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NACHRUF – Udo Jürgens

Erstellt von Redaktion am 23. Dezember 2014

Der Volkstümliche

VON JAN FEDDERSEN

Niemand im Popunterhaltungsgewerbe war so nichtdeutsch wie dieser Österreicher – und trotzdem wurden die Linken nie richtig warm mit ihm. Das lag an den Linken – und ein bisschen auch an ihm. Udo Jürgens war ein Entertainer von Klasse – und als Anti-Heino, Anti-Landser und Anti-Lagerfeuermann ein Darling der sozialliberalen Zeit, in dem sich das Publikum gern wiedererkannte.

Noch vor Kurzem feierte man seinen 80. Geburtstag, flocht ihm Kränze, dem populärsten deutschsprachigen Entertainer der Nachkriegszeit. Die innigen Elogen mussten so intoniert sein: Udo Jürgens war ja längst Legende. Ein Mann, 1934 in Klagenfurt in eine großbürgerliche Familie hineingeboren, für den nichts mehr zählte als die Musik, dem das Komponieren, das Sitzen am Flügel, das ganze rampensäuische Leben auf Tourneebühnen ein „Lebenselixier“ war, wie seine 47-jährige Tochter Jenny sagte.

Müsste man die Aura ihres verstorbenen Vaters beschreiben, wäre dies eine Skizze: Lieber größer als kleiner, bloß nicht geizig, eng oder spießig – nichts Pfäffisches oder Kommisshaftes waren ihm lieb, er hasste die Prediger des besseren Jenseits und verachtete jedes Militär.

Udo Jürgens war seit fast 50 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Star, ein Chansonnier mit Sex-Appeal, Gewinner des Bronzenen wie Silbern Bravo-„Otto“ 1968 und 1969, vergleichbar mit keinem anderen deutschsprachigen Entertainer, der in der gleichen Liga sang wie – in ihren Ländern – Charles Aznavour, Gilbert Bécaud oder Adriano Celentano.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: QWikipedia – Urheber Steindy (Diskussion) 23:25, 12 September 2010 (UTC)

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