut. Berichtet haben wir auf DL des öfteren von Monsanto dem größten Saatgutproduzenten der Welt. Das letzte mal am 22. 10. 2013 mit den Artikel „Nobelpreis für Monsanto“. Innerhalb des Artikel sind auch Verlinkungen zu älteren Berichten zu finden.

Die Macht der Verbraucher

Ursula Lüttmer-Ouazane hat verloren. Erst einmal.

Lüttmer-Ouazane, 54, konservatives blaues Hemd, weiße Stoffhose, ist Geschäftsführerin der deutschen Niederlassung von Monsanto, dem größten Saatgutproduzenten der Welt: rund 21.000 Mitarbeiter in 66 Ländern, im vergangenen Geschäftsjahr 2,5 Milliarden Dollar Gewinn. Sie fährt einen Audi A6 in Chefschwarz mit Ledersitzen und Rückfahrkamera. Sie hat ein Loft im, wie sie sagt, „guten Teil“ von Essen und einen englischen Titel in der E-Mail-Signatur, der wichtig klingt.

Doch heute sieht sie müde aus. Oft sitzt sie gebeugt vor dem Tisch. Lüttmer-Ouazane, das Haar leicht angegraut, lacht wenig während des Gesprächs in einem Konferenzraum des Unternehmens. Es geht ja um ihre größte Niederlage: Auf Deutschlands Feldern wachsen 2013 das erste Mal seit zwanzig Jahren keine gentechnisch veränderten Pflanzen. Niemand will die Früchte essen, bei denen Monsanto Marktführer ist.

„Es ist schade“, sagt sie.

Heike Moldenhauer hat gewonnen. Erst einmal.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia – Author Silverije

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Ausbeutung durch NETTO

Erstellt von IE am 15. Juli 2013

So werden Reiche reicher und Arme ärmer

Das ist wie beim Backen und die Ausbeuter finden mit Sicherheit immer die besten Rezepte:  Also man schalte eine Stellenanzeige in den wöchentlich verteilten kostenlosen Anzeigeblättchen. „MitabeiterInnen gesucht !“ Damit wird der Bevölkerung suggeriert das freie Arbeitsplätze zu besetzen sind.

Nach einiger Zeit flattert den BewerberInnen dann folgender Brief ins Haus:

Natürlich werden die Bewerber von immer ahnungslosen ARGEN MitarbeiterInnen aufgefordert sich dort zu bewerben. Mit Sicherheit haben diese MitarbeiterInnen auch von ihren auf diese Art und Weise Zwangs beglückten schon dergleichen Schreiben erhalten, um diese dann still und heimlich verschwinden zu lassen.

In der Politik erleben wir das gleiche, in schöner Regelmäßigkeit. Da stellt sich die Frau „voll der Lügen“ vor ein Mikrofon und erklärt durch die Ausdruckskraft ihrer Hände, mit dem Kopf klappt das nicht so richtig, dass nicht ist, was nicht sein darf. Diese Art der Sprache kennen die meisten aus ihrer Jugend, Karl May nannte sie die Zeichensprache der Indianer. Aber die waren so ehrlich und machten ihre Verständnislosigkeit für jedermann/frau sichtbar, durch das tragen einer Feder am Schopf.

So erleben wir heute immer öfter eine Arbeitsweise von Politik und Behörden welche an die drei Affen aus der japanischen Mythologie erinnert. Nichts hören, sehen und sagen. Wenn diese Herrschaften dann einmal aus ihren Tiefschlag aufwachen handelt es sich mit Sicherheit um Ausnahmen, welche abgeschafft werden müssen, wobei wir wiederum sicher gehen können in einer Woche darauf das Gleiche zu erleben. Vielleicht bei einer anderen Firma und in einer anderen Branche. Sitzen doch die Vertreter dieser Firmen bei den Gesetzgebungen regelmäßig als Lobbyisten mit am Tisch. Wer gut schmiert, der gut fährt.

Auch bei den kommenden Wahlen sollten wir daran denken das diese Sitten durch eine Rot-Grüne Regierung eingeläutet, von Rot-Schwarz verfeinert und durch Schwarz-Gelb weiter entmenschlicht  wurden. Ein Kreuz bei einer der zur Zeit im Drecksstall der Nation sitzenden Parteien wird also die Situation in keinen Falle zu Gunsten der weniger Begüterten verändern. Wie heißt es doch so schön: Pack schlägt sich – Pack verträgt sich.

Bevor jetzt der dumme Spruch wieder hervorgekramt wird, die Bürger müssten bereit sein mehr Geld für Bedarfsgüter auszugeben, sorgt erst einmal dafür das auch mehr Geld dahin kommt wo es gebraucht wird. Mehrausgaben für Lebensmittel oder Bekleidung beult nur die Taschen der Handelsketten weiter aus. Denn wie gesagt, einen Job für 325 Euro haben wir nicht, aber ein dreimonatiges, kostenloses Praktikum bieten wir an. So schaffen wir auf Dauer dann auch die Minijobber ab.  Das ist System, das ist Politik, das ist er Weg zum Milliardär.

Fotoquelle: Wikipedia

Source http://www.loc.gov/pictures/resource/cph.3a06022/
Author David F. Barry

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Vom Linken Hühnerhof

Erstellt von IE am 29. Juni 2013

Nach dem rupfen sehen alle gleich aus

Das ist einmal eine gute Nachricht aus Sachsen-Anhalt. Dort wissen die Genossen das die Parteiarbeit nicht nur mit dem Mund gemacht wird, sondern auch für alle Bürger sichtbare Akzente setzen muss. Das haben wir aus westdeutschen Ländern jedenfalls so noch nicht gehört. Landtagsabgeordnete der Linksfraktion haben mit ihren Spendenfonds die Millionengrenze erreicht. Sie verzichten auf eine Diätenerhöhung aus dem Jahre 1995.

LINKE-Spendenfonds erreicht eine Million

Magdeburg (dpa/nd). Sachsen-Anhalts Linksfraktion hat mit ihrem Spendenfonds für soziale Projekte die Marke von einer Million Euro geknackt. Vertreter der Fraktion übergaben am Mittwoch einen Scheck in Höhe von 1000 Euro an die Theatergruppe »Zügellos« des Regenbogenhauses Magdeburg. Die Linksfraktion hatte den Sozialfonds im Jahr 1995 eingerichtet, weil sie eine von der Mehrheit des Landtags beschlossene Diätenerhöhung ablehnte. Seitdem spenden ihre Abgeordneten einen Teil des Geldes, um soziale Projekte in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Jeder zahlt 300 Euro im Monat ein.

Interessant der folgende Kommentar:

Aufklären über LINKE Spenden

„Seitdem spenden ihre Abgeordneten einen Teil des Geldes, um soziale Projekte in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Jeder zahlt 300 Euro im Monat ein.“

1. In der reichen BRD sollten solche Spenden unnötig sein.

2. Da die LINKE für 1. eintritt, sollte sie den armen Parteimitgliedern dieses Geld spenden. Sie tun ja was für

3. Da die LINKE von weniger als 10% der Wähler gewählt wird, schenkt sie das Geld zu 90% Wahrscheinlichkeit an Leute, die die LINKE nicht wählen.

4. Damit tun die Schenkenden was für die Aufrechterhaltung von Missständen.

5. Das Geld sollte Leuten gegeben werden, die das Wahlvolk über die Ziele der LINKEN aufklären! aufklären! aufklären! aufklären! Auch über 4.
6. Die schlafenden ND-Leute sind zu faul die Hand auf zu halten?

7. Ich zahle zu viel an das ND

8. Aufwachen! Aufwachen! Aufwachen! Aufwachen!

Quelle: Neues Deutschland

War das vielleicht der Grund für die Flucht von Sahra in den Westen ? Der Berliner Tagesspiegel berichtet jedenfalls, dass sie zur Zeit gegen ihren Fraktionskollegen Axel Trost opponiere welcher sich hinter dem ernsten Klaus stellt und ebenfalls die Meinung vertritt, die Türen zur SPD nicht weiter zu verriegeln. Klaus Ernst greift sie auffälligerweise nicht an, ist ja auch ein enger Verbündeter von Oskar. Na vielleicht durfte sie ja mal im Porsche mitfahren? Ist doch ein Statussymbol, wie Kaviar und Hummer, den richtigen Hut auf und los geht es. Passt also, egal, aber die Strukturen innerhalb der Partei werden so wieder einmal gut sichtbar!

Vielleicht war es auch eine Revanche gegenüber Höhn dem Bundesgeschäftsführer welcher, ihre ungehörige Parteinahme zu Gunsten von Ploetz zu kritisieren wagte? Aber so ist es nun einmal was Sahralein nicht lernt, lernt Sahra nimmer mehr. Frau hat Stil oder auch nicht. Aber ab und an hören wir ja von Kleinkindern welche vom Wickeltisch gefallen oder auch zu heiß gebadet wurden. Diese können für ihr Leben gezeichnet sein und sogar beim übersteigen einer Mauer abstürzten.

Was auf der Saarbrücker Internetseite des Linken Landesverbandes durch Intervention aus Berlin erfolgreich abgeschmettert wurde, die einseitige Parteinahme der saarländischen Haremsdamen für einander, wurde dann eben auf Facebook weitergeführt. Geteilt wird im wahrsten Sinne des Wortes so ziemlich alles. Auch das Geld wenn es Morgen für „Miss Bild“ nicht reichen sollte? Oder endet der Sozialismus wieder an der eigenen Brieftasche? Normal müsste auf dem gemeinsamen Foto doch eine Jede mit ihren  Buch in die Kamera wedeln.

Wie wir hörten soll jetzt im Saarland von der Linken, eine lange vergessene Briefmarke wieder eingeführt werden. Mit einen neuen Namen und in Roter Farbe: Notopfer Links. Eine Zwangsspende zu Gunsten ehemaliger Mandatsträger! Einen Kredit auf diese Marke soll das ehemalige MdL Schumacher bereits erhalten haben. Wie aus sicheren Quellen berichtet wird, soll dieser als Abhängiger eine Anstellung als Hausmeister gefunden haben. Wir wünschen dem Gebäude eine gute Zukunft.

So zeigt die Partei aber auch in den letzten Wochen dass es ohne Streit nicht geht. Die entsprechenden Kampf-Hennen und -Hähne sind allseits präsent. Irgendein Grund lässt sich immer finden und wenn sich wirklich einmal Sprachlosigkeit andeutet, beschäftigen sich die  Herrschaften schnell mit den Mitbewerbern.

Hier der Artikel:

Sahra Wagenknecht:

Rot-Grün ist heute Schwarz-Gelb light

Sahra Wagenknecht tat so, als ob sie über ihren Parteifreund Axel Troost ernsthaft verärgert ist. „Wir haben zu dieser Debatte nun wirklich alles gesagt“, kritisierte sie den in Sachsen gewählten Bundestagsabgeordneten, stellvertretender Parteivorsitzender wie sie. Troost hatte angesichts der schlechten Umfragewerte für die SPD ein Angebot an Rot-Grün für eine Zusammenarbeit nach der Bundestagswahl konkretisiert. Die Linke trete als „Weg-mit-Merkel-Partei“ an, sagte Troost der „Rheinischen Post“. Wer die Linke wähle, könne sicher sein, eine Stimme gegen eine CDU-geführte Bundesregierung abzugeben.

„Dieses Wahlversprechen verpflichtet uns nach der Wahl zu ergebnisoffenen Gesprächen. Wenn es eine Mehrheit gegen Merkel gibt, muss gehandelt werden.“ An Rot-Grün glaube in diesem Land niemand mehr, erklärte Troost weiter.

Quelle: Tagesspiegel >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia / Hühner im Laden

Author Tomás Castelazo /

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Notopfer Berlin / Wikipedia

Deutsche Briefmarke Eigener Scan {{Template:PD-German stamps}}

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ERFOLGE …

Erstellt von UP. am 27. Juni 2013


… gegen eine verkorkste Politik kommen nicht von allein, sondern durch die Mithilfe vieler.
Diese Aktion ist einmal mehr einmal ein Beweis, dass man Politik zwingen kann! Niemand mehr kann sagen: „Es nutzt ja sowieso nix!“


 
 

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Wasser
26.06.2013 – Abonnent/innen: 876.242
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Keine Wasserprivatisierung in Europa
Rat und Europaparlament haben entschieden: Städte und Gemeinden müssen unser Trinkwasser nicht den Konzernen überlassen. Die Wasserversorgung wird aus der EU-Konzessionsrichtlinie ausgenommen. Unser Protest war erfolgreich. Lesen Sie, wie es dazu kam…

Wie ich soeben aus Brüssel erfahre, gibt es Grund zum Jubeln: Nachdem EU-Kommissar Michel Barnier am Freitag vorgeschlagen hatte, den Wasserbereich aus der EU-Konzessionsrichtlinie auszuklammern, sind ihm heute die Vertreter/innen von Ministerrat und Parlament gefolgt. Das bedeutet: Unser wichtigstes Lebensmittel bleibt vor dem Ausverkauf an Konzerne wie Veolia, Suez-GDF und Nestlé geschützt.

Wenn ich in Gedanken die vergangenen Monate Revue passieren lasse, begeistert mich, wie viele Menschen gemeinsam den Erfolg der Kampagne möglich gemacht haben: Hunderttausende haben den Appell und die Europäische Bürgerinitiative gegen Wasserprivatisierung unterschrieben, Tausende haben zum Telefonhörer gegriffen oder für Zeitungsanzeigen gespendet. Und viele sind bei Aktionen in München und Berlin auf die Straße gegangenen. Vielen Dank für all das.

Dieser Erfolg ist etwas besonderes. Er zeigt, dass Bürger/innen gemeinsam stärker sind als eine reiche Lobby von Wasserprivatisierern. EU-Kommissar Barnier konnte uns nicht mehr ignorieren. Er sagte: „Es ist unsere Pflicht, die Sorgen zu berücksichtigen, die von einer so großen Zahl von Bürger/innen ausgedrückt wurden.“

Der Erfolg macht mir Hoffnung, dass wir gemeinsam noch viel mehr erreichen werden. Wir möchten die Macht der Konzerne in Brüssel brechen, auch im Agrarbereich, beim Thema Finanzdienstleistungen und im Datenschutz. Das werden wir jetzt anpacken, Thema für Thema.

Möglich ist dies nur Dank der Unterstützung der derzeit etwa 13.000 Campact-Förderer/innen. Um unsere finanzielle Unabhängigkeit langfristig zu sichern, benötigen wir dringend weitere Förderer/innen. Daher meine Bitte: Stärken Sie Campact mit einem regelmäßigen Beitrag den Rücken: Schon 5 Euro im Monat helfen eine Menge.

Klicken Sie hier, um jetzt Campact-Förderer/in zu werden…

Die Campact-Förderer/innen bilden unser finanzielles Rückgrat und machen es möglich, dass wir aus dem Stand Aktionen starten und mit langem Atem an Kampagnen dranbleiben können. Als Campact-Förderer/in werden Sie zur jährlichen Ideenwerkstatt eingeladen und erhalten mehrmals im Jahr spezielle Förderer-Informationen per E-Mail. Am Jahresanfang erhalten Sie eine steuerlich absetzbare Spendenquittung über Ihre Beiträge. Ihre Unterstützung können Sie jederzeit formlos kündigen.

Vielen Dank für Ihr Engagement und herzliche Grüße

Ihre Maritta Strasser, Campaignerin

PS. Wenn Sie bis zum 7. Juli 2013 Campact-Förderer/in werden, erhalten Sie von uns als Bestärkung, dass sich politisches Handeln im Kleinen wie im Großen lohnt, die DVD mit dem Dokumentarfilm „Water Makes Money“.

Ja, ich will Campact-Förderer/in werden!

Falls Sie einen Brief oder das Fax bevorzugen, einfach unser Förderer-PDF ausdrucken.

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Höchste Zeit zum Umfairteilen

Erstellt von UP. am 14. Mai 2013

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Umfairteilen
14.05.2013 – Abonnent/innen: 866.930
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Höchste Zeit zum Umfairteilen
Die Forderung nach höheren Steuern für Vermögende gewinnt an Schärfe – und droht im Parteienzank zerrieben zu werden. Das lassen wir nicht zu und starten einen breiten Bürger/innen-Appell für mehr Steuergerechtigkeit.

Klicken Sie hier, um zu unterschreiben!

Steuern für Wohlhabende runter, das macht Deutschland munter – dies war lange Konsens von Rot-Grün bis Schwarz-Gelb. Doch das Experiment ist gescheitert: Die öffentlichen Haushalte trocknen aus, die Kluft zwischen Arm und Reich wächst dramatisch. Die Oppositionsparteien wollen deshalb große Vermögen wieder besteuern – und lösen damit scharfe Reaktionen aus. „Räuber“, „Enteignung“, „Freiheitsberaubung“: Es wird mit harten Bandagen gekämpft.

Auch die Steinbrücks und Kretschmanns würden angesichts des Gegenwinds die Steuerpläne von SPD und Grünen gern wieder einstampfen. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir Bürger/innen den Politiker/innen den Rücken stärken, die eine Besteuerung großer Vermögen wollen. Gemeinsam mit Sozialverbänden, Gewerkschaften und vielen weiteren Organisationen wollen wir mindestens 100.000 Unterschriften sammeln – und diese den Spitzenkandidat/innen überreichen.

Klicken Sie hier, um den Appell zu unterzeichnen!

Mit dem Bündnis “Umfairteilen – Reichtum besteuern” wollen wir in den nächsten Monaten deutlich machen: Die Ungleichverteilung wächst dramatisch. 35 Prozent der Vermögen gehören allein dem reichsten Prozent der Bürger/innen. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung hingegen teilt sich nur ein einziges Prozent vom Reichtum. Das untergräbt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft – und damit das Fundament unserer Demokratie.

Ein funktionierendes Gemeinwesen braucht eine stabile finanzielle Basis. Wir brauchen Geld für dringende Investitionen in einen modernen Nahverkehr, gute Kitas und Schulen, sozialen Wohnungsbau und eine würdige Pflege für alte Menschen. Allein eine Vermögensteuer von 1,5 Prozent würde hierfür 20 Milliarden Euro einbringen. Nur Vermögen von über einer Million Euro bzw. fünf Millionen Euro bei Betriebsvermögen müssten hierfür herangezogen werden – so rechnet es das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vor.

Um Druck für mehr Steuergerechtigkeit zu machen, haben wir als Bündnis Umfairteilen viel vor: lokale Aktionen, Diskussionsrunden mit den zur Wahl stehenden Kandidat/innen, Demonstrationen am 14. September in Berlin und Bochum. Und auch nach der Wahl werden wir genau hinschauen, damit eine faire Besteuerung auch wirklich kommt – ohne Schlupflöcher. Doch abheben werden wir nur, wenn sich richtig viele Menschen dahinter stellen. Jetzt braucht es Ihre Unterstützung.

Klicken Sie hier und unterzeichnen Sie den Appell!

Mehr Infos finden Sie hier…

Mit herzlichen Grüßen

Annette Sawatzki und Christoph Bautz

1. Wasser-Privatisierung: Aufruhr beim CSU-Konvent

Am 6. Mai lud die CSU in München zur Nominierung ihres Spitzenkandidaten. Campact-Aktive von vor Ort empfingen die Teilnehmer/innen mit einer Aktion und verteilten eine vom Parteiblatt Bayernkurier abgelehnte Zeitungsanzeige. Die Anzeige erschien mittlerweile in der Süddeutschen Zeitung – finanziert von Tausenden Spender/innen.

Mehr zur Aktion im Blog…

Anzeige anschauen…

2. Fracking: 66 Prozent der Bürger sagen Nein

Zwei Drittel der Bundesbürger wollen Fracking verbieten. Das ist das Ergebnis einer von Campact in Auftrag gegebenen repräsentativen Emnid-Umfrage. Letzte Woche stellten wir sie in Berlin vor und analysierten zusammen mit unseren Bündnispartnern den neuesten Gesetzentwurf der Regierung.

Mehr dazu im Blog…

3. Steuerflucht: Über 80.000 Unterschriften sind beim Minister

80.000 Unterschriften unter unseren Appell gegen Steuerflucht überreichten wir letzte Woche an Finanzminister Schäuble. Lesen Sie, wie die Diskussion unserer Forderungen mit ihm verlief.

Mehr dazu im Blog…

4. Lobbyismus an Schulen zurückdrängen!

Lobbyismus macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt. Lobbyisten erstellen Unterrichtsmaterialien, veranstalten Schulwettbewerbe oder bilden Lehrer fort. Unsere Partnerorganisation LobbyControl hat eine Online-Aktion gestartet, die von den Bildungsministern der Länder einen besseren Schutz der Schüler/innen vor Meinungsmache und Manipulation fordert.

Klicken Sie hier, um den den Protestbrief zu unterzeichnen!

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Sozialverband fordert Arbeitsmarkt-Offensive für Menschen mit Epilepsie

Erstellt von IE am 9. Mai 2013

Presseinformation des Bundesverband BDH Rehabilitation

Experten der BDH-Klinik Vallendar referierten am Freitag, den 3. Mai 2013, in einem öffentlichen Forum der diesjährigen Landesdelegiertentagung über die Probleme von Menschen mit Epilepsie. Allein in Deutschland leben etwa 270.000 Betroffene im erwerbsfähigen Alter. Ein erheblicher Anteil unter ihnen erlebt vielfältige Barrieren und Hindernisse vor allem im Erwerbsleben.

„Die Arbeitslosenquote beträgt unter Epileptikern 16,7% und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnittswert. Die Situation ist nicht akzeptabel. Ziel muss es sein, den Teufelskreis aus Stigmatisierung der Erkrankten und der daraus folgenden Desintegration zu durchbrechen“, so Ilse Müller, Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation in Ihrer Rede, in der sie auf die spezifischen Problemstellungen der Epilepsie einging und Betroffenen Mut machte: „Es sind in der Regel psychosoziale Faktoren, wie fehlendes Selbstbewusstsein der Erkrankten, die im Ergebnis zu einer passiven Grundhaltung und Isolation führen können. Hinzu kommt die erhebliche Verunsicherung potenzieller Arbeitgeber im Umgang mit Menschen mit Handicap. Hier ist Aufklärungsarbeit zu leisten. Eine breit angelegte Informationskampagne, die Renten – und Krankenversicherungen, sowie die Fachverbände als Ansprechpartner der Wirtschaft in den Mittelpunkt rückt und den Informationsaustausch fördert, könnte wegweisend sein, die Arbeitsmarktbarrieren einzureißen.“

In Deutschland leben etwa 500.000 Menschen mit Epilepsie. Ca. fünf Prozent aller Menschen erleiden in ihrem Leben wenigsten einmal einen epileptischen Anfall, was die Epilepsie zu einer weitverbreiteten chronischen Erkrankung macht (Daten: EPIDEG-Studie). Optimale medizinische Versorgung stellt in vielen Fällen ein nahezu anfallsfreies Leben der Betroffenen sicher und bietet schafft das Fundament eines selbstbestimmten Lebens.

— Ende der Pressemitteilung —

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten. Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Ortenau in Offenburg.

Kontakt:

BDH Bundesleitung

V.i.S.d.P.: Ilse Müller

Eifelstr. 7, 53119 Bonn

tel 0228-96984-0 fax 0228-96984-99

mail presse@bdh-bonn.de

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Wasser ist Menschenrecht

Erstellt von IE am 7. Mai 2013

Erfolg der ersten EU-Bürgerinitiative:

Wasser muss von der Konzessionsrichtlinie ausgenommen werden.

Die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“ war als erste Initiative erfolgreich. Nach Österreich, Deutschland, Belgien, Slowenien und der Slowakei haben auch Luxemburg, Litauen und Finnland das Quorum überschritten. Insgesamt über 1,4 Millionen haben inzwischen unterschrieben.

Dazu erklärt Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament:

„Herzlichen Glückwunsch an die Initiatoren der Bürgerinitiative. Das ist ein großer Schritt für die Europäische Demokratie. Erstmals haben sich so viele Bürgerinnen und Bürger für ein politisches Ziel in Europaihre Stimme erhoben. Die Politik und die EU-Kommission müssen dieses Engagement nun ernst nehmen und das zarte Pflänzchen europäischen Bürgerengagements nicht zertreten. Die nun stattfindende Anhörung zum Thema darf für die Bürgerinnen und Bürger nicht zur Enttäuschung werden.

Die EU-Kommission muss das Wasser aus den Ausschreibungsverpflichtungen der Konzessionsrichtlinie herausnehmen.Von Binnenmarktkommissar Barnier angekündigte halbherzige Korrekturen im Kleingedruckten reichen nicht. Ebenso muss die deutsche Bundesregierung sich endlich engagieren. In Brüssel hat sie bisher nichts unternommen, um das lokale Selbstbestimmungsrecht im Wasserbereich zu schützen. Schöne Reden der Kanzlerin Merkel vor dem Deutschen Bundestag sind unglaubwürdig, solange die Bundesregierung im Europäischen Rat nicht für Änderungen sorgt.

Daher ist wichtig, dass sich die Zivilgesellschaft weiter engagiert und bis Ende Oktober insgesamt 2 Millionen Unterschriften sammeln will und weitere Aktionen angekündigt hat.“

Zur Homepage der Bürgerinitiative: >>>>> HIER <<<<<

Presseerklärung des deutschen Unterstützerkreises: >>>>> HIER <<<<<

Eine enttäuschende Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen im Bundestag:

>>>>> HIER <<<<<

Sven Giegold MdEP

twitter: Sven_Giegold // facebook: sven.giegold

Fotoquelle: Sven Giegold MdEP

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Armutsbericht=Armutszeugnis

Erstellt von IE am 22. Februar 2013

So, auch bald hier? Zur Erhaltung und Mehrung des Reichtums unserer Politiker ?

Da sprach die Opposition gestern von Täuschung, Schönfärberei, Zensur und Verschleierung im Bundestag. Auf der Tagesordnung stand eine Debatte zum Armuts- und Reichtumsbericht des Landes welcher von der Regierung alle vier Jahre dem Parlament vorgelegt werden muss.

Gehen wir einmal davon aus das dieser Bericht von einem „Unabhängigen Sach- und Fachgremium“ erstellt worden ist. Wenn dieser Bericht dann von Teilen der Regierung nach ihrem Gusto verändert wurde, handelt es sich nicht mehr um einen Bericht sondern eine Regierungserklärung. Wieso bekommt ein jeder Hansel das Recht in einen solchen Bericht nach eigener Betrachtung zu schmieren?

Wir versuchen hier einmal die denkwürdige Wortfolge von Trapattoni (Fussballtrainer) politisch umzusetzen: „Was erlauben Rösler, dieses kleine Würstchen aus der Mövenpick Partei? Redet über volle Bäuche, iiiss leer.“

Laut SPD Angaben gehen sechs Millionen Menschen in Deutschland für weniger als acht Euro in der Stunde arbeiten und müssten daraufhin beim Sozialamt „betteln“ gehen. Zwölf Millionen lebten an oder unter der Armutsgrenze. Diese Zustände verschweige die Regierung. Sagen sollte die SPD in diesen Zusammenhang aber dann auch, dass ROT- Grün maßgeblich an diese Entwicklung beteiligt ist und war. Leider gehört die Ehrlichkeit aber nicht zu den bevorzugten Charaktereigenschaften unserer Politiker. Nach dem verlassen der Regierungssessel scheint ehe die Alzheimer verfrüht zu zu schlagen.

In diesen Zusammenhang ist es interessant heute zu lesen das der CDU Hinterbänkler Hartwig Fischer die wegen des Pferdefleischskandal aussortierten Produkte an Bedürftige spenden lassen  will. Der „Kleine“ Mann startet klein, wenn er mit Pferdefleisch beginnt, sicher lässt er später Dioxin Eier und gekeulte Schweine folgen, um schneller Organe für den Handel zur Verfügung zu bekommen? So etwas darf sich in diesen Land Volksvertreter nennen? Wer wählt so etwas ? Eselfleisch soll auch gefunden worden sein, sollen wir dieses für den Blutsbruder reservieren?

Einen sehr guten Bericht von Dietmar Bartsch zu diesen ganzen Umverteilungen lesen wir in der Wochenzeitung „Jungle World Nr. 8 vom 21. Februar 2013 auf den wir hier gerne hinweisen möchten:

Damit die Staatsfinanzen saniert werden können, müssen die Einnahmen des Staates steigen. Die Linkspartei will deshalb den Millionären ans Portemonnaie.

Vermutlich besitzen wenige Leserinnen und Leser dieser Zeilen ein Vermögen von 88 000 Euro. Das jedoch, so sagt die Statistik, ist bundesdeutscher Durchschnitt. Pro Erwachsenem! Nun, auch der Dorfteich war im Schnitt einen Meter tief und dennoch ist die Kuh ersoffen. In der reichen Bundesrepublik besitzen zehn Prozent der Bevölkerung die Hälfte des Vermögens. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung verfügt über gerade mal ein Prozent.

Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich wächst weiter. Das Vermögen der privaten deutschen Haushalte beträgt zurzeit rund zehn Billionen Euro. Zwei Billionen davon entfallen auf 0,6 Prozent aller Haushalte! In Deutschland stieg die Zahl der Vermögensmillionäre (in Dollar) in jedem Jahr der Krise, inzwischen sind es 951 000. Zugleich leben immer mehr Kinder und Jugendlichen in Armut. Das Einkommen des reichsten Zehntels der Bevölkerung stieg von 1999 bis 2009 um 16,6 Prozent, das des ärmsten Zehntels fiel um 9,6 Prozent. Sinkende Einkommen führen zwangsläufig zu massenhafter Altersarmut.

Quelle: Jungle World >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia

Slum life, Jakarta Indonesia. Picture taken by Jonathan McIntosh, 2004.

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„Lügenpack“

Erstellt von IE am 20. Februar 2013

Dieser Esel gibt sich mit Gras zufrieden

Haben wir noch gestern über den zivilen Widerstand berichtet welcher mehr und mehr auf der Strecke geblieben ist , möchten wir uns mit dem folgenden Artikel einmal näher damit beschäftigen wo denn Widerstand eingesetzt werden könnte.  Lassen wir zu Beginn die letzten Jahre einmal passieren bleibt letztendlich nur der Ruf von Stuttgart 21 in Erinnerung welchen wir sehr gut allen in den Ministerien politisch Verantwortlichen entgegenrufen können: „Lügenpack“. Nicht als Wort des Jahres, sondern des Jahrhunderts.

So hört man sie heute wieder Wiehern um sich schon morgen zum „Esel“ zu machen ? Ja so ist das in diesem Land, wo Pferde und Eselfleisch angeblich aus Niedersachsen in Umlauf gebracht wurde. Da sollten wir schon einmal genauer hinsehen, was denn eigentlich die Aufgaben unserer MinisterInnen wären? Verbraucherschutzministerin nennt sich zum Beispiel Ilse Aigner und in wie weit sie ihren im Namen vorgeschriebenen Aufgaben nachkommt wird mit jeden neuen Skandal offenkundiger. So spricht sie „die Sauerreien“ in ihren Zuständigkeitsbereich an. Bei Pferde- und Eselfleisch von Sauerei zu sprechen gelingt auch nicht jeden. Aber, so soll ja nun wieder einmal alles besser werden und Deutschland in Europa voran marschieren! Ia, ia.

Aber wie offt haben wir das alles schon gehört? Da wurde Dioxin wurde in den Eiern gefunden und die Schweinepest besucht uns auch in schöner Regelmäßigkeit. Auf Gurken und Sprossen wurde der Ehec Erreger nachgewiesen und Mäusekot und Würmer in Mozzarella. Selbst der Wahnsinn auf vier Hufe erregte einst die Gemüter der Käufer. Als sichtbare Ergebnisse aus dem Ministerium registrierten wir eine große Empörung, das Überleben der Geschädigten und vor allen das der entsprechenden Ministerin, welche dem nächsten Ersten als Zahltag engegensieht.

Am Wochenende die Probleme bei dem Onlinehändler Amazon mit Saisonarbeitern, welche ähnlich gelagert waren wie zuvor die Probleme bei Aldi, Lidl, Schlecker und wo noch? Der Unterschied? Heute nennt man sie Saisonarbeiter beim Sklaventreiber, gestern Leiharbeiter beim Seelenverkäufer, alles das gleiche, nur die Bezeichnung lautet anders.

Heute wird in der Presse verbreitet das die USA Tochter der T.-Mobile im Callcenter ihre zu langsamen Mitarbeiter dazu zwingt Eselskostüme zu tragen.

>>>>>  Hier <<<<<

Natürlich wissen die entsprechenden und dafür zuständigen Ministerien nichts von alle dem. Sie haben nur dafür gesorgt das so etwas überhaupt möglicht wird. Und wir werden bald schon den Ruf aus der Politik hören das dieses in unseren Land gar nicht möglich ist ?

Die gleiche Empörung auch bei der zuständigen Ministerin von der Leyen in Sachen Amazon welche jetzt, wieder einmal alles offenlegen lässt, gerade so wie in allen anderen Fällen zuvor auch. Und wieder deuten die Hände mehr an als der Kopf zu leisten vermag. Dumm schwätzende PolitikerInnen ohne jegliche Substanz. Glaubt denn wirklich noch irgendjemand diesen einfältigen Pinseln ihr dummes Geschwätz? „Lügenpack“!

Alles geht weiter wie zuvor, egal ob in der Fleisch, Gemüse oder Metallindustrie. Eine dem Schreiber sehr gut bekannte Firma in der Fleischindustrie, beschäftigt weit mehr als 6000 MitarbeiterInnen wo von ca. 400 eine Festanstellung haben. Alles andere setzt sich aus Leiharbeitern zusammen welche in Rumänien, Polen oder sonst wo rekrutiert werden.

Deutsche Leiharbeiterfirmen unterhalten Anwerbebüros in den verschiedenen  Ländern und schaffen diese Kräfte herüber. Es werden Wohnungen angemietet welche dann von jeweils ca. 10 Personen bezogen werden, wobei einen jeden Arbeiter ca. 300 Euro für Miete vom Lohn abgezogen werden. Nachdem also Fahrtkosten und Miete bezahlt sind verbleiben den Arbeiter letztendlich ca. 3 Euro Netto für Verpflegung übrig.

Dieses Ganze wäre ohne Wissen der Politiker gar nicht möglich, da es das politische Ziel ist durch Niedrigstlöhne die Arbeit im Lande zu behalten. Wir brauchen die billigen Kräfte in unseren Land um die Lohnanforderungen der anderen drücken zu können. Möglich ist solch eine Durchführung nur wenn Gewerkschaften, Behörden und Politiker aller Parteien Hand in Hand arbeiten.

Noch gar nicht erwähnt haben wir hier das Versagen der Ministerien bei den Bau Vorhaben von Großprojekten, den Kriegsminister, das Rentendesaster und die Bildung, ja und im besonderen die Finanzpolitik. Gibt es etwas was in diesem Land normal läuft, Mutti ?

Da kommt es sehr gut an wenn Frau Schavan nun wieder einen neuen DR. ( Ehren ) Titel von der Uni Lübeck erhalten soll. So passt denn auch alles zusammen. Wie die Sitzfläche auf den Eimer, der Dr. Titel zu den Politikern. Es findet sich zusammen was zusammen gehört. Wie war noch das Schlagwort von Stuttgart 21?

Wir zitieren:

„Lügenpack“,

„Lügenpack“

„Lügenpack“

[youtube HxRLhsEVwBk]

Fotoquelle: Wikipedia

photo taken by: en:User:Adrian Pingstone in July 2004 and released to the public domain.

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Uran im Wasser

Erstellt von UP. am 13. Januar 2013

Gesundheitsminister ignoriert
Stand der Wissenschaft – schlimmer noch: Er lügt!


2011 trat endlich ein Uran-Grenzwert für Trinkwasser in Kraft, für den foodwatch jahrelang gekämpft hatte. Die festgesetzte Höchstgrenze von 10 Mikrogramm Uran pro Liter ist zwar sicher für Erwachsene, bietet aber Säuglingen und kleinen Kindern keinen ausreichenden Schutz. Und Mineralwasser darf sogar weiterhin beliebig hoch belastet sein.

Mehr als 27.000 Verbraucher haben sich über unsere E-Mail-Aktion bereits an das Bundesverbraucher- und das Bundesgesundheitsministerium gewandt und sichere Grenzwerte gefordert. Doch die Politik stellte sich bislang taub. Gesundheitsminister Daniel Bahr ließ jetzt in einem Schreiben an foodwatch den Unterzeichnern unserer Protestaktion antworten – mit ernüchterndem Ergebnis: Auf zwei Seiten leugnet das Ministerium jedes Risiko. Der Vorwurf, der Grenzwert biete kleinen Kindern keinen ausreichenden Schutz, sei „unbegründet und entspricht nicht dem tatsächlichen Sachverhalt“. Dabei geht selbst aus dem eigens aus Deutschland angeforderten Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, auf das sich auch das Bahr-Ministerium beruft, das Gegenteil hervor!
Wegen der chemischen Giftigkeit des Schwermetalls Uran sind bei den zugelassenen Mengen Nierenschädigungen bei kleinen Kindern nicht ausgeschlossen.

Noch unverantwortlicher als ihr Kollege verhält sich Verbraucherministerin Ilse Aigner. In ihren Verantwortungsbereich fallen die Vorgaben für in Flaschen abgefülltes Mineralwasser. Doch die Ministerin hält es nicht für nötig, hier überhaupt einen Grenzwert für Uran zu erlassen – Frau Aigner hat auch eine Antwort auf unsere E-Mail-Aktion bislang abgelehnt. *)

Wir lassen nicht locker, bis auch die Gesundheit kleiner Kinder wirksam geschützt wird. Helfen Sie mit: Unterstützen Sie unsere Forderung nach sicheren Grenzwerten – jetzt erst recht:

 
*) Was will man von einer bairischen Elektrotechnikerin als Landwirtschaftsministerin auch verlangen? Diese „Konstellation“ unterstreicht einmal mehr: Ran an die gefüllten Fleischtröge!
 

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Europas Raubzüge zur See

Erstellt von IE am 11. Januar 2013

In wie weit die Industrieländer ohne jegliche Rücksichtnahme die Zerstörung der Umwelt betreiben und damit die Menschen aus den schwächeren Nationen in den Hunger treiben macht der folgende Artikel deutlich, welcher sich mit der Fischereiindustrie befasst.

Europas Raubzüge zur See

Mit der Reform ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik will die EU die eigenen Gewässer vor Überfischung schützen. Gleichzeitig subventioniert sie Hochleistungstrawler, die in Westafrika und anderswo die Küstenmeere plündern und die einheimischen Fischer ruinieren.

Die dramatische Erschöpfung der Reichtümer des Meeres kann nicht mehr als eine fixe Idee von Ökofreaks abgetan werden. Als man zu Beginn der 1990er Jahre entdeckte, dass der Kabeljau in seinem Hauptfanggebiet vor der kanadischen Neufundlandküste praktisch ausgerottet war, löste das weltweit Erschrecken aus. Die seit dem 15. Jahrhundert und anfangs vor allem von Basken betriebene Jagd nach dem beliebten Speisefisch hat nach 500 Jahren zur Überfischung geführt. Und trotz eines 1992 beschlossenen Fangmoratoriums haben sich die kanadischen Kabeljaubestände seitdem nicht wieder erholt.

Was damals im Nordatlantik geschah, wiederholt sich heute in anderen Meeren. Die größten Fischtrawler der Welt fahren immer weiter nach Süden, inzwischen bis hinunter zur Antarktis, wo sie einander die letzten Fische streitig machen. Binnen zwanzig Jahren sind die Bestände der Bastardmakrele im Südpazifik von 30 Millionen auf weniger als 3 Millionen Tonnen geschrumpft. Im selben Zeitraum ging die Zackenbarschpopulation vor Westafrika um mehr als 80 Prozent zurück.

„Wird es bald ein Meer ohne Fische geben?“, fragt Philippe Cury vom französischen Forschungsinstitut für Meereswirtschaft (Ifremer).(1) Nach seinen Erkenntnissen hat das technologische Wettrüsten, angeheizt durch staatliche Subventionen, dazu geführt, dass die Fischer weltweit zweieinhalbmal so viele Meerestiere fangen, wie es für die Umwelt tragbar wäre.

Beim Kampf um die Erhaltung der Wildfische geht es inzwischen nicht mehr nur um den Schutz der Umwelt, sondern um das Überleben der Menschheit. Fische sind allgemein nicht nur extrem nährstoffreich, sondern auch reich an essenziellen Fettsäuren. Die Hälfte des tierischen Eiweißes, das die Bewohner von Ländern wie Bangladesch, Gambia, Senegal, Somalia oder Sierra Leone verzehren, stammt von Fischen. Speziell in Afrika boten Fisch und Meerestiere bei Dürreperioden immer wieder eine Nahrungsalternative, so etwa als 1974 in Somalia die Weidewirtschaft zusammengebrochen war. Doch seit die Fischereigroßmächte Europa, Russland, Korea, Japan und neuerdings auch China die tropischen Gewässer entlang der afrikanischen Küste anfahren, machen sie den örtlichen Kleinfischern Konkurrenz und bedrohen die Nahrungsmittelsicherheit ganzer Länder.

Quelle: le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia / Gemeinfrei

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Water Makes Money

Erstellt von IE am 13. Dezember 2012

Folgender Brief erreichte uns heute mit der Bitte um Verbreitung.

Am 14.02.2013 beginnt um 13h30 im Pariser Justizpalast der Prozess des Veolia-Konzerns zu dem Film „Water Makes Money – Wie private Konzerne mit Wasser Geld machen“. Angeklagt sind der französische Vertrieb und der zentrale Protagonist des Films, der Veolia – Mitarbeiter Jean-Luc Touly. Das juristische Vorgehen des Konzerns gegen die eigentlichen Verantwortlichen von „Water Makes Money“, die Regisseure Leslie Franke und Herdolor Lorenz, ist an den deutschen Behörden und der deutschen Veolia-Tochter gescheitert, die sich einer Klage nach deutschem Recht verweigert hat.

Der Prozess wird eröffnet im großen Saal mit der Vorführung des Films.

Veolia fühlt sich durch den Film verleumdet und hatte am 28.09.2010 Klage erhoben. Schon vor der Premiere von „Water Makes Money“ hatte es Hinweise gegeben, dass Veolia versuchen werde, den Film mit einer einstweiligen Verfügung am Erscheinen zu hindern. Dem begegneten die Filmemacher mit einer gleichzeitigen Premiere in 150 europäischen Städten. Der Film erlangte dadurch großes Interesse in einer breiten Öffentlichkeit und erlebte seither etwa 1000 (Kino-)Veranstaltungen. Auch ARTE zeigte ihn mehrfach und wird ihn in der Woche des Prozesses aus gegebenem Anlass noch ein weiteres Mal ausstrahlen.

Veolia konnte den Film nicht verhindern.

Angesichts der großen Öffentlichkeit mochte der Konzern bisher nicht die Filmemacher verklagen, die den Film tatsächlich zu verantworten haben. Stattdessen hält er sich jetzt schadlos an einer Organisation, die keineswegs für den Inhalt, sondern lediglich für den Vertrieb des Films in Frankreich verantwortlich zeichnet. Und natürlich an dem Whistleblower, Jean-Luc Touly. Er hat schon viele Prozesse mit seinem Arbeitgeber ausgefochten. Und er hat bisher vor Gericht immer Recht bekommen.

Im Prozess am 14.02.2013 bestreitet Veolia zum einen Jean-Luc Toulys Behauptung, der Konzern habe ihm eine Million Euro geboten. Zum anderen ist die Verwendung des Begriffs „Korruption“ angeklagt. Nicht die im Film gezeigten Fakten werden in der Anklage bestritten, nur mit dem strafrechtlich relevanten Wort „Korruption“ hätte man es nicht benennen dürfen! Direkt vor der Ausschreibung des Klärwerks Brüssel Nord wurden die an der Ausschreibung beteiligten Abgeordneten und hohen Verwaltungsbeamten auf große Yachten in St. Tropez eingeladen. Dann wurde das Wort „experimentelle Technik“ in den Ausschreibungstext eingefügt, damit sich Veolia überhaupt bewerben konnte. Natürlich gewann Veolia die Ausschreibung. Wie würden Sie dieses Vorgehen nennen? Veolia ist der Hauptsponsor der EU-Plattform „Abwasser und Technologie“ und stellt dort auch den Vizepräsidenten und weitere zwei Mitglieder. Dieses Gremium berät die EU-Kommission bei der Auswahl von Forschungsprojekten, deren Förderung Veolia selbst beantragt. Wie soll Mensch das bezeichnen? Oder die im Film gezeigte Drehtür? Oder all die anderen Beispiele?

Nach deutschem Recht könnte Veolia nur die verantwortlichen Filmemacher verklagen.

Das traut sich der Konzern bisher nicht. Jetzt sollen andere für den Film büßen. Jean-Luc Touly und dem französischen Vertrieb drohen hohe Schadensersatzforderungen. Und selbst bei einem Freispruch ist es für einen milliardenschweren Konzern wie Veolia kein Problem, das Verfahren durch alle Instanzen zu jagen.

Damit das nicht passieren kann, benötigen wir u.a. eine größtmögliche Öffentlichkeit

Jeder Bericht in welchem Medium auch immer, vor dem Prozess und danach, kann helfen! Es ist das beste Signal, den Fall in der Woche des Prozesses wo immer es geht zu thematisieren und die Öffentlichkeit darüber zu informieren!

– Folgen Sie dem Beispiel von ARTE mit einer weiteren Aufführung des Films in den Tagen und Wochen vor dem Prozess am 14.02.2012 oder an dem Tag des Prozesses!

– Nehmen Sie bei den Aufführungen bitte vorsorglich Eintritt. Falls wir den Prozess gewinnen, können Sie die Einahmen einem von Ihnen zu bestimmenden Zweck zuführen (spenden). Wenn wir den Prozess aber verlieren, kommen auf unsere französischen KollegInnen enorme Kosten zu, neben der Strafe hohe Gerichts- , Anwalts-, Reise- und andere Kosten.

Für diesen Fall bitten wir Sie, Jean-Luc Touly und den Vertrieb La Mare Aux Canards nicht alleine zu lassen.

Helfen Sie mit, dass der Prozess am 14.02.2013 zum Film „Water Makes Money“ unter der Beobachtung einer größtmöglichen Öffentlichkeit stattfindet!

Ihr Water Makes Money-Team

Leslie Franke, Herdolor Lorenz und Lissi Dobbler

[youtube dLaVwYjfejw]

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Organtransplantationen

Erstellt von IE am 2. November 2012

Gestern am 1. November trat die sogenannte Entscheidungslösung in Kraft, welche das System der Organtransplantationen reformieren soll. Auch soll dadurch die Spendenbereitschaft gesteigert werden. Es ist wie immer in diesen Land, ein Laien-Kabinett produziert Müll und dieser soll im Nachhinein aufgehübscht werden.

Günter Kirste, medizinischer Vorstand der DSO, sagte im NDR, Angehörige von Verstorbenen hätten angegeben, wegen der Skandale das Vertrauen in das System verloren zu haben. In Kliniken in Göttingen, Regensburg und München soll es Manipulationen bei der Vergabe von Spenderorganen gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Dabei scheint die Politik aber nicht durch die Skandale an den Kliniken, sondern wohl eher durch den enormen Rückgang bei den Organspenden alarmiert worden zu sein. So soll bereits in den ersten drei Quartalen die Spenderzahl von 900 im Vorjahreszeitraum auf 829 gesunken sein. Nur im Südwesten stieg sie leicht von 87 auf 95. Im Monat Oktober gab es laut Pressemeldungen im ganzen Land nur rund 60 statt den sonst üblichen 100 Organspenden.

So haben wir in der letzten Zeit bereits des öfteren über das schmutzige Geschäft mit den Organen berichtet, was aber von der Politik nur schön geredet wird. So berichteten wir am 31. März dieses Jahres unter der Überschrift „Das System Organspende“ über dieses Thema. Innerhalb dieser Artikel wurde zumindest ein Teil der heute auftretenden Probleme ausführlich angekündigt.

In ihrer Beurteilung der Lage machen es sich die Gesetzesmacher aber wieder einmal sehr einfach wenn sie denn alles nur auf die Skandale in den Kliniken zurückführen. Viel stärker scheint hier der immer weitere Anstieg einen Mangels an Vertrauen in die Politik und ihre Macher ausschlaggebend zu sein. Leben wir doch in einem Land in dem kaum ein Gesetz ohne juristisches Nachjustieren in Kraft treten kann.

Wer will einen Staat vertrauen welcher es zulässt wenn Lebensmittel anbaut werden um diese als Treibstoff in den KFZ zu verfahren, es dadurch Banken ermöglicht wird auf Ernten zu spekulieren, welche durch die dadurch auftretenden Lebensmittelknappheit, Milliarden verdienen, wo andere Menschen dafür Hunger leiden müssen. Weg mit dem Merkel Sprit! Dieses Land bringt es noch nicht einmal fertig seine hier alt gewordenen Menschen entsprechend zu versorgen, da Altenheime Privatisiert und Geschäftemachern zum Fraß vorgeworfen wurden. Diese Menschen haben einmal Steuern bezahlt und somit zum allgemeinen Wohlstand beigetragen. Heute in den Augen des Staates Dreck! Siehe dazu das Video

>>> HIER <<<

Da ist eine unterschwellige Frage welche sich nach der Betrachtung des Video ein jeder stellen muss: Werden die Organe demnächst ebenfalls als Spekulationsobjekte an den internationalen Börsen gehandelt? Wem werden dann diese Gewinne zu geschustert? Eine Leber des Hartz 4 Beziehers für die Bundeskanzlerin? Vielleicht werden die Arbeitsämter demnächst als Spendenbänke für Organe umfunktioniert? Die Ministerin lässt Grüßen. Eventuell wird ja auch über eine neue Verwendung der Asylanten nachgedacht? Alles Fragen auf welche die Bürger von den heutigen Politikern keine ehrliche Antwort erwarten dürfen.

Fotoquelle: Wikipedia / allgemeinfrei

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NESTLÉ Zucker & Co.KG

Erstellt von UP. am 20. Oktober 2012

An dieser Stelle bilden wir auch ausgewählte aktuelle Newsletter von FOODWATCH ab mit ihren Titelthemen.
Der gesamte NL kann gelesen online werden, wenn man ganz unten den Link klickt.
UP.

 

foodwatch - die essensretterabgespeist - denn Etiketten lügen wie gedruckt

Um den Newsletter online zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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Hei, hier spricht das Ei !

Erstellt von IE am 11. Oktober 2012

Ist es nicht eine der herausragenden deutschen Eigenschaften: Wenn zwei Bürger die gleichen Interessen haben gründen sie einen Verein, oder auch eine Partei. Heute fanden wir endlich einmal eine Pressemeldung mit Ei. Mit Erläuterungen von Dr. „Sieh mich an – Mensch sind die Dick man!“

Jeden Leser, sollte er denn je an das Ende dieses Artikel gelangen,  ist nun bekannt dass es auch einen Welt-Ei-Tag gibt. Der Schreiber dieses Berichtes muss verschämt eingestehen es bislang nicht gewusst zu haben. Welch eine Bildungslücke! Mit Rücksicht auf mein fortgeschrittenes Alter bitte ich auf das werfen von Faulen dieses eine mal zu verzichten.

Werft die Eier statt dessen auf die Politiker sofern diese nicht in der Lage sind euren Forderungen schnellstens nachzukommen. Hierbei sollte aber unbedingt darauf geachtet werden das nicht mit faulen Eiern geschmissen wird, da die Reaktion, wenn da zwei Gleiche aufeinandertreffen bislang noch unbekannt ist.

Ein wenig seltsam auch, das in dieser Erklärung nur von einem Vize die Rede ist. Sollte vielleicht, nein die Vorstellung ginge wirklich zu weit, unsere Frau Bundeskanzlerin das deutsche Oberei sein? Mit einer zu dünnen Schale versehen und zum verstecken derselben in einen Hosenanzug gepresst? Oder die Frau von der Leyen, welche die Eier, nach dem benutzen, gesellschaftlich genauso fallen lässt wie die Harzer? Wir wissen es nicht und hoffen nur das da kein Windei an der Spitze steht.

Sehr lehrreich ist solch eine Presseerklärung aber allemal. Erfahren wir doch endlich, dass  „Wo das ,Deutsche-Ei-Logo‘ drauf ist, ist auch ein deutsches Ei drin“. Wir von DL werden uns auf alle Fälle in Zukunft unsere Gesprächspartner genauer betrachten um ein solches Logo nicht fahrlässig zu übersehen.

Leider wird aber auch in dieser Presseerklärung die Ur-Frage nicht beantwortet wer denn zu erst auf diesen Planeten war. Die Henne oder das Ei? Oder vielleicht doch der DDR Käfig mit Frau Merkel? Es ist zumindest sehr beruhigend das  deutsche Eier am amtlichen Erzeugercode auf der Schale des Eies zu erkennen sind: Steht dort doch das Länderkürzel „DE“ drauf. Was gleichzeitig aber wieder eine neue Frage unbeantwortet lässt: „Wie kommt der Stempel mit dem Stempelkissen in die Henne?

Ende der Satire!

Hier die Presseerklärung, gefunden auf dem Presseportal ots.

Zum Welteitag am 12. Oktober:

Deutsche Eierwirtschaft fordert Kennzeichnungspflicht für Verarbeitungseier und Eiprodukte

Berlin (ots) – Zum Welteitag am Freitag, 12. Oktober, fordert die deutsche Eierwirtschaft die Politik auf, schnellstmöglich klare Regelungen für eine Kennzeichnungspflicht von Eiprodukten und Verarbeitungseiern zu schaffen. „Wir brauchen die verpflichtende Angabe von Haltungsform und Herkunft der Eier auch im Bereich der verarbeitenden Lebensmittelwirtschaft“, verlangt Dr. Bernd Diekmann, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und Vorsitzender des im ZDG organisierten Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE). Diekmann sieht die Politik in der Pflicht – zugunsten des Tierschutzes und des Verbraucherschutzes: „Nur so kann am Ende verhindert werden, dass Eier aus in Deutschland nicht zugelassenen, nicht tierschutzkonformen Haltungssystemen als Bestandteil zum Beispiel von Nudeln oder Keksen doch auf deutschen Tischen landen.“ Daher fordert der BDE eine Kennzeichnung des Eiproduktes als Rohware und eine Einzelkennzeichnung von Eiern, die zur Weiterverarbeitung in die Lebensmittelindustrie geliefert werden. Hintergrund für die Forderung des BDE ist das in zahlreichen EU-Staaten noch immer missachtete Verbot der konventionellen Käfighaltung zum 1. Januar 2012. Schätzungen zufolge werden in der EU noch bis zu 50 Millionen Legehennen in illegalen Käfigen gehalten. „Die deutsche Eierwirtschaft fühlt sich von der Politik im Stich gelassen“, kritisiert Diekmann die fehlende Unterstützung im Kampf um EU-weit gleiche Standards. Die deutschen Legehennenhalter hätten mit dem Ausstieg aus der konventionellen Käfighaltung schon zwei Jahre vor dem EU-weiten Verbot mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich ihren Teil zu mehr Tierschutz beigetragen: „Jetzt muss endlich die Politik im Kampf gegen Verbrauchertäuschung aktiv werden!“

Anders als die Kennzeichnung von Verarbeitungseiern ist die Kennzeichnung von Schaleneiern zum direkten Verkauf an den Verbraucher bereits seit 2004 in der Europäischen Union Pflicht. Zu erkennen sind deutsche Eier am amtlichen Erzeugercode auf der Schale des Eies: Steht dort das Länderkürzel „DE“, so kann der Verbraucher sicher sein, ein hochwertiges Lebensmittel zu erwerben, bei dessen Erzeugung die Hennen ausschließlich in modernen und legalen Haltungssystemen untergebracht sind. Um dem Verbraucher noch mehr Orientierung beim Eierkauf zu bieten, hat die vom BDE gegründete IDEi Informationsgemeinschaft Deutsches Ei das „Deutsche-Ei-Logo“ entwickelt. Das schwarz-rot-goldene Logo in Eierform bietet die wichtige Herkunfts-Information direkt beim ersten Blick auf den Eierkarton. „Wo das ,Deutsche-Ei-Logo‘ drauf ist, sind deutsche Eier drin – und damit Sicherheit und Qualität“, erläutert Dr. Bernd Diekmann.

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AGRAR-SPRIT ade!!!

Erstellt von UP. am 21. August 2012

Nun schreien sie wieder alle nach Abschaffung dieses E10-Gelumpes! Foodwatch haut in die gleiche Kerbe wie ATTAC und alle anderen scheinbar Gleichgerichteten. Ja-nee – die Richtung ist ja gut; daran gibt es nichts zu kritisieren.

Aber hätte man das Horn wieder aufgehoben, wenn nicht ein anderer diese Diskussion eneut angestossen hätte?

Ausgerechnet der Flopp-Minister, der Vorsteher des Ministeriums ist, was er selber einmal abschaffen wollte, fordert lautstark die Abschaffung von E10. Und die anderen Kollegen und sonstige Steuergeldempfänger schauten betreten und sagten verhalten entschuldigend, dass „man nur die Brüsseler Vorgaben erfüllen wolle“, wenn dieser shit produziert würde. Und wie sich erst die diesen Mist herstellende Industrie entrüstet…
Das ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man immer – ich sage immer und permanent – dran bleiben muss, und etwas auch nur im Ansatz zu erreichen.

Das ist etwas, was bspw. DIE LINKE nicht gemacht hat. Lautstark hiess es einmal: HARTZ IV muss weg! Wo sind sie geblieben, die Wiederholungen? Dieses jeden Tag auf’s Neue zu fordern? Immer und immer wieder!? Alles Luftschlösser um der Schlösser auf Erden willen, wie es OLaf und die um ihn Komplimente und Wohlwollen fischende Clique immer wieder bewiesen hat. Geschweige denn kümmert man sich um den shit-Sprit!
 
 
Nichtsdestoweniger: Macht mit bei der Aktion von ‚foodwatch‘ – auch wenn die jetzt daherkommen wie „die alte Fasnet“.

UP.
 
 
Eine neue Hungerkatastrophe droht: Dürren in den USA oder Indien führen derzeit zu massiven Ernteausfällen. Gleichzeitig verschärft die Produktion von Biosprit die Krise – weil Getreide in Autotanks statt auf dem Teller landet. Besonders absurd: Der Anbau von Energiepflanzen zur Herstellung von Biosprit wird in Deutschland auch noch massiv mit Steuergeldern gefördert. foodwatch fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den zuständigen Ministern: Stoppen Sie den Irrweg – Schluss mit E 10 und anderen Biosprit-Beimischungen, für die Energiepflanzen statt Nahrungsmitteln auf den Äckern angebaut werden! Unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion:

www.foodwatch.de/aktion-biosprit

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Rio PLUS 20

Erstellt von UP. am 21. Juni 2012

Lags am Objektiv oder schob er gestern in der TAGESSCHAU in Rio beim Gipfel leicht hohlkreuzig doch so einen dicken Ranzen vor sich her – der Herr Lieblingsminister des Hosenanzugs!

Es wundert einen immer wieder: Da wird so ein Typ wie Altmaier aus der Versenkung geholt und wird g’schwind Umweltschützer, fabriziert Statements aus dem hohlen Bauch und grient volle in die Kamera. Bestimmt freut er sich, dass ihn der Hosenanzug auf so eine weite Reise geschickt hat – inklusive Luxushotel mit weichen Betten und gutem Essen. Diese Tausendsassas können einfach alles.

Rio PLUS 20 – ein Alptraum und ein Armuszeugnis für die Politiker der satten 1. Welt. Das Abschlusskommuniqué war bereits gestern vor Beginn des Palavers fertig; denn man wusste, dass sonst nichts bei dem gemütlichen Beisammensein herumkommen würde. Die Meere werden weiter leergefischt – sehr nachhaltig – bis zum letzten Hering, und die Atmosphäre wird weiter masslos durch China und Indien verblasen; denn die wollen auch endlich einmal!

Da vergisst man schon mal den im Pappkarton schlafenden afrikanischen Jungen, der vorgestern das letzte Mal etwas in den Magern bekam.

Der BUND – nein, nicht die Bundeswehr oder der Staat „D“ – sondern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) gab dazu folgende Presseerklärung heraus:

Regierungen müssen bei Rio-plus-20-Gipfel Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen ernst nehmen und die Abschlusserklärung nachverhandeln

Und das sehr dringlich und nachhaltig!

Rio de Janeiro/Berlin: Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), hat die Regierungsdelegationen aus rund 150 Staaten aufgefordert, beim Rio-plus-20-Gipfel die Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen am Entwurf für die Abschlusserklärung ernst zu nehmen. „Die Zivilgesellschaft kämpft in vielen Regionen der Welt um den Schutz unserer Lebensgrundlagen. Dieses Engagement ist unverzichtbar und muss von den Regierungen stärker anerkannt und unterstützt werden“, sagte Weiger in Rio de Janeiro. Der so genannte „People`s Summit“, der „Gipfel der Völker“, der die heutige Großkundgebung im Zentrum von Rio de Janeiro organisiert habe, sei ein Beleg dafür, dass die Zivilgesellschaft die Untätigkeit der Regierungen nicht akzeptiere. Die Vorschläge der Nicht-Regierungsorganisationen zur Konkretisierung des Rio-Abschlussdokuments müssten umfassend berücksichtigt werden.

>>> weiterlesen beim BUND
 
… und dann schauen wir mal spannungsgeladen in die Zukunft und warten auf Rio PLUS 30 – und werden registrieren müssen, was in den nächsten 10 Jahren „den Bach runtergeht“!
 

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Die unseligen Tafeln

Erstellt von UP. am 14. Juni 2012

Das Existieren der Tafeln ist für mich das Versagen des Sozialstaates, der durch eine promovierte frühere FDJ-Sekretärin fortführend demontiert wird.

Die Tafeln sind keine Hilfe und bestimmt keine Lösung für das, was HARTZ den Armen der Gesellschaft “beschert” hat: noch mehr Armut. Die Tafeln haben die Armut etabliert, die Armut sozusagen gesellschaftsfähig gemacht.

LIDL & Co verwenden sich nicht nur aus reiner Nächstenliebe für die Tafeln, sondern die Abgabe an die Tafel spart schlicht die Kosten der Entsorgung. Den wenigsten ist bekannt, dass die Tafel-”Bewegung” von McKinsey gesponsert werden. Ein jeder, der weiss, womit sich diese Unternehmensberatung und Rating-Agentur beschäftigt, ahnt den unsozialen Beweggrund.

Gerd Flegelskamp meint zu den Tafeln unter anderem

Es mag paradox klingen, aber ich halte die Tafeln für schädlich und betrachte ihre Notwendigkeit ohnehin als einen Schandfleck für die Politik, die Wirtschaft und das Kapital. Die Existenz der Tafeln ist der Beweis, dass die Primitivität der so genannten “oberen Zehntausend” unverändert geblieben ist, völlig losgelöst von ihrer Bildung, vorhandenen Titeln und ihrem Auftreten. Sie sind einfach nur roboterhafte Egomanen, ohne jede Ethik und Moral. Ich sehe in diesem Zusammenhang auch die intensiven Bemühungen von Schäuble zur Überwachung und zu seinen Plänen mit der Bundeswehr. Ein Aufstand der Bevölkerung wurde stets mit militärischen Mitteln niedergeschlagen und mögliche Vorbereitungen für ein solches Aufbegehren sollen durch die komplette Überwachung der gesamten Privatsphäre bereit im Vorfeld erkannt und mögliche Rädelsführer frühzeitig ausgeschaltet werden. Schäuble hat keine Angst vor Terrorismus, sondern Angst vor einem erwachenden Michel, eine Angst, die er mit seinen Brüdern im Geiste Schily und Wiefelspütz teilt.

Dem ist nicht nicht mehr viel hinzuzufügen, ausser noch einem Link bei TELEPOLIS von bereits 2005.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 
Dass nun ausgerechnet die Gründerin der Berliner Tafel, der ersten im Bananenstaat, Sabine Werth (Berliner Tafel e.V.), als zweites Gründungsmitglied eines Aktionsbündnisses 20 auftritt, spricht für sich!

20 Jahre Tafeln in Deutschland – 20 Jahre Aufrechterhaltung der Armut

 
Hat sie endlich die Sinnlosigkeit der Tafeln erkannt? Auf jeden Fall vertritt sie zusammen mit dem Ansatz des Aktionsbündnisses, dass die Linderung der Not der falsche Weg ist:

denn

Die Not muss abgeschafft werden.

 
Und das von Staats wegen! Ein guter Ansatz dazu wäre die Transaktions- bzw. Tobin-Steuer, deren Einführung ATTAC seit Gründung fordert. Allerdings wird der Hosenanzug schwerlich davon zu überzeugen sein, einen Teil der Einahmen dazu zu verwenden, HARTZ IV (heute: LEYEN I) ersatzlos abzuschaffen; denn dann könnte der evangelische Pastor (Bundespräsident) nicht mehr verbal auf diesen Menschen rumtreten.

Die Homepage des Aktionsbündnisses 20 kann hier aufgerufen werden
___________________________________________________________________
Wir danken „ichbins“ für die Übermittlung des Links zum Aktionsbündnis 20
Red.DL/UP.

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Aus für Hygiene-Ampel

Erstellt von IE am 10. Juni 2012

Hier eine Presseerklärung von Foodwatch / Presseportal ots

Minister beschließen Aus für Hygiene-Ampel – Schmuddelbetriebe werden vor Verbrauchern geschützt statt Verbraucher vor Schmudddelbetrieben – SPD-Minister verstoßen gegen eigenen Parteitagsbeschluss

Berlin (ots) – Die gemeinsame Arbeitsgruppe von Wirtschafts- und Verbraucherschutzministern der Länder hat das Aus für die Hygiene-Ampel zur Veröffentlichung der Lebensmittelkontrollergebnisse beschlossen. Im Protokoll einer Sitzung der Arbeitsgruppe vom 11. Mai in Hamburg, das erst jetzt bekannt wurde und der Verbraucherorganisation foodwatch vorliegt, heißt es: „Die Vertreter der WMK [=Wirtschaftsministerkonferenz, fw] machten deutlich, dass nur eine fakultative Veröffentlichung mitgetragen werden kann. Ein obligatorisches System wird abgelehnt. Vor diesem Hintergrund verständigt sich die AG darauf, eine Veröffentlichung von lebensmittelrechtlichen Kontrollsystemen auf freiwilliger Basis weiterzuverfolgen. Hierbei entscheidet der einzelne Unternehmer, ob er die Kontrollergebnisse bekannt macht.“

„Das ist das Aus für die Hygiene-Ampel und eine Kampfansage an die Verbraucher, die Gammelfleischhändlern und Hygienesündern wie Müller-Brot weiterhin selbst dann ausgeliefert sein werden, wenn die Behörden längst über die Zustände Bescheid wissen“, erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. „Ein freiwilliges System ist bereits in Nordrhein-Westfalen gescheitert, weil sich zu wenige Betriebe daran beteiligten und kein Hygienesünder freiwillig über negative Kontrollergebnisse informiert. Die verantwortlichen Minister schützen offenbar lieber die Schmuddelbetriebe vor den Verbrauchern als die Verbraucher vor den Schmuddelbetrieben. Das ist schon Beihilfe zum Betrug sowohl an den Kunden als auch den sauber arbeitenden Betrieben.“

Jahr für Jahr wird bundesweit jeder vierte kontrollierte Lebensmittelbetrieb von den Behörden beanstandet, weil er gegen lebensmittelrechtliche Vorgaben verstößt. Bislang bleiben die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen geheim. Bei der Hygiene-Ampel sollte ein Aushang vor Ort in jedem Betrieb über die Kontrollergebnisse informieren – je nach Grad der Beanstandung mit Grün, Gelb oder Rot gekennzeichnet. Vorbild ist das auch von foodwatch geforderte dänische Smiley-System, das mit Gesichter-Grafiken statt mit Farben arbeitet und durch das die Beanstandungsquoten seit zehn Jahren kontinuierlich gesenkt werden konnten. In Deutschland wird seit Monaten über die Einführung eines bundeseinheitlichen Systems diskutiert. Erst durch eine Verpflichtung der Betriebe, alle Kontrollergebnisse publik zu machen, wird für die Verbraucher Transparenz über die Hygienesituation geschaffen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge fordern mehr als 90 Prozent der Verbraucher ein solches System.

Nachdem die Verbraucherschutzministerkonferenz bereits im Mai 2011 die Einführung der Hygiene-Ampel beschlossen hatte, fassten die Wirtschaftsminister einen mehrheitlichen Beschluss dagegen. Es wurde eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt, um eine Lösung zu finden. An der Arbeitsgruppen-Sitzung am 11. Mai in Hamburg nahmen Vertreter der Wirtschaftsministerien von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg sowie der Verbraucherschutzministerien von Hamburg, Rheinland-Pfalz und Hessen teil.

Mit ihrem Votum in der Arbeitsgruppe rücken die Chefs der Verbraucherschutzressorts in Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg von der Beschlusslage der Verbraucherschutzministerkonferenz ab. Die sozialdemokratischen Minister der Arbeitsgruppe verstoßen zudem gegen einen SPD-Parteitagsbeschluss. „Vor allem Olaf Scholz als Parteivize muss erklären, warum gleich zwei seiner Senatoren im sozialdemokratisch regierten Hamburg sich nicht darum kümmern, was die SPD in ihr Programm geschrieben hat“, sagte Matthias Wolfschmidt.

Die SPD hatte auf ihrem Bundesparteitag am 4. Dezember 2011 den Beschluss Nr. 23 „Transparenz jetzt – Hygieneampel bundesweit einführen“ gefasst. Darin heißt es: „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind der Auffassung, dass Verbraucherinnen und Verbraucher grundsätzlich ein Anrecht darauf haben sollten, über die Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen informiert zu werden, die sie als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler finanzieren. Wir unterstützen die Hygieneampel als wichtiges Transparenzinstrument für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich vor Schmuddelbetrieben schützen können müssen (…)“.

Gänzlich absurd sind nach Auffassung von foodwatch die Beratungen der Länderminister darüber, die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen im Rahmen des freiwilligen Systems in Form von Sonnen darzustellen. Je mehr Sonnen, umso mehr Gesetze hat ein Unternehmen eingehalten. „Ein Lebensmittelbetrieb, der massiv gegen Hygienegesetze verstößt und kurz vor der Schließung steht, würde von Amtswegen dafür auch noch mit einer Sonne ausgezeichnet – darauf wären selbst die Schildbürger nicht gekommen“, so Matthias Wolfschmidt von foodwatch.

E-Mail-Aktion zur Einführung des dänischen Smiley-Systems: Foodwatch

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foodwatch klagt an

Erstellt von UP. am 8. Februar 2012

Nachfolgend veröffentlichen wir einen Newsletter von foodwatch, der uns gestern erreicht hat und den wir gern veröffentlichen.
Wieder einmal mehr zeigt sich, was gegebene Vesprechen seitens eines Bänkers wert sind – nämlich keinen Pfifferling. Damit wird Ackermanns unrühmlicher Abgang noch unrühmlicher.

Hungermacher Deutsche Bank bricht ihr Versprechen

Hallo und guten Tag, 07.02.2012

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Das Essen & Deutsche Bank

Erstellt von UP. am 2. Februar 2012

Liebe Freundinnen und Freunde in Deutschland,

Die Deutsche Bank steht kurz vor der Entscheidung, ob sie aus der rücksichtslosen Zockerei mit Lebensmitteln aussteigt — ein Entschluss, der Millionen vor dem dem Hunger bewahren könnte. Erhöhen wir jetzt den Druck auf Ackermann, damit er das Geschäft mit Nahrungsmittelspekulation beendet und seine Rolle als Vorsitzender des Weltbanken-Verbands dazu nutzt, dass andere folgen.Schicken Sie eine Botschaft an seine persönliche E-Mail-Adresse:

Die Deutsche Bank spekuliert mit Agrarrohstoffen — wilde Wetten bringen Millionenprofite und treiben Lebensmittelpreise in schwindelerregende Höhen, auf Kosten der Armen. Doch Insidern zufolge erwägt sie aus dem rücksichtslosen Spekulationsgeschäft auszusteigen — öffentlicher Druck könnte Bankenchef Ackermann zum Handeln zwingen.

Genau wie die Immobilienblase in den USA die Häuserpreise künstlich in die Höhe und Menschen in den Ruin trieb, treiben die unverantwortlichen Spekulationsgeschäfte der Deutschen Bank die Lebensmittelpreise in schwindelerregende Höhen und bedrohen Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika. Aber es gibt Hoffnung – nachdem er Tausende von Nachrichten erhalten hat erwägt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ernsthaft, ob er von diesem moralisch bankrotten Geschäft die Finger lassen soll.

Ackermann hat versprochen, bis Ende Januar eine Entscheidung über die Zukunft dieses Nahrungsmittel-Roulette bei der Deutschen Bank zu treffen, doch er versucht, sich durch endloses Verzögern aus seinem Versprechen herauszuwinden. Lassen wir ihm keine Ruhe: Massiver Druck von uns kann ihn dazu bringen, den Hunger-Spieltisch zu verlassen und seine Rolle als Vorsitzender des Weltbanken-Verbands zu nutzen, damit andere folgen. Senden Sie eine dringende Nachricht an Ackermanns persönliche E-Mail-Adresse, und bitten Sie dann Ihre Freunde, dasselbe zu tun:

http://www.avaaz.org/de/stoppt_das_hunger_kasino/?vl

Allein im Jahr 2010 sind die Lebensmittelpreise weltweit im Durchschnitt um 33% in die Höhe geschossen, und haben 40 Millionen Menschen in den Hunger und in extreme Armut getrieben. Weder Dürre, noch Nachfrage für Biosprit oder rückläufige Getreideexporte können den schockierenden Preisanstieg von Lebensmitteln, der in den letzten Jahren stattgefunden hat, vollständig erklären – viele Experten sind sich einig: unverantwortliche Lebensmittelpreis-Spekulationen in den Finanzmärkten spielen eine wesentliche Rolle bei den weltweit steigenden Kosten.

Zunehmend mehr Banker und Geldgeber von Hedge Fonds wagen sich — ohne Vorwissen über Landwirtschaft und Nahrungsmittelmärkte — mit Lebensmittelpreis-Spekulationen aufs Rohstoff-Handelsparkett und bestimmen damit die künftigen Lebensmittelpreise. Da hochgeschraubte Spekulationen zu größeren Profiten führen, sind geldgierige Finanzleute bereit, bei der Prognose künftiger Lebensmittelpreise zu übertreiben. Doch ihr rücksichtsloses Verhalten hat Konsequenzen im tatsächlichen Leben, wo sie Preisspitzen verursachen, die Nahrungsmittel für die Ärmsten der Welt unerschwinglich machen. Wir sind auf dem besten Weg zur nächsten finanziellen Blase – nur diesmal wird mit Lebensmitteln spekuliert, und den Preis bezahlen Menschen mit ihrem Leben!

Laut einer FORSA-Umfrage möchte 84% der Deutschen, dass die Banken aufhören auf Nahrungsmittel zu spekulieren. Wenn Zehntausende von uns jetzt diese Botschaft noch verstärken können wir Ackermann dazu bringen, mit der Deutschen Bank ein Beispiel zu setzen und eine weltweite Debatte zu entfachen, die die Lebensmittel-Spekulationen für immer beenden könnte. Ein kürzlich veröffentlichter Foodwatch-Bericht hat bereits dafür gesorgt, dass über 52.000 Deutsche Ackermanns private E-Mail-Adresse mit Nachrichten überflutet haben. Er hat darauf reagiert, indem er versprochen hat, bis Ende Januar eine Entscheidung zu treffen – schicken wir ihm jetzt eine laute Nachricht von 100.000 von uns, damit er sich auch wirklich daran hält:

http://www.avaaz.org/de/stoppt_das_hunger_kasino/?vl

Wir leben in einer Zeit nie dagewesenen Wohlstands und technischen Fortschritts. Doch noch immer geht einer von sechs Menschen weltweit jeden Abend hungrig zu Bett. Ein jeder sollte ein Leben ohne Hunger genießen können – das wird keine leichte Aufgabe sein, aber wir können den Anfang machen, indem wir jetzt das Hunger-Kasino beenden.

Voller Hoffnung und Entschlossenheit,

Jamie, Stephanie, Pascal, Emma, Ricken, Antonia, David und der Rest des Avaaz-Teams

Weitere Informationen:

Rohstoffspekulation: Foodwatch gibt Ackermann Mitschuld an Hungersnöten (Spiegel)
http://http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792387,00.html

Geschäfte mit Agrarrohstoffen: „Ackermann bricht sein Versprechen“ (Spiegel)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812214,00.html

Report „Die Hungermacher“: Spekulieren auf Kosten der Ärmsten (Foodwatch)
http://foodwatch.de/e10/e45260/e45263/

Deutsche Bank zockt mit dem Tod (TAZ)
http://www.taz.de/!86066/

Schmähpreise für Barclays und Vale: Steigende Lebensmittelpreise und Menschenrechtsverletzungen angeprangert (NZZ)
http://www.nzz.ch/nachrichten/wef/schmaehpreise_fuer_barclays_und_vale_1.14602980.htmll

Unterstützen Sie das Avaaz Netzwerk!
Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und akzeptieren kein Geld von Regierungen oder Konzernen. Unser engagiertes Online-Team sorgt dafür, dass selbst die kleinsten Beträge effizient eingesetzt werden: Spendensiejetzt

Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 10 Millionen Mitgliedern, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. („Avaaz“ bedeutet „Stimme“ oder „Lied“ in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jeder Nation dieser Erde; unser Team verteilt sich über 13 Länder und 4 Kontinente und arbeitet in 14 verschiedenen Sprachen.

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Teekannenschwindel

Erstellt von UP. am 26. Januar 2012

Teekanne zieht Verbrauchern mit „Land-Illusion“ Geld aus der Tasche

Lebensmittelbuchkommission erlaubt Schwindel

Deutschlands Tee-Marktführer Teekanne nutzt die Sehnsucht der Verbraucher nach Ursprünglichkeit aus, um billige Industrieware teuer zu verkaufen. Und die Deutsche Lebensmittelbuchkommission genehmigt den Schwindel sogar. Beschweren Sie sich jetzt bei Teekanne und der Lebensmittelbuchkommission!

www.abgespeist.de

Was Teekanne mit seinem aromatisierten Früchtetee „Landlust Mirabelle & Birne“ veranstaltet, ist wahrlich kaum zu glauben. Der Hersteller fabuliert auf der Verpackung von einem „kleinen Ausflug aufs Land“ und „vertrauten Früchten, die noch in Ruhe heranreifen können“ – für Geschmack „wie aus dem eigenen Garten“. Das soll offenbar den stolzen Preis von mehr als 4 Euro je 100 Gramm rechtfertigen. Doch genau genommen ist das Produkt nichts als schnöde Industrieware aus billigen Standard-Zutaten. Hauptzutaten sind – wie bei den allermeisten aromatisierten Früchtetees – Äpfel, Hibiskus und Hagebutte. Und der Geschmack kommt nicht etwa von den namensgebenden Mirabellen und Birnen, die goldgelb auf der Verpackung prangen, sondern aus nicht näher definierten „natürlichen Aromen“. Doch damit nicht genug.

>>> weiterlesen

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Industrieprodukt Fleisch

Erstellt von IE am 31. Dezember 2011

Fleisch, Eier und andere Lebensmittel werden heute überwiegend von Industriebetrieben produziert. Hilal Sezgin geht dieser internationalen Produktion ein wenig auf den Grund.

Industrieprodukt auf unserem Teller

Der vielleicht größte Mythos im Zusammenhang mit dem Fleischverzehr ist der seiner Natürlichkeit. Es sei natürlich, dass der Mensch Fleisch esse. Es ist scheinbar selbstverständlich. Zur Illustration wird gern auf die frühsteinzeitliche Jäger-und-Sammler-Gesellschaft verwiesen, ungeachtet der Tatsache, dass einige von deren Gepflogenheiten uns heute schaudern machen: Frauenraub zum Beispiel, Menschenopfer oder das Aufbewahren menschlicher Skelettteile zwecks Ahnenverehrung. Vor allem aber ist der Rekurs auf den frühen Jäger und die in der Höhle wartende Gefährtin (sie hat derweilen ein paar lumpige Beeren gesammelt) deswegen verblüffend, weil die oft tagelange gemeinschaftliche Jagd mit ungewissem Ausgang nichts weniger ähnelt als dem recht gefahrlosen Gang in den Supermarkt. Beide Tätigkeiten und die damit verbundenen Sinneseindrücke entstammen unterschiedlichen Welten; es ist fraglich, ob der Steinzeitmensch, wenn man ihm ein in Folie verpacktes Tiefkühlhuhn in die Hand drückte, sofort etwas damit anzufangen wüsste.

Sobald es aufgetaut wäre, würde es sich der Steinzeitmensch gewiss erfreut zuführen wie jedes andere unverhofft am Wegesrand gefundene Stück Kadaver; doch in dieser Rolle, also als Aasfresser, sieht sich der moderne Fleischkonsument ja auch wieder nicht! Trotzdem gelingt dem Supermarktkunden die – im Grunde auch nicht wenig beachtliche – Kulturleistung, das an weit entfernten Orten unter industriellen Bedingungen und mit einer Menge chemischer Zusätze hochgepäppelte Stück Leben, das hunderte Kilometer transportiert, in eine Kette eingehängt, per Stromschlag im Wasserbad betäubt und dann geschlachtet wurde und ihm selbst erstmals als eisige, steinharte Substanz entgegentritt, als etwas wahrzunehmen, das dem ähnelt, was der entfernte Vorfahr erjagt hat.

Wozu nun dieser imaginäre Exkurs in Steinzeitwelt und Supermarkt? Um darauf hinzuweisen, dass man den heutigen Fleischkonsum für vielerlei halten kann: lecker, weit verbreitet, bequem, unappetitlich, ungesund, gesund, zivilisiert, barbarisch et cetera. Nur eines ist er eben nicht: „natürlich“. Welches Fleisch wir essen, wie wir daran gelangen, wie wir es zubereiten und sogar wie es – immerhin ein Produkt organischen Ursprungs – überhaupt gewachsen ist, all dies ist Ergebnis spezifischer und historisch äußerst wandelbarer menschlicher Praktiken. Doch der Vorteil der gängigen Betrachtung liegt auf der Hand: Was als natürlich gilt, ist von vornherein jeder Notwendigkeit zur Rechtfertigung enthoben, muss gesellschaftlich scheinbar nicht verhandelt werden, ist unserem moralischen und politischen Urteilen weitestgehend entzogen. Genau aus diesem moralfreien Raum haben Bücher wie Jonathan Safran Foers „Tiere essen“ und Karen Duves „Anständig essen“ den heutigen Fleischverzehr heraus- und in die öffentliche Arena gezerrt. Es muss sich nicht mehr allein der Vegetarier verteidigen, warum er sich zu seinen „absurden“ Ernährungsgewohnheiten verstiegen hat, sondern auch der Fleischesser ist mit Argumenten konfrontiert.

Und eben mit Fakten. Nicht zufällig schenken die erwähnten Bücher dem empirischen Herstellungsprozess des Fleisches mehr Aufmerksamkeit als dem abstrakten ethischen Für und Wider. Viele, ja die allermeisten Menschen mögen es grundsätzlich in Ordnung finden, Tiere zu Nahrungszwecken zu züchten und zu töten. Doch wie dieser Teil der Nahrungsproduktion tatsächlich praktiziert wird, nämlich per Massentierhaltung, hält kaum ein informierter Konsument für ethisch vertretbar. Bezüglich der Ablehnung der Massentierhaltung hat sich ein gesellschaftlicher Konsens herausgebildet, der bislang allerdings weder Alltags- noch Rechtspraxis geworden ist. Wir alle wissen ja: So wenig wie mit der steinzeitlichen Jagd hat die heutige Fleischproduktion mit jenen idyllischen Bauernhöfen gemeinsam, die die Ausmal- und Wimmelbilder unserer Kinder füllen. Was man über die Wirklichkeit erfährt – indem man eine Fernsehreportage über Hühnerfabriken sieht oder auf der Autobahn an einem Schweinetransporter vorbeifährt -, muss man schnell verdrängen, weil sich ein solches Ausmaß von Leid und Schrecken schwer aushalten lässt.

Quelle: Le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Quer durch Afrika

Erstellt von IE am 14. November 2011

Es ist ein uralter Traum der Anrainerstaaten von Wüstengegenden, ob nun die Gobi in Asien oder die Sahara in Afrika. Es geht um ein schützendes Band, um einen Grüngürtel, welcher das weitere Wachsen der Wüsten verhindern soll.

Besonders in der Zone südlich der Sahara macht sich der Klimawandel extrem bemerkbar. Die Hitze nimmt von Jahr zu Jahr zu und der beständige Wüstenwind treibt den Sand aus der Wüste immer weiter voran. So wurde bereits im Jahr 2007 mit den Anbau riesiger Wälder begonnen. Über die Schwierigkeiten aber auch Fortschritte befasst sich der folgende Bericht.

Quer durch Afrika

Am Anfang waren sich die Frauen nicht sicher, ob sie es machen können. Oder machen sollen. Viele im Dorf hatten ihre Zweifel: Löcher graben, Bäume pflanzen, die Führung übernehmen – ist das nicht Männersache?

„Alle sagten, wir sind verrückt“, erinnert sich Nakho Fall, eine stämmige, lebhafte Frau in rot-weiß gemustertem Kleid. Sie sitzt, zusammen mit einem Dutzend Nachbarinnen und deren Kindern, unter einem schattigen Baum in ihrem Dorf Koutal, das im Westen des Senegal liegt. Auf den sandigen Wegen, zwischen den Häusern laufen Ziegen und Hühner herum. Um elf Uhr morgens ist es schon glühend heiß.

Die Männer von Koutal konnten keine Bäume pflanzen, erklärt Nakho Fall, weil sie keine Zeit dafür hatten. Einige arbeiteten in der nahe gelegenen Salzfabrik. Sie wurden morgens mit schrottreifen Lastern abgeholt und abends nach Einbruch der Dunkelheit wieder nach Hause gekarrt. Andere waren auf der Suche nach Arbeit in die ferne Hauptstadt Dakar abgewandert.
Aber es musste etwas geschehen. In Koutal verschwanden die Bäume, und mit ihnen vieles mehr. „Wir hörten keine Vögel mehr singen“, sagt Nakho Fall. Keine der Frauen unter dem Baumschatten kennt den Begriff „Klimawandel“, aber alle erzählen, dass sich in Koutal seit einigen Jahren das Wetter stark verändert hat. Lange Dürreperioden haben den Boden trocken und hart gemacht. Und auch salziger.

Obwohl Koutal rund 80 Kilometer von der Atlantikküste entfernt liegt, greifen zwei „Meeresarme“ weit ins Hinterland und reichen bis zu ihrem Dorf. Die Regierung in Dakar hat keine genauen Daten über die Versalzung des Grundwassers, berichtet Adama Kone, ein landwirtschaftlicher Berater. Aber Bodentests lassen vermuten, dass es in die unterirdischen Süßwasseradern eingedrungen ist und die Böden zunehmend versalzen, was ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigt. „Du brauchst nur einmal hinzuschmecken“, sagt eine Frau und steckt ihren Zeigefinder in die kalkweiße Erde, „dann merkst du, dass wir recht haben.“

Also entschlossen sich die Frauen von Koutal, allen Bedenken und Vorurteilen zum Trotz, für ihr Dorf zu kämpfen. Innerhalb von sechs Jahren schafften sie es, dank technischer Beratung seitens der senegalesischen Regierung und ausländischer Geldgeber auf 290 Hektar nacktem, verkrustetem Boden Setzlinge anzupflanzen und die Fläche in ein Waldreservat zu verwandeln. Heute können sie hier Holz schlagen, das sie auf den Märkten der Umgebung verkaufen. Daneben bauen sie natürlich weiter Hirse und andere Produkte für den eigenen Bedarf an. Damit ist die Produktion von Nahrungsmitteln erheblich gestiegen, also auch ihr Einkommen. Heute sehen die Frauen mit neuer Zuversicht in die Zukunft. „Wir sind sehr stolz, dass unsere Kinder von diesem Land etwas haben werden“, sagt Adam Ndiaye, eine strahlende Großmutter, „und sie werden sich erinnern, dass sie das der Arbeit der Frauen verdanken.“

Quelle: Le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Aigner, Wiesenhof & Co.

Erstellt von UP. am 13. Oktober 2011

Agrarpolitik
Donnerstag, 13. Oktober 2011 – 504.067 Abonnenten
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Agrarfabriken nicht länger mästen!

Die EU-Kommission will Subventionen nur noch an Landwirte zahlen, die ökologische und soziale Kriterien einhalten. Doch Landwirtschaftsministerin Aigner schützt die Agrarindustrie und torpediert die Pläne. Fordern Sie von Aigner eine Kehrtwende!

Jährlich fließen Milliarden EU-Subventionen an Agrarindustrie und Lebensmittelkonzerne. Dioxine, Gentechnik und Antibiotika aus ihren Tierfabriken landen direkt auf unseren Tellern. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Doch das kann jetzt anders werden.

Gestern hat die EU-Kommission ihr Konzept für eine grünere und gerechtere Agrarpolitik vorgelegt: Subventionen sollen nur noch an Betriebe fließen, die ökologische und soziale Mindeststandards einhalten. Zahlungen an industrielle Großbetriebe sollen gedeckelt werden. Beides sind wichtige Schritte in Richtung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Doch Landwirtschaftsministerin Aigner torpediert diese Pläne. Ihrer Meinung nach soll alles beim Alten bleiben: Die höchsten Zahlungen an die größten Betriebe ohne Rücksicht auf den Schutz von Tieren und Umwelt. Demnächst entscheidet sie in Brüssel über den Reformvorschlag der EU-Kommission.

Fordern Sie Aigner zur Kehrtwende auf!

Rund 60 Milliarden Euro und damit fast die Hälfte des EU-Haushalts fließen jährlich in die Landwirtschaft. Doch die Verteilung der Gelder ist höchst ungerecht: Ein Drittel der Subventionen geht an 1,5 Prozent der Betriebe. „Wachse oder weiche“ heißt das Credo dieser Agrarpolitik. Für viele kleinere und mittlere Betriebe bedeutete dieses das Aus. Stattdessen entstehen mehr und mehr Agrarfabriken, die immer wieder für Lebensmittelskandale sorgen.

Die Chance, diese EU-Agrarpolitik zu ändern, war noch nie so groß. In den kommenden Monaten entscheidet sich, ob es zum Systemwechsel kommt: Weg von den Agrarfabriken, hin zur bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft. Mit den meisten Stimmen im Agrarministerrat spielt Deutschland eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen.

Unterzeichnen Sie unseren Appell an Merkel und Aigner!

Informieren Sie sich im 5-Minuten-Info…

Mit herzlichen Grüßen

Astrid Goltz

PS:

Unter dem Motto „Occupy Wallstreet“ sind in diesen Tagen Tausende in den USA auf der Straße. Sie besetzen Plätze und fordern Banken und Finanzmärkte wieder stärker an die Kette zu legen. Am kommenden Samstag, den 15 Oktober wollen auch wir hier in Deutschland unseren Protest in vielen Orten auf die Straße tragen. Im ganzen Land finden Demos und Aktionen statt – sicherlich auch in Ihrer Nähe. Protestieren Sie mit!

Übersicht über die geplanten Aktionen…

Aufruf von Attac und Campact zum dezentralen Aktionstag…


Aktuell, kritisch, aktiv! Mischen Sie sich ein und gestalten Sie Politik! Nirgendwo geht das so umfassend und schnell wie bei uns. 504.067 Menschen sind schon dabei. Innerhalb weniger Minuten verleiht Campact Ihnen eine Stimme!Mit Ihrem Abo des Campact-Newsletters sind Sie Teil des Netzwerks. Unterstützen Sie Campact!

Campact | info@campact.de | Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden | campact.de

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foodwatch-Erfolg

Erstellt von UP. am 8. Oktober 2011

Einfach unterzeichnen, wer noch nicht dabei war; damit diese gesundheits- schädliche Rinde ebenfalls verschwindet. Von Unterschriftsbekundungen auf unserem Blog möchten wir bitten abzusehen. Vielleicht wendet ihr euch – wenn/dann – damit direkt an foodwatch.
UP.

__________________________


 
 

foodwatch - die essensretter

Newsletter: Blitzreaktion – Wie Saint Albray auf Verbraucherprotest reagiert

Hallo und guten Tag, 08.10.2011
Wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Newsletter weiterempfehlen.

---Impressum

Herausgeber
foodwatch e.V.
Martin Rücker
Brunnenstr. 181
10119 Berlin
Germany
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Telefon: 030 – 28 09 39 95

foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 Nz, AG Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.

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Später Versuch …

Erstellt von UP. am 30. September 2011

foodwatch - die essensretter
foodwatch - die essensretter

Listerientote: foodwatch erstattet Anzeige – bitte helfen Sie uns!

Hallo und guten Tag, 29.09.2011
Vielen Dank und herzliche Grüße,

Ihr
Thilo Bode, Geschäftsführer
Thilo Bode
Geschäftsführer

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir auch die Politiker unter Druck setzen, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

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* Etikettenschwindel

Erstellt von UP. am 7. Juli 2011

nunmehr gesetzlich erlaubt

Die Abstimmung dauerte nur wenige Augenblicke. Applaus, Hände schütteln, nächster Tagesordnungspunkt: Das Europäische Parlament hat gestern neue Regeln zur Kennzeichnung auf Lebensmitteln beschlossen. Damit endet eine jahrelange Diskussion darüber, welche Informationen Verbraucher beim Einkauf im Supermarkt bekommen sollen. Gewinner ist die Lebensmittelindustrie. Sie hat sich mit ihren Forderungen durchsetzen können. Verbraucher hingegen können auch weiterhin ganz legal betrogen werden.
 
Die Lebensmittel-Industrie hat sich diese Aktion rund 1 Mrd. Euro kosten lassen.

weiterlesen bei foodwatch
 

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* Nimm 2

Erstellt von UP. am 7. Juni 2011

Wer kennt sie nicht, die Storcks “Nimm 2??

Aber haben sie eigentlich gewusst, dass
diese Vitaminpillen,
so gut wie Salat und Obst,
nicht für Kinder sind?
(Erinnern sie sich in diesem Zusammenhang
an den süssen Joghurt-Matsch, der
gesund sein sollte wie ein kleines Steak.)

 

Aber hier nun ab zu „Salat und Obst und Gemüse“

 

[youtube KBbnDEmQtbs]


Schon sagenhaft, diese Lügereien. Wir überlassen es natürlich ihrer u.U. auch elterlichen Kompetenz, wen sie für den
„Goldenen Windbeutel“
vorschlagen.

 

Update: Nicht nur „Nimm 2“

Die Seite von foodwatch >>> www.abgespeist.de gibt sehr deutlich Aufschluss über Werbelügen und minderwertige Inhaltsstoffe.

Du findest die Produkte auf der linken Titel-Leiste. Jeweils unter dem sich öffnenden Produktbild kann ein PDF-Kurzinfo geöffnet werden. Wenn man das liest, können einem schon die Haare zu Berge stehen.
Die grosse geschmacksoptimierte Verarsche von Maggi, Unilever, Nestlé und Co.

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* EHEC-Gurken in Verdacht

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Mai 2011

Einigen Forschern ist es gelungen den EHEC-Erreger auf Salatgurken nachzuweisen. Da diese Untersuchungen erst am Anfang stehen wird weiterhin empfohlen auch auf den Verzehr von Tomaten und Salat zu verzichten. Es scheint aber sicher zu sein das besagte Gurken aus Spanien kommen und  auch  BIO-Gurken von den Erreger befallen sind.

In diesem Zusammenhang ist es besonders interessant einmal nachzulesen was aus all den „Säuen“ geworden ist, welche in den letzten Jahren in schöner Regelmäßigkeit als moderne Plagen durch die Dörfer getrieben wurden.

Hier eine Recherche aus der heutigen TAZ zitiert:

„Alle Jahre wieder fürchten wir uns vor neuen Plagen. Aber was wurde eigentlich aus den Geißeln von gestern? Wir haben recherchiert

Name: Influenza A (H5N1) (Vogelgrippe).
Panikfaktor (0-10): 7
Größte Erfolge: Weltweit wurden 553 Erkrankungen und 323 Todesfälle gezählt.
Pressestimme: „Die Vogelkundler haben die Mobilität der Enten, Gänse und Schwäne deutlich unterschätzt“ (Südwest-Presse).
Heute: Gibt es Impfungen und, noch besser, genmanipulierte und damit grippefreie Hühner.
Profiteur: Pharmaindustrie.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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* Klon-Fleisch

Erstellt von UP. am 29. März 2011

+++verunfallter „Clown“+++

 
Dolly lässt grüssen:

Es ist schlicht eine Granatensauerei, was diese Bundes-Agrar-Nymphe der „C“SU zu Lasten der Bürger in der Bundesrepublik Deutschland mit sich machen lässt. Vor allen Dingen, dass sie mitmacht, was der Hosennanzug ihr vorschreibt. Remember: Der Bundeskanzler – auch ein weiblicher – bestimmt […] die Richtlinien der Politik der Bundesregierung.
Normalerweise müsste Aigner als Bürgerin des bajuwarischen Freistaates zurücktreten. Schliesslich ist Bayern ein Agrar-Land, in dem man Käse und andere Milcherzeugnisse herstellt und in dem eine Fastfood-Kette ihre Rindviecher einkauft und ver-Burger-t. Wenn das durchgeht, was dieser Musikantenstadl in Brüssel im Sinne hat, dann Prost Mahlzeit, eine gesegnete, natürlich.

EU: Keine Kennzeichnung für Klon-Lebensmittel

29.03.2011 – Die EU-Verhandlungen über eine Kennzeichnung von „Klonfleisch“ sind offenbar gescheitert. In der Nacht zu Dienstag konnten sich Parlament, Rat und Kommision nicht auf eine entsprechende Regelung verständigen. Damit bleibt alles beim Alten: Fleisch und andere Produkte von Klon-Nachkommen können den Verbrauchern weiterhin ohne jeden Hinweis untergejubelt werden. In Europa sind sie bereits im Handel.

>>> weiterlesen auf foodwatch.de, die essensretter

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* G I F T

Erstellt von UP. am 23. Februar 2011

Schon bedrückend, wofür die Strohfrau des Hosenanzuges in Brüssel im Sinne der Polit-Futtermittel-Mafia ihre Erfüllungsgehilfen die Hand hat hochheben lassen. Wehner hatte Recht: Abgeordnete sind „nur“ ihrem Gewissen unterworfen. Dies gilt nicht für Minister, die haben keines.
Der letzte Dioxin-Skandal war scheinbar nicht Anlass genug, alles im Sinne des Amtseides
»Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen Jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.«
in Bewegung zu setzen. Die Korruption und der Lobbyismus ist längst Teil des Polit-Systems geworden, wie die Zustimmung in Brüssel beweist und der ‚Liebe Gott‘ ist den Politikern sch…egal.Die Politikverdrossenheit der Bürger tut ein Übriges. 77’000 Stimmen sind nicht einmal 0,1 % ! ! ! Die Menschen gehen resignierend davon aus, dass die Regierung sowieso das tut, was sie will.

Gentechnik
Mittwoch, 23. Februar 2011 – 348.416 Abonnenten
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EU lässt illegale Gentechnik ins Tierfutter!

Gestern entschieden die EU-Länder, dass Futtermittel künftig mit Bestandteilen illegaler Genpflanzen verunreinigt sein dürfen. Agrarministerin Aigner stimmte dafür – trotz des Protestes von über 77.000 Campact-Aktiven.

Es war eine beeindruckende Protestwelle: Innerhalb einer Woche forderten über 77.000 Campact-Aktive Agrarministerin Ilse Aigner auf, die Gentechnik-Pläne der EU-Kommission zu stoppen. Es galt zu verhindern, dass Futtermittel künftig mit illegaler Gentechnik verunreinigt sein dürfen. Am Freitag überreichte unser Kooperationspartner, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Frau Aigner persönlich den ersten Schwung Unterschriften auf der Biofach-Messe in Nürnberg. Und am Montag veröffentlichten wir unseren Appell als Anzeige in der Süddeutschen Zeitung.

Doch Frau Aigner machte gestern trotzdem gemeinsame Sache mit der Futtermittelindustrie. Sie ließ ihren Vertreter in Brüssel die Hand heben für das Ende der bisher geltenden Nulltoleranz-Regelung. Diese Entscheidung ist womöglich erst der Anfang. Die Gentechnik-Lobby will als nächstes die EU-Kommission dazu bringen, dass künftig auch Lebensmittel und Saatgut mit Bestandteilen illegaler Genpflanzen verunreinigt sein dürfen.

Die Auseinandersetzung um die Nulltoleranz-Regelung haben wir gestern verloren. Doch gleichzeitig haben wir Ministerin Aigner klar gemacht, mit welchem Protest sie rechnen muss, sollte sie in den nächsten Monaten ihre gentechnikfreundliche Politik fortsetzen. Wir werden den Gentechnikkurs von Bundesregierung und Europäischer Union weiterhin kritisch verfolgen und zum richtigen Zeitpunkt zu Protest-Aktionen aufrufen.

Sie können uns dabei helfen: Möglich ist unsere kontinuierliche Kampagnenarbeit nur Dank der Unterstützung der über 5.500 Campact-Förderer/innen. Stellen auch Sie unsere Arbeit auf eine noch stabilere Basis und unterstützen Sie uns mit einem monatlichen Beitrag!

Werden Sie Campact-Förderer!

Als Campact-Förderer/in werden Sie zur jährlichen Ideenwerkstatt eingeladen und erhalten den vierteljährlichen Förderer-Rundbrief. Am Jahresanfang erhalten Sie eine steuerlich absetzbare Spendenquittung über Ihre Beiträge.

Mit herzlichen Grüßen

Astrid Goltz

PS. Wenn Sie bis zum 1. März Förderer/in werden, dann erhalten Sie von uns als Willkommens-Gruß das Buch „Sicherheitsrisiko Gentechnik“ von Árpád Pusztai und Susan Bardócz.


Aktuell, kritisch, aktiv! Mischen Sie sich ein und gestalten Sie Politik! Nirgendwo geht das so umfassend und schnell wie bei uns. 348.416 Menschen sind schon dabei. Innerhalb weniger Minuten verleiht Campact Ihnen eine Stimme!Mit Ihrem Abo des Campact-Newsletters sind Sie Teil des Netzwerks. Unterstützen Sie Campact!

Asrid Goltz | info@campact.de | Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden | campact.de

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* GEN-Futtermittel

Erstellt von UP. am 15. Februar 2011

Newsletter 03/2011
Dienstag, 15. Februar 2011 – 342.020 Abonnenten

Nulltoleranz für Gentechnik!

Die EU-Kommission will Futtermittel erlauben, die mit Bestandteilen illegaler Genpflanzen verunreinigt sind. Nächsten Dienstag wird in Brüssel entschieden. Deutschlands Stimme ist ausschlaggebend.

Unterzeichnen Sie unseren Eil-Appell!

Während des Dioxin-Skandals versprach Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, Gift aus Futtermitteln zu verbannen. Doch jetzt will sie Plänen der EU-Kommission zustimmen, nach denen Futtermittel künftig mit Bestandteilen von illegalen Gentech-Pflanzen verunreinigt sein dürfen. Selbst nirgendwo auf der Welt zugelassene Gentechnik käme damit über Milch, Käse, Fleisch und Eier auf unsere Teller!

Nächsten Dienstag entscheiden die Ländervertreter in der EU über die Pläne der Kommission. Etliche europäische Länder – darunter Frankreich und Ungarn – haben bei der letzten Sitzung ihre Ablehnung signalisiert. Jetzt hängt alles an der Stimme Deutschlands. Fordern Sie Frau Aigner auf, nicht länger Politik für die Futtermittelindustrie zu machen. Sie muss dafür sorgen, dass Deutschland in Brüssel mit Nein stimmt!

Unterzeichnen Sie unseren Appell an Frau Aigner!

Nach der bisherigen Nulltoleranz-Regelung darf eine Ladung Mais oder Soja nicht verwendet werden, sobald in ihr Bestandteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nachgewiesen werden, die in der EU nicht zugelassen sind. Das ist den Futtermittelherstellern und -lieferanten ein Dorn im Auge. In Brüssel haben sie all ihre Lobbymacht spielen lassen, um die Kommission zur Einführung eines Grenzwerts von eine Promille zu bringen. Nicht zugelassene GVOs dürften damit ins Tierfutter – das dulden nicht einmal die gentechnikfreundlichen Vereinigen Staaten.

Und dies ist womöglich erst der Anfang: Eine Klausel im Kommissionsvorschlag erlaubt, Grenzwerte auch für Lebensmittel einzuführen und diese Grenzwerte nach oben anzupassen.
Jetzt muss Deutschlands Stimme die geltende Nulltoleranz-Regelung schützen. Wir wollen die Ministerin mit Zeitungsanzeigen auch dort an ihre Verantwortung erinnern, wo sie die Stimme der Verbraucher/innen am wenigsten ignorieren kann – in ihrem Bundestagswahlkreis südlich von München.

Fordern Sie ein „Nein“ von Ministerin Aigner!

Machen Sie mit einer Spende die Anzeigen möglich!

Was sonst bei Campact geschieht, erfahren Sie wie immer im Nachrichtenteil.

Mit herzlichen Grüßen

Astrid Goltz und Felix Kolb

1. Atom: Am 26. Februar für die Menschenkette proben

Am 12. März, zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg bilden wir mit zigtausenden Menschen eine Menschenkette vom Uralt-Reaktor Neckarwestheim bis zur Landeshauptstadt Stuttgart. Zwei Wochen vorher, am Samstag, den 26. Februar, mobilisieren wir mit einem bundesweiten Aktionstag für die Kette: In zahlreichen Städten sollen Auftakt-Menschenketten mitten in den Innenstädten entstehen, bei denen Flyer verteilt und Bustickets zur Aktion verkauft werden. Wenn es in Ihrer Region eine Auftakt-Menschenkette gibt, kommen Sie vorbei. Wenn nicht, organisieren Sie doch noch eine – wir unterstützen Sie dabei!

Alle Infos zur Menschenkette am 12. März…

Infos zu den Auftakt-Ketten…

2. Atom-Kurzfilm: Spielen Sie die Hauptrolle bei der Menschenkette!

In einer Menschenkette kommt es auf jede Hand an. Doch was passiert, wenn jemand fehlt? Das zeigt unser neuer Kurzfilm im Internet – mit Ihnen in der Hauptrolle. Schon fast 20.000 Menschen haben sich den Clip angeschaut. Schauen auch Sie den Film – und geben Sie unbedingt vorher Ihren Namen ein!

Kurzfilm zur Menschenkette anschauen…

3. Aktionstag: Stuttgart 21 bremst Nahverkehr aus!

Am 5. Februar nahmen in 40 Orten in Baden-Württemberg große Nahverkehrszüge aus Pappe an Fahrt auf und wurden von Stuttgart 21 ausgebremst. Über 4000 Menschen in 40 Orten zeigten kurz vor der Landtagswahl, dass das Prestigeprojekt Milliarden verschlingt – die für den Nahverkehr fehlen. Campact hat den landesweiten Aktionstag zusammen mit dem BUND organisiert.

Fotos, Filme und Berichte vom Aktionstag…

4. Theodor Heuss Medaille für Campact

Das Engagement der mehr als 340.000 Campact-Aktiven entfaltet vielfältige Wirkungen. Im April werden wir mit der Theodor Heuss Medaille der gleichnamigen Stiftung ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 9. April 2011, um 10.30 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Das Campact-Team reicht diese Anerkennung an alle Aktiven, Förderinnen und Förderer weiter und dankt für den tatkräftigen Einsatz.

Weitere Informationen…

5. Bewegungen anstoßen – über das eigene Leben hinaus

Welche Menschen, Ziele und Ideale sind mir wichtig? Wie kann ich sie auch nach meinem Tod unterstützen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine neue Broschüre der Bewegungsstiftung, die Campact in der Vergangenheit gefördert hat. Die Erbschaftsbroschüre enthält neben praktischen Informationen zum Thema Testament und Erbschaft auch Erfahrungsberichte von Stifterinnen und Stiftern der Bewegungsstiftung.

Die kostenlose Broschüre kann hier bestellt werden…


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Astrid Goltz | info@campact.de | Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden | campact.de

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* Alles Bio – oder was?

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Januar 2011

Wird dieser Skandal ohne Gewinner bleiben? Wäre es nicht an der Zeit einmal darüber nachzudenken warum diese Skandale immer wieder so eintreten wie geschehen? Nach dem falschen Umgang mit Rindern die Schweine jetzt die Hühner. Von uns, den Menschen spricht keiner? Es gab auch schon einmal Zeiten einer politischen Kultur des nicht Erkennens – gleich Versagen! Wo für brauchen wir Politiker, welche nicht einmal in der Lage sind das Volk vor Unbill zu schützen? Vom täglichen Leben eines Biobauern wird hier geschrieben.

Skandal ohne Gewinner.

Früher, ja, früher war dir ein Ei wie das andere, und du wusstest nur: Wenn’s Portemonnaie leer ist, fährst du mit Knickeiern günstig. Heute stehst du beim Biobauern im Matsch und fragst ihn: Wie er das denn hinkriegt, dass in seinen Eiern nix drin ist, und vor allem: kein Dioxin.

Da zieht der Biobauer, der Johannes Erkens heißt, die Brauen zusammen, guckt ein bisschen streng und sagt doch glatt: Nein, also so etwas, das könne er nicht versprechen. Kann ja keiner behaupten, der ehrlich ist – dioxinfrei. Hoppsa!, gackernd stieben ein paar Hühner davon, die den Besuch kritisch beäugen, und du versuchst gerade, nicht umzufallen, während du auf einem Bein die Plaste-Überschuhe auf die Stiefel stülpst. Die sind nötig, hygienetechnisch, weil’s gleich in den Stall geht. „Wir leben alle unter einem Himmel“, sagt Erkens, „auf derselben Erde.“ Und dioxinfrei gibt’s da nicht mehr, nirgends. Auch ein Biobauer könnte sich da höchstens rausträumen.

Auch Bio-Landwirtschaft ist schließlich ein realistisches Geschäft. Aber ein ehrliches, mindestens wenn’s nach Erkens geht, wie hier, auf dem Kudammhof in Adelheidsdorf-Großmoor bei Celle, mit seinen durchschnittlich 5.000 Hühnern, die Herde à 1.000 Tiere, Erkens stellt sie als Amberlink Legehybride vor. Also die berüchtigten Turbohühner? „Wir brauchen eine Leistung von 250 Eiern pro Huhn“, erklärt er. Rassehühner schaffen bestenfalls etwas mehr als die Hälfte, „damit würden wir nicht hinkommen“. Die Küken werden auf Bestellung vom Züchter angeliefert. Wie gesagt, ehrlich. Und realistisch. Und in der Dioxinfrage garantieren Erkens und seine Frau Friederike Schultz, die den Hof vor 20 Jahren vom Vater übernommen hat, eben nur dafür, dass die eigenen Böden streng kontrolliert sind, dass sie selbst keine neuen Schadstoffe eintragen und den Hühnern kein zusätzliches Dioxin übers Mischfutter zuführen.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Gewinne marsch !

Erstellt von DL-Redaktion am 31. Oktober 2010

Profitable Klauseln

Bald auch HIER ? – Srupellose Politiker machen es möglch

Eine sehr gute Recherche welche die Machenschaften in der Politik Schonungslos offenlegt. Bislang geheime Verträge zeigen: Berlin hat bei der Privatisierung seiner Wasserbetriebe den Käufern hohe Gewinne garantiert – auf Kosten der Verbraucher. Die Geschichte einer räuberischen Privatisierung. IE

VON SEBASTIAN HEISER

Das Trinkwasser für Berlin schimmert im Wasserwerk Tegel leicht braungelb, oben drauf schwimmen weiße Schaumflocken.

Das Wasser wird immer teurer. Und genau das hat Gerlinde Schermer die ganze Zeit befürchtet. Sie hat dagegen gekämpft, dass es so kommt. Schermer saß in den Neunzigern für die Sozialdemokraten im Berliner Abgeordnetenhaus. Jetzt sitzt sie in einem kleinen Kellerraum unter ihrer Wohnung in Berlin-Tempelhof, sie arbeitet als selbstständige Steuerberaterin. Nebenher kämpft sie von hier aus weiter dafür, dass sich die Sache rückgängig machen lässt, die ihre Genossin Annette Fugmann-Heesing damals eingeleitet hat, indem sie folgenreiche Verträge verantwortete. Es sind die Dokumente, die dafür gesorgt haben, dass diese braungelbe Flüssigkeit, die aus dreißig bis hundertsiebzig Metern Tiefe unter der Hauptstadt hervorgepumpt wird, immer mehr kostet.

Wasser ist in vielen Gegenden der Welt Mangelware. Das Elixier des Lebens führt zu Konflikten und Kriegen. Doch unter der Berliner Oberfläche gibt es Grundwasser im Überfluss. Am Tegeler See wird die braungelbe Flüssigkeit gereinigt. Wenn das Wasser das Werk verlässt, ist es sauber und fließt durch ein 7.900 Kilometer langes Rohrnetz zu den 279.000 Hausanschlüssen. Es spritzt aus Duschköpfen, läuft in Spülbecken, schwallt aus Toilettenkästen. Drei Personen in einer 100-Quadratmeter-Wohnung zahlen in Berlin pro Jahr rund 720 Euro an die Wasserbetriebe. 165 Euro davon bleiben als Gewinn für die Eigentümer.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Profitable Klauseln

DOKUMENTATION Wie Berlin den Käufern der Wasserbetriebe einen Gewinn garantiert hat, den selbst das Verfassungsgericht nicht aushebeln konnte

VON SEBASTIAN HEISER

Warum sollte man denn mit Wasser keine Gewinne machen dürfen?

Die Berliner Wasserbetriebe haben ein Monopol sowohl auf die Versorgung der Hauptstadt mit Leitungswasser als auch auf die Reinigung des Abwassers. Haushalte sind gesetzlich gezwungen, sich ans Netz anzuschließen. Die Wasserbetriebe sind, trotz der Beteiligung privater Anteilseigner, formal weiter eine Anstalt öffentlichen Rechts. Für ihre Tarife gelten der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Grundrecht auf Gleichbehandlung aus Artikel 3 des Grundgesetzes. Die Richter des Berliner Verfassungsgerichtshofes leiteten daraus ab, es müsse bei den Tarifen „eine sachgerechte Verknüpfung zwischen den Kosten und der Höhe des zu erhebenden Entgelts“ geben. Zwar gebe dies „dem Gesetzgeber innerhalb gewisser Grenzen einen Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum“. Auch Gewinne seien möglich. Man dürfe die Tarife aber nicht „völlig unabhängig von den tatsächlichen Kosten“ ansetzen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Der Wasservertrag auf dem TAZ Rechercheblog

Die Wasserprivatisierung im TAZ Faktenscheck

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Grafikquelle :

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Getreide und die Börse

Erstellt von DL-Redaktion am 14. April 2010

Getreide wächst nich an der Börse

Schon die Reiskrise im Jahre 2008 zeigte der Welt wie sehr  Nahrungsmittel immer mehr zu einem Thema an den Spekulationsbörsen werden. Nachdem die großen Reisanbauländer in Südostasien damit begannen aufgrund erwarteter Missernten riesige Vorräte anzulegen, wurde 2008 der Reisverkauf in Amerika durch zum Beispiel die Handelskette Wal-Mart reguliert. Der Preis für Reis verdoppelte sich in den Staaten innerhalb kürzester Zeit, während sich in Asien der Preis sogar verdreifachte. Festzustellen ist letztendlich das sich an der damaligen Situation rein gar nichts verändert hat. Leidtragende  wie immer in solchen Fällen. An erster Stelle die Ärmsten der Armen. IE.

Nur die Wiederbelebung des lokalen Anbaus kann die leeren Kornkammern füllen.
von Dominique Baillard

In Burkina Faso und Kamerun: Revolten und Unruhen gegen das „teure Leben“. Im Senegal: Demonstrationen gegen Brotpreiserhöhungen in Dakar. In vielen Ländern Afrikas leiden die Menschen unter dem rapiden Anstieg der Weltmarktpreise für Getreide. Reisimporte aus Asien werden immer teurer, auf den US-Märkten brechen die Preise für andere Getreidearten alle bisherigen Rekorde.

Damit wird die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln wieder zum erstrangigen Problem, sogar in den industrialisierten Ländern. Jean Ziegler, bis vor kurzem UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, warnt vor der Gefahr von Hungerepidemien im Westen des Schwarzen Kontinents.(1) Und selbst in Großbritannien zeigte sich das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt schon im Dezember 2006 besorgt über die Gefahr für die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln.(2)

Seitdem sind weltweit die Preise für Milch, Speiseöl, Reis oder Getreide geradezu explodiert. An der Chicagoer Börse, dem Zentrum des globalen Weizenhandels, stieg der Weizenkurs allein zwischen Mai und September 2007 von 200 Dollar auf 400 Dollar. Mitte März 2008 kletterte der Getreidepreis erneut in die Höhe, nachdem sich die Exportkapazitäten der USA praktisch erschöpft hatten. Binnen einem Jahr ist damit der Weizenpreis auf dem US-Terminmarkt um 130 Prozent gestiegen.

Quelle : Le Monde diplomatique >>>>> Weiterlesen

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Fotoquelle .

GestumblindiEigenes Werk

Feld (wahrscheinlich Triticale) in Gossliwil in der Gemeinde Buchegg, Kanton Solothurn, Schweiz. Ein Teil des Dorfes ist im Hintergrund zu sehen.

 

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Europas Gier…

Erstellt von DL-Redaktion am 11. April 2010

…ist Afrikas Hunger

Yetersiz beslenmenin sonucu.png

Die Nacht ist schwarz und mondlos, der Sturm peitscht fast in Orkanstärke übers Meer. Haushohe Wellen stürzen krachend auf das hölzerne Fischerboot herunter. Zehn Tage zuvor hat das Boot in einer kleinen Bucht in Mauretanien mit über hundert afrikanischen Hungerflüchtlingen abgelegt. Wunderbarerweise wird es am Ende auf ein Riff vor der kleinen kanarischen Insel El Medano geworfen. Im Boot findet die spanische Guardia Civil die Leichen von drei jungen Männern und einer Frau, die an Hunger und Durst gestorben sind.

Das war im Mai letzten Jahres. In derselben Nacht strandete auf der nahen Insel El Hierro ein weiteres Boot mit sechzig Männern, siebzehn Kindern und sieben Frauen, die knapp dem Tode entkommen waren.(1) Und weiter westlich im Mittelmeer, 150 Kilometer südlich von Malta, entdeckte ein Beobachtungsflugzeug der EU-Grenzagentur Frontex ein überfülltes Schlauchboot mit 53 Passagieren, darunter Frauen und kleine Kinder, das manövrierunfähig auf der unruhigen See dahintrieb. Nach seiner Rückkehr auf die Militärbasis in La Valletta informierte der Pilot die maltesischen Behörden. Die verweigerten jegliche Hilfe unter dem Vorwand, das Boot treibe in der „libyschen Forschungs- und Sicherheitszone“. Dass Laura Boldini, die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks, Malta aufforderte, ein Rettungsboot zu entsenden, bewirkte nichts. Und Europa schaute weg. Von dem Flüchtlingsboot wurde nie wieder etwas gesehen.

Es war nicht das erste, und es wird nicht das letzte sein. Man schätzt, dass jedes Jahr etwa 2 Millionen Menschen versuchen, illegal auf das Territorium der EU zu gelangen. Von ihnen kommen etwa 2 000 im Mittelmeer um, und ebenso viele dürften es im Atlantik sein. Von Mauretanien und Senegal aus steuern sie die Kanarischen Inseln an, von Marokko aus versuchen sie, die Meerenge von Gibraltar zu überqueren.

Quelle : Le Monde diplomatique >>>>> Weiterlesen

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:Fotoquelle :Photo by Dr. Lyle Conrad Created by .dsm.Source of statistic: The State of Food Insecurity in the World 2004: Monitoring Progress Towards the World Food Summit and Millennium Development Goals. Source of photo: Starved girl.jpg

 

  • Gemeinfrei
  • File:Yetersiz beslenmenin sonucu.png
  • Erstellt: Photo from late 1960s

 

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Das hungernde Afrika

Erstellt von DL-Redaktion am 3. April 2010

In den Gärten des Imperialismus

Erleben wir heute ein Neues Zeitalter der Kolonialisierung? Was vor über dreißig Jahren in Teilen Asiens begann, überschwemmt nun auch den Kontinent Afrika. Eine neue Form der Besetzung durch die Reichen Staaten dieser Erde. IE

Ein Bericht zur Welternährung von John Vidal.

Das hungernde Afrika wird zum Acker der reichen Industriestaaten – für Biosprit, Blumen und Nahrungsmittel

Wir biegen von der Hauptstraße nach Awassa ab, können die Wachleute überreden, uns durchzulassen, und fahren eine Meile über brachliegendes Land, bevor wir schließlich das künftig größte Treibhaus finden. Der Ausbau der Anlage unter einem Steilhang des Rift Valley ist bei weitem noch nicht fertig, aber die Konstruktion aus Stahl und Plastik erstreckt sich bereits über 20 Hektar, was der Größe von 20 Fußballfeldern entspricht. Der Leiter des Betriebs zeigt uns Tomaten, Paprika und anderes Gemüse, das in 500 Meter breiten Reihen unter automatisch von einem Computer regulierten klimatischen Bedingungen gezogen wird. Spanische Ingenieure bauen die Stahlstruktur, niederländische Technik minimiert die nötige Wassermenge. 1.000 Frauen ernten und verpacken pro Tag 50 Tonnen Grünzeug. Innerhalb von 24 Stunden erreicht es das 200 Meilen entfernte Addis Abeba und dann die Geschäfte und Restaurants von Dubai, Jeddah und anderen Orten des Nahen Ostens.

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Erde, Mangelernährung und Hunger bestimmen noch immer die Tagesordnung, mehr als 13 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Paradoxerweise bietet die Regierung trotzdem mindestens drei Millionen Hektar des fruchtbarsten Landes reichen Staaten und Privatpersonen der Welt an, die hier Gemüse für ihre Bevölkerung anbauen sollen.

Die 1.000 Hektar Land, die das Awassa-Treibhaus umfasst, sind für 99 Jahre an einen milliardenschweren saudischen Geschäftsmann verpachtet worden – den in Äthiopien geborenen Scheich Mohammed al-Amoudi, einen der 50 reichsten Menschen der Welt. Seine saudische Firma Star plant in Äthiopien in den kommenden Jahren bis zu zwei Milliarden in den Kauf und die Erschließung von 500.000 Hektar Land zu investieren. Bislang hat sie vier Areale gekauft und ist bereits dabei, Getreide, Reis, Gemüse und Blumen für den saudischen Markt anzubauen. Bei dem Unternehmen geht man davon aus, einmal bis zu 10.000 Arbeitskräfte zu beschäftigen.

Quelle : Freitag >>>>> Weiterlesen

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Fotoquelle : DFID – UK Department for International DevelopmentFlickr: Malnourished children, weakened by hunger

  • CC BY 2.0Die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Person(en) beschränken bestimmte Weiterverwendungen des Bildes ohne dessen/deren vorherige Zustimmung.Hinweise zur Weiternutzung
  • File:Malnourished children, weakened by hunger.jpg
  • Unterernährte vom Hunger geschwächte Kinder

 

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Monsanto-Mais

Erstellt von UP. am 30. April 2009

Monsanto darf Verbot von Gen-Mais nicht kippen!

File:2013, Stockholm Demonstration against Monsanto 02.jpg

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat Klage gegen das Verbot des Gen-Mais MON810 eingereicht, das Landwirtschaftsministerin Aigner Mitte April erlassen hat. Per Eilentscheid will er die Aussaat von Gen-Mais doch noch durchdrücken.

Aigner hat mit dem Verbot die berechtigten Sorgen der Bürger/innen [scheinbar]* ernst genommen und die Risiken von MON810 auf wissenschaftlicher Grundlage richtig eingeschätzt. Monsanto muss endlich respektieren, dass wir in einer Demokratie leben: Wir wollen keine Gen-Saat auf unseren Feldern.
Quelle: Campact (klicke Link)
Fordern Sie von Monsanto, seine Klage gegen das Verbot des Gen-Mais zurückzuziehen!.

[scheinbar]* << eingefüg.d.Verf.; denn mit den Kartoffeln nimmt sie es „scheinbar“ nicht so genau!!!
Das ist knallhartes politisches Kalkül! „Weg mit dem Mais“ wegen der Abfuhr durch die Wähler bei den letzten Wahlen in Bayern und ein klammheimliches JA zur Gen-Kartoffel von BASF, einem der „Grössten“ nach Monsanto:
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat heute den Versuchsanbau der Gen-Kartoffel Amflora von BASF genehmigt. „Ein großer Fehler“, so Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace.

Eine excellente erweiterte Analyse – wie gewohnt – bringt Wolfgang Lieb auf seinen NACHDENKSEITEN.

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Fotoquelle: Stockholm, Demonstration against Monsanto

Author Sigurdas  /Own work
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