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Zum Töten in Afghanistan

Erstellt von DL-Redaktion am 19. Dezember 2010

„It’s a war, right“

File:War on Terror montage1.png

Einen Reisebericht der TAZ Chefredakteurin Ines Pohl aus Afghanistan. Sie erzählt von Michael, einem amerikanischen Soldaten welcher mit seinen gerade einmal 26 Jahren bereits seinen fünften Kriegseinsatz ableistet. Er sagt: „It’s a war, right“. Und er musste auch töten! Weiter schreibt sie und ich zitiere hier: „Ich begegne zum ersten Mal in meinem Leben bewusst jemandem, der Menschen getötet hat. Hier, an diesem unwirklichen Ort, spreche ich das aus. In Michaels grünblauen Augen ist nicht der leiseste Schimmer von List: „Wirklich?“, wundert er sich. Ich habe schon länger nicht mehr an meine Großväter gedacht.

Beim Lesen eines solchen Berichtes fällt mir dann auch ein dass gerade unser Kriegsminister mit seiner Chefin in Afghanistan weilt. Wie sagte die Chefin gestern zu den Deutschen Soldaten: „Das ist für uns eine völlig neue Erfahrung. Wir haben das sonst von unseren Eltern gehört im Zweiten Weltkrieg.“ Das sei aber eine andere Situation gewesen, weil Deutschland damals der Angreifer gewesen sei.

Weiter konnten wir hören dass das militärische Engagement am Hindukusch auch der Sicherheit Deutschlands diene.  „Ohne Sie könnten wir nicht so sicher leben, und das müssen wir den Menschen auch sagen“. Sie räumte ein, dass die Bevölkerung den Einsatzzum Teil skeptisch“ sehe – „und trotzdem ist sie stolz auf Sie.“

Wenn ich solch politischen  Nonsens höre, läuft es mir immer kalt den Rücken herunter und ich frage mich was in den Köpfen solcher „Menschen“ eigentlich vorgeht? Gar nichts, wo nichts drin ist kann auch nichts vorgehen ? Der Krieg am Hindukusch sorge hier für ein sicheres Leben? Für wie dumm hält hält man ein Volk im 21. Jahrhundert ? Wie beruhigend auch für die Bevölkerung das „nur Soldaten“ ihr Leben verlieren und nicht unsere Politiker welche das alles lieber aus sicherer Entfernung beobachten.

Viele Experten sind der Meinung das es ohne die Kriege im Irak und Afghanistan keine Terroristen gäbe. Sie sind der Meinung das  hier Kriege einzig im Interesse der Wirtschaft geführt wurden und noch werden. Will man diesen Experten glauben und ich glaube denen mehr als jeden gekauften Politiker, geht es hier nur um Oel und Bodenschätze. So etwa sprach ja auch der vor kurzen zurück getretene Bundespräsident Köhler aus.

[youtube OZJwGSeCg7Q]

Hier der Reisebericht:

„It’s a war, right“

„Chicks“ ist in Pink auf die Toilettentür gesprüht. Drinnen stinkt es nach Chemikalien, überall knirscht Sand, die Spiegel sind verkratzt. Die Toilette wirkt verwaist. Von den rund 1.500 Soldaten hier in der Basis sind nur 60 Frauen.

Eine Stunde hat der Flug mit dem Helikopter von Kundus nach Ghazni gedauert. Endlich erleichtert stell ich fest, dass ich mich verlaufen habe. Keine Ahnung, wo der Rest meiner Truppe ist. Diese Unaufmerksamkeit wird mir den besten Teil der Reise bescheren. Ich höre Einschätzungen, für die die Amerikaner mir diesen Trip wohl nicht bezahlt haben. Denn wir sind embedded.

Wir, das ist eine Gruppe von zwei US-Journalisten, einem Kollegen aus Istanbul, einem aus Paris, einem aus London und mir, der einzigen Frau. Wir sind von den jeweiligen US-Botschaften eingeladen worden zu einer sechstätigen Informationsreise nach Afghanistan.

Eigentlich haben wir hier gar nichts zu suchen. Sondern sollten in eine ganz andere FOB (Forward Operating Base, Außenlager) gebracht werden. Dort hätten die Soldaten gewusst, was sie sagen sollen, wenn sie mit uns sprechen. In diesem sandigen Lager aber ist keiner auf uns vorbereitet. Unsere Piloten, Mitglieder privater Sicherheitsfirmen, die für die Embassy Air arbeiten, haben irgendwie die Karte falsch gehalten; uns abgesetzt und sich dann aus dem Staub gemacht.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Author
  • Derivative work: Poxnar
  • All four pictures in the montage are taken by the US Army/Navy.
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