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RENTENANGST

Steuerlügten für die Mitte

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Juni 2017

FDP und CDU belügen die „Mitte“

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Autorin Ulrike Herrmann

Die Parteien bedienen Millionäre, anstatt Facharbeiter zu entlasten. Sie werben um die „Mitte“, sehen sie aber nur als Stimmvieh für klassische Klientelpolitik.

Die FDP will in den Bundestag zurückkehren – und am liebsten gleich in die Regierung einziehen. Mehrheiten sind aber ohne die Normalverdiener in der „Mitte“ nicht zu gewinnen, wie auch die Liberalen wissen. Deswegen heißt der zentrale FDP-Slogan jetzt: „Wir sind die Alternative für die ungeduldige Mitte.“

Ein ausgebautes Programm hat die FDP noch nicht, aber es gibt schon einen poppigen Internetauftritt. Diese bunte Werbewelt macht klar: Die Liberalen halten die „ungeduldige Mitte“ für ziemlich dämlich. Denn die FDP hantiert mit einer krassen Steuerlüge und glaubt offenbar, dass die Wähler diesen Betrug nicht bemerken.

Die einzige konkrete FDP-Forderung lautet nämlich: „Endlich Entlastung durch die Abschaffung des Soli bis 2019.“ Die Liberalen suggerieren, dass vorneweg die Normalverdiener profitieren würden, wenn der Solidarzuschlag entfiele. Doch dies ist falsch. Den Solidarzuschlag zahlen vor allem die Besserverdienenden.

Konkret: Eine Familie mit zwei Kindern zahlt überhaupt gar keinen Soli­darzuschlag, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen weniger als 52.000 Euro beträgt. Ein solches Einkommen können aber nur wenige Haushalte verbuchen, denn selbst Vollzeitbeschäftigte verdienen im Mittel nur knapp 42.000 Euro im Jahr.

„Mittelstandsbauch“

Die FDP ist also ganz die alte: Sie bleibt eine Partei für Zahnärzte und Anwälte. Die „Mitte“ interessiert nur als Stimmvieh, um Privilegien für die Besserverdienenden zu sichern. Leider scheint dieses Konzept aufzugehen, denn FDP-Chef Christian Lindner ist aktuell weitaus beliebter als etwa SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Es zieht immer, „Entlastungen“ bei der Steuer zu versprechen. Auch die CDU hat diesen Trick entdeckt. Finanzminister Wolfgang Schäuble will 15 Milliarden verteilen, aber das reicht vielen Unionsmitgliedern noch nicht. So will Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann den „Mittelstandsbauch“ abschmelzen. „Mittelstand“ klingt ebenfalls nach „Mitte“ und nach Normalverdiener – und wieder werden die Wähler getäuscht.

Quelle  :  TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :  Die Publizistin Ulrike Herrmann 2016 bei einem Vortrag zum Thema Vom Anfang und Ende des Kapitalismus im Club W71, Weikersheim.

 

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Spekulationsgeschäfte

Erstellt von DL-Redaktion am 23. Januar 2016

Deutsche Trottel

von Ulrike Herrmann

Die echten Spekulanten waren raffinierter als im Film „Big Short“. Die Kunst war nicht, den Crash zu erahnen – sondern auf ihn zu wetten

Schräge Helden sind beliebt im Kino. Auch im neuen Film „Big Short“ sind ein paar Außenseiter die Schlausten: Ein einäuiger Arzt, ein Choleriker, ein smarter Banker, ein Aussteiger und zwei Provinzler sehen früh die Finanzkrise kommen und setzen auf den Crash. Sie wetten gegen die Großbanken der Wall Street – und kassieren Milliarden.

Der Film beruht auf wahren Ereignissen und echten Personen, aber den eigentlichen Clou kann er nicht erzählen, denn die realen Spekulationsgeschäfte waren so kompliziert, dass sie eine Komödie sprengen. Also beginnt „Big Short“ mit einer Fiktion: Entgegen den Tatsachen wird behauptet, dass damals fast niemand bemerkt hätte, dass sich in den USA eine Immobilienblase aufgepumpt hatte. Die Außenseiter werden als Hellseher inszeniert.

In Wahrheit war es andersherum: An der Wall Street wussten viele Banker, dass es eine Immobilienblase gab. Selbst Laien wurde mulmig. Zwischen Januar 2004 und Sommer 2005 verzehnfachten sich bei Google die Suchanfragen zu „Immobilienblase“. Auch die US-Medien entdeckten das Phänomen früh und erwähnten es bereits 2005 genau 3.447-mal.

Die Zahlen sprachen für sich: 2001 lag das Volumen aller Hypotheken in den USA bei 5,3 Billionen Dollar; 2007 waren es gigantische 10,5 Billionen. Noch nie hatte es eine derartige Kreditexplosion gegeben. „In nur sechs Jahren stiegen die Hypothekenschulden der amerikanischen Haushalte fast so stark wie im Laufe der mehr als 200-jährigen Geschichte unseres Landes“, stellte die Untersuchungskommission des US-Repräsentantenhauses später fest.

Aus Derivate Wertpapiere basteln

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Quelle:Doug Kline from Los Angeles, CA, USA –/– CC BY 2.0

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Die Krise der Ökonomen

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Dezember 2015

Debatte Kapitalismus

von Ulrike Herrmann

Viele Wirtschaftsprofessoren verhalten sich wie Oberpriester: Sie stellen nur Behauptungen auf, Argumente fehlen gänzlich.

Queen Elizabeth II. regiert seit mehr als 60 Jahren, aber denkwürdige Zitate hat sie kaum geliefert. In Erinnerung geblieben ist nur eine Frage, die sie nach dem Finanzcrash 2008 gestellt hat: „Wie konnte es passieren, dass niemand diese Krise vorhergesehen hat?“ Genauso legendär ist die Antwort der britischen Ökonomen. In einem dreiseitigen Brief kommen sie zu dem Schluss: „Um die Sache zusammenzufassen, Ihre Majestät, war dies ein Versagen der kollektiven Vorstellungskraft vieler kluger Menschen.“

Die Queen ist nicht die Einzige, die sich wundert. Auch Kanzlerin Merkel kann mit vielen Ratschlägen nichts anfangen, die sie von Wirtschaftswissenschaftlern erhält. Im Sommer 2014 war sie nach Lindau eingeladen, wo sich die Nobelpreisträger für Ökonomie trafen. Die Kanzlerin schonte die Herren nicht. Höflich, aber deutlich warf sie ihnen vor, einen absurden Wahrheitsanspruch zu vertreten. Die Ökonomen sollten „die Ehrlichkeit haben, die Fehlerquoten oder die Unschärfen anzugeben, wenn man es nicht ganz genau weiß“.

Wenig später machte sich die Kanzlerin über ein Herbstgutachten der „Fünf Weisen“ lustig, weil die Mehrheit der Sachverständigen geschrieben hatte, dass der Mindestlohn schuld sei, dass die Wirtschaft schwächelt. Nur: Der Mindestlohn galt damals noch nicht. Die Kanzlerin merkte mit typischer Süffisanz an, es sei „nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon die konjunkturelle Dämpfung hervorrufen kann“.

Der Ratsvorsitzende Christoph Schmidt war noch Monate später schockiert, dass die Kanzlerin es gewagt hatte, die Weisheiten der „Fünf Weisen“ zu hinterfragen. Gegenüber Vertrauten kündigte er an, dass er das nächste Mal „Argumente vorbereiten“ werde. Unfreiwillig hat Schmidt das zentrale Problem benannt: Die Mainstream-Ökonomie weiß nicht mehr, was ein Argument ist. Es werden einfach Behauptungen aufgestellt. Diese sogenannte Neoklassik ist keine Wissenschaft, sondern ähnelt einer Religion, die Glaubenssätze verkündet.

Lehrbücher bedeuten Macht

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author boellstiftung auf Flickr  —- CC-by-sa 2.0

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Debatte TTIP und Flüchtlinge

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Oktober 2015

Freihandel zwingt zur Flucht

Schurken aller Länder vereinigt euch.

von Ulrike Herrman

Wer künftige Flüchtlingskrisen vermeiden will, muss TTIP verhindern. Stattdessen benötigt die Welt eine neue Form des Protektionismus.

Die Flüchtlingskrise und das Freihandelsabkommen TTIP scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Aber das ist nur der erste Blick. Der Freihandel lässt die Schwellen- und Entwicklungsländer verarmen und kostet manchmal auch Leben
.
Natürlich sind die Zusammenhänge nicht so platt, dass jede Flucht ökonomische Gründe hätte. Die Syrer wollen Assad und dem „Islamischen Staat“ entkommen, sie fliehen vor Fassbomben und Granatsplittern. Aber es sind längst nicht nur Kriegsflüchtlinge nach Europa unterwegs. Viele Menschen verlassen ihr Land, weil sie keine Perspektive sehen.

 Seitdem fast eine Million Flüchtlinge die deutsche Grenze erreicht haben, ist es modern, ihnen zu versprechen, „ihre Lebenschancen in der Heimat zu verbessern“ (Merkel). Diese Idee ist richtig, bleibt aber vage. Daher zwei Vorschläge: Die Freihandelsabkommen mit ärmeren Ländern werden ausgesetzt – und Steueroasen sofort geschlossen.

Um zunächst beim Freihandel zu bleiben: TTIP berührt die Schwellen- und Entwicklungsländer zwar nicht direkt, weil es als Abkommen zwischen den USA und Europa konzipiert ist. Doch die Ambitionen reichen weiter. TTIP soll „weltweite Maßstäbe“ setzen, wie Wirtschaftsminister Gabriel gern betont. Für den Handel zwischen den USA und Europa würde nämlich gar kein Freihandelsabkommen benötigt – der Güteraustausch funktioniert längst. Jeden Tag schippern Waren im Wert von 1,8 Milliarden Dollar über den Atlantik.

An TTIP wird nur so verbissen gearbeitet, damit es zu einem ideologischen Denkmal für den Freihandel wird. Denn der Widerstand gegen den bedingungslosen Warenverkehr wächst in den Entwicklungs- und Schwellenländern – zu Recht.

Quelle:: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Pete Souza Auf die Infoboxvorlage des Erstellers verlinken wikidata:Q2073333

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Geld ist nur Geld

Erstellt von DL-Redaktion am 13. August 2015

Debatte Schuldenschnitt

Von Ulrike Herrmann

Der IWF hat recht: Man muss die griechischen Schulden streichen. Deutschland und Frankreich sollten dafür zahlen, dass ihre Banken gerettet wurden.

Der nächste Streit rund um Griechenland ist bereits in Sicht – und diesmal wird es spannend. Denn der Internationale Währungsfonds (IWF) besteht darauf, dass es zu einem „Schuldenschnitt“ kommt. Dagegen stemmen sich die Euroländer vehement, vorneweg Finanzminister Schäuble.

Diese strategische Konstellation ist neu, denn offenen Krach zwischen den Gläubigern gab es bisher nicht. Doch jetzt werden die Differenzen nicht mehr verdeckt. Erst am Mittwoch hat IWF-Chefin Christine Lagarde wieder klare Kante gezeigt: In einer Online-Pressekonferenz sagte sie, dass ein Schuldenschnitt „unvermeidlich“ sei. Damit wählte sie ein maximales Eskalationswort. Unvermeidlich ist unvermeidlich. Dahinter kann sie kaum noch zurück.

Die griechischen Staatsschulden belaufen sich momentan nominal auf etwa 322 Milliarden Euro. Dies entspricht etwa 180 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. So viel ist klar. Nicht ganz so klar ist, was genau ein „Schuldenschnitt“ sein könnte. Vor allem zwei Fragen stellen sich: Wie organisiert man ihn? Und wer zahlt am Ende?

Ein eleganter Schuldenschnitt wäre, einfach die Laufzeiten der griechischen Kredite zu verlängern, die Zinsen zu senken – und am Anfang tilgungsfreie Zeiten vorzusehen. Einziges Problem: Diesen Trick hat man schon angewandt, sodass kaum noch Manövriermasse bleibt. Der IWF hat es jüngst vorgerechnet: Momentan zahlt Griechenland im Durchschnitt nur noch 2,3 Prozent Zinsen auf seine Schulden – und ist trotzdem pleite.

Oder andersherum betrachtet: Selbst wenn man die Kredite noch weiter streckt und die Zinsen noch weiter senkt, könnte Griechenland seine Schulden nur bedienen, wenn seine Wirtschaft jährlich um mindestens 1 Prozent wächst. 1 Prozent mag zunächst harmlos klingen. Nach kleinem
Fliegenschiss.

Tatsächlich ist aber ein Wachstum von 1 Prozent nicht selbstverständlich. Selbst die USA kamen von 1997 bis 2014 nur auf ein durchschnittliches Wachstum von 1 Prozent pro Kopf – und Griechenland ist längst nicht so leistungsfähig.

Zudem gibt es noch eine weitere Hürde, wie der IWF herausstreicht: Um den Kreditberg stabil zu halten, müsste Griechenland einen jährlichen Primärüberschuss von mindestens 3 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen. Dieses Ziel ist jedoch völlig illusorisch und grenzt an Wahnsinn.

Quelle: Taz >>>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Avij (Diskussion · Beiträge)

Ich, der Urheberrechtsinhaber dieses Werkes, veröffentliche es als gemeinfrei. Dies gilt weltweit.

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Am Deutschen Wesen …..

Erstellt von DL-Redaktion am 19. April 2015

Missionar auf Reisen

AUS BRÜSSEL ULRIKE HERRMANN

ORTSTERMIN Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaft und meistdiskutierter US-Kolumnist, besucht Europa. Er wundert sich über das „Paralleluniversum“ von Schäuble, in dem Strukturreformen und Sparpakete helfen

Der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman kann polemisch sein, aber er bleibt immer freundlich. Auch diesmal lächelt er, als er die jüngsten Äußerungen von Finanzminister Schäuble kommentiert. „Sehr seltsam.“ Kleine Pause. „Schäuble lebt in einem Paralleluniversum.“

Es ist ein Schlagabtausch auf Distanz. Krugman kam an diesem Donnerstag nach Brüssel, während Schäuble umgekehrt auf dem Weg in die USA war, um an der IWF-Tagung in Washington teilzunehmen. In einem Meinungsbeitrag für die New York Times hatte Schäuble schon vorab mitgeteilt, was er auch beim internationalen Finanztreffen vortragen würde: Die Eurokrise sei vor allem „eine Vertrauenskrise“. Daher würden Konjunkturpakete „nichts bringen“.

Krugman lächelt, obwohl er an dieser Lernresistenz verzweifelt: „Genau das Gleiche hätte Schäuble schon vor fünf Jahren schreiben können.“ Krugman versteht nicht, warum Schäuble nicht versteht, wie isoliert er inzwischen ist. „Niemand glaubt diesen Unsinn in den internationalen Organisationen.“

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Prolineserver (Diskussion)

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Das Geld ist längst weg

Erstellt von DL-Redaktion am 12. April 2015

Essay Reparationen und Schuldenabbau

VON ULRIKE HERRMANN

EUROKRISE Wer Geld für die Vergangenheit verlangt, ruiniert die Wirtschaftsleistung der Zukunft. Deshalb zahlte Deutschland keine Reparationen. Und darum kann auch Griechenland die Schulden nie begleichen

Wissen die Griechen nicht, in welchem Jahrhundert sie leben? Sie fordern Reparationen von 278,7 Milliarden Euro, obwohl die Besatzung der Nationalsozialisten nun über siebzig Jahre her ist. Viele Deutsche wollen ihre moralische Verantwortung nicht negieren, aber ökonomisch erscheint ihnen diese Rückkehr in die Vergangenheit unsinnig. Man müsse sich jetzt um die Eurokrise kümmern, das sei das Problem der Gegenwart!

Doch so einfach ist es nicht. Die Griechen haben, vielleicht unbewusst, einen zentralen Punkt getroffen: Auch bei der Eurokrise geht es derzeit nur um die Vergangenheit, nicht um die Zukunft. Die Debatten drehen sich permanent um die Schulden, die die Krisenländer zurückzahlen sollen. Diese Kredite stehen zwar jetzt noch in den Büchern, trotzdem handelt es sich um einen Zahlungsvorgang aus der Vorzeit. Deutsche oder französische Banken haben Geld geliehen – und Griechen oder Portugiesen haben es gern entgegengenommen. Der Rest ist Geschichte.

Moralisch sind Geldschulden und Reparationen zwar unvergleichlich, weil man Kredite nicht gegen Millionen Tote aufrechnen kann. Aber ökonomisch ist das Problem identisch: Wer Geld für die Vergangenheit verlangt, ruiniert die Wirtschaftsleistung der Zukunft. Am Ende sind alle ärmer – nicht nur die Schuldner.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author Avij (talk · contribs)

I, the copyright holder of this work, release this work into the public domain.

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Ökonomie der Flucht

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Dezember 2014

Debatte Einwanderung und Wirtschaft

ASYL Deutschland könnte Millionen von Syrern aufnehmen, ohne dass die Wirtschaft leidet. Das zeigen der Mauerfall und die Aussiedler

 von Ulrike Herrmann

Was passiert, wenn man plötzlich zwei Billionen Euro ausgegeben muss? Die Deutschen wissen es: nichts Schlimmes. Sie haben eine Wiedervereinigung überstanden, die sehr teuer war, ohne dass ihre Wirtschaft kollabiert wäre.

Der Beitritt der DDR war ein beispielloses historisches Experiment: Plötzlich musste Westdeutschland 16 Millionen Ostdeutsche zusätzlich versorgen – und ein abgewirtschaftetes Land renovieren. Doch trotz der gigantischen Kosten von zwei Billionen Euro steht Deutschland besser da als seine Nachbarn. Die deutsche Staatsverschuldung beträgt knapp 80 Prozent der Wirtschaftsleistung – doch Frankreich und Großbritannien kommen auf eine Verschuldung von über 90 Prozent, obwohl sie keine teure Wiedervereinigung stemmen mussten.

Kapitalismus macht’s möglich

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Voice of America News: Scott Bobb reports from Azaz, Syria

Dieses Werk ist in den Vereinigten Staaten gemeinfrei, da es von Mitarbeitern der US-amerikanischen Bundesregierung oder einem seiner Organe in Ausübung seiner dienstlichen Pflichten erstellt wurde.

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Ein Sieg der Finanzlobbyisten

Erstellt von DL-Redaktion am 28. November 2014

Wie die EU-Kommission
Banken und Versicherungen reich machen will

Krise in der EU  –
Für eine Flug von Lux. zur Türkei rechnete Junker 63.000 Euiro ab

Freitagskasino von Ulrike Herrmann

Es fällt leicht, sich über den neuesten Plan der EU-Kommission lustig zu machen. Aus Barmitteln von nur 21 Milliarden Euro sollen wundersame 315 Milliarden Euro werden, die dann Investitionen in ganz Europa finanzieren – und mindestens eine Million neue Arbeitsplätze schaffen. So sehen Luftschlösser aus, die garantiert zusammenfallen.

Trotzdem ist diese jüngste Idee von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht harmlos, denn sie verschiebt die Grenze des Denkbaren: Private Investoren sollen vermehrt öffentliche Aufgaben finanzieren. Das wird noch teuere Folgen haben, auch wenn der jetzige Juncker-Plan scheitern sollte.

Juncker will nämlich die mickrigen 21 EU-Milliarden „hebeln“, indem er privates Geld anlockt. Doch Investoren engagieren sich nur, wenn eine hohe oder sichere Rendite winkt. Die Kosten und das Risiko müssen also andere tragen – der Steuerzahler und die normalen Bürger.

Maut für Investoren

Die Juncker-Idee lässt sich bestens anhand des Straßenbaus erläutern: Wenn sich Staat und Privat zusammentun, um eine Brücke zu bauen, dann kann es für die Investoren nur eine Rendite geben, wenn eine Mautgebühr anfällt. Wo sollte der Gewinn sonst herkommen, wenn nicht von den Autofahrern?

Doch Autofahrer sind bekanntlich geizig und gern geneigt, Umwege in Kauf zu nehmen, um die gehasste Maut zu sparen. Es könnte also gut sein, dass die Rendite für die Investoren nicht stimmt.

Auch für diese böse Überraschung hat die EU-Kommission vorgesorgt, indem sie ihren neuen „Europäischen Fonds für strategische Investitionen“ wie eine Schattenbank agieren lässt: Der Fonds soll „strukturierte Wertpapiere“ ausgeben. Wem dieser Ausdruck bekannt vorkommt: Ja, genau. Es waren strukturierte Wertpapiere, die die Finanzkrise in den USA ausgelöst haben.

Diese Wertpapiere heißen „strukturiert“, weil sie aus mehreren Tranchen bestehen, die nach Risiko gestaffelt sind. Die „Senior-Tranche“ ist besonders sicher, während die „Junior-Tranche“ die eventuellen Verluste abfedert. Juncker stellt sich vor, dass die EU die Junior-Tranchen übernimmt, während die privaten Anleger in die sicheren Senior-Tranchen investieren. Für den Staat ist dies ein schlechtes Geschäft: Er trägt das Risiko, während sich die Investoren über garantierte Renditen freuen können.

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Grafikquelle   :    Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0

 

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TTIP & Währungsspekulation

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Juli 2014

5,3 Billionen – Dollar – Wette

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von Ulrike Herrmann

TTIP Die Welt streitet über Freihandelsabkommen, dabei ist das eigentliche Problem die Spekulation mit Währungen. Warum bleibt sie unbeachtet?

Die Zahl ist unvorstellbar: 5,3 Billionen Dollar sind täglich rund um den Globus unterwegs, um mit Währungen zu spekulieren. Doch die Politik interessiert sich dafür nicht. Es gibt kein einziges internationales Abkommen, das versuchen würde, die Devisenspekulation einzudämmen.

Stattdessen kapriziert man sich darauf, Freihandelsverträge abzuschließen. In Brüssel lief in dieser Woche die sechste Verhandlungsrunde von TTIP, dem geplanten Abkommen zwischen Europa und der USA.

Diese Prioritäten sind seltsam, denn die Devisenspekulation ist das eigentliche Handelshemmnis, weil sie Exporte schlagartig teurer machen kann. Von 2010 bis 2013 schwankte der Euro zum Dollar zwischen 1,20 und 1,50. Deutsche Firmen mussten also erleben, dass ihre Waren auf den Weltmärkten in wenigen Monaten um bis zu 25 Prozent kostspieliger wurden.

Diese Ausschläge hatten mit der Eurokrise fast nichts zu tun, was sich daran zeigt, dass es bei Dollar und Pfund genauso wild zuging. Von 2010 und 2013 kostete das Pfund zwischen 1,43 und 1,71 Dollar. Auch britische Exporteure wurden also damit konfrontiert, dass ihre Waren im Ausland um bis zu 20 Prozent teurer wurden.

Leichte Übung

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :

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Paris

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Die Welt von McKinsey

Erstellt von DL-Redaktion am 2. April 2013

Die Welt von McKinsey

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Die Beraterfirma McKinsey stellt sich Deutschlands Zukunft golden vor. Millionen neuer Arbeitsplätze sollen bis 2025 entstehen, das Wachstum soll jährlich 2,1 Prozent betragen, und die Exporte sollen gar um 80 Prozent steigen. Diese „Exklusivstudie“ wurde für das Manager Magazin erstellt, das damit seine Titelseite schmückte. Man darf annehmen, dass diese Studie für das Blatt umsonst war – so prominente Werbung wusste McKinsey sicher zu würdigen.

Doch abseits dieser seltsamen Cross-over-Geschäfte, die mit Journalismus fast nichts mehr zu tun haben, ist das Weltbild interessant, das Manager Magazin und McKinsey verbreiten. Auf dem Titel prangt die Schlagzeile „Die fetten Jahre sind zurück“, und im Heft heißt es dann „Goldene Zeiten“. Natürlich in goldenen Lettern, damit die Botschaft auch verstanden wird.

Während anderswo die Eurokrise wütet, steht Deutschland „vor einem zweiten Wirtschaftswunder“, wie McKinsey weiß. Auf zehn Magazinseiten wird der Eindruck erweckt, als sei Deutschland eine Insel, die eher lose mit ihren Euronachbarn verbunden ist. Die Eurokrise kommt zwar vor, ist aber mit dem Stichwort Bankenunion schnell abgehakt. Weitere Maßnahmen seien 2013 wegen der deutschen Wahlen nicht drin, darf EZB-Direktor Jörg Asmussen erklären.

So skurril der Artikel ist – er dürfte die Stimmung unter den selbsternannten Eliten recht gut spiegeln. Allseits macht sich satte Selbstzufriedenheit breit, und die realen Gefahren der Eurokrise werden unterschätzt.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :  A headshot of Marvin Bower, considered the founder of McKinsey’s corporate culture and of modern-day McKinsey.

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Die Lüge von der Arbeit

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2012

Sie sind schon dreist die Lügen, welche dem Bürger Monat für Monat aus dem Hause der Arbeitsministerin serviert werden.

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Was alleine beim führen von Statistiken alles möglich ist haben wir noch in der letzten Woche lesen können, als die Rente mit 67 wieder einmal stark ins Gerede kam. Auch dort wurde festgestellt das die Zahlen für die älteren Arbeitslosen  geschönt waren.

Das die hohe Zahl der Beschäftigten nur durch Unterbezahlung und Teilzeitkräfte erreicht werden kann, wird in der Statistik natürlich nicht besonders erwähnt. So wird denn bei einer genaueren Betrachtung festgestellt, dass immer weniger Menschen in Vollzeit arbeiten. Diese Vollzeit Jobs werden in Teilzeitjobs der Leiharbeit umgewandelt, so dass es für viele besser wäre einfach zu Hause zu bleiben. Sollen doch die Politiker diese Arbeiten selber erledigen.

Hier ein Kommentar von Ulrike Herrmann

Die Lüge von der Arbeit

Dieses Plakat hängt an allen großen Bahnhöfen: „Danke, Deutschland“, heißt es darauf in großen Lettern. Wer da dankt, steht gleich darüber: „So viele Menschen in Arbeit wie nie zuvor“. Dann folgt noch die Alliteration: „Wirtschaft. Wachstum. Wohlstand.“ Die Botschaft soll also nach Hause gehämmert werden.

Fragt sich nur noch: Wer ist das Deutschland, dem da gedankt wird? Auch das bleibt nicht geheim. Links unten in der Ecke findet sich der entscheidende Hinweis. Da prangt das Logo des „Bundesministeriums für Wirtschaft und Technik“. Wenig subtil schwingt sich FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler zum Brötchengeber der Nation auf.

So viele Plakate sind natürlich nicht umsonst zu haben. Rund 330.000 Euro hat die „Danke, Deutschland“-Kampagne gekostet, teilt das Ministerium auf Anfrage mit. Das ist viel Geld für eine Lüge.

330.000 Euro für eine Lüge

Natürlich ist es keine direkte, krasse Lüge, dass „so viele Menschen in Arbeit wie nie zuvor“ seien. Aber man kann ja auch durch Unterlassung lügen. So stimmt es zwar, dass jetzt 41,47 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig sind – und damit so viele wie noch nie. Doch dieser Rekord ist bedeutungslos. Denn obwohl so viele Menschen arbeiten, gibt es nicht mehr entlohnte Arbeit.

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Grafikquelle    :   CDU Diese Datei wurde Wikimedia Commons freundlicherweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt. Deutsch | English | français | македонски | русский | +/−

  • CC BY-SA 3.0 deHinweise zur Weiternutzung
  • File:KAS-Leyen, Ursula von der-Bild-26780-2.jpg
  • Erstellt: 1. Januar 2007

 

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Von Roosevelt lernen

Erstellt von DL-Redaktion am 23. Oktober 2011

Die Einführung einer Reichensteuer

Die Einführung einer Reichensteuer, oder der Ruf einiger Super reichen mehr Steuern zahlen zu wollen wird seit einigen Monaten von einigen Reichen gefordert. Diese greifen hiermit eine Idee auf, welche bereits 1933 von Roosevelt unter dem Schlagwort New Deal angewandt wurde. Warum gerade jetzt die alte Forderung wieder erhoben wird versucht die wirtschaftspolitische Korrespondentin  Ulrike Herrmann in ihren Kommentar zu ergründen.

Von Roosevelt lernen

Warren Buffett lässt nicht locker. Der US-Milliardär will unbedingt mehr Steuern zahlen. Er bombardiert die New York Times mit Artikeln, in denen er vorrechnet, dass er von seinem Millioneneinkommen prozentual nur halb so viel abführen muss wie ein normaler Angestellter.

Das ist fraglos ein Skandal. Allerdings ist er nicht neu. Buffett hätte auch schon vor fünf Jahren auffallen können, dass die Millionäre weltweit zu wenig Steuern zahlen. Warum also meldet er sich jetzt?

Für einen kontrollierten Verlust

Warren Buffett ist eben schlau. So schlau, dass er gern auch das „Orakel von Omaha“ genannt wird. Und Buffet hat erkannt, dass den Reichen dieser Welt nur noch die Wahl zwischen zwei Übeln bleibt: Entweder sie zahlen mehr Steuern, was ein kontrollierter Vermögensverlust wäre – oder aber die Weltwirtschaft kollabiert in einem Crash, was einem unkontrollierten Vermögensverlust gleichkäme. Angesichts dieser Alternativen will Buffett lieber auf der Kommandobrücke bleiben, weswegen er nun so vehement für Reichensteuern plädiert. Er hat eingesehen, dass nur noch ein starker Staat den Kapitalismus retten kann.

Es ist auch kein Wunder, dass der US-Milliardär hektisch wird. Denn der unkontrollierte Vermögenscrash, den Buffett so fürchtet – er hat bereits eingesetzt. Weltweit herrscht ein „Anlagenotstand“, weil die Renditen die Inflation nicht mehr ausgleichen. Real erhalten die Vermögenden also nur noch Negativzinsen, was ihren Besitz sukzessive entwertet.

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IE

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Grafikquelle   : Aktionsbühne von verdi unter dem Motto „UMfairTEILEN – Reichtum besteuern“ in der Georgstraße in Hannover

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Mein Kapital gehört mir

Erstellt von DL-Redaktion am 28. Januar 2011

Mit der seltsamen Steuergesetzgebung

dieses Landes beschäftigt sich ULRIKE HERRMANN im FREITAGSCASINO: Warum nur werden Steuergeschenke für die Wohlhabenden nicht erfasst?
IE

Für alles gibt es eine Umfrage, also auch diese: Selbst Führungskräfte und „Entscheider“ sind häufig überfordert, wenn sie die Steueranlage KAP ausfüllen sollen. Das dürfte alle Nichtmanager trösten, die ihre Steuererklärung ebenfalls nicht verstehen.

Dabei hat sich die Steuerverwaltung sogar um größtmögliche Transparenz bemüht: Mit der Steueranlage KAP werden die KAPitalerträge erfasst. Das ist doch logisch – und klingt nur zufällig nach Stamokap.

Kapitalerträge sind Zinsen, Dividenden und auch Spekulationsgewinne. Seit 2009 genießen sie ein besonderes Privileg: Per „Abgeltungsteuer“ müssen nur noch pauschal 25 Prozent ans Finanzamt abgeführt werden. Zuvor galt auch für Kapitalerträge eine progressive Besteuerung bis zu maximal 45 Prozent.

Verschwundene Milliarden

Die Abgeltungsteuer ist eine Revolution, denn mit ihr wurde das eherne Prinzip der „synthetischen Besteuerung“ aufgegeben. Früher galt schlicht: Jedes Einkommen ist gleich zu besteuern – egal ob es Löhne, Mieten, Zinsen, Dividenden, Unternehmensgewinne oder Einkünfte von Selbstständigen sind. Doch seit 2009 sind Kapitalbesitzer besser gestellt. Zinsmillionäre haben nun einen niedrigeren Steuersatz als Normalverdiener, deren Grenzsteuersatz schnell 35 Prozent erreichen kann.

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Grafikquelle  :Öffentlich-rechtliche Lasten

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Das Lebkuchen-Prinzip

Erstellt von DL-Redaktion am 26. Dezember 2010

Das Lebkuchen-Prinzip

Datei:Galizischer Lebkuchen 0025.JPG

Autorin : Ulrike Herrmann

Die Gegenwart findet nicht statt, schon vor Weihnachten hat sich der Lebkuchen überlebt. Damit wird er Sinnbild der Geldwirtschaft. Denn nur wer spart, hat eine Zukunft.

Wo sind die Weihnachtskekse geblieben? „Haben wir nicht mehr“, antwortet der Supermarktverkäufer, als sei damit alles gesagt. Stumm weist er auf eine Ecke. Seit Oktober hatte sich dort der Lebkuchen getürmt, auch als ihn noch niemand benötigte. Doch jetzt sind nur Sekt-Paletten für Silvester zu sehen. Weihnachten hat noch nicht stattgefunden, da wird fürs neue Jahr gerüstet. Die Zukunft überholt sich selbst, eine Gegenwart scheint es nicht zu geben.

Banaler Lebkuchen wird damit zu einem Sinnbild für die Geldwirtschaft. Denn auch Geld kennt keine Gegenwart, sondern nur Zukunft. Würden wir all unser Geld immer sofort ausgeben – wir hätten gar keines. Sobald sich auch nur Cents in unserem Portemonnaie sammeln, vertrauen wir auf die Zukunft. Wir sind uns sicher, dass wir planen können und dürfen.

Geld macht unsere Zukunft groß und weit. 30-Jährige sorgen für die Rente, Eltern sparen für die Ausbildung ihrer neugeborenen Kinder, Firmen investieren heute, um in fünf Jahren mit einem innovativen Produkt Gewinn zu erzielen.

Das Leben verpasst

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle :

Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“.
Quelle Eigenes Werk
Urheber Silar

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Wer ist hier Schuldig ?

Erstellt von DL-Redaktion am 2. November 2010

Schuld sind nicht die Neoliberalen

File:Bodman-Ludwigshafen - Ludwigshafen - Hafenstraße - Ludwigs Erbe r 11 (Ackermann) ies.jpg

In den Artikeln „Zeit Magazin # 42“  und  „Gewinne marsch !“  beschäftigte sich DL mit den hier von Ulrike Herrmann aufgegriffenen Themen. Hier bestätigt sich auch die von mir in den Kommentar gemachte Aussage in Bezug auf die privaten Lebensversicherungen. Der Artikel ruft auch die BürgerInnen zum Aufwachen, zum Widerstand auf.

Nur den Spruch „Die Gemeinden haben oft gar keine andere Wahl“ lasse ich so nicht gelten, denn wenn dem so wäre müsste die Politik aus Kostengründen abgeschaft werden.

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Die Allianz-Versicherung hat ein dringendes Problem: Sie weiß nicht, wo sie die Beiträge ihrer Kunden sicher anlegen kann. Die Finanzkrise hat gezeigt, wie schnell sich Renditen in Verluste verwandeln können.

Aber die Allianz hat eine Idee, die in die Zukunft weist: Sie würde sich gern stärker in „Public Private Partnerships“ engagieren. Das mag zunächst recht technisch klingen, doch Allianz-Lebensversicherungs-Chef Maximilian Zimmerer hat kürzlich sehr plastisch beschrieben, was darunter zu verstehen ist. Weil es sich nicht besser formulieren lässt, seien seine Ausführungen in voller Länge wiedergegeben: „Ein typisches Beispiel sind die Chicagoer Parkuhren: Der Staat verkauft uns die künftigen Einnahmen aus den Uhren und verringert damit seine Verschuldung. Wir bekommen eine Lizenz für den Parkraum, die Rahmenbedingungen für die Parkgebühren werden festgeschrieben. Auf diese Weise können Sie auch Wasserwerke, Autobahnen oder Schulen finanzieren. Das Prinzip ist einfach. Theoretisch könnte das so weit gehen, dass der Staat künftige Steuereinnahmen verbrieft und heute verkauft. Solche Investments würden wir gern mehr machen. Aber das Angebot ist noch klein.“

Das Prinzip ist wirklich so einfach, wie der Allianz-Chef es schildert: Steuereinnahmen werden schlicht zur Konzernrendite umfunktioniert. Konsequent denkt Zimmerer damit zu Ende, was längst begonnen hat – der Bürger wird als Gewinnquelle entdeckt.

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Grafikquelle : Relief “Ludwigs Erbe” by Peter Lenk, close to Zollhaus and tourist information, Hafenstraße 5, Ludwigshafen am Bodensee, Bodman-Ludwigshafen in Germany: Right-hand part of the triptych: Josef Ackermann

Author Frank Vincentz / Own work

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Ein Land guckt weg

Erstellt von DL-Redaktion am 27. August 2010

Wie der Wohlstand verteilt ist, bleibt ein Geheimnis

Die Politiker leben in Saus und Braus und lassen die Wähler verarmen!

Nachdem uns in den letzten Wochen und auch heute in NRW eröffnet wurde wie denn die Gelder in der LINKEN verteilt werden, können wir im folgenden Kommentar nachlesen warum das so ist. IE

KOMMENTAR VON ULRIKE HERRMANN

Geld ist ein scheues Reh. Dieses Bild ist abgegriffen, aber wahr. So gehört es zu den deutschen Statistikwundern, dass zwar erfasst ist, dass es 2007 exakt 69 Theaterorchester gab – doch sehr unklar ist, über wie viel Vermögen und Einkommen die reichen Bundesbürger verfügen.

Diese statistischen Lücken sind kein Zufall. Die deutschen Eliten wissen genau, dass eine Verteilungsdiskussion nur aufkommen kann, wenn bekannt ist, wie der Wohlstand verteilt ist. Also bleibt dies ein Geheimnis.

Die Kurvenmethode

Dieser Datenmangel wird zudem geschickt kaschiert, denn regelmäßig erscheinen seriös anmutende Vermögensberichte. Akribisch wirkt etwa der „Weltreichtumsbericht“, den die US-Investmentbank Merrill Lynch und die Beratungsfirma Capgemini jährlich erstellen. Danach soll es 2009 in Deutschland 861.500 Millionäre gegeben haben, 2008 waren es angeblich nur 809.700. Das sieht nach echter Statistik aus – bis man zum Methodik-Teil der Studie blättert. Dort wird es abenteuerlich. Offenbar wird die Zahl der Millionäre dank einer „Capgemini Lorenz Kurvenmethode“ ermittelt, die „Schätzungen“ auf der „Makro-Ebene“ fortschreibt. Unklar bleibt aber, was wohl diese „Capgemini Lorenz Kurvenmethode“ sein soll. Zudem ist unwahrscheinlich, dass die Zahlen stimmen – wie schon der Vergleich mit einem Konkurrenzunternehmen zeigt.

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Plakatquelle : Handschlag SPD/PDS auf einem CDU Wahlplakat aus dem Jahr 1998

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Schwarmblödheit

Erstellt von DL-Redaktion am 29. Juni 2010

FREITAGSCASINO VON ULRIKE HERRMANN

File:Sahara Hotel and Casino 2.jpg

Die Überschrift ist ein Volltreffer. Dieser Ausdruck sollte aber nicht nur in der Welt der Banken benutzt werden sondern einer großen Allgemeinheit einmal Anlass geben über ihre Idole nachzudenken, da diese Personen meistens nur aus einer mehr oder weniger schönen Fassade bestehen. IE

Die nächste Krise kommt bestimmt. Dafür sorgt die Dummheit der Anleger.

Jede Krise hat ihre Klischees. Bei den Finanzmärkten ist zum fixen Bild geworden, dass sie eine Art Casino seien, in dem irrationale Glückssucher mit wahnwitzigen Summen zocken. Penible Beobachter haben zwar angemerkt, dass der Vergleich mit dem Casino hinkt. In einem Casino vermehrt sich das Geld nicht, es wird nur umverteilt. Auf den Finanzmärkten hingegen explodieren die Summen, die hin und her geschoben werden.

Trotzdem trifft der Vergleich einen wesentlichen Punkt: Im Casino wie auf den Finanzmärkten gewinnt immer die Bank. Fassungslos beobachtet das Publikum derzeit, dass ihre Staaten auf den Bankrott zutreiben, weil sie die Banken gerettet haben – während die Banken schon wieder glänzende Profite verbuchen.

Und das Beste für die Banken: Sie handeln völlig legal. Die Regierungen haben ihnen ein Finanzmarkt-Casino eingerichtet, das noch lukrativer ist als eine normale Spielhölle. Wie hat es der britische Wirtschaftsjournalist Martin Wolf treffend zusammengefasst: „Die großen Finanzinstitute halten gleichzeitig die Bank, sind die größten Spieler am Tisch, sind Agenten für die anderen Spieler, und wenn alles schiefläuft, ist ihre Haftung begrenzt.“

Die Bank gewinnt immer

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Fotoquelle : Sahara Hotel and Casino

Author Antoine Taveneaux / Own work

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