DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Eine starke Gewerkschaft

Erstellt von Gast-Autor am 14. März 2011

Christliche Gewerkschaften

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In den vergangenen Tagen gab es einen Presseartikel der im allgemeinen politisch Klamauk leider etwas untergegangen ist. Dem Inhalt folgend haben Arbeitgeber den „Christlichen Gewerkschaften“ Neu-Mitglieder zugeführt.

Nun, nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts sind diese so genannten „C-Gewerkschaften“ nicht Tarif fähig. Unter anderem da sie nicht über die notwendige Anzahl an Mitglieder verfügen. Insofern ist es keine Überraschung wenn Arbeitgeber alles versuchen die Mitgliederzahlen zu erhöhen um auf diese Art die DGB-Gewerkschaften zu schwächen.

Auch interessant war eine andere Aussage in diesem Bericht.

Ein nicht näher genannter Arbeitnehmer wird wie folgt zitiert: „Er habe gar nicht gewusst das ich dort Mitglied bin. Das ist mir erst aufgefallen als ich Infos bekommen habe.“

Dazu muss man jedoch anmerken: Jeder der in Deutschland Mitglied in einem Verein, Organisation oder Internetchat werden will muss sich anmelden. Er muss einen Aufnahmeantrag oder eine Beitritterklärung unterschreiben. Man wird aufgefordert Angaben über Adresse und die  Bankverbindungen anzugeben.  Also geht es nicht ohne Wissen und aktives Tun des Betroffenen.

Jeder Arbeitnehmer bekommt eine Gehaltsabrechnung. Er muss über ein Konto verfügen. Er muss eine Steuererklärung abgeben. Das heißt an drei Stellen ist zu ersehen das Geld für einen bestimmten Zweck abgezogen, abgebucht oder geltend gemacht wird.

Aus dieser Sicht ist die gemachte Aussage unverständlich und es ist zu vermuten das mit derlei Stimmung erzeugt werden soll. Kommen wir noch einmal zurück zur ersten Aussage.

Der Zuführung von Mitgliedern. Nun, zunächst einmal ist es nicht verwerflich Mitglieder zu werben. Das machen alle DGB-Gewerkschaften. Aber genau das ist der Unterschied. Hier wurde über Arbeitgeber versucht eine bestimmte Klientel zu bekommen.

Denn wie schon an anderer Stelle des öfteren  berichtet: Die so genannten „Christlichen Gewerkschaften“ unterlaufen die Tarifverträge der DGB-Gewerkschaften. Sie unterschreiben Bedingungen die grundsätzlich eine Verschlechterung für die Arbeitnehmer bedeuten. Dieses Treiben wird von der Politik (hauptsächlich CDU und FDP)  mit dem Hinweis auf das Arbeitsrecht und die Tariffreiheit gedeckt.

In das gleiche Horn wird dann auch gestoßen wenn es um den Mindestlohn geht. Gleichzeitig wird aber immer wieder die funktionierende „Sozialpartnerschaft“ in höchsten Tönen gelobt. Soviel zur Doppelmoral unserer gegenwärtigen Regierung.

Aber man muss auch das Verhalten des DGB´s in dieser Situation kritisch sehen. Nach den Kriegsjahren gab es keine großen Konflikte. Die Arbeitnehmer bekamen regelmäßig kräftige Lohnerhöhungen. Die Arbeitszeiten waren nicht so wichtig. Es musste voran gehen. Und viele Funktionäre waren in einer Gewerkschaft und einer Partei gleichzeitig tätig. Dieses hat sich bis heute so erhalten.

Wie man aber damit Schiffbruch erleiden kann hat sich unter der Regierung Schröder deutlich gezeigt. Ottmar Schreiner, langjähriger Vorsitzender der AfA ( Arbeitnehmerflügel der SPD ) sah sich plötzlich gezwungen Gesetze mit zu verabschieden die ganz und gar den Arbeitnehmerinteressen zuwider liefen. Und all die anderen Funktionäre mit ihm.

Die Bezeichnung der Gewerkschaften als „fünfte Kolonne“ durch die CDU war so falsch nicht. Wenn man Arbeitnehmerinteressen wirkungsvoll vertreten will muss man in einer konsequenten Opposition zu jeder Regierung in der Lage sein. Und das macht der DGB nicht.

Eine Regierung muss, ehrlicher weise die Gesamtsituation im Blick haben. Aber genau deswegen brauchen wir eine vollkommen unabhängige Gegenmacht.

Inzwischen haben auch viele Gewerkschaftsmitglieder diese Fehlentwicklung bemerkt und lehnen sie ab. Man kann nämlich so etwas auch unter dem Aspekt der Versorgungsmentalität sehen.  Ein Funktionär einer Gewerkschaft kann Mitglied einer Partei sein. Aber nicht gleichzeitig Funktionär in einer Partei, das  bringt von vornherein  Konflikte mit sich.

Man muss sich schon entscheiden. Schließlich geht ja auch nicht: „Ein bisschen schwanger“.

Der DGB kritisiert den ständigen Lobbyismus der Wirtschaft, macht aber selbst nichts anderes.
Denn was ich selbst beanspruche muss ich auch den Anderen zugestehen. Und damit sind wir wieder am Anfang dieses Artikels. Wenn der DGB mit seinen Einzelgewerkschaften diese Entwicklung aufhalten will darf er sich nicht nur auf die Gerichte verlassen. Er muss überzeugend darlegen warum es besser sei Mitglied bei ihm zu sein. Er muss, schlicht und einfach besser sein.

Leider gewinnt man manchmal den Eindruck das auch dort, „ein das haben wir immer so gemacht“ noch zu weit verbreitet ist. Vielleicht muss man sich beim DGB mal wieder hinunter zur Basis bewegen. Trotzdem, als Arbeitnehmer erfreut es so manches Gerichtsurteil zur Kenntnis nehmen zu können.

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Gedanken eines Käufers!

Erstellt von Gast-Autor am 10. März 2011

Werbesendungen

Neulich wurde mal wieder durch die Programme gezippt. Es gibt ja schließlich eine große Auswahl. Nur, was stach dabei wichtiges ins Auge? Richtig, die endlos scheinenden Werbeunterbrechungen. Wenn man bei der Berieselung nicht vergisst den Kopf abzuschalten gibt es erstaunliches zu erkennen.

Da wird der Internetstick eines Privatsenders beworben. Schlagendes Argument ist der Preis. Pro Stunde soll das nur 77,-Cent kosten. Auf den ersten Blick tatsächlich günstig. Bei genauerem Hinsehen und unter Zuhilfenahme der Mathematikkenntnisse stellt sich heraus das wir bei acht Stunden täglich und der Nutzung von 30 Tagen die unwahrscheinlich günstige Summe von 184,80,- €uro in Rechnung gestellt bekommen. Ein wahrhaftiges Schnäppchen.

Weitere Angebote befassen sich mit kostenlosen Spielen oder Wetten. Das gibt es Pokerschulungen   und alle möglichen Wettangebote. Die herausragendste Aussage war dabei: Zitat:“Das Leben ist ein Spiel“. Zitat ende. Auch kostenlose Onlinespiele bei denen man ein „Geschenk“ zum Start bekommt sind dort zu finden.  Das ist solch ein Blödsinn. Woran liegt es das solcher Schwachsinn angenommen wird?

Nun was will uns das sagen. Einzig die Erkenntnis das wir seit dem Römischen Reich das Zeitalter von Brot und Spiele nie verlassen haben.

Angesichts dieser Botschaften stellt sich nun die Frage: „Weiß die Politik nichts davon, will sie nichts davon wissen?“ Vor allem tut sie nichts gegen eine derartig geistige Verblödung. Das zeigt das alle vollmundigen Erklärungen von wegen Bildungsgipfel, Bildungschancen oder auch Bildungsgerechtigkeit nur hohle, leere Worthülsen sind.

Diese Werbeaussagen passen dann auch nahtlos in das übrige Berieselungsprogramm aus Kochshows, Talkshows, Gerichtsshows, uralt Wiederholungen oder der hundert tausendsten Folge einer Seifenoper.

Ach ja, etwas fehlt noch in der Aufzählung. Die dauernden Börsenberichte damit Otto Normalverbraucher sein Geld vernichten kann. Vernichten stimmt natürlich nicht ganz, es wird ja nur dafür gesorgt das die Bevölkerung abgezockt wird. Spinnen wir den Gedankengang ein bisschen weiter. Was fällt uns da noch auf?

Datei:Kiosk-frankfurt-gallus.jpg

Richtig, die Banken. Ein sehr bevorzugtes Mittel aus den Schlagzeilen zu kommen ist die Namensänderung. Wir Menschen, jedenfalls die meisten von uns haben ein Kurzzeitgedächnis. Also wird alter Wein in neuen Schläuchen serviert. Schon hat es den Anschein plötzlich würde nur noch zur Zufriedenheit der „Kunden“ gehandelt. Die passenden Slogans gibt es natürlich auch sofort:Zitat: „So geht Bank heute“. „Gehen sie nicht zu der Ersten sondern zu der Ersten und Besten.“

Wenn man versucht die Werbung tatsächlich zu ernsthaft verfolgen gibt es die nächste Überraschung. Gemeint ist die hervorragende Kennzeichnung der Texte. Ich darf auf die Sternchen verweisen. Dieser, dem Werbetext angehängten Erklärungen kann man so schnell gar nicht folgen. Dazu sind sie in einer Größe dargestellt die eine mindestens zehnfache Vergrößerung erfordert.

Was wird damit bezweckt?  Alles Wichtige schön verstecken damit so erst einmal  potentielle Opfer angelockt werden. Und dann behaupten den Vorgaben des Verbraucherschutzes genüge getan zu haben.

So kämen wir dann zu einer weiteren Gattung. Der Versicherungswirtschaft. Wie der Name schon sagt: Wirtschaft. Jedem der Denken kann und das sollen ja viele sein, müsste dabei sofort auffallen: Die wollen etwas erwirtschaften. Was ist dazu nötig? Das Geld der Mitbürger. Auch dort wird der Bevölkerung vorgegaukelt, alles günstig, alles gut und nur zu ihrem Besten. Wenn man aber hinter die Kulissen schaut, stehen wieder Boni und Provisionen hoch im Kurs.

Da hilft es auch nicht wenn von unserer doch so Verbraucher freundlichen Regierung tausend schriftliche Dokumentationen über die Beratungstätigkeit vorgeschrieben werden. Das versteht eh keiner und heißt nur Sand in die Augen der „Kunden“ zu streuen.

Überhaupt, „Kunde“. Ich habe das ganz bewusst in Ausführungszeiten gesetzt. Plötzlich ist man überall nur noch „Kunde“. Auch dieses Wort dient nur der Verschleierung. In Wahrheit wird die Bevölkerung immer noch als das gleiche Melkvieh angesehen.

Was mich dabei ein bisschen verstört. In persönlichen Gesprächen wissen alle über diese Dinge Bescheid und lehnen sie ab. Aber wer zu Teufel sind dann diejenigen die darauf hereinfallen und das alles für bare Münze nehmen?

So sind wir unterdessen fasst wieder da wo wir vor der Krise waren. Aussage der Mutti. Nun, wo sind wir also.  Vor der Krise.  Aussage Claudia Roth / Bündnis 90/die Grünen. Bei genauerem Hinsehen und Nachdenken hat Roth recht.

Und das ist das wirklich Schlimme und Gefährliche.

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Grafikquelle  : 17er-Standardzigarettenschachtel und Feinschnitttabak der Marke HB Classic Blend

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Bolle verlässt Linke

Erstellt von DL-Redaktion am 8. September 2010

Thomas Bolle verläßt die Linke

Heute erreichte uns die Austrittserklärung aus der Linkspartei NRW des Vorsitzenden der Gewerkschaft VER.Di Ahlen-Beckum ( Kreis Warendorf)   mit rd. 1000 Mitgliedern  Thomas Bolle!

Der dortige Gewerkschaftschef Thomas Bolle hat entnervt sein Parteibuch an die Linken-NRW-Zentrale zurückgegeben. Er kritisiert die Linke in NRW als nicht demokratisch. Unter anderem bemängelt er, dass „sein“ linker Kreisverband Warendorf es mit Protokollen von Sitzungen nicht genau nimmt und die innerparteiliche Demokratie nicht pflegt. Gewerkschaftliche Zusammenarbeit fände dort, zu seinem allergrößten Bedauern, nicht statt.

Bereits zu Beginn seiner linken Mitgliedschaft bekam er es mit den neo-stalinistischen Machenschaften dieser Partei zu tun. Die dortige, mittlerweile vom Amt zurückgetretene Ratsfrau des Kreises Warendorf , Ute Müller, hatte schon zu Beginn seiner Mitarbeit gegen ihn geschossen. Und dies in sehr übelster Form. Sie verbreitete über Bolle sehr private Mitteilungen, die dieser ihr in intim-vertrauten Gesprächen offenbart hatte. Die langjährige DKP-Funktionärin Müller, enge Freundin und Verbündete des Linken NRW-Geschäftsführers, dem äusserst umstrittenen Günter Blocks, versuchte bereits während des Kommunalwahlkampfes 2009 den Gewerkschafter mundtot zu machen. Ihr zur Seite standen die vermeintlichen Warendorfer Altkommunisten Wigand Busse, Reiner Jenkel und Wilhelm Döll. Seinerzeit warf Bolle bereits völlig entnervt das Handtuch und trat als Landtagskandidat der Linken Warendorf unter Protest zurück. Bolle hätte seinerzeit ein überragendes Ergebnis für die LINKE im Kreis Warendorf aufgrund seiner Reputation erreichen können. Dies war aber scheinbar seitens des Landesverbandes NRW nicht erwünscht.

Verdi besteht nicht  nur aus Mitgliedern wie der Linken Duisburgerin Edith Fröse, nein, auch Männer wie Thomas Bolle gehören ihr an. Bolle ist ein anerkannter Gewerkschafter im münsterländischen Landkreis Warendorf und in vielen sozialen Einrichtungen, wie der AIDS-Hilfe, engagiert. Sein Verlust für diese Linkspartei ist im Münsterland kaum zu ermessen.

Das Bolle der Linkspartei den Rücken gekehrt hat, ist auch ein massives Verschulden des NRW-Landesvorstandes, insbesondere des Landesgeschäftsführes Günter Blocks der NRW-Linkspartei. Und auch der betreuenden Linken-Funktionären für den Kreis Warendorf, der MdB Ingrid Liselotte Remmers. Sie ist wie Blocks, Mitglied der als linksextremistisch eingestuften Strömung „Sozialistische Linke„.

Die Linke NRW verliert zusehends den Kontakt zu den Gewerkschaften und den sozialen Organisationen und Verbänden unserer Gesellschaft. Dies bewusst, da sie an alten, herkömmlichen Politprinzipien à la DDR scheinbar stoisch festhält. Eine breite Verankerung dieser Partei in NRW und ihrer Menschen ist offensichtlich seitens des Landesvorstandes nicht erwünscht. Zumindest wird es dort nicht gefördert.

Thomas Bolle sandte sein Parteibuch am vergangenen Wochenende an die NRW-Linke zurück!

Nach unserer Meldung berichtet heute auch die AHLENER ZEITUNG über den Austritt von Thomas Bolle!

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Fotoquelle: Wikipedia – Hochgeladen von Malula~commonswiki

CC BY-SA 3.0

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