DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Saar Protektionsfolgen

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2010

Linken-Chef Linsler weist Stalinismus-Vorwurf zurück

Weihnachten ein Fest des Friedens ? In der Partei DIE LINKE scheinbar nicht. Konnte es sich der  politische Messias des Landesverband Saarland Rolf Linsler nicht verkneifen am 23. 12. 2010 noch einmal tief in die Kloschüssel zu greifen

Saar-Linken-Chef Rolf Linsler hat gestern die Kritik des Linken-Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch zurückgewiesen, die jüngste Satzungsänderung der Saar-Linken führe zurück in die Zeit, als die Linke stalinistisch war. Bartsch hatte der Frankfurter Rundschau gesagt: „Ich war in einer Partei, die vorgab, immer Recht zu haben, und die keine Meckerer und Nörgler – so hieß das damals – wollte. Dazu darf es nicht wieder kommen.“ Linsler hingegen sagte der SZ, es müsse selbstverständlich sein, dass Diffamierung der Partei und ihrer Mitglieder als parteischädigendes Verhalten angesehen werden muss. Und Bartsch sei am wenigsten berufen, Kritik zu üben. Er habe sein Amt als Bundesgeschäftsführer aufgeben müssen, da er illoyal gewesen sei, und „permanent Internas an die Medien durchgestochen habe.

Beim Lesen dieses Bericht fiel mir der Satz von Walter Ulbricht wieder ein, welcher einst verkündete:
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“. Zwei Monate später wurde mit dem Bau begonnen.

Was mir bei solchen Vorkommnissen als Berichterstatter  unverständlich ist ? Ich kann es einfach nicht verstehen wie eine Partei Personen, welchen es scheinbar an jeglichen Unrechtsempfinden und der nötigen Empathie fehlt, in ihren Reihen akzeptieren kann? Insbesondere, wenn diese Partei für sich in Anspruch, nimmt die Stimme von Randgruppen werden zu wollen und sich für die arbeitende Bevölkerung einsetzen will. Was können die Betroffenen denn erwarten, wenn politische Führungspersonen schon in den eigenen Reihen regelmäßig nach „Unten“ durchtreten und damit  sowohl ihre geistige Unterlegenheit als auch die Unfähigkeit mit schwierigen Situationen umgehen zu können,  tagtäglich unter Beweis stellen.

Linsler kam aus der Gewerkschaft und trat 1972 in die SPD ein. Innerhalb von mehr als 30 Jahren Parteizugehörigkeit kam er über die Position des Schriftführers in einem Saarbrücker Unterbezirk nicht hinaus. Erst am 2. August 2007 trat er in die LINKE ein und welch ein Wunder,  am 9. 09. 07 also gerade einmal einen Monat nach Eintritt wurde er  zum Landesvorsitzenden gewählt. Kann man den Protektionismus in dieser Partei noch klarer verdeutlichen?  SPD vierte Klasse, LINKE erste Klasse! Über Nacht aus den VW schwupps in die Benz Klasse, ohne jegliche Arbeit, ohne je den Nachweis einer entsprechen  Qualifikation erbracht zu haben. So ist Politik!

Genau so sieht es in den West – Landesverbänden heute aus. Die allerwenigsten Personen haben sich ihre Positionen ehrlich erarbeitet, sondern sie wurden überwiegend protegiert. Das geht hinunter bis in die Ortsverbände, und eine Aufnahme normaler politischer Arbeit ist überhaupt nicht möglich. Wir in Westfalen haben dafür ein sehr kluges Sprichwort und das lautet: Aus einen Pisspott  kann man keinen Bratpott machen, der stinkt immer.

Da wir uns hier mit dem Stalinismus und Walter Ulbricht befassen, finde ich keine bessere Person als Margot Honecker welche ihrem Freund Linsler in damaliger Zeit wie folgt geantwortet hätte:

„Wenn man keinen Charakter hat, kann man keine Politik machen!“

Wenn er in dem Presseartikel Dietmar Bartsch angreift, welcher mit seiner Argumentation im allgemeinen Wahrnehmungstrend liegt, gehe ich davon aus, dass er  bei besagten Vorgängen  persönlich Involviert war. Im anderen Fall macht er genau das was er anderen vorwirft: Pure Diffamierungen gebündelt mit  parteischädigenden Verhalten, was wiederum seine Herkunft aus der vierten Klasse bestätigt.

Ebenfalls am 23.12. erhielt ich des Abends den Anruf eines Ranghöheren Parteimitglieds. Innerhalb eines längeren Gespräches wurde Gilbert Kallenborn von ihm als Prozesshansel und Störer bezeichnet. Ich habe ihm geantwortet, dass der Umgang in dieser Partei ein Strukturelles und kein Einzel Problem ist. Die Führung der Partei setzt sich Land- auf Land- ab überwiegend aus verbeamteten Personen oder ehemaligen Funktionären zusammen. Meine Erfahrung ist folgende: Möchte ich als Bürger einen Lehrer sprechen, gehe ich zur Schule, einen Behördenmitarbeiter spreche  ich am besten bei der zuständigen Behörde, und ein Gespräch mit einem Gewerkschafter suche ich bei den Gewerkschaften.

Wenn ich die Mitverursacher unserer heutigen gesellschaftlichen Probleme wie Pisa, Hartz, Rente, Kranken oder Obrigkeitshörigkeit um nur einige zu nennen, dann in einer linken Partei wieder antreffe, schließt sich doch ein Kreis. Sie arbeiten doch heute mit den gleichen Methoden mit denen sie in ihren ehemaligen Organisationen einst ruhig gestellt wurden. In einer Partei brauche ich ein diplomatisches Miteinander und nicht ein von „Oben“ nach „Unten“. Das alleine  zeigt auf warum die Linke  von der Bevölkerung nicht angenommen wird.

IE

Quelle :    Saarbrücker Zeitung >>>>> weiterlesen

————————————————————————————-

Grafikquelle :  Fotoquelle: Patrick Therre

This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Generic license.

Abgelegt unter P. DIE LINKE, Saarland | 3 Kommentare »