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RENTENANGST

LINKE versinkt im Chaos

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Mai 2012

Ernst verkauft Friede, Freude, Eierkuchen

Die Aussage des Klaus Ernst am Dienstagabend nach der Krisensitzung vor der Presse, hörte sich sehr nach Friede, Freude, Eierkuchen an. Doch wie heute in der Presse verbreitet wird herrscht vor allen Dingen beim Landeschef von Mecklenburg – Vorpommern Steffen Bockhahn aufgrund der Sprachregelung Fassungslosigkeit: „ Das war anders abgesprochen. Es gab keine breite Zustimmung. Das ist gelogen.“ Ebenfalls Halina Wawzyniak lässt heute in der TAZ verlauten: “ Seit wann ist es breite Zustimmung, wenn die meisten Westlandesverbände dazu ja sagen und die meisten Ostlandesverbände nein?“

So wirbt der amtierende Parteichef Klaus Ernst offensiv für die Rückkehr Lafontaines an die Spitze. Er will für ihn gern auf eine neue Bewerbung verzichten und sieht in der Linken eine klare Mehrheit für Lafontaine. Eine Urabstimmung würde „so eindeutig für Oskar Lafontaine ausgehen wie fast keine andere Abstimmung außer vielleicht die über unser Programm. Da hatten wir 96 Prozent Zustimmung“, sagte Ernst am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Wulf Gallert, Vorsitzender der Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, äußerte sich auf Facebook empört: „Klaus Ernst schießt heute den Vogel ab. Er sagt nun, dass Lafontaine in einer Urabstimmung klar die Mehrheit bekommen würde. Er hat die beantragte Urabstimmung dazu massiv verhindert.“ Wenn er jetzt behaupte, dass Lafontaine bei einer Mitgliederbefragung klar eine Mehrheit bekommen würde, dann sei das „eine so bodenlose Frechheit, dass es mir die Sprache verschlägt“.

Der weil hat sich wie zu lesen ist, auch Gregor Gysi hinter den Vorschlag Lafontaine wird Parteichef und Bartsch Geschäftsführer, gestellt. Dieser Vorschlag wird aber nicht nur von den beiden Kontrahenten Lafontaine und Bartsch nicht akzeptiert werden können, sondern er wird auch aufgrund der verschiedenen Ansichten über die zukünftige Richtung der Partei nicht wirklich empfehlenswert sein.

Wer auch wird sich, als Mensch mit ein wenig Rückgrat hinter den Vorschlag des Despoten Lafontaine stellen, welcher die Partei wie seinen Privatbesitz, Sahra Wagenknecht, regieren möchte.  Alles aus einer Hand. „Alles alte Kumpel“ wäre hier das immer wieder kehrende alte Motto auf das wir so oft hingewiesen haben! Da werden an der „Lafontaine Börse“ Personen wie folgt gehandelt: Maurer als Geschäftsführer, Bierbaum als Schatzmeister (zum vertuschen der Saar-Kassen Unregelmäßigkeiten? ), Wagenknecht Fraktionsvorsitzende und auch für einen Kreide fressenden Ernst wird sich noch etwas finden lassen. Weitere Namen werden mit Sicherheit folgen.

Im Saarland kündigte Lafontaine kürzlich per Pressebericht bereits an, in Zukunft nur noch  Kandidaten als Mandats-Bewerber zu akzeptieren welche von ihm persönlich für gut geheißen werden. Soviel Selbstgerechtigkeit in einer sich pluralistisch nennenden Partei ist an und für sich für einen Normal-Denkenden unmöglich. Warum es für solch einen politischen Unsinn keinen Parteiausschluss gibt ist auch nur den Insidern bekannt und ein direkter Hinweis darauf, dass die Schiedskommissionen bereits von einer langen Hand manipuliert werden. Wie lange wollen sich tausende von Mitglieder von einigen wenigen Verrückten noch durch den Dreck ziehen lassen?

Dabei wäre eine Spaltung der Partei, zurück zu den Wurzeln vielleicht sogar die einzige Überlebenschance. Da sich die meisten Realisten im Westen dem Osten anschließen würden, blieben im Westen die K-Gruppen mit ihren 1,5 % Wahlerfolgen in den Startlöchern zurück. Das wäre letztendlich immer noch besser als sich vom schlechten Stil Lafontaines erpressen zu lassen. Dieser hat die jetzige Eskalation aus taktischen Erwägungen einer hinhalte Strategie bewusst so herbeigeführt um letztendlich für sich die Oberhand zu behalten. Dieses geschieht nicht zum Wohle dieser Partei sondern einzig der Stärkung seines Ego.

Hier ein Interview zur Lage der Partei von Wulf Gallert:

„Ich habe in der Linkspartei schon Schlimmeres erlebt“

Wulf Gallert kritisiert Lafontaines „patriarchale Vorstellungen von der Partei“

taz: Herr Gallert, Oskar Lafontaine will Parteichef werden, wenn es keine Konkurrenzkandidatur gibt. Was halten Sie davon?

Wulf Gallert: Ich habe damit zwei Probleme. Wer Parteivorsitzender werden will, von dem verlange ich eine Analyse unserer Situation. Wir haben in zwei Jahren die Hälfte unserer Wähler und sogar noch mehr Zustimmung in der Bevölkerung verloren. Welche strukturellen Ursachen hat das? Dazu höre ich weder von Oskar Lafontaine noch von Klaus Ernst Grundlegendes.

Lafontaine will klaren Oppositionskurs …

Mit der Ansage „Kurs halten, keine Debatten, eine möglichst stromlinienförmige Partei“ sind wir doch gescheitert. Mein Vorbehalt gegen Lafontaines Kandidatur ist: Es fehlt eine vernünftige Problemanalyse. Einige scheinen der Meinung zu sein, dass alles in Ordnung war, außer dass Oskar Lafontaine nicht Parteivorsitzender war. So geht es nicht. Sahra Wagenknecht hat zum Beispiel gesagt, dass unsere Partei nicht mehr zu erkennen ist, weil es unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns gibt. Das ist mir zu oberflächlich. Und: Zeitgleich mit der Wahlniederlage in Schleswig-Holstein und in NRW haben wir bei den Kommunalwahlen in Thüringen einen historischen Erfolg erzielt. Das wird überhaupt nicht thematisiert.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :  DL – Foto privat / CC BY-SA 3.0 de

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