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Was Merkel nicht sieht.

Erstellt von Redaktion am Sonntag 19. September 2010

Was Angela Merkel nicht sieht

Datei:Angela Merkel 10.jpg

Ein interessanter, zum Nachdenken animierender Artikel. Das Leben zwischen Politik und Wirklichkeit. Politiker und Bürger, Traum und Realität. Gibt es da noch eine Verbindung? Wem ist je durch einen vagabundierenden Politiker geholfen worden?

Wer möchte denn wirklich mit diesen, vor Ort zumeist Unbekannten, reden oder in Kontakt treten? Worüber reden? Liegt in der Hofierung des Besuchers nicht schon eine Art persönliche Unterwerfung? Ich glaube, hier bedient ein(e) jede(r) nur seine(ihre) ganz persönlichen Eitelkeiten. Politiker möchten niemanden kennenlernen, sie müssen gesehen werden, um sich trotz Arbeitsverweigerung für die nächste Wahl in Erinnerung zu halten. Sie waren hier und dort und werden im Nachhinein damit prahlen, Politik vor Ort gemacht zu haben, das zugestopfte Ohr immer direkt am Volk, die Großen (Spinner) dieses Landes, unsere Luftblasenerzeuger. Was möchten, können oder werden sie uns denn sagen? Wir verdienen 10.000 Euro im Monat und ihr bezieht staatliche Almosen? In Form von Hartz4, Kriegs- oder Altersrente? Das alles werden wir erhöhen, wenn wir gewählt werden! Es wird alles besser werden – das hat Schröder auch einmal gesagt.

Bürgersprechstunde in Ahlen! Warten bis die Remmers oder der Arzt kommt! Für eine Stunde! Sagen sie Aaaaahrsch. Was könnte man fragen? Wie rauh ist der Wind in der letzten Reihe im Bundestag? Warum wird im Kreisrat WAF mit der CDU / FDP abgestimmt, oder sich bestenfall mal enthalten, obwohl das Programm der Partei anderes aussagt? Sind dir hier vor Ort, ausser denen, von dir in Posten und Mandate hinein Manipulierten auch andere Personen bekannt? Antworten, wenn sie es denn kann – leere Wortfragmente, Hülsen wie bei der Merkel auch. Politiker-sprech.  Steht  der  Sack  Reis in  China  noch? Diese Frage scheint wichtiger.

Erzählen sie nicht nur das, was sie auch selber hören möchten? „Arbeitet mehr in der Politik, macht mit, auch in den sozialen Einrichtungen“. Natürlich ohne Entgeld – ehrenamtlich. Ihr die Arbeit – uns das Geld, die Ehre, damit wir Deutschland sind und so die nächste Wahl gewinnen und wir, die von euch Gewählten unsere Bezüge behalten.“

Versteht ihr jetzt den Schwachsinn, welcher hinter solchen Aktionen steht und durch die Beteiligung einer schweigenden Basis immer so weiter gehen wird? Wacht auf Leute, macht diese dummen Spielchen nicht weiter mit!
IE

Autorin :  WALTRAUD SCHWAB

Zwölf Monate Schwarz-Gelb. Letztes Jahr tingelte die Kanzlerin durch die Republik. Was hat sie sich angeschaut? Was nicht? Das Ungesehene zeigt: Die Regierenden leben in einer Wirklichkeit, die Regierten in einer anderen. Eine Abrechnung.

Angela Merkel war in Trappenkamp. In Schleswig-Holstein liegt der Ort, in dem 4.500 Menschen wohnen. In die Arndtstraße hat sie sich einfliegen lassen und dort „Di.Hako“ besucht – ein Zulieferer für Straßenreinigungsgeräte. Das Dach der Fabrik ist zackig wie der Kamm eines Molches.

Merkel hat sich das Unternehmen mit 75 Angestellten angeschaut – die Hälfte von ihnen ist behindert. Sie hat Hände geschüttelt. Die vom dynamischen Geschäftsführer Peter Speckhahn-Hass, auch die von Ibrahim Bogdo, einem Arbeiter. Trappenkamp selbst, das nach dem Krieg auf einem Minenlager gegründet wurde und wo heute Menschen aus vierzig Ländern leben, stand nicht auf ihrer Agenda.

Auf Merkels Mittelstandsreise war das. Im Sommer 2009. Die Kritik, dass nur Opel, Audi, Schaeffler Subventionen bekommen, wo doch die mittleren Unternehmen 70 Prozent der Arbeitsplätze schaffen, sollte mit einer PR-Kampagne pariert werden. „Eine perfekt inszenierte Theatershow war es“, sagt Speckhahn-Hass, der Chef von Di.Hako. „Jeder Griff, jedes Wort war geplant.“

Er zeigt die Fabrik, die Halle mit den computergesteuerten Maschinen, wo Präzisionsteile gefräst, geschnitten, gedreht werden. Und die Montagehalle. Da werden Menschen gebraucht, die alles zusammenbauen – wie der korpulente Jörn Patzer im roten Overall. Beim Nachdenken versinkt er in einem Abgrund. Beim Auftauchen aber fängt er an aufzuzählen, was er montiert: „Bremspedale, Absaugeinheit, Besenschwinge, Fahrgeber“ – er ist nicht zu stoppen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle :  Author / Autor: Kuebi = Armin Kübelbeck

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

3 Kommentare zu “Was Merkel nicht sieht.”

  1. zauberhaft sagt:

    Und der Ausverkauf Deutschlands an die Atomis geht weiter .
    Die Frau von der Ostsee hat den Startschuss gegeben und die Lobbyisten verlangen mehr.
    2,3 Mrd. werden auf die Strompreise umgelegt und somit zahlt der gebeutelte Hartz IV-Bezieher den Laden mit einer Extraportion.
    (Stromkosten sind im ALG II enthalten ! – keine zusätzlichen Bezüge)!!!
    Demos gegen Stuttgart 21 und Atomausstieg vom Ausstieg werden die Merkel nicht beeindrucken und WW schon gar nicht. Der plant schon den nächsten Schritt . Verkürzung von ALG I für 50plus.
    Der schwarz-gelbe Haufen hat nur Streichungen für die Bevölkerung auf der Agenda und Zuwendungen für die Gesetzesschreiber…die Lobbyisten.
    Die haben doch bereits eigene Schreibtische in den Ministerien und im Kanzleramt.

    Von der Leine an die Leine mochte gerne Hartz IV umbenennen , aber was hätte da raus kommen sollen : Merkel-Almosen ?
    Die Streichungen im Sozialen sind klassisch für eine schwarz-gelbe Klientelpolitik wie wir sie seit 11 Monaten erleben müssen.

    Die Linken sind seit der BP-Wahl und der Vorstand Geschichte nicht mehr ERNST zu nehmen.

    Mit der Landtagswahl im BW und Berlin wird ein neues Zeitalter eingewählt : GRÜN-ROT … mal was anderes.

  2. Gabi Köhler sagt:

    Moin,Moin,
    ich kann meiner Vorrederin/Schreiberin nur Recht geben.
    Im Grunde ist es doch so, dass die Bürger jemanden haben wollen, der ihre Interessen vertritt, nur haben sie dabei die Wahl zwischen Pest und Cholera! Leider! Gibt es denn überhaupt noch jemanden, der Regierungsfähig ist? Ich kenne zurzeit niemanden.
    Übrigens das interessante mit den Stromkosten bei Hartz IV ist, dass sie nicht in den Bezügen auftauchen, wirtschaftet aber jemand gut und bekommt eine Rückzahlung, so wird diese wiederum als Einkommen abgezogen, was ist das denn für eine Logik? Gar keine, würde ich mal sagen!
    Die Ämter legen sich das doch alles so zurecht, wie sie wollen und verscuht man ihnen einmal die Daumenschrauben an zu legen, dann wird man auf das übelste Beschimpft und Beleidigt, also wird der § 1:“Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Doch wohl voll untergraben, doch das interessiert weder die Leute vom Amt noch unsere Politiker, allerdings umgedreht wird ein Schuh draus. Diese Doppelmoral, die wir tagtäglich überall wiederfinden, hängt mir der Maßen zum Hals raus!
    Hauptsache unsere Politiker stopfen sich die Taschen voll und finden es dann noch unverschämt, wenn es bekannt wird und alles stimmt dann ja gar nicht so! Hä?
    Wenn wir Bürger aber einen Fehler machen, noch nicht einmal beabsichtigt, dann hält Vater Staat direkt die Hand auf und es wird mit Sanktionen gedroht.
    Ich dachte wir sind alle Menschen und sollen auch vor dem Gesetz alle gleich behandelt werden, oder habe ich da etwas verpasst?
    Fazit: Die Deppen Politiker dürfen machen was sie wollen und wir müssen uns deren bescheuerten Gesetzten beugen, soll heißen, gilt nicht für alle!
    Wirklich interessant!

  3. Ingo Engbert sagt:

    @ Gabi,

    bitte nicht der Vater Staat und auch nicht die „Mutti“! Eltern unterstützen und helfen ihren Zöglingen im Normalfall. Ausnahmen bestätigen die Regel. Fürsorgende Eltern würden selber hungern, bevor sie ihren Kindern etwas vorenthalten. Ich würde schreiben der ‚Moloch‘ Staat, denn dieser frisst seine ihm Anvertrauten !

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